Cover: Der Tod wird totgeschwiegen – sie macht ihn sichtbar

Der Tod wird totgeschwiegen – sie macht ihn sichtbar

26. Juni 2026 24:03 Min.
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In dieser Folge von „Handwerk spricht

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Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

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Transkript

Herzlich willkommen zu Handwerk spricht mit 1 neuen Folge und 1 neuen Gästinier. Maria Kaufmann ist bei mir. Hallo. Maria, schön, dass Du da bist. Ja, vielen Dank, dass ich hier sein darf.

Natürlich und ich hab für dich auch 3 Thesen vorbereitet und bin gespannt, was Du mir dazu sagst. Und die 1. These lautet, Handwerk ist kein Karriereweg mehr, es ist nur ein Plan b für für Menschen, die kein Studium machen. Okay, ja. Ich freue mich da drauf.

Soll ich gleich antworten? Natürlich. Seh ich gar nicht so, tatsächlich überhaupt nicht. Allerdings ist es für mich so, dass ich denke, das eine schließt das andere nicht aus. Und das ist für mich wirklich einen wichtiger Punkt an der Stelle.

Ich glaube, dass Leben schult auch an ganz, ganz vielen Stellen und das ganz wichtig ist, gerade in dem Bereich, in dem ich arbeite, ist es sehr wichtig, dass das Leben geschult hat auch. Aber Handwerk ist halt auch etwas, was ganz besonders ist. Es kann im Zweifelsfall erschaffen und es kann viel unterstützen und helfen. Und dementsprechend, ich komm aus 'ner Handwerksfamilie tatsächlich, da bin ich ganz falsch, obwohl ich studiert hab. Ja, ich sag mal, beides gehört ja zusammen, ne.

Also das eine und das andere bedingt ja auch irgendwo das andere. Von daher passt es so. Also ich find ja auch, es es muss auch nicht das gegeneinander ausspielen sein. Für mich hat beides seine Daseinsberechtigung. Und ja, es kann natürlich nicht sein, dass wir alle nur noch am Computer sitzen.

Deswegen, ich lieb meinen Job sehr, weil es hat alle Facetten an der Stelle. Und für mich ist es tatsächlich so, es ist völlig legitim, wenn jemand gerne studieren möchte und meinetwegen noch einen ganz, ganz hohen Bildungsweg bis an die Universitäten geht, ist vollkommen okay. Oder aber danach was anderes machen möchte im Büro. Für mich hat das Handwerk allerdings einen besonderen Zauber inne, dementsprechend bin ich da also ganz, ich glaube nicht, dass man's gegeneinander aufwiegen sollte. Sehr gut.

Die 2. These. Ja. Der Meisterbrief und alte Traditionen bremsen das Handwerk, anstatt es nach vorne zu bringen. An vielen Stellen ja.

Da muss ich tatsächlich sagen, das stimmt. Ich habe schon das Gefühl, dass wir uns an manchen Stellen so weit wegbewegen von dem, was wir heute wirklich im Handwerk brauchen. Und grade das ganze Geschehen den Meisterbrief herum führt oft dazu, dass wir den, dass wir die Hürde herum führt oft dazu, dass wir den, dass wir die Hürde so hoch machen, auch finanziell so hoch machen, dass es Menschen, die wirklich begeistert sind für das, was sie tun und tatsächlich auch Zugpferde sein könnten, gar nicht dahin schaffen, weil wir damit etwas geschaffen haben, was in meinen Augen nicht unbedingt sein müsste. Sehr gut, danke. Und die 3.

These. Das Handwerk hat kein Nachwuchsproblem. Es macht sich selbst einfach zu unattraktiv für junge Menschen. Nein, seh ich auch nicht. Seh ich tatsächlich nicht.

