Cover: Tom Köhler - der Unternehmergründer

Tom Köhler - der Unternehmergründer

22. November 2025 28:18 Min. Zu Gast: Tom Köhler
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Worum es geht

In dieser Folge von HandwerkSpricht erzählt Tom Köhler von seinem Weg ins und durchs Handwerk. Er gründete eine eigene Gerüstbaufirma, die er 2003 verkaufte, und rief vor knapp 10 Jahren das Deutsche Institut für Höhenzugangstechnik ins Leben – eine Unternehmervereinigung, die sich quartalsweise trifft. Ein Einblick in Unternehmertum, Gründung und Vernetzung im Handwerk.

Das nimmst du mit

  • Unternehmerisches Handwerk kann mehrere Phasen umfassen – von der Gründung über den Verkauf bis hin zum Aufbau neuer Strukturen.
  • Der Verkauf eines eigenen Unternehmens muss kein Ende sein, sondern kann Ausgangspunkt für neue Projekte werden.
  • Branchenvereinigungen wie das Deutsche Institut für Höhenzugangstechnik bieten durch regelmäßige Treffen Raum für Austausch und Vernetzung.
  • Kontinuierlicher fachlicher Austausch unter Unternehmern stärkt die eigene Position im Handwerk.
Aus dieser Folge
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Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

Die wichtigsten Antworten

Wer ist Tom Köhler?
Tom Köhler ist ein Unternehmer aus dem Handwerk, der eine eigene Gerüstbaufirma gründete und 2003 verkaufte.
Was ist das Deutsche Institut für Höhenzugangstechnik?
Es ist eine von Tom Köhler vor knapp 10 Jahren gegründete Unternehmervereinigung, die sich quartalsweise trifft.
Worum geht es in dieser Folge?
Tom Köhler schildert seinen persönlichen Weg ins und durchs Handwerk, seine Firmengründung und den späteren Aufbau einer Unternehmervereinigung.
Was macht seine Unternehmerreise besonders?
Er durchlief mehrere Stationen – Gründung, Verkauf und den Aufbau einer branchenübergreifenden Vereinigung – und teilt die dabei gewonnenen Erfahrungen.

Zu Gast

Unternehmer und Gründer

Tom Köhler gründete eine eigene Gerüstbaufirma, die er 2003 verkaufte, und rief vor knapp 10 Jahren das Deutsche Institut für Höhenzugangstechnik ins Leben.

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Transkript

Herzlich willkommen zur Handwerk spricht Ihrer Sendung, die Wirtschaft, Politik und die Gesellschaft, mit dem Handwerk verbindet. Und ich freu mich heute besonders. Tom Köhler ist heute bei mir zu Gast. Tom, Du bist erfahrener Unternehmer, Du bist Unternehmensberater, Du bist Coach, Du bist im im in der Höhenzugangstechnik, im Gerüstbau viel unterwegs gewesen. Nimm uns doch einmal mit, stell dich doch mal kurz vor und sag uns mal, was Du so alles in deinem Leben schon gemacht hast.

Mein Name ist Tom Köhler, ich bin eigentlich Handwerker. Ich hab ursprünglich Schlosser gelernt, hab dann Maschinenbau studiert und die Gnade der späten Geburt während meines Studiums hat sich mein bester Freund selbstständig gemacht mit 'ner Großbaufirma. So habe ich quasi mein Studium finanziert und gleich nach dem Studium eine eigene Gerüstbaufirma gegründet. Die hab ich dann 2003 verkauft und seitdem bin ich Berater hauptsächlich in dieser Branche. Und nachdem ich das mal son paar Jahre gemacht hab, hab ich zu meinen Mandanten gesagt, eigentlich erzähl ich zu 80 Prozent immer das Gleiche.

Prozessthemen, Orgathemen. Es wiederholt sich unabhängig von der Unternehmensgröße und hab dann mal 'n paar Mandanten angesprochen und hab gesagt, wenn ihr euch zu zehnt gleichzeitig an einen Tisch setzt, seid ihr erstens mal zusammen schlauer als ich bin. Und das, was ich dann noch zu erzählen habe, ist quasi nur noch ein Zehntel der Kosten. Und wir haben dann oder ich hab dann vor 10 Jahren das Deutsche Institut für Höhenzugangstechnik gegründet, eine Unternehmervereinigung oder 'n Unternehmerzusammenschluss, die sich einmal im Quartal treffen und darüber hinaus machen wir sogenannte Mastermindkurse oder Mastermindgruppen. Das Mastermindkonzept bezieht sich eben auf eine Art kollegiale Beratung, die üblicherweise inhomogen ist.

