Cover: Hat das Handwerk wirklich ein Nachwuchsproblem? – Klartext mit Oliver Oettgen und Germán González-Arias

Hat das Handwerk wirklich ein Nachwuchsproblem? – Klartext mit Oliver Oettgen und Germán González-Arias

8. Mai 2026 22:52 Min. Zu Gast: Germán González-Arias
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Worum es geht

Fachkräftemangel im Handwerk ist in aller Munde – doch warum kehren junge Menschen dem Handwerk tatsächlich den Rücken? In dieser Folge von „Handwerk spricht“ redet Maler- und Lackierermeister Germán González-Arias mit Oliver Oettgen Klartext über falsche Denkweisen, fehlende Wertschätzung und die Frage, warum Handwerk viel mehr ist als nur ein Job. Es geht um Perspektiven statt Befehle, Motivation statt reinem Gehalt und darum, wie Betriebe Nachwuchs halten können.

Das nimmst du mit

  • Handwerk ist kein „Plan B", sondern eine Karriere mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten bis zum Experten-Level.
  • Viele Betriebe verlieren Nachwuchs bereits, bevor die Ausbildung überhaupt beginnt – der Ansatz muss also früher greifen.
  • Nicht Tradition ist das eigentliche Problem im Handwerk, sondern Stillstand und mangelnde Weiterentwicklung.
  • Motivation, Perspektiven und echte Führung sind für junge Menschen heute wichtiger als das reine Gehalt.
  • Betriebe können von Ehrenamt und Gemeinschaft lernen, um Wertschätzung und Zusammenhalt zu stärken.
Aus dieser Folge
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Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

Die wichtigsten Antworten

Hat das Handwerk wirklich ein Nachwuchsproblem?
Die Folge hinterfragt den pauschalen Fachkräftemangel und argumentiert, dass es weniger an fehlendem Interesse als an falschen Denkweisen, fehlender Wertschätzung und mangelnden Perspektiven liegt.
Warum verlieren Betriebe ihren Nachwuchs?
Laut der Folge gehen viele Betriebe Nachwuchs bereits verloren, bevor die Ausbildung startet, und junge Menschen suchen Perspektiven statt Befehle sowie echte Führung statt nur Gehalt.
Ist Handwerk ein „Plan B"?
Nein, González-Arias betont, dass Handwerk keine Sackgasse ist, sondern eine Karriere mit unendlich vielen Möglichkeiten und dem gleichen Stellenwert wie akademische Berufe verdient.
An wen richtet sich diese Folge?
Sie richtet sich an Handwerksunternehmer, Ausbilder und alle, die sich für die Zukunft des Handwerks und die Gewinnung und Bindung von Nachwuchs interessieren.

Zu Gast

Maler- und Lackierermeister, Unternehmer, Ausbilder, Energieberater und angehender Sachverständiger für Bauforensik

Germán González-Arias lebt seit über 25 Jahren Handwerk mit voller Überzeugung – von der Baustelle bis zum Ehrenamt. Sein Ansatz: Handwerk ist keine Sackgasse, sondern eine Straße voller Möglichkeiten.

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Transkript

Herzlich willkommen zu Handwerk spricht. Eine neue Folge heute mit German Gonzanis Aries. Schön, dass Du hier bist, dass Du Absolut. Wahllagerung gefolgt bist und wie ich schon angekündigt, ich hab 3 Thesen, wo Du bitte gerne mal ein Feedback von deiner Sicht ausgibst. Und zwar die 1.

These, Handwerk ist kein Karriereweg mehr. Es ist nur noch ein Plan b für alle, die das Studium nicht schaffen. Oh, das stimmt so nicht ganz, weil Handwerk hat Ich kann da aus meiner eigenen Geschichte erzählen. Ich hab die Schule relativ früh beendet, weil nur Sitzen und Zuhören war nicht mein Ding und hab mich dann entschlossen, eine Lehre zu beginnen als Maler und Lackierer. Das hab ich dann gemacht.

