Cover: Dominik Ricker - der echte Holzhandwerker

Dominik Ricker - der echte Holzhandwerker

24. Dezember 2025 31:50 Min. Zu Gast: Dominik Ricker
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Worum es geht

In dieser Folge von HandwerkSpricht ist Dominik Ricker zu Gast, Tischlergeselle mit tiefem Wissen über Holz. Er erzählt von seinem Weg im Handwerk, seiner Arbeit auf YouTube und als Autor für eine Holzzeitschrift. Dabei geht es vor allem darum, wie er das Handwerk der jungen Generation näherbringt und für den Beruf begeistert.

Das nimmst du mit

  • Handwerk und moderne Medien wie YouTube lassen sich verbinden, um junge Menschen für den Beruf zu begeistern.
  • Fundiertes Wissen über Holz macht einen Tischler zu einem gefragten Ansprechpartner in der Branche.
  • Neben der praktischen Arbeit können Handwerker durch Schreiben und Content-Erstellung ihr Wissen weitergeben.
  • Persönliche Geschichten aus dem Handwerk können andere inspirieren, diesen Weg einzuschlagen.
Aus dieser Folge
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Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

Die wichtigsten Antworten

Wer ist Dominik Ricker?
Dominik Ricker ist Tischlergeselle mit umfangreichem Wissen über Holz. Er ist auf YouTube aktiv, schreibt für eine Holzzeitschrift und gilt als gefragter Ansprechpartner im Bereich Holzhandwerk.
Worum geht es in dieser Folge?
Die Folge dreht sich um Dominiks Geschichte im Holzhandwerk und darum, wie er das Handwerk der jungen Generation näherbringt.
Für wen ist die Folge interessant?
Für alle, die sich für Holzhandwerk, den Tischlerberuf oder die Verbindung von Handwerk und modernen Medien interessieren und sich inspirieren lassen möchten.

Zu Gast

Tischlergeselle, YouTuber und Autor für eine Holzzeitschrift

Dominik Ricker ist Tischlergeselle mit großem Fachwissen über Holz. Er ist auf YouTube aktiv, schreibt für eine Holzzeitschrift und bringt das Handwerk der jungen Generation näher.

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Transkript

Herzlich willkommen zur Handwerk spricht, Ihrer Sendung, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Handwerk verbindet. Und heute haben wir zu Gast Dominik Riecker. Dominik, schön, dass Du hier bist. Und wir reden heute vor allen Dingen über das Thema Holz und auch son bisschen über deinen Werdegang und was Du so, ja, jetzt gemacht hast oder auch vorhast. Aber tut mir 'n Gefallen, stell dich doch bitte mal vor und erzähl uns mal 'n bisschen was über dich.

Gerne. Ja, hi Olli, vielen Dank für die Einladung. Was mach ich? Also bisschen vielschichtiger unterwegs, würd ich sagen. Bin gelernter Tischler, also Tischlergeselle und mach Auftragsarbeiten, arbeite mit mehreren Tischlereien zusammen, die mir dann links und rechts Aufträge zuschieben, die ich dann für die abarbeite.

Und bin aber darüber auch hinaus als Autor tätig für eine Holzzeitschrift, wo ich dann Artikel schreibe zum Thema Möbelbau oder was rundherum da noch so interessiert, Arbeitstechniken. Hab dann auch einen Youtube Kanal, wo ich dann eben auch Möbelbau zeige und auch immer son bisschen auf Thema Sicherheit bedacht bin. Das geht ja auch ganz gerne mal unter. Und ja, hab dann gleichzeitig auch noch eine Firma, die Werkzeuge herstellt. Also auch zum Thema Holzbearbeitung, wo man halt eben so selber in der Praxis eben merkt, ah, wär schön, wenn's hier und da noch so Möglichkeiten gäbe, das Leben vielleicht 'n bisschen einfacher zu gestalten.

Richte mich dabei aber auch preislich eher son bisschen ans Hobby. Also heißt nicht, dass wir keine gewerblichen Kunden haben, aber in der Regel sind die Lösungen auch son bisschen darauf ja eher zugeschnitten, dass es Techniken von teuren Werkzeugen son bisschen kompakter, 'n bisschen einfacher und auch 'n bisschen günstiger hält, ne. Damit halt eben so der Zugang zum Handwerk möglichst vielen Menschen ermöglicht wird. Das ist eigentlich immer so, ich würde sagen, mein hauptsächliches Anliegen bei der ganzen Sache. Das heißt also von der Ausbildung, wenn man so will, dann in dem Bereich, wo Du jetzt andere Menschen in diese Do it yourself Richtung dann unterstützt.

Genau. Und das nicht nur eben halt mit den Handgriffen und mit den Tipps, sondern tatsächlich auch unter Umständen mit den entsprechenden Werkzeugen, damit's dann eben halt umsetzbar ist. Wie bist Du dazu gekommen? Ja, 'n bisschen holpriger Werdegang, würd ich sagen. Also Abitur gemacht im zweiten Anlauf.

Ich wollt unbedingt noch mal zweimal auf Klassenfahrt damals, das hat sich gelohnt. Und wollte eigentlich schon immer Tischler werden, hat mich schon immer fasziniert. Hatten ja auch schon mal son bisschen gequatscht, kommen da auch so halbwegs aus deiner Ecke. Wir hatten da son kleine Täuschen im Wald und war offenbar dann immer in der Werkstatt rumgewerkelt, wie man das, wie vielleicht viele so den Werdegang grade so in der Tischlerei oder Zimmerei mal bestritten haben. Und dann kam aber son bisschen auf, ne, wenn ich das so im Freundeskreis erzählt habe, so mit 18, ging jetzt schon so Richtung, was werden wir alle mal?