Ich glaube, wir machen uns noch zu sehr unsichtbar für Menschen. Ich glaube, dass das Handwerk an vielen Stellen gar nicht gesehen wird. Also ich saß ja unten grade in der Lobby bei euch und da steht an der Wand Gerber. Ich weiß noch, was 'n Gerber ist. Ich vermute mal, meine Söhne wissen's schon nicht mehr.

Und ich hab mich, ich bin wirklich, hab direkt mein Handy gezogen, hab es gibt doch jetzt nicht noch Menschen, die Gerber ausbilden, oder? Also und ich glaube, es fehlt einfach Wissen und es fehlt fehlt da dran, dass Menschen tatsächlich schon in die Schulen gehen und da begeistert von ihrem Job erzählen. Und von dem Weg, den sie gegangen sind und wo sie was schaffen. Denn wir haben ja immer dieses Gefühl, die Studierenden, die brauchen nicht so viel machen und die bekommen dann viel Geld. Und das Handwerk, das ist eine ganz anstrengende körperliche Arbeit und die bekommen dann auch noch wenig Geld.

Und das hat ja inzwischen sich verändert, deutlich verändert. Und gleichzeitig ist es aber auch eine sehr sinnerfüllte Arbeit. Und ich glaube, das ist das, was vielen fehlt heute in der Gesellschaft und grade auch Jugendlichen, die überhaupt nicht wissen, wo soll's denn hingehen, da hast Du einfach einen sinnerfüllten Job und von Anfang an und Du weißt die ganze Zeit am Ende des Tages, was hab ich geschafft, was hab ich gemacht? Du kannst vielleicht sogar drauf gucken. Und das ist etwas, was vielen in Büros oft fehlt.

Maria, danke für den Einblick. Das waren schon mal sehr gute Informationen für uns und 'n sehr guter Einstieg, würde ich sagen, ins Gespräch. Aber ich möchte dich kurz vorstellen, Maria Kaufmann, Du bist Gründerin und Geschäftsführerin von ab unter die Erde, ein Bestattungsunternehmen. Und jetzt nimm uns doch mal mit und sage uns doch mal, wie bist Du dazu gekommen? Wie war so dein Weg?

Du hast ja eben schon angedeutet, Du hast 'n Studium gemacht und Du möchtest oder Du bist sehr eng verbunden mitm Handwerk. Dann nimm uns doch mal mit auf deine Reise. Ich bin tatsächlich in 'nem Handwerksbetrieb groß geworden. Mein Vater, mein Großvater, meine Brüder, meine Mutter, meine Oma, alles sind Fotografen. Also ich bin tatsächlich im Handwerk groß geworden.

Mein Vater hat tatsächlich auch noch den Meister gehabt damals. Das heißt, für mich ist das tatsächlich, das Handwerk war für mich alltäglich so. Ich bin damit, hatte aber natürlich immer schon die künstlerische Variante davon und nicht die andere. Genau, dementsprechend war das für mich jetzt nichts Neues, im Handwerk unterwegs zu sein. Und tatsächlich war es auch der Tod meines Vaters, der mich dazu brachte, ab unter die Erde zu gründen.

Denn als mein Vater sehr krank wurde, mussten wir einfach darüber nachdenken natürlich, was passiert, wenn der stirbt. Und ich konnte mich nicht mit einem Bestatter bei uns in der Nähe identifizieren Und hab auch nicht gesehen, dass 1 dieser Bestatter meinen Vater unter die Erde bringt. Denn sie haben einfach überhaupt nicht das dargestellt, was für mich das Leben darstellt und sie haben auch nicht das gezeigt, was mir wirklich wichtig war. Denn mir ist es vollkommen egal, was für eine Urne da am Schroffins zersteht oder was fürn Sarg genutzt wird, sondern mir war's wichtig, dass das Leben von unserem Vater sichtbar wird. Und dementsprechend, ja, also wir haben den Sarg zum Beispiel meines Vaters dann tatsächlich wie ein 1 Filmrolle gestaltet und jeder hat noch ein Bild auf diesen Sarg gemalt.

