Carola Zarth - engagierte Handwerkspräsidentin Berlin
Worum es geht
In dieser Folge von HandwerkSpricht ist Carola Zarth, Handwerkspräsidentin in Berlin, zu Gast. Sie erklärt, wie sie das Handwerk wieder voranbringen und dessen Image durch positive Einblicke verbessern möchte. Ihr klares Anliegen: Ohne Veränderung droht das Handwerk auszusterben.
Das nimmst du mit
- Das Image des Handwerks lässt sich durch positive, greifbare Einblicke gezielt verbessern.
- Ohne aktiven Wandel steht die Zukunft des Handwerks laut Carola Zarth auf dem Spiel.
- Engagement für das Handwerk kann eine echte Herzensangelegenheit sein und Veränderung antreiben.
- Führungspersönlichkeiten wie eine Handwerkspräsidentin spielen eine zentrale Rolle beim Voranbringen der Branche.
Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!
Die wichtigsten Antworten
Zu Gast
Carola Zarth ist Handwerkspräsidentin in Berlin und setzt sich mit großem Engagement dafür ein, das Handwerk voranzubringen und dessen Image zu verbessern.
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Transkript
Herzlich willkommen zur Handwerk, sprich der Sendung die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Handwerk verbindet und heute haben wir eine besondere Gästin hier bei uns im Studio, Carola Zart. Hallo Carola, schön, dass Du hier bist. Ja, ich freue mich auch. Danke für die Einladung. Du bist unter anderem sehr engagiert fürs Handwerk und unter anderem die Vorsitzende vom Handwerk Berlin, ne, kann man so sagen.
Handwerkskammer Präsidentin Genau. Ja genau von Berlin. Und machst noch ganz viele anderen Sachen. Hol uns doch gerne mal ab und stell dich kurz vor, da wird wir einen kleinen Einblick so in dein Leben kriegen. Ja, seit 2019 bin ich Präsidentin der Handwerkskammer Berlin und ich glaub, jetzt seit rund 2 Jahren im geschäftsführenden Präsidium des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.
Beides sind megaspannende Aufgaben und bringen, hoffe ich oder ich trage hoffentlich dazu bei, dass ich das Handwerk irgendwie in Berlin und in Deutschland voranbringen kann und das ist eine ganz, ganz große Herzensangelegenheit von mir. Ja, ist auch eine wichtige Angelegenheit, denn wir haben ja schon vor, ich glaub, 10 Uhr 15 Jahren, als dieser schöne Imagefilm kam, was das Handwerk alles beinhaltet und was den Menschen passiert, wenn's kein Handwerk mehr gibt, dann so, was dann so passiert, haben wir ja gesehen, dass es total wichtig ist, das Handwerk zu unterstützen und vor allen Dingen wieder wahrzunehmen, ne? Und junge Menschen brauchen wir im Handwerk. Wie siehst Du das? Ja, absolut.
Also ich glaube, das ist das Wichtigste, weil wenn wir die jungen Menschen nicht haben, dann stirbt das Handwerk aus. Das können wir mal ganz klar aufn Punkt bringen. Ja, und grade in der Zeit, wo wir doch jetzt auch viele Menschen in Ruhestand verabschieden werden in den nächsten 5 bis 10 Jahren, brauchen wir umso mehr junge Menschen und wir brauchen eine Gesellschaft, die sich im Handwerk wieder öffnet, ne. Auf jeden Fall. Das ist, Du hast vorhin die Imagekampagne schon angesprochen.
Da sind wir ja mittlerweile 15 Jahre mit am Start. Es tut sich ja auch so einiges, aber es sind schwere oder es sind dicke Bretter zu bohren, aber andererseits, wenn wir nicht Bretter bohren können, wer soll's denn sonst machen wir nicht das Handwerk? Ja, vollkommen richtig. Ja, wir haben son bisschen, glaube ich, verloren auf dem Weg, dass wir so diese Selbstzufriedenheit, die wir ja im Grunde haben im Handwerk, weil wir jeden Tag was Tolles erleben, weil wir was entwickeln, weil wir was herstellen. Da haben wir uns aus meiner Sicht son bisschen verloren, diesen Stolz nach außen auch zu kehren, ne.
Wir sehen leider, wie wir Menschen so gestrickt sind, sind wir Handwerker und Handwerkerinnen ja leider auch genauso gepolt. Wir sehen dann eher die Punkte, die uns son bisschen aufreiben, lieber oder eher als die positiven Dinge. Und ich glaube, diese Strahlkraft, die wir einfach brauchen von innen heraus, dann wirklich die Menschen im Außen dann auch zu überzeugen, dass es Handwerk wichtig ist, daran fehlt's uns son bisschen im Moment, oder? Wie siehst Du das? Ja, Du hast recht.
Da müssen wir absolut gemeinsam dran arbeiten, das ist ganz wichtig. Eine gute Freundin von mir und auch von dir hat ja mal den Satz geprägt, ans Handwerk kann man sein Herz verlieren. Und ja, ich glaube, das müssen wir sehr viel stärker noch nach außen hin darstellen, dass man ans Handwerk wirklich sein Herz verlieren kann und dass es einen so mit tiefer Befriedigung erfüllen kann, dass man wirklich daraus unglaublich verzehren kann. Ja, definitiv. Wen müssen wir denn überzeugen?
Die Eltern, die Lehrerinnen, Lehrer oder müssen wir die jungen Menschen selber überzeugen? Wen müssen wir abholen? Du, ehrlich gesagt, wir müssen alle abholen. Das ist das das ist das Schwierige an der an der Sache. Wir müssen alle abholen und Du hast grade das Thema Babyboomer angesprochen.
