Cover: Was keiner im Handwerk hören will: Es liegt nicht am Nachwuchs.– Klartext mit Sebastian Kramp & Oliver Oettgen

Was keiner im Handwerk hören will: Es liegt nicht am Nachwuchs.– Klartext mit Sebastian Kramp & Oliver Oettgen

12. Mai 2026 23:14 Min. Zu Gast: Sebastian Kramp
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Worum es geht

Der Fachkräftemangel wird im Handwerk oft nur über den fehlenden Nachwuchs erklärt. Oliver Oettgen spricht mit dem Coach und Gesundheitsexperten Sebastian Kramp Klartext darüber, warum das eigentliche Problem tiefer liegt – bei Haltung, Gesundheit und der Frage, wie Arbeit im Handwerk gelebt wird. Die Folge zeigt, wie Gesundheit, Ernährung und mentale Stärke die Leistung auf der Baustelle beeinflussen und warum Prävention im Betrieb keine Kür mehr ist.

Das nimmst du mit

  • Das Imageproblem des Handwerks entsteht oft in den Köpfen der Branche selbst – nicht beim Nachwuchs.
  • Gesundheit, Ernährung und Stresslevel wirken sich direkt auf die Leistungsfähigkeit auf der Baustelle aus.
  • Kleine, einfache Routinen bewirken im Arbeitsalltag mehr als große Gesundheitskonzepte.
  • Prävention im Betrieb ist Pflicht statt Nice-to-have und stärkt Teams schon mit kleinen Maßnahmen.
  • Achtsamkeit im Handwerk ist kein Luxus, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil.
Aus dieser Folge
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Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

Die wichtigsten Antworten

Worum geht es in dieser Folge?
Es geht um die These, dass der Fachkräftemangel im Handwerk nicht allein am Nachwuchs liegt, sondern an Haltung und Gesundheit. Oliver Oettgen und Sebastian Kramp diskutieren, wie Gesundheit und mentale Stärke die Arbeit im Handwerk prägen.
Warum liegt das Problem laut der Folge nicht nur am Nachwuchs?
Weil das Handwerk attraktiver ist als oft dargestellt, aber falsch erzählt wird und Imageprobleme häufig in der Branche selbst entstehen. Zentral sind Haltung, Gesundheit und die Art, wie Arbeit gelebt wird.
Welche Rolle spielt Gesundheit für die Arbeit auf der Baustelle?
Gesundheit, Ernährung und Stress beeinflussen die Leistung direkt. Die Folge betont, dass Leistung beim Menschen beginnt und nicht beim Werkzeug.
Was können Betriebe konkret tun?
Laut Folge stärken schon kleine Maßnahmen und einfache Routinen die Teams sofort. Prävention und betriebliches Gesundheitsmanagement werden als Pflicht statt als Zusatz verstanden.

Zu Gast

Coach, systemischer Berater und Gesundheitsexperte

Sebastian Kramp ist Coach, systemischer Berater und ehemaliger Leistungssport- und Gesundheitsexperte mit über 25 Jahren Erfahrung in der Arbeit mit Menschen und Teams. Sein Fokus liegt auf Gesundheit, Bewegung und mentaler Stärke im Arbeitsalltag.

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Transkript

Herzlich willkommen zu Handwerk spricht und herzlich willkommen Sebastian Kramp. Schön, dass Du hier bei uns bist. Hallo. Sebastian, ich hab zum Einstieg mal 3 Thesen vorbereitet, da bin ich auf dein Feedback gespannt. Handwerk ist kein Karriereweg mehr, es ist nur ein Plan b für alle, die das Studium nicht schaffen.

Oh, das würde ich aber so nicht unterschreiben. Und zwar aufgrund der Tatsache, dass Bildung zwar notwendig ist, ich will auf der anderen Seite natürlich auch Bildung im Handwerk holen kann. Und darüber hinaus, ohne das Handwerk, schaffen wir eben nicht, dass was bleibt, das muss man ganz klar sagen. Also Theorie ist gut, in die Praxis zu gehen, find ich grundsätzlich auch auch gut. Sehr gut.