Wir wollen natürlich alle reich werden, das ist klar. Und ob der Job Spaß macht oder nicht, stand da gar nicht so im Fokus, aber ich dachte mir, 'n Tisch lang, da hab ich irgendwie Bock drauf. Aber genau, dann kam das halt eben, ne. Kannst Du kein Geld mitverdienen? Wie soll das alles mal werden?

Und ja, dann hab ich Industriedesign studiert, eigentlich auch nur, weil ich am Tag der offenen Tür in son riesigen Maschinenpark reingekommen bin und CNC Drehbänke, alle drumherum, alle Werkzeuge, die man sich vorstellen kann. Ich dachte, ah, was muss ich machen, damit ich hier studieren kann? Und ja, hab dann auch in der im Studium mich eigentlich immer wenn's ging, dem Holz gewidmet, durchaus auch 'n bisschen einseitig, aber das war halt so, ich sag mal, das innere Verlangen. Und ja, wie das dann halt so war, bin dann auch nach 'n paar Jahren im Prototypenbau, wo eigentlich nur mit Kunststoff gearbeitet wurde, auch viel an der CNC, viel auch programmiert. Ja, hab immer son neidischen Blick auf die Tischler geworfen, die dann ab und zu, ne, die hatten dann, ja, ab und zu musste einfach zugearbeitet werden, wenn noch mal irgendwie grade für den Messebau noch mal son Hintergrund gebaut werden musste.

Selbst eine Transportkiste, das war schon immer, wie sauber sone Transportkiste dann gefertigt war. Da dachte ich, ja, das will ich auch machen. Und dann hab ich, ja, dann hab ich mir einfach, ich weiß nicht mehr genau, ich glaub 26, 27 war ich, hab ich gedacht, komm, wenn Du's jetzt nicht machst, dann wird's umso holpriger. Freundin hat auch noch studiert, ist also nie aufgefallen, dass ich dann mit 300 Euro im Monat Ausbildungsvergütung mich dann so durchgeschleppt habe. Und ja, dann hat aber irgendwie ab da alles irgendwie ganz gut gegriffen, wenn man, ich glaube, ne, Du kennst das ja auch, wenn man irgendwie merkt, okay, das ist irgendwas, was mich so mit Leidenschaft erfüllt, das passt einfach zu mir.

Und jetzt mal das Geld außen vor gelassen, ne, natürlich ist es belastend, 300 Euro Ausbildungsvergütung zu bekommen, ist jetzt schon 'n bisschen her, sich ja auch 'n bisschen gewässert. Aber das hat einfach so viel Spaß gemacht und jeder, also jeder Tag Berufsschule war für mich eine Wissen, was ich irgendwie aufsaugen konnte. Also das hat einfach sehr viel Spaß gemacht und die diese Whisbegierigkeit hab ich mir so halbwegs beibehalten, ne. Das lässt der Wetterzeit, glaub ich, immer son son bisschen nach. Aber ja, und das war dann irgendwie so so, ich glaube, so zu viel Leidenschaft, dass ich gedacht habe, das kann ich ja vielleicht teilen, ne.

Da bleibt noch genug Leidenschaft übrig, das halt eben auch anderen Menschen dann weiterzugeben. Und ja, darum auch dann angefangen, Kurse zu geben, also Handwerkskurse und ja, so hat sich das dann weiterentwickelt, aber halt eben auch immer noch dann hauptberuflich als Tischler gearbeitet, bin dann auch 'n bisschen rumgekommen. Das hat mich auch nicht gescheut, grade in Deutschland dann an verschiedenen Stationen unterwegs zu sein und ja, lustige Sachen gemacht. Escape Rooms zum Beispiel, weiß nicht, ob Du die kennst, da muss man so so Rätsel lösen und ja, das muss ja alles gebaut werden und geplant werden. Und da hatt ich eine richtig tolle Crew, das hat sehr viel Spaß gemacht.

Ja und ne, ist jetzt auch nicht ganz so eine typische Tischlerarbeit, auch so Kulissenbauer im Theater es auch nicht so die typischen Sachen. Aber überall mal son bisschen reingeschnuppert und natürlich auch im hochwertigen Möbelbau, was man eigentlich immer sone Ausbildung denkt, das kann am meisten Spaß machen, macht auch Spaß, aber es gibt so viel tolle Sachen drumherum, auch auf der Baustelle, auch lange als Bautischler gearbeitet. Ist eine ganz andere Welt, aber macht Spaß. Und grade so der Austausch mit den anderen Gewerken, ja, ne, da wird sich auch ganz gerne gefoppt und auf die Schippe genommen. Aber ich glaube, wenn man wenn alle da so am am gleichen Strang ziehen und so den gleichen Gedanken, den gleichen Humor haben, dann dann freust Du dich auch morgens im Winter 6 Uhr aufzustehen, dich auf die Baustelle zu schleppen und dann Ja, genau, das ist das ja, was wir eigentlich wieder viel mehr brauchen, ne.

Wir brauchen wieder viel mehr Strahlkraft, die aus dem Handwerk herauskommen, ne, dass die dass die dass man die Menschen von innen heraus quasi überzeugt, ne. So, Du sagst das ja nur oder Du hast ja gerade gesagt, ich freut man sich auch, 6 Uhr aufzustehen. Also ich hab manchmal das Gefühl oder im Moment so das Gefühl, dass das nicht so der Fall ist, ne. Und das hat jetzt gar nichts mit dem mit der Jahreszeit zu tun, sondern wirklich so, dass die die grundsätzliche Motivation irgendwo nicht mehr so da ist, wie sie mal gewesen ist. Du sprachst auch 'n paarmal jetzt das Thema Geld an.

