Markus Müller - Mitgründer und Geschäftsführer
Worum es geht
In dieser Folge von HandwerkSpricht ist Markus Müller zu Gast, Mitgründer und Geschäftsführer eines digitalen Unternehmens, das Azubis online bei ihrem Berichtsheft unterstützt. Er erzählt von seinem Werdegang, seiner familiären Nähe zum Handwerk und wie er schließlich zum Bereich der Ausbildungsdokumentation kam. Ein inspirierendes Gespräch über den Weg vom Handwerk zur digitalen Lösung.
Das nimmst du mit
- Ein persönlicher Bezug zum Handwerk kann der Ausgangspunkt für eine eigene unternehmerische Idee sein.
- Die digitale Ausbildungsdokumentation zeigt, wie klassische Handwerksthemen sinnvoll digitalisiert werden können.
- Der Werdegang von Markus Müller macht deutlich, dass Spezialisierung auf eine konkrete Nische tragfähig sein kann.
- Die Folge liefert Impulse für alle, die im Handwerksumfeld eigene Wege gehen wollen.
Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!
Die wichtigsten Antworten
Zu Gast
Markus Müller ist Mitgründer und Geschäftsführer eines digitalen Unternehmens, das Azubis online beim Führen ihres Berichtshefts unterstützt. Er hatte auch in seiner Familie immer mit dem Handwerk zu tun und entschied sich schließlich für den Bereich der Ausbildungsdokumentation.
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Transkript
Herzlich willkommen zu Handwerk spricht, Ihre Sendung, die Wirtschaft, Gesellschaft und Politik mit den Handwerkverbindet. Und heute haben wir hier zu Gast Markus Müller. Hallo Markus, schön, dass Du den Weg nach hier gefunden hast. Aber so weit hat es das ja gar nicht, hab ich jetzt eben schon im Vorgespräch gehört. Markus, ich hab eben schon von dir ganz viele Punkte erfahren, die auf jeden Fall wichtig sind, dass wir die heute noch mal oder jetzt hier noch mal wiederholen an der Stelle sagen.
Will ich dir gar nicht vorgreifen, stell dich bitte selber vor und erzähl uns doch mal so deine Meilensteine. Ja, mein Name ist Markus Müller. Ich bin heute hier als, ja, Mitgründer der Subido GmbH. Ist 'n digitales Berichtsheft für Auszubildende. Ja, die Berichtsheft App, die ja grad auch im Handwerk sehr beliebt ist.
Ja, meine meine Vorgeschichte dazu oder wie's dazu kam, das war also die Sache, wo wir grad auch schon 'n bisschen drüber gesprochen haben. Also abgesehen davon, dass ich familiär schon den handwerklichen Background hatte. Also mein Vater hatte 'n Baugeschäft und ich hab auch als Teenager schon, ja, entsprechend meine Sommerferien immer auch entsprechend mit mit Handwerk verbracht und bin auch sehr froh, dass ich da sehr viel mitbekommen hab, ja. Und dann hat sich's irgendwie so gefügt, also als als ich dann später studiert hab, eher so im Bereich Medien, dann Film, Filmakademie in Baden Württemberg, danach eine Agentur gegründet mit 'n paar Leuten. Und wir waren relativ schnell in dem Feld, ja, Ausbildungskommunikation.
Also ich hab schon während dem Studium 1. Berührungen gehabt, da habe ich damals für die Handwerkskammer für das 1. Azubi TV son bisschen das das Grundkonzept entwickelt damals. Und später haben wir dann mit der Agentur für Berobi, das war sone ja, Berufsinformationsplattform von Schulen ans Netz für ganz viele Berufe, die Aufbereitung gemacht und dafür auch 'n Kreml Online Award bekommen damals. Also waren so die Ersten, die praktisch ja, ich sag mal, Berufe mit Videos dargestellt haben, ne.
