Carsten Harder - der Geschäftsführer der Handwerkskammer Dortmund
Worum es geht
In dieser Folge von Handwerkspricht ist Carsten Harder, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dortmund, zu Gast. Er erzählt von seinem Weg vom Technologieberater bis an die Spitze der Kammer und spricht über die Bedeutung von Motivation und Begeisterung für das Handwerk. Im Gespräch geht es um berufliche Bildung, aktuelle Herausforderungen der Branche und die Zukunft des Handwerks.
Das nimmst du mit
- Motivation und Begeisterung sind zentrale Antriebskräfte, um Menschen für das Handwerk zu gewinnen und zu halten.
- Die berufliche Bildung spielt eine Schlüsselrolle für die Zukunftsfähigkeit des Handwerks.
- Die Branche steht vor Herausforderungen wie Corona-Folgen, notwendigen Investitionen und der Modernisierung der Ausbildung.
- Ein Karriereweg im Handwerksumfeld kann quer verlaufen – vom Technologieberater bis in die Führung einer Kammer.
- Veränderung und Verantwortung prägen die Arbeit an der Spitze einer Handwerkskammer.
Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!
Die wichtigsten Antworten
Zu Gast
Carsten Harder ist Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dortmund und gelangte über eine Station als Technologieberater an die Spitze der Kammer.
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Transkript
Herzlich willkommen zu Handwerk spricht, der Sendung, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Handwerk verbindet. Und heute haben wir Besuch aus Dortmund hier, und zwar 'n Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dortmund, Carsten Haader. Schön, dass Du hier bei uns bist. Hallo, Olli. Schönen Dank, dass ich hier sein darf.
Ja, sehr gerne, Carsten. Erzähl uns doch mal über deinen Weg in der Kammer. Ich hab gesehen, Du bist ganz lange schon in der in dem in den Gremien tätig. Erzähl uns doch auch mal gerne was über deinen Weg. Und vor allen Dingen auch, na ja, über die aktuellen Herausforderungen, die im Moment im Markt sind.
Ja, ja. Also mein Weg ist schon ein sehr langer Weg bei der Kammer, Du hast es schon gesagt. Ich bin mittlerweile seit über 30 Jahren bei der Kammer, bin damals angefangen als Technologieberater, weil ich immer für Veränderungen ja einstehe und damals damals schon gestanden habe, bin dann über mehrere Wege ja, in die berufliche Bildung gelangt, hab Wirtschaftsingenieurwesen, berufsbegleitend auch nach nach studiert, hab dann viel in der inneren Verwaltung gemacht, irgendwann das Personal übernommen. Und das hat mich sehr gereizt sozusagen, mit Mitarbeitern umzugehen, Menschen zu motivieren für das, was sie tun. Und das genauso seh ich mittlerweile auch eben für eine ganze Wirtschaftsbranche, die Leute zu überzeugen, dass sie für das, was sie machen, brennen sollen.
Ja, und seitdem ich dann 20 19 Hauptgeschäftsführer geworden bin, seitdem haben wir eigentlich son bisschen Krise. Wir haben erst Corona gehabt, dann kamen andere Dinge noch mit dazu. Und jetzt kommen bei uns die Investitionsmaßnahmen dazu. Das heißt, wir modernisieren die ganze berufliche Bildung im Bundesgebiet, das auch bei uns am Standort in Dortmund im Kammerbezirk. Und das sind aktuell die großen Herausforderungen, die wir da wirklich, oder die mich bewegen Mhm.
Und die mein Team bewegen und wir das versuchen, wirklich so weit zu meistern, dass das relativ geräuschlos über die Bühne geht, was im Baubereich nie wirklich funktioniert. Und was sind die Herausforderungen, die eure Betriebe im Moment haben? Ja, die Betriebe orientieren sich, ne. Die Betriebe haben natürlich Probleme mit den zusätzlichen Kosten, die auf sie zukommen. Wir haben, nehmen wir mal das Stichwort Bürokratie, was dahinter hängt.
Wenn wir sehen, wenn wenn Handwerksbetriebe Unternehmen sein, Unternehmen, was Unternehmen wollen, dass grade im Baubereich viele Hürden bis zur Ausschreibung genommen werden müssen, bis es dann in die Umsetzung kommt. Das sind Zeiträume, die kriegt der Handwerker nicht bezahlt und das sind schon Schwierigkeiten. Dann gibt es Stichwörter wie, wie Nachhaltigkeit, wo wir eine, ja, eine große Kampagne aufn Weg gebracht haben als Pilotkammer mit dem WHKT gemeinsam mit dem nordrhein westfälischen Handwerk, dass wir Betriebe Hilfestellung geben, zu sagen, was bedeutet das Thema Nachhaltigkeit? Nachhaltig ist im Prinzip eigentlich alles, aber was bedeutet das für mich als Handwerker, ne? Wie bin ich in den einzelnen Bereichen meines Unternehmens nachhaltig?
Wie tief bin ich da schon drin? Was müsst ich noch machen und und und und. Da da geben wir aber aktuell wirklich große Hilfestellung. Zumal es ja auch in Zukunft bei dem, bei den Banken ja auch 'n Thema ist, ne. Ja, das sind dann wieder die nächsten Bürokratien, die da drin sind.
