3DDruck im Handwerk: Warum Förderung den Wettbewerb verzerrt
Worum es geht
Ein 3D-Drucker für 290 Euro ist nicht mit einer professionellen Anlage für 250.000 Euro vergleichbar. Und etablierte Betriebe müssen ihre Investitionen oft selbst finanzieren. Michael Pohlisch spricht mit Oliver Oettgen über Unternehmertum, technologische Entwicklung und die Frage, wie fair der Wettbewerb im Handwerk wirklich ist. 1997 gründete er mit weiteren Mitstreitern die Firma Fastpart. Mit hohem finanziellem Risiko, geliehenem Kapital und großen Investitionen in Maschinen, Software und moderne Technologien setzte das Unternehmen früh auf 3D-Druck, digitale Konstruktion und die Herstellung von Prototypen. Heute entstehen dort Einzelstücke, die es weltweit nur einmal gibt. Doch technologische Vorreiter zu sein, bedeutet auch, hohe Verantwortung zu tragen – für Investitionen, Mitarbeiter und deren Familien. In dieser Folge geht es unter anderem darum: warum ein professioneller 3D-Drucker nicht mit einem günstigen Discounter-Modell vergleichbar ist wie sich Handwerk durch Digitalisierung, CAD, CNC und 3D-Druck verändert weshalb technologische Investitionen für etablierte Betriebe zur finanziellen Belastung werden können warum Fördermittel aus Sicht eines erfahrenen Unternehmers den Wettbewerb verzerren können wie aus sechs Mitarbeitern ein Unternehmen mit heute rund 30 Beschäftigten wurde weshalb Gründung und das Schreiben schwarzer Zahlen zwei völlig unterschiedliche Herausforderungen sind ob Handwerk ohne Leidenschaft, Eigeninitiative und Bereitschaft zu viel Arbeit überhaupt funktionieren kann Michael erzählt außerdem, warum er ernsthaft darüber nachgedacht hat, ein neues Unternehmen zu gründen, um wieder Zugang zu Fördermitteln zu erhalten – nicht, um „Geld geschenkt zu bekommen“, sondern um gegenüber geförderten Wettbewerbern konkurrenzfähig zu bleiben. Die zentrale Frage lautet: Unterstützt die aktuelle Förderpolitik das Handwerk wirklich – oder benachteiligt sie gerade die Unternehmen, die sich über viele Jahre selbst aufgebaut und finanziert haben? Wie fair findest du es, wenn junge Unternehmen hohe Förderungen erhalten, etablierte Handwerksbetriebe ihre Investitionen aber selbst tragen müssen? Schreib deine Meinung oder eigene Erfahrung in die Kommentare, folge der Folge und abonniere „Handwerk spricht“ auf Spotify. Teile diese Episode mit Handwerksunternehmern, Führungskräften und Menschen, die über die Zukunft des Handwerks diskutieren.
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Transkript
Herzlich willkommen zu Handwerk spricht, eine neue Folge, die wir heute hier zeigen werden. Und heute zu Gast ist Michael Polig. Michael, schön, dass Du hier bist. Hallo, schönen guten Tag. Freut mich sehr, dass Du dich hier nach Berlin bewegt hast, beziehungsweise bist Du ja selber aus Berlin.
Ich bin ja quasi zu Gast, ne, also von daher Ja, dass Du hier ins Studio kommst in der Handwerkskammer und hab für dich mal 3 Thesen vorbereitet für den Start, die ich einfach mal dir sagen möchte und bin auch gespannt, was Du mir dazu sagst. Und zwar erstens, Handwerk ist kein Karriereweg mehr, es ist nur noch der Plan b für alle, die nicht studieren. Würde ich so nicht sagen. Ich hab studiert, ich hab eine Schulausbildung gemacht, hab eine Berufsausbildung gemacht. Nach der Berufsausbildung hab ich dann studiert, also Elektrotechnik, und wollte eigentlich Elektrotechniker werden, das, was ich heute gar nicht mehr mache.
Das Leben ändert sich, also hat hat so Wege, die sich verzweigen. Und wichtig ist, dass man mit Eigeninitiative an diese Sache, an dieses Weben herangeht. Ich bin ja nun schon 'n bisschen fortgeschritten im Alter, aber kann man so sagen. Also man muss sich selbst bewegen. Wenn man sich nicht selbst bewegt, dann wird man eigentlich nur rumgeschubst.
Und wenn man ein erfülltes Leben haben will, besteht es zu einem großen Teil aus Arbeit. Das ist für manche verwerflich, dieser Satz vielleicht, aber ich denke, dass die Menschen dazu auf der Welt sind, mit ihrer Hände Arbeit für ihr täglich Brot zu sorgen und das sollten sie tun. Ja, danke, bunter Einstieg. Die 2. These, der Meisterbrief und alte Traditionen bremsen das Handwerk aus, anstatt es voranzubringen.