Heute ist es ja quasi Standard, aber da waren wir quasi so, ja, absolute Vorreiter. Ja, Du sagst Standard, eine Sicherheit ist das oder muss das der Anspruchsstandard Standard ist. Aber wo ist denn heute, wo siehst Du denn den die Anlaufstelle, die Zentrale im Moment? Grade wenn wir sagen, wir wollen da die Transparenz reinbringen, wir wollen's wirklich für die jungen Menschen so richtig zugänglich machen. Wo siehst Du im Moment die seriöseste Quelle, wirklich alle Informationen her zu bekommen?
Ja, das ist tatsächlich schwieriger geworden, würd ich sagen, ne. Also das Internet hat ja, ist ja an allen Ecken und Enden gewachsen in alle Richtungen. Da sind natürlich einerseits, sag ich mal, so die die die öffentlichen Anlaufstellen, ne, jetzt, was weiß ich, Arbeitsagentur oder eben auch die Verbände und Kammern. Andererseits sind natürlich viele private Anbieter in dem Markt, ne, die sich die eben dann da die Lücken füllen, ne. Und tatsächlich glaube ich, dass man sich heute son bisschen die die die Info Bits zusammensuchen muss, ja.
Weil natürlich erfährt man auf vielen Webseiten, was man letztendlich verdient und vielleicht auch so 3 Stichworte, was denn jetzt in der Ausbildung gefordert ist. Aber sich wirklich 'n Bild machen zu können, reicht das halt oft nicht, ja. Ist eigentlich schade, ne. Denn grade grade, Du bekommst ja aus der Landschaft der digitalen Medien und und der Medien ja Landschaft ja an sich. Und irgendwie war das ja auch son bisschen der Tenor, den wir auch eben im Vorgespräch hatten, wo man einfach denkt, ja gut, wir haben so viele Möglichkeiten, wie so viele Quellen, aber so richtig so die eine topaufbereitete, absolut durch und durch seriöse Quelle gibt's im Moment gar nicht, ne.
Eigentlich tatsächlich Ja, ich mein, der der Trend ging natürlich auch früh schon dahin, also ne, mit meiner mit meinem folgenden Unternehmen haben wir ja im Schwerpunkt Ausbildungskommunikation gemacht, ne. Vor allem auch für Handwerksverbände, also so Kampagnen wie Buckle deine Zukunft vom vom Bäckerhandwerk. Die hab ich 10 Jahre an mit meinen Ideen geprägt. Die Azubiskampagne vom Elektrohandwerk hab ich ja auch, ja, 6, 7 Jahre lang komplett mehr oder weniger betreut mit meinem Team. Und da sind natürlich dann schon so Welten entstanden, wo man sich eben, sag ich mal, wirklich breit informieren kann, ne.
Wo man einerseits die Social Media Ebene hatte, eben, sag ich mal, erst mal Lust zu Interesse zu wecken. Dann praktisch eine Webseite, also ich hab immer gesagt, das ist der Hafen, wo man letztendlich hinkommt, ne. Also es bringt nichts, eine Kampagne zu machen, wenn man nachher keinen keinen Ort hat, wo man die Leute eben hinleitet, ne. Das, was Du ja auch sagst, dass man ja auch sich informieren können soll. Und ja, solche Häfen haben wir für diverse Gewerke gebaut über die Jahre in verschiedenen Konstellationen.
Und das hat auch hat auch gute Erfolge gezeigt. Also zum Beispiel im Elektrohandwerk ist natürlich jetzt auch 'n Gewerk, das vom Berufsbild her natürlich auch, sage ich mal, zeitgeistig ist, ne, oder zeitgeistiger als andere vielleicht. Da haben wir es wirklich geschafft, über die 6, 7 Jahre hinweg jedes Jahr 'n Plus an Azubis aufm aufm aufm, also zu erreichen. Und das ist natürlich keine Selbstverständlichkeit gewesen, wo man ja eigentlich weiß, dass so insgesamt im Handwerk die Azubizahlen ja runtergehen, was viele Gründe hat, ne. Also einerseits sicherlich auch jetzt zum Beispiel in dem Bäckerhandwerk, was 'n wunderschönes Handwerk ist, ne, wo auch wunderbare Produkte entstehen und wo's auch wahnsinnig tolle Leute gibt, die eigentlich mit Leidenschaft dabei sind, kann man natürlich auch nicht von der Hand weisen, dass da einfach auch teilweise die Bezahlung zu schlecht ist, ne, und dass irgendwie auch die, wie soll ich sagen, die Nachtarbeit jetzt auch nicht jedermanns Sache ist und so weiter, ne.