Die Kommunen gehen gehen dazu über, dass sie auch unter dem Stichwort nachhaltig ausschreiben. Ist immer so die Frage, was verstehen die da drunter? Das heißt, wir versuchen auch mit mit der Politik, mit den Kommunen und dem Handwerk eine gemeinsame Sprache zu finden, dass wenn man ein Stichwort Nachhaltigkeit benutzt, in welchem Bereich ist es? Es gibt die 17 SDGs, die ja weltweit gültig sind. Da nehmen wir Stellung zu fürs Handwerk.
Und der Handwerker selber weiß dann, wenn er über ein bestimmtes Thema spricht, wie ist die Nachhaltigkeit auf dieses Thema bezogen? Und da geht es berufliche Bildung, Gesundheit und allem, was dazugehört. Bevor wir gleich noch mal über Digitalisierung sprechen, weil da bin ich ja genau bei dir eine richtige Stelle, hab ich eben gehört. Gibt's im Moment Themen, die speziell bei euch im Kammerbezirk ja, herauszustellen sind, die es vielleicht euch herum gar nicht so gibt? Habt ihr besondere, ja, Herausforderungen grade?
Ich sag mal, das das Handwerk insgesamt hat ja ein großes Problem, das ist die fach, der der Nachwuchs der an Fachkräften, ja. Das ist ja im Prinzip im gesamten Bundesgebiet haben wir das, der ZTA hat eine Studie gemacht, es fehlen 250000 junge Fachkräfte im Handwerk. Wenn man auf der anderen Seite aber mal sieht, wir haben aber 2000000 junge Menschen ohne beruflichen Abschluss. Menschen sind ja da, ne. Egal ob jetzt Mann oder Frau und allem, was dazugehört.
Das heißt, wie kriegen wir unsere Systeme so umgebrochen, dass wir diesen jungen Menschen helfen, dass wir auch erst mal intern gucken, bevor wir extern gucken, was können wir aus anderen Märkten abziehen? Sondern einfach zu sagen, wir wir müssen auch selber bei uns erst mal die Hand, ne, das Handwerk das in die Hand nehmen und sagen, was können wir verändern und wie kriegen wir im Prinzip das gematcht, zu sagen, 250 fehlende zu 2000000, die zur Verfügung stehen würden, wenn man sie qualifiziert. Und ich denke mal, da ist auch keine Zeit mehr, da sollte man sofort haben, ne. Aber wie kriegt man die jungen Menschen motiviert? Das ist ja nun mal eine schwierige Situation auch grade.
Wir haben grade, also ich ich bin, beim Thema Bürgergeld hab ich Verständnis für die Menschen, die eben halt wirklich den Bedarf haben Bürgergeld, dass da auch Anpassungen geschehen ist. Aber es gibt ja auch genügend Menschen, die gar nicht am am System aktiv teilnehmen möchten, ja. So und jetzt die jungen Menschen werden ja nicht in irgend 'ner Form so alle mit Einschränkungen versehen sein, dass sie eben halt nicht mehr leistungsfähig sind. Also fehlt's ja irgendwo an der Motivation. Wie kann man das denn schaffen?
Es gibt ja mehrere Punkte. Erst mal gibt es Menschen, die auch mit Einschränkungen fürs Handwerk fähig sind. Die haben wir auch im Handwerk, wenn sie wollen. Das ist überhaupt kein Problem, auch das macht das Handwerk. Wir selber als Handwerksorganisation, wir haben auch 33 Schwerbehinderte bei uns mit integriert, weil wir einfach sagen, wir bringen die in den ersten Arbeitsmarkt.
Es gibt immer eine Möglichkeit. Das andere ist, dass wir wirklich versuchen, über bestimmte Systeme, über Gesundheitsprogramme jungen Menschen auch aufzuzeigen, dass, wenn sie ins Handwerk kommen, das Handwerk wenn sie ins Handwerk kommen, das Handwerk sie nicht kaputtmacht. Das ist immer noch so son bisschen in der Gesellschaft son son Marke, ne, schickt die Kinder nicht ins Handwerk und dann muss man auch an die Eltern appellieren, das Handwerk macht die kaputt, ne. Ja, es gibt belastende Handwerker, es gibt aber auch Möglichkeiten durch eben Robotik, unterstützende Systeme, Exoskelette als Beispiel, dass man Entlastung in das Handwerk reinbringt, grade für junge Menschen. Aber wir wollen noch einen anderen Ansatz fahren.
Wir legen grade ein Programm auf, dass wir junge Menschen, sobald sie ins Handwerk kommen, von vorne rein gesundheitlich begleiten. Das heißt, wir wollen analysieren, wie die Belastung in den einzelnen Gewerke berufen ist und wollen spezielle ja, Sportprogramme oder Sportgeräte für Berufsgruppen entwickeln, dass der junge Mensch, der in das Handwerk kommt, man kennt das ausm Sport heraus, Bewegung, Gegenbewegung. Wenn ich jeden Tag das Gleiche mach, müsst ich nach Feierabend im Prinzip die Gegenbewegung machen, den Verschleiß zu verhindern. Da sind wir dabei, das legen wir grade auf. Da haben wir uns jetzt auch mit der deutschen Rentenkasse zusammengeschlossen, dass wir wirklich Programme, die haben ja auch ein Interesse dadran, je später die Menschen arbeitsunfähig sind, desto besser ist es für unser Sozialsystem.
