Cover: Vom Studienabbruch zur Meisterschule: Wie Emil Sowa im Handwerk seinen Weg fand

Vom Studienabbruch zur Meisterschule: Wie Emil Sowa im Handwerk seinen Weg fand

2. Juni 2026 21:14 Min. Zu Gast: Emil Sowa
0:00 21:14

Worum es geht

Emil Sowa hat nach zwei abgebrochenen Studiengängen bewusst den Weg ins Handwerk gewählt – und dort Sinn, Verantwortung und Zukunft gefunden. In dieser Folge von "Handwerk spricht" erzählt der Elektrotechniker aus dem Bereich Energie- und Gebäudetechnik, warum ihm das Studium zu unkonkret war, was ihm die Ausbildung gab und weshalb er heute die Meisterschule besucht und seine Selbstständigkeit plant. Ein offenes Gespräch über Bildungswege, Karrierechancen und die Frage, warum Handwerk kein Plan B ist.

Das nimmst du mit

  • Handwerk kann eine bewusste Karriereentscheidung sein und muss keine Notlösung nach einem Studienabbruch bedeuten.
  • Wer Praxis, konkrete Aufgaben und schnelle Verantwortung sucht, findet in der Ausbildung oft mehr Orientierung als im Studium.
  • Elektrotechnik mit Photovoltaik und erneuerbaren Energien ist ein Zukunftsfeld mit echten Perspektiven.
  • Der Meisterbrief eröffnet Wege zur beruflichen Weiterentwicklung und Selbstständigkeit – schon mit Anfang 20.
  • Das Handwerk braucht mehr Sichtbarkeit und echte Einblicke, um für junge Menschen attraktiver zu werden.
Aus dieser Folge
Webinar zum Thema Nachfolge
Webinar zum Thema Nachfolge →
EmpfehlungAnzeige
Greif kostenfrei auf meine App zu!
Ansehen →
Als Artikel lesen
Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

Die wichtigsten Antworten

Warum hat Emil sein Studium abgebrochen?
Ihm war das Studium zu unkonkret. In der Ausbildung fand er dagegen sofort Sinn und Richtung durch die praktische Arbeit.
Was macht Emil Sowa heute beruflich?
Er ist Elektrotechniker im Bereich Energie- und Gebäudetechnik, besucht die Meisterschule und plant seine Selbstständigkeit.
Für wen ist diese Folge besonders interessant?
Für junge Menschen zwischen Studium und Ausbildung sowie für Eltern, Betriebe, Ausbilder und Handwerkskammern, die die Karrierechancen im Handwerk verstehen wollen.
Ist Handwerk laut Emil ein Plan B?
Nein. Emil sieht Handwerk ausdrücklich nicht als Notlösung, sondern als attraktiven Karriereweg mit Zukunft und Verantwortung.

Zu Gast

Elektrotechniker im Bereich Energie- und Gebäudetechnik, Meisterschüler

Emil Sowa fand nach zwei abgebrochenen Studiengängen seinen Weg in die Elektrotechnik. Heute arbeitet er im Bereich Energie- und Gebäudetechnik, besucht die Meisterschule und plant seine Selbstständigkeit.

Folge teilen

Transkript

Herzlich willkommen bei Handwerk spricht. Heute haben wir Emil Sova hier zu Gast. Emil, schön, dass Du da bist. Hallo. Emil, ich hab mal 3 Thesen für dich vorbereitet, wo ich gespannt bin, wie Du drauf reagierst.

Und zwar ist die 1. These, Handwerk ist kein Karriereweg mehr. Es ist nur noch ein Plan B für alle, die kein Studium machen. Finde ich persönlich sehr spaßig. Gerade im Handwerk kann man besonders früh anfangen, die Karriere zu starten.