Aber ich glaub, das sind alles gar nicht die Probleme vom Handwerk, sondern dass das hauptsächliche Problem, glaube ich, in Richtung der Jugendlichen ist, dass es son, ja, ich sag mal, irgendwie sone Art Stigma gibt, ne. Also es gibt son son unterschwelliges Vorurteil und Generationen von Eltern haben gedacht, ihre Kinder müssen studieren, damit aus ihnen was wird. Sie müssen es mal besser haben. Ja, dass sie es mal besser haben und haben das den den eingetrichtert, Lehrer ticken oder Lehrerinnen ticken oft genauso, ja, und haben auch dieses Mantra. Also ich hab auch ehrenamtlich einige Jahre in Stuttgart und Gymnasium immer so das Thema Selbstständigkeit vorgestellt bei so in sonem Studienvorbereitungsumfeld.
Und ich hab mich immer drüber geärgert, die haben nicht einen einzigen Handwerksbetrieb eingeladen oder irgendwas, ne. Die laden dann halt, was weiß ich, Leute ein, die 'n Studiengang vorstellen, ja. Und ich hab auch was gesagt zum Thema Selbstständigkeit, aber so, dass man überhaupt auf die Idee käme, da jemanden einzuladen, der praktisch sagt, hey, Handwerk ist für viele eigentlich die viel bessere Option, ne, die jetzt nicht in der Theorie verhaftet sind, sondern lieber anpacken und eben auch gerne 'n Ergebnis von dem sehen, was sie machen, ja. Und eben auch gerne 'n Ergebnis von dem sehen, was sie machen. Ja, und das das das ist schon das ist schon krass, wieder wieder einfach sone, ja, son son Bild irgendwo in die Köpfe gesetzt wird, was einfach mit der Realität wenig zu tun hat, glaub ich.
Ja, definitiv. Na ja gut, und jetzt hast Du diese ganzen Erfahrungen gesammelt und jetzt hast Du ja eigentlich dafür gesorgt mit dem mit dem neuen Projekt, was Du grade machst, dass die jungen Menschen zumindest mal eine Hürde etwas leichter nehmen können. Ja. Also ich mich selber noch an meinem Berichtsheft erinnern. Ich durfte das damals mit Excel machen.
Ich sag heute nicht, wie ich's gemacht hab. Weil das war natürlich kein richtiges Berichtsheft, was ich geführt hab, sondern ich hab irgendwann am Stichtag natürlich das ganze Ding einmal durchgehauen und dann war fertig, ne. Und Du hast eine neue Lösung entwickelt, eine 1 App, die aufm Handy dabei ist und erzähl uns mal son bisschen darüber, was dich a dazu bewogen hat, einmal das zu machen. Wahrscheinlich hab ich grad schon 'n paar Sachen gesagt, die dazugehören. Und zum anderen, welche Eigenschaften bringt so ein Tool mit sich, damit es wirklich für die Leute sowohl auf der Seite der Ausbildung und das Auszubildende dann entsprechend angenehmer wird?
Ja, gut, was hat uns dazu gebracht? Ich meine, wir waren natürlich in sehr enger Zusammenarbeit mit mit unseren Handwerksverbänden, ne. Und tatsächlich ist das Thema digitales Berichtsheft ist ja seit 2017 in Deutschland, ne. Offiziell darf man ja so ein Berichtsheft digital führen so. Und ich würd mal sagen, so ein, 2 Jahre danach kam das Thema dann auch bei uns so auf.
Damals auch in in Kooperation eben auch mit dem Bäckerhandwerk, wo wir ja sehr eng zusammengearbeitet haben immer, kam dann sozusagen auch dieser Bedarf auf. Und damals hat man dann geguckt, was gibt's am Markt, ne. Da gab's ein, 2 Lösungen, eine, die auch so mit öffentlichen Geldern gefördert war und Aber die, ja, das das Feedback, was wir bekommen haben oder so die Infos, die wir bekommen haben, war halt so, ja, das das das gibt's, aber das ist eigentlich nicht intuitiv und nicht gut bedienbar, ja, so. Und wir sollen auch mal schauen, ob wir nicht was Besseres finden oder so. Und dann haben wir da recherchiert und haben uns angeguckt, was es damals eben gab.