Fängt das zusammen vielleicht? Na, ich denke, es kommen verschiedene Faktoren da zusammen. Also ich denke mal, wenn man sich jetzt zum Beispiel, ne, wenn man jetzt 'n ganz klein bisschen zurück in Corona, als dann auf einmal Homeoffice aufkam und jede Menge jede Menge Menschen einfach so die Freiheit genossen haben. Arbeitsweg fällt auf einmal weg, ne. Also Du kannst jetzt einfach, machst dir deinen Kaffeeschluss dann zum Laptop, 5 Minuten Arbeitsweg hast Du dann auf einmal, kannst dir den Tag flexibel einteilen, sitzt dann halt eben auch noch im Warmen und Thema Geld, ne, und dann noch Bonuszahlungen, flexible Arbeitszeiten.

Also ich denke, da kommt eine ganze Menge zusammen, die hast Du halt nicht, ne. Also jetzt 'n Dachstuhl von zu Hause auf aufzubauen wird schwierig, ne. Und ich glaube, das sind irgendwie, das ist unumgänglich. Also natürlich werden wir immer auf die Baustelle fahren müssen, damit irgendwie auch geschafft wird, ne. Glaub ich hab mal 'n Video gesehen bei Social Media, da stand jemand vor seinem Fernseher, da lief dann die Beton, der Betonmischer und hat dann eine Schubkarre da stehen haben mit seiner Schaufel und hat hat dann angefangen zu schaufeln.

Das war dann sein Homeoffice, ne. Nein, gehen natürlich nicht, genau. Ist 'n Riesenthema, ja. Ja. Na gut, also ich, ne, aber ich denke, in diesem innerhalb von diesen Strukturen, die jetzt ja eigentlich erst mal unumgänglich erscheinen, könnt ich mir schon vorstellen, dass es flexible Möglichkeiten geben könnte, ne.

Also allein schon mit der Arbeitszeit, gibt ja auch durchaus Betriebe, die zum Beispiel eine Viertagewoche schon angetestet haben. Ne, jetzt muss man natürlich am Ende des Tages wahrscheinlich auch so fair bleiben, fehlt dir 'n ganzer Arbeitstag? Gut, am ist in der Regel der Freitag. Der Freitag ist vielleicht nicht der motivierteste Tag. Sind wir ehrlich, ne, der fällt ja in vielen Betrieben auch noch 'n bisschen kürzer aus.

Aber trotzdem ist es halt eben einfach Zeit, die fehlt und die kann, glaub ich, nicht ganz so einfach kompensiert werden, ne. Am Ende des Tages ja, ist das natürlich eine Hürde meines Erachtens, die genommen werden muss. Aber ich denke mal, wenn man sich das einfach gegenüberstellt, jetzt mal die Tätigkeit, die man an sich da macht, mal außen vor gelassen, ne. Da gibt's auch viele, die ich halt eben kenne, die auch dann meine Kurse besuchen oder die mir halt eben schreiben und die sagen, ich sitz den ganzen Tag vorm Computer. Als Ausgleich wird dann halt eben in die Werkstatt gegangen.

Man merkt aber, das macht einem so viel Spaß als der eigentliche Job, dass man gerne mehr in diese Richtung gehen möchte. Aber trotz allem sind einfach immer diese Benefits gegeben, wenn man diesen Bürojob hat. Und jetzt lass mal die Temperatur mal außen vor, ne, man kann ja auch die Kritik anziehen und Thermoskanne dabei, dann geht das schon. Aber denke, grade diese Flexibilität ab 'nem gewissen Alter, ne, auch wenn grade so Kinder dann noch mit ins Spiel kommen, ja, da würd ich, glaub ich, mindestens genauso ansetzen wie beim Thema Geld, ne. Ich denke, dass irgendwie da eine Entwicklung oder eine weitere positive Entwicklung stattfinden wird.

Also da glaub ich dran, ne, das wird auf jeden Fall funktionieren. Aber dass man halt eben auch den den Menschen da die Möglichkeit gibt, sich eben nicht mehr aufgrund dieser Vorteile des Bürojobs, dass sie deswegen ihren Job nicht mehr mögen, sondern dass man eben einfach sagt, das gibt im Rahmen der Möglichkeiten für dich auch eine Flexibilität. Hast Du so was gesehen irgendwo? Hast Du 'n Beispiel, was Du uns nennen könntest, weil Du's schon irgendwo 'n Betrieb gesehen hast? Ja, also schwierig ist auf jeden Fall, also wir hatten das ja, das umzusetzen ist schwierig.

Ich kenn paar Betriebe, die sind allerdings auch 'n bisschen kleiner, wo man, dass man der Koordination vielleicht auch noch mal 'n bisschen besser geregelt bekommt, ne. Also es sind in der Regel Betriebe mit 5 bis 10 Personen. Wobei ich mir ja auch vorstellen kann, wenn's jetzt größere Betriebe sind, fällt's vielleicht auch nicht ganz so auf, wenn jetzt mal eine Person nimmt 'n anderen Rhythmus oder ne, die die Rhythmen dann irgend 'n bisschen anders getauscht werden. Aber ja, es funktioniert. Man muss halt wirklich auch ganz genau hingucken, wie effizient, also wann lässt die Effizienz nach, hatten das jetzt mit dem Freitag grade schon zum Beispiel.

Und da gibt's auch 'n Betrieb, der ist eben auch 32 Stunden gegangen. Das heißt, man hat wirklich dann die Viertagewoche eingeführt. Man hat halt eben gesehen, okay, man muss vielleicht auch noch mal son bisschen insgesamt im Team die Motivation 'n bisschen erhöhen, dass man halt eben sagt, okay Leute, pass auf, lass uns einfach diese 4 Tage durchziehen. Jetzt nicht mit Überstunden und sonst noch was, aber dass man wirklich sagt, okay Leute, wir arbeiten da jetzt mal effizient, ne. Auch Thema Handy ist ja grade auch, ne.