Entsprechend finde ich das blöd, aber darauf können wir vielleicht auch noch ein bisschen tiefer eingehen im Verlauf des Gesprächs. Sehr gerne. Die 2. These, der Meisterbrief und alte Traditionen brennen das Handwerk aus, anstatt es voranzubringen. Nein, überhaupt nicht.

Grade, dass es so solche Abschlüsse gibt wie den Meister und den Gesellen. Ich find, also für mich persönlich find ich das sehr anstrengendswert, 'n Meistertitel zu erreichen. Ich bin auch grade drüben in der Handwerkskammer und und versuche eben diesen Meistertitel zu erreichen. Ich find das sehr toll, dass es das noch gibt. Sehr gut.

Die 3. These ist, das Handwerk hat kein Nachwuchsproblem, es macht sich selbst einfach zu unattraktiv für junge Menschen. Also das Handwerk hat 'n Nachwuchsproblem und macht sich vielleicht in verschiedenen Bereichen auch unattraktiv, aber das liegt nicht am Handwerk selber, sondern vielleicht an der Art und Weise, wie das Handwerk in der Öffentlichkeit vertreten wird auch. Dadurch, dass wir so viele ehemaligen Akademiker haben, die über ihren Karriereweg große Erfolge erzielt haben und das vielleicht in ihren Kindern auch versuchen, weiterzutragen. Ab an sich find ich das Handwerk sehr attraktiv aus eigener Erfahrung heraus.

Ja, Emil, danke schon mal für das Feedback zu den 3 Tagen. Sehr gerne. Dann stell ich dir doch kurz vor, Emil, Du bist Elektrotechniker im Energiebereich und Gebäudetechnikbereich. Bist in Anstellung dort unterwegs. Mhm.

Und wir sprechen heute über die verschiedenen Bildungswege, deswegen sagtest Du doch eben eingangs schon, dass wir auf dem Vergleich doch noch mal sprechen werden und setzen das mal so im Vergleich zum Studium und gehen da dann auch noch mal tiefer drauf ein. Aber tut mir doch den Gefallen und dich doch selber doch mal kurz ausführlich vor und sag uns doch mal, wie bist Du Elektrotechniker geworden? Oh, das ist eine spannende Geschichte. Ich bin 23 Jahre alt. Ich hab jetzt vor 4 Jahren 2021 mit der Ausbildung bekommen zum Elektrotechniker sehr spontan.

Ich hatte schon immer 'n Draht zum Handwerk. Ich komm aus 'ner Künstlerfamilie und hab nach meinem Schulabschluss, ich hab 'n Abitur gemacht 2018, erst mal angefangen, Auftragsarbeiten zu malen. Also hab hab früh mit dem Antrag angefangen. Hab dann aber gemerkt, dass das son bisschen zu unkonkret war und zu hau drauf einfach drauf los gemacht. Hab zweimal angefangen zu studieren.

Das 1. Mal war 'n Kombibachelor aus BWL und Kunstgeschichte, den hab ich nachm ersten Tag abgebrochen. Hab mich dafür entschieden, doch lieber Bilder zu malen und zu verkaufen, anstatt das zu lernen. Mhm. War eine blöde Idee.

Dann hab ich noch mal 2 Jahre später angefangen, Life Science Engineering zu studieren. Das ist 'n Mix aus Biotechnologie und Pharmazie. Hatte da relativ viele Labortamine, sehr spannendes Fach. Man kann sehr viel darüber lernen und sich wahnsinnig da reinfuchsen. Hab aber gemerkt, dass es mir im Studium zu unkonkret war.

Ich wusste nicht so genau, ich lern wahnsinnig viel Chemie, Biologie, Physik. Ich mach Sachen und die haben auch Spaß gemacht und waren interessant, aber ich wusste nicht, wo ich damit am Ende lande. Und dann hab ich auch damit aufgehört, erst mal wieder weiter gemalt, aber gemerkt irgendwie, hat das jetzt nicht Hand und Fuß, hier einfach so zu malen. Ich muss irgendwas machen und wollte dann eine Ausbildung beginnen als Tischler. Ich hatte 'n spannendes Gespräch mit 'nem Mentor tatsächlich.