Da werden wir ein Versprechen den jungen Menschen abgeben, zu sagen, wir wollen euch motivieren, euch fürs Handwerk zu entscheiden, weil wir begleiten euch von vornherein. Zumal ja diese Abnutzung beziehungsweise diese einseitigen Bewegungen ja nicht nur im Handwerk stattfinden, sondern im Grunde ja auch in anderen Berufen, ja. Jetzt klar gibt's auch andere, da gibt's dann wiederum darüber hinaus noch Berufe, wo's dann eben halt genau die Gegenbewegung nach der normalen Bewegung kommt, okay. Aber doch in vielen Berufen, ob man jetzt am Schreibtisch sitzt falsch oder grade die jungen Menschen ja doch mitm Handy dann sehr oft dann mitm Kopf nach unten sitzen, wo dann nachher die Nackenschädigungen dann auftreten. Also ist das Handwerk ja sogar positiv, weil in der Zeit kann man eben halt nicht genau hinschauen.
Dann lass uns doch über das Thema Digitalisierung einmal sprechen. Ja. Was was siehst Du da für Chancen fürs Handwerk? Wie siehst Du so die die Offenheit auch, die das Handwerk im Moment der Digitalisierung so entgegenbringt? Und ja, wie sollt das vielleicht in Zukunft dann besser sein?
Weil ich glaube, da ist noch eine Hürde, die wir nehmen müssen. Ja, die die Hürde ergibt sich son bisschen aus dem Alter der Menschen, die mit diesen Dingen konfrontiert werden. Ich hab es selber bei uns in der Handwerkskammer ja gesehen, dass Leute, die schon jahrelang dabei sind und dann je stärker die Digitalisierung reinkommt, muss ich drauf achten, dass ich junge Menschen und ältere Menschen, die im System sind, gleichermaßen berücksichtige. So, dass das heißt, ich muss diese Übergangszeit, ich nenn sie einfach mal als Übergangszeit, wirklich nutzen, die Erfahrung der Älteren, die irgendwann aus dem System rausgehen, an die Jungen zu übertragen und daraus im Prinzip eine Digitalisierung abzuleiten. Das Gleiche seh ich auch im Handwerk und dafür lebt das Handwerk ja immer, dass, ich sag mal, die Bildung und das ist auch der Rahmen der Digitalisierung, durch die Älteren vorgelebt werden.
Und wenn sie nicht digital sind, dass die Jüngeren die Digitalisierung mitbringen, aber die Älteren im Prinzip das Know how da einbringen, sodass das eben über die Jüngeren digitalisiert wird. Man kann sie da motivieren, das wird auch kommen, ne. Alleine die ganze, ich sag mal, Baustellenverkehr, die Kommunikation, das wird zukünftig papierlos sein. Das wird über Checklisten laufen, das wird mit iPads mittlerweile laufen. Wir haben das auch jetzt bei uns im Gerüstbau.
Wir sind da eine große Gerüstbauschule auch bei uns, ne, dass wir Tablets haben, die kann man aufm Boden schmeißen, die gehen nicht mehr kaputt, ne. Das sind ja Weiterentwicklungen, aber weil wir sagen, die Digitalisierung nimmt da wirklich Einzug. Und die jungen Menschen, die jetzt nachkommen, man sieht es auch über Organisationen wie eben die Handwerksunioren oder das junge Handwerk, so wie sie sich jetzt nennen, die bringen die Digitalisierung von vornherein auch mit. Das seh ich auch bei uns, bei jungen Auszubildenden, die sind da schon anders. Und man muss sie nur abholen.
Man muss sagen, pass mal auf, das nutzen wir und wir begleiten euch, wir moderieren euren Prozess für euer System, denn wenn wir weg sind, muss euer System fertig sein. Jetzt hast Du natürlich 'n 'n ganz wichtigen Punkt auch noch mal angesprochen, eben den Wissenstransfer. Das ist ja auch, glaub ich, eine 1 große, ja, eine große Unbekannte für uns im Handwerk grade, dass unter Umständen es passieren könnte, dass dich die ganzen Menschen, die in 'nem Ruhestand jetzt gehen und vielleicht auch sogar einen Vorruhestand oder irgendwann dann auch dann in dem Fall unter Umständen auch mal wegen Verschleiß auch früher in den Ruhestand gehen, dass diese Menschen ganz viel Know how mit dann nehmen und es nicht unbedingt im Unternehmen lassen oder nicht im Handwerk lassen. Wie haben wir denn da, was haben wir da für Möglichkeiten? Weil das ist so für mich eigentlich so der gravierendste Punkt, denn was passiert, wenn das ganze Wissen weg ist, was was auch wichtig ist?