Und oftmals sitze ich in irgendwelchen Runden, wo es dann immer heißt, ja ja, ihr im Handwerk, also wenn ihr mal anständig zahlen würdet, dann wär das ja alles und wenn's bei euch nicht so schmutzig wäre und sone schwere Arbeit und weiß ich was und mittlerweile bin ich son bisschen bisschen trotziger und unfeiner geworden an der Stelle, weil ich dann immer frage, aus welcher Erfahrungswelt und vor allem aus welchem Jahrzehnt beziehen Sie denn eigentlich so Ihre Informationen? Ist das vielleicht aus der Zeit, aus der Sie selber mal in jungen Jahren sich für eine Ausbildung im Handwerk interessiert haben oder ist das aus der heutigen Zeit? Können Sie mal vielleicht überprüfen, ob die Lebenswirklichkeit und Ihre Vorstellungen noch übereinstimmen? Ist es denn wirklich noch so im Handwerk oder stellen Sie sich das vor, weil Sie in den Achtzigerjahren mal irgendwann eine Ausbildung im Handwerk angefangen haben oder versucht haben, sich oder sich dafür interessiert haben. Ja und das hält sich hält sich sehr stark ne.
Diese diese Vorurteile bleiben, die sind ja quasi manifestiert von Generation zu Generation ne. So hat man manchmal das Gefühl zumindest ne. Ja und es sind genau die, es sind die die sind die Eltern, teilweise die Großeltern, die mit denen wir reden müssen und die wir einfach auch davon überzeugen müssen, Leute, es hat sich unglaublich viel geändert. Es ist nicht alles toll, das wissen wir beide auch. Ja gut, aber das ist es auch in keinem anderen Beruf, in keiner anderen Branche.
Das ist es wahrscheinlich weder beim Start-up, noch in der Industrie, noch sonst wo. Ich sag mal, es ist immer irgendwo schwarz weiß und auch bunt und insofern glaube ich, wir müssen da wir müssen aber auch die Leute irgendwo son bisschen, finde ich, dann mal am Kragen packen und schütteln und sagen, überlegt mal noch mal genau, was ihr da grade erzählt. Was macht ihr denn jetzt grade in Berlin, da den den Ansatz zu finden auch? Was was macht ihr? Wie geht in die Kommunikation?
An welchen Stellen geht ihr in die Gespräche mit den, ja mit den Eltern, mit den Erwachsenen, aber auch mit den mit den Jugendlichen und Kindern selber? Was macht ihr alles? Also Du musst natürlich, wenn Du sowas machst, musst Du ja immer mehr mehrgleisig fahren, das ist ja ganz klar, ne? Also wir haben verschiedenste Projekte und ich fang mal so von unten nach oben an. Wir haben grade in diesem Jahr 10 Jahre Berliner Schulpaten.
Der Berliner Schulpate ist tatsächlich für Grundschulkinder gedacht. Das ist so, also bei uns in Berlin ist ja die Grundschule bis zur sechsten Klasse und insofern ist das so 4., 5. Klasse angesiedelt. Und da sind wir momentan an rund 30 Grundschulen hier in Berlin unterwegs. Und die Grund, also die Schulpaten, das sind alles Unternehmerinnen und Unternehmer oder auch Angestellte, aber die kommen nicht nur alle ausm Handwerk.
Wir als Handwerkskammer sind 1, also der Gesellschafter und wir werden sehr, sehr gut unterstützt auch von 'ner Senatsverwaltung für Bildung an der Stelle. Aber wir werden auch unterstützt von der GasAG und von der Berliner Volksbank, die das auch erkannt haben. Und wir haben viele Handwerkerinnen und auch Handwerker, aber wir haben auch zum Beispiel 'n Hotelmanager, der ganze Schulklassen, Grundschulklassen durchs Hotel führt und den mal sagt, was gibt's da alles für spannende Jobs. Wir haben 'n BVG Fahrer dabei, der erzählt, wie ist es denn Bus zu fahren und Du kannst in dieser Lebenswelt der Kinder noch ganz anders die Kinder aufschließen. Und das Erschreckende daran ist auch son bisschen, dass wir eben auch immer mehr merken, wir sind natürlich auch sehr viel an Schulen in Brennpunktgebieten, dass diese Kinder gar keine Vorstellung von der Berufswelt mehr haben.
Es gibt ganz viele Kinder, wo auch Mutter, Vater, Onkel, Tante entweder gar nicht mehr arbeiten oder in Jobs arbeiten, wo's dann eher, sag ich mal, ja, an der Kasse sitzen oder irgendwie, sodass die Kinder keinerlei Vorstellung von von der bunten Arbeitswelt haben. Ja, grade im Handwerk sind wir ja so vielfältig unterwegs und haben so viele Angebote und so viele Möglichkeiten, körpernahe Jobs, dann eben halt Baustellenjobs und so weiter. Also wir haben ja ganz viele Möglichkeiten und es ist wirklich schade, dass das dann nicht richtig rüberkommt beziehungsweise dass die Kinder nicht die Möglichkeit haben, es überhaupt zu erleben auch irgendwo, ne. Und deswegen ist das umso wichtiger, dass ihr eben halt euch darum kümmert, wenn es eben halt in die Familie nicht möglich ist, das den Kindern auch näherzubringen. Und auch dann auch zu sagen, es ist halt nicht nur Handwerk, sondern es sind da verschiedenste Berufe, weil man muss ja auch so ehrlich sein, nicht jedes Kind oder jeder junge Erwachsene oder auch Erwachsene ist fürs Handwerk geeignet.
Also müssen wir ja auch bereit sein, dann alle Berufe, die in irgendeiner Form Ausbildungsberuf darstellen, dann eben halt entsprechend zu unterstützen. Gerade auch die Pflegeberufe sind ja auch 'n wichtiger 'n wichtiger Berufsteil, wo man ja auch sagen muss, da muss man auch sagen, junge Menschen, guckt euch das an. Das ist auf jeden Fall total wichtig und vor allen Dingen ehrenswert. Genauso wie jeder Beruf, den wir im Handwerk haben, ne. Und jetzt hast Du die Grundschule uns beschrieben.
Wie geht's dann weiter? Was habt ihr noch für Stufen? Also wir haben hier in Berlin bei der Berliner Agentur für Arbeit ein sehr, sehr gute Geschichte, wo wir junge Menschen aller neunten Klassen aus ganz Berlin durchschleusen, sag ich mal, erst mal und zwar ist das von IHK und Handwerkskammer gemeinsam ein Talentecheck. Und dieser Talentecheck, da verbringt also einfach dann eine 9. Klasse ihren Tag in diesem Talentecheck und dann geht es am Ende darum, mal festzustellen, in welche Richtung geht's bei mir?
Du hast es eben angesprochen und hast gesagt, nicht jeder ist für alles geeignet. Der eine ist eben son bisschen mehr der Typ, der handwerklich arbeiten kann und der andere ist es eben nicht. Und die jungen Leute bekommen am Ende dieses Tages eben quasi schwarz auf weiß ausgedruckt, in welche Richtung geht's denn bei mir? Bin ich eher der, der sich bei der späteren oder bei der zukünftigen Berufswahl in der Richtung Handwerk mal orientieren sollte und mal schauen sollte, was kommt da für mich vielleicht infrage? Oder geht's eher in eine ganz andere Richtung?
Bin ich wirklich der, der vielleicht am Schreibtisch sitzt oder vorm PC sitzt oder was auch immer? Und das ist eine 1 schöne Möglichkeit, zumal das verpflichtend ist fürs neue Schuljahr. Das ist eine Möglichkeit. Ja, ist auf jeden Fall ein guter Punkt, den hab ich so auch noch nicht gehört. Also ich bin ja aus Nordrhein Westfalen, aus der Aachen Kölner Ecke und ich weiß, dass es da ähnliche Projekte gibt, aber nicht so, wie ihr es jetzt hier sehr konzentriert macht.
Das ist mir auf jeden Fall nicht aufgefallen. Jetzt hab ich eine kurze Exkursfrage, bevor Du gleich noch mal weiter sagst, was ihr vielleicht dann noch im Anschluss macht. Wenn man so gute Ideen hat, jetzt jetzt sind wir hier in der in der Kammer Berlin. Gibt man diese Tipps oder gibt 'n wo findet da 'n Austausch statt unter den Kammern? Also die die guten Sachen, dass man sagt, wird mal, das funktioniert super bei uns, guckt euch doch mal was ab oder so, ne, so so leben ja auch Unternehmen.
Unternehmen lernen ja auch auch auch aus anderen Vorbildern. Macht ihr das bei den Covern eigentlich auch? Ja, klar. Also das ist so, das ist sowohl auf der Ehrenamtsebene so, also bei bei Präsidentenvizes et cetera, als auch bei den Hauptgeschäftsführern. Aber auch, es gibt ja auch genauso Vernetzungen auf der auf der Arbeitsebene, wo Du jetzt wirklich sagst, es ist die Abteilung Bildung bei uns oder Abteilung Kommunikation oder was auch immer.
Die sind auch untereinander miteinander vernetzt und tauschen sich aus. Interessant. Und was dann davon aufgenommen wird oder nicht und was man sich abguckt. Klar. Aber aber zum Sag mal so, das ist ja son wichtiger Punkt.
Also ich wusste jetzt zum Beispiel gar nicht, dass das dass das so in der Art gibt oder dass das gemacht wird, aber ist ja ein wichtiger Punkt einfach, ne, weil ich sag mal, man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden, ne. Ja. Aber aber nehmen wir uns noch mal mit, was macht ihr machen, was macht ihr so, so, was ist denn mit mit mit Studienabbrecher, was ist was ist so mit den mit den jungen Erwachsenen, sagen wir einfach mal, die dann auch irgendwo die 10. Klasse sich immer noch nicht entschieden haben. Das haben wir ja auch häufig, ne, die dann vielleicht dann noch immer nicht wissen, gehe ich eher Richtung Abitur oder mach ich eine Ausbildung oder mach ich hier, wie heißt das, Work and Travel ein Jahr und sonstige Sachen.
Habt ihr danach auch noch etwas? Was macht ihr da noch? Also wir wir speziell jetzt nicht, wir haben hier in Berlin jetzt grade lange dafür gekämpft, dass wir jetzt wieder das 11. Pflichtschuljahr bekommen. Ich glaube, in NRW gibt's das gibt's nicht.
Nee. Du gibst 'n schüttelsten Kopf, okay, weil es geht da die sogenannten unversorgten Jugendlichen. Das heißt, die, die keine Ausbildung haben, die, die nicht irgendwo ins Studium gehen oder irgendwie dann anderweitig, die sollen in im elften Pflichtschuljahr und da geht's jetzt genau an den Punkt, die sollen nicht jetzt wieder, wenn sie schon vielleicht die letzten 5, 6 Jahre keinen Bock hatten, die Schulbank zu drücken und da nicht wirklich begeistert von waren, die sollen jetzt nicht wieder dann nach einem Jahr quasi abgeparkt werden, sondern es geht darum, dann eben Praktikumsplätze zu schaffen und denen, die noch unversorgt sind, eben die Möglichkeit zu geben, Dinge kennenzulernen, ne. Aber das geht natürlich auch wieder übers Handwerk hinaus. Das ist auch wieder IHK Handwerkskammer, freie Berufe genauso, ne.
