Oliver Haarmann - Personalbindung und Nachwuchskräfte
Worum es geht
In dieser Folge von HandwerkSpricht ist Oliver Haarmann zu Gast und spricht über Personalbindung und die Gewinnung von Nachwuchskräften im Handwerk. Im Zentrum steht die doppelte Perspektive des Wandels: die interne Transformation von Strukturen, Kultur und Führung sowie die externe Wirkung als attraktive Arbeitgebermarke. Ein Gespräch über nachhaltigen Wandel mit klarem Blick auf Transformation und Arbeitgeberattraktivität.
Das nimmst du mit
- Personalbindung und die interne Transformation von Kultur und Führung gehören untrennbar zusammen.
- Eine starke Arbeitgebermarke entsteht nicht nur durch Außenwirkung, sondern durch echte interne Veränderungen.
- Wer Nachwuchskräfte gewinnen will, muss zugleich an Strukturen, Kultur und Führung im Betrieb arbeiten.
- Nachhaltiger Wandel erfordert eine doppelte Perspektive: nach innen und nach außen gleichermaßen.
Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!
Die wichtigsten Antworten
Zu Gast
Oliver Haarmann steht mit klarem Blick auf Transformation, Arbeitgebermarke und nachhaltigen Wandel.
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Transkript
Herzlich willkommen bei Handwerk spricht, Ihrer Sendung, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Handwerk verbindet. Und heute unterhalten wir uns über das Thema Nachwuchs und Personalbindung im Unternehmen mit Oliver Amann. Hallo Oliver. Schön, dass Du hier bist. Hallo Oliver.
Vielen Dank, dass ich hier sein darf. Oliver, was hat dich dazu inspiriert, in dem JT, wo Du jetzt unterwegs bist und wo Du auch dein Unternehmen gegründet hast, einzusteigen? Ich hab sehr, sehr viel mit Nachwuchsgewinnung und auch mit Personal, mit Personalbindung zu tun interessanterweise, weil ich ja eben halt als Change Angel unterwegs bin. Das heißt, ich, meine Aufgabe ist, Unternehmen in die Zukunftsfähigkeit zu bringen, ja, also da zu helfen bei der Transformation. Und das geht immer über 2 Ebenen.
Wir haben einmal die interne Ebene und einmal die externe Ebene und bei der externen Ebene, da ist auch das Arbeitgebermarke Thema, also die Arbeitgebermarke ist da 'n Thema. Wie hilft das denn grad im Handwerk im Moment? Na ja, also das ist jetzt schwierig zu sagen. Das, was wir wissen, also ich hab für die Firma Freund, Freundwerkzeuge, Dach und Fassade seit 2017 die Transformation schon in Begleitung und da haben wir festgestellt, als Werkzeughersteller für das Handwerk macht es Sinn, dass wir uns sogar bemühen, uns den Nachwuchs für das Handwerk zu kümmern, was ja nicht direkt der der Nachwuchs wär für die Werkzeugherstellung oder den Vertrieb dazu, sondern eben halt für die, die es anwenden. Und da haben wir halt festgestellt aufgrund dessen, dass wir mit vielen Handwerkinnen gesprochen haben, weil wir hauen die ins Haus und ich möchte wissen, wie geht's euch jetzt?
Wie geht's euch in 5 Jahren? Wie wie wie seht ihr euch in 5 oder in 10 Jahren? Wer steht da mit euch aufm Dach? Wer hängt da mit euch an der Fassade und macht die Tätigkeiten? Und die Antworten, die wir da bekommen, die sind tatsächlich von größter Unsicherheit letztendlich begleitet und das bedeutet was, ja?
Das heißt, die wissen nicht wirklich genau, mit wem stehen sie denn da? Wie schaffen sie eigentlich diese diese ganze Arbeit? Weil eben halt einfach kaum Leute zu finden sind. Sind das eher die jungen Leute, die so den Gedankengang haben oder auch die mittleren und alters- oder sogar älteren Mitarbeiter, die ihr befragt, an der Stelle? Es ist also durchweg alle.
