Michael Griesser - Orthopädie Technik?
Worum es geht
In dieser Folge ist Michael Griesser zu Gast und spricht über Technik in der Orthopädie. Er erklärt, was Orthopädietechnik konkret bedeutet und warum er diesen Berufszweig zu den besten im Handwerk zählt. Dabei geht es auch darum, wie sowohl Handwerker als auch Patienten von dieser Arbeit profitieren.
Das nimmst du mit
- Orthopädietechnik verbindet handwerkliches Können mit direkter Hilfe für Menschen.
- Der Beruf zählt laut Michael Griesser zu den attraktivsten Zweigen im Handwerk.
- Von der Arbeit in der Orthopädietechnik profitieren beide Seiten – Fachkraft und Patient.
- Technik spielt in der modernen Orthopädie eine zentrale Rolle.
Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!
Die wichtigsten Antworten
Zu Gast
Michael Griesser ist Gast der Folge und spricht über Technik in der Orthopädie sowie über diesen Berufszweig im Handwerk.
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Transkript
Herzlich willkommen zu Handwerk spricht, der Sendung, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Handwerk verbindet. Und heute haben wir Michael Grießer hier zu Besuch. Hallo Michael. Hallo. Michael, wir sprechen über ein ganz interessantes und wichtiges Thema, nämlich über die Orthopädietechnik heute.
Du bist schon seit über 40 Jahren in dem Bereich tätig und kannst uns heute mit Sicherheit eine ganze Menge dazu erzählen. Ja. Aber Michael, tu mir einen Gefallen, stell dich bitte kurz vor und erzähl uns doch einfach mal, wie schön und wie wichtig dein Beruf ist. Ja, mein Name ist Michael Grießer, wie gesagt, über 40 Jahre in der Orthopädietechnik. Hab den Beruf klassisch gelernt, das heißt noch, die Versorgung der Kriegsversehrten und die ganzen technischen technischen Innovationen bis jetzt zu den elektronischen Gelenken also durchlebt.
Und der Beruf ist an sich 1 der schönsten technischen Handwerksberufe, die man überhaupt machen kann. Wir haben mit Menschen zu tun, wir helfen Menschen, wir haben mit sämtlichen Materialien zu tun. Sogar Carbonfasertechnik ist dabei, natürlich nicht so wie in der Formel 1, die würden über uns lachen, aber für uns ist es halt so dann entsprechend genug in der Technik. Und ja, das Helfen und das Mobilisieren und das Rauskitzeln von noch mehr Mobilität, als es in erster Linie erst mal so sichtbar ist, ist eigentlich das Interessante. Wobei wir ja unterstützende Techniken machen wie Orthesen, Apparate, Ganzbeinapparate und halt die Prothetik, wo wir das fehlende Gliedmaße ersetzt.
Mhm. Orthesen, also erklär noch mal ganz kurz für unsere Zuschauer. Orthese ist die anstützende Maßnahme. Das heißt, die Gliedmaße ist da, ist aber insuffizient. Das heißt also, ist nicht leistungsfähig, so wie's eigentlich gehört.
Und wir unterstützen dann eben mit der fertigen, halbfertigen oder der Maßanfertigung, die jeweilige Insuffizienz wieder auszugleichen. Und die Prothese ist dann eben halt Das wie bei dem Zahnersatz, was fehlt, muss ersetzt werden und das ist die Prothetik. Okay. Richtig. Ja, sehr interessant.
Michael, Thema helfen hast Du grade gesagt. Spielt wahrscheinlich eine große Rolle. Heißt das auch, ist eine Charakterfrage auch irgendwo, ob man für den Beruf geeignet ist oder nicht, ne? Ja, wahrscheinlich die größte Frage überhaupt, weil ich kann den Beruf, glaub ich, nicht mit dem, was da reingebracht werden muss, erfüllen, wenn ich einfach nur das mache, Geld zu verdienen. Weil Menschen helfen, die Leute haben meist eine Krankheitsgeschichte hinter sich, sind sowieso schon down, haben vielleicht so schon Sachen erlebt, die nicht so funktioniert haben, wie sie sollten, egal in welchen Bereichen.