Das heißt, ein Dachdecker, 'n eine Friseurin, 'n However. Und wir haben das quasi homogen auf eine Branche übertragen und haben quasi reine Gerüstunternehmer beziehungsweise Unternehmer, die eben mit Höhenzugstchnik zu tun haben. Dazu zählen eben Aufzugs- und Hubülenvermieter zusammengeschlossen und haben 2002 das 1., 2002, stimmt gern, 2022 das 1. Start-up Stucato gegründet oder mitgegründet, die Betaphase betreut und damit, glaube ich, für diese Branche einen sehr wichtigen Beitrag für das Thema Digitalisierung geleistet. Wir machen einmal im Jahr ein sogenanntes Innovationsforum und dieses Jahr haben wir uns mit all unseren Mitmachern, wir haben keine Mitglieder, sondern nur Mitmacher, weil davon lebt's, ja.

Haben nicht mal 'n Mitgliedsantrag, sondern wer dieses Jahr dabei ist, der kriegt am Anfang des Jahres eine Rechnung und dann passt das. Und das Ergebnis des Forums waren 3 Themen, denen wir uns fokussiert, denen wir uns zuwenden, fokussiert. Das eine ist KI im Alltag. Das 2. Ist eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch Kooperation, das kommt dem Handwerk oft zu kurz.

Und das 3. Ist die Frage, welche neuen Geschäftsmodelle gibt es in 1 sich agil veränderten Welt? Und da haben wir für jedes Thema einen Unternehmer, der als Pate dafür, sich dafür einsetzt und das ganze Thema auch treibt. Das ist so 'n Kurzaufriss dessen, was ich so die letzten 20 Jahre gemacht hab. Ja, jetzt hast Du mir schon eine Riesenvorlage gegeben.

Ich könnt jetzt 1000 Fragen stellen, aber fangen wir mal fangen wir mal vorne an. Im Grunde ist für dich dieses Thema Netzwerken. Das ist so das, wo die Basis ja mitgelegt wird. Wie wichtig oder für wie wie für wie elementar empfindest Du das Thema Netzwerken im Handwerk und Netzwerk im Handwerk? Na, ich glaub, wenn wir da 'n kleinen Blick zurückwerfen, wo das Handwerk herkommt, dann haben sich Handwerker ja schon seit dem Mittelalter in Innungen oder zünften Gilden zusammengeschlossen.

Das waren, glaub ich, ja die ersten Netzwerke, die hauptsächlich damit zu tun hatten, eine gewisse Qualität zu sichern, das Ausbildungswesen, also die Ausbildung auf einem gewissen Niveau zu haben und natürlich auch sich das Thema Wettbewerb regional 'n Stück weit zu kümmern. Und ich glaube, außer dass die Art und Weise, wie Netzwerke heute funktionieren, also eben oftmals digital sind beziehungsweise gar nicht mehr so regional, wie das Zünfte früher waren, Es kommt auch oder der größte Nutzen ist letztendlich und das steht auf unserer Webseite ganz oben drauf, ne, was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen. Also ob das jetzt Einkauf ist oder grade technologische Entwicklung, wir haben einen gemeinsamen Monteurpool, also Thema Fachkräftemangel an der Stelle, ist in einem Verbund und vor allen Dingen flächendeckend leichter, als wenn das 1 macht. Also es gibt, da könnt ich jetzt den halben Nachmittag erzählen, sehr, sehr viele Gründe. Und ich frag mich, warum das Netzwerken im Handwerk doch nach meiner Wahrnehmung eher zäh ist.