Also die die Toilettenpausen sind länger geworden, sag ich mal, ne. Also das Im Grunde Verantwortungsübernahme, ne. Genau, ja. Das das trifft's eigentlich ganz gut, dass man halt eben am Ende des Tages, Du hast 'n Arbeitsvertrag unterschrieben, muss man auch mal ganz klar sagen, ne. Und da steht halt eine gewisse Zeit drin.

Die solltest Du im bestmögliche Fall auch abrufen, ne. Aber vielleicht bist Du einfach noch mal motivierter, wenn Du halt eben sagst, ey guck, ich hab den ganzen Freitag frei, ne. Dann gibt's aber eben auch Umsatzbeteiligung, je nachdem, was das halt eben fürn Projekt ist. Du kannst jetzt nicht also Motivation, sag ich jetzt mal, bei einem kleinen Einbauschrank, ne, obwohl die Kosten auch schon genug, aber ne. Also jetzt so bei kleinen Arbeiten, da ist natürlich dann, gibt es dann nicht her.

Aber wenn man halt eben sagt, ich hab diesen Auftrag, wenn der in der vorgegebenen Zeit halt eben erfüllt wird, dann gibt's halt eben die entsprechende Ausschüttung. Ich denke, auch sone gewisse Transparenz von, ich sag jetzt mal so, der ganz klassische Chef, ne, der sich die Taschen vollmacht, da mit dem Porsche rumfährt. Und ja, der Rest der Belegschaft ist dann so im besten Falle noch nicht, im schlechtesten Falle noch nicht mal beim Tariflohn. Da muss natürlich auch 'n Umdenken stattfinden. Aber haben wir das noch tatsächlich?

Siehst Du das noch irgendwo? Ich kenn auch 'n paar, die 'n Porsche fahren. Ja gut, also Porsche fahren ist ja die eine Geschichte, aber dann eben halt die Belegschaft nicht entsprechend mitzunehmen. Also ich hab's jetzt im letzten Jahr nicht mehr gesehen. Na ja, es stirbt aus, ne, muss man auch dazusagen.

Also es gibt natürlich 'n paar, die sich da irgendwie weigern, diesen diesen Schritt da mitzugehen. Ich also da hast Du wahrscheinlich dann jetzt doch eher positivere Erfahrungen gemacht als ich. Mhm. Aber ich denke grundsätzlich, dass einfach dieser Gedanke gar nicht mehr auftaucht, ne. Weil natürlich kommt dann auch wieder der Gedanke, ne, von dieser, ich sag mal, besseren Position oder dieser besseren Arbeit, wenn man einfach nur schön im Büro sitzt, egal wie viel Stress man halt eben auch als Führungsposition, in der Führungsposition dann eben hat.

Am Ende des Tages kennst Du ja vielleicht auch, ne, sagt der Altgeselle auch, ohne mich läuft der Laden ja nicht. Ich stell mir alles, das ist ungerecht verteilt und dass man halt eben auch da son bisschen aufklärt. Und ich denke, dass da Transparenz einfach wichtig ist, ne. Und auch mal zu sagen, was leistet hier jeder für sich? Auch Thema Auszubildende, ne, wo man auch sagt, na ja, ist eine günstige Arbeitskraft, wir können auf dich verzichten, dass man auch da ganz klar deutlich macht, wir sind alle Teil der Mannschaft.

Die Motivation besteht halt eben, da alle, ja, dass einfach alle zufrieden sind, alle glücklich sind, weil ne, wir wissen alle, wie wichtig Auszubildende auch auf der Baustelle sind. Und wenn Du den gut angelernt hast oder sie gut angelernt hast, dann ist dein Tag am Ende des Tages auch besser, ne. Also also ich denke, dass man einfach insgesamt so dieser dieser Spirit, diese Teamleistung, dass die grade im Handwerk super-, superwichtig ist. Und dann, ja, kommen vielleicht auch so Gedanken gar nicht erst auf, dass man sich ungerecht ungerecht bezahlt fühlt. Mhm.

Wo siehst Du denn heute im Moment jetzt, ich sag mal, wenn man jetzt mal Stundenlohn nimmt, ne, ab wann ab wann ist es denn für jemanden, der im Handwerk tätig ist, wirklich 'n 'n guter Stundensatz? Jetzt, mein, gut, Du hast jetzt vor allen Dingen ja den den Tischler im und das das Virusgewerke im Kopf. Aber wo sind da die Stunden, wo Du sagst, okay, hat natürlich auch immer eine Leistung dagegen gesetzt, klar, ne, aber wo ab wo lohnt es sich für jemanden, der im Handwerk tätig ist oder oder ab wann kann man seine Familie vernünftig ernähren, ab welchen Stunden dauern? Deine Sicherheit ist nicht verhandelbar. Wir setzen uns für sicheres Arbeiten ein, damit Du nach jedem Projekt gesund nach Hause kommst, weil wir das Handwerk brauchen und weil wir dich brauchen.

Gemeinsam machen wir das Handwerk stark. Ja, jetzt muss ich 'n ganz klein bisschen umdenken, weil ich in der Regel eher als Selbstständiger abrechne. Aber reden wir jetzt einfach mal in in Brutto- oder Nettozahlen, aber ich denke mal, wenn Du irgendwie Also ich denke, es müssen Minimum, irgendwie 3 Brutto müssen stattfinden. Und da erschreckt man sich, in wie vielen Handwerksberufen das einfach nicht der Fall ist, ne. Also auch grade Tischler, Elektriker sind eigentlich so die Klassiker, die dann eher schlechter bezahlt sind.

Alles, was aufm Dach passiert, das wird in der Regel schon 'n bisschen besser vergütet, ne. Ja, gar nicht bestätigen. Ja. Darum, na ja, überhauptgewerbe, ne. Na, aber aber die Tür steht eben nicht zu, das ist Nee, wir sind auch Nebengewerbe, da dachte ich, kann's auch nebengewerbe tatsächlich, aber Ach, ach so, ach nee.

