Handwerk ist kein Plan B: Wie Anne Pfefferkorn junge Menschen begeistert
Worum es geht
In dieser Folge von "Handwerk spricht" ist Restauratorin Anne Pfefferkorn zu Gast und erzählt Oliver Oettgen von ihrem Weg vom Abitur in die Tischlerlehre bis zur spezialisierten Möbelrestauration. Sie zeigt, warum Handwerk kein Plan B ist, sondern ein echter Karriereweg voller Kreativität, Sinn und Nachhaltigkeit. Es geht um die Faszination für Holz, um Erinnerungen in alten Möbeln und darum, wie das Handwerk sichtbarer werden muss, um jungen Menschen etwas zu bieten.
Das nimmst du mit
- Handwerk ist ein vollwertiger Karriereweg mit Sinn, Kreativität und Erfüllung – auch für Menschen mit Abitur.
- Möbelrestauration ist weit mehr als Reparatur: Es geht um Erinnerungen, ideelle Werte und Wertschätzung vorhandener Dinge.
- Eine schöne Werkstatt und ein gutes Betriebsklima ziehen Nachwuchs an und helfen gegen den Fachkräftemangel.
- Praktika können echte Begeisterung für Handwerk wecken, wenn junge Menschen die Faszination direkt erleben.
- Handwerk muss lauter, sichtbarer und besser erklärt werden, und private Betriebe brauchen mehr Unterstützung bei der Ausbildung.
Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!
Die wichtigsten Antworten
Zu Gast
Anne Pfefferkorn ist Restauratorin und auf die Restaurierung von Möbeln spezialisiert. Sie kam nach dem Abitur über die Tischlerlehre zum Handwerk und übt ihren Beruf seit über 25 Jahren mit Begeisterung aus.
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Transkript
Herzlich willkommen zu Handwerk spricht und heute haben wir Anne Pfefferkorn hier bei uns. Hallo Anne, schön, dass Du da bist. Anne, ich hab auch für dich 3 Thesen vorbereitet und da bin ich gespannt, was Du mir dazu zurückgibst. Und zwar die 1. These lautet, Handwerk ist kein Karriereweg mehr, es ist nur ein Plan b für Menschen, die nicht studiert haben.
Komplett falsch. Handwerk ist der totale Karriereweg. Sehr gut. Der Meisterbrief und alte Traditionen bremsen das Handwerk aus, anstatt es voranzubringen. Gute Frage.
Ich find's schön, wenn man immer noch mehr draus machen kann, wie im Studium verschiedene Diplomen erreichen kann und so sollte es meiner Meinung nach auch im Handwerk bleiben. Also ich find's toll, man hat wie bei mir im Tischlerhandwerk den Gesellen, dann den Meister und damit auch immer mehr Möglichkeiten. Also ich, es ist kein Ausbremsen, nein. Man kann ja selbst bestimmen, wie weit man geht. Ja, vollkommen richtig.
Und die 3. These lautet, das Handwerk hat kein Nachwuchsproblem, es macht sich einfach selbst zu unattraktiv. Da ist was dran. Dann nehmen wir uns mal mit, wie was dein Gedanke ist. Also wir müssen uns viel attraktiver machen.
Wir waren viel zu still, wir waren viel zu leise. Das hab ich auch in den letzten Jahren gesehen und das ist ja auch mein Steckenpferd der letzten Jahre geworden, viel lauter werden nach außen auf jeden Fall. Für mich muss nicht jeder jahrelang studieren. Ja, Sichtbarkeit, aber darüber muss man dann eben informieren. Ja.
Das ist wichtig. Sehr gut. Ja, Anne, dann stell ich dich mal kurz vor, Anne Pfefferkorn, Du bist Restauratorin, spezialisiert auf Möbelrestoration. Mhm. Und ja, wir wollen uns heute mal über Granau, über das Thema auch unterhalten, ne, über diese dieses Thema, was man im Handwerk so alles erreichen kann, was was man was auch fürs Herz dabei ist und wie sich's so alles entwickeln kann.