Also komplett, ne. Also das ist sehr, sehr wichtig und was für mich auch noch 'n ganz wesentlicher Punkt ist, ist, dass wir mit der neuen Bildungssenatorin, die wir jetzt seit knapp 2 Jahren oder anderthalb Jahren haben, also was was bei euch in NRW die Bildungsministerin wäre, dass die eben jetzt auch uns die Türen zu den Gymnasium öffnet. Ganz, ganz wichtiger Punkt, weil ich finde es schon sehr vermessen, dass es immer noch sehr, sehr viel Direktorinnen und Direktoren von Gymnasien gibt, die einfach sagen, Berufsorientierung ist nicht unser Bildungsauftrag. Ich finde bei einem dermaßenden Akademisierungswahn, den wir haben und auch der Tatsache, dass eben ja auch, wie Du hast es schon angedeutet, viele Studienabbrecher einfach auch im Grunde dann einen einen Lebensweg einschlagen, für den sie vielleicht gar nicht geeignet sind, weil sie einfach auch gar nicht die Chance hatten, sich über andere Dinge mal zu informieren. Ja.
Deswegen ist das, sag ich mal, 'n riesengroßer Schritt für uns, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, mit Berufsorientierung auch an die Gymnasien zu gehen, weil also ich meine, ich war damals schon und ich gehe eher in Richtung Babyboomer, ich war die Einzel bei mir aufm Gymnasium, die eine duale Ausbildung gemacht hat in der Klasse und ich glaube, das ist heute häufig an Gymnasium nicht anders und ich höre das, wenn ich mich mit Auszubildenden unterhalte aus den Betrieben, denn dass sie mir eben auch sagen, mich haben die alle angeguckt in meiner Klasse und wollten das gar nicht wahr und warum studierst Du denn nicht und so weiter. Und das ist eben das, was wir auch 'n Stück weit über die Tür ins Gymnasium rein aufbrechen wollen. Die Zukunft des Handwerks liegt in den Händen der nächsten Generation. Wir stehen für ein modernes, starkes Image des Handwerks und dafür, dass junge Menschen wieder Lust darauf bekommen, etwas mit ihren Händen zu erschaffen. Lass uns das Handwerk wieder zum Traumberuf machen.
Ja, das ist, glaube ich, total wichtig, denn dieses Selbstverständnis, dass das Gymnasium nicht dazu da ist, wirklich auch in die Ausbildung, ja, rein zu, die jungen Leute in die rein zu entwickeln, wenn man so möchte. Ich kann's auch nicht verstehen. Ich hab hab auch sone Diskussion mal gehabt, da war ich, da ging's KI und Ähnliches. Dann ging war ich 1 der wenigen, die ausm Handwerk dann dabei waren und dann sind wir irgendwie dann das Thema Fachkräftemangel und so weiter gekommen. Und dann hieß so, ja und wir müssen auch noch mal die Realschule und dann müssen wir auch mal langsam wieder Richtung Handwerk gucken.
Ich sag, nee, stopp. Ich sag, wir brauchen auch auch Menschen, junge Menschen aus dem Gymnasium, weil wir haben auch im Handwerk komplexere Themen. Wir haben, das sind verschiedene Anforderungen einfach gegeben. Da sind Ansprüche, die gestellt werden. Und natürlich gehört auch der der individuelle Lebensweg auch irgendwo dazu.
Genau das, was Du sagst, kann ich ja voll uns unterstützen, aber der Professor, der das sagte, hatte überhaupt keinen Einblick dadrauf, dass das eben halt überhaupt möglich wäre, dass dass Menschen, die im Gymnasium sind, in irgendeiner Form eine Ausbildung machen und dann da ihren Karriereweg starten. Und da hab ich schon gedacht, oh Gott, so deutlich hast Du's noch nie gesehen oder gehört, aber härter ging's nicht mehr an dem in dem Moment, ne. Und da fragt man sich schon, wo kommt's her? Warum ist das so warum ist das auch so wirklich so gefestigt bei den bei den Menschen? Und und dann auch eine gewisse Arroganz ja dann den Schulen ja selber beziehungsweise grade in der Leitung oder auch mit dem in dem Lehrkörper, hab ich ja jetzt gesagt, ich darf's ja sagen, die die dann wirklich auch sagen, nee, wir lassen gar keinen hier rein und wir wollen gar nicht, dass irgendjemand ausm Handwerk sich zum Beispiel jemand 'n Beruf vorstellt oder so was.
Das ist wirklich unter In anderen Umständen würde man sagen unterlassene Hilfeleistung ne so und das geht ja gar nicht ne so und deswegen das ist ja 'n Riesenschritt. Also ich hab das noch nicht gehört, dass das wirklich flächendeckend funktioniert hat an anderer Stelle. Ich mein, Du wirst es eher wissen als ich, aber ich hab's das bei uns jetzt zum Beispiel, ich kann ja immer nur aus meinem aus meinem Bundesland quasi berichten, weil ich da doch die meisten Informationen auch hab. Da weiß ich auf jeden Fall, dass das auf jeden Fall noch nicht so weit ist, dass wirklich diese Schulen sich dann öffnen und selbst Realschulen ist teilweise noch schwer, ne. Also ist schon Wahnsinn, welche Arbeit da geleistet werden muss.
Ich werde berichten, ne. Ja, ja. Wir sind ja auch da noch am Anfang, aber weißt Du, wenn ich alleine die Klimaberufe sehe. Ja. Die Klimaberufe, da ist erst mal, wir müssen da Gas geben.
Das wissen wir alle und nicht erst seit gestern und wir brauchen da auch 'n gutes gutes Hintergrundwissen, die extremen Anforderungen aus der Berufsschule, die wir haben, da auch aus den Berufsschulen, denn es sind ja die diverse Berufe, da auch im im Endeffekt abzudecken. Und grade da ist es wichtig und Du hast ja auch das Thema Studienabbrecher angesprochen und ich muss sagen, so ich hab bin ich hatte vorhin erwähnt, ich bin seit 2019 Präsidentin und irgendwann legt legt man dann die Höflichkeit ab und fängt auch mal an, offene Worte zu reden. Ich prangere auch an jeder Stelle an, dass die Universitäten, wenn jemand in seinem Studiengang nicht glücklich ist und den Studiengang abbrechen will, immer nur in Richtung 1 anderen Studiums beraten. Ich finde, das das ist das ist verwerflich. Also das ist ganz, ganz schlimm Und ich hab da auch wirklich kein Verständnis für, weil am Ende die ja auch mit Lebenswegen von jungen Menschen spielen.