Und wir haben ja eben auch schon über die Jahre ganz, ganz viele digitale Projekte entwickelt, ne. Also wir haben bei den bei den bei den Ausbildungskampagnen natürlich eben nicht nur die Social Media Kommunikation, die Filme und so weitergemacht, sondern natürlich auch die Websites mit den Stellenfindern, wo man dann auch Betriebe bundesweit finden konnte, ne. Und diese ganzen Prozesse und auch für die für die Verbände halt ganz viele Tools im Hintergrund gemacht bis zur Betriebsbörse, ja, Bilddatenbanken, was auch immer und so. Und ja, dann haben wir gesagt, na ja, also irgendwie das, was es gibt, das kann zwar teilweise viel, aber es ist halt überhaupt nicht anwenderfreundlich, ne. Und ich sag mal, ich finde halt 'n Tool muss halt letztendlich, ne, also ich sag mal, muss halt so funktionieren, ne.
Es muss halt einfach sein. Ich muss, ich nehm's aus der Tasche und ich weiß genau, was ich damit machen kann, ne. Also welche Möglichkeiten ich damit hab. Und ja, dann sind wir losgezogen und haben gesagt, wir können das besser und haben halt in in Kooperation eben mit dem Verband sozusagen die 1. Berichtsheft App entwickelt und haben sehr gutes Feedback bekommen.
Das wurde sehr gut angenommen und so und hatten natürlich auch eben andere Verbände, mit denen wir gearbeitet haben. Und dann war ganz schnell so, ja, das wär auch was für uns. Und dann haben wir uns 2021 entschlossen, eine Firma auszugründen und das zu 'nem eigenen Produkt zu machen. Genau und hatten dann die ersten Verbände, das komplette Lebensmittelhandwerk, Fleischer, Konditoren und so weiter und dann auch Elektro. Und inzwischen sind es noch viele weitere Gewerke, die unsere Software standardmäßig nutzen.
Und es gibt eben auch den den Software as a Service. Das heißt, seit 2 22 kann man auch einfach als Betrieb bei uns zu zu suvido d e kommen und sich quasi registrieren und die Software nutzen. Mhm. Deine Sicherheit ist nicht verhandelbar. Wir setzen uns für sicheres Arbeiten ein, damit Du nach jedem Projekt gesund nach Hause kommst, Weil wir das Handwerk brauchen und weil wir dich brauchen.
Gemeinsam machen wir das Handwerk stark. Wie viele User habt ihr da mittlerweile? Es sind viele, viele 1000, allerdings muss man da auch noch mal unterscheiden zwischen, also wir haben immer gesagt, das darf für Azubis nix kosten, ne. Also wir haben sozusagen eine kostenlose Version für Azubis. Da kann man hingehen, kann sich registrieren und kann die Software nutzen.
Und wirklich Spaß machen tut es natürlich erst, wenn der Betrieb mitzieht, ne, wenn der Betrieb die Software auch nutzt, weil erst dann gibt es natürlich die ganzen Vorteile, ne. Also digitale Unterschriften, schnelle Freigaben, die Chatfunktion und und so weiter. Und die Betriebe hängen tatsächlich noch 'n bisschen hinterher. Also wir haben ja, also weiß ich, ich glaub eine gut fünfstellige Zahl Azubis und bei den Betrieben sind wir irgendwo vierstellig, aber das wird hoffentlich besser. Wie stellt ihr denn sicher, dass ihr alle Anforderungen immer erfüllt?
Denn ich glaub schon, gibt ja Unterschiede. Ich nehm mal, die HWK ist 'n bisschen anders als IHK und dann gibt's gewisse andere Schwerpunkte dabei. Was müsst ihr da alles berücksichtigen? Und dann habt ihr natürlich noch die Bundesländer, auch noch mal unterschiedlich jeweils, ne. Wie macht ihr das?