Müssen wir uns wieder alles neu anlernen? Müssen wir alles neu trainieren? Denn da muss man ja auch ganz ehrlich sein, der der der Schulunterricht und auch der der Meisterunterricht, das sind ganz wichtige Stufen, die zu gehen sind. Aber man sagt ja nicht umsonst, man hat mit dem Meistertitel nicht den Meisterstatus erreicht, sondern man erarbeitet dann sich weiterhin in Richtung Meisterstatus. Heißt das, es geht danach noch weiter, lebenslanges Lernen und so weiter, was da noch dahinter kommt.
Wie siehst Du das? Wie wie wie wie findet ihr das von eurer Seite im Moment? Passiert da genug an Transfer? Oder was haben wir da für Möglichkeiten zugrunde? Ja, die berufliche Bildung ist ja so aufgebaut, dass genau dieser Transfer stattfindet.
So, das ist natürlich so, wenn zu wenige junge Menschen jetzt zu diesem Zeitpunkt in die berufliche Bildung kommen, haben die, die jetzt irgendwann in 3, 4 Jahren ausscheiden, nicht mehr die Möglichkeit, ihr Wissen und Know how weiterzugeben. Wobei noch sind genügend da. Es sind ja auch noch genügend Altgesellen da in den Betrieben, die genau dieses diesen Know how Transfer vollziehen, an die jungen Menschen weitergeben. Nur aus meiner Sicht ist es nicht nur 5 vor 12, es ist 12. Wir müssen jetzt junge Menschen gewinnen, wirklich in die berufliche Bildung zu gehen und noch niemals Handwerk, auch in anderen Bereich.
Wir brauchen gut beruflich gebildete Menschen, ob die hinterher noch studieren oder nicht, ist ihnen mehr freigestellt. Die Systeme geben's eher, aber die sollten schon mit der Erfahrung der beruflichen Bildung ihren Weg gehen so. Und dann sind auch alle Türen offen. Und zu dem Punkt, was Du da grade gesagt hast, ja, Mama, man kann auch mal über die reden, die nicht mehr arbeitsfähig sind vielleicht auf den Baustellen oder die nicht, die die ja auch irgendwann ausscheiden. Wir haben ein Schulproblem.
Früher gab's noch diesen typischen Werkunterricht, das ist immer son bisschen weg, weil den gibt es kaum noch, ne. Und wenn man jetzt sagt, wir müssen das System wieder verändern, dann wird man uns schnell fragen, ja, so schnell geht das nicht. Ja, warum geht das nicht so schnell? Ja, weil die Lehrer, die da jetzt drin sind, auch nicht mehr technisch gebildet sind, in welcher Form auch immer. Warum kann sich die die Schulverwaltung nicht mit dem Handwerk kurzschließen?
Genau die, die Du grade erwähnt hast, die vielleicht nicht mehr fähig sind, ihre ihren Beruf auszuüben aufgrund des Alters zu sagen, ja, dann gehen die eben noch 2, 3 Jahre in den Schuldienst und machen den Werkunterricht die nächsten 2, 3 Jahre. Wenn der rausgeht, kommen vielleicht die die nächsten. Aber dass man so schnell wie möglich eine Änderung schafft und nicht jetzt erst mal wartet 5, 10 Jahre, bis die Lehrer technisch wieder qualifiziert sind und dann in der Lage sind, Werkunterricht zu machen. Man könnte sofort handeln, wenn man möchte. Man könnte es sogar systematisieren.
Und grade die Menschen, die eben halt dann nicht mehr im Alltag tätig sind, sogar mit 'ner Nebentätigkeit dann auch weiter beschäftigen. So würde man auch dem Thema Altersarmut oder eben halt zu wenig im Parmaine son bisschen entgegenwirken. Denn grade im Handwerk wissen wir ja auch, dass grad die Generationen, die jetzt in Ruhestand gehen, doch wirklich mit den Veränderungen, die auch am Markt stattgefunden haben, doch auch häufig dann knapper gesegnet sind im Endeffekt im Ruhestand. Das wären ja optimale Voraussetzungen eigentlich, eine Systematik Deutschland weit entsprechend aufzubauen und uns einzuführen, ne. So ist das.
Wir müssen aber bereit sein, uns zu verändern. Aber nicht nur uns als Mensch, sondern wir müssen die Systeme verändern. Weil das kann nicht sein aus meiner Sicht, wenn man sagt, das System gibt's nicht her. Ja, da müssen wir aus an das System dran. Ja.
Ne, die Welt ist rund, wir alle drehen uns, der Mensch verändert sich, die Systeme verändern sich, die Einstellungen der Menschen verändern sich. Also müssen wir auch in unsere Systeme mal gucken, inwieweit wir die anpassen müssen. Ja, und dann würde man auch so schon mal dem Fachkräftemangel entgegensteuern, weil man dann die jungen Menschen eben halt schon frühzeitiger eben mit dem Handwerk konfrontiert und eben halt sagt, guck mal, waren nicht nur das Sandkasten, es waren nicht nur Lego, wo Du mitgespielt hast, wo Du was geschaffen hast, sondern Du hast jetzt die Möglichkeit, eben mal mit irgendeiner Art von Werkunterricht oder Ähnlichem dich auch da entsprechend noch mal zu zeigen, noch mal weiterzuentwickeln und dann zu überlegen, egal ob Abitur oder eben halt nicht, zu sagen, okay, und jetzt geh ich ins Handwerk. Ich hab eine grundsolide Ausbildung, kann dann überlegen, wie ich dann weitermache, Meisterschule, Studium oder Sonstiges. Und hab ja von da aus sind mir ja alle Türen und Tore geöffnet.