Nee, das wusste ich gar nicht. Ja, aber Ah, okay. Gut, ich frag mich auch oft warum, aber ist ja egal, ist ja nicht das Thema Ich dachte, ihr seid mit der Zimmerei da so verbandelt, dass das. Nee, nee, wir sind tatsächlich, wir werden im Nebengewerbe noch geführt. Ah.

Aber es ist es ist schon so, Du hast vollkommen recht, also 3000 Euro sollte man tatsächlich verdienen. Aber man hat ja auch die Möglichkeit, sich weiterhin zu Ich glaub, das ist auch noch mal son wichtiger Punkt, weil die 3000 Euro bekommt man ja nicht am ersten Tag, ne. Sondern man muss ja auch bereit sein, in sich und in seine Leistung, in sein Wissen, in seine Handhabe, Handfertigkeiten und so weiter, selber Zeit zu investieren, Mhm. Dann auch dahin zu kommen, dass es dann 3000 oder vielleicht auch mehr werden kann, ne. Das ist aber auch 'n wichtiger Punkt, ne.

Den vergessen wir leider oft, wenn wir jetzt so eine Diskussion grade führen. Ja. Da da gehört ja auch 'n Entwicklungsweg dazu, ne. Der muss man ja auch einfach beschreiben, ne. Ja, und da sehe ich auch son bisschen die Problematik, der ist ja nicht so grad wie nicht, wie das jetzt beispielsweise im Bürojob ist.

Wenn Du da jetzt halt eben einfach normal deinen Dienst nach Vorschrift, sag ich jetzt mal so ganz böse, einfach nur deine Stunden abreißt, Du über die Jahre steigst Du automatisch auf. Das kannst Du eigentlich gar nicht verhindern. Und da seh ich im im Handwerk auch einfach die Problematik, wie ist denn die Perspektive? Also es kann, find ich, keine Perspektive sein, wenn Du irgendwie 'n bisschen mehr Geld verdienen willst, dass Du dich selbstständig machen musst, weil das einfach jede Menge Verantwortung, jede Menge Risiko mit sich bringt, ne. Und das das seh ich dann einfach nicht als den als diese Lösung, die auch dann auf dann einfach vorgeschlagen wird.

Auch wenn ich mich selbstständig gemacht habe, sehe ich das nicht als den Königsweg an und sehe auch die Problematiken, weil halt eben Thema Sicherheit, ne, ich hab jetzt keine Kinder, aber wenn jemand halt eben einfach eine Verantwortung hat Oder Finanzamt. Ja gut, okay, denn die Verantwortung haben wir ja immer, ne? Das Ja gut, aber die hast Du ja für den selbstständig bist ja noch mal umso mehr, ne. Du am Ende des Jahres, wenn Du dann deine quasi Abrechnung dem Staat vorlegst, dann kommt da unter Umständen eine andere Zahl raus, als Du selber gedacht hättest. Immer.

Und im im schlimmsten Fall hast Du grade genau dieses Geld nicht zur Hand, ne. Das stimmt. Genau. Also das ist eine Sache, die dir halt eben sonst nicht passiert. Aber ja, also wenn ich da jetzt mich son bisschen, also selbst wenn Du den Meistertitel machst, also Du machst die Meisterschule, die sehr viel Geld kostet, da könnten wir, glaube ich, noch mal 5 eigene Kapitel machen, wie auch da die Unterstützung ist im Gegensatz zum Studium, ne, sehe ich auch als sehr Ja, Nachholbedarf.

Sehe ich an, sehr viel Nachholbedarf. Das heißt, Du gehst dann auch noch, Du hast deinen deinen Meistertitel hast Du dir abgeholt, ne, hast dann dafür auch sehr viel Verzicht erst mal mit reingebracht und dann hast Du natürlich auch noch die Schulden. Und dann ist aber noch nicht mal gewährleistet, dass Du jetzt exorbitant mehr verdienst. Also wenn wir jetzt im Studium bleiben, Bachelor, Master, da gibt's halt eben einfach die Unterschiede, die sich halt eben finanziell auswirken. Und na ja, im Handwerk zählt dann einfach in der Regel noch die Berufsjahre, die Du dann irgendwie gemacht hast.

Ob Du dir jetzt Mühe gegeben hast oder nicht, ne. Also ich kenn genug, die dann 'n Meistertitel haben, wo dann aber gesagt wird, heißt 'n jungen Meister, der ist nix wert, den können wir nicht gebrauchen. Schön, dass Du deinen Titel da abgeholt hast, aber bricht ihr nicht, ne. Und ich denke, da muss irgend, also da ist noch 'n anderer, ich weiß nicht, ob Du das so teilen würdest, dass es Ich hab bei dem Gedanken oder das, was Du grade gesagt hast, würd ich jetzt den Gedanken der Leistung noch dazu zählen. Also bei mir bei mir geht's überhaupt nicht nach Alter oder nach Ausbildungsgrad, sondern bei mir geht's aber darum, verdienen wir beide gemeinsam Geld, wenn wir zusammenarbeiten oder verdient nur 1 an der Seite Geld?

Mhm. So, und deswegen ist ist mir ja das im Grunde nicht so wichtig. Also die Priorität ist nicht bei mir. Ich muss das für mich machen, weil ich die Betriebsleiterfunktion einnehmen musste. Deswegen musste ich den Meister machen, ansonsten hätte ich den auch nicht gemacht.

Mhm. Und sehe das aber auch irgendwo bei den anderen Menschen, mit denen ich so zusammenarbeite. Also ist ja klar. Und da da geht's ja, ist ja gar nicht darum, geht's ja nicht nur, ist ja nicht nur Handwerk, ne, ist ja jeder Beruf. In jedem Beruf zählt die Leistung.