2. These, der Meisterbrief und alte Traditionen bremsen das Handwerk aus, anstatt es voranzubringen. Das sehe ich auch nicht ganz so, dass es das ausbremst, sondern es ist ja, wenn Du es jetzt in der ersten These hast, mit dem Studium vergleichbar mit dem Vordiplom, mit dem Diplom oder jetzt mit dem Bachelor, mit dem Master, es ist eine Auszeichnung, die ist was wert. Und gerade wenn wir jetzt über Wertigkeiten und Wertschätzung auch sprechen, macht es aus meiner Sicht Sinn, dass man genau an diesen Traditionen auch festhält. Sehr gut.

3. These, das Handwerk hat kein Nachwuchsproblem, es macht sich selbst einfach zu unattraktiv für junge Menschen. Ah, da bin ich der Ansicht, dass es 'n gesellschaftspolitisches Thema ist. Das ist nicht nur Aufgabe des Handwerks an sich. Wenn man hört, weiß nicht, aufm Bau ist alles schmutzig oder in der in der Tischlerei gibt's jetzt nur Staub und 8.

Darauf oder macht dich kaputt, ja, durch durch die körperliche Belastung, dann ist das schon 'n gesellschaftliches Thema. Da spielen die Medien eine ganz große Rolle, da spielt die Herkunft auch eine ganz große Rolle. Also aus dem Elternhaus auch Verwandtschaft mal zu überlegen, ich bin der Ansicht, da stell Junity auf, jeder im Rahmen, wenn er 10 Menschen aufzählt, kennt jemand ausm Handwerk. Und insofern macht es eher Sinn, darüber zu sprechen und zwar über die Karrierewege auch des Handwerks zu sprechen und das Ganze dann natürlich wieder positiv darzustellen. Sehr gut, Sebastian.

Vielen Dank schon mal für deine Einschätzung an der Stelle. Und die These von dir können wir gleich nachher noch mal aufgreifen, aber hol uns doch jetzt erst mal ab, erzähl uns mal was über dich, wer bist Du, was machst Du und vor allen Dingen, ja, wo geht die Reise hin in Zukunft? Ja, ich bin Sebastian Kramp, 49 Jahre alt, bin jetzt mittlerweile Coach und systemischer Berater, hab 'n Sportstudium, weil Du übrigens gerade das Thema Studium angesprochen hast. Ich find, das ist 'n praktisches Studium. Wenn man Sportwissenschaften studiert, dann hinter mir.

Viel mit Mannschaften zusammengearbeitet, viel jetzt im Einzelcoaching auch gearbeitet und setze eben meine meine Erfahrung aus dem gesundheitsorientierten Bereich dann und bezeichne mich im Prinzip als Gesundheitshandwerker. Mhm. Ja, da hast Du ja das Wort Handwerker ja schon mit drin. Das heißt also, für die ist Handwerk eigentlich etwas sehr Ehrbares. Würde ich mal so raus identifizieren.

Absolut, da stecken halt 2 Sachen drin. Einmal Hand, was Haptisches, was anzufassen und dann auf der anderen Seite was zu wirken, was zu schaffen. Michel Ancelo hat gesagt, ich schlag jetzt alles von der Figur ab und dann bleibt die Figur über, ja. Also etwas herausbilden, da kann man ganz viele Wortspiele mit jetzt kreieren, zu sagen, dass Handwerk was Ehrbares ist, ja, natürlich. Gut, für die ist Gesundheit, Sport und so weiter, ist 'n ganz wichtiger Punkt, natürlich klar als als Coach in dem Bereich.

Was machst Du da? Was ist so dein dein tägliches Tun? Ja, einerseits geht's genau diese Themen der Bewegung, der Ernährung, vielleicht des Stressmanagements oder auch der der psychischen Belastungen, Suchtmittelkonsum. Ich mein, auf jeder Zigarettenschachtel steht mittlerweile drauf, das ist tödlich. Auf den Alkoholflaschen steht's nicht drauf.