Das sind zum Beispiel Dinge, die mir sehr wichtig waren als Fotograf Meister erlebte für die Fotografie. Das war mir wichtig und mein Vater starb allerdings schneller als wir das, also als wir's erwartet haben. Und ich brauchte 'n bisschen und dann nach dem Tod meines Neffen, der angenommene Sohn meines Bruders 2020 war für uns stand danach fest, okay, wir wollen etwas in dieser Branche verändern und dann sind wir einfach losgelaufen. Stück für Stück haben uns tatsächlich internationale Studenten eingeladen, haben gesagt, hey, wie macht wie macht die Welt das im Zweifelsfall? Und Ziel war wirklich schlussendlich, so bescheuert wie es klingt, aber mir meine Wunschbestattung zu ermöglichen.

Und damit haben wir ab unter die Erde gegründet. Wir wollten einfach gerne, dass die Menschen sich vollkommen frei fühlen in ihrem Abschiedsprozess. Das heißt einmal 'n sehr auffälliger Name natürlich für Sie Ja, wir polarisieren schon. Aber inhaltlich dann auch ein ganz anderer Weg als wie einen andere dann noch einschlagen? Ja, bei uns ist also tatsächlich, verkaufe ist bei uns ganz im Hintergrund.

Also ich verkaufe keine keine Särge, keine Ohnen, keine Produkte. Wir haben so was so gut wie nicht vorrätig. Ich hab einen Standardsag, wenn jemand einen anderen Sarg möchte, dann besorge ich gerne jeden anderen Sarg, Bisher allerdings in den 4 Jahren, viereinhalb Jahren, in dem wir jetzt tätig sind, wollte tatsächlich noch niemand einen anderen Sarg, muss noch mal gestehen. Also das ist in dem Moment rutscht es ganz weit in den Hintergrund. Und wir machen tatsächlich alles möglich, was möglich gemacht werden kann und wir gehen jeden ungewöhnlichen Gang, den man im Zweifelsfall sich wünscht.

Also wir warten Abschiedsfeiern schon in Fußballstadien, in Clubs, in Museen, in Kirchen am Strand. Wir waren, glaub ich, schon wirklich an sehr, sehr vielen Orten und haben dort einfach gemeinschaftlich mit den Familien, mit den Angehörigen, Freunden Abschiedspartys feiern, Lebensfeiern zelebriert. Mein Name ist Oliver Oetgen von der Overdach GmbH, den Spezialisten für Flachdach, Abdichtung und Fassadenbau. Als 150 Jahre altes Familienunternehmen haben wir ein gutes und transparentes Verhältnis zu unseren knapp 50 Mitarbeitern. Wir bei Overdach streben danach zu den besten zu gehören.

Deswegen legen wir sehr viel Wert auf Ausbildung und Fortbildung unserer Mitarbeiter. So können wir ein langlebiges und zuverlässiges Ergebnis erreichen. Das beschert unseren Kunden einen positiven wirtschaftlichen Effekt. Deshalb wissen alle Kunden, was sie bei uns erhalten, Qualität. In Lebensfeiern nehme ich da noch mal mit.

Du sagtest ja auch eben wichtig, das Leben im Endeffekt dann auch zu verabschieden an der Stelle. Gibt's noch konkretere Beispiele, was das bedeutet für die Angehörigen? Also klar, Öffentlichkeit hab ich jetzt verstanden oder auch, sagen wir mal, die Dekorationen und so weiter. Was was macht's noch aus? Also an der Stelle glaub ich, ist es so, wir sind Begleiter und wir sind nicht so, also wir begleiten 'n Stück weit tatsächlich.