Jetzt schweif ich 'n bisschen aus, aber es ist vielleicht ganz spannend. Der hatte mir damals geraten, es wird keinen einen richtigen Beruf mich geben. Ich lebe 80 Jahre lang oder 100 Jahre lang. Ich werd davon 40 bis 50 Jahre arbeiten. Es ist 'n bisschen Irrglaube zu denken, dass man einen Beruf findet, der in sein Leben lang bleiben wird und einem sein Leben lang Spaß machen wird.

Und dann hab ich mir da son bisschen Gedanken gemacht und überlegt, ja gut, wie kann ich denn irgendwie vielleicht mehrere Berufe aufeinander aufbauen, sodass es nicht immer irgendwas komplett anderes ist, aber halt 'n bisschen mit drin ist. Und dann hatte ich mir überlegt, na gut, ich hab jetzt hier mit der Malerei angefangen und das ist son bisschen, wo ich herkomme. Mich interessiert aber auch die Architektur, mich interessiert das Bauingenieurwesen, mich interessiert auch erneuerbare Energien. Und dann habe ich mir son bisschen den Plan gemacht, gut, ich fang vielleicht mit 'ner Tischlereiausbildung, geh dann von der Tischlereiausbildung in die Innenarchitektur, von der Innenarchitektur in die Architektur, dann ins Bauingenieurwesen und dann zu den erneuerbaren Energien. Also son ganz langen Plan hab ich gemacht.

'N langer Lebenslauf. Ja, langer Lebenslauf und am Ende wollt ich auch noch als Dozent andere Leute weiterbilden und hab mich dann entsprechend auf die Suche gemacht nach 'nem Ausbildungsplatz für die Tischlerei. Und bin dann son bisschen durch mein Viertel gelatscht. Und das war zur Coronazeit und da war der Bilder, also ich hab Bilderrahmen, wollt ich wollt ich herstellen und da daraus die Tischlerausbildung machen. Und da hatte natürlich keiner Geld für Bilder oder Luxusartikel zur Coronazeit.

Heißt, ich wurde weitergeschickt zu größeren Tischlereien in 'nem Gewerbepark, durch den ich durchgelaufen bin. Und da gab's 8 Tischlereien und keiner hatte 'n Platz. Und da war ich schon relativ geknickt und bin rausgegangen und bin dann noch an 'nem Lager vorbeigegangen an 'nem Lagerhof und hab da einen Herren, der grad die Tore abschloss gefragt, was die denn machen würden. Und er meinte, ja, wir sind hier 2 Unternehmen und die einen bauen Solaranlagen und die anderen bauen Funkmasten. Na ja, Solaranlagen, okay, das war 'n bisschen weiter hinten auf meiner Liste, aber ist auch ganz spannend.

Ich geh mal rein, ich erkundige mich mal, wie's da aussieht. Und dann führte das eine zum anderen. Ich ging rein und hab nachgefragt und hatte mein Vorstellungsgespräch. Und so ging das dann los. Ich hatte im im Vorstellungsgespräch noch erwähnt, dass ich gern Tischlereiausbildung machen würde.

Und mein späterer Ausbilder, der sagte nur, ja gut, Tischlerei haben wir jetzt nicht zu bieten, aber wir suchen tatsächlich zum ersten Mal eine Auszubildende für die Elektrotechnik. Und ich hatte darüber bisher nicht nachgedacht. Ich hatte Elektrotechnik in der Schule. Ich fand's sehr langweilig, aber dachte mir, gut, warum nicht? Solaranlage ist das irgendwie son bisschen, ich komm hier raus, ich fahr vielleicht hoffentlich durch Deutschland.