Und deswegen würd ich mich freuen, wenn Du dich kurz noch mal vorstellst und uns mal mitnimmst, wie Du ins Handwerk gekommen bist. Gerne. Hallo, ich bin da Arne Pfefferkomm, Möbelrestauratorin und bin nach dem Abitur erst mal in die Tischlerlehre gegangen. Ich wollte nicht gleich wieder sitzen und nur theoretisch lernen und hab mich dann sehr atypisch in Berlin beworben bei einem Tischler und musste da wirklich 2 Probetage machen. Und ich hab ein Brett ausgehobelt.
Ein Brett, was so krumm und schief ausm Holzwwerk kam und ich bin mit den verschiedensten Hobeln ran. Erst hieß es, also erst mit dem Schrubprobe, dann wurde ich immer feiner und ich hab Blut und Wasser geschwitzt, aber ich wollt das machen. Und dann bin ich über die Tischlerlehrer später zur Restaurierung gekommen. Und Du hast gesagt Abitur, also eine 1 Entscheidung ja, die dann wenige Menschen ja treffen. War das Studium nie 'n Thema für dich?
Später war am Anfang nicht. Ich wollte einfach was was tun und mit den Händen arbeiten. Ja. Also nee, eigentlich erst mal nicht. Gut und dann sagst Du später, war aber doch der Gedanke dann da?
Ja. Wie ist dann gewesen? Ich hab dann während meiner Tischlerausbildung angefangen zu restaurieren. Also ich hatte 'n ganz tollen Meister, der hat mir einen kleinen Schachttisch hingestellt, den hab ich restauriert. Da war ich, glaub ich, 6 oder 8 Wochen in der Ausbildung.
Und das hat mich dann die ganze Zeit durch die durch die Ausbildung begleitet. Und das kannst Du nur noch mitm Studium toppen. Also der Weg des Restaurators ist nicht ganz vorgegeben. Wenn Du Arzt werden möchtest, studierst Du Medizin, bei der Restaurierung hast Du verschiedene Wege. Also auch jetzt gibt's viele Quereinsteiger, die sind mit unheimlich viel Erfahrung unterwegs.
Heute studierst Du das und kannst an eine FH in Deutschland gehen, verschiedene Wege im Ausland. Ich hab in England studiert. Also so kam das Studidumman später noch dazu. Mhm. Welchen Studiengang hast Du dann gewählt und was waren so Schwerpunkte dabei?
Das heißt Restaurierung und Konservierung von Möbeln und Holzobjekten gibt es auch hier in Fachhochschulen oder in München an der privaten Uni. Die Schwerpunkte sind immer sehr viel die Oberflächen, die Oberflächenbehandlung. Kann man aber auch im Allgemeinen nicht so ganz sagen. Ja. Natürlich sehr viel Erhaltung.
Also gibt es einen Schwerpunkt im während des Studiums? Ich würd sagen, nein. Ich glaub, Du Du spezialisierst dich dann Okay. Selbst 'n bisschen. Also so was bei mir.
Ja, interessant. Und jetzt, wie würdest Du jetzt das Handwerk für dich bewerten? Welchen Stellenwert hat das jetzt für dich? Es gibt mir unheimlich viel. Also ich bin nie genervt von meinem eigentlichen Beruf.
Klar gibt es mal Kunden, also das ist 'n bisschen anstrengend oder Du sagst, oh Gott, ich bin jetzt von oben bis unten komplett dreckig, hab abends was vor, kann nicht sofort da hingehen, aber es gibt mir persönlich sehr viel Zufriedenheit und auch wirkliche Glücksmomente. Und es macht mir jetzt seit über 25 Jahren einfach immer jeden Tag Spaß. Bist Du alleine oder hast Du 'n ganzes Team? Ich hab 'n ganz tolles Team. Ich hab 2 Feste und wenn wir mehr zu tun haben, Freiberufler.
Und nee, alleine geht's gar nicht. Lass uns doch einmal kurz jetzt son bisschen über Terrain hinausschauen. Du hast ja gerade gesagt, Du hast 'n also 'n Team, was für dich arbeitet. Dann hast Du ja auch mit Sicherheit auch schon Erfahrungen gemacht, sowohl positive wie auch negative natürlich. Wenn Du die jungen Menschen heute siehst und die Möglichkeiten, die sie theoretisch hätten, aber nicht na ja, nicht sehend offensichtlich, was das Handwerk betrifft, was was macht das mit dir?