Ich sag, das war eine 1 gewisse Grundausbildung, wenn man im Handwerk arbeitet, sollte man auf jeden Fall haben. Ob man in starren Zwängen dort sein sollte, 'n Meister zu haben, ein Tischler zu sein. Jemand, der kein Meister ist, kann wahrscheinlich ein besserer Tischler oder kann ein besserer Tischler sein. Muss nicht kann, das ist von ganz wesentlich von den Persönlichkeiten abhängig und von den Interessen und von der Bereitschaft und der Initiative. Das ist das, was meiner Meinung nach zählt.
Die Initiative, dass man sich von sich aus selbst bewegt, dann kann man auch 'n erfolgreicher Handwerker sein, auch wenn man kein Handwerksmeister ist. Wir konnten damals die Firma nur gründen, weil ich damals 'n Genürtitel hatte, das war damals Voraussetzung, sonst hätten wir die Firma gar nicht gründen können, wäre uns nicht möglich gewesen, ja. Und nur auf dieser Basis, dass anerkannt wurde, dass ich 'n abgeschlossenes Studium und eine Berufsausbildung habe, ist uns das dann damals, wie soll ich sagen, gestattet worden, dieses Unternehmen so zu gründen, was eigentlich schon ziemlich abgefahren ist. Ja, da schauen wir gleich noch mal genauer rein. Jetzt kommen wir aber zur dritten These.
Das Handwerk hat kein Nachwuchsproblem, es macht sich selbst einfach zu unattraktiv für junge Menschen. Das seh ich überhaupt nicht so. Gar nicht. Vielleicht sollte man doch mal definieren, was ist überhaupt Handwerk? Handwerk ist, all das ist ja nicht nur Arbeit, die man mit seiner Hände Arbeit macht, mit Geschicklichkeit, mit mit Erfahrung, mit Wissen, mit althergebrachten Technologien.
So ist ja eigentlich Handwerk auch, natürlich auch, aber in der heutigen Zeit ja teilweise gar nicht mehr. Also bestimmte. Ich weiß nicht, ob ich 'n guter Handwerker bin, ich glaube eigentlich nicht. Ich kann sicherlich mit meiner Hände Ich kann 'n Loch bohren, ich kann Gewinne schneiden, ich kann eine Kante grade feilen, ich kann was entgraten. Ich kann ganz andere Sachen, die heute in diesem Handwerk, also in dieser Firma, in der ich arbeite, auch arbeite, gefragt sind.
Also ich kann mit 'ner Maus umgehen, ich kann mit 'nem Computerprogramm umgehen, ich kann eine NC Programmierung machen, ich kann drei-d-Drucker starten, kann weiß, was geht, was nicht geht. Ganz wichtige Sache, was man in in dem Betrieb, wo ich arbeite, wissen muss, dass man seine Möglichkeiten kennt. Und sich natürlich auch hinauslehnt und Sachen wagt, die sonst eventuell niemand so einfach wagen würde, denn gerade das, was ich mache in meiner Firma, ist ja jeden Tag letztendlich Neuland. Wir bauen einen Prototypen. Ein Prototyp heißt, diese Stücke, die wir herstellen, wie auch immer, mit welcher Technologie auch immer, gibt es auf dieser ganzen Welt ein einziges Mal.
Auf das Universum würd ich's jetzt nicht sagen, also nicht so weit fassen, weil wir ja nicht wissen, was da draußen los ist. Aber es gibt's einmal, dieses Stück, was ich herstelle, gibt es wirklich einmal. Und das ist ziemlich abgefahren eigentlich. Und das ist eigentlich nur sone Sache, die mich eigentlich jeden Tag sehr beflügelt, muss ich sagen. Ja.
Herr Micha, Du hast uns ja quasi schon mitgenommen jetzt in deinen Alltag. Vielleicht erzählst Du uns noch mal son bisschen deinen Werdegang und wie denn der Weg dann Richtung Handwerk dann auch gelaufen ist bei dir. Und vor allen Dingen nimm uns auch mal gerne mit jetzt in dieses Thema, wo Du gerade schon die Andeutung gemacht hast, in in die Modelle und in die Einzigartigkeit, was ihr da so herstellt bei dir Das ist ja 'n großer Bogen. Also wir haben die Firma neunzehnhundertsiebenundneunzig gegründet. Mhm.
Waren hier in diesem Haus sogar damals. Wir mussten uns ja in die Handwerksrolle damals eintragen lassen. Ja, 97 mit 6 Mann, angefangen, relativ viel Geld geborgt. Wir hatten ja keins, also alles Geld, was ich damals brauchte. 1500000, die haben wir uns zusammengeborgt irgendwo von Leuten, die uns vertraut haben, von Banken, die wir überzeugt haben, von Leuten, die bereit waