Cover: Handwerk, Werte & Nachwuchs: Warum Qualität entscheidet – mit Oliver Oettgen & Walter Bertleff

Handwerk, Werte & Nachwuchs: Warum Qualität entscheidet – mit Oliver Oettgen & Walter Bertleff

18. März 2026 18:46 Min. Zu Gast: Walter Bertleff
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Worum es geht

Keiner will mehr ins Handwerk? Oliver Oettgen und Friseurmeister Walter Bertleff halten dagegen: Das Problem sei nicht fehlender Nachwuchs, sondern dass sich das Handwerk schlecht verkauft. In dieser Folge geht es darum, warum Qualität, Werte und der Meisterbrief zum stärksten Verkaufsargument werden – und welche typischen Denkfehler Betriebe teure Fachkräfte kosten. Mit 47 Jahren Handwerkserfahrung spricht Walter Bertleff Klartext zum Nachwuchsproblem.

Das nimmst du mit

  • Das Handwerk hat kein Nachwuchsproblem, sondern ein Vermarktungsproblem – die Darstellung entscheidet über die Attraktivität.
  • Der Meisterbrief ist kein Bremsklotz, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil, den man aktiv nutzen sollte.
  • Junge Talente gehen oft verloren, ohne dass der Betrieb es überhaupt bemerkt – hier lohnt ehrliche Selbstreflexion.
  • Qualität und gelebte Werte sind heute ein stärkeres Verkaufsargument als der Preis.
  • Kunden kommen nicht von allein: Kundengewinnung ist tägliche Arbeit, kein Selbstläufer.
Aus dieser Folge
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Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

Die wichtigsten Antworten

Worum geht es in dieser Folge?
Um die These, dass das Handwerk kein Nachwuchsproblem hat, sondern sich zu schlecht verkauft, und darum, wie Qualität und Werte zum stärksten Verkaufsargument werden.
Ist der Meisterbrief noch zeitgemäß?
Laut der Folge ja – der Meisterbrief wird nicht als Hürde, sondern als größter Vorteil und Qualitätssignal verstanden.
Warum verlieren Betriebe junge Leute?
Oft passiert das unbemerkt, weil das Handwerk als Plan B dargestellt wird und Wertschätzung sowie Perspektiven nach der Ausbildung fehlen.
Wie kann ich Oliver Oettgen eine Frage zu meinem Betrieb stellen?
Über das Angebot „FragOliver“ lässt sich ein 15-minütiger Termin buchen, verlinkt in der Folgenbeschreibung.

Zu Gast

Friseurmeister

Walter Bertleff ist seit 47 Jahren im Handwerk tätig und seit über 30 Jahren selbstständig. Er steht für Qualität, Disziplin und echte Werte und äußert sich klar zum Nachwuchsproblem im Handwerk.

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Transkript

Herzlich willkommen zu Handwerk spricht. Heute haben wir Walter Bertleff hier bei uns zu Besuch. Hallo Walter. Hallo. Walter, Du bist Friseurmeister und ich hatte's schon angekündigt, ich hab 3 Thesen mitgebracht, da wo wir jetzt zunächst mal drüber sprechen.

Und zwar die 1. These lautet, Handwerk ist kein Karriereweg mehr. Es ist nur nur ein Plan b für alle, die das Studium nicht schaffen. Ja, ich würde nicht sagen, dass Handwerk Plan b ist, sondern ich würde sagen, dass das Handwerk sehr viele Chancen bietet. Und wer sich fürs Handwerk entscheidet, hat die Möglichkeit nach der Ausbildung, dann fängt erst mal das Handwerk richtig an, worauf man aufbauen kann.

Also es gibt da schon viele Möglichkeiten, ob es der Weg zur Meisterprüfung ist, in die Selbstständigkeit oder aufm anderen Wege sich hochzuarbeiten auf alle Fälle. Das Handwerk bietet viele Möglichkeiten und ist bei langem Licht 'n Plan b. Ja, sehr gut. Das seh ich auch so. 2.