Denn jeder will ja den Praktika eigentlich im Unternehmen. Handwerkerinnen und Handwerker wie Du halten die Welt zusammen und wir halten dir den Rücken frei. Wir stehen für Innovation im Handwerk, für Lösungen, die vorangehen und für Arbeit, die sicher und smarter wird, weil Handwerk Zukunft ist. Ich glaube auch, dass der Praktika zukünftig viel mehr Möglichkeiten hat, Karriere zu machen. Wenn man weiß, auch wenn man studiert, auf was studier ich denn oder was studier ich überhaupt, wenn ich inhaltlich vorher mich mit der Thematik auseinandergesetzt habe?
Aber das ist genau das, was Du sagst. Ich bin der festen auf Auffassung. In meiner Antrittsrede zum Hauptgeschäftsführer hab ich damals gesagt, im Kindergarten gibt's Bob den Baumeister noch. Mhm. Sobald wir in die weiter in in die Grundschulen kommen, ist Bob weg.
Also jeder hat ja eigentlich eine Fähigkeit, technisch sich auszuprobieren. So und und dieses müssen wir viel mehr noch wieder analysieren. Wir müssen viel mehr auf auf die jungen Menschen achten, auf die Kinder achten, zu sagen, wer ist derjenige, der vielleicht theoretisch wissenschaftlich sich orientieren sollte? Aber wer ist derjenige, der durch Handhabung lernt, ne? Anfassen, begreifen, umsetzen.
Die sind nicht dümmer, die gehen nur 'n anderen Weg. Die sind genauso intelligent. Wir brauchen auch die Abiturienten im Handwerk. Wir haben hochtechnisch entwickelte Berufe, ne. Wir brauchen auch diejenigen, die mit Abitur in die Technik gehen.
Aber da aus meiner Sicht sind viele junge Menschen, weil die alle in die Abitur ins Abitur geschickt werden, ins Studium geschickt werden und dann nach 3, 4 Semestern feststellen, eigentlich bin ich der Mensch gar nicht. So, und wir könnten, wenn wir das vorher besser analysieren, ich sag mal, die 1. Psychische Belastung dieser jungen Menschen, das Versagen, ich hab's nicht geschafft, könnten wir denen ersparen, wenn wir vorher genau hingucken, wie sind die denn orientiert und in welche Richtung sollten wir die schicken? Da bin ich auch mal angeeckt, das ist gar nicht so lange her, anderthalb Jahre ist es her in 'nem in 'nem KI- und Zukunfts Workshop, wo ich dann sagte, wir brauchen jegliche Art von Schulen, wo man dann sagt, ja, ja, aber die Abiturienten. Ich sag, nee, genau die brauchen wir, denn wir brauchen ja Menschen, die auch bereit sind.
Natürlich geht's auch in anderen Schulformen, aber ich glaube, da ist jetzt erst mal der die grundsätzliche Vorbildung einfach schon mal so gut positioniert, die dann auch irgendwann mal Verantwortung übernehmen im Handwerk, ne. So und da bin ich dann schon 'n bisschen angeeckt, da waren auch ein paar Professoren bei dieser Runde dabei, wo die die mich dann ganz entrüstet angeschaut haben, wie ich denn davon ausgehen kann, dass dann tatsächlich Menschen, die im Abitur gewesen sind, dann ins Handwerk gehen. Also auch da ist also immer noch 1 1 1 1 wirklich großer Aufholbedarf. Ja. Denn dieses dieses standardisierte Prozess, Abitur gleich Studium, ist in allen Köpfen ganz fest manifestiert.
Das müssen wir aufbrechen. Das ist für mich 'n gesellschaftliches Problem. Ich hab selber in der eigenen Familie erlebt. Wir haben auch 2 Söhne. Es war eine lange Diskussion.
Aber beide haben mir dann eine Ausbildung harter Kampf gewesen, ja, ne. Aber da geborene ich dir recht, die diese Diskussion, dass das der bessere Weg ist, ist falsch. Es ist nichts Schlechtes, wenn ich den anderen Weg geh. Ich selber bin auch über die Realschule gegangen, für mich der beste Weg, weil ich auch der Mensch eher bin, der vorher gucken muss, der anpacken muss, der verstehen muss, wofür mach ich das? Und dann kriegt man das auch wirklich richtig gut hin, ne.
Und das Gleiche seh ich auch bei den Abiturienten, wenn sie technisch orientiert sind, sollte man sie auch über andere Wege ruhig auch hinter an die Hochschulen schicken, ne. Und wenn wir dann Entwicklungen wieder made in Germany haben, weil sie vorher mal 'n Motor auseinandergebaut haben und dann in die Entwicklung für Motoren gehen, ist doch beiden geholfen. Ja, da ist leider der Weg der Moment nicht mehr so. Üblich nicht, das stimmt. Ja.