Und die die sich am stärksten Sorgen machen, sind natürlich die in dem Nachfolgebereich, also die, ich sag jetzt mal so, zwischen den Dreißigern und Ende Vierzigern sind. Und die jüngeren Juniorchefs oder so, die machen sich natürlich ganz, ganz große Sorgen. Gibt's da konkrete Beispiele gerade bei den bei den Jüngeren, wo wo wirklich der der größte Schmerzpunkt gerade ist? Ja, der größte Schmerzpunkt ist der, dass sie nicht verstehen, warum viele junge Menschen ja nicht die nicht die Lust oder die Motivation finden, sich für eine handwerkliche Tätigkeit zu begeistern. Alle, die ich kenne, die im Handwerk tätig sind, sind aufrichtig, verlässlich und mit denen kann man durch dick und dünn gehen, ja, also solche Dinge.
Also da sind noch so richtige Werte verankert irgendwie und das macht das Ganze, sagen wir mal, sehr, sehr stabil vom Wertegefüge, wenn man sich unterhält. Und es ist schön, wenn man mit Einzelnen spricht, die sagen, jetzt hab ich 'n Projekt abgeschlossen, das ist wie mein Baby. Ich freu mich, wenn ich irgendwann wieder hier vorbeikomme und seh, ist das immer noch alles so oder muss da mal was optimiert werden? Und diese diese Hingabe zu dem, was man mit den eigenen Händen da schafft, das scheint aus meiner Sicht und Erfahrung damit betrachtet, vielleicht bei den jungen Menschen ja, nicht mehr als so so so wertvoll, so wichtig mitgegeben worden zu sein. Also ich hätte dann noch 'n Beispiel.
Wenn wenn ich mit jungen Menschen oder Menschen mittleren Alters in großen Organisationen spreche, wo wir 'n Wandel vollziehen und nicht als Change Engine, das heißt, ich mach's leicht, ja, also deshalb die Feder. Ich schaffe es, die zu einem Mindset, zu 'ner Haltung und zu 'ner Einstellung für eine positive Zukunft zu bewegen, weil ich 2 Wege mit denen gehen könnte. Das ist einmal diese Möglichkeit, der Zukunft zu entdecken. Das heißt also, ich mach's möglich, ich. Oder eben halt, es sind Wahrscheinlichkeiten, Prognosen, ja.
Dann mach ich's nicht möglich, sondern das sind halt diejenigen, die sagen, ja, es kommt irgendwann auf mich zu, die Zukunft, sondern ich ich nehm's jetzt in die Hand, weil das ist die Zukunft, das, was ich jetzt draus mache. Und die das verstanden haben, die gehen auch da ja sehr, sehr, sehr gut daran, eben ja die Dinge zu vermitteln, die Handwerk vermitteln kann. Also in den großen Organisationen fehlt denen meistens Sinnstiftung. Also ich tue was, geh nach Hause und fühl mich, als wenn ich nichts geschafft hätte. Das ist gesellschaftlich zu beobachten, ganz, ganz großes Thema.
Und die im Handwerk tätig sind, die fahren nach Hause, die wissen, was sie getan haben, weil sie ein Ergebnis sehen. Es ist, vorher sah's so aus, jetzt sieht es so aus. Wenn ich mit Tabellen, mit Kalkulationen, wenn ich mit mit Strategien zu tun habe, dann dauert das. Bis ich sehe, wo mein Ergebnis ist, das ist dann schon manchmal schwierig. Meine Frage tatsächlich auf Topic, siehst Du da eine Verbindung auch bei der psychischen Belastung auch irgendwo, grade weil man nach Hause fährt und vielleicht nicht das Gefühl hat, man hat was Tolles geleistet?