Und jetzt muss ich denjenigen irgendwo wieder abholen und sagen, ne, wir resetten jetzt mal, das ist nicht das Ende der Welt, wir kriegen das hin. Man muss den Leuten ehrlich sagen, wo die Schwierigkeiten liegen, wo man selber eventuell ihn sieht, wo er hinkommen kann, aber auch ehrlich sein, welchen Weg man zusammengehen muss, da hinzukommen, den kann man im Vorfeld nicht genau beschreiben. Also Thema Kommunikation ist da auch ganz wichtig, ja. Ja, ja, wichtig. Dann lass uns mal kurz in den ins Beruf Bild reingehen.
Welche Engpässe habt ihr im Moment? Engpässe schon seit weit über 10 Jahren in im dem Nachwuchs. Okay. Wir haben absoluten Mangel an Facharbeitern. Das liegt meiner Meinung nach dadran, dass der Beruf so in der Gesellschaft gar nicht etabliert genug ist.
Ja. Das, was ich so erlebe in den normalen Gesprächen ist, in dem Moment, wo zu der damaligen Zeit der Vater irgendwie aus dem Krieg oder der Opa irgendwie was hatte, haben die Leute Kontakt damit gehabt. Ansonsten ist der eigentlich gar nicht so präsent. Erst wenn jemand im Freundes, Familienkreis, Freundeskreis damit direkt zu tun hat. Und ich glaube, dass das viel damit zu tun hat, dass die Leute diesen Beruf überhaupt nicht aufm Schirm machen.
Und wie gesagt, es ist 1 der wirklich interessantesten technischen Handwerksberufe, die man überhaupt lernen kann. Er ist natürlich auf der Technikerseite auch extrem anspruchsvoll. Wir haben in der Ausbildung Anatomie, Pathologie, wir haben das ganze technische Gebilde von Werkstoff Werkstoffkunde und Werkzeugkunde. Und diese Sachen sind natürlich auch oder die die hebeln 'n gewissen Anspruch da rein. Jetzt hast Du grade Werkstoffe genannt.
Kriegt ihr im Moment alle Materialien? Habt ihr alles zur Verfügung in Ressourcen, die ihr braucht? Ja, eigentlich schon. Doch. Wir haben seit der Coronazeit hier und da mal mit 'ner etwas längeren Lieferzeit.
Ich glaube, es hat damit zu tun, dass Lagerkapazitäten einfach runtergefahren worden sind, weil man nicht genau wusste, wo's hinläuft. Aber so jetzt materialmäßig leiden wir jetzt nicht unter extremen Engpässen. Ja. Jetzt hast Du gesagt, junge Menschen fehlen euch im Berufsfeld. Wie ist denn generell mitm Thema Fachkräftemangel?
Wie sieht's da bei euch aus? Und habt ihr eine Möglichkeit zu digitalisieren und so zu digitalisieren, dass ihr vielleicht davon verschont werdet, dass da dass dieser Druck im Bereich des Fachkräftemangel son bisschen nachlässt? Na ja, ich weiß jetzt nicht, ob das über Digitalisierung auszumachen ist. Natürlich erleichtert an die Digitalisierung hier und da schon mal das Leben. Aber dadurch, dass es halt der die enge Zusammenarbeit immer mit dem Kunden ist, ist der die Hauptarbeit in unserem Bereich, rein in der Orthopädietechnik, ist halt das umsetzende Handwerksgeschick.
Und das ist halt noch wirklich Händearbeit. So, das heißt, gibt's Modelle modellieren, man wird auch mal dreckig und wie in anderen Sachen auch. Ja. Und das das geht durch Digitalisierung auch schon etwas schneller dadurch, dass man Modelle fräsen kann. Aber es ist nicht überall im Durchzug so, dass man also wirklich jetzt das Ganze durch sonen Flaschenhals pressen kann und damit, ich sag's mal, sone Zeithalbierung oder irgendwie so was hinkriegt, das ist nicht machbar.
Das heißt also, der Fachkräftemangel betrifft euch so oder so und ihr müsst eben halt schauen, dass ihr eben als Müsste junge Menschen haben oder müsst ihr auch ältere Menschen, also Quereinsteiger. Wären auch Quereinsteiger für euch interessant? Im Moment leben bestimmte Bereiche nur durch Quereinsteiger oder was anderes nicht kriegen und es wird zu lange dauern, diese Fachkompetenzlücke, die ja nicht nur mit Ausbildung, Abschluss der Ausbildung, da fängt bei uns ja eigentlich wie in vielen anderen Berufen das richtige Lernen erst an. Wir haben innerhalb der Ausbildung die Basis und dann muss man, so wie ich immer sage, in dem Beruf eigenständig zu gehen lernen. Ja, ich sag immer, laufen lernen.