Ich steig auf Dächer, ich seh was in der Welt und ich kann 'n bisschen was gegen die ganze Klimaproblematik unternehmen, was auch 'n Anliegen meinerseits war. Und so hab ich mich dann dafür entschieden, diese Ausbildung anzufangen als Elektrotechniker. Und so ging das so nah nach seinem Lauf. Ich hab sehr viele spannende Leute kennengelernt. Ich konnt sofort anfangen zu arbeiten.

Ich hab sofort meinen Prozess erleben können und das war letztendlich das, was mich dabei gehalten hat, diesen Job auch auszuführen, anders als in den Studiengängen, wo ich nicht so richtig wusste, wohin mit meinen Händen? Was mach ich jetzt damit? Konnte ich da direkt durchstarten und hatte immer son son Leitfaden, der mich irgendwie vorangetrieben hatte. Ja, aber eine sehr farbenfrohe Geschichte im Endeffekt, ja. Also Ja.

Da sind ja auch, wenn man das mal son bisschen Revue passieren, da ist ja ganz viele verschiedene Ideen ja auch hinter gewesen, warum Du welchen Weg dann gehst. Und da hast Du ja auch den Mentor dann auch erwähnt, der sagte, Du wirst nicht einen Beruf machen. Da könnte was dran sein. Also das ist aus meiner Sicht gar nicht so weit weg an der Stelle. Mhm.

Jetzt weiß ich ja von dir, dass Du grade zur Meisterschule gehst Ja. Und den Weg ja auch dann dann weitergehen willst. Wie ist denn die die Vorgehensweise dann danach, weil der Lebenslauf hat sich ja son bisschen umgedreht grade. Wie wie willst Du danach weitermachen? Ich hab mehrere Ideen.

Grade plane ich, meine Selbstständigkeit aufzubauen und vorzubereiten. Eine sehr spannende Geschichte. Wie gesagt, ich hab viele positive Einflüsse und Eindrücke bekommen von auch meinen meinen Chefs und auch von meinen Ausbilder und von von vielen anderen Leuten, wo ich merke, ich möchte das mal probieren, tatsächlich auch Geschäftsführer zu sein in der Firma und 'n Betrieb aufzubauen und mir 'n Team aufzubauen. Versuchen, die Mittel für 'n Team zur Verfügung zu stellen und für 'n Geschäft zur Verfügung zu stellen und mich 'n bisschen in der Welt zu beweisen in dem, was ich jetzt die letzten 4 Jahre sehr intensiv gelernt habe. Mhm.

Deine Sicherheit ist nicht verhandelbar. Wir setzen uns für sicheres Arbeiten ein, damit Du nach jedem Projekt gesund nach Hause kommst. Weil wir das Handwerk brauchen und weil wir dich brauchen. Gemeinsam machen wir das Handwerk stark. Heißt Du bleibst bleibst in dem erneuerbaren Energienbereich, Photovoltaik, das ist jetzt erst mal der der Start und ja, was sagst Du denn jetzt, wenn Du so mal alles Revue passieren lässt?

Du hast ja nun mal jetzt die Erfahrung gemacht, Studium auf der einen Seite begonnen, Du hast da reingeschaut, Du hast dann die Ausbildung jetzt gemacht, bis zum Teil in der Meisterschule. Welcher Eindruck bleibt denn bei dir, wenn Du da mal unter beiden oder ja, sind ja 2 Bildungswege, wenn man so will, wenn Du beide miteinander vergleichst? Also ich kann natürlich viel mehr sagen übers Handwerk als die über das Studium. Jetzt eine aktive Studienzeit hatte ich vielleicht 3 Monate. Deswegen möchte ich auch an alle, die studieren, ich möchte nichts Falsches sagen, ich hab 'n großen Respekt davor, wenn Leute sich hinsetzen, pauken, pauken, pauken und die Sachen selbstständig sich erarbeiten, selbstständig lernen, in die Prüfung gehen und und mit 'nem Bachelor oder mit 'nem Master abschließen.