These, den Meisterbrief und alte Traditionen bremsen das Handwerk aus, anstatt es voranzubringen. Also den Meisterbrief find ich nach wie vor sehr wichtig. Das ist 'n Qualitätssiegel für unser Handwerk, ja, die Bedeutsamkeit des Handwerks nach vorne zu bringen, darzustellen. Und ich find, das zeichnet das Handwerk schon aus in Bezug auf Qualität. Ja.

Die 3. These, das Handwerk hat kein Nachwuchsproblem, es macht sich selbst einfach zu unattraktiv für junge Leute. Also das Handwerk müsste besser dargestellt werden. Es muss attraktiv dargestellt werden, ob der Weg in die Selbstständigkeit führt oder einen anderen Weg einschlägt, auf alle Fälle, das Handwerk muss attraktiver dargestellt werden und dargestellt werden, was man für Möglichkeiten hat. Ja, da haben wir in den letzten Jahren leider nicht gut oder nicht genug für getan, ne.

Wir haben zwar gemacht, uns vor allen Dingen die Kamera und so weiter, die Struktur hat ja gemacht, aber offensichtlich reicht es nicht, was wir gemacht haben, ne. Ja. Ja, definitiv. Herr Walter, jetzt lass uns mal über dich sprechen. Du bist seit 47 Jahren im ja Friseurhandwerk unterwegs.

Du hast 93 deinen eigenen Salon eröffnet, übrigens in meiner Heimatstadt, da erkennen wir uns ja auch, ja. Dementsprechend bist Du ja auch sehr lange schon dabei und kannst uns jetzt gleich auch mal auf deine Reise mitnehmen, die Du hinter dir hast. Und sag mir doch mal, wie so deine Anfänge gewesen sind und vor allen Dingen, warum Du dich entschieden hast, 'n eine Sammlung zu öffnen. Ja, der Friseurberuf, das fing eigentlich an bei einem Friseurbesuch, als ich selber Kunde beim Friseur war, als Kind quasi oder als ja angehender Jugendlicher und hab dort beobachtet, wie dort gearbeitet wurde, das hat mich interessiert. Ich ging damals in die 8.

Klasse und hab, ich stand 'n Betriebspraktikum an, das hab ich dann beim Friseur gemacht und anschließend hab ich mich entschieden, eine Ausbildung zu machen. Und nach der Ausbildung hab ich dann eine Zeit lang als Geselle gearbeitet in 'nem Friseurgeschäft, Herren- und Damensalon war das gewesen. Ich hab dann hauptsächlich im Herrensalon gearbeitet und für mich stand eigentlich sehr früh fest, dass ich mich irgendwann mit einem Herrensalon selbstständig machen möchte. Und das hab ich dann, wie gesagt, vor über 30 Jahren in Galenkirchen getan und bis heute nicht bereut. Ja, das ist das Wichtigste, bis heute nicht bereut, ne.

Genau. Ja, aber ist ja auch spannend, ne. Ich hab da ja immer viel Kundenkontakt direkt und so weiter, bin nur 'n guten Austausch. Mir macht das sehr viel Spaß, zum einen das Handwerk als solches. Ich hab mich ja spezialisiert aufs Fernfach und spezialisiert da noch mal extra.

Ich hab ja ganz am Anfang, hab ich auch alles, was ich hab Dauerwellen gemacht, ich hab Strähnchen gemacht, Farbbehandlungen und so weiter. Hab das dann aber nach 'ner Zeit nicht mehr gemacht, sondern hab mich noch mehr spezialisiert rein auf den Haarschnitt und auf Bärte und so weiter. Und da hab ich von Beginn an großen Wert darauf gelegt auf Qualität, auf Service und auf die Fachlichkeit. Du setzt ja auch in deinem täglichen Tun vor allen Dingen Rasiergeräte ein. Ist das 'n traditionelle Vorgehensweise oder würdest Du sagen, dass es eigentlich sone Entwicklung, die die letzten Jahren jetzt vor allen Dingen stattgefunden hat?