Genau. Und da muss ich ehrlich sagen, auch das ist 'n Thema, wo ich immer wieder einfordere, dass auch da viel, viel offener dann an der Stelle, wo der Bruch zustande kommt, den jungen Menschen dann auch noch das Gefühl zu geben, hey, das ist jetzt nicht alles umsonst gewesen, was Du da gemacht hast, sondern Du hast angefangen mit dem Ingenieurstudio, Mensch, wenn Du da jetzt in den Klimaberuf gehst, dann kannst Du innerhalb kürzester Zeit kannst Du, wenn Du deine Gesellenprüfung hast, wenn Du eine Meisterin geworden bist oder was auch immer, dann kannst Du letztendlich doch auch in eine Führungsposition in der Firma. Ja, am Ende des Tages geht's ja immer nur Leistung und Verantwortungsübernahme. So und das also ich ich kann da keine Anekdote erzählen. Bei mir ist jemand im Unternehmen aufgestiegen, der von der der ist Helfer gewesen zum Zeitpunkt.
Und dann hab ich irgendwann gesagt, ich meld dich jetzt zur Gesellenprüfung an, ne, 3 3 Monate vorher. Also er hatte lange Zeit, sich vorzubereiten und ist dann dahin und hat dann auch schlussendlich bestanden und hört heute bei mir im Unternehmen zum Beispiel eine leitende Position, ne. Und ist im Endeffekt, ohne die Geschichte jetzt dahinter zu erzählen, jeder Mensch hat natürlich auch eine Geschichte, wie es dann dazu gekommen ist, aber hat eben halt sich dann da auch entsprechend hochgekämpft. Und am am langen Ende geht's ja nie den Titel, wenn man ganz ehrlich ist. Es geht ja immer nur das, was man bereit ist, auch einzubringen in seinen Job.
Und der eine Mensch kann halt viel einbringen und hat deswegen einfach Möglichkeiten, ja, sagen wir mal, richtige Karriere und richtig steil zu machen. Der andere hat eben halt nicht die Möglichkeiten. Aber da ist auch eine andere, ist dann wahrscheinlich auch 'n anderes Selbstverständnis einfach da, auch zu sagen, okay, und ich bin glücklich mit dem, was ich jetzt habe, ne so. Und klar, im Handwerk haben wir alle Möglichkeiten. Wir haben das ist wir sind auf allen Ebenen müssen wir sowieso in Zukunft neue Positionen besetzen.
Dementsprechend kann man nicht lauter hier schreien, als wir's, glaub ich, grade im Moment tun oder zumindest mal jetzt immer lauter im Kurs zusammen machen, ne. Also steigert sich ja immer von ja, wenn man so will, Woche zu Woche werden wir alle wieder wacher, auch wenn grade im Moment sone wirtschaftliche Phase ist, muss man ja sagen, die ja son bisschen das Ganze verschleiert, ne. Also wir merken ja so Thema Fachkräftemangel, wir merken die extremen Auswirkungen grade nicht, weil wir ja im Moment an 1 wirtschaftlichen Situation sind, wo eben halt auch nicht der höchste Peak grade in der Konjunktur grade da ist, sondern wir sind ja halt im Moment auf 'ner mittleren Ebene nur unterwegs. Wenn wir aber noch diesen diesen diese Konjunktur hätten, wie wir vor 2, 3 Jahren hatten, ja, dann würden wir heute nur noch schreiend durch die Gegend laufen. Dann würden wir sagen, ja, mein Klempner kommt erst in in 3 Wochen und meine Toilette ist aber jetzt und keine Ahnung was, ne.
So und und dann wär das wär, glaub ich, wären wir noch viel präsenter, als wie wir jetzt sind. Aber ich sag mal, das ist vielleicht sogar da der positivste Effekt grade der wirtschaftlichen Situation, dass wir grade den Faktor Fachkräftemangel nicht so deutlich spüren, ne, an der Stelle. Aber ich sag mal, die ähnlichen Probleme gibt's ja auch im Ehrenamt, wenn man mal ganz ehrlich ist. Denn ich durfte mich mal, hab mal 'n Vortrag gehalten zum Thema Ehrenamt und hab mich dann grade für diesen Vortrag auch intensiv da mit auseinandergesetzt, dass die, dass eigentlich diese Fachkräftemangel Thematik, die wir ja im Handwerk generell haben, im Grunde sich ja dann beim Ehrenamt noch mal zugespitzt quasi widerspiegelt, denn sind ja ähnliche Probleme, die im Ehrenamt vorhanden sind, ne. Wie ist das hier in Berlin?
Ist das da auch so oder ist das nur bei uns in der Region so? Absolut, das ist tatsächlich ist 'n Thema, das Ehrenamt. Aber auch 'n Thema, was 'n Stück weit auch im Handwerk son kleines bisschen selbstgemacht ist, ne? Also wir müssen halt auch schauen, dass wir dass wir ausm Ehrenamt heraus und ich sag das in dem vollen Bewusstsein, dass dass man irgendwann natürlich auch loslassen muss von der Baby Boomer Generation oder vielleicht noch denen, die darüber schon weit hinaus sind. Und auch jungen Menschen, die Lust haben auf Ehrenamt, auch den Freiraum zu geben und zu sagen, hier gibt es Platz Platz für dich.