Bist Du da traurig drüber oder würdest Du gerne anders vorgehen? Und ich weiß ja, Du machst ja auch einige Sachen auch in der Kommunikation und Sichtbarkeit. Was würdest Du da vielleicht auch jetzt ja, ja, vorziehen zu tun oder vielleicht auch anders zu machen, was im Moment der Fall ist? Gute Frage. Also wenn ich die jungen Leute sehe, merke ich oder spüre ich schon ein Interesse am Handwerk.
Ich hab ja auch viele Praktikanten. Wir haben Praktikanten, die das Unibereich, also mit Uni bereitende Praktikum bei uns machen 3 bis 6 Monate. Wir haben aber auch viele Schulpraktikanten, die sind dann 2 Wochen da. Da gibt's die absoluten Superstars, die 3 rechte Hände haben. Mit denen macht das echt Spaß.
Wenn die dann gehen, ist das traurig. Also wir haben sone ganze Bandbreite. Was ich da sehe, die Es wird nicht attraktiv genug gestaltet und das können viele private Betriebe gar nicht alleine stemmen. Also wenn wir Praktikanten haben, merke ich, weil ich sone gute Förderung bekommen hab, ist das mir 'n Anliegen, das weiterzugeben. Es kann aber der private Betrieb oft gar nicht alleine stemmen, weil es schon Zeit kostet, wenn Du's richtig machen möchtest.
Aber ich sehe oft schon echt Interesse bei jungen Leuten, wenn sie dann bei mir sind. Vielleicht ist das grad das Tischlerhandwerk, dieses ganze große Thema rund ums Holz. Ich kann natürlich nur von meiner Branche sprechen. Ja. Und Du sagst jetzt grade, ist immer traurig, wenn sie weggehen.
Das heißt, sie verfolgen dann Studium weiter oder oder oder gehen weiter zur Schule. Wie ist denn die Rückmeldung dann? Ist das Interesse dann nachher so groß, dass die jungen Leute dann wirklich dann auch vielleicht in den Job zurückkommen wollen? Oder ist es eher so, dass sie dann doch andere Wege einschlagen? Also bei den Schulpraktikanten, also wie Du sagst, gibt's Querbeet.
Einige sind besser, einige sind okay. Wir haben da schon Feedback, dass viele sagen, das wär interessant für mich und sind glücklich, dass sie reinschnuppern konnten. Und zu den Studenten haben wir natürlich weiterhin den Draht. Mhm. Zu den meisten.
Da bleibt der Kontakt bestehen. Die bleiben natürlich dann dabei, machen ihren Master oder Bachelor oft an umliegenden Universitäten und sind dann weiter mit im Boot. Okay. Mein Name ist Oliver Oetgen von der Overdach GmbH, den Spezialisten für Flachdach, Abdichtung und Fassadenbau. Als 150 Jahre altes Familienunternehmen haben wir ein gutes und transparentes Verhältnis zu unseren knapp 50 Mitarbeitern.
Wir bei Overdach streben danach zu den Besten zu gehören. Deswegen legen wir sehr viel Wert auf Ausbildung und Fortbildung unserer Mitarbeiter. So können wir ein langlebiges und zuverlässiges Ergebnis erreichen. Das beschert unseren Kunden einen positiven wirtschaftlichen Effekt. Deshalb wissen alle Kunden, was sie bei uns erhalten, Qualität.
Und ist die Quote denn gut aus deiner Sicht, wenn Du so siehst, wer sich so meldet und wie so das, wie wie viele junge Menschen sich interessieren, auch Praktikum und so weiter? Oder sagst Du, eigentlich müssten es mehr sein, wir müssten viel mehr junge Menschen noch in die einzelnen Berufe reinbringen? Wie sind so deine Erfahrungen dabei? Ich hab relativ viele Anfragen, also Praktikantenanfragen. Im Schnitt würde ich sagen 3 im Monat.
Mhm. Was machst Du anders? Gute Frage. Also wir hatten grade einen Praktikant, der macht eine Umschulung, der weiß eigentlich Künstler durch und durch Und der sagt, das Betriebsklima bei uns ist nett. Also Betrieb, wenn Du bei 3 Leuten von 'nem Betrieb sprechen kannst.
Das hat mich sehr gefreut. Ich glaub, ich probier immer viel Spaß reinzubringen. Ich glaub, meine Werkstatt ist ganz schön, weil ich selbst wichtig finde, in schöne Arbeitsräume zu kommen. Das macht dir alles was mit dir, wie Du deinen Tag startest. Und wir haben regelmäßig Mittagessen zusammen, einmal im Monat geht das ganze Team essen.