Also die Haarschneidemaschine war ja immer schon im Einsatz gewesen. Ganz früher war's ja noch die klassische Handmaschine und dann wurden die Maschinen elektrisch, heute sind's ja Akkomaschinen, ich selber, schneide aber immer noch mit der Kabemaschine, weil für mich liegt sie besser in der Hand und fühl mich einfach wohler damit. Und die Maschine, bei Fassonschnitten oder exakten Konturen ist die Maschine natürlich wichtig. Viele Haarschnitte werden auch komplett mit der Maschine gemacht, aber die Schere spielt natürlich immer noch eine wesentliche Rolle. Also die Tradition mit der Schere was beibehalten Auf alle Fälle, ja.

Ja, definitiv. Sag mal, wie siehst Du denn so die Bedeutung des Handwerks, wenn man so die letzten Jahre sich das mal anschaut? Du hast eben eingangs bei den Thesen ja schon mal gesagt, wie Du es siehst, aber hol uns da noch mal ab, nimm uns da noch mal mit. Wie wie hat sich für dich die Bedeutung des Handwerks im Laufe deiner Karriere im Handwerk verändert? Dadurch ich ja 'n reinen Herren Salon habe, ich arbeite ja dort auch alleine und hat sich für mich persönlich in so etwas verändert, dass man heute nach Termine arbeitet.

Ganz zu Beginn habe ich noch ohne Termine gearbeitet, da waren auch lange längere Wartezeiten natürlich, Aber was sich bei mir wesentlich verändert hat, ist die Terminabsprache, dadurch kaum Wartezeiten. Und ansonsten, der Herrschend ist geblieben, wie er war, mit Schere, mit Maschine und Bärte wurden eigentlich auch immer schon geschnitten, sind jetzt mehr wieder im Kommen, vor allen Dingen die längeren Bärte. Rasuren wurden früher genauso gemacht. Also als ich angefangen hab, da waren sogar teilweise noch häufiger Rasuren, wie das heute der Fall ist. Also so jetzt im Herrenfach hat sich so viel nicht verändert.

Natürlich kommen andere Modefrisuren hinzu, aber im Prinzip, das klassische Handwerk ist eigentlich geblieben mit Kamm, Schere und Maschine. Mhm. Dann lass uns doch einmal rüber switchen zum Thema Werte. Sag mal, da haben wir uns ja auch schon bis oft dran drüber unterhalten, wenn ich dann bei dir als Kunde gewesen bin. Wie wie hat sich das für dich vom Gefühl her gerade in den letzten letzten Jahren jetzt noch mal geändert, was das Thema Werte angeht?

Die war ja im Grunde auch irgendwo alle vermissen an der Stelle. Genau. Die Werte finde ich schon sehr wichtig, insofern, also Werte wie beispielsweise, dass man Respekt voreinander hat, ein freundliches Miteinander, ein fürsorgliches Miteinander und im Bezug auf das Handwerk oder Beruf generell, dass gewisse Tugenden, die uns auch immer ausgezeichnet haben, auf die Perfektion, auf die Gründlichkeit, Ordnung und Zuverlässigkeit. Und das ist, denke ich, 'n bisschen abhanden gekommen und das müsste wieder 'n bisschen ins Leben zurückgerufen werden. Und da ist natürlich in erster Linie die Familie gefragt, Wertevermittlung fängt eigentlich im Elternhaus an.

Zum einen, indem man diese Werte vermittelt, aber auch Werte vorlebt. Sollte dann weiter fortgesetzt werden in der Schule, dort sollten auch Werte vermittelt werden, die auch dann da vorgelebt werden. Das zieht sich dann nachher weiter bis ins Berufsleben hinein. Und ich denke, wenn man sieht, wie sich das heute verändert hat, der Umgang untereinander, das Auftreten, Ich find, Werte ist nichts Altmodisches, sondern etwas Selbstverständliches, wo wir wieder zurückkommen sollten. Ja, ja.