Das ist auch nachgewiesen und deshalb arbeite ich mit den Teams ja so gerne mit Daily Weekly Verfahren. Das heißt also, im Weekly betrachten wir uns noch mal so, wie war denn die Woche? Wie waren wir? Wie haben wir zusammen performt? Waren wir gut als Team?
Was war schlecht? Ja, und das und das war schlecht. Okay, das lernen wir draus. Also einfach, dass dass 'n Team, was vielleicht nicht handwerklich auch arbeitet oder sagen wir mal, im Handwerksbetrieb in dem verwaltenden Bereich tätig ist, ja, sich auch austauscht, auch zum Beispiel mit den Kollegen, ne. Das passt beides.
Also ist total egal, ob's 'n Forschungszentrum oder Institut ist, ob's eine Behörde ist, ob's 'n herstellendes Unternehmen ist, 'n familiengeführtes oder eben 'n Handwerksbetrieb. Alle eint eben diese Situation des Miteinanders. Und je je mehr ich für das Miteinander, also die Qualität von guter Zusammenarbeit, je mehr ich da rein investiere, umso interessanter werde ich logischerweise für junge Menschen oder Menschen auch höheren Alters, die vielleicht Lust haben auf eine Veränderung oder die einfach sagen, hey, ich möchte da mal reinschauen, ich möchte sehen, wie ist 'n das da zu arbeiten? Das bedeutet aber, dass wenn ich dieses Bild nach außen trage und die Person dann zu mir ins Unternehmen kommt, dass ich das auch leben muss. Wenn ich das nicht tue, dann hab ich mit ganz vielen Menschen auch täglich zu tun, dann trennen die sich natürlich aus diesem System recht schnell wieder raus, weil sie eben erkennen, oh, das Bild, was ich mitgeteilt bekommen hab, das find ich hier nicht wieder vor.
Ja, das ist ja ist ja ein Fehler, die ja dann Betriebe machen, dass sie nicht authentisch sich dann eben mal darstellen, ne? Welche welche Probleme oder welche Fehler machen denn Handwerksbetriebe noch häufig? Was ist so bei den Gesprächen, die ihr geführt habt mit mit den Menschen aus dem Handwerk? Was ist denn da noch rausgekommen? Was sind so die häufigsten Fehler, die das Handwerk selber macht?
Ja, also vielleicht auf der einen Seite das Verlassen auf Systeme, ne. Diejenigen, also die Handwerksbetriebe, die ich kennengelernt habe, die die Dinge in die Hand nehmen und die sagen, ich versuche mal, bei uns im Unternehmen herauszufinden, was ist unser Warum? Also was ist das Besondere bei uns? Außerhalb der Sinnstiftung, ich ich sag jetzt mal Dachdecker, wir haben danach ein wunderschönes Haus oder das Haus ist sicher vor Sturm, vor Regen, haben wir aber auch ein Warum des Betriebs? Also was ist an unserem Betrieb besonders?
Was ist da auch in der Zukunft wichtig? Und wenn ich diese Fragen beantworte, dann hab ich automatisch 'n gewissen Mehrwert, also noch mal sone Art Nutzenversprechen auch zu den Menschen, die bei mir tätig sind. Und das erlebe ich eben halt, dass viele Handwerksunternehmer oder Unternehmerinnen, die sind auch 100 Prozent im Tagesgeschäft. Also wenn Du das bist Selbstständig. Selbstständig, selbstverständlich.
Mhm. Und wenn Du das bist, also wenn wenn Du dich da nicht aufteilen kannst, dann ist es auch natürlich schwierig, dass Du dich mal zurücknimmst und deine dein Unternehmen, also als Unternehmen begreifst erst mal, dass Du Unternehmer bist. Und wenn Du wenn Du all das, was Du da dort leitest, ja, wenn Du das mal von oben aus der Vogelperspektive betrachtest, wenn Du die Zeit dafür nehmen könntest, dann kommen auf einmal Ideen, dann kommen Gespräche zustande, sind total spannend. Und das hätt ich gern ausprobiert und das. Und dann bin ich immer derjenige, der sagt, macht aber, probier mal aus, lass mal gucken zusammen, ne?