Hier gibt es deine Entfaltungsmöglichkeiten. Ich glaube, das ist 'n ganz wesentlicher Punkt. Also wir auf der einen Seite haben wir natürlich sehr, sehr viele Probleme, kommen wir gleich noch zu, aber ich glaube, wir müssen auch wir können auch nicht nur schreien und sagen, ja, wir finden keine Ehrenamtlichen und so weiter, sondern Wir müssen uns da natürlich auch überlegen, wo hab ich denn die, die die Lust haben aufs Ehrenamt? Und da ist ja 'n gutes Beispiel, das sind ja die Handwerksunioren und wir haben ja hier in Berlin auch die Handwerksunioren als als Arbeitskreis Berlin. Und da muss ich sagen, das ist auch wichtig, dass wir diese jungen Leute natürlich dann auch weiterentwickeln für Vollversammlung, für Ehrenamt.
Und na ja, ich geh mal davon aus, es könnte auch sein, dass der nächste Präsident oder die nächste Präsidentin der Handwerkskammer Berlin von den Handwerksjunioren kommt. Und insofern ist das eine Sache, die wir von beiden Seiten aus betrachten müssen. Da müssen wir Älteren natürlich auch sagen, okay, ich mach das jetzt soundsoviel Jahre. Also mein Vorgänger zum Beispiel, der übrigens nebenbei gesagt, genauso alt ist wie ich, aber der hat dann irgendwann gesagt nach 16 Jahren, nee, mir gehen die Ideen aus. Ich hab nicht mehr diese Power oder ich muss jetzt gucken, weil da ist Routine drin, da ist das das kommt nicht mehr so, wie ich das am Anfang hatte.
Der ist mit Mitte 30 Präsident geworden. Und das ist einfach auch ganz wichtig, dass man dann für sich selber auch reflektiert und sagt, es ist einfach auch ganz und sagt, muss ich den Job jetzt noch machen oder gibt's vielleicht jemand, der jünger ist, der ihn auch machen könnte? Ja. Weil dann reden wir über Vorbilder. Vorbilder nach außen.
Vorbilder für junge Leute, die ins Handwerk kommen. Mhm. Ja, das das war damals, ich erinnere mich noch an den Vortrag, den ich da gehalten hab. Da war auch dieses Thema tatsächlich, wie machen wir denn jetzt Platz? Wie machen wir Übergaben?
Wie bereiten wir das vor? Und das ist wirklich kontrovers auch dann diskutiert worden im Anschluss von meinem Vortrag, denn ich sag mal so 50 Prozent sagt, ja klar, muss so laufen und so bin ich ja auch in die Position gekommen, weil jemand gesagt hat, es wird Zeit und bin dann auch entsprechend unterstützt worden dabei und so weiter und so fort. Also mit 'ner Übergangsphase und ja, 25 Prozent kann man nicht so einschätzen, wie ist grad die Gefühlslage und die anderen 25 Prozent sagen aber auch, nee, eigentlich geht's nicht noch nicht, ne. Also da ist son wirklich dieses dieses dieses dieses Verlustängste, wenn man so will, ne. So die die man dann spürt, ja, aber ich kann doch jetzt nicht einfach irgendwas, kann doch jetzt einfach meine Position abgeben, ne.
Also und und manchmal ist es einfach so oder man muss ja ehrlich zu sich sein, wirklich grade dieses Beispiel, was Du genannt hast, ist ja super. Die Ideen sind ja auch irgendwann nicht mehr da, ne. Und irgendwann ist es wirklich nur noch ja jeden Tag ich selber und immer der gleiche Ablauf. Und ich glaub dann, wenn da Du wirklich diese diese tiefe Routine eingekehrt ist, ich glaub, dann ist der allerspäteste Zeitpunkt nun zu sagen, nee, jetzt ist gut, jetzt muss der Weg frei gemacht werden und es muss es muss irgendwie weitergehen. Aber auch in meinem Vortrag ist das so gewesen, also wirklich an gewissen Stellen, wo's da auch vielleicht mal wehtat.
Weil ich hab auch gesagt, ein Punkt für mich ist einfach gewesen, dass immer so die, da war immer sone Eintrittsbarriere für mich. Auch wenn sie nicht da ist, auch wenn sie vielleicht nicht Aber ich hab da hab so gesagt, als ich als jüngerer Mensch damals darauf da hingeschaut habe, war für mich immer eine Barriere da zu sagen, wie man da hinkommt oder zu dahin überhaupt hinzugehen. Ich mein, bei mir sind noch ein, 2 andere Sachen schiefgelaufen, deswegen bei mir passt es mal nicht. Und dann hat man sich dann verabredet, okay, jetzt könnte man dann zusammenkommen beziehungsweise könnte man eben mal eine Verantwortung darüber nehmen und dann ist das aber irgendwie im Sande verlaufen, ne. Und das ist bei mir damals schiefgelaufen.
Kann passieren, es ist aber doof fürs Handwerk, ne. Auf der anderen Seite findet man aber immer Wege, sich einzubringen, wenn man's dann möchte, ne. Also es muss ja, es es sollte über die Struktur sein, weil die Struktur ja genau dafür da ist, das Handwerk zu unterstützen, aber es muss ja nicht ausschließlich über die Struktur gehen, ne. Also man kann ja auch andere Engagements machen und und irgendwie versuchen, über andere Wege das Handwerk dann ja auch in die Position zu bringen. Aber Ehrenamt, wie sind so die Quoten bei euch?
Sind sind sind alle Plätze tendenziell denn besetzt dann tatsächlich über die jungen Unternehmer oder ist das noch offen, wie sich das in der Zukunft dann hier in Berlin gestalten macht? Hey, das ist absolut noch offen, da hast Du völlig recht und Ehrenamt hat ja nun auch mehrere Säulen. Wir haben jetzt grade über Handwerkskammer, über Vollversammlungen, über also die Organisationsstrukturen gesprochen, aber 'n ganz wesentlicher Punkt, ich hatte ja vorhin gesagt, dazu kommen wir noch, ist natürlich auch das Thema Meisterin, Prüfer, Prüferin, Gesellenprüfer, Prüferin. Das ist ja auch 'n Thema und das ist ja auch letztendlich Ehrenamt. Was ich übrigens auch wieder immer wieder feststelle, egal ob Du mit Politik oder irgendjemand anders aus der Gesellschaft sprichst, denen ist überhaupt nicht klar.