Ich nehm nur son schönes Beispiel. Ich hab noch niemanden aus der Behörde, aus der Stadtverwaltung rauskommen sehen und der grinsend, weil da genau das passiert ist, wo er sich vorgestellt hat. Also war also in Anführungsstrichen war jemand mit der Leistung zufrieden. Hab ich noch nie gesehen. Ja, ja.

Ja, so. Das ist mein Maß der Dinge, ne. Aber ich hab hab Verständnis dafür oder weiß genau, was Du meinst, denn da hat jemand eine Ausbildung genossen. Er hat Potenziale dadurch entsprechend schneller und natürlich intensiver auch freigelegt. Aber ich bin dann halt noch derjenige, der sagt, jetzt musst Du sie auch einsetzen.

Ja, also bin ich auch zu 98 Prozent bei dir. Nee, eigentlich bin ich zu 100 Prozent bei dir. Das Problem ist aber trotzdem, was ist jetzt die Motivation? Wie kann ich mich denn auf dem Papier irgendwie verbessern? Weil wenn ich jetzt den Betrieb wechsel, ich habe keine Zusatzqualität, der, ne, im Endeffekt würdest Du jetzt sagen, ja, der hat sich gut gemacht, Du hast jetzt 'n 'n 'n Zeugnis ausgestellt, aber wie bewerte ich das jetzt beim neuen Arbeitgeber?

Also wie kann ich mich da jetzt am besten präsentieren? Und das ist halt einfach, glaub ich, wesentlich schwieriger auch im Handwerk. Und ne, darum, wie ist das mit der Weiterentwicklung, mit den zusätzlichen Qualifikationen? Wie kann man wirklich sagen, ich ich setz mich jetzt hin, ich geborene jetzt einfach auch nach der Arbeitszeit noch mal wirklich Vollgas, weil ich will mich da weiterentwickeln, ich möchte mehr Geld verdienen in dem Bereich, in dem ich arbeite. Und da seh ich einfach im Handwerk relativ schnell Grenzen.

Ja, weil wir, das ist die die Problematik aber auch, glaub ich, der kleinen Betriebsstrukturen, die wir haben, ne. Wenn wir wenn wir größere Einheiten hätten oder größere aufgesetzte Betriebe hätten, sag mal so ab 20, 25 Personen, hast Du ja einen gewissen Innendienst, eine gewisse Innendienststruktur, die Du dann brauchst, weil auch viele administrative Tätigkeiten ja auch einfach erledigt werden müssen, die dann eine Inhaberinnen, Inhaber mit ihrem Sekretariat oder so nicht mehr gehandelt bekommen. Dann geht's dann los, dann werden die ersten kaufmännischen Kaufleute dazu eingestellt oder auch technischen Bearbeiter, Sachbearbeiter dazu eingestellt. Und da ist dann halt tatsächlich in diesem Betrieben mehr Möglichkeit gegeben, ne, so. Was aber auf der anderen Seite ja auch eine Motivation sein kann, ist das Thema Nachfolge, ne.

Denn grade die Betriebe, wo die, die dann kleiner sind, da wir haben ja eine Riesenanzahl, die in den nächsten 5 Jahren eben halt Nachfolgerinnen und Nachfolger suchen. Mhm. Aber das ist ja auch eine Motivation eigentlich. Son Betrieb, der kann vielleicht jetzt nicht in dem Moment, wo dann die Ausbildung fertig ist, dann Bäume ausreißen. Da ist ja 'n ganz anderes Potenzial dann noch mal dahinter, wenn man dann diesen Weg natürlich gehen möchte.

Das ist natürlich die andere Seite der Geschichte, ne. Mhm. Und der Weg in die Industrie ist natürlich vermeintlich der einfachste Weg, dann eben halt auf dieses Niveau zu kommen. Bin ich aber auch 'n bisschen zwiegespalten und bei der Industrie, wenn ich immer da bin und dann mir gesagt, ja, und da haben wir jetzt wieder. Ach, der kann Meister.

Und ich sag, ja, habt ihr schon wieder einen ausm Handwerk rausgeholt. Ich sag, wer soll denn eure Produkte demnächst verarbeiten? Ne, so. Das hat das dann immer son bisschen ironisch auch, da steckt ja schon 'n bisschen Wahrheit hinter. Weil wenn wir die guten Leute eben halt aus dem Handwerk alle rausholen, außer sie wollen natürlich weg, das ist natürlich eine andere Sache, ne.

Aber wenn wir dann wirklich aktiv dann gehen und und sagen, wir holen die Leute ausm Handwerk raus, weil die gut sind, fehlen mir die aber nachher am langen Ende in den Betrieben, dann wiederum auch wieder dann die Produkte, die wir ja selber dann irgendwo, also der Hersteller dann selber dann irgendwo aufn Markt bringen, dann auch wieder gut verarbeitet zu bekommen, ne. So und das, wir sind da son bisschen soner kleinen Spirale drin, deswegen muss man vielleicht auch die aktuelle Situation in der Automobilindustrie für sich nutzen und und dann müsste die Industrie vielleicht jetzt hingehen und den gedanklichen Weg gehen, eben halt in der in der Automobilindustrie die Leute suchen, die vielleicht dann zu ihm passen, die man eben halt dann integrieren kann, das Handwerk da an der Stelle mal son bisschen zu entlasten auch, ne, dass man da nicht die guten Leute rauszieht. Ist immer 'n bisschen abgekommen grade vom Thema, aber ich ich seh jetzt alles tatsächlich oder vieles der Punkte einfach unter dem Thema auch Verantwortungsübernahme, ne. Also es ist egal jetzt, ob wir über die Ausbildung sprechen, die Einzelpersonen sprechen, aber auch die Industrie sprechen, ne. Also da ist da ist schon viel drinnen in der Stelle, ne.