Ja, also ich glaube so dieses Thema Föderalismus oder auch son bisschen, dass es halt in den Bundesländern halt auch noch mal variiert, das war tatsächlich 'n Thema, das wir unterschätzt haben. Also wir haben uns natürlich von Anfang an orientiert an den Vorgaben vom BIP, ne. Also was muss 'n Berichtsheft können, ne. So, das das haben wir natürlich schon praktisch von Anfang an erfüllt. Und dann merkt man natürlich, okay, da gibt's dann halt noch regional bestimmte Anforderungen, die abweichen.
Und wir sind dann einfach hingegangen und haben uns praktisch, haben geguckt, wo sind die strengsten Anforderungen im ganzen Land und sind dann draufgekommen, dass es eigentlich bei der bei der IHK im Bereich Oberschwaben der Fall ist. Da gibt's einen sogenannten Ansatz des ganzheitlichen Berichtshefts, wo man dann eben neben dem Erfassen der Tätigkeiten praktisch auch noch die laufende Nummer vom vom Ausbildungsrahmenplan mitführt und auch noch eine Selbsteinschätzung mitgeben muss, die dann wiederum vom Ausbilder gespiegelt werden kann und so. Und genau, das haben wir auch integriert als Option, ne, weil's ja nicht für für alle ja Branchen und auch letztlich auch Kammern relevant ist. Und genau, so haben wir das gemacht und ansonsten entwickeln wir die Software natürlich fortlaufend weiter und immer son bisschen mit als Pingpong zwischen, sage ich mal, dem dem Bedarf, den die Betriebe haben, den kriegen wir ja auch regelmäßig son bisschen mitgeteilt und auch Ideen, die wir selber haben oder Dinge, wo wir wissen, dass wir da noch besser werden können oder noch Schippe drauflegen können, ja. Bleibt es denn bei dem Berichtsheft oder habt ihr noch andere Entwicklungen im Hinterkopf?
Na ja, gut, ich sag mal, das wird sich natürlich weiterentwickeln und da werden natürlich auch Funktionen dazukommen. Es gibt viele, viele Themen, die uns sehr interessieren. Also ich sag mal, alles, was so die die ja Verbesserung der Ausbildung letztendlich oder die die Vereinfachung der Ausbildung betrifft, ist natürlich für uns interessant. Wir haben eine Kooperation mit 'nem E-Learning-Unternehmen aus Ulm, das zum Beispiel im Bereich SHK, wo man dann auch die E-Learning-Inhalte aus deren Umgebung dann direkt bei uns in der Software mit erfassen kann, solche Sachen, ne. Da sind wir auf jeden Fall dabei.
Ja, da würde ich sagen, einfach dranbleiben und gucken, was bei uns so passiert. Also wir haben jetzt 'n Update gehabt zum neuen Ausbildungsjahr, da sind schon viele, viele Kundenwünsche erfüllt worden worden. Und genau und jetzt sind wir grad dabei, so das Paket zu schnüren für das nächste denn generell den Einsatz von digitalen Tools in, ja, in der Ausbildung, aber auch jetzt im Handwerk generell? Wie wie wie wie wie schätzt Du das ein? Du bist auch lange genug dabei.
Du hast das schon gesehen, wahrscheinlich auch kommen und gehen sehen. Wie siehst Du aktuell die Situation? Na ja, gut, ich sag mal, insgesamt stelle ich schon fest, dass es immer mehr Betriebe gibt, die die da auch vorangehen, ne. Und die auch Tools nutzen, sei es für die ja Personalverwaltung, sei es zur ja Arbeitsorganisation, ne. Da gibt's auf jeden Fall diverse Tools.