Und ich glaube, vielen jungen Menschen, die von den Gesellenprüfer geprüft werden oder eben denen ist das auch nicht klar, dass da vor ihnen eigentlich 'n Unternehmer, eine Unternehmerin oder 'n Angestellter, 'n Arbeitnehmer ausm Betrieb sitzt, ja. Das ist denen auch nicht klar. Und ich finde, da müssen wir auch noch viel stärker ran, dass wir das klarmachen. Ich versuch das auf allen Gesellenfreisprechungen oder Meisterfreisprechungen, wo ich bin, versuch ich das immer wieder auch anzusprechen. Und ich freu mich dann total, wenn nach diesen Festivitäten dann tatsächlich ein oder 2 auf mich zukommen und sagen, hey, ich hätt da Interesse dran und wo kann ich mich denn da mal hinwenden, da mitzumachen und so weiter.
Wir versuchen's auch immer in dieser Broschüre, die wir dann immer zum zur Meisterfeier machen, eben auch noch mal zu beschreiben, was kannst Du da tun und so. Und Du, wir haben bei uns im Betrieb, wir sind 10 Leute und 3 aus dem Unternehmen sind in Gesellenprüfungsausschüssen und in Meisterprüfungsausschüssen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, was mich son Stück weit regelrecht anstinkt, ist immer auch von Kolleginnen und Kollegen die Frage, also von anderen Handwerksbetrieben, ja, was bringt mir das? Ey Leute, wir reden hier über unseren Nachwuchs. Wir reden hier darüber, dass dass es darum geht, dass wir die jungen Leute prüfen müssen, die unsere Fachkräfte von morgen sind und da kann ich nicht darin darüber nachdenken, bringt es mir einzig und allein für meinen Betrieb was?
Und das ist, finde ich, auch sone Einstellung, wo ich sage, eigentlich wir haben im Handwerk eigentlich schon 'n guten Zusammenhalt. So ist es ja nicht, aber da bin ich manchmal so, dass ich denke, worüber reden wir jetzt hier? Ja, und vielleicht vielleicht ist das aber auch gar nicht so falsch, da auch mal tatsächlich über diese Frage mal genauer nachzudenken, weil ich hab da nämlich mal 'n gutes Feedback bekommen, da kriegte ich nämlich aus dieser Runde dann das Feedback, dass alles das, was die Person sich quasi oder wie die Person sich weiterentwickeln konnte, weil sie eben halt die ganzen Gespräche führen konnte, auch in verschiedene ja, Runden dann auch dadurch gekommen ist durch die durchs Ehrenamt eben halt, dass alles das, was diese Person erreicht hat, nur dadurch erreicht worden ist, weil sie sich ehrenamtlich engagiert hat. Und vielleicht muss man diese Szenarien einfach auch mal 'n bisschen noch mal auf skizzieren tatsächlich. Natürlich ist das, ist jeder da auch seines Glückgeschmiert, ne?
Wenn ich natürlich in der Ecke sitze und mich und nur da gucke, was da gemacht wird und nicht in die Kommunikation gehe, dann gewinn ich damit nichts. Aber ich glaub schon, dass man dass man dieses Ehrenamt und das, was man dann dadurch auch erreichen kann, in der persönlichen Entwicklung einfach auch mal rausstellen kann. Denn das ist ja nicht unwesentlich, weil was was was erlerne ich denn, wenn ich in der Gesellenprüfung bin? Dann weiß ich doch einmal, wie ticken die jungen Menschen. Ich sehe nicht nur meine eigenen Auszubildenden, sondern ich sehe auch mal andere.
Ich ich kann noch besser erkennen, ja, was passiert hier? Ist es nur bei mir so gelagert oder ist es auch in anderen Betrieben eben halt so, wie's bei mir gelagert ist? Ich komme in die Vernetzung, Ich komme mit anderen Betrieben in Kontakt, mit denen ich vorher nicht in Kontakt gekommen wär. Kollegenhilfen und so weiter können entstehen. Also wir haben ja ganz viele, da sind ja, sagen wir mal, das sind ja Sachen, die ich mir gerade überlegt hab, aber das sind ja ganz viele super Beispiele und vielleicht muss man auch gerade mehr über diese Geschichte in die Kommunikation gehen, das Ehrenamt auch an der Stelle wieder attraktiver zu machen.
Ich mein, ich kann nicht verstehen, wenn Du sagst, sag mal, eigentlich kann's nicht sein, aber unsere Gesellschaft ist, glaube ich, im Moment so. Wir sind wir sind ja alle, also da, wenn man so den Querschnitt sich anschaut, ist ja leider so, jeder ist sehr, sehr ich bezogen. Man ist sowieso immer ichbezogen, aber ich glaub, son Gefühl im Moment ist es noch mal intensiver. Und vielleicht muss man grade dann sagen, okay, und wenn Du dann natürlich dich entsprechend einbringst und und und auch mitmachst und so weiter und so fort, dann hast Du auch vielleicht an der einen oder anderen Stelle eine Möglichkeit, dich entsprechend weiterzuentwickeln. Ja, absolut, da hast Du völlig recht.
Also wenn ich als Du jetzt grade davon gesprochen hast, da hab ich son bisschen zurückgedacht, wie ich dazugekommen bin. Ich hab hier hier in Berlin neunzehnhunderteinundneunzig die Unternehmerfrau im Handwerk gegründet. Und zwar nur, weil ich im Handwerksmagazin gelesen habe, es gibt so was. Und dann hab ich da angerufen und hab gesagt, wo kann ich mich denn in Berlin hinwinden? Und dann haben die gesagt, nee, in Berlin gibt's es nicht, aber Sie können es ja gründen.