Ja, ich find's auch interessant, Du siehst immer Potenziale. Für dich ist immer alles 'n Potenzial, was man nutzen könnte. Finde ich hier interessanter Aspekte. Ja, gut, anders, glaub ich, kommst Du in dieser Welt, die wir aktuell uns rumhaben, nicht mehr klar, ne. Weil wenn Du nur diese Sachen siehst, die wirklich passieren und das sind ja nun mal leider sehr viele Dinge, die nicht unbedingt nur positiv sind, sondern die auch wirklich neutral bis negativ wirklich sind, dann man muss es ja, man muss es einfach für sich umdrehen, ne.

So, da geht's ja darum. Aber noch mal ganz kurz, Ihrem zu dem Thema, Du hast jetzt natürlich Möglichkeiten der Entwicklung genannt. Die zielen aber eigentlich auch schon wieder alle Richtung Büro, ne. Also das heißt, Du meintest ja, wenn eine gewisse Infrastruktur besteht, dann Also wird's natürlich passieren, dass man in die Planung geht, ne. Oder wenn man halt eben Vertrieb ist ja eigentlich auch so der Klassiker ab 'nem gewissen Alter.

Ich hab jetzt 30 Jahre mit Produkten verwendet. Ich hab genug Erfahrungsschatz, ne, dann mach ich jetzt noch mal so bis zur Rente mach ich jetzt noch mal 15 Jahre, 10 Jahre im Vertrieb. Ist natürlich super, weil also die Menschen wissen alles, ne. Dann gibt's auch noch mal die Schulungen, ne. Das heißt, die werden dann auch noch mal auf den neuesten Stand gebracht.

Aber ne, das ist, also Du klar, bist Du noch im Handwerk, ne. Man muss das ja natürlich auch sehen, es gehört alles zum Thema Handwerk, auch diese Menschen sorgen dafür, dass am Ende des Tages dann das steht, was man geschaffen hat. Aber wenn man jetzt, nie keine Arbeit, es gehört alles zum Handwerk. Sagen wir's mal so, ich glaub, vielleicht muss man sich auch 'n bisschen davon lösen, dass das Handwerk nur aus denen besteht, die dann wirklich was mit den Händen aufbauen, ne. Ist, glaube ich Du brauchst ja auch 'n Bauleiter.

Du brauchst ja immer jemanden, der auch son bisschen Qualitätskontrollen macht und so weiter. Du brauchst denjenigen, dem Kunden spricht und trotzdem vorher auf der Baustelle war oder in den Projekten war und sich genau angeschaut hat, wie wie was läuft da und wie ist die Qualität der Ausführung? Ist da alles richtig? Müssen wir eventuell irgendwas nacharbeiten und so weiter und so fort. Also Du hast schon verschiedene Möglichkeiten, Stellen zu entwickeln auch im im Handwerk, die sowohl die frische Luft beinhalten, aber auch die Büroluft entweder.

Also Du kriegst schon diese Zwischenposition auch gut hin. Na, find ich gut. Da also in die Richtung hab ich tatsächlich noch nicht so ganz gedacht. Das merk ich mir. Sehr gut.

Ja, guck mal, wir sind auch schon, sind wir schon, wir haben uns eigentlich grade schon sehr intensiv verquatscht. Ach so. Deswegen kommen wir schon auf die Zielgerade. Oje, okay. Und zwar frag ich am Ende immer gerne, ob Du oder ob die Gäste einen Hack mitgebracht haben.

Ein Tipp für die Zuschauerinnen und Zuschauer, die sie eben halt mitgeben möchten, weil sie sagen, genau das ist das zum Beispiel, was mich nach vorne gebracht hat. Das ist, was ich gesehen hab, was andere nach vorne gebracht hab. Irgend einen Tipp, der dir spontan einfällt. Ja. Ach so, echt, okay, ich dachte, das ist 'n Trick auf der Baustelle.

Ja, generell. Also das wirst Du jetzt auch nicht zum ersten Mal gehört haben, aber auch mir ist es passiert, man darf keine Angst haben, Fehler zu machen. Und das also es gehört einfach dazu, ich glaube, Du kannst dich nicht entwickeln, wenn Du keine Fehler machst. Beziehungsweise wenn Du wenn Du eben diese Angst hast, Fehler zu machen, dann probierst Du nix aus. Du wirst immer versuchen, wenn Du immer versuchst, den sichersten Weg zu gehen, dann ist es eine tolle Sache und ich will das auch, es muss ja auch zu dir selber passen.

Wenn Du einfach 'n Mensch bist, der halt eben sagt, ich ich will, ich hab auch noch anderes im Leben als irgendwie meinen Job, ne. Ich möchte dann halt eben einfach das möglichst einfach halten, ich möchte da keinen Stress haben. Aber wenn eine Entwicklung stattfinden soll, dann kann die eigentlich nur mit Rückschlägen zusammenhängen. So so so blöd das vielleicht irgendwie klingt und so so unattraktiv das ist, aber dann geht's halt eben genau darum zu sagen, ah okay, jetzt ist jetzt hab ich irgendwie alles verloren und jetzt muss ich wieder bei 0 anfangen. Aber genau das ist eben nicht der Punkt, man hat ja was gelernt.

Und man hat bis zu 'nem gewissen Punkt wahrscheinlich auch eine ganze Menge richtig gemacht. Und ja, ich hätte ehrlicherweise nicht gedacht, dass ich mal in sone Position komme, das so zu sagen, aber es klingt es klingt wirklich so abgedroschen und ne, jede Whatsapp Gruppe und alle großen, ne, wie sie alle heißen, sagen genau immer das, aber es ist blöderweise auch genau so was. Ja, und gerade wir im Handwerk haben einen dringenden Nachholbedarf in unserer Fehlerkultur. Wie wir damit umgehen und wie wir untereinander, also zwischenmenschlich auch umgehen und in den Betrieben damit umgehen. Und wir lassen uns ja auch leider viel zu wenig sagen.