Also wir zum Beispiel haben 3000 Betriebe, 3000 Gerüstbaubetriebe in Deutschland. Und ich glaube, in der Innung Schrägstrich Bundesverband Gerüstbau sind es knapp 800 oder knapp über 800 Mitglieder. Das heißt, es scheint nicht so leicht zu sein, Handwerker von der, sag mal, von den Vorteilen von Kooperation und Netzwerk zu überzeugen. Ja, ist erstaunlich, ne. Wobei doch die die die Kraft 1 solchen Verbindung ja, auch wie Du sie jetzt beschrieben hast, man hat man hat ein Mitarbeiterpool, man man man kann unter hübschen Ressourcen austauschen, man kann sich ja miteinander austauschen, von und miteinander lernen, ist ja eigentlich der größte Mehrwert, den man haben kann, ne, die persönliche und betriebliche Weiterentwicklung zu gewährleisten auch, ne.

Und das kann ich supergut aufmachen. Es sind nämlich genau diese 2 Dinge, die persönliche und die Entwicklung des Unternehmens. Denn ich kenn jetzt deinen Betrieb nicht, ich weiß allerdings, dass Du hier auch 'n Handwerksbetrieb hast. Nach meiner Beratererfahrung ist es, der Betrieb ist so, wie der Unternehmer ist, ne. Wenn das ein technikaffiner Mensch ist, dann kannst Du das am Lager, an der Logistik sehen.

Wenn's ein BWL affiner ist, dann siehst Du das an der Organisation. Und insofern halte ich diese Persönlichkeitsentwicklung grade im Handwerk für elementar. Und das war 1 der Gründe, warum wir mit diesen Mastermindgruppen gestartet sind. Und der 2. Punkt ist mal die Frage, wenn Du die Themen, die Du täglich im Alltag hast, nicht mit nach Hause nehmen willst, also sprich, diese nicht mit deiner Frau, deiner Familie spiegeln willst, Frage, mit wem kannst Du das tun?

Mit deinen Mitarbeitern wirst Du das nur bedingt können und das ist so nach meiner Erfahrung etwas, wo die Jungs sich richtig freuen, auch auf Präsenztreffen, die wir einmal im Quartal machen, obwohl jeder einen rappelvollen Terminkalender hat, merke ich jedes Mal, die Jungs freuen sich erstens mal, diesen Austausch zu haben und dann auch Wir achten darauf, dass wir jetzt nicht Betriebe haben, die genau in der Nachbarschaft sind, sondern wir haben angefangen mit aus jedem Bundesland einen Betrieb, dann auch wirklich in aller Offenheit darüber sprechen, wo der Schuh denn tatsächlich drückt und dabei feststellen, der Schuh drückt fast immer an der gleichen Stelle. Und das ist eigentlich der größte der größte Hebel, zu sagen, Du, wie hast Du dieses Thema gelöst, statt try and error selbst noch mal zehnmal anzufangen, zu sagen, okay, ich weiß zumindest mal auch. Und das ist ein wichtiger Punkt, wir lernen auch durch das gemeinsame Scheitern. Also wenn ich weiß, wie's nicht funktioniert, muss ich diesen Weg ja nicht noch mal einschlagen und das Lehrgeld, das Du bezahlt hast, wenn Du offen bist, mir gegenüber, das kann ich mir sparen. Genau.

Und ich kann von den Informationen, die ich ja dann bekomme, insofern profitieren, dass ich mir überlegen kann, was passt für mich und für mein Unternehmen aus den Informationen, die ich grade bekommen hab, wo das in dem anderen Betrieb offensichtlich ja dann im Nachgang mit funktioniert hat, ne? Ja, ja. Da gibt es eine früher in der in den Neunzigern gab's mal son Werbespruch der Deutschen Bank, Vertrauen ist der Anfang von allem. Mhm. Und das ist letztendlich auch ein wesentlicher Netzwerkpunkt, wenn Du dich fürchten musst, dass zum Beispiel dein dein Gesprächspartner dir Personal abwirbt oder ähnliche Dinge macht, die da draußen im Alltagsleben eben alltäglich sind, dann wird es nix mit dem Thema Netzwerk.

Ja. Und ich glaube, das ist eine unserer unserer wesentlichen Vorteile. Wir fangen ritualisiert mit Persönlichkeitsentwicklung an und haben dann für den zweiten Termin einen Notfallkoffer vorbereitet. Das heißt, eine ziemlich lange Checkliste, die persönlich anfängt mit der Patientenverfügung, 'n Testament und was es eben auf der privaten Schiene braucht und das Gleiche entsprechend länger mit dem Unternehmen, sodass wenn der traurige Moment eintritt, der bei uns letztes Jahr eingetreten ist, dass 1 unserer Kollegen mit 49 plötzlich verstarb, zumindest mal geregelt ist, dass das Unternehmen weiterläuft. Und das geht dann von Passwort bis hin, wo ist der LKW Schlüssel?