Deine Sicherheit ist nicht verhandelbar. Wir setzen uns für sicheres Arbeiten ein, damit Du nach jedem Projekt gesund nach Hause kommst, Weil wir das Handwerk brauchen und weil wir dich brauchen. Gemeinsam machen wir das Handwerk stark. Gibt ja einen Unternehmer, der ja für diese Werte steht und der ja auch, sagen wir mal, sehr deutlich da in dem Punkt immer unterwegs ist, der Wolfgang Rupp. Ich weiß ja, der spielt ja für dich auch eine gewisse Rolle, zumindest mal ist es jemand, wo Du sagst, eigentlich ist das so die alte Schule und vom Gefühl her sollten wir zumindest mal wieder in in Teilbereichen wieder dahin kommen, wie er's dann auch manchmal formuliert, ne.

Ja, aber man sieht ja, dass er über viele Jahre, wo er jetzt das Unternehmen führt, erfolgreich ist in einem fachlichen Bereich, der im Prinzip ausgestorben ist. Ja. Und er ist aber immer noch da, bietet immer noch konstant die Arbeitsplätze und schätzt die Mitarbeiter auch, denn das sind ja auch die Säulen mit son Unternehmen, der überhaupt richtig funktioniert, bietet sichere Arbeitsplätze. Und das ist natürlich etwas und diese diese Werte, die er nicht nur rüberspricht, sondern auch vorlebt, ist eigentlich schon vorbildlich. Und dass das nicht ganz verkehrt ist, das sieht man ja an dem Erfolg von ihm.

Ja. Ja, da da kommt ja auch diese Frage ja wieder auf, was hat er denn anders gemacht als die anderen, ne? Ist mal, werden wir wahrscheinlich im Detail jetzt nicht beantworten können, weil wir halt nicht dabei sind, ne. Aber es hat ja schon son son Verfall der Bedeutung des Handwerks ja auch stattgefunden irgendwo, ne. Also jeder Handwerk ist irgendwo ja, 2.

Oder 3. Stelle nur noch, ne. Also jetzt haben wir vorne stehen ja ganz andere Berufe, akademische Berufe vor allen Dingen, wie hat wie er das dann wohl geschafft hat, ne. Also ist das schon interessant, von außen mal so zu beobachten, dass das wirklich dann noch funktioniert. Vor allen Dingen die ganze Region ja dann auch tatsächlich sehr, ja, dem Unternehmen nahesteht an der Stelle, ne?

Weil er, ich kann's auch nicht beurteilen, aber ich denk, dass er an gewissen Werten festgehalten hat einfach. Er hat beispielsweise in dem Stand auch Deutschland weitergewählt, ist nicht ins Ausland gegangen, produziert er ausschließlich in Deutschland. Dass das funktioniert, sieht man und er legt Wert auf Mitarbeiter. Er bildet die Mitarbeiter aus, die sich dann, alle führenden Mitarbeiter bei ihm sind ehemalige Lehrlinge und die dann durch entsprechend ihren Fähigkeiten gefördert wurden und dann auch in höheren Positionen kommen. Und genau das kann man bei uns im Handwerk auch machen.

Ich hab jetzt keine Mitarbeiter, aber wenn, denke ich mal, wenn man Mitarbeiter einstellt, erkennt, wo liegen die Stärken des Mitarbeiters, diese Stärken fördert, dann ist das ein Gewinn für den Unternehmer, für den Betrieb, aber auch ein Gewinn für den Mitarbeiter, denn er wird da gefördert, was ihm liegt, was ihm Freude macht, was ihm Spaß macht und das ist für beiden Seiten, denk ich, erfolgreich. Ja. Ja gut, jetzt musst Du dazu sagen, Du hast Du hast ja auch Belegschaft gehabt früher, ne. Ganz am Anfang. Genau, also von daher.