Ja und natürlich die Materie, also das Holz. Es bin ja nicht nur ich und die Bergsteiger ist auch einfach das Thema. Ich glaub, wenn Du dabei bist und fasziniert bist und dich das packt, dann ist es auch im im Großen und Ganzen das Thema. Hat es vielleicht auch damit zu tun, dass grade das, was ihr macht, ja auch unter dem Aspekt an Nachhaltigkeit relevant ist, dass die jungen Menschen da vielleicht 'n 'n größeren Fokus drauflegen, dass eben, sagen wir mal Möbelstücke, die hochwertig, ja, wahrscheinlich er waren, wieder hochwertig dann oder in den Zustand wieder zurückgebracht werden. Kann es damit auch Absolut, ja.
Ja. Wir treffen damit absolut den Zahn der Zeit. Und die kriegen natürlich dann auch die Kundengespräche mit, die jungen Leute, die bei uns zum Praktikum sind. Und junge Frau kommt dann mit dem Nächtisch ihrer Großmutter, hat Geld zur Seite gelegt und lässt ihn restaurieren. Was ist 'n ideeller Wert?
Nachhaltig doch, das ist 'n großer Aspekt. Ja. In jedem Fall. Gibt es irgendein ein Stück, wo Du dich noch ganz genau daran erinnern kannst, was was Ihrem Team wieder instand gesetzt habt und was wirklich im Kopf geblieben ist bei dir? Viele.
Viele? Na, da sind schon viele. Das Highlight brauchen wir jetzt. Das Highlight. Wir hatten grade einen Globusnetisch aus Maragoni, ein unglaubliches Stück.
Der hat meine Mitarbeiterin restauriert, ganz toll. Und er hatte diese zahlreichen kleinen Fächer und versteckten Fächer und Schublädchen, 2 Wollspindeln, die Du erst mal nach vorne gezogen hast, eine große Klappe, also wirklich diesen Zylinderklappmechanismus. Das waren Highlights. Das bekommt man aber nur selten rein, nehm ich mal an, oder? Weil wir haben schon ab und an echt ganz schöne Stücke.
Okay. Ganz tolle Vintage Möbel. Wir machen ja nicht nur alte Antiquitäten, sondern auch Vintage Antiquitäten, also ab den Fünfzigern. Ich glaub, damit spricht man übrigens auch viele junge Leute an, weil das der absolute Trend ist. Ich sag immer, die Antiquitäten von morgen.
Es gibt viele, viele Möbel, die wirklich toll sind. Große Sammlungen, Französisch, Margorel, Gayyer hatten wir, also französische Biedermeier Zeit. Das sind ja nun mal sehr exklusive Sachen beziehungsweise auch oft ja seltene Sachen dann auch, grade die Du jetzt zum zum Schluss dann auch genannt hast oder verduh ich mich da? Ich bin jetzt nicht aus dem Fachwirt. Doch, die sind schon sehr speziell.
Die sehr exklusiv dann auch. Wie findest Du denn deine Kunden? Die meisten sind klasse. Also die die sind unglaublich dankbar und glücklich und kriegen ihre Möbel zurück, die einen nicht nur oft einen materiellen Wert haben, sondern auch sehr oft einen idealen Wert haben. Sei es, dass es Erbstücke sind oder wirklich man hat sich das Möbel zusammengespart und wollte das unbedingt haben.
Man hat Erinnerungen an die ideellen Werte. Das ist eigentlich immer das i-Tüpfelchen am Schluss, das der Happy Moment, ja. Also wenn dann wir das liefern und der Kunde ist glücklich und drückt es auch aus und freut sich. Das ist dann son son nettes Miteinander am Ende. Ja.
Und na ja, jetzt jetzt jetzt habt ihr ja geliefert, aber irgendwie musst Du den Kunden auch vorher erreicht haben, musst ja irgendwie Werbung gemacht haben. Wie wie wie kommst Du in dieses dieses Kunden- und Lieferantenverhältnis? Wie schaffst Du das eben mal, die Menschen zu erreichen mit deinem mit deinem Angebot? Viele googeln. Okay.