Nach dem organisatorischen Teil war dann in dieser Gruppe 'n Stück weit stillefennen Moment Und dann, das hat mich sehr berührt, sagt 1, wir vereinbaren jetzt, dass wenn einem von uns etwas passiert, die jeweils anderen mit ihrem Know how und mit allen Ressourcen, die sie haben, die Familie unterstützen, denn der Großteil aller Handwerksbetriebe sind eben Familienunternehmen. Ja. Und an der Stelle will ich gleich mal 'n bissel Werbung für unsere Runde machen. Wir haben die Firma Warner, die ist, glaub ich, achtzehnhundertdreiundfünfzig gegründet, die Firma Shimmer achtzehnhundertdreiundsiebzig Und 1 der, ne, 1 der Hobbys, die ich habe, ist mal nachzugucken, was unterscheidet 'n Familienunternehmen, das achtzehnhundert irgendwie gegründet wurde und heute in achter Generation existiert. Sprich, damals war der Kaiser noch 'n kleiner Junge und seitdem hatten wir 2 Weltkriege und unzählige Krisen.

Und andere Unternehmen, die es nicht in die 2. Oder in die 3. Generation schaffen. Da gibt's, ähnlich wie bei 'ner Insolvenz, nicht nur einen Grund, sondern eine Vielzahl von Gründen. Und die liegen oftmals in der Persönlichkeit des jeweiligen Unternehmers.

Und der Frage, wie geborene ich das Unternehmen in die nächste, in die nächsten Hände? Handwerk ist Zukunft. Es ist smart, vielfältig und verdient Respekt. Wir kämpfen für ein neues Image und für die nächste Generation von Fachkräften. Zusammen machen wir das Handwerk zu einem der besten Arbeitsplätze der Welt.

Tom, Du hast ja jetzt grade gesagt, dass die, ja, die anderen Unternehmerinnen, Unternehmer, die bei euch tätig sind oder im Kreis mit drin sind, in Notsituationen eben halt für die anderen einstehen. Jetzt haben wir's sehr aus Unternehmen ja bezogen oder Du hast gesagt, wie wichtig's fürs Unternehmen ist, aber das ist ja auch verdammt wichtig für die Familie, die grade eben halt 'n Schock erlebt. Und grade da, glaub ich, kommt noch mal die die zusätzliche Stärke 1 solchen Vereinigung da noch mal heraus oder stellt sich heraus dabei. Wie wie, ja, wie hast Du das wahrgenommen jetzt, ohne jetzt in die Tiefe gehen zu wollen, aber wie hast Du das für dich wahrgenommen? Du hast beschrieben, ihr habt 'n Fall gehabt jetzt da.

Hat das geholfen? War das war das, ist das ein 1 Ansatz, den man auf jeden Fall wählen sollte, wenn man unternehmerisch tätig ist? Würd ich schon sehr stark zuraten, dann auch gerade an der Stelle. Ich meine, wir sollen jetzt gar nicht den jetzt hier erwähnten Trauerfall nehmen. Das kann ja 'n Autounfall sein oder irgendetwas, was den Unternehmer daran hindert, eben mal längerfristig nicht tätig zu sein.

Dann die meisten, grade in Handwerksbetrieben ja, die 2. Führungsebene meistens etwas schwach ausgebildet ist, ist eben oft dort die Kompetenz, die eben fehlt. Ob das jetzt Auftragsmanagement ist oder Einkauf oder Ähnliches, aber all das, was im Prinzip beim Unternehmer liegt, ist schon, ich wüsste jetzt gar nicht, woher. Ansonsten auf auf die Schnelle jemand, ne, es gibt Interimmanager, die kriegst Du aber so schnell jetzt nicht bei. Ich wüsste gar nicht, wie das anders läuft.