Vierzehnjährige dürfen wir in Deutschland betreut trinken. Ist ja auch 'n Thema, vielleicht auch aus dem Handwerk heraus, morgens schon unterwegs zu sein, die Kiste Bier in der Baubude zu haben. Also alles Dinge, die wir auch aus den Werner Comics und so weiter kennen, das bricht ja auch 'n Bild jetzt vom Handwerker. Und was ich da mache, ist zum Beispiel, dass ich fürn betriebliches Gesundheitsmanagement 'n eigenen Kurs entwickelt habe. Da geht's Verwaltungsangestellte, die eben dann sich online dazuschalten können und Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht zum Thema Gesundheit, Bewegung in ihrem Büro machen können, mit ihrer Mathe machen können.

Und dann trainiere ich mit denen, eben, eher gegen die berufsspezifischen Belastungen dann etwas zu tun. Deshalb ist Gesundheit nicht nur mein Thema, sondern ist auch dein Thema. Und Gesundheit geht uns alle an, denn ohne Gesundheit ist eben alles nichts. Ja, das ist auch wieder 'n eine schöne Kombination auch mit dem Handwerk wieder verbunden, denn genau da ist ja auch ohne Handwerk alles nichts, ne. Also da schließt sich auch wieder son kleiner Kreis an der Stelle.

Seit wann machst Du das jetzt schon in der Art und Weise, wie Du's jetzt grade machst? Boah, also mit Menschen zusammenzuarbeiten, das ist in Da war ich 16, da hab ich meinen ersten Trainerschein gemacht im im Volleyballbereich. Dann war ich eine Zeit lang bei der Bundeswehr, da gab's auch Pflicht zur Gesunderhaltung. Ist ja Befehl und Gehorsam. Jetzt ist es allerdings auch da, Gott sei Dank, so aufgrund der modernen Menschenführung, dass es nicht ein Anschreien ist und der andere wird so laut angeschrien, dass die Ohren flattert und der hat dann den Befehl verstanden, sondern es ist schon so, dass die Befehle ja auch begründet werden.

Und da geht's auch das Thema Führung, das Thema des Miteinanders, das hab ich da damals mitgenommen. Ja, und dann last not least seit 95 97, würde ich jetzt sagen, bin ich in der Gesundheitsbranche unterwegs und arbeite eben mit Menschen, die auch etwas für sich tun wollen. Ja. Jetzt hast Du eben ja schon mal das Thema Alkohol oder Suchtmittel angesprochen, auf der anderen Seite aber auch das Thema Zufriedenheit auch im Job. Und man sagt im Handwerk ja nach, dass die Zufriedenheit ja verhältnismäßig höher ist als in anderen Berufsgruppen.

Siehst Du das auch so? Ich glaube, das kommt eben daher, weil ich etwas schaffe. Also wir haben jetzt hier 'n Tisch, 3 Beine, wackelt nicht und die da ist eine Platte drauf und da ist 'n Furnier und die kann ich halt ausschneiden und sägen und wie auch immer zusammenbasteln und dann ist das Ding fertig. So, und wenn ich jetzt in 1 anderen Berufsgruppe unterwegs bin, ich nehm jetzt mal Verwaltung, Büroarbeit, was ist da fertig? Ist jetzt die Powerpoint, die ich erstellt habe, fertig oder sind jetzt die 25 Akten, die ich bearbeitet habe?

Ist jetzt der Aktenberg weniger geworden? Also da sehe ich schon etwas kritischer zu zu sehen, was ist jetzt eigentlich der Output meiner Arbeitskraft? Und das hab ich im Handwerk natürlich deutlicher. Maurer, wenn die Mauer fertig ist, dann hab ich die gebaut mit meiner Hände Arbeit und das merke ich dann schon, ja. Und das geht dann wiederum, zahlt dann in die psychische Gesundheit auch ein, ne?

Das zahlt massivst auf die psychische Gesundheit ein. Ich mein, wir sind aktuell in 1 Situation, jetzt haben wir gestern, meine ich, den dritten Jahrestag des Ukrainekrieges. Wenn man sich diese ganzen Nachrichten anschaut, wir haben jetzt den Wahlkampfjahr gehabt, was da auch teilweise an Schlammschachten passiert ist und an Diffamierung auch teilweise, wo ich den Eindruck habe, ist das jetzt eigentlich normal geworden, dass man über den anderen herzieht? Und wenn ich mich die ganze Zeit damit ja beschäftige, dann macht das natürlich eine ganze Menge mit meiner Psyche. Und diese Psyche, das kann ich nicht trennen, wirkt sich dann auch auf die körperliche Konstitution aus.