Also 'n bisschen hab ich da auch Erfahrung, die letzten Jahre jetzt nicht mehr, aber zu Beginn schon. Ja, ja, genau. Ja, lass uns doch vielleicht den den Wolfgang Grupp noch mal nehmen als Einleitung auch für das, was ich jetzt fragen will. Du Du schreibst ja auch Gedichte und Bücher, hast Du ja verfasst. Ich weiß ja auch, dass Du 1 an den Wolfgang Grupp geschickt hast, weil Du ja grade dieses Thema Werte ja auch relativ wichtig findest oder oder wichtig empfindest.

Wie wie bist Du denn dazu gekommen, eigentlich zu schreiben? Ja, ich hab, also wie gesagt, das ist eigentlich 'n 'n Betrieb, 'n Unternehmen, was vorbildlich ist, ne, wenn man sieht, für welche Werte er steht, wie das Unternehmen führt, wie er mit dem Mitarbeiter umgeht und welche Einstellung er zu zu seiner Tätigkeit hat. Das fand ich halt gut und da ich schreibe, hab ich gedacht, schreib Sie mal ein Gedicht, wo diese, wo, was 'n bisschen dieses Unternehmen und ihn persönlich beschreibt, hab dazu 'n handgeschriebenen Brief noch geschrieben, das alles ihm geschickt. Und ja, es dauerte eine knappe Woche, kam auch schon eine Antwort. Kam 'n Paket an, da drin war 1 1 1 Schachtel mit schwarz mit Trigema Zeichen drauf, darin 3 Flaschen, 2 Weinflaschen, eine Sektflasche, etwas dazu geschrieben und eine schöne Anerkennung und ich denke, hat es vielleicht auch gelesen und ja, mal interessant gewesen.

Jetzt bist Du also quasi, Du bist also nicht nur Künstler in deinem Job, wenn man so möchte, als als Handwerksmeister an der Stelle, sondern Du bist auch Künstler eben halt im, ist literarischer, ne? Wie kann man so sagen, ne? Ja, literarisch, ich schreib gerne Gedichte. Die Gedichte sind eigentlich Geschichten ausm alltäglichen Leben, die können mal witzig sein, die können mal 'n bisschen ernster sein, nachdenklicher, manchmal auch 'n bisschen persönlicher. Und dann kommt auch schon mal so was wie der wie das Gedicht für Trigema.

Ja. Wie viel Handwerk kommen denn deine Gedichten vor? Ist das häufig der Fall oder ist das grade eine Trennlinie sogar Handwerk jetzt. Ja. Ja, ich hab schon mal was geschrieben über 'n Biohof, ne.

Der hat son Hühnermobil und so weiter. Da hab ich schon mal was geschrieben. Und aber in der Richtung könnte aber mal eine Idee sein, da 'n bisschen weiter zu machen, vielleicht 'n bisschen mir mal Aber für mich ist wichtig, wenn ich über Betriebe schreiben würde, dann muss es auch 'n Sinn machen. Das müssen Betriebe sein, die eine gewisse Wertigkeit haben. Ja.

Wertigkeit und dann auch vielleicht für für junge Leute dann auch attraktiv. Grade die Sinnfrage wird bei den jungen Leuten häufig gestellt. Was würdest Du jungen Leuten denn gerne mitgeben, wenn Du sagst, dann mal, wenn ihr euch das Handwerk anschaut, worauf sollen jungen Leute achten? Ich glaub, es ist schon wichtig, sich bevor man 'n Beruf ergreift, sich damit auseinanderzusetzen, Gedanken darüber zu machen, in welche Richtung man gehen soll. Wo liegen die Stärken, was interessiert einen, was nicht so?