Es gibt aber auch noch unfassbar viele Betriebe, die halt noch gar nichts machen, wenn die noch komplett, sage ich mal, Old School unterwegs sind. Und da hat man natürlich jetzt auch 'n Druck, ne. Also ich mein, einerseits bewegt sich die Welt halt in die Richtung, ne, gerade wenn man jetzt an an junge Menschen denkt. Ich mein, die haben halt, ganz ehrlich, die haben halt keinen Bock, irgendwie irgendwelche Zettelwirtschaft zu pflegen und dann irgendwie mit 'nem Ordner durch die Gegend zu laufen, ja. Und dann gibt's natürlich viele so, ich sag mal, Hardliner, ne, die so son bisschen noch noch 'n bisschen in der Vergangenheit sind, so Lehrjahre sind keine Herrenjahre und so weiter, ne.
Die dann sagen, das muss von Hand geschrieben werden, ne, aber sie selber würden ja ihre Rechnungen auch nicht mehr von Hand schreiben, ne. Also es ist son bisschen sone sone ja Doppelmoral vielleicht auch an der Stelle, ne. Und wir merken es ja eben, glaube ich, dass so unfassbar viel mehr Azubis die App nutzen als Betriebe und da ist einfach noch 'n, ne. Das heißt, die Betriebe sind oft noch ja, zurückhaltender, was die Digitalisierung oder digitale Produkte betrifft. Und ich glaube, das hat auch was damit zu tun, dass es halt auch durchaus digitale Abläufe und digitale Prozesse gibt, die halt auch echt scheiße sind, ne.
Mhm. Also die auch, sag ich mal, nicht Zeit sparen, sondern letztendlich Arbeit machen, ne. Und wenn man natürlich solche solche Erfahrungen macht, dann dann ist das natürlich auch 'n Handys, dann zu sagen, hey, ich guck mir mal andere Sachen an. Weil es gibt durchaus Tools, die wir wirklich das Leben viel leichter machen, ja. Ja, ja, definitiv.
Also ich glaub, eine 1 große Hürde ist und da wird vielleicht auch 'n bisschen zu selten darüber gesprochen, da hast Du sehr viele Anbieter im Markt. Wenn Du mit den Unternehmen sprichst, können die alles. Mhm. Als normaler Betrieb machst Du ja kein Lastenheft oder Ähnliches, also Du machst ja keine dezidierte Vereinbarung mit denen, sondern Du kaufst 1 1 1 Stück Software, also würde sagen, ein Stoff oder eine Leistung, ne, quasi dann da ein. So, wir im Handwerk wissen, das muss halt eben in 'ner guten Qualität sein, aber die Software, die man eben halt bezieht, bestimmt am Ende des Tages den Prozess, den Ablauf im eigenen Unternehmen.
Und das ist immer son Punkt, glaub ich, der der zu sonem gewissen Hemmnis einfach führt, dass eben da die Software, egal welches es ist jetzt an der Stelle, ist ja nie auf den Betrieb abgestimmt, sondern sie ist halt eben in einem optimal gedachten Laborprozess, wenn man so will in der Warnung Entwicklungsphase. Absolut. Und dann kommt's dann eben halt ins Tagesgeschäft und man merkt dann eben halt als Anwender, also als Handwerksbetrieb auf einmal, okay, das passt eigentlich gar nicht zu uns. Das muss ich quasi mein ganzes Unternehmen umbauen, eben halt dann in diesen Prozessablauf reinzukommen. Und ich glaube, das ist auch eine Hürde.
Absolut, absolut. Die son bisschen die die die Leute haben die, glaub ich, im Kopf, sie können's aber noch nicht definieren. Es ist Geld ist eine 1 Geschichte natürlich auf der einen Seite, aber ich glaube, das ist die dieses Thema Veränderung einmal wegen der Software an sich, weil man ja alles neue, die die Icons sind ja nicht mehr da, wo sie vorher waren wie bei der anderen Software. Und das nächste Kurs noch passiert, ist dann echt dieses Prozeszthema. Das das ist auf jeden Fall mir schon zweimal in meiner Karriere auf die Füße gefallen.
Also wirklich, das ist 'n großes Thema gewesen, obwohl gesagt hat, nein, super, genauso wie Ihr Leitprozess, genauso können wir's darstellen. Ist aber am Ende in den Fall nicht so, ne. Da sind wir bei der Individualprogrammierung und die Mastor ist halt weg, das Betrieb hat einfach nicht, ne. Nee, und ich sag mal auch, das ist, also ich seh das auch als als 'n ganz großes Problem, ne. Also ich sag mal überhaupt vom vom vom Bereich Softwareentwicklung.