Also ganz massiv an der Stelle. Und das Thema Suchtmittel, ist das auch sehr stark verbreitet im Handwerk? Ist es so oder ist das grundsätzlich in der Gesellschaft gleich verteilt? Ja gut, wir Deutschen, wenn wir uns jetzt mal die Statistik anschauen, Thema Alkohol ist ja jetzt noch mal aufgekommen durch den Januar 3 3 Januar oder durch den von Hirschhausen, der ja auch gesagt hat, hier denk noch mal dran. Auch die WHO ist jetzt hingegangen und hat gesagt, nee, Alkohol ist ein Gift.

Und da geht's auch nicht darum in Maßen, also 2 Weinflaschen oder 2 Weingläser am Tag sind in Ordnung. Oder 3 Bier, das ist schon in Ordnung oder das rat ich dir sogar, wenn man das jetzt mal sieht. Also wir wurden schon gesellschaftspolitisch dahin gedrängt, dass es normal ist, Alkohol zu konsumieren. Und da muss man ganz ehrlich sagen, ist es einmal eine Verhältnisprävention. Also wie komme ich eigentlich an Alkohol auch dran?

Ich sprach grade vom betreuten Trinken mit 14, das muss man sich immer überlegen, das war mir gar nicht so bewusst. Und dann auf der anderen Seite eine Verhaltensprävention, was hat das mit meinem eigenen Körper zu tun und wie gehe ich damit eigentlich Also kann ich mir nicht ein anderes Genussmittel wie Obst oder Gemüse oder auch Wasserwahl zuführen? Von mir aus auch Elektrolyte, die einen ähnlichen Effekt haben, weil im Prinzip geht's ja Dopamin und Glücksgefühle, die ich ausstrahle. Und da, ja, kann man das nicht voneinander trennen, sondern muss das schon vielschichtig sehen, hat einmal mit dem eigenen Körper zu tun, mit dem Bewusstsein auch zu tun, ja, und damit zu tun, dass es 'n Einfluss eben hat von dem Thema Stress und dem Thema Genussmittel. Die Zukunft des Handwerks liegt in den Händen der nächsten Generation.

Wir stehen für ein modernes, starkes Image des Handwerks und dafür, dass junge Menschen wieder Lust darauf bekommen, etwas mit ihren Händen zu erschaffen. Lass uns das Handwerk wieder zum Traumberuf machen. Jetzt warst Du gerade in der Ernährung auch drin, hast ja gerade gesagt, okay, wir haben ja alternative Möglichkeiten. Aber lass uns mal generell in die Ernährung reinschauen, gerade so ins Handwerk rein. Also ich hab da häufig so, wenn ich wenn ich mit auf den Baustellen mal war und hab mal so in die Bruttosen geguckt über während der Pause, sind ja in der Regel, sagen wir mal, eher die deftigen Sachen bis hin zu den süßen Sachen ja zu finden, ne.

Und eher weniger dann mal der Paprikastreifen oder Ähnliches. Was würdest Du sagen, wäre bei bei körperlich doch anstrengenden Jobs, also nicht Schreibtisch, sondern wirklich Baustellen oder auch Gastronomie oder Pflege und so weiter. Was wäre da sinnvoll, was man, ja, wo man da vielleicht 'n bisschen mal mehr Wert drauf legen sollte? Im Prinzip 'n Klassiker aus vielleicht 100 Jahre vorher, ich hab immer sonen Satz so, ist morgens wie 'n Kaiser, mittags wie 'n König und abends wie 'n Bettler. Also Du hast ja Magermasse am Körper, das sind deine Muskeln, die eben deine in der Arbeit verrichten.