Ist das natürlich 'n schmaler Grat zu sagen. Du musst raus aus dieser Selbstständigkeit, Du musst in diese Unternehmertum wechseln. Ich bin da voll bei dir in der in der in der Essenz natürlich. Aber wenn wir mal sehen, die meisten Handwerksbetriebe sind halt 3, 5, 7 Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen stark so. Und dann wird's natürlich schwierig, sich dann da wirklich aus dem Tagesgeschäft rauszuziehen, ne.
Viel schlimmer noch, die Kolleginnen und Kollegen, wenn die von der Baustelle oder von ihrer täglichen Arbeit dann eben halt oder damit fertig sind, fahren die in der Regel noch in ihr Office und machen doch entsprechend eine Nachbearbeitung beziehungsweise müssen noch ihre Angebote schreiben, müssen Preise anfragen und und Sonstiges. Und das ist ja samstags häufig nicht anders, dass es da irgendwie besser läuft. Und es ist also ein schwieriger Weg auch, sich dann irgendwo diese Freiräume zu schaffen, quasi Aufgaben ja auch zu übertragen, die Verantwortung zu übertragen an an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch in der Lage sind, natürlich auch die Verantwortung zu übernehmen, auch alleine wegen der menschlichen und fachlichen Kompetenzen, die ja auch dann einfach nötig sind. Aber dieser dieser Weg dahin ist ja nun mal auch 'n schwieriger. Hast Du son Prozess mal begleitet beziehungsweise hast Du von guten Beispielen gehört, wie man da zum Beispiel vorgehen könnte, so eine gewisse Einleitung zu nehmen, nicht, dass man, die Übergabe können wir jetzt nicht beschreiben, das schafft man jetzt nicht.
Aber wie kann man wie könnte man son, wie könnte man son son Prozess zumindest an den Staat bringen, dass man so langsam auf den Weg sich begibt in diese Richtung. Deine Sicherheit ist nicht verhandelbar. Wir setzen uns für sicheres Arbeiten ein, damit Du nach jedem Projekt gesund nach Hause kommst, weil wir das Handwerk brauchen und weil wir dich brauchen. Gemeinsam machen wir das Handwerk stark. Also in der Regel hängt das mit Strukturbildung zusammen.
Also das heißt, schaff ich eine Struktur? Wenn ja, wie? Und ich hab 'n Garten- und Landschaftsbaubetrieb begleitet, also vom Start-up tatsächlich angefangen, sehr mutig war das, wo wir grundsätzlich immer, ich mein, es wären 3 oder 4 Stunden in der Woche, also 'n halben Freitag meistens, eingeplant haben für reine Strukturarbeit. Mhm. Also Strategien, Ideen, wie wollen wir was strukturieren?
Wer soll bei uns sich kümmern das Bild nach außen, die Dinge, die wir auf der Website haben wollen und so weiter? Und grad bei den Jüngeren ist mir aufgefallen, ist das Interesse auch sehr, sehr groß. Also dass es völlig selbstverständlich wird, dass man die per App bestellen kann, dass man per App irgendwas anderes regeln kann mit dem Betrieb oder nachfragen kann. Das heißt also, dass Du versuchst, über die Optimierung der Struktur mit der Nutzung der heutigen Technologien eben entsprechend dir echt diese effektiven Zeiträume zu verschaffen, dann eben am Unternehmen gestalten zu können. Also nicht nur im Unternehmen arbeiten zu können, sondern auch am Unternehmen gestalten zu können, dann eben auch mit den eigenen Kolleginnen, Kollegen, Mitarbeitern dann über Themen wie die Zukunft oder was könnten wir hier noch machen?