Hab dann eine Zeit lang in dem Beruf gearbeitet und hab dann gemerkt bei den Organisationen, innerhalb der Baustellen, dass mein Interesse in vielen Bereichen dann geht. Hab dann gesagt, okay, dann mach ich mal den ADA Schein, also den Ausbilderschein, dass man dann guckt, wie ist das mit der Schule und hab das dann gemacht und hab dann Abendschule in meiner ADR gemacht, bestanden, hat mir Spaß gemacht und hab gesagt, okay, dann mach ich dann Vollzeit den Meister. Das hab ich dann gemacht und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, sehr viel Freude, weil das 'n ganz anderes Label war. Also es ist nicht die klassische Geschichte, ich bin jetzt Handwerker und oder nur Arbeiter, sondern ich muss selber meinen Eiweißcomputer da oben einschalten und mal darüber nachdenken, wie gewisse Prozesse funktionieren. Ja, dann hab ich gesagt, das wäre eine Option, bin da nicht in den Beamtenstatus rein gewechselt, weil ich eine Ausbildungsstelle hatte als Ausbilder in der JOA.

Die hab ich dann nicht angetreten und hab mich dann selbstständig gemacht. Nächstes Jahr sind es 25 Jahre, so. Und dann ging das los. Das ging, war alleine und das ging aber relativ zügig, dass die Firma ganz groß geworden ist und dass ich gesagt hab, okay, das passt alles. So.

Das zum Thema Bildungsweg. Dort hab ich 'n bisschen gearbeitet, hab aber gemerkt, nee, Du kannst quasi, also der Stand Handwerk und Stillstand, Information, da ist kein Break zwischen. Weil Du musst dich weiterbilden. Es kommen neue Produkte aufn Markt, neue Industrie, die Industrie will dir was verkaufen. Du musst dich mit Dingen auseinandersetzen.

Das hab ich dann gemacht als Maklerverkehrer. Und dann habe ich mich entschieden, den Energieberater zu machen. Den hab ich dann gemacht, aber nicht den Energieausweise auszustellen, sondern den Hintergrund in der Bauphysik besser zu verstehen. Das war supi, hat sehr viel gebracht, die Qualitätssicherung. Ja, und dann hat sich noch 'n bisschen das das Fliesenhandwerk noch mit eingefügt, den Trockenbau und den Stuckateur natürlich noch.

Ja, und vor 5 Jahren habe ich dann angefangen, Schloss Rahel den den Sachverständigen zu machen. Und den habe ich eigentlich gemacht, weil ich ich fand immer Forensik immer sehr interessant. Also so mehr, wenn man sich so jetzt klassisch die Filme dann vorstellt, na ja, wie ist das passiert? Und das geht in der Bauphysik geht das auch, weil Bauphysik lügt ja nicht und hab mich dann entschieden, den Sachverständigen zu machen. Und in Richtung freiheitigter Sachverständige, also für Gerichtsfälle.

Da habe ich dieses Jahr die Prüfung, so, da musste ich mein Gutachten nur abgeben. Und das mache ich aber jetzt mittlerweile schon 5 Jahre, weil ich mach viel private Sachen und das läuft sehr gut. So, jetzt kommen wir noch mal zurück auf die Frage oder auf die These, Was ich klar beantworten kann, Handwerk ist kein Sprungbrett, sondern Handwerk ist eine ganz großartige Straße mit unglaublich vielen Abzweigungen, wo man seine eigene Nische finden kann und wo man seinen Beruf zur Berufung machen kann oder umgekehrt, seine Berufung als Beruf leben kann. Und das ist halt das Entscheidende an der Stelle. Und für mich war's auf jeden Fall eine Erweiterung, weil rein theoretisch, jetzt sind die Wartezeiten nicht mehr so lang, könnte ich ja noch Architektur studieren.

Ja, definitiv. Der Weg ist frei, ja. Also, ich hab mich schon erkundigt, also damals, deswegen damals war 'n Sachverständigen vor 5 Jahren, waren die Wartezeiten über 'n Jahr. Da konnte man mir nicht genau sagen, das war sehr lang. Und dann hab ich gesagt, nee, das mach ich da nicht und dann hab ich eine Richtung Richtung Sachverständiger.