Und teilweise führ ich mir, ja, schnellkettige Kohlenhydrate zu. Ich denk an die Cola oder jetzt auch an diese Energydrinks, die es dafür 49 Cent an der Supermarktkasse gibt, wo man sich da irgendwie 2 Dosen schon vorher reinzieht. Also einfach Zucker ist tatsächlich zu einfach gedacht. Stellt eine schnelle Energie her, Siebzigerjahre war, Maas macht mobil. Bei Arbeit, Sport und Spiel, da wurde ja ein Schokoriegel beworben als Energieriegel.

Und daraus resultiert es, dass wir uns dann eher, ja, schnelles Essen zuführen, Industriezucker zuführen, Thema Sucht auch wieder, weil es hat schon was mit der Sucht zu tun. Das brauch ich als Belohnungssyndrom. Und da umzudenken, ist einerseits schwierig, andererseits bieten mittlerweile auch Präventionskurse Möglichkeiten an, die auch teilweise von den gesetzlichen Krankenkassen, die ja subventioniert sind oder sogar von den WGs bezahlt werden. Dass ich da mal schaue, Mensch, ich brauch eher Kohlenhydrate. Deshalb sagte ich morgens gegen 'n Kaiser, 2 Vollkornschnitten, immer 'n 'n Handvoll Obst oder Gemüse dabei, 'n Glas Wasser am besten noch.

Mittags, ja, ich würd sagen kohlenhydratärmer und abends ein Eiweiß, weil meine Muskeln eben Eiweiß auch benötigen. Und alleine dadurch, wenn ich das dann umstelle und wenn ich mir die Brotdosen mal wieder mitnehme, die gute alte Kniffte, dann habe ich schon ganz 'n entscheidenden Schritt getan, mich gesünder wieder zu ernähren, als wenn ich Teilweise haben wir da 'n Rap drin oder 'n Döner oder 'n Taxiteller gibt's im Ruhrgebiet. Das ist ist dein Currywurst Pommes oder? Currywurst Pommes Gyros mit Zazatsiki Maio und dann noch Zwiebeln. Gut, der hier in der Ecke wäre der Manta Teller.

Oder Manta Teller, ja. Manta Platte, glaub ich. Ja, genau. Aber Du weißt, also Du weißt nicht, was es ist. Und das ist ja kein Belohnungsinstrument mehr, am Wochenende mal deftig zu essen, sondern mittlerweile Also es geht darum, wie wird's bereitgestellt?

Ich kann morgens schon mir 'n Döner holen 10 Uhr. Das gibt's doch gar nicht. Oder drück mir da 2 Liter Kohle rein. Ich war letztens so im Elektro Elektrikerbetrieb, da waren 2 Kameraden, die mussten morgens alleine mit dem Bulli halt zur Arbeit fahren, weil da keiner mehr reinpasste. Dass das auf Dauer nicht gut gehen kann, weil's halt Corona oder Herzerkrankungen gibt oder auch Erkrankungen der Hirngefieste, Schlagadern, Leber, das wissen wir, aber da tun wir zu wenig.

Und da müsste auch 'n Umdenken stattfinden, wenn der Fokus mehr Richtung Prävention zugehen. Prävention, gutes Stichwort. Was können denn Unternehmen noch mal tun, da die Belegschaft sensibler zu machen an der Stelle? Ja, einerseits erst mal die Angebote zu nutzen. Es gibt jetzt seit Juli letzten Jahres eine nationale Präventionskonferenz vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen, von den Berufsgenossenschaften, von den privaten Krankenversicherern.

Es gibt einige private Krankenversicherer, die auch Präventionskurse auch schon bezahlen und subventionieren. Und da bin ich der Ansicht, tu gutes und sprich drüber. Die BG ist einerseits dazu da, für Sicherung und gesunde Arbeit zu sorgen. Und dann achten die natürlich darauf, dass 'n Unfall erst gar nicht passiert, weil der ja dann wahrscheinlich hohe Kosten nach sich zieht. Und dadurch ist auch dieses Thema der Prävention stiefmütterlich, würde ich immer jetzt behaupten, in der Versenkung verschwunden.