Also wenn die Menschen zu uns kommen, dann ist erst mal das Wichtigste, dass wir darüber sprechen, wer ist gegangen? Wer war die Person für dich, für euch? Und was hat sie ausgemacht? Und das spiegelt sich bei uns in allem wider, was wir gemeinschaftlich dann machen. Und ja, das führt dazu, dass wir tatsächlich im Zweifelsfall den Motorradfahrer mit der Harley Davidson auch vom Krematorium abholen und dann auf nach Harley Davidson in seinen Klub rausbringen und dort die Abschiedsparty machen, wo die Leute dann mit seinem Lieblingsäerlikör anstoßen und die ohne irgendwie 'n Harley Davidson Tankes oder so.

Da fängt es an bis hin zu, dass wir jetzt letztens haben wir eine große Abschiedsfeier mit jemandem gehabt, der hat halt einfach in verschiedenen Chören gesungen und war einen begeisterter Rocker. Und dann haben die Chöre dort tatsächlich auch sind selber aufgetreten. Und wir haben sein Zimmer und all seine Fant-T-Shirts quasi aufgebaut und der ganze Raum strahlte davon. Also wir bringen tatsächlich die Person noch mal auf diese Abschiedsfeier und zeigen an ganz, ganz vielen verschiedenen Punkten und stellen, wer sie war, was sie ausgemacht hat und was sie auch besonders gemacht hat bei den Menschen. Das hört sich nach viel Aufwand an.

Ja. Das hört sich nach viel detailgetreues Vorgehen an und und viel Arbeit und Zeit auch, die da reinfließt. Das ist ja mit Sicherheit auch finanziell dann auch 'n 'n Aspekt einfach, den man auch dann berücksichtigen muss. Wer kann denn bei euch Kunde werden? Wenn man wenn man das sieht vom Aufwand her, wie gesagt, das sind ja ganz tolle Beispiele, die Du gesagt hast.

Vielleicht auch noch ergänzend, wer wer ist denn euer Kunde? Ist es derjenige, der tatsächlich verstorben ist, der vielleicht vorher schon bei euch gewesen ist und mitbekommen habt, wie besonders ihr's handhabt? Oder sind's dann doch eher die Angehörigen, die dann kommen? Es ist tatsächlich so, dass wenn wir das betrachten deutschlandweit, wenn man darüber spricht, was eine Bestattung deutschlandweit kostet, liegen wir tatsächlich im absoluten Mittelmaß. Mhm.

Wir, glaube ich, wir fokussieren uns halt einfach weniger auf die Produkte, sondern mehr auf die Dienstleistung. Also wir, da wir keine Produkte verkaufen verkaufen, sind wir halt bei den Dienstleistungen sehr präsent. Für uns ist es so, dass wir tatsächlich ganz unterschiedliche Menschen haben und auch von dem vom, also wenn wir jetzt darüber sprechen, wir haben Menschen, die können es sich vielleicht nur in kleinem Maße leisten, andere wollen denn die komplett Party, keine Ahnung, Megaausstattung et cetera et cetera. Das ist aber nicht in unserer Hand, sondern wir arbeiten tatsächlich budgetorientiert. Das bedeutet, die Menschen kommen zu uns und wir sagen, okay, sie erzählen, was sie brauchen.

Und dann sagen wir, okay, was an Geld ist denn da? Und dann sprechen wir darüber und im Zweifelsfall ist es so, okay, das können wir dafür leisten. Was wollt ihr einbringen? Also viele Familien zum Beispiel möchten sich dann auch aktiv beteiligen, übernehmen zum Beispiel die Dekoration dann oder übernehmen tatsächlich einen Teil des Buffets und dann muss man dafür gar nicht mehr so viel Geld ausgeben. Das sind viele Möglichkeiten und wir haben aber auch die Möglichkeit tatsächlich, als wir angefangen haben, war uns klar, wir haben gerade in Berlin viele Menschen, die sich nicht die Abschiede so leisten können, wie sie es sich wünschen.