Ich würde aber jetzt gerne, in Hannover findet 'n Kurs statt für Bauforensik. Also das ist dann wirklich ziemlich abgedreht. Also fotografieren halt, halt gewisse Stoffe sichtbar zu machen. Also in die Forensik, Bauforensik reinzugehen. Den Kurs werd ich, der ist zwar sehr teuer, aber den werde ich wahrscheinlich dies oder nächstes Jahr dann anstreben.

Also Handwerk hat viele Optionen in verschiedene Bereichen, sich zu spezialisieren. Und ich hab mit 'ner Lehre angefangen. Genau. Sehr, sehr gut. Danke dir für den Einblick.

Dann kommen wir zur zweiten These. Bitte. Der Meisterbrief und alte Traditionen bremsen das Handwerk aus, anstatt es voranzubringen. Da hab ich 'n ganz tolles Beispiel für. Wir haben, in Mongia kennt jeder die Senfmühle, da haben wir mal gearbeitet und dann war der Zimmermann da vor Ort.

Da der Statiker, der der Statiker und der Architekt, der kam, die kamen aus Aachen aus der Stadt. Und dann waren wir uns da getroffen und der Zimmermann so bärtisch, kernisch, 'n richtiger Jungen aus der Eifel. Und dann ging es darum, die Gestaltung 1, des Dachs. Und ich hab mir das dann angeguckt und dann sagt der sagt der der Astratiker, das müssen wir rechnen, da tut es so, so und so und so, da brauchen wir keinen Dachüberstand. Und dann sagt der Zimmermann, das machen wir so nicht.

Das machen wir so, so und so und das muss genauso halten. Daraufhin sagt der Architekt, warum machen wir das? Und dann sagt er, das haben meine ganzen Generationen davor auch schon gemacht. Oder haben sie schon mal irgendwo gelesen, dass 'n Haus in der Eifel eingestürzt ist? Da muss man jetzt sagen, ich bin natürlich auch für die Theorie, ne, weil Fakten zählen als Sachverständiger ja auch.

Und es ist aber schon Tradition, gewisse Traditionen, gewisse Abläufe innerhalb der Baustellen sind schon gut. Ich finde es aber umso wichtiger, wenn nur neue Materialien geht, die Sachen miteinander, man man kann das neu erfinden. Also ich sag mal back to the root und daraus versuchen, die Möglichkeiten auf den Ist Zustand umzuändern. Das bedeutet im Klartext, mit den bewährten Dingen arbeiten und versuchen, einen anderen Weg zu finden, was man für sich selber, wenn man das Gefühl hat, das passt nicht. Und das da bietet Handwerk sehr viele Möglichkeiten, sich selber, seine Gedanken, die man hat, selber einzubauen und damit dann eine gute Lösung anzustreben.

Ja, sehr gut, sehr gutes Beispiel auch. Sehr gut. 3. These. Das Handwerk hat kein Nachwuchsproblem, es macht sich selbst einfach zu unattraktiv für junge Menschen.

Also prinzipiell haben wir in Deutschland das Problem, dass wir überall ein Nachwuchsproblem haben. Und jetzt muss ich dazu sagen, ich bin Vorsitzender vom Arbeitskreisführung und Handwerksunternehmen im Kara Bezirk Aachen und bin jetzt Vorsitzender und hab aber die ganzen Jahre sehr aktiv im Vorstand gearbeitet, also fast, fast 20 Jahre lang. So. Ich hab immer dahinter gestanden, dass wir in die Schulen gehen. Ich hab immer dahinter gestanden, dass es auch ab der fünften Klasse sein darf.

Das Nachwuchsproblem haben wir alle in Deutschland. Und ich seh es bei jeder Schule, wir waren letzte Woche in Stolberg. Und ob es die Polizei ist, es ist Finanzsab, die Lehrer. In allen Bereichen wird den Rest, den wir haben, weil wir haben nun mal den kongrabischen Wandel, das ist einfach da, das kann man ja mathematisch dann auch errechnen, Brauchen wir halt, die Leute. Was ich feststelle, zunehmend feststelle, jetzt gerade ganz aktuell, die Motivation, sich Nachwuchs zu kümmern, die sinkt bei den Betrieben.