Es ist aber da. Es es reicht, wenn ich auf der Seite mal BGB, nehme ich jetzt als Beispiel mal vorbeisurfe und klick da mal auf Präventionskurse. Und dann sehe ich auf einmal Gesundheitsprogramme, dann sehe ich Videos, dann sehe ich Poster, die ich auch nutzen kann. Und wenn wir jetzt bei dem Thema auch Verhalten Verhaltensprävention sind, dann kann ich schon als Arbeitgeber diese Angebote nutzen und die auch meinen Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Viele im Handwerk sind bei der IKK versichert, so.

Ich weiß, dass die IKK ebenfalls Programme hat, die man dann auch mal durchführen kann. Es gibt eine Seite, wo ich alle 440000 Präventionskursanbieter in Deutschland finden kann. So Präventionskurssuche, Kann ich draufklicken, geborene mir eine Postleitzahl an. Und verrückterweise, wenn man das dann mal durchführt, Thema Yoga, ja, wo immer jeder sagt, wenn ich Yoga brauch ich doch gar nicht. Auf einmal ist 1 dabei, der macht Yoga.

Der kennt auch die Dame, die den Yogakurs leitet oder den Trainer. Und den könnte ich ja dann auch in meinem Betrieb mal holen. Also ich bin der Ansicht, in erster Linie geht's darum, die Dinge wieder sichtbar zu machen. Und wenn ich das schaffe, dann habe ich auch 'n Bewusstsein dafür, was für meinen eigenen Körper zu tun. Und dabei helfen eben auch, ja, Kollegen aus der Gesundheitsbranche, dabei helfen Coaches und dabei helfen auch Präventionskursanbieter.

Ja, spannende Einblicke. Du hast 'n paar Sachen mitgebracht, vielleicht willst Du uns kurz was dazu sagen. Ach so, ja klar. Also zum einen Gesundheit, da brauche ich nicht viel, was für meinen eigenen Körper zu tun. Das ist einfach nur eine Gymnastikmatte, könnte ich hier mal ausrollen, damit Du das mal siehst.

Das sind fast dann 2 Quadratmeter, würde ich sagen, ne. Einmal 2 Meter ungefähr. Ja. Wenn ich jetzt die hier hinlege und das würde ja schon ausreichen, 'n bisschen Handtuch vielleicht dabei, 'n kleines Getränk, dann bin ich auch dabei, mehr Wasser zu trinken als Cola zu trinken, eben, ja, Übungen zu machen, die auch online angeboten werden. Die kann ich auch, sone Matte in eine Tischlerei könnte ich mir vorstellen, die Gerätschaft mal zur Seite mal auszuollen und dann mit den Menschen zu trainieren.

Soll ich dir noch 2, 3 Übungen zeigen oder? Ja, gerne. Komm, Du bist einmal hier. Natürlich. Mach's so bitte, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer dann auch alles mitkriegen.

Ja, wenn wenn's Gerne, gut beschreiben. Dann Also Du hast jetzt deine Matte. Ich mach jetzt mal 'n Kurzabriss einfach nur, ja. Dann geht's im Wesentlichen ja darum, wenn Du die ganze Zeit unterwegs warst am Tag, dann bist Du ja dann im Kopf auch drin. Er sorgt vielleicht für Verspannungen im Hals Nacken Bereich.

Also wird's ja Sinn, mal erst mal etwas zu rütteln, zu schütteln, in den Körper reinzukommen, ja. Ich kann, Tapping nennt sich das, ich kann mich abklopfen, hier auch eine Medianmassage für mich selber zu machen. Ja. Hat auch den Vorteil, dass ich mich selber anfasse. Also nicht nur meine Werkzeuge anfasse, sondern das wichtigste Werkzeug eigentlich, nämlich die Maschine Mensch.