Und für diese Menschen haben wir eine Initiative gegründet. Es ist grade 'n eigener Verein geworden, tatsächlich in diesem Jahr, Grabpartymos, wo Menschen tatsächlich auch zum Beispiel über 'n Crowdfunding oder so ihre Bestattung finanzieren lassen können. So haben wir tatsächlich im letzten Jahr schon 2 und in diesem Jahr auch eine große Abschiedsfeier für 'n Kind finanzieren lassen, dann ist es tatsächlich so, dass wir, wenn wir das übernehmen, 50 Prozent unserer eigenen Dienstleistungen als Spende mit hineingeben. Also wir sponsoren dann 50 Prozent der Arbeit unserer Mitarbeiter und von uns selbst. Und oftmals kann dann darüber eine teilweise mitfinanziert werden.

Das ist aber sehr abhängig von den Familien. Sag doch mal eben den Verein bitte. Grab Partymos. Grab Partymos, ja. Das darf man sich dann, glaub ich, merken, wenn man hier in und Berlin ist.

Ich denke mal sogar aus beiden Perspektiven einmal natürlich, wenn man das Thema hat, dass man vielleicht die finanziellen Mittel grade nicht hat und auf der anderen Seite Das ist so. Wenn man gerne was tun würde an der Stelle, ne. Auf jeden Fall, es ist 'n großes Thema, grad wenn wir Pflege haben. Grade Pflege von Familienangehörigen frisst unglaublich viel Geld, auch Pflege von Kindern. Also an der Stelle, grade wenn wir einen Kind haben in 'ner palliativen Situation, da kann meistens nur ein Elternteil, wenn überhaupt arbeiten.

Und da ist oft nicht viel Geld da und das ist auch nicht unser Ansinnen. Unser Ansinnen ist es, dann schön zu machen. Und da rücken wir tatsächlich oftmals zurück und sagen, es ist einfach, es ist ja für uns eine Berufung. Wir haben das ja nicht gewählt, weil wir damit reich werden wollen, sondern weil wir's gerne machen und weil es wichtig ist. Ja, ich hatte letztens auch noch mit 'ner Freundin darüber gesprochen, so nach dem Motto, wenn man zur Welt kommt, wird ganz viel Geld investiert, je nachdem, welche Situation da eben halt vorherrscht und ja, beim Abschied ist in der Regel dann wenig bis kein Budget mehr da und eigentlich ist es ja verrückt, ne, weil den Ansatz habt ihr ja genau dann auch gewählt, eben halt dann auch den Abschied dann entsprechend, na ja, leuchtend zu gestalten, ne.

Es ist so wichtig. Also ich glaube, wir haben nur diese 2 existenziellen Momente, die Geburt und den Tod und grade 'n Abschied von einem geliebten Menschen, grade von 'nem Kind zum Beispiel, aber auch von 'nem Elternteil kann genauso wichtig sein, Partner, auf einmal verlierst Du alles in deinem Leben, eine ganz große Rolle. Du musst dich komplett neu orientieren. Und dann einen einen Abschied zu haben, der wirklich tröstend ist, der besonders ist und der aber auch zeigt, was da passiert, nämlich dass man einen Menschen verloren hat und dass man will, dass die ganze Welt kurz anhält, dass alle da hingucken und sagen, hey, hier ist wirklich was Schreckliches passiert. All das darf Platz und muss Platz auf soner Abschiedsfeier finden.

Und das ist einfach etwas, was wir gerne umsetzen, aber was auch besonders ist, glaub ich, für diejenigen, die wir begleiten. Denn sie erleben tatsächlich auf der anderen Seite Menschen, die wissen, was Verlust bedeutet und die alles dafür tun, dass derjenige wirklich sichtbar wird und dass Trost einkehren darf. Es ist ja tot ja eigentlich son son Thema, was son bisschen auch nicht in der Gesellschaft besprochen wird groß, zumindest mal jetzt in Deutschland, ne, die Kultur ist 'N bisschen zu wenig, genau. In Deutschland halt eine andere, was was den Tod angeht, ne und in anderen Ländern andere Sitten, ne. Ja, auf jeden Fall.