Und die sinkt nicht nur bei den Betrieben dran, die sinkt auch bei der Polizei, die sind beim Finanzamt, die sind bei der Krankenkasse, weil sie einfach merken, der Nachwuchs ist begrenzt da und das wird nicht funktionieren. Etwas attraktiv zu machen, ja, das macht Sinn. Jetzt hab ich ja eben meinen Werdegang erklärt. Was hätte mich denn damals attraktiv gemacht, oder Beruf kommt von Berufung. Und wenn ich meiner Berufung nicht folge, dann geht es mir als Mensch in meinem Leben nicht zwangsläufig gut.

Deswegen ist es sehr wichtig, dass man seinem Herzen ein bisschen folgt. Und da auch dazu habe ich 'n Beispiel. Es gibt einen Menschen hier in Aachen, der einen Beruf hat, den er gerne macht. Seine Berufung liegt aber im Handwerk. Und ich hab mich sehr darüber gefreut, dass er nachträglich seinen Handwerksmeister gemacht hat vor 3 Jahren und erfolgreich am Markt ist und wir auch Baustellen gemeinsam abwickeln, obwohl er eine, 1 ganz andere Position hat.

Das heißt, er macht seinen Job, da verdient er sein Geld mit, was in Ordnung ist, den er auch gerne macht, aber seine sein Herzensdetail in dem Handwerk einfließen zu lassen, in Werkstücke einfließen zu lassen, gibt ihm das Meer. Und wir Menschen sind ja so. Wir brauchen auch Lob. Und viele Dinge macht man, jemand anderen zu gefallen oder dass es gefällt. Und deswegen finde ich das sehr wichtig, dass das erhalten bleibt.

Handwerk ist mehr als ein Job. Es ist Präzision, Leidenschaft und echte Qualität. Wir stehen an deiner Seite, der Welt zu zeigen, dass das Handwerk den Respekt verdient, den es braucht. Gemeinsam zeigen wir es der ganzen Welt. Und jetzt hast Du uns ja schon viele Bausteine an die Hand gegeben, aber jetzt fass noch einmal kurz zusammen, was machst Du alles?

Seit wann bist Du im Handwerk aktiv? Und dann gehen wir mal in die Geschichte rein und schon schauen noch mal bei den jungen Menschen noch mal nach, was wir vielleicht da noch rauskitzeln können gleich. Gerne, gerne. Also, ich mach seit, also eigentlich mein Leben lang mache ich schon Ehrenamt in irgendeiner Form. Wenn, also wenn geholfen, also wenn jemand hinfällt, dann fragt man denjenigen, kann ich dir helfen?

Das ist für mich normal und sollte auch 'n Grundbaustein in unserer Gesellschaft sein. Ob es jetzt der der Radbyverein, der Fußballverein oder was auch immer. Ich hab ehrenamtlich Handball, Fußball in jeglicher Form gemacht. Im Arbeitskreis Nummer Handwerksunternehmen, Aiotar, habe ich mit Herz und Blut immer beigestanden und mach ich bis heute gerne. Das Amt würde ich demnächst gerne abgeben an die jüngere Generation und bin aktuell im Prüfungsausschuss mit drin bei der Innung.

Das finde ich halt sehr wichtig. Und was mir momentan sehr wichtig ist, ich war 20 20 der Till hier in Oche mit Martin Speicher zusammen und haben den Inklusionswagen gebaut. Und das betreu ich bis heute, also den AKV Inklusionswagen und betreue ich bis heute. Und gestern haben wir die die, es waren fast 100 Menschen mit in diesen Inklusionswagen, haben wir gestern die Fahrten alle organisiert, dass die Menschen mitfahren können mit Rollstuhl auf diesen Wagen drauf. Und wahrscheinlich werden wir dieses Jahr auch in CSD in Köln mitfahren mit diesen Wagen und das ist für mich sone Herzensgeschichte.

Weil es spielt im Prinzip überhaupt keine Rolle. Unsere Farbe, was ist deine, weißt Du, wie da eine Farbe aussieht von deinem Blut? Im besten Fall, ja. Ja, welche hätte sie denn? Theoretisch rot.