Entweder läuft's eben deutlich langsamer oder fang ich mal bei der bei den Wenigen an der Spitze an, die eben eine so gute Organisation haben. Mir fällt da, weil Du's im Vorgespräch erwähnt hast, Herr Walter Stuber ein, der ja auch bei dir schon mal im im Interview war, der im Prinzip sagt, ich kann mich so viele Dinge kümmern, weil ich Schlagwort schon so lange am Unternehmen statt im Unternehmen gearbeitet habe und es im Prinzip egal ist, ob ich da bin oder nicht. Ich glaube, diese Situation haben eben nur sehr, nach meiner Wahrnehmung, sehr wenige Handwerksunternehmer erreicht und ich glaube, darin liegt die Antwort auf deine Frage, genau dies auszugleichen, ähnlich wie mitm Austausch, mit wem wer hat das Know how, wem kannst Du das Vertrauen schenken? Und durch eben diese regelmäßigen Mastermind Treffen ist eben auch eine sehr tiefe Freundschaft entstanden. Heißt also im Umkehrschluss auch eine Versicherung für die Familie, wenn dann so etwas passiert, ist dann quasi das, was die Rahmenbedingungen dann hergibt, ne?

Hab ich so noch gar nicht gesehen und so kann man das auf jeden Fall sehen, glaub ich, eher eine Zusicherung als eine Versicherung. Ja. Ja, auf jeden Fall. Ja. Und wie gesagt, auch sehr hochwertig.

Die kann man gar nicht Verlässlich. Groß genug beschreiben, weil grade wenn man in diesem transparenten Austausch ständig ist, sind ja auch alle in einem anderen Modus als zum Beispiel ein Interingsmanager, der dann von außen dazukommt und eben, ja, seine Eigenschaften, seinen Charakter oder so dann in dieses Unternehmen wahrscheinlich einbringen muss, überhaupt in der Lage zu sein, das Unternehmen in irgend 'ner Form zu schützen oder weiterzubringen oder zumindest mal so lange aufrechtzuerhalten, bis eben mal die Wege für die Zukunft beschrieben wird, ne. Absolut. Du sprachst doch eben die unter den 3 Punkten, da haben wir ja jetzt den Punkt 2 ja, wenn man so möchte, ja son bisschen hervorgehoben. Da sprachst Du aber auch das Thema Digitalisierung und künstliche Intelligenz an als wichtigen Baustein.

Nimm uns da mal mit, wie wie wie siehst Du da die Zukunft im Handwerk? Was meinst Du, was erwartet uns da? Und vor allen Dingen auch, wie sollten wir als Handwerksbetriebe damit umgehen? Das ist eine interessante Frage. Ich fang mal anders an.

Ich glaube, die Technik beziehungsweise die digitale Technologie ist so weit in unser Leben vorgedrungen, dass mein vierzehnjähriger Sohn bei Zalando Schwur bestellt oder weiß der Teufel, was kann im Internet sich nicht nur Informationen beschaffen und und Dinge bestellen, sondern damit auch ganz natürlich umgeht. Und diese Natürlichkeit im im Umgang, das fehlt in meinen Augen in in einigen Betrieben da, sagen wir sowohl die Technologie nicht so weit ist, wie sie heute sein könnte, es vor allen Dingen eine gewisse Scheu gibt, die also von den mit auch der Mitarbeiterseite auch, die die Technologie ist ja da. Wie gesagt, mein mein Thema ist, wenn ich dann mit Unternehmern spreche, die sagen, oh, oh, meine Monteure wollen nicht mit 'nem Tablet arbeiten, wo ich sag, Du, wenn die zu Hause sind, genauso wie 90 Prozent plus unserer Bevölkerung, die hängen den ganzen Tag an dem Bildschirm. Also es muss ein 1 innere, 1 1 1 innere Sperre geben, die dazu führt. Und an der Stelle setzen wir an, indem wir zum Beispiel mit dir und Michael Heidkötter die Initiative KI trifft Handwerk gegründet haben, wo wir uns dafür einsetzen, Learning by Doing einfach mal zu schauen, wenn Du siehst, wie viel Arbeitserleichterung das wirklich bringt und wie im Prinzip wie einfach es ist.