Wir haben mit internationalen Studenten gegründet. Da waren viele, die haben andere Geschichten erzählt. Ja, ja. Na ja, deswegen ist es auch so wichtig. Wie ist denn wie ist das denn Ich hab auch schon mal gehört, dass, ja, Menschen quasi ihre Abschiedsfeier selber vorbereiten.

Ja, wir tatsächlich auch. Und quasi alles geregelt haben und, ja, ihre Verwandtschaft vielleicht auch gar nicht darüber informiert haben, dass alles schon geregelt ist. Wie ist das bei euch? Gibt's das? Gibt es auf jeden Fall.

Gibt es tatsächlich auch Also wir sind stecken gerade in genauso einem Abschied, also war tatsächlich einen sehr dramatischer Abschied an der Stelle. Aber ja, alles vorher besprochen, die Freunde, die Familie, sie wissen so gut wie gar nichts. Es liegt alles in unserer Hand an der Stelle. Wir haben ein 1 Person, mit der wir kommunizieren und ansonsten, ja, ist alles vorher geklärt. Wird gibt es tatsächlich immer mehr, auch grade, wenn die Leute sich was wünschen, oh, ich will das auf gar keinen Fall, dass es so trocken wird.

Aber auch, das ist tatsächlich 'n Aspekt, der uns vorher vielleicht auch gar nicht so bewusst wurde, grade aus der queeren Szene, grade aus der Szene, wo sich Menschen tatsächlich auch im Laufe ihres Lebens ganz verändern und nicht so verändern, wie die Familie es möchte. Ja. Da haben wir tatsächlich Menschen, die einfach sagen, ich möchte es gerne vorher klären, denn ich möchte nicht, dass meine Eltern dann noch entscheiden dürfen. Denn meine Eltern wünschen sich dann vielleicht etwas, womit ich mich gar nicht identifizieren kann. Und das ist tatsächlich eine wichtiger Punkt.

Jetzt habt ihr ja 'n sehr modernen Ansatz auch gewählt und Steht's bemüht. Und seid ja auch da unterwegs und dann gehört ja auch Marketing dazu. Jetzt ist natürlich schwierig, da von Zielgruppen und Selektion und so weiter zu reden. Aber und Selektion und so weiter zu reden. Aber wie geht ihr denn vor?

Wie wie vermarktet ihr euch? Wie geht ihr in die Kommunikation, in die Sichtbarkeit? Wie erzählt ihr den Menschen, dass es euch gibt und was er so macht? Wir sind sichtbar. Also das ist tatsächlich für mich 'n ganz wichtiger Punkt.

Wir versuchen sehr transparent zu arbeiten. Was bedeutet, dass wir wir haben ein Auto, was offen ist. Wir man kann bei uns den Sarg sehen. Das ist zum Beispiel 'n wichtiger Punkt. Aber wir sind auch ganz aktiv so, dass wir das Thema in Schulen bringen, in Kindergärten.

Wir machen tatsächlich gestalten Kindernachmittage mit den Eltern gemeinschaftlich und sprechen darüber, ist es gut, Kinder mitzunehmen zu 'ner Bestattung, wie sprech ich mit meinem Kind über das Thema Tod? Aber auch in Schulen sind wir unterwegs und sprechen darüber, wir haben einen Sarg mitten im Bällebad, den wir immer mitnehmen. Dann können, wenn die mutigen dürfen, Probe liegen. Und vor allen Dingen ist es so, dass wir da in der Ansprache halt sehr offen sind und vor allen Dingen sehr leicht. Also ich glaube, das ist das, was wir am häufigsten hören, egal ob wir auf 'nem Straßenfest stehen oder aber auf 'ner Marketing Marketingmesse plötzlich auftauchen mit 'nem Stand und alle so hä, was geht hier ab, sind das so leicht ist, plötzlich über dieses Thema zu sprechen.