Ja. Was würdest Du denn? Nicht nur theoretisch, sondern praktisch ist sie rot und meine ist praktisch auch rot. Das heißt, wir haben dasselbe Blut. Deswegen ist es für mich sehr wichtig, dass wir die Inklusionsgeschichte leben, indem wir sie leben und nicht infrage stellen.

Ganz oft ist es ja auch so in unserer Gesellschaft, ich kann ja etwas eine Richtung geben, die Art und Weise, wie ich die Fragen formuliere. Und man sollte die Fragen so formulieren, dass im Hintergrund immer eine Lösung steht oder immer eine Idee. Und deswegen ist das mit der Inklusion für mich extremst wichtig, dass wir dahin kommen und sagen, okay, wir leben das innerhalb unserer Gesellschaft. Wir haben nur eine Jugend, Du hast mich eben gefragt mit der Jugend. Wir haben nur eine Jugend.

Wie viel Jugend hab ich denn zur Auswahl? Nein, ich habe nur eine Jugend. Und das hab ich auch letzte Woche in der Schule gesagt, weil die gesagt haben, was machst Du denn jetzt beruflich? Ich hab gesagt, deswegen bin ich jetzt eigentlich gar nicht hier, weil ihr sagt, wer ist denn die Zukunft? Bin ich die Zukunft oder seid ihr die Zukunft?

Und die die haben das zuerst gar nicht verstanden, was ich von denen wollte, bis sie verstanden haben, sind sind eigentlich diejenigen, die jetzt dran sind. Und wir sind daran und das ist unsere Pflicht, nicht an die Hand zu nehmen, aber schon zu sagen, hilft denjenigen, das zu ermöglichen, was sie gerne möchten. Und da sollte die Produktivität an erster Stelle stehen und nicht Hass und Hetze. Und deswegen ist das für mich extremst wichtig, dass man das den jungen Menschen an die Hand gibt und ganz klar mitteilt, ihr seid die Zukunft, was möchtest Du machen? Woran hast Du Spaß?

Was findest Du gut? Und wenn die eine Meinung dazu haben, dann ist das gut. Wenn sie keine Meinung haben, ist das schlecht. Deswegen, welche Meinung haben sie und welche Unterstützung benötigen sie nicht? Und nicht geh mal auf Seite, ich mach das jetzt, sondern mach Du mal, was Du gerne machen möchtest.

Und wenn Du Hilfe brauchst, hast Du Bescheid. Und das finde ich halt superwichtig. Und wenn wir das mehr mehr leben würden, ich glaub, dann würden werden deine Teil der Fragen überflüssig. Ich hoffe nicht. Nein, aber dann hätten hätten wir andere Punkte.

Hätte andere Punkte. Wir hatten andere Themen, natürlich. Genau. Aber Du hast jetzt sehr viel übers Thema machen gesprochen. Ja.

Also in die Umsetzung gehen und wirklich etwas tun Tun. Und nicht nur drüber sprechen. Das ist ja unser, eigentlich 'n großes Problem unserer Gesellschaft, dass wir eher die Sachen identifizieren. Wir diskutieren drüber, wir reden aus allen Perspektiven darüber. Aber dann kommt der letzte Sprung, der noch oder die letzte Hürde, die zu nehmen ist, und zwar dann, das zu tun und umzusetzen.

Das ist ja häufig so, dass das nicht der Fall ist. Siehst Du das auch so? Weil Nein. Weil dann, ja gut, Du Du wahrscheinlich, weil Du in deiner 1 in deinem Umfeld unterwegs bist, die gerade anders denken und das eben halt wirklich hands online auch machen. Aber ich hab immer so das Gefühl, wir reden zu viel.

Und deswegen kommt zu wenig hinten bei raus. Thema Fachkräftemangel, junge Menschen, Image und so weiter. Wir haben immer aus aus meiner Sicht zumindest gesagt, ja komm, irgendeiner macht das schon, ne, kümmert sich 1 drum. Fachkräftemangel. Und am Ende ist ja nicht richtig gewesen zu sagen, komm, die Kammer macht's oder wer auch immer, irgendeiner übernimmt das schon für uns.