Und wenn ich auf der anderen Seite das verknüpfe mit dem Thema Fachkräftemangel, der oft ja auch daran liegt, wenn unsere Bauleiter 60 Stunden plus in der Woche unterwegs sind, wer bewirbt sich dann auf sone Stelle? Sprich, es ist unsere Aufgabe als Unternehmer auch dafür zu sorgen, dass wir zeitgemäße Werkzeuge, zum Beispiel KI Assistenten zur Verfügung stellen, unseren Mitarbeitern das Leben lebenswerter zu machen und auch dem Thema Work Life Balance aktiv zu begegnen. Das hat nicht nur mit der Forderung nach, keine Ahnung, Viertagewoche oder etwas in der Richtung zu tun, sondern auch der Frage, wie kann ich den by the way ja immer steigenden Organisations- und Orgaaufwand so in die Woche bekommen, damit die Leute halt auch so etwas wie 'n Privatleben haben. Ja, lass uns mal ein Szenario ganz kurz noch mal mal durchspielen. Ich, mir schürt immer so vor, aber bei mir im Unternehmen ist immer dieses Thema Arbeitssicherheit.

Für mich gibt's da 2 Varianten, einmal die Dokumentation der Arbeitssicherheit und auf der anderen Seite das gelebte die gelebte Arbeitssicherheit. Und die gelebte Arbeitssicherheit mein ich jetzt an der Stelle gar nicht, weil ich glaub, da da sind wir alle alt genug zu zu wissen, das Menschenleben hat, oh, höchste Priorität, deswegen leben wir den Arbeitsschutz so hoch, wie es geht. Ich bin bei dieser Dokumentation. Ich trenne das, weil ich nicht das Gefühl hab, dass es übereinstimmt miteinander, weil oft ist das Gelebte besser als die Dokumentation, also zumindest mal in den meisten Betrieben. Und meinst Du zum Beispiel jetzt grade in sonem Fall, könnte eine 1 künstliche Intelligenz, könnte eine 1 Unterstützung genau für diesen Bereich zum Beispiel Arbeitssicherheit ein Meilenstein sein?

Da auf jeden Fall. Wir haben jetzt dieses Jahr angefangen, künstlich also KI Assistenten für unsere Bauleiter zu entwickeln, die beispielsweise aufgrund der Daten aus der Bauakte in der Lage sind, eine Gefährdungsbeurteilung tatsächlich der Baustelle angepasst zu entwickeln statt, ich glaube, das ist das, was Du besprochen hast aus Zeitgründen, eine Vorlage anzukreuzen, so wie alle eben angekreuzt sind, eine Dokumentation überhaupt zu haben, sondern an der Stelle auch die tatsächlichen Gefährdungen, auch da wieder in einem automatisierten Prozess den Mitarbeitern auch in der Besprechung des jeweiligen Tages nahezubringen. Und da ist ja auch oftmals nicht die Frage, 2 DIN-a-vier-Seiten durchzulesen, sondern mal zu schauen, okay, was sind in der Regel die 3 wichtigsten Punkte? Und da die die Mitarbeiter direkt zu fokussieren beziehungsweise zu sensibilisieren und den Bauleitern oder letztendlich denen, die für die Dokumentation zuständig sind, eben halt auch eine Arbeitserleichterung zu bieten. Ja, eine massive Arbeitserleichterung.

Das gilt ja dann auch nicht nur für den Bereich. Ich hab den jetzt noch mal rausgenommen. Ich glaube, der ist bei allen der 1 der unbeliebtesten Teile, die wir haben in der Dokumentation tatsächlich. Das gilt ja noch für ganz andere Sachen. Es gilt sehr weit.

Es könnte ja sogar so weit gehen, dass man zum Beispiel Kalkulationen demnächst künstlicher Intelligenz entrichten beschleunigt und das nach vorne bringt. Jetzt sparst Du eben noch einen Punkt an, und zwar möcht ich den auch noch mit dir kurz beleuchten, und zwar das Thema Nachfolge. Mhm. Ist für mich auch 'n absolut wichtiges Thema, denn ich glaub, das weißt Du gar nicht. Ich hab ja selber 2 Nachfolgend erlebt.