Denn 'n Beruf, den man ergreift, ist ja meistens etwas fürs ganze Leben. Natürlich kann man auch wechseln, aber wichtig ist, dass man sich fürn Beruf entscheidet, der einem liegt, der einem Freude macht. Und auch wenn das 'n Beruf ist, wo vielleicht anfangs nicht so viel Geld mit zu verdienen ist, dann aber man diesen Beruf einschlägt, diese Richtung einschlägt und mit Freude rangeht, sich dort weiterentwickelt, hat man die Möglichkeit, auch da sich hochzuarbeiten und auch dann später entsprechend Geld zu verdienen. Aber das Wichtigste ist, dass man 'n Beruf wählt, der einem wirklich Spaß macht, der einem lieb und Freude macht. Das ist zum einen für den Arbeitgeber gut, weil der motiviert, der Arbeitnehmer motiviert an die Sache drangeht Und für den Arbeitnehmer ist es auch gut, weil er dann einen Beruf hat, der ihm Spaß macht und dann auch gerne zur Arbeit geht und sich dort weiterentwickelt.

Ja, und am Ende geht's ja Qualität auch, ne. Also wenn wenn die jungen Leute dann relativ schnell lernen, wie die Berufe funktionieren und vor allen Dingen dann auch, sagen wir mal, ihre Handgriffe, egal was sie jetzt da tun, immer weiter verbessern, beschleunigen und so weiter. Wenn die Qualität sich also weiter steigert, dann ist ja ein guter Verdienst mehr oder weniger gesichert an der Stelle, ne. Denn wir brauchen ja die die, wir brauchen ja die höchste Qualitätsstufe, die wir kriegen können, ne, aktuell. Qualität hatte ich ja auch schon bei mir eingangs gesagt, dass ich sehr viel Wert lege auf Qualität, auf perfekte Herrenhaarschnitte, typgerechte Frisuren.

Ich bin jetzt über 30 Jahre selbstständig, es funktioniert nichts von alleine. Die Kunden kommen nicht von alleine, ist egal wie lang sie kommen, es ist keine Selbstverständlichkeit. Das heißt, man muss sich jeden Tag immer wieder bei jedem Kunde neu bemühen, dass man immer wieder, ja, Qualität bietet, dass der Kunde immer wieder 'n Grund hat zu kommen. Es läuft nichts von alleine, muss ich täglich darum bemühen. Ja, definitiv.

Und das wird leider oft übersehen, ne. Oft wird ja nur gesehen, kümmert sich darum, dass irgendjemand beschäftigt ist und der beschäftigte wirtschaft das Geld. Aber die ganzen Rahmenbedingungen, die rum einfach zu erledigen sind, ist sind schon erheblich und sie gehören halt nun mal auch dazu und fressen tatsächlich auch viele Kapazitäten und viel Zeit, ne. Ja, definitiv. Ja, Walter, wir kommen auch schon zur abschließenden Frage.

Und zwar die abschließende Frage ist, wenn Du die Macht hättest, das Handwerk mit 1 Entscheidung entscheidend zu unterstützen, welche Entscheidung würdest Du treffen? Das Handwerk positiver darzustellen. Wie gesagt, die Möglichkeiten aufzeigen, die's Handwerk bietet, dass mit der Ausbildung noch lange nicht noch 'n Schluss ist, sondern dass 'n Handwerk 'n schöner Beruf ist mit vielen Entwicklungsmöglichkeiten, Ausstiegsmöglichkeiten und eine wichtige Säule in unserer Gesellschaft ist. Ja. Ist 'n ist 'n sehr guter und 'n wichtiger Punkt, denn ich hab jetzt letztens 'n Bericht gesehen, dass über 80 Prozent der jungen Leute sich nicht ausreichend informiert fühlen über das Handwerk.

Und daher wissen wir ja eigentlich, dass wir ganz viel noch nachzuholen und zu verbessern haben. Deswegen ist der Punkt auch so wichtig und so wertvoll. Vielen Dank schon mal dafür. Walter, herzlichen Dank für deinen Besuch. Ja.

Hab ich sehr gefreut, dass Du hier gewesen bist. Danke für die Einladung. Sehr gerne. Das war Walter Bertleff. Heute ging's verschiedene Themen.

Es war hoch spannend, schaltet beim nächsten Mal wieder ein. In 1 Woche erscheint die nächste Folge. Liket und teilt gerne unsere Beiträge und wir sehen uns beim nächsten Mal.

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