Und das ist auch für uns tatsächlich eine ganz große Leitlinie bei der Entwicklung der App. Und zwar, es gibt, also wir haben natürlich, wenn ich jetzt sage, ne, wir wir entwickeln die Software kooperativ mit unseren Kunden und mit den Bedürfnissen der Verbände und so. Wir haben natürlich eine ellenlange Wunschliste, ne, von Dingen, die sie gerne irgendwo gesehen wären. Aber für uns ist halt ganz essenziell zu sagen, okay, ist das was, was jetzt in diesem Fall nützlich ist oder ist es was, was eigentlich für jeden nützlich ist, ne? Und da fliegen dann halt tatsächlich 95 Prozent der Wünsche halt vom Tisch, weil die halt zu spezifisch sind, ne.
Und was uns auch ganz arg wichtig ist, ne, Thema Schweizer Taschenmesser, Das Ding muss halt wirklich easy sein, ja. Und wir lassen deswegen eher Sachen weg. Also oder versuchen Prozesse so zu gestalten, dass sie halt universell nutzbar sind. Also wir haben jetzt zum Beispiel bei der neuen Version haben wir eine Notizfunktion mit drin. Ne.
So, die Notizen nix Besonderes, ne, aber es ist natürlich im Kontext von Ausbildung zu sehen. Ich kann da 'n Termin dran heften, wenn ich möchte. Ich kann da auch eine Datei mit hochladen, wenn ich möchte. Das heißt, ich kann es so nutzen, wie es für mich praktisch ist, ne. Ich kann mich an, was weiß ich, ich kann mich auf 'n Feedbackgespräch vorbereiten, mir 'n paar Gesprächsnotizen machen.
Ich kann mich nach zu einem Mitarbeitergespräch, kann ich mir noch mal 'n paar Punkte, Zielsetzung fürs fürs kommende aufschreiben. Ich kann mich an Termine ändern lassen und so weiter. Aber es ist eben sehr flexibel nutzbar, ne. Und genauso versuchen wir eigentlich alle Funktionen in der App zu gestalten, dass sie halt, dass sie einfach sind, dass man sie sofort versteht und dass sie eben universell einsetzbar sind, ne. Weil es eben in jedem Betrieb 'n bisschen anders läuft, ne.
Und das ist ja auch beim Erfassen der Berichte, bei uns im Berichtsheft ganz genauso, ne. Es gibt Tagesberichte, es gibt Wochenberichte. Es gibt Betriebe, die gerne hätten, dass man das stichwortartig macht und einzelnen Zeitangaben. Es gibt Betriebe, die möchten lieber einen kleinen beschreibenden Text haben und brauchen keine Zeitangabe und so weiter, ne. Also all diese diese Variabilität, die dann letztendlich im Detail drinsteckt, die muss die Software halt ermöglichen, ohne halt kompliziert zu werden, ohne 5000 Einstellungsparameter zu haben, ne.
Und das ist eine Herausforderung, ja. Aber das ist das ist uns das ist uns wirklich wahnsinnig wichtig bei der Entwicklung. Das Ding soll einfach sein, ne. Das das zieht man aus der Tasche und es funktioniert einfach. Das ist das Wichtigste.
Definitiv. Es muss einfach intuitiv sein und es muss in die Umsetzung auch gehen. Sag mal, Markus, hast Du für unsere Zuschauerinnen und Zuschauer vielleicht einen Hack mitgebracht, einen Tipp, den Du gerne mitgeben möchtest? Ein Hack? Ja.
Ach gut. Ich glaube, wir sind ja, wir leben ja in 1 Zeit, wo man, glaube ich, vor lauter Hacks gar nicht mehr die die einfachsten die einfachsten Lösungen sieht, ja. Also auch wenn wir natürlich 'n digitales Unternehmen sind und auch wenn ich eine App sozusagen programmiert habe oder wir als Unternehmen eine App programmiert haben, die Azubis und Ausbilder und so das Leben leichter macht. Ich glaube, der ultimative ist zwischendurch mal das Handy wegzulegen, ja. Ja, ist doch schon mal 'n guter Ansatz.