Wie ist denn die Auswirkungen bei euch zu spüren, grade jetzt bei euch im Kammerbezirk zum Thema Fachkräftemangel? Ist da eine Unruhe bei euch oder ist da eine Hilflosigkeit oder ist da Resignation mittlerweile schon? Ja, ich ich sag mal, so son bisschen Hilflosigkeit. Du hast ja da auch 2 Gesellschaften, ne. Du hast auf der einen Seite die Älteren, die sagen, okay, ich geh sowieso irgendwann raus, ne, das berührt mich gar nicht mehr so doll.
Auf der anderen Seite hast Du wirklich die, die noch eine ganze Zeit vor sich haben und sagen, wir müssen was tun. Ja, da wir müssen was tun, aber das haben wir auch grade schon besprochen. Ist auch richtig, nur wie kriegen wir's hin? Wie kriegen wir's hin, bevor die Systeme sich ändern, weil wir jetzt den Bedarf haben? Wir haben ja auch Programme aufgelegt, starke Frauen, starkes Handwerk in Dortmund, auch junge Frauen anzusprechen.
Das ist im Prinzip genau der gleiche Ansatz zu sagen, auch wenn junge Menschen ins Handwerk kommen, egal ob Frau oder Mann, unabhängig davon. Wir gucken, dass die Berufe nicht mal so belastend sind, was dann durchaus wieder attraktiv auch für junge Frauen ist, wirklich mit diesem Beispiel deutlich zu machen, auch die brauchen wir. Und und die brauchen wir auch zur Veränderung der Systeme, weil die ganz andere Ansätze zum Teil in die Berufe mit reinbringen. Weil es gibt typische Frauenberufe, klar, aber es gibt auch typische Berufe, wo die Frau noch nicht so präsent ist. Und da arbeiten wir auch daran, dass wir da auch andere junge Frauen reinbekommen.
Das ist ja quasi schon son kleines Erfolgsmodell, wenn man so möchte. Ja. Habt ihr sonst noch noch innovative Sachen, die ihr in Dortmund macht? Wir haben innovative Sachen auf der einen Seite, dieses Speeddating, das machen wir mit der IHK gemeinsam, dass wir wirklich gucken, die Schulen reinzuholen, die jungen Menschen da hinzukriegen. Wir haben gemeinsam mit den mit den ja, umliegenden Schulen Möglichkeiten, dass wir die Lehrer in die in die Bildungszentren holen, dass sie die Bildungszentren auch mal von innen sehen, weil der Lehrer transportiert das.
Mhm. Wir machen Tag der offenen Tür, wo die Eltern sich das Ganze auch angucken können. Wir versuchen wirklich, der Öffentlichkeit näherzubringen, was Handwerk bedeutet und dass das nix Schlimmes ist. Und wenn man unsere Werkstätten sieht, dann ist man immer überrascht, weil viele sagen, wir wussten gar nicht, dass das Handwerk das alles macht. Ja, und dann eben das Thema 360 Grad Analyse, was, was wir auf den Weg gebracht haben, was unheimlich interessant ist eben, wo es mit spielerisch der der der Betrieb sich mit modernen Dingen auseinandersetzt, zu sagen, wie kann ich mein mein Unternehmen für die Zukunft aufbauen?
Und wir haben noch den Bereich der KI, was wir momentan bei uns reinbringen. Wir sind mit die 1. Handwerksrolle gewesen in in Deutschland, die papierlos ist. Jetzt setzen wir den nächsten Punkt da drauf, KI, ne, einfach dem demjenigen, der sich anmelden möchte, ein geführtes System an die Hand zu geben, zu sagen, das ist dann selbsterklärend. Und man kriegt ganz genau aufgezeigt, was fehlt noch, was muss noch geliefert werden?
Das sind da natürlich interessante Sachen, wo wir uns, ja, ständig weiterentwickeln. Gibt es bei euch in Dortmund schon ganz klare Zukunftsvisionen und Ziele? Ich mein, Du hast das grad schon angedeutet, mit der Weiterentwicklung Richtung KI gibt's darüber hinaus noch Punkte. Können wir mal so 10, 20 Jahre nach vorne schauen, ne? Also schon jetzt sehr perspektivisch da?
Ja, das ist immer schwierig, 10, 20 Jahre nach vorne zu schauen, weil das geht so schnell alles. Wir wissen gar nicht, wie schnell uns das alles überholt. Und grundsätzlich ist es ja so, dass das Leben rückwärts verstanden wird und vorwärts gelebt. Also es ist immer ganz schwierig zu sagen, was ist in 10, 15 Jahren? Aber wenn man so die nächsten 5 Jahre mal betrachtet, 5 bis 10 Jahre betrachtet, wir sind grade dabei, komplett unsere Bildungslandschaft zu modernisieren, weil der Mensch, der heute in die Bildung geht, anders in die Bildung geht, als es früher so war.