Und dann kann ich hier zum Beispiel anfangen, in in Wadenheber zu gehen, also für die Wadenmuskulatur zu arbeiten. Ich geh jetzt mal in die Hocke, ja, die Übung kennt man sicherlich auch, ne. Halte das ganze Gewicht, ne. Geh wieder nach vorne oben, mach vielleicht noch mal 'n Ausfallschritt nach vorne und hab dann gleichzeitig noch eine Dehnung dabei, kann dann auch Bodenübungen machen und so würde das dann weiterlaufen, dass ich vom, ja, Körperbereich, Wadenmuskulatur bis oben bis dann in den Armbereichhaltung. Und da dann natürlich schau, das finde ich eben ganz wichtig, dass man mit den Gewerken dann auch spricht, bist Du jetzt jemand, der eher die Brustmuskulatur oder den den den Bizeps belastet, ne?

Wenn ich die Hauptbelastung hebe, wo ist die Hauptbelastung? Und dadurch passiert Folgendes, wird wahrscheinlich jedem Handwerker klar sein, Spieler und Gegenspieler. Also es macht wenig Sinn, dann den Bizeps weiter zu trainieren, wenn ich den schon belaste, sondern es macht eher Sinn, den Trizeps, also den Gegenspieler dann zu trainieren, weil ich dann wieder eine normale Gelenkbewegung auch gewährleiste. Und darauf dann zu achten, berufsspezifisches Krafttraining ist also nicht die Muskulatur zu belasten, die schon belastet wird durch die Berufsart, sondern dann eben die gegenteilige Muskulatur. Da sagt natürlich auch der ein oder andere, ja, Moment mal, ich brauch aber große Brustmuskulatur, ich brauch aber 'n dicken Bizeps, das finde ich mal grüßen möchte.

Und da, ja, macht's halt Sinn, fürs Verständnis auch zu sorgen, miteinander zu sprechen, dass es eben Sinn macht, die Rückmuskulatur zu trainieren, mich aufzurichten, also auch einfach Bewegung nach hinten zu nehmen. Das wär son Kurzprogramm dann, was man dann darstellen kann, im Rahmen der des Beweglichkeitstrainings dann auch da zu arbeiten. Ja und dann das übliche, ne, so Liegestütze und und und so weiter, ne. Das sind ja auch ganz viele Übungen, die man ja dann noch machen kann an der Stadt. Genau.

Wichtig ist nur, das Mäßig und Regelmäßige. Also von Eimer Krafttraining passiert halt nichts. Ja, ja, ja. Der Muskel erinnert sich so zwar so 2 bis 3 Wochen daran, dass da mal was passiert ist. Das ist ja das Verrückte.

Mhm. Und der sagt, Mensch, ich möchte kräftiger werden beim nächsten Mal oder ich möchte kräftig auf den Reiz besser vorbereitet sein, deshalb ja auch Prävention als vorbereitendes Krafttraining. Aber wenn ich dann einmal trainiert hab und dann nicht mehr trainiere, dann macht's halt keinen Sinn. Also mäßig und regelmäßig, ja und bestenfalls, Sie haben das ja gerade gesehen, auf kleinem kleinem Raum mit dem eigenen Körpergewicht, das reicht aus. In Gedanken an Tonvater Jan vielleicht auch, ne.

Mhm. Genau. Ja, spannend. Hast Du sonst was mitgebracht? Ja, Du kannst das Ganze natürlich kombinieren.

Da geht's jetzt eher in Richtung Stressmanagement. Mhm. Also jetzt hab ich ja Beweglichkeitsübung auf der Matte ausgeführt. Vielleicht hat man's gesehen, achtsam morden, weiß nicht, ob Du das Buch gelesen hast. Also das Thema Achtsamkeit nimmt immer mehr Fahrt.

Auch Du hattest von dem Thema Wertschätzung ja auch gesprochen. Also mal wieder in dem Moment zu sein, Das hat ja auch was mit dem Stressmanagement zu tun. Wie viel Termindruck haben wir aktuell? Wo kriegen wir alle Informationen her? Dieses Thema der Digitalisierung ist einerseits toll und andererseits ja auch 'n Fluch, Ja.

Weil ich so viel mit den Frust zugeschgeschmissen werde, die muss ich ja auch verarbeiten. Und da halt hinzugehen, könnte man jetzt son Kissen drauflegen. Man kennt diese klassischen Meditations- oder Yogalstellung. Verrückterweise, auch hier sagt jeder, ach, braucht man das überhaupt? Ist das nicht jemals aus dem Leben oder sitzen man dann einfach aufm Boden rum?