Das hab ich hab ich großen Respekt vor. Ich hab's nicht geschafft. Für mich war einfach nur der große Unterschied in der Ausbildung, dass ich von Tag 1 anfangen konnte, das zu machen, was ich machen wollte und auch wusste, woran ich bin in dem, was ich mache. Ich konnte auch gleichzeitig schon mit meiner Ausbildung oder mit meiner Weiterbildung, wie auch immer man das nennen möchte, Geld verdienen. Ich konnte meine Eltern entlasten, was für mich auch 'n großes Anliegen war und hatte großen Spaß, auch mit den Leuten zu arbeiten.

Ich hab das Gefühl gehabt in der in der Uni und gut, das liegt jetzt vielleicht an den 3 Monaten, die ich nur verbracht habe. Ich hab auch da viele gute Kollegen kennengelernt, aber dadurch, dass man so selbstständig sich die Sachen erarbeitet hatte und nicht mit Blutschweißtränen irgendwie durch die Projekte durchgelaufen ist, hat mir son bisschen dieses als Team agieren, eine Problematik sich anschauen, an dieser Problematik aktiv arbeiten, was jetzt eine Geschichte Klimawandel ist. Insofern war die Ausbildung für mich einfach viel zielführend, hat mich viel mehr gepackt und gegriffen, meinen meinen Karriere weg vorzubereiten oder anzugehen. Und jetzt natürlich mit dem Meister will ich das noch mal und mit der Selbstständigkeit will ich gucken, wie weit komme ich jetzt selbstständig mit dem, was ich gelernt habe, hin. Ja.

Anders als es im Studium war, wie finde ich mich selbstständig rein in das, was ich machen möchte? In der Praxis, ne? Genau. In der Praxis. Das ist ja im Endeffekt dein Lebensweg.

Der hat sich ja dann so auch entsprechend ergeben, dass Du Ja. Brennen, Du willst anfassen, Du willst selber quasi die Erfahrung machen. Ja. Wenn Du so darüber nachdenkst, findest Du denn den Ausbildungsweg, den Du jetzt gegangen bist, gleichwertig zum Studio, bewertest Du das einmal? Und auf der anderen Seite, wie wie bewertet es vielleicht dein Umfeld oder die Menschen, die so in die so mit dir darüber gesprochen haben?

Sehr ausführliche Frage. Es ist lustig, weil ich das grade gerade hatte im im in der Ausbildung. Zum Thema Gleichwertigkeit ist es ja so, dass der Meister dem Bachelor gleichgestellt wird auf internationaler Ebene, weil die anderen Länder können mit 'nem Meistertitel relativ wenig anfangen. Gibt's in den meisten Ländern nicht, während's überhaupt, es überhaupt in 'nem anderen Land gibt. Und da hab ich's mit 'nem Bachelor gleichgestellt.

Ich persönlich vertrete die Meinung, dass 'n Meister sehr viel mehr wert ist als 'n Bachelor in der heutigen Zeit. Ich kenn viele meiner Freunde, die 'n Bachelor haben, aber keine Jobangebote kriegen, auch über Jahre hinweg nicht und kenne aber keinen Meister, der irgend 'n Problem hat, Ganz kurz. An Aufträge zu kommen. In welchen Berufsgruppen ist das dann, wo die keinen keinen Job kriegen? Weil ich glaub, das ist auch wichtig für alle jungen Menschen, die grade zuschauen Natürlich.

Zu verstehen, wie so die Situation auch draußen ist Ja. Tatsächlich. Also die Freunde, die es betrifft, das sind BWL Studierte, auch mit Masterabschlüssen teilweise. Ich hab 'n Kumpel, der ist Bioinformatiker, der da auch Probleme hat. Und das ist ist mein Eindruck ist und ich bin jetzt nicht so wahnsinnig gelesen, ich hab mich auch nicht so viel damit beschäftigt, aber von meinem Freund und von meinem Umfeld.