Wir sind ja schon lange weg vom Frontalunterricht. Wir sind in handlungsorientierten Unterricht. Wir holen die Menschen ganz anders ab, ne. Wir begleiten den ganzen Unterricht mit technischen Geräten, mit allem Drum und Dran. Wenn bei uns Auszubildende ja in die Ausbildung kommen, bekommen die von vornherein einen Account, ne.
Wir haben 1 1 1 Lernplattform bei uns auch. Das heißt, die haben ihr Account, über die Lernplattform kriegen die ihre Materialien. Das können die auch lebenslang lebenslang behalten, solange die bei uns in der Handwerksfamilie sind. In allen Berufen? In allen Berufen, die bei uns bildungsmäßig geschult werden.
Das Also bauen wir jetzt grade auf, ja? Ja. So, dann bekommen Ihre Account, da sind Ihre Lehrgangsunterlagen drin, das können Sie kommentieren. Wir haben ja dann eben auch, das hat uns Corona ja gelehrt, eben auch eben Onlineschulungen. Handwerk wird man nie komplett online ersetzen können, aber wir wollen da drüber zumindest die Möglichkeit haben, auch lernbegleitende Hilfen zu geben, ne.
Das heißt, Erklärvideos, auch mit mit Untertitel in der Landes, in der Muttersprache. Das heißt, das Video ist in Deutsch, die Muttersprache soll zukünftig dann wählbar sein. Das heißt, auch bei Migration, da denken wir schon drüber nach. Das heißt, das wird uns in 5, 6 Jahren ja auch begleiten. Die können sich die Erklärvideos angucken, kriegen in Muttersprache dann da drunter, was das bedeutet so, dann lernen sie die Begriffe gleich in deutscher Sprache.
Ja. Ne, weil dann kann man das verknüpfen. So und wir investieren bei uns im Kammerbezirk alleine grade eine Summe von 260000000 Euro in die Bildungszentren an den ganzen Standorten auch in in der Region. Und das ist schon ein Kraftakt und das soll in 5 bis 6 Jahren soll das fertig dass auch ein ja, die Lernkultur sich da wirklich verändert und sich auf die Zukunft vorbereitet. Und das natürlich immer unter diesen Aspekten der Digitalisierung, was können, was müssen wir da berücksichtigen?
Ja, ich muss sagen, bin sehr beeindruckt, hört sich sehr, sehr gut an. Also da dieses über den Tellerrand hinausschauen war jetzt sehr wertvoll. Die, es muss nur schneiden, ja, das hab ich schon wieder Fahrten verloren. Genau. Setzt Du da an, ja.
Jetzt hast Du uns ja schon mal mitgenommen auf die Reise, was bei euch in den nächsten Jahren so passiert. Wieder vergessen. So. Stehen kurz was hin und sagen, dass Ja, gut, nutzen wir das. Ich frag dich jetzt nur noch, das ist mir jetzt 2 mein Fall.
Ich frag dich jetzt nur, wie euer Alltag aussieht. Das, was ich jetzt nicht hoffe, die Frage war. Ist Zusammenzufassen, Herr Moschee. Ja. Nur kurz.
Bescheuert. Ganz gut. Schön vorbereitet alles und dann kommt die Frage nicht. Herr Carsten, jetzt hast Du uns ja schon mal auf die Reise mitgenommen für die nächsten 5 bis 10 Jahre. War sehr interessant und auch 1 1 1 1 gute Vision dahinter und wirklich viel, was ihr da tun wollt.
Kannst Du uns mal sonen kleinen Einblick geben in das, was ihr bei der Kammer, jetzt grade Dortmund dann eben mal zu tut im Alltag, damit unsere Zuschauer auch verstehen, wie so euer Tagesgeschäft in Anführungsstrichen aussieht? Ja, unser Tagesgeschäft ist sehr bunt, ne. Wir sind ja auf der einen Seite Körperschaft des öffentlichen Rechts. Wir haben hoheitliche Aufgaben. Das geht rein bis in die Politik, dass wir die Interessensvertretung für unsere Betriebe übernehmen.
Auf einen auf der anderen Seite haben wir eine große Wirtschaftsförderungsabteilung, ich war selber mal Unternehmensberater bei uns in der Kammer, die reingehen in die Betriebe, denen in betriebswirtschaftlichen Fragen, in technischen Fragen oder sonstigen Fragen Veränderung, Digitalisierung, allem, was da so ansteht, eben unter die Arme greifen, sie wirklich auch begleiten, ne. Oder jetzt das Stichwort 360 Grad. Wir haben den Bedarf erkannt, also setzen wir Programme auf. Und das andere ist eben der ganze der ganze Bildungsbereich. Angefangen von der überbetrieblichen Lehrlingsausbildung bis hin eben zu Meister Vorbereitung und dem Prüfungswesen, was dahintersteht.
Das ist schon eine Menge. Wir als Kammer Dortmund haben fast 300 Mitarbeiter, so. Und wenn man jetzt, ich bin auch Personalchef, das war ich vorher schon als Hauptgeschäftsführer. Ich hab immer gesagt, ich möcht es auch bleiben, weil ich den situativen Führungsstil ja bevorzuge, der sehr anstrengend ist. Das heißt, wir setzen, also ich setz mich so wirklich sehr stark mit dem Personal auseinander, weil ich immer der Meinung bin, wenn der Mensch mit seinen Fähigkeiten an der richtigen Stelle sitzt, dann ist die Arbeit, die da hinten rauskommt, Qualität, über die ich mir keine über die ich mir keine Sorgen machen muss.