Einmal die Übernahme vom Namensgeber des Unternehmens und einmal dann die, ja, mitselbst initiierte Übergabe an mich von meinem Vater, wenn man so möchte. Wir haben ja 15 Jahre den Betrieb oder 13 Jahre den Betrieb, war er bei meinem Vater angesiedelt. Und jetzt hab ich den vor 'n paar Jahren übernommen und hab 2 Seiten 1 Übernahme erlebt, wie man sie dann eben halt so was so so erleben kann halt, ne. Also ich hab da beide Seiten gesehen. Du hast es auch identifiziert als einen wichtigen Faktor.

Wir müssen handlungsfähig bleiben, also brauchen wir Nachfolgerinnen, Nachfolger für die Zukunft für Handwerksbetriebe. Wie wie wie wie wie bearbeitet ihr den Punkt? Wie nehmt ihr den euch vor? Ich hab den Fokus auf Nachfolge seit über 20 Jahren. Das heißt, ich begleite Unternehmer dabei, ihre Nachfolge vorzubereiten und auch umzusetzen.

Und ich glaube, nach meiner Erfahrung gibt es grob 2 Arten von Unternehmern. Also eine ist der, der mich an Ostern anruft und sagt, ich will an Weihnachten aufhören. Wie machst 'n das? Machen wir das mit der Nachfolge? Und die anderen, die eben das Ganze doch frühzeitig angehen und als Berater kann ich sagen, alle organisatorischen Themen in einem Unternehmen kannst Du unter dem Thema Nachfolge susummieren, Denn entweder, Du hast Kinder wie in deinem Fall.

Wenn Du deine Kinder lieb hast, möchtest Du dem keine saloppformierte Scheißbude übergeben, die Stress bereitet und, und, und. Und wenn Du das Ganze aus wirtschaftlichen Aspekten betrachtest, wirst Du am Markt nur dann einen guten Preis für dein Unternehmen erzielen können, wenn die Organisation und auch da, Stichwort 2. Führungsebene, auch funktioniert. Das heißt, mit den Beraterthemen, Prozessoptimierung und Ähnlichem angefangen, haben wir Größenordnung, sagen wir 3 bis 4 Jahre, die es braucht, auch die Mannschaft letztendlich so aufzustellen, dass es, sagen wir mal, nachfolgefegt wird beziehungsweise auch da ist mein Erstgesprächsding zu sagen, Du, wenn ich dich jetzt einlade für einen dreimonatigen Urlaub und dann an Weihnachten deine Sekretärin anruft und sagt, machen wir die Weihnachtskala wieder in rot wie letztes Jahr oder eher in grün, dann ist dein Unternehmen was wert. Wenn wir beim Weg auf die Autobahnauffahrt schon die ersten Anrufe kriegen mit Chef dringend, würd ich sagen, an der Stelle müssen wir da noch mal bissel genauer draufschauen.

Sprich, das ist jetzt mal die organisatorische Seite. Und die andere ist, ich bin neunzehnhundertfünfundsechzig geboren und das heißt, meine, die meisten meiner Mandanten sind mit mir alt geworden. Und als Letzter der Boomer Generation ist Fakt, nach uns kommt ja auch gar keiner mehr. Das heißt, an der Stelle gibt's auch eine bittere oder die Verbindung beider Erkenntnisse ist eine bittere Wahrheit. Es wird ein Teil der heute existierenden Handwerksunternehmen die nächsten 5 Jahre nicht überleben.

Schlichtweg, weil es keine Nachfolger gibt und weil die wenigen als Unternehmer geeigneten Nachfolger eine große Auswahl haben und auch da, mich, ne, die werden sich nicht für eine Scheißbruder entscheiden, sondern die die haben die Wahl. Und aus dem Grund wird wird es da für viele Handwerksbetriebe außer der Schließung keine Alternative geben. Das heißt im Grunde, wenn man's so auch noch mal auf aufn Punkt bringen möchte, ist es ja eigentlich so, dass die Aufgabe des Unternehmers, an Unternehmerin ist, den Betrieb ab dem ersten Tag der Übernahme auf die Nachfolge vorzubereiten. So kann man's eigentlich festhalten, weil man auf dem Weg dahin ja jeden Stein umdreht und prüft und eben halt das Unternehmen auch entsprechend weiterentwickelt. Und sie ist so ja dann auch von der Selbstständigkeit zum Unternehmertum entwickelt.