Ja kenn ich viele Leute aus verschiedenen Bereichen, die eben einfach Schwierigkeiten haben, 'n 'n Job zu finden. Ich hab auch neulich sone Studiostatistik gehört, aber da will ich jetzt keine Falschinformation verbreiten, dass sogar 25 Prozent der, ich glaub Harvard oder Stanford Abgänger Probleme haben, 'n Job zu finden. Mhm. Das ist natürlich nicht aufm deutschen Markt, das ist aufm amerikanischen, wie auch immer nur ganz klar dazu der Unterschied. Ich kenn kein Handwerker, der 'n Problem hat, 'n Job zu finden, andersrum viel eher werden die überschüttet mit mit Jobangeboten, weil sie einfach gebraucht werden grade.

Und hat da natürlich die Auswahl, will ich lieber das machen oder will ich lieber das machen oder will ich lieber das machen? Gut, ich bild mich weiter als als Meister. Ich mach mich selbstständig und die Auftragslage stellt mich auch dazu frei, das machen zu können, weil ich kann mich da reinarbeiten. Ich kann meine schon reinsetzen und kann aktiv irgendwie mir was aufbauen. Also das ist so der Unterschied, den ich aus meiner eigenen Erfahrungen heraus zu zum Studium und zum zu der Ausbildung sagen kann, sagen kann.

Ja, definitiv. Und jetzt muss man dazu ja auch sagen, dass mit den neuen Techniken, KI und Co Mhm. Ja auch, sagen wir mal, zumindest mal Teile der Berufs der Berufsinhalte ja auch unter Umständen, na ja, adäquat vielleicht auch zentriert über wenigere Personen dann demnächst auch geleistet werden können, selbst in den hochwertigen Ausbildungsberufen oder Studiengängen, die wir haben. Mhm. Und da erinnert sich schon grade einiges.

Wie ist denn so, jetzt lass uns mal kurz da bei den bei den jungen Menschen bleiben, die ihr Studium haben und Moment keinen Stelle finden. Ja. Ist denn für die der Gedanke mal aufgekommen, sich mitm Handwerk dann auseinanderzusetzen oder ist das komplett fern aufgrund des Studiums, was sie dann absolviert haben? Es ist nicht fern. Ich hatte 'n spannendes Gespräch auch am Wochenende mit 'nem guten Freund meiner Mutter, der ist Tischler und Drechslermeister, liebe Grüße an der Stelle, der mich auch noch mal darauf hinwies, dass ganz viele Studierende auch eigentlich Handwerker sind.

Also Mediziner, Chirurgen sind Handwerker. Die Liste geht so lang. Ich könnt jetzt ich könnt jetzt wahnsinnig hier aufzählen oder auch nicht es lassen, aber letztendlich ist das überhaupt nicht fern oder fern gelegen für Studierende, auch 'n Einblick ins Handwerk zu kriegen. Gerade bei mir im Betrieb, wo ich arbeite, arbeiten wir sehr eng zusammen. Also die die Architekten, die Planer, die Zeichner mit den Handwerkern arbeiten Hand in Hand, müssen Hand in Hand arbeiten, das, was auf der Baustelle passiert, besser planen zu können, besser vorausschauend zu betrachten und und zu kombinieren miteinander, dass das Handwerk und studiert zusammenarbeiten kann, natürlich.

