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Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

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Neueste Folge · Folge 83

Qualität hat ihren Preis: Wie lange halten kleine Betriebe noch durch?

Was passiert, wenn gute Arbeit allein nicht mehr reicht, um einen Betrieb gesund zu führen? Wenn Qualität, faire Löhne und Menschlichkeit ständig gegen wirtschaftlichen Druck antreten müssen? Mattis Harpering führt die kleine Bäckerei Backpfeife in Berlin-Friedrichshain . Sein Verständnis von Handwerk geht weit über Brot, Rohstoffe und klassische Ausbildung hinaus. Für ihn geht es um Menschen. Um einen gehörlosen Mitarbeiter, dessen beruflicher Weg zunächst alles andere als selbstverständlich war. Um eine Ausbildung, die aus seiner Sicht Veränderungen braucht. Um gute Zutaten, die ihren Preis haben. Und um die Frage, wie lange kleine Handwerksbetriebe steigende Kosten auffangen können, ohne das zu verlieren, weshalb sie einmal angetreten sind. Mathis selbst kommt aus einer Bäckerfamilie. Nach einem schwierigen Schulweg begann er nach der zehnten Klasse seine Bäckerausbildung im elterlichen Betrieb. Später führte ihn sein Weg über England und Berlin schließlich in die Selbstständigkeit. Heute verfolgt er in seinem Betrieb einen bewusst kleinen und sehr persönlichen Ansatz. Dabei geht es unter anderem um: Warum gute Rohstoffe für Mathis wichtiger sind als ein Siegel: Entscheidend ist für ihn nicht allein die Bezeichnung „Bio“, sondern woher Lebensmittel kommen, wie produziert wird und ob sich Qualität am Ende tatsächlich schmecken lässt. Wie Inklusion im Betriebsalltag wirklich aussieht: Einer seiner Mitarbeiter ist gehörlos. Die gemeinsame Kommunikation entstand zunächst ganz pragmatisch „mit Hand und Fuß“ – später mit Unterstützung unter anderem durch die Handwerkskammer und eine Einzelfallhelferin. Warum gelebte Inklusion deutlich schwieriger ist als das Wort selbst: Besonders die Berufsschule wurde zur großen Hürde. Mathis beschreibt offen, wie schnell Strukturen, Lehrkräfte und Beteiligte an ihre Grenzen kommen können. Was Betriebe von Menschen lernen können, die zunächst nicht ins übliche Raster passen: Für Mathis steht nicht zuerst ein Lebenslauf im Mittelpunkt. Seine entscheidende Frage ist viel einfacher: Was für ein Mensch steht vor mir? Warum Ausbildung finanziell zum Problem werden kann: Gerade für Quereinsteiger hält Mathis die Ausbildungsvergütung für eine enorme Hürde und sieht deutlichen Veränderungsbedarf. Wie steigende Rohstoffpreise und Löhne kleine Betriebe unter Druck setzen: Ein Brot, das früher drei Euro gekostet hat, kann nicht einfach zum gleichen Preis verkauft werden, wenn sämtliche Kosten steigen. Gleichzeitig erlebt Mathis unmittelbar, was höhere Preise für Kunden mit geringerem Einkommen bedeuten. Warum Qualität und Wirtschaftlichkeit zunehmend miteinander kollidieren: Die Nachfrage nach guten Produkten ist da. Trotzdem müssen Unternehmer kalkulieren, Preise erhöhen und Entscheidungen treffen, die sich nicht immer mit dem eigenen Idealbild von Handwerk decken. Zum Ende des Gesprächs wird Mattis grundsätzlich. Er wünscht sich wieder mehr Ruhe in der Arbeitswelt: weniger Getriebenheit, weniger Existenzdruck und einen Zustand, in dem ein Handwerker nicht permanent mehr produzieren muss, nur damit am nächsten Tag die Miete bezahlt werden kann. Aber kann ein Handwerksbetrieb heute überhaupt noch konsequent Menschlichkeit und Qualität vor Wirtschaftlichkeit stellen? Oder zwingt das System Unternehmer irgendwann dazu, genau die Dinge aufzugeben, für die sie einmal angetreten sind?

19. August 2026 · 17 Min.

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