Ja, oder? Da sind wir uns ja schon mal sehr, glaub ich, an der Stelle. Welche gesetzlichen Regelungen sind für euch in irgendeiner Form einschränkend oder problematisch sogar? Gibt's da irgendwas, oder? Na ja, wir sind eingebettet in 'nem Politikum, ne, Gesundheitssystem.
Das ist, sagt jetzt für viele nicht aus, was da wirklich fürn komplexes Thema hintersteht, aber das ist schon, es entscheiden ja Leute, die sehr weit weg von dem eigentlicher, von der eigentlichen Thematik sind, über die Thematiken selber. Könntest Du uns einmal sonen kleinen Einblick geben in in der Hand von Beispiel vielleicht? Na ja, ich kann mich entsinnen, als so die die Echtzeit reaktiv gesteuerten Kniegelenksysteme kamen, wie lange das dauert, bis das oder gedauert hat, bis das wirklich als Standard in einem Verfahren, also Verordnung, Kostenvoranschlag, Genehmigung der Krankenkasse, bis das wirklich als Stand der Technik durch war. Das eine ist die Sozialgesetzgebung, die sagt, okay, die Leute haben den Anspruch da drauf. Ob das dann so dementsprechend zeitnah folgt in der Umsetzung der Bearbeitung der Kostenvoranschläge, ist dann wieder eine ganz andere Sache.
Heißt also, Kosten ist 'n großes Thema, ne? Wie immer im Gesundheitssystem. Es geht eigentlich alles nur Kosten. Ja. Wie ist denn mit der Qualität?
Bist Du grundsätzlich immer mit der Qualität zufrieden, die auch entsprechend bezahlt wird eben halt aus dem Apparat? Oder sagst Du, wir müssten eigentlich an gewissen Stellen die Qualität verbessern, damit wir eben halt wirklich langfristige Hilfe leisten können? Handwerk bedeutet machen. Deine Zeit ist zu wertvoll für viel Bürokratie. Wir setzen uns dafür ein, dass dein Alltag einfacher wird.
Weniger Büro, mehr Fokus auf deine Projekte. Gemeinsam digitalisieren wir das Handwerk und gestalten die Zukunft. Wenn man jetzt rein in Bezug auf die Umsetzung fürn Kunden, vielleicht vorrangig gar nicht mal, ich sag jetzt mal, in der in der direkten Bezahlung des Leistungserbringers, da werden andere Sachen wichtiger. Aber ich glaube, dass wir ja über generell verbesserte Situationen in der Bezahlung auch unseren Beruf in der Gesellschaft oder innerhalb der Bereiche, die jetzt diesen Beruf schon tätigen, dementsprechend in der Qualität heben können, ja. Weil wenn ich so überlege, was so andere Berufe für für Stundensätze haben und wo wir liegen, obwohl der Anspruch an uns sehr hoch ist, dann denk ich immer, okay, hier ist irgendwo ist hier was schiefgelaufen.
Also im Grunde ein kleiner Aufruf auch an die Politik im Endeffekt, da mal drüber nachzudenken, etwas nachzujustieren. Kann man's so sagen? Ja, mit Sicherheit. Ja. Mit Sicherheit.
Ja. Wir sind innerhalb des Gesundheitssystems, glaub ich, der kleinste Einzelblock, den's gibt, der in der Summe in den großen Gremien einzeln gar nicht verhandelt wird. Da werden wir in den Topf mit anderen geschmissen, damit sich das Gespräch über die Summe überhaupt lohnt. Okay. Ja, manchmal schade, ne.
Manchmal vielleicht's auch gut, aber aber eben halt in gewissen Gründen dann auch schauen. Gut, wo Licht ist jetzt auch Schatten, ne. Das ist, einmal ist es gut, einmal ist es negativ. Aber ich glaube, in der Einzelbetrachtung wäre es gut, diesen Sektor grade in Lebensqualität, also Mobilisierung nach nach Krankheitsgeschichten, wo sich ja nicht über Wochen, die sich ja teilweise über Jahre entziehen. Und dann auch innerhalb der Mobilisierung der Gesunderhaltung.