Habt ihr da noch was mitbekommen, neue Ideen, Impulse aufgenommen? Und solcher solch einen Austausch fehlt öfter, der kommt dann meist, wenn dann nur bei Jubiläumsfeiern oder wenn man mal alles beim Grill sitzt, alle zusammen, man hat eine gute Woche geschafft oder so, dann kommt das auch. Aber wenn Du's festes strukturiert hast, wird das anders wahrgenommen und dann geht man sofort in sone Planungsphase über, weil es halt eben, ja, es ist halt jetzt der Termin dafür, dann hatte ich mir die Woche dafür noch was notiert, man bespricht das und dann irgendjemand anders übernimmt dann die Planung. Also wie wie kriegen wir's umgesetzt? Geht das in jedem Team oder wer nimmt daran teil?
Nehmen da alle dran teil, die in dem Unternehmen sind oder nehmen wir den 5 Personenbetrieb. Wer wie wie findest Du, wie wie läuft das ab dann? Bei dem 5 Personenbetrieb würde ich aus meiner Erfahrung empfehlen, dass alle teilnehmen. Beim Betrieb, der 30 plus oder wie viel Mitarbeitende hat, da würde ich schon sagen, könnte man ja vielleicht sagen, man hat eine Gruppe davon, die sich zu wie sone Art Fokusgruppe, ne. Also das mache ich schon ganz gern, dass dass ich Fokusgruppen bilde und die Teams den Teams überlasse ich in der Regel, wie wollt ihr euch nennen.
Da hab ich jetzt an einem Fall so einen, die nennen sich das Aight Team. Ist auch total cool, ne und aber dadurch, dass die sich selber 'n Teamnamen geben dürfen und dass sie selber 'n bisschen rumspinnen dürfen und so weiter, sehen die das nicht als als Freizeit an oder so, sondern als echte Aufgabe, jetzt im Prinzip den Meisterbetrieb hier weiterzubringen, also weiter zu gestalten. Und das ist 'n, ja, es hat mitm Experiment angefangen und ich merke einfach, das wird wegweisend. Muss das moderiert werden von außen? Weil manchmal manchmal verpuffen ja auch solche Sachen, wenn man die intern versucht anzugehen, dann merkt man halt einfach, okay, wenn man wenn man selber nicht immer zu 100 Prozent die Struktur weiß, sondern einfach son bisschen learning by doing eben halt an solche Sachen rangeht, dann merkt man halt einfach auch manchmal, okay, das das Gefühl ist nicht so ganz da, dass das, ich will's jetzt nicht Vertrauen nennen, das mein ich damit auch nicht, sondern so so nach dem Motto, ist jetzt vielleicht nur einmal die Geschichte oder wird das nur einmalig gemacht oder wird's jetzt regelmäßig gemacht und so weiter.
Also so, auch da wieder die Strukturen, wovon Du sprichst, ne, an der Stelle, ist sie eine 1 langfristige Initiative oder ist sie immer sone kurzfristige oder einmalige Sache nur? Deswegen eigentlich die Frage, muss das von außen moderiert werden? Mhm. Also ich find das eine sehr wichtige Frage. Gut, dass Du die stellst an der Stelle.
Der die die beste Erfahrung, die ich gemacht habe, sind sind 2 Erfahrungen. Der eine ist der, dass Du im Team einen Moderator hast, also anfangsbegleitend ja, aber dass man vielleicht sagt nach sonem Monat, okay, muss jetzt irgendwie von selber laufen können. Und dann hast Du einen aus der Gruppe, der moderiert das, was abgestimmt ist, wie man das macht und dann rotiert das. Irgendwer, das kann 'n Azubi sein. Okay.