Über das Thema, was man ja sonst so nur unter der Hand und gar nicht so offen, sondern einfach, hey, ich mach mir mal Gedanken darüber und auch in der Familie zu fragen. Also ich hatte letztens jemanden, die hat mich über LinkedIn angeschrieben, meinte, Mensch Maria, ich hab mal deinen Namen verwendet und ich hatte eine wunderbare Diskussion in der Familie. Die ist nach Hause gekommen zum Essen mit ihrer mit ihren Eltern und meinte dann so, hab eine Bestatterin getroffen, die hat ihr 'n Unternehmen gegründet, das heißt ab unter die Erde. Und dann fing die ganze Familie an zu diskutieren, wie sie's haben würde wollen, was sie eigentlich brauchen, ob das pietätlos ist oder nicht. Und sie meinte danach, am nächsten Morgen kam ein Mann zu mir und meinte, ich will im Übrigen das, das und das und das möcht ich nicht.

Und sie meinte, es war so leicht. Es war plötzlich so leicht, über ein Thema zu sprechen, was sonst so totgeschwiegen wird. Und wir sind natürlich auch mit unseren Sprüchen, wir haben so Spruchkarten, wir gehen sehr offen nach außen. Wir versuchen einfach aufzubrechen, was lange Zeit, ja, unter dem Deckmantel von Pietät und Würde versteckt wurde, was aber in der Sprache da gar nicht hingehört, sondern eher in dem Umgang, wie wir mit den Verstorbenen, mit den Menschen umgehen. Da können wir viel über Würde und Pietät noch sprechen in meinen Augen.

Ja, ja, ja, definitiv. Jetzt muss man, glaub ich, in der Tätigkeit, die Du ja auch ausübst, ja auf der einen Seite ja sehr mutig sein. Man muss auch humorvoll irgendwo sein und man darf sich auch selber nicht verlieren. Ist ja nun mal auch 'n Thema, was ja auch emotional auch einfach ist und egal wie gut man sich in Anführungsstrichen ja vorbereitet, seitens der Familien natürlich, die die da auch betroffen sind am Ende natürlich. Es ist ja schon Abschied und Abschied tut ja wie.

Ja. Wie wie gehst Du denn damit Wie wie geht dein Team damit dass diese Situation natürlich auch im Laufe 1 Zusammenarbeit, nennen wir's dann auch so wie es ist, mit den Familien, mit den Angehörigen, Wie geht ihr damit Wie bereitet ihr euch drauf vor? Was tut ihr so? Denn ihr seid ja auch in sonem Wechselbad der Gefühle im Grunde. Ja, sind wir.

Sehr transparent tatsächlich auch da wieder. Wenn die Menschen zu uns kommen, bei uns wird kein herzliches Beileid gewünscht, sondern ein Hallo und ein Lächeln gibt es. Und dann sind wir tatsächlich so, dass wir die Menschen direkt fragen, was braucht ihr grad? So, also erst mal Getränk natürlich immer, aber auch dann tatsächlich zu fragen, seid ihr grad im Organisationsmodus oder wollen wir erst mal darüber sprechen, was passiert ist? Oder wollen wir darüber sprechen, wie es euch grad geht?

Und das ist, glaub ich, so der 1. Punkt. Wir nehmen uns tatsächlich auch Zeit, darüber zu sprechen, wie es grade geht, was passiert ist, dem auch Raum zu geben. Und ja, natürlich ist es so, man nimmt Anteil. Es ist nicht so, dass ich 'n professionelle Distanz wähle und dann nichts an mich herantritt, überhaupt nicht, denn dann könnte ich den Job gar nicht so machen, wie ich ihn mache.