Eigentlich hätte man ja mit der ganzen Organisation, die wir ja so zur Verfügung haben, wir sind selber im Handwerk stark genug, dann haben wir die Industrie, die Hersteller und alle, wir haben keine Ahnung, Banken, Versicherungen und alle alle, die davon partizipieren, dass es quasi uns und das Handwerk auch gibt und der Bedarf auch natürlich da ist. Wir hätten ja viel mehr tun können für ganz viele Dinge. Du hast Inklusion jetzt eben gesagt. Ich hab jetzt mal Fachkräftemangel auch noch mal als Beispiel gebracht. Du sagst aber, eigentlich ist es schon gut, wie wir's machen oder wie siehst Du's?

Es ist prinzipiell ist das gut, wie wir machen. Was nicht sein darf und da hab ich auch 'n Beispiel, ist, ich bin die, ich bin gefragt worden, warum ich das im Ehrenamt mache. Das ist innere, das das ist Zufriedenheit. Das gibt mir, ich bin doch ein Teil dieser Gesellschaft. Ich lebe hier, ich fühl mich wohl.

Es ist es ist meine Seifenblase, in der ich lebe und die ist gut so, wie sie ist. Und ich finde es gut, wenn ich Menschen mitnehmen kann und begeistern kann mit dem, was ich tue. So, ob es jetzt Inklusion ist, ob es Handwerk ist, ob es Journalismus ist oder ob es Meinungsfreiheit ist. Ich finde es gut, wenn man die Leute mitziehen kann. Und kein Mensch in diesem Land, keiner und auch wenn er die Sprache nicht versteht, hat keinen Wunsch.

Deswegen jeder kann was tun, jeder. Und das finde ich total wichtig, es ist egal. Ich mein, ob es in der Kirche ist, ob es im Verein ist. Und jetzt muss ich ganz klar, ganz klar an der Stelle auch sagen, weil viele Leute wissen gar nicht, Du, man kann in Deutschland nicht alles kaufen. Und die beste Motivation ist die eigene Motivation, wenn ich etwas tun kann.

Beim Fußballverein funktioniert das, weil jeder, bei Mama und Papa oder meistens der Papa, dann denken heute auch viele Mamas der Meinung sind, die haben einen Ronaldo da sitzen. Aber es ist ja nicht so. Nicht jedes Kind ist 'n Ronaldo. Da ist auch jemand, der vielleicht gut zuhören kann. Und vielleicht im Freundeskreis jemanden, wenn 1 dann nicht gut geht.

Ich hab eher das Problem, Burn out und solche Themen, das haben wir nicht thematisiert in der Schule. Da sind wir nie drauf vorbereitet worden. Und das finde ich halt, das finde ich viel, viel kritischer, weil das haben sehr viele Leute, die durchleben das in unterschiedlichsten Jahrgängen diesen Druck. Und deswegen finde ich das wichtig, man braucht einen Pol zu dem Ganzen. Der Pol kann Ehrenamt sein in seinem Bereich, in seiner in seiner Community.

Das kann das kann 'n Post sein, 'n positiver Post. Das kann in in der Kirche sein. Das kann aber auch sein, die Dame gegenüber, die nicht die Einkäufe holen kann und die man einfach rübergeht und klingelt und sagt, ich geh mal ganz kurz zum Einkaufsmarkt, soll ich dir was mitbringen? Das ist schon, wenn man das schon macht, dann geht es geht es der ganzen Gesellschaft besser. Und ohne diese ganzen Ehrenämter, das muss man an der Stelle einfach mal festhalten, würde in Deutschland gar nix laufen.

Und das ist vielen Leuten nicht bewusst, das ist nicht das Problem, sondern das ist die Zukunft. So, weil es viele ältere Menschen, ich kenn wahnsinnig viele Menschen, die arbeiten gehen, die Wochen ins Arbeiten gehen. Warum? Weil sie das mal 2 bekommen und das ist ja zum größten Teil ist das steuervergünstigt und deswegen machen die das. Das sind aber, damit wir am Wochenende bedient werden können, weil wir ja arbeiten gehen.