Ja, mit dem startet man zum Beispiel Azubi, der macht jetzt den Anfang, der der haut rein. Meistens sind's die, die total locker an die Sache reingehen. Und dann kann das rotieren, dass man sagt, jede Woche macht's 'n anderer, dann hast Du automatisch nach 'ner gewissen Zeit sone Art Selbstverständnis in dem Programm und eine echte Weiterentwicklung der Leute. So und die andere Art ist die, wenn Du's extern moderieren lässt, ist ja auch eine Art, es kostet ja auch Geld, ja, ist das natürlich eine große Sicherung, dass das über langen Zeitraum gut läuft. Da reicht es aber nach meiner Erfahrung aus, dass man sich vielleicht einmal, eine, 3 Monate trifft und mal sone Art Check-up macht, also son Check in, ne, wie geht's uns grade?
Klappt das ganz gut? Kommt ihr zurecht? Oder man macht's halt ab und zu mal eine Onlinerunde ganz easy und versucht mal halt eben noch mal mit dem externen Coach zu quatschen, zu sehen, ey, wir sind da 'n Stück weitergekommen mit unseren Ideen. Gut, das sind ja ganz viele Punkte jetzt schon gewesen, die ja auch bei der Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung ja auch unterstützen, weil wenn das Team ja grundsätzlich an Strukturen arbeitet, arbeitet man ja auch grundsätzlich an den an den an den Prozessen, eben halt neues Personal zu akquirieren beziehungsweise Menschen eben mal ans Handwerk ranzuführen oder ans eigene Gewerbe ranzuführen. Was sollten denn Handwerksbetriebe sofort tun, ihre Chancen und Möglichkeiten zu verbessern, junge Menschen, aber auch eben generell Personal besser und schneller zu akquirieren.
Mhm. Meiner Meinung ist, dass, ich sagte ja vorhin, dass das Verlassen auf die Systeme und das meine ich jetzt nicht nicht wirklich extrem kritisch, aber das Verlassen auf die Systeme reicht einfach nicht aus. Wenn man als Unternehmer, es sagt ja das Wort, ich unternehme was, ja. Das heißt, das bedeutet, jeder ist dafür irgendwo auch natürlich selbstverantwortlich 'n Stück und kann sagen, hey, ich kann jetzt was daran ändern. Also ich kann mich dafür engagieren, mit den lokalen Schulen irgendwas zu besprechen und kann mich da einbringen, kann versuchen, sone sonen sonen Tag zu machen, wo man irgendetwas vorführt, irgendwas zeigt, ja und die Schule einbindet, da gibt's mit Sicherheit.
Also ich hab immer nur erfahren, dass es nicht konkrete Ablehnung gibt, sondern wenn es mal auch schwierig sein kann, dass man aber Teilaspekte davon sicherlich mit Schulen oder mit mit ja, vielleicht freizeitbildenden Maßnahmen was gemeinsam macht, ja. Und wenn's eine Freizeitaktion ist, die mit Kletterseilgarten zu tun hat, dass dann 'n Garten- und Landschaftsbauer irgendwie eine Kooperation damit macht et cetera oder 'n Elektrobetrieb mit mit anderen Dingen. Wenn jetzt irgend eine lokale, in der Stadtbibliothek hatten wir sone Computerausstellung mit alten Retro Gamekomputern da aus hier Achtzigerjahre so was, ne. Und dann Elektrobetriebe sich da auch eingebracht haben, unterstützt haben, auch den Beruf irgendwo 'n bisschen zu zeigen. Das fand ich ganz cool.
Das heißt, im Grunde sich aktiv zu entscheiden, aus dem eigenen Betrieb, aus den eigenen 4 Wänden rauszugehen, Kooperationen zu suchen, dadurch Aufmerksamkeit zu erzeugen und Mhm. Richtig. Und und wenn man kann, also wenn man kann ja nicht immer jeder, aber wenn man kann, Besonderheiten zeigen, ne. Also Dinge, die man was was Besonderes, was man geschaffen hat mit dem Betrieb. Wie gesagt, ich habe Handwerk so kennengelernt, dass das was Sinnstiftendes ist.