So, das sind ja schon so 2 Punkte, die man ja einfach feststellen muss, ne. So, deswegen bin ich völlig bei dir. Thema Fehlerkultur ist absolut 'n ganz großer Baustein, der dringend nachgezogen werden muss und wo jeder immer drüber nachdenken sollte, ob er da nicht selber mit sich anders in Zukunft umgehen kann. Das ist definitiv. Ja, da ist viel Stolz im Handwerk, ne und Selbstreflexion ist halt einfach immer unangenehm, egal in welcher Lebenslage.

Ja, aber gehört dazu. Es gehört zum Leben dazu. Also ich sag mal, jeder, der im Handwerk tätig ist, hat eine Familie und wenn in der Familie in irgendeiner Form etwas gewesen ist, denkt derjenige darüber nach, war das richtig oder hätte das anders sein sollen oder hätte man anders umgehen können. Und im Grunde ist ja der Gedanke dabei ja nichts anderes als genau das, was man da in der Situation zum Beispiel macht, in der Familie, auf der Arbeit anzuwenden, ne. Eine Situation möglich.

Es können ja die banalsten Dinge falsch laufen, da kann man einfach mal überlegen, warum ist es denn überhaupt falsch gelaufen? Mhm. Und wie mag ich beim nächsten Mal besser? Spühne ich Fußball, mach ich nix anderes. Ich analysiere, wie hab ich jetzt hab ich den Ball getroffen, hab ich nicht gut getroffen?

Also muss ich überlegen, wie hab ich beim nächsten Mal damit ich aufs Tor zielen kann und nicht irgendwo die Wolken schieße? Also sind die ganz kleinen Dinge, womit man ja anfangen kann, ne. So, und ist ja nicht ja nur eine kleine Trainingssache und ja, leider ist es so schwer, aber es könnte so einfach sein. Ja, Du sagst ja, nein, es klingt immer so einfach, aber ich glaube, wenn man's nur irgendwie einmal anfängt, dann ist dann hat man eigentlich, glaube ich, schon fast den schwersten Schritt gemacht. Genau, Ja, bin ich bei dir.

Der Rest kommt dann. Und dann kommen wir zur abschließenden Frage. Wie siehst Du denn die Stellung des Handwerks aktuell in der Gesellschaft? Ist das Handwerk gut angesehen in der Gesellschaft oder müsste sich daran etwas verändern? Ja, es hat son zweierlei Maß, würd ich sagen.

Jetzt ist grade hier so als Tischler, das ist natürlich für viele der absolute Traumjob, den ganzen Tag, weil Meister Edler in der Werkstatt stehen, ne, den Hobel schwingen und die Späne berieseln auf einen herab. Also das ist natürlich Schwachsinn. Das ist einfach nicht der Fall, das ist ja genau son im besten Falle hochmoderner Job, wie das halt eben auch in anderen Handwerksbereichen ist. Aber das ist natürlich 'n bisschen, weil viele Menschen auch einfach nicht so den Zugang zum Handwerk haben, muss man auch ganz klar sagen, dass auch in gewissen Kreisen, also ich hab halt eben auch viele Akademiker, Klägerinnen als Freunde im Bekanntenkreis, die kennen die kennen keinen Handwerker. Da ist irgendwie, dieser Austausch ist da gar nicht gegeben.

Da ist dann höchstens, ne, wenn irgendwie mal, weiß ich nicht, leckt irgendwie die Heizung oder sonst was. Und dann ist natürlich so der Klassiker, ne. Also dann ist dann irgendwie so der unfreundliche Handwerker, der eine Stunde zu spät gekommen ist, der dreckige Schuhe hatte, das Maurerde Dekolleté hat man natürlich auch noch gesehen, ne. Und dann ist irgendwie, also da werden natürlich auch so diese klassischen Klischees dann wieder so runtergerasselt und ja, dann kommt natürlich auch noch, dass man nix verdient. Also ich glaube, das sind so diese diese Bilder, die man hat.

Und trotzdem, ne, wenn ich dann jetzt irgendwie mich dann so vorstelle in Reihe von eben Akademikern und sagt, na ja, ich bin dann Handwerker und ach ja, nee, das ist ja ganz toll, ah, das brauchen wir ja und ach super, ach. Ich wollt ja auch immer mal beliebiges Handwerk einfügen oder mein Opa oder wer auch immer, ne, aber das Ich glaube, viele Menschen sind schon ganz froh, dass sie's nicht machen müssen. Also das ist so Also ich würd jetzt sagen, ja, hast dich nicht getraut, hast Du Pech gehabt, ne. So würde ich dann Ja, ich ich hab damit gar kein Problem, wo ich mir dann immer denke, also ne, auch auch wieder son bisschen abgedroschen, aber die, also ich könnte eben nicht den ganzen Tag vorm Computer Ich muss es ein bis anderthalb Mal pro Woche machen zum Tag und danach denk ich mir, oh, kriege ich nicht hin, ne. Aber ja, also ich denke, dass wenn man dann auch wieder, ein Handwerk hat, goldenen Boden und das irgendwie entwickelt, sich verbessert sich.

Ich würde sagen, die Klischees sind gleich geblieben und vielleicht dauert's noch 'n bisschen, dass man noch dankbarer ist, dass es halt eben Menschen gibt, die halt eben auch physisch etwas weiterbringen, ohne dass ich jetzt damit andere Berufe diskutieren möchte. Ja, ja, gute Zusammenfassung im Moment. Ja, Dominik, schön, dass Du hier gewesen bist. Das war unsere Folge heute. Danke dir.

Ja, das war Dominik Ricker hier zu Besuch heute. Wir haben uns über viele Punkte unterhalten. Es war eine tolle Sendung und bis auf Wiedersehen.

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