Es wandelt sich, das ist schon okay. Aber man darf nicht sagen, ich zahle dafür und damit bekomme ich das, sondern es wird, es muss sozial gerechter werden. Und das wird sozial gerechter, indem jeder seinen Beitrag dazu macht. Jeder kann seinen Beitrag dafür machen. Und das ist auch schön, nicht zwangsläufig Geld dafür zu bekommen, sondern eine, 1 Dankeschön.

Ja, definitiv. Das ist 'n ganz wichtiger Aspekt in unserer Gesellschaft. Diese Herzlichkeit und Nähe ist ja auch oft 'n Thema da. Corona hat's doch auch funktioniert. Da haben doch die Menschen, da sind doch die Menschen aufeinander zugegangen.

Wir haben, Du hast eben gelacht, was haben wir hier so gelacht? Natürlich, weil wir vorher 'n Flurgespräch geführt haben, extremst wichtig. Natürlich ist Homeoffice auch gut, weil man viele Dinge damit auch organisieren kann. Trotzdem ist man leistungsfähig. Das funktioniert.

Im Handwerk funktioniert das, im kaufmännischen Bereich viel, ja, funktioniert das. Im Handwerk muss ich auf die Baustelle. Aber auch wenn ich Büro mache, dann kann ich das auch im Auto, kann das auch aufm Spielplatz machen. Das geht. Man, die Handwerker stehen ja nicht so viel nach.

Nur die die Möglichkeiten, die man hat, gewisse Dinge umzusetzen, sind halt 'n bisschen schwieriger, weil man am Objekt arbeitet, also auf der Baustelle. Und das ist halt im Handwerk nicht ganz so einfach, aber auch da gibt es wahnsinnig viele Modelle, wie man das machen kann. Wichtig ist, dass man zufrieden ist mit dem, was man tut. Und diese diese Zufriedenheit, wenn man die hat, unabhängig vom Finanziellen, regelt sich der Rest dann, weil man gesund ist und weil man seine Zufriedenheit an die Menschen weitergibt. Ja, das ist 'n sehr guter Abschluss eigentlich schon unseres Interviews, ganz ehrlich zu sein.

Wir sind schon so weit fortgeschritten, aber ich hab noch eine abschließende Frage an dich. Und zwar, wenn Du heute die Macht hättest, das Handwerk mit nur 1 Entscheidung zu verändern, was würdest Du da tun? Das ist eine sehr schwierige Frage. Den Handwerk geht's ja gar nicht schlecht. Also nicht in meiner Blase.

Handwerk ist Hochleistungstechnologie. So wie es wir haben, ist das schon sehr gut. Was wichtig ist für das Handwerk und wenn ich die Macht hätte, dann würde ich das so machen wie in Australien. Der Stellenwert des Handwerk und der Akademischen bewegen sich auf ein Level. Dass sie alle denselben denselben eine Wertigkeit haben.

Genau. Also es geht ja verloren, dass, weil viele sagen ja, der der kann ja die Hecke schneiden. Ja. Ja. Dass die die die Wertigkeit in den einzelnen Berufen besteht und nicht, weil ich Arzt bin, eine höhere Stellenwert habe als Handwerker.

Ja. Weil wir einfach nicht mehr so viele Menschen sind. Ja. Das heißt, alles, was wir an Menschen haben, sollten wir so weit ausbilden in allen Bereichen, nach jedem Möglichkeiten, die jeder einzelne Mensch hat, spezialisieren, damit wir eine Hochleistungsgesellschaft mit Zufriedenheit sind. Hermann, danke für deine Einblicke.

Gerne. Noch mal, das sind Impulse gewesen, die auch noch mal ganz anders gelagert waren, die man eher selten hört. Deswegen herzlichen Dank dafür für die Einblicke, die Du mitgebracht hast. Das war German Gonzales Aries hier bei uns zu Gast heute. Schön, dass ihr eingeschaltet habt.

Denkt dran, wie immer liken, abonnieren und teilen und wir sehen uns dann beim nächsten Mal.

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