Ich mache was und das muss halten, das das muss klappen, ne. Da da da ist ein Ergebnis zu sehen, das ist großartig, also wegen der Psyche auch, ne. Also das ist, das gibt mir psychosoziale Sicherheit. Ich weiß, was ich getan hab, ich sehe es und ich kann es beweisen. Jeder kann's ausprobieren oder damit was machen, ne.
Definitiv. Mhm. Jetzt hab ich so 3 abschließende Fragen, find ich, die wir versuchen, relativ kurz oder die wir versuchen, in ein, 2 Sätzen zu beantworten. Und zwar hab ich bei dir auf der Seite gefunden, Future Brand Code. Ja.
Sagt man da noch, 1, 2, 3 Sätze zum Bild. Das kann ich auch ganz schnell machen. Der Future Brandcode ist sone Art Schlüssel zum Gelingen 1 wirklichen Veränderung. Also die Unternehmen, die mich ansprechen, bekommen von mir diesen Nutzen, dass Du dein Unternehmen für die Zukunft fähig aufstellst. Das bedeutet aber, nicht mein Unternehmen muss moderner gebaut und irgendwas, ne, also baulich, substanziell, sondern eben halt die Struktur bei mir im Unternehmen.
Und vor allen Dingen, das Allerwichtigste, alle meine Mitarbeitenden, nämlich die sind die Zukunft. Und wenn wir die befähigen, das heißt hier allein bei der Einstellung schon, was ist für mich eine gute Zukunft? Was ist für mich eine gelegene Zukunft? Und dann mach ich aus all den Menschen, das nenn ich jetzt einfach mal so, Possibleisten, ja? Das heißt, Du kannst ja optimistisch für eine Zukunft denken, Du kannst pessimistisch für eine Zukunft denken.
Das sind halt diejenigen, die dann halt sagen, na ja, keine Ahnung, was da auf uns zukommt, lass mal sehen, was da auf uns zukommt oder ne, also diese Dinge. Oder Du bist der Possibleist, Du nimmst die Tür der Möglichkeit und sagst einfach, hey, ich hab verstanden, das, was ich jetzt mache, verändert die Zukunft oder beeinflusst die Zukunft. Ich bin Teil davon, ja. Und der Future Brand Code ist dieser Schlüssel, das ist ein sehr komplexes System, was ich entwickelt und schützen lassen habe dafür, dass wir eben halt die Dinge aus den internen Erarbeitungen, also die internen Aspekte, die Strukturen und die externen Strukturen, die wir erarbeitet haben, die die füge ich damit zusammen in einem sehr schnellen Prozess tatsächlich, sodass eben halt immer 2 Dinge rauskommen. Wie sind wir auch als Marke wahrnehmbar und wie wird man mich sehen, also wie will ich gesehen werden?
Genau das ist auch dann der Schlüssel für die Zukunft. So werd werd ich auch dann gesehen, das kann man beeinflussen. Und der andere ist der Arbeitgebermarkenteil. Und dem hab ich mich gekümmert seit 2014, weil ich da ja schon Vorträge gehalten hab zum Thema, oh, wir haben da bald 'n Problem, Arbeitskräftemangel, Fachkräftemangel, da kommt was auf uns zu und wir befinden uns halt, glaub ich, grade in 'nem ziemlich heißen Bereich. Ja, das das ist definitiv so.
Wir merken das grade nicht, weil die Konjunktur sone kleine Delle grade hat. Grad der Neubau ist eingebrochen und das Kaufverhalten hat sie son bisschen zurückgenommen, wenn man jetzt als Optiker oder der in diese Berufe reingeht, die eben halt nicht Bauhandwerk sind, sondern die anderen Berufe merkt man schon, eine gewisse Zurückhaltung. Oder einen, man fragt mal wieder nach dem Preis, man konsumiert nicht einfach nur, Aber das ist nur eine Momentaufnahme, denk ich, die bald wieder vorbei sein wird. Also spätestens Ende 25 hatten hat mir jetzt irgendwie jemand geswitchtert, werden die Zinsen wieder so attraktiv sein, dass wir wieder in sonem Rausch das stimmt nachher werden wir sehen, aber wenn dann das ja eintritt, dass die Zinsen so untergehen, werden wir ja wieder eine Situation erleben, wie's auch schon die letzten 10 Jahre hatten. Und dementsprechend gehen wir da raus.