Und viele sagen auch, sie wollen unbedingt in eine Werkstatt, wo viele Frauen arbeiten. Das hör ich oft. Dann Instagram, Mund zu Mund und viele laufen auch vorbei, also wirklich Laufkundschaft. Ah okay, ihr habt da son 'n 'n 'n Ladenlokal, wenn man so mal Genau, ich hab 'n Ladengeschäft, Ladenlokal, 1. Reihe.
Ah ja, okay. Ja gut, das ist natürlich dann sehr praktisch an der Stelle. Und jetzt ist das ja ein Geschäftsfeld, was son bisschen nischig wirkt. Aber wenn ich wenn ich dich so jetzt reden höre, ist das doch ein Tätigkeitsumfeld, wo wo wirklich viel an Nachfrage auch ist oder deute ich das falsch? Doch.
Dreimal auf Holz klopfen. Doch, wir haben gut zu tun. Also grade in und nach Corona ist es nicht abgeebbt. Also ich denke, die die Kunden sind sich noch bewusster, was sie da zu Hause haben und möchten das noch mehr erhalten, wertschätzen. Ich denk, da da ist schon was passiert, doch.
Ja. Ich sag aber auch viele meiner Kollegen. Sagen, die die ganzen Gewerke, mit denen wir eng zusammenarbeiten, die Polster, die Glase, also eigentlich haben alle ganz gut zu tun. Wie siehst Du die Zukunft bei euch im Gewerk? Ich bin 'n positiv denkender Mensch.
Eigentlich auch gut, doch. Und wenn es mal 'n bisschen ruhiger wird, gibt's immer was anderes zu tun. Kannst die Werkstatt aufräumen, kannst eigene kleine Projekte machen. Doch eigentlich denk ich gut, wenn wir 'n bisschen mehr den Nachwuchs reinholen und echt abholen. Was sind denn so die typischen oder sagen wir mal, Du hast jetzt ja über sehr exklusive Sachen auch eben berichtet, über den ja, diese sehr hochwertigen Sachen, die dann eher angefragt werden bei euch in dem Mhm.
Großfeld. Also das ist querbeet. Wir haben unheimlich viele Stühle. Das ist immer 'n bisschen schwierig, weil der Arbeitsaufwand sehr intensiv ist. Das ist manchmal etwas schwierig, dem Kunden zu verklickern und natürlich ganz normale Gebrauchsgegenstände, alte Kommoden, Schreibsekretäre.
Also wir haben eine große Bandbreite, was auch immer spannend ist. Ja, hört sich auf jeden Fall so an. Mhm. Also immer viel Abwechslung Ja, absolut. Und man lernt immer dazu.
Also es gibt immer, es gibt die Stücke, die bearbeitest Du ausm Effeff. Und dann gibt's die, wo Du dich echt austauschen musst, wie würdest Du das machen? Was hältst Du davon in Absprache mit dem Kunden, wie er das Möbel nutzen möchte? Natürlich immer mit dem sehr konservativen Aspekt, also dass Du bei ursprünglichen Materialien bleibst, aber manchmal auch abweichst, wenn er sagt, ich möchte das unbedingt dafür nutzen, da ist ein Schellack kompletter Schwachsinn. Mhm.
Ja, macht macht Sinn an der Stelle, ne. Mhm. Wie wird eure Berufsfeld denn in der Außendarstellung wahrgenommen? Gibt's gibt's Hürden, wenn wenn irgendwelche Kunden jetzt zum Beispiel zu dir kommen? Gibt's da irgendwelche Bedenken beziehungsweise irgendwie, brauch ich nicht oder oder was macht ihr denn überhaupt oder so?
Oder ist der Kunde, der zu euch kommt, schon sehr klar in der in dem, was ihr tut, wie ihr es tut. Grade der Neukunde, ne, kommt das 1. Mal zu euch, dann sind da irgendwelche Hürden oder ist das alles relativ klar? Also der Neukunde braucht relativ viel Erklärung, was wir da machen. Und da ist die Kommunikation und der Austausch extrem wichtig, damit nachher nicht sagt, oh Gott, so viel wollt ich gar nicht haben.