Kostet dann auch weniger Zeit, ne, in dem Moment. Ja. Hat man mehr 'n Fokus auch dann entsprechend. Genau. Genau.
Ja, sehr gut. Aber das, also noch mal auf das Bericht zurückzukommen. Also wir sind halt, also ich glaube, die App ist halt, die funktioniert offline. Ich glaube, das ist auch was, was sie unterscheidet von allen anderen Produkten auf dem Markt. Also es ist wirklich eine App.
Ne. Das heißt, man kann morgens im Bus, keinen Empfang, Handyvolumen weg, kein Problem. Ich kann trotzdem meinen Berichtsheft erfassen und was natürlich auch 'n ganz schönes Feature ist, was viele gar nicht so aufm Schirm haben. Ich kann natürlich ganz anders Berichte erfassen heute, ne. Also viele haben ja Angst, oh, jetzt ist das digital und jetzt schreibt er ausm Internet ab oder was weiß ich, ja, wobei ich das nicht wüsste, wo man Tätigkeiten googeln sollte, ja.
Also ist 'n bisschen Quatsch. Aber ich hab ja jetzt die Möglichkeit, ich hab was gemacht und kannst fotografieren. Ich kann das sofort in meinen Bericht reinhälften, ne. Ich kann sogar 'n Video machen, kann das auch in meinen Bericht reinhälften, ne. Also ich hab ja ganz andere Möglichkeiten zu dokumentieren, was ich in der Ausbildung mache, ne.
Und und das ist was, was viele gar nicht aufm Schirm haben, ne. Also es ist nicht nur einfacher, schneller, wenn ich 'n Bericht abschicke, ist da quasi eine Millisekunde bei dir, ja. Du kannst es gucken, passt, passt nicht, signieren, ablehnen, was auch immer. Es ist halt auch viel anschaulicher, ne. Also auch anschaulich so, wie es halt heute ist.
Also ich mein, die Kids haben ja immer ihr Handy in der Tasche und machen von allem 'n Foto. Warum sollen sie denn nicht 'n Foto von dem machen, was sie beruflich lernen, ne? Oder wo sie, wenn sie jetzt irgend, was weiß ich, eine Arbeit fertiggemacht haben aufm Bau oder ne oder 'n schönes Brot gebacken haben, was auch immer. Also jetzt kann man's halt dokumentieren. Ja.
Ja, definitiv. Ja, Markus, unsere Zeit geht auch tatsächlich zu Ende. Wir kommen jetzt mehr oder weniger schon zur letzten Frage. Ja. Und die ist, wo Du das Handwerk in der Gesellschaft im Moment positioniert siehst.
Wie schätzt Du das ein? Ich glaube, wir stehen an 'nem an 'nem Wendepunkt, wo vielen, glaube ich, auch grade klar wird oder klar werden sollte, dass das Handwerk eine 1, ja, ist ja quasi eine traditionelle Branche, aber auch eine mit sehr viel mehr Zukunft als viele Studiengänge et cetera, ne. Also Sprecher von KI und Co, ne. Also da gibt's wahnsinnig viele Berufe, wahnsinnig viele Prozesse, die halt in 0 Komma x automatisiert werden, ja. Aber ich sag mal, das Haus, das da draußen steht, die Leitung, die da drin ist, die bleibt da, ne.
Und die braucht einen einen einen Experten, der weiß, wie man das das repariert, wie man das erneuert und so weiter, ne. Und das heißt, im im Bereich Zukunftssicherheit, glaube ich, ist das Handwerk dieser Tage unschlagbar, ja. Also Definitiv, 'n sehr gutes Schlusswort. Handwerk ist unschlagbar. Na, sehr gut.
Halten wir so fest. Ja, Markus, schön, dass Du hier bei uns gewesen bist. Herzlichen Dank für die für die Möglichkeit, ja. Also. Sehr gut.
Danke dir. Ja. Das war Markus Müller und Dankeschön fürs zusehen.