So, jetzt musst Du, jetzt auch wirklich in 2 Sätzen, grade das waren 'n paar mehr, deswegen die wirklich letzten 2 Fragen an dich, hast Du uns einen Hack mitgebracht beziehungsweise für die Zuschauer einen Hack, den Du gerne weitergeben möchtest? Ein Hack, den ich gerne weitergeben möchte? Ja, der wäre letztendlich, dass man auf die Arbeitsweisen guckt, ja. Also das das, wie wie wir miteinander zusammenarbeiten. Und wenn man's schafft, dass man seine Mitarbeitenden psychosozial sicher bei sich aufgehoben weiß und dass die nachhaltig gebunden sein sollen, dann schafft man es als Heck, dass man die vielleicht einbindet.
Ich glaub, Handwerksbetriebe, soweit ich's kennengelernt hab, die machen eigentlich ihr Daily. Also jeden Morgen hat man sone kurze Gruppenzusentreff. Man spricht bei sich schnell ab, fürn Tag hat jeder alles, was er braucht, wer muss was und so weiter. Das ist super, das ist super. Bei den bei den meisten Firmen, ja, die andere Dinge machen, dann muss ich so was erst mal zeigen, dass so was gut ist, ja.
Wie gesagt, 'n Weekly wär wichtig, einmal die Woche zu gucken, wie waren wir die Woche, was können wir verbessern, weil daraus lernt das Unternehmen eine ganze Menge, also das ist ein super Hack. Ja, und das Einlassen auf digitale Technik, was halt geht. Also damit meine ich nicht nur KI, sondern auch solche Dinge, wie man seine Aufträge viel besser als Übersicht dargestellt bekommt, dass man eben diesen ganzen Excel Tabellenkrempel gar nicht braucht, weil dafür ist Excel halt nicht gemacht, ne, ne. Klar. Ja.
Das gut. Oliver, dann eine abschließende Frage. Wie siehst Du im Moment das Handwerk in der Gesellschaft positioniert? Ist es da, wie eben halt auch mit dem Handwerk in Anführungsstrichen umgegangen wird, richtig positioniert? Sollte es besser sein oder sollte man sogar etwas vom Gaspedal runtergehen?
Wie siehst Du das? Wie ist deine Einschätzung dazu? Meine Einschätzung dazu ist eine ganz deutliche, dass das Handwerk definitiv Bestärkung weiterhin benötigt. Und zwar aus dem Grund, weil ich eben halt mit vielen Unternehmen, mit denen ich zu tun hab, wo wir dringend Lösungen brauchen für für Sachen, die wirklich umgesetzt werden müssen, Mhm. So und was passiert in 1 Welt, wo nur noch ganz wenige Menschen handwerklich arbeiten wollen?
Wer macht's? Ja. Sind die Roboter schon so weit, die KI, geht das? Ich glaub, jetzt noch nicht. Da sind wir noch weit von weg, ja.
Ja. Ja. Ja, lieber, schön, dass Du hier gewesen bist, dass Du uns mal 'n bisschen Einblick hast in deine Welt und ich bin überzeugt, dass unsere Zuschauer davon auch einiges schon für sich mitnehmen können. Einfach den Impuls und die Denkanstöße, die Du gegeben hast, jetzt einfach mal zu überlegen, okay, macht ja Sinn, vielleicht das ein oder andere dann auch zu überleben. Hab mich sehr gefreut, dass Du hier warst.
Danke schön. Das war Oliver Habann und bis demnächst.