So. Ja. Und dann hatt ich die Gründung 1 1 Vereins quasi. Das sind ja alles so Strukturen und das sind alles Dinge, mit denen Du dich dann beschäftigen musst, wo Du denkst, worauf hab ich mich jetzt hier eingelassen? Und am Ende gehst Du durch ganz, ganz viele unterschiedliche Szenarien und ja, Du siehst ja, wo ich wo ich jetzt bin und ich bin zufrieden damit, was ich mache und das macht mir super Spaß.
Aber frag mich mal, ich hätte damals, ich glaub, ich war, weiß ich nicht, 26 oder so, hätte ich nicht damit gerechnet, wenn Du Ja, schön, na klar. Du Ich werd mal Handballskamerpräsidentin. Ja gut, das Gut, kann man sich natürlich vorstellen, aber man man redet auf jeden Fall nicht laut drüber, zumindest mal nicht, wenn's nur noch 10, 15 Jahre hin ist. Ja, aber ich glaub schon, dass das Ehrenamt auch, genauso wie's Handwerk auch an sich natürlich auch, viel mehr von sich reden machen kann, viel mehr doch die Vorteile nach vorne bringen kann und und auch die Möglichkeiten. Und und da ist einfach viel Potenzial, was wir wahrscheinlich manchmal und da schließ ich mich mit ein, mit meinem Gewerbe oder mit meinem Gewerk auch, was wir einfach manchmal nicht erkennen oder gar nicht mehr realisieren, weil für uns das schon oft zu normal ist, ne.
So und deswegen sind auch da oft so diese Impulse von außen einfach noch mal auch wichtig tatsächlich. Und das hab ich auch damals in dieser Runde dann gemerkt, auf einmal sagen sie, ja, ja. Und dann könnten wir ja mal son 'n Steckbrief machen und dann könnten wir mal genau beschreiben, was dann wie und wo und keine. Ja, und das sind so die Sachen, heute müssen wir's digital machen, müssen Interviews natürlich sein und irgendwelche O-Töne und wie auch immer. Aber ich glaub schon, dass man da, dass man, wenn man die richtigen Leute natürlich anspricht, dann mit der richtigen Energie und mit der richtigen Ansprache auch für das Ehrenamt genau über sonen Weg dann noch mal richtig werben kann.
Nehme ich auf jeden Fall mit, Süße. Also insofern gute Idee und wir werden das mal bei uns im Vorstand mal diskutieren und vor allem werden wir mal eine Strategie überlegen, wie wir damit umgehen können. Ja, sehr gut. Gut, dass wir das hingekriegt haben, Cola. Ja, und wenn ich son bisschen zum Abschluss kommen muss leider jetzt, Wir haben am Ende immer 2 Fragen, die ich stelle.
Und zwar einmal die Frage, was so dein Tipp für alle Handwerkerinnen und Handwerker da draußen ist und und dein ja dein Hack quasi, den Du den Zuschauerinnen und Zuschauern einfach mitgeben möchtest. Ich glaube, das was was mich am meisten umtreibt, ist, dass wir alle miteinander Vorbilder sein sollten, weil ich glaube, dass 'n Teil dieser dieser Thematik, dass wir eben junge Menschen fürs Handwerk gewinnen müssen, einfach auch daran liegt, wie wir selber als Vorbilder eben auch son Stück weit sind. Und da meine ich jetzt nicht so das, was man so früher unter Vorbildern verstanden hat, vielleicht nur vor 20, 30 Jahren, sondern es geht darum, Handwerk wirklich zu leben, zu leben und zu lieben und zu durchleben und dass dass man damit eben 'n super Vorbild ist für andere, zu sagen, das würde ich aber ausprobieren wollen. Ja, das ist sehr gut. Ja, und die abschließende Frage, wie siehst Du denn die Stellung des Handwerks in der Gesellschaft aktuell?
Ist das von der Positionierung her akzeptabel oder okay oder sollte sich das verändern? Es es muss sich definitiv verändern. Es sollte sich nicht verändern, es muss sich verändern und ich glaube, Du und ich, wir wissen, dass wir daran auch nur jeden Tag arbeiten können, weil was die Menschen, glaub ich, da draußen nicht verstehen ist, es geht nicht nur darum, ob das Handwerk ein Problem damit hat, wenn das Handwerk leise stirbt, sondern unsere Gesellschaft, wir alle, jeder von uns hat ein Problem, weil Handwerk eben so vielfältig ist. Und deswegen angefangen bei unseren Gesundheitshandwerken über die Lebensmittelhandwerke bis hin zu ja zur täglichen Versorgung und natürlich auch allem, was wir im Bau- und Ausbaubereich und so weiter haben und das Thema Klima, was wir vorhin angesprochen haben. Wenn es das Handwerk nicht mehr gibt oder nur noch so vereinzelt gibt und wir immer weniger werden, dann haben wir ein Problem und das alle gemeinsam und nicht nur das Handwerk.
Definitiv. Das ist so. Sehen wir ja gut im Film ne, wenn nachher alle nur mit dem Lendenschutz dastehen. Ja. Ja, Corona, herzlichen Dank, dass Du hier gewesen bist.
War sehr kurzweilig und ich glaub, wir haben 2 wichtige Themen vor allen Dingen jetzt grade beackert, die jungen Leute und eben das Ehrenamt. Und da müssen wir noch 'n bisschen mehr tun in den nächsten Jahren, aber es ist wichtig, dass wir viel drüber sprechen und das in die Transparenz bringen, ne. Und dafür sitzen wir hier. Deswegen herzlichen Dank, dass Du hier gewesen Hat mich sehr gefreut. Ich danke dir.
Es war echt super kurzweilig und hat mich sehr gefreut. Danke dir. Ja, das war Corona Zart hier bei uns zu Besuch und wir sehen uns bald wieder. Bis dann.