Also würd ich schon sagen, ich ich kann's nur jedem, der studiert ist und jetzt grade keinen Job findet ans Herz legen, mal einen Einblick ins Handwerk zu gewinnen. Zumal ich glaube, dass die Kombination aus dem theoretischen Studium plus die praktische Erfahrung zum Beispiel in anderen Baustellen oder eben halt in anderen Arbeiten dazu führen kann, dass man ja durch die Praxiserfahrung dann auch noch mal einen intensiven Nachweis dann auch erbringt, dass man im Thema drin ist, ne. Dass man im Thema drin ist und ganz wichtig, durch das Experimentieren in der Praxis lernt man, also mit meiner Erfahrung lernt man, das theoretische Wissen kreativer anzuwenden und flexibler zu kombinieren miteinander und zu merken, ah, das, was ich damals gelernt habe, das hab ich im Studium vielleicht gar nicht, ich kann's nicht sagen, aber ich hab mich lang studiert, aber ich hätte niemals gedacht, dass ich das mit dem so kombinieren kann oder so verbinden kann. Und jetzt aus der Praxis heraus hab ich gelernt, dass ich das anders betrachten muss oder wie auch immer. Und grade durch das mit den Händen erarbeiten für mich ist es, kann man dieses theoretische Wissen so so wahnsinnig umfangreich noch mal verinnerlichen.

Also nach dem Studium ist es in der Regel ja so, grade wenn man in diesen kaufmännischen Berufen, Betriebswirtschaft und Betriebsmanagement und wie auch immer, also grade wo's viel Zahlen geht, Man kommt ja in der Regel dann von der Uni und hat ja noch Man hat zwar gelernt, man man kann sich in diesen Materie natürlich extrem gut dann bewegen. Ja. Auf der anderen Seite ist aber auch so, dass einem tatsächlich so dieses Gewerk fehlt, dieses dieses dieses was kann ich denn jetzt tatsächlich, ne? So dieses wo geh ich jetzt raus und wo kann ich jetzt mit dem, was ich jetzt weiß, die Welt retten, so. Ich kann mir schon vorstellen, dass das zumindest mal eine Option sein darf, darüber nachzudenken, wenn man dann ausm Studium kommt, man findet nichts Adäquates auf Anhieb Ja.

Dass man dann wirklich mal sagt, okay, jetzt schauen wir uns doch mal die Berufe an und vielleicht ergibt sich ja dann durch die durch die Hands on Mentalität, durch dieses praktische Arbeiten dann an an an den Sachen, wo man dann auch in dem Gewerk dann unterwegs ist, dann sogar noch die Möglichkeit, in den Betrieben dann entsprechend zu wachsen, weiterzukommen oder dann eben so wie Du es jetzt machst, eben halt auf dem mit dem mit der Erweiterung sich dann entsprechend in dem Bereich dann selbstständig zu machen, ne? Also Ja. Aber dafür muss halt eine gewisse praktische Erfahrung da sein, denn man muss den Arbeitsalltag verstehen. Ja. Wenn man den Arbeitsalltag versteht, dann kann man natürlich sonen Du es jetzt Dust, ne.

Ja. Jetzt bist Du ja eher noch sehr jung, ne. Du hast ja schon 'n ganz konkreten Plan, das heißt Du gehst jetzt zur Meisterschule. Willst Du dich zeitnah dann selbstständig machen oder ist das für dich son Plan, wo Du sagst, okay, ich brauch jetzt son paar Jahre Erfahrung dann vielleicht auch auf dieser Meisterebene Mhm. Und werde dann eben mal noch 'n bisschen warten und starte dann in die Selbstständigkeit?

Wie ist da dein Plan? Ich bin vom Typ her Kopf durch die Wand. Mhm. Ins kalte Wasser spring. Ich brauche diese Herausforderung oder will diese Herausforderung, weil ich daran besonders wachse.

Ich hab in diesen langen, kurzen 4 Jahren, die ich das jetzt mache, viele Male diese Schritte erlebt, dass mir Verantwortung zugetragen wurden, wo ich im ersten Moment dachte, oh, das krieg ich das hin. Mhm. Bisschen schwierig. Ich bammel 'n bisschen, aber ich versuch's mal. Ich forder mich selber heraus.