Mhm. Auch neue Auszubildende motivier ich in der Form, dass ich sie begrüße mit den Worten, dass sie die nächsten 3 Jahre meine Unternehmensberater sind, weil die durch sämtliche Schnittstellen bei uns in der Kammer gehen. Ich nehm sie wirklich ernst, das wissen die auch. Wir führen immer Feedbackgespräche. Wenn ich sag, wenn wir nicht mehr da sind, ist es euer System.
Also arbeitet fleißig mit dran, ne. Und wenn wir dann weggehen, dann haben wir euer System aufgebaut. Und wenn man diese jungen Menschen da mit einbindet, motiviert man sie. Ja, und das Gleiche seh ich auch im Handwerk. Wir fahren ähnliche Programme auch mit 1 Mediatorin im Handwerk.
Das bieten wir den Handwerkmenschen auch an, zu sagen, den jungen Menschen wieder Werte mit auf den Weg zu geben, ne. Sie ernst zu nehmen, Werte mit aufn Weg zu geben. Und wenn die das spüren, dann sind die auch motiviert und dann kann ich auch solche Sprüche wie Es gibt nichts, keine vernünftigen Menschen mehr, das passt nicht. Ich bin selber im Sportverein tätig. Es gibt genügend, das ist immer nur die Frage, wie ändern wir uns und wie holen wir sie in der Zukunft richtig ab?
Das ist so son bisschen das, wo wir uns jeden Tag mit auseinandersetzen, weil die Zyklen der Veränderung werden immer schneller durch die Digitalisierung, durch die Medien, allem, was dazugehört. Ja, das ist anstrengend, aber das ist unsere Aufgabe bezogen intern auf unsere Kammerstruktur, aber dann eben auch genauso extern für den Markt, für unsere Mitgliedsbetriebe, wo wir sie bei unterstützen. Ja, anstrengend, aber auf der anderen Seite auch schön, weil der, der Veränderungsprozesse mag, wird die Situation da natürlich grade liegen. Und ich hab immer für Veränderungsprozesse gelebt. Genau, deswegen.
Carsten, jetzt kommen wir so langsam Richtung Abschluss leider, weil das war wirklich sehr gute Werbung fürs Handwerk und vor allen Dingen auch für die Kammern, die Du hier gemacht hast. Aber hast Du uns vielleicht einen Hack mitgebracht, den Du den Zuschauern mitgeben möchtest? Ja, einen Hack. Ich ich sag mal, es gibt keine Probleme, es gibt Herausforderungen. Und wenn ich das mal so son bisschen von der Orientierung her sehe, erst mal Ruhe bewahren, besonnen an die Sache rangehen.
Und im Prinzip gilt's es immer nur Richtung Zukunft, ne. Das ist ja das, was ich vorhin schon mal gesagt habe, das Leben wird rückwärts verstanden, aber vorwärts gelebt. So, und wenn man gemeinsam mit allen Beteiligten die Zukunft diskutiert, ich mein, Du hast mich jetzt vorhin gefragt, irgendwie die Vorausschauen in die nächsten 20 Jahre, die kann ich nicht geben. Aber son Horizont von den nächsten 5, 6, 7, 8, 9 Jahren, der ist zumindest wegweisend, ne. Und wichtig ist, den ersten Schritt zu machen.
Dann, ich sag mal, wer nicht losgeht, bleibt stehen. Das ist 'n guter und wertvoller Tipp. Und dann kommen wir auch wirklich zur abschließenden Frage. Und zwar, wie Du im Moment die Stellung des Handwerks in der Gesellschaft wahrnimmst. Sind wir, wo sind wir grade positioniert, das Handwerk?
Das Handwerk kommt aus der Versenkung wieder raus. Das Handwerk hatte in der in der ganzen früheren Vergangenheit wirklich einen sehr, sehr hohen Stellenwert, ne. Man hat sein Kind in die Ausbildung gegeben, was auch son bisschen was mit Erziehung zu tun hatte. Man braucht sich nicht über die Inhalte und die Stringenz unterhalten, die früher vielleicht anders war als heute, das wollen wir gar nicht beurteilen. Aber letztendlich wird durch eine Ausbildung der Mensch aufs Leben vorbereitet, ne.
Ich lern den Umgang mit Kollegen, mit Kolleginnen, mit Vorgesetzt, mit allem Drum und Dran, die Struktur da drin. Das kann man dem Menschen nur mit aufn Weg geben. Und das ist so wichtig, das sollten wir auch weitermachen. Ja, Carsten, Vielen Dank, dass Du hier bei mir in der Sendung gewesen bist. Wie gesagt, das war Werbung für die Handwerkskammer und für eure Arbeit, die ihr tut.
Ja, herzlichen Dank fürs zusehen. Das war Carsten Hader von der Handwerkskammer Dortmund und bis zum nächsten Mal.