Wenn die's aber mal gemacht haben, dann stellen die fest, ey, Moment mal, ich atme bewusster, ich spüre das auch, wie das hier in meinen Körper reingeht. Ich kann mich besser aufrichten, mal bewusst, das fängt mitm Apfel schneiden an, weil Du jetzt von der Brotdose gesprochen hast. Vielleicht wär das meine Aufgabe, mal morgens 'n Apfel reinzupacken und den aber mal zu schneiden. Und dann merke ich auf einmal, wie der riecht, wie saftig der ist. Ich ess den langsamer und achtsamer.

Und das ist schon 'n 'n Thema, wo ich mich dann entgegen der ganzen Umwelteinflüsse mit mir selber beschäftige. Auch das sind so Kleinstdinge, die ich dann halt nutzen kann. Also im Grunde ein bewussteres Sein, ne? Ja, achtsam ist ja im Moment zu sein. Ja, genau.

Egal, was jetzt gestern war oder morgen passiert, zu sagen, komm, ich bin jetzt ich bin jetzt auch mit dir hier im Podcast, ja. Ich bin hingefahren, hat 'n bisschen gedauert, bin auch falsch abgewogen. Vielleicht, wenn ich mich damit jetzt noch beschäftige, bin ich gar nicht bei dir. Ja. Es es gehört sich nicht dir gegenüber, mir selber gegenüber auch nicht und ich bin dann auch nicht in der Lage, die die Fragen zu beantworten.

Also ich bin da der Ansicht, das muss man lernen, im Moment zu sein und weniger ans Morgen zu denken oder noch Dinge von gestern mitzunehmen. Das dauert eine Zeit lang. Aber auch das kann man hier Gehirn wie 'n Musk trainieren mäßig und regelmäßig und auf einmal verändert sich was. Ja, sehr gut. Sebastian, hast Du uns schon mal 'n sehr guten Einblick gegeben in alles das, was man so tun sollte diesmal, was auch mit Sicherheit schon einige tun, aber was andere vielleicht auch in Zukunft dann auch übernehmen sollten.

Und ich hab noch eine abschließende Frage. Okay. Sebastian, wenn Du heute die Macht hättest, das Handwerk mit nur 1 Entscheidung zu verändern, was würdest Du da tun? Ich würde verpflichtend in jedem Schuljahr 3 Tage Praktikum oder 3 Tage Begleitung in einem Gewerk der Wahl des Schülers zur Verfügung stellen. Das kann das Bäckerhandwerk sein, das kann der Dachdecker sein, Tischlerei, Näherin, Friseurhandwerk, völlig egal.

Einfach, zu erkennen, und da krieg ich jetzt 'n bisschen Gänsehaut, weil Du mich so aktiviert hast, wie wertvoll, wie vielfältig vor allen Dingen auch das Handwerk ist und dann dem Menschen die Möglichkeit zu geben, die begleitend dann an ihrem Karriereweg, geh ich jetzt studieren oder mache ich jetzt erst mal eine Lehre, dann auch vorbereitet zu haben, das Ganze dann sichtbar zu machen. Ja, das würd ich vorschlagen. Das ist 'n sehr guter Vorschlag, Sebastian. Herzlichen Dank, dass Du hier gewesen bist. Sehr gerne.

Hab ich mich gefreut, dass Du uns hier besucht hast. Dankeschön dafür. Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, das war Sebastian Kramp mit dem Thema Gesundheit. Wir haben Übungen gesehen, wir haben mal geschaut, was haben wir für Themen im Handwerk? Und es sind ganz wichtige Bausteine dabei gewesen und es gibt auch viel, viel mehr da draußen.

Erkundigt euch, holt euch Informationen und vor allen Dingen der Hinweis darauf, dass es wirklich auch Unterstützung gibt von vielen Organisationen. Nutzt diese, nimmt sie wahr. Und schön, dass ihr dabei wart und vergesst nicht wie immer, liken, abonnieren und teilen und dann bis zum nächsten Mal.

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