Wir haben oftmals schnell einen sehr persönlichen Bezug. Wir duzen uns natürlich auch mit allen, das ist natürlich auch noch mal eine Ebene, die dann oft den Menschen leichter fällt an der Stelle. Und wir haben schnell eine Nähe, aber es ist nicht mein Abschied. Es ist der Abschied von den Familien. Es kann trotzdem passieren, dass mich eine Situation rührt.

Also da kann ich nichts anderes zu sagen. Also letztens stand ich irgendwie vor 300 Menschen, die sich von 'nem Kind verabschiedet haben. Und das hat auch mich gerührt, weil ich einfach da stand und gesagt hab, auch ich empfinde diese Ungerechtigkeit. Also auch mir geht es so, dass ich das Gefühl habe, dass das hier nicht nicht okay ist. So und das auch ehrlich immer auszusprechen und zu sagen, hey, letztens hatt ich auch eine Situation im Krematorium, da gab's 'n Abschied und dann kommt von der Playlist genau das Lied, was bei bei der Beerdigung meines Vaters kam.

Hab ich kommuniziert, hab gesagt, tut mir leid, triggert mich gerade. Ich bin kurz rausgegangen, hab 'n bisschen was getrunken, die Tränen weggewischt, bin wieder rein. Und dann meinte sie, das macht dich jetzt nur noch sympathischer. Also für mich ist es halt einfach, es es gehört für mich dazu. Und ich würde den Job nicht machen, wenn ich nicht mehr Anteil nehmen würde.

Dann glaub ich, ist der Moment, wenn ich, dass ich aufhören muss. Ja, glaub ich auch, dass dass wenn man in die Neutralität drüber geht, dass dann auf jeden Fall schwieriger wird. Vor allen Dingen, dass dann eben für die Familien auch schwieriger wird, die ja betroffen sind. Ja, auf jeden Fall. Also Distanz hilft in gewisser Weise natürlich, aber Floskeln, Ja, ja.

Professionalität an der Stelle ist oft nicht angebracht. Und ich hab wirklich auch Menschen, die stehen manchmal neben mir und brauchen einfach nur eine Hand, an der sie sich festhalten können. Ja, die das kann ich sehr gut nachvollziehen. Also im Grunde so, wie Du's gesagt hast, es ist nicht es ist nicht dein enger Familienkreis, es ist nicht deine Situation, aber irgendwie ist man trotzdem in der Situation dabei und deswegen gehört man auch irgendwo dahin. Wir sind leider schon am Ende.

Wir sind schon in der Sphäre, dass ich dir gerne noch eine abschließende Frage stellen möchte. Ja, sehr gerne. Und diese lautet, wenn Du heute die Macht hättest, das Handwerk mit nur womöglich 1 radikalen Entscheidung, muss aber nicht, zu verändern, Was würdest Du dann tun? Schwerer Es ist tatsächlich eine unglaublich schwere, weil es ja für das gesamte Handwerk gilt. Wenn's in der Bestattungsbranche wäre, würde ich sagen, radikale Transparenz zu fordern, tatsächlich radikale, also für jeden Bereich Transparenz zu fordern, auch für jede Transport, für die Krankenhäuser, für die Kühlhallen, für die Krematorien.

Da würde ich radikale Transparenz fordern. Und ansonsten würde ich der Handwerkskammer tatsächlich oder dem Handwerk an sich Leichtigkeit wünschen. Leichtigkeit und tatsächlich auch sich zu fragen, ist das, was wir an vielen Stellen noch als Pflicht ansehen, tatsächlich noch zeitgemäß? Ja, danke schön. Sehr gerne.

Maria, schön, dass Du hier gewesen bist, hat mich sehr gefreut. Und da draußen an den Bildschirm, ihr habt's gesehen, ein interessantes Thema, womit wir uns dann heute schon auseinandersetzen sollten. Es war's schon wieder. Denkt dran, liken, teilen, abonnieren und seid gerne beim nächsten Mal wieder dabei. Bis bald.

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