Und die meisten Sachen davon sind auch einfach gut gegangen oder ich hatte Glück oder wie auch immer. Manche Sachen sind natürlich auch nicht gut gegangen. Aber jedes Mal hab ich gemerkt, okay, ich bin 'n Schritt weiter gewachsen und ich hab dazugelernt und ich hab neue Person kennengelernt. Ich hab neue Fähigkeiten oder Fertigkeiten erworben. Was natürlich auch 'n ganz wichtiger Punkt ist, dieses Personen Kennenlernen, auch grade für Studienabgänge, die dann in die Praxis eintauchen und und Personen kennenlernen, die das vielleicht schon seit 20 Jahren machen oder seit 30 Jahren machen und drinstecken und einem dann sagen kann, ah, ich sehe, wo Du grade bist.

Du bist 'n junger Typ oder bist 'n mittelalter Typ, aber ich sehe, Du hast da Interesse. Pass mal auf, ich hab's so gemacht und ich nehm dich mal mit oder guck dir das mal an. Also ganz viele, ganz viele Wegweiser hab auch ich kennengelernt und weiß, dass dass ich 'n gutes Umfeld habe, eine frühe Selbstständigkeit zumindest mal zu probieren. Und wenn's scheitert, dann scheitert's, aber ich will diese Herausforderung. Ich brauch die Herausforderung, so.

Ja, sehr gut. Emil, wir sind schon am Ende unserer Folge heute. Ja. Ich hab auch noch eine ab eine abschließende Frage an dich. Und zwar, wenn Du heute die Macht hättest, das Handwerk mit nur 1 radikalen Entscheidung zu verändern, welche Entscheidung wäre das?

Mehr gesunde Konkurrenzkämpfe im Sinne von Wettkämpfe, die bepreist werden mit Betriebsurlauben oder neue Betriebsausstattung. Also innerbetrieblich meinst Du jetzt, ne? Du bist jetzt grade Ich mein tatsächlich national. Mhm. Okay.

Es ist 'n bisschen schwierig, weil im Handwerk wird sehr viel hart gearbeitet und ich will nicht, dass die Leute, die sehr viel hart arbeiten, jetzt das Gefühl kriegen, sie müssen noch mehr und noch härter arbeiten, irgendwie 'n Nutzen zu erfüllen. Worum's mir dabei eher geht, ist, dass eine öffentliche Präsenz oder eine Medien Medien stattfindet, dass den Leuten, denen das vielleicht nicht so bewusst ist, aufgezeigt wird, wie viel im Handwerk passiert, wie viel geschafft wird, wie viel einzelne Leute arbeiten und das in öffentlichen Wettkämpfen. Schauen Sie mal, der Betrieb hat dieses Jahr so viel geschafft und das bedeutet für den einzelnen Mann so viel Ja. Dass die Leute 'n Bewusstsein dafür entwickeln, wie wie hart dieses Handwerk ist und wie hart gearbeitet wird, all die Sachen zu realisieren, die man vielleicht am Ende gar nicht sieht. Also die Elektrotechnik ist ist 'n Bereich, den sieht man im besten Fall nicht, den riecht man im besten Fall nicht, den schmeckt's im besten Fall nicht, den feste nicht an, weil das alles unter den Wänden, unterm Boden oder sonst wo passiert.

Und es hilft vielleicht der Öffentlichkeit oder dem Handwerk ganz besonders, wenn die Öffentlichkeit darauf aufmerksam macht, was alles passiert von dem, was man eigentlich gar nicht sieht. Ja, ist 'n sehr guter Gedanke. Ich versteh genau, was Du meinst. Mehr Wettbewerb, mehr Kommunikation dann damit nach außen, mehr Transparenz und damit mehr Sichtbarkeit und Attraktivität, die auch bezahlt wird, ne? Ja.

Ja. Sehr gute Idee, sehr guter Ansatz. Danke schön für Emil, schön, dass Du Du Du bist. Das war Emil Sova hier bei uns in Berlin im Studio heute. Schönes Sie angeschaltet haben, bis bald.

Mehr von Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast! Alle Folgen als zitierfähige Episodenseiten