Ja. Ich sag mal, das, was ich jetzt erledigen kann und jemand mobilisiere, der ist am Ende gesünder und spart dann Geld. Ja. Leider wird ja immer bei uns in Deutschland sehr viel kurzfristig gedacht. Nicht mal mittelfristig, langfristig, sondern das Ende der kurzfristigen Etappe ist da das Maximum, was man da teilweise erwarten darf.
Und das ist natürlich mit Hinsicht auf Gesundheit, Mobilität und auch Lebensqualität der betroffenen Menschen ist das eigentlich 'n kleines moralisches Verbrechen. Ja, weil wir mehr in der Nachsorge, in Nachsorge denken als in Vorsorge, ne. Das ist 'n großes Thema, ja. Bin ich bei dir. Jetzt seid ihr ja viel in der individuellen Anpassung auch unterwegs.
Welche Herausforderungen ergibt ergeben sich dadurch? Na ja, ich muss, einmal muss ich die soziale Kompetenz mitbringen und auch dem Kunden vermitteln können, dass ich der Richtige für das ist, was er von mir erwartet. Ja. Weil wir können so gut wie wie wir in unseren Bereichen arbeiten und alles möglich machen, wenn der Kunde das so nicht annimmt und der gleichen Meinung ist, sondern nur bei uns sitzt oder bei mir oder bei jemand anderen sitzt, zu sagen, okay, ich will jetzt so schnell wie möglich das orthopädische Hilfsmittel haben, glaub ich, ist das nicht zielführend. Das ist eine enge Zusammenarbeit, das ist eine Vertrauensarbeit.
Nicht nur, weil er mir das Vertrauen entgegenbringen muss, dass ich das für ihn gut regel und auch das alles raushole, sondern ich muss ja auch nah an den Betroffenen ran. Also das geht über die Distanz nicht, weil ich immer noch mit meinen Fingern eben kontrollieren muss, ist das jetzt so, was er mir sagt oder stellt sich das anders dar? Und dazu müssen die Hände halt an den Betroffenen ran. Und das ist dann doch schon die Unterscheidung des normalen, ne, Abstandes, den man so für sich als Sicherheitsabstand wählt. Ja, ja, ja, klar.
Ja, ist 'n wichtiger Aspekt. Wie ist das bei euch mit der Nachfrage? Gibt's da gibt's da irgendwelche Hochs und Tiefs oder ist es im Moment viel oder ist grad wenig Nachfrage bei euch? Oder ist es immer relativ kontinuierlich und gleichbleibend? Na ja, es das unterliegt schon gewissen Schwankungen.
Ich sag jetzt mal, zum Jahresende wird's meist mehr, am Jahresanfang ist es weniger, in den Urlaubszeiten wird's weniger. Es gab auch mal so Hochphasen in bestimmten Bereichen wie zum Beispiel Corona, wo auf einmal die Krankenstationen alle geräumt werden mussten, damit so viel wie möglich Kapazitäten da sind. Da sind wir son bisschen weggerückt von der eigentlichen Arbeit, das war aber dann eine Hochphase für andere Sachen, damit man Leute nach Hause entlassen kann, die vielleicht ja eigentlich noch nicht entlassen worden wären. Aber ansonsten durch die Bank so im Jahr ist son sone Mittellinie, mit der man doch rechnen kann beziehungsweise planen kann. Wie sieht es bei euch im Umfeld mit Innovationen aus?
Klar, da hat sich in letzter Zeit, denk ich, schon mal viel im Materialbereich getan, aber gibt's da wirklich so so große Innovationen, wo man sagen kann, für die Zukunft total wichtig und total der Weg ist genau das, was wir jetzt brauchen? Siehst Du da schon was? Ja, das ist einfach die die Thematik des drei-d-Drucks, ne. Ne. Mhm.
Was halt, das heißt also Körperformen scannen, modellieren am Rechner, was schon gemacht wird in bestimmten Schafttechnologien. Und dann halt diese maßgefertigten Hilfsmittel für bestimmte Sachen dann anfangen, im 3 D Drucker herzustellen, die dann leichter sind, eventuell luftiger sind für den Hochsommer, weil man die Sachen hochstabil machen kann, kann vielleicht das ein oder andere Fensterung oder den Freiraum schaffen, damit der Körper besser atmen kann, ohne dass das von 'ner technischen oder medizintechnischen Funktion dann irgendwie leidet. Mhm. Ja. Mhm.