So konnt man das doch grob in zusammenbringen, ne? Ja, ich mein, im Prinzip ist es ja im Handwerk so, dass Größenordnung unabhängig vom Gewerkschaft 80 Prozent der Unternehmer, Kleinunternehmer sind, sprich so eine halbe Million Umsatz, maximal 5 bis 10 Mitarbeitende, von denen die meisten irgendwie Familienangehörige sind. Das ist mal strukturell das Thema. Also selbstständig oder Unternehmer arbeite ich im oder am Unternehmen. Und ich glaube, auch da ist das Thema Persönlichkeit, ja, ein wichtiges.

Sprich, ist es jemand, der sagt, es geht mir in erster Linie mich und wenn ich, sag ich jetzt mal, das Rentenalter erreicht hab, dann verkauf ich das, was bis dahin da ist und mir egal? Mhm. Oder bin ich eben die Art von Unternehmer, der sagt, ich möchte zum Beispiel für meine Kinder oder auch ganz für mich etwas hinterlassen, was Bestand hat? Und das merke ich in der Beratung relativ schnell, ob es 'n Unternehmer, der Kategorie a oder b ist. Ja, ist 'n schönes Schlusswort zu dem Thema, denn wir kommen auch so langsam zum Ende.

Tom, ich hab noch 2 abschließende Fragen an dich. Die 1. Frage lautet, hast Du einen Hack für unsere Zuhörer, Zuschauerinnen und Zuschauer? Was genau ist 'n Hack in welche Richtung? Ein Tipp, den Du jedem mitgibst, der sich in irgendeiner Form im Handwerk weiterentwickeln möchte.

Wenn Du dich im Handwerk entwickeln willst, dann sag ich, guck dich schon mal in der Meisterschule welche Kollegen Du triffst, mit denen Du gut kannst. Schließ dich mit denen zusammen und tausch ich mit denen aus. Wenn da das nicht möglich ist, es gibt viele Hersteller, bei uns sind sie Gerüsthersteller beispielsweise oder andere Industriebetriebe, die die so was wie Stammtische anbieten und da eben den Branchenaustausch fördern. Und das Nächste ist, geh mit der Zeit, sonst gehst Du mit der Zeit. Ja, danke dafür schon mal.

Dann kommt Frage 2. Wie siehst Du im Moment das Handwerk in der Gesellschaft widergespiegelt? Ist das Handwerk vom Stellenwert her gut angesiedelt oder sagst Du, es könnte besser sein? Wenn ich auf die Ausbildungsquoten schaue und sehe, wie viele Ausbildungsplätze seit Jahren frei sind, dann hat es nicht nur eben mit dem Boomer und eben dem gesellschaftlichen Wandel zu tun, sondern auch, dass im Vergleich zu den Vorjahren viel mehr Leute, sagen wir mal, Büro oder Studium andere Dinge machen und das Handwerk an der Stelle gesellschaftlich schlichtweg einen geringeren Stellenwert hat. Das mir persönlich überhaupt sich nicht erschließt, denn Punkt 1 ist das Rückgrat der Gesellschaft.

Es gibt die Familienunternehmer, die eben meistens Handwerkunternehmer sind, beschäftigen machen am meisten Ausbildungen und sind vor allen Dingen regional die Unternehmer, die Vereine unterstützen und eben das gesellschaftliche Leben auch mitprägen. Ich find das auch, ganz ehrlich, ich find es kacke und das ist auch 1 der Gründe, warum ich mich fürs Handwerk so einsetze. Es gibt 'n paar sehr schöne Handwerksinitiativen, die von der Handwerkskammer, wo Du siehst, dass letztendlich die Häuser zusammenfallen und die Klamotten weggehen und die Menschen quasi ohne Handwerk überhaupt gar nicht mehr lebensfähig sind. So Initiativen brauchen wir mehr. Und ich könnte mir vorstellen, dass die Entwicklung, die wir aktuell haben, sprich ein 1 Abwanderung von Industrie, auch eine Renaissance für das Handwerk sein kann.

Das ist schönes Schlusswort, Tom. Mhm. Ja, danke, dass Du hier bei uns gewesen bist. Sehr, sehr geehrte. Es war eine tolle Folge mit dir und wir sehen uns bestimmt bald wieder.

Ganz sicher. Ja, das war Tom Köhler. Herzlichen Dank fürs Zuschauen und bis bald.

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