Manchmal sind die natürlich auch erschrocken über die Preise. Ich hab immer son Baukastensystem, wenn ich schriftlich dann verfasse, dass der Kunde das relativ gut nachvollziehen kann. Wir haben viele Stammkunden. Und ich bitte die Kunden auch oft in die Werkstatt, dass sie son Status quo zwischendrin haben und wir eventuell noch Proben abstimmen. Und dann 'n Gefühl dafür kriegen, ne, was was gelacht und lässt, glaub ich.
Genau. Aber die Anerkennung ist eigentlich da. Mhm. Ich glaub, Du hast auch gefragt, wie wie ist es im Allgemeinen, wie's wahrgenommen wird. Also in den letzten Jahren noch, es wird noch stärker gewertschätzt.
Ja, das ist ja wichtig. Ja. Also wir haben auch auch durch dieses Ladengeschäft Laufkundschaft, die kommen rein und wollen da mal kurz reinschauen und haben eine Frage und schließen dann mit den Worten, das ist schon toll, was ihr hier macht. Ja. Ja, Holz ist ja sowieso, ich weiß gar nicht warum, aber auch bei bei vielen jungen Menschen einfach total im Mittelpunkt, ne.
Also irgendwie Holz ist schon 'n ganz wichtiger Rohstoff, der anders wahrgenommen wird als viele andere Rohstoffe, ne. Ich weiß nicht, ob Du's auch so festgestellt hast, aber wenn ich das so sehe, wenn die jungen Menschen sich einmal so auf Holz einlassen, dann sind die auch total fasziniert davon, ne. Ja, und dann ist er weg. Bei den anderen bei den Erwachsenen natürlich auch, ne. Also grade die, die mit Holzmöbeln in irgendeiner Form dann eben halt leben, wenn's dann nicht irgendwelche Kunststoffsachen sind und so weiter, aber ist das ja genauso, ne.
Wer einmal so diese Holzatmosphäre gespürt hat, ist ja nun mal dabei, ne. Absolut. Wir wir hier auch immer wieder. Also Holz lebt einfach. Du hast Du hast diese Gerüche, fasst schon teilweise Düfte, wenn Du manchmal hobelst, Harzgeruch und jedes Holz ist anders.
Und auch eine 1 Holzart kann in sich so anders sein. Also ich denk, da ist schon viel Faszination und was Du auch mit dem Holz machen kannst, grade in der Oberflächenbearbeitung oder in der Oberflächenveredelung, ich glaub, das ist dieser dieser Kick, den die dann haben. Und wenn ich Praktikanten habe, probiere ich immer, dass sie 'n kleines Objekt haben, was sie, wo sie relativ viel im Prozess mitbekommen. Mhm. Also nicht nur stupide eine Sache, sondern wo sie einen Kreislauf haben und kleine 1.
Ergebnisse sehen können. Ja, das ist ja immer wichtig, die motiviert hätte dann auch entsprechend, ne. Ja. Ja, ne, wir sind schon fast am Ende. Mhm.
Und ich hab noch eine abschließende Frage an dich und bin gespannt, was Du mir dazu jetzt gleich sagen wirst. Ich auch. Und zwar ist die Frage, wer Du die Macht hättest, jetzt eine vielleicht auch radikale Entscheidung zu treffen, die das Handwerk verändert. Was würdest Du da tun? Ich würde definitiv die privaten Betriebe unterstützen, motivieren für mehr Praktikanten, mehr Auszubildende und und und.
Weil viele haben Lust. Ich mein, wir sind ja Handwerker, weil wir's mögen, weil wir's wirklich lieben, aber Du brauchst dafür Unterstützung. Also da da will ich radikal reingehen. Mehr Unterstützung für das Auszubildende Handwerk. Ja, das ist 'n ganz wichtiger Punkt, der auch absolut nötig ist.
Absolut, ja. Dass wir die jungen Menschen wieder ins Handwerk reinkriegen oder erst mal die jungen Menschen zeigen, was Handwerk überhaupt ist und was es kann, ne. Ja. Von daher. Ja, Anne, schön, dass Du hier bei uns gewesen bist.
Hat mir so viel Spaß gemacht. Danke dir dafür. Danke für die Möglichkeit. Sehr gut. Ja, das war Anne Pfefferkorn hier bei uns in Berlin im Studio.
Ich danke euch fürs zusehen und denk daran wie immer liken, teilen, abonnieren. Und ich wünsche euch alles Gute. Bis bald.