Wie siehst Du die Zukunft der Orthopädiechnik? Hier, für mich ist das eigentlich die Zukunft eigentlich immer rosig, weil wir werden immer gebraucht werden. Es werden Berufsunfälle, es werden Autounfälle wird's geben, es wird leider auch immer immer der dem Punkt der, also der der Fehlentwicklung innerhalb bis zur Geburt geben, die wir ausgleichen müssen. Deswegen, also der Anspruch von außen an uns wird immer da sein. Ich glaube nicht, dass das irgendwann mal so sein wird, dass man ein Kärtchen irgendwo einwirft und am Ende kommt was raus, was der sich schnappt und dann glücklich ist.
Das funktioniert bei uns nicht. Also nicht nur ein 1 herausfordernder Beruf, sondern auch 'n sehr wichtiger Beruf, der auch gewisse Spannungen mitbringt und in Ja. Und mit Sicherheit die Zukunft sich für sich selber und andere sichert. Ja. Was das angeht, ja.
Sehr schön gesagt. Michael, hast Du uns einen Hack mitgebracht, einen Tipp, den Du unseren Zuschauern und Zuschauerinnen gerne mitgeben möchtest? Ja, ich kann nur sagen, informiert euch über diesen Beruf. Unser Beruf besteht ja jetzt nicht nur rein aus der Orthopädietechnik. Wir haben die Rehatechnik, die also im Rollstuhl und im im im Sitzschalenbau Maß oder Anpassung der Rollstühle, die auf Maß gefertigt sind, haben.
Und wir haben den den Bereich des Sanitätsfachangestellten oder Angestellten. Und das sind 3 Bereiche, die sehr eng zusammenarbeiten und die sind sehr interessant. Einfach mal sich in diesem Sektor über das Internet, wie auch immer, schlaumachen und mal drüber nachdenken, ob das was für die eigenen Kinder oder für sich selber noch mal wäre, das Leben für sich im Beruf etwas interessanter zu gestalten. Sehr gute Werbung für dein Handwerk, das ist super gut gewesen, Michelle. Kommen wir zur letzten Frage.
Wie siehst Du im Moment den Stellenwert des Handwerks in der Gesellschaft? Ist das Handwerk in der Gesellschaft da, wo's hingehört oder sollte sich daran etwas verändern? Also das Handwerk ist mit Sicherheit nicht da, wo's hingehört. Das Handwerk ist meiner Meinung nach allgemein, ohne jetzt auf irgendeinen Bereich da zu zielen, ist, glaub ich, in der Gesellschaft 'n bisschen abgewirtschaftet worden. Nicht nur, weil man sagt, ja, körperliche Arbeit und wer will das noch und ich geh lieber mitm Anzug rund mitm mit der Krawatte zur Arbeit.
Oder ob es die schlechtere Bezahlung ist für das, was da körperlich oder wie auch immer an Anspruch an einen rangelegt wird. Ich glaube, dass die Möglichkeiten im Handwerk heute mehr denn je gestiegen sind, weil der Anspruch und die Spezifikation in den einzelnen Bereichen durch technische Innovationen allgemein gestiegen sind. Es sind, glaub ich, nicht mehr die Berufe, die viele noch so im Hinterkopf haben, obwohl man natürlich als Dachdecker nicht vermeiden kann, da oben auf Balken rum zu touren und andere Sachen halt in in in ihren Bereichen. Aber es haben sich doch so viele Sachen geändert, zum Beispiel der klassische Automechaniker, heute Mechatroniker, da kann man das ganz deutlich sehen, ist eine ganz andere Berufswelt. Die nehmen heute keinen kompletten Motor mehr auseinander.
Heute wird ausgetauscht, heute wird das Augenmerk auf andere Dinge gelegt. Und ich glaube, dass das die Neubetrachtung dieser einzelnen Berufe im Handwerk ganz wichtig ist, da mal näher reinzusteigen und nicht an der Oberfläche zu kratzen. Weil das ist nicht das, was es wirklich nachher darstellt. Michael, super Aussage, vielen Dank dafür. Das war Michael Grießer, hier bei uns bei Handwerk spricht.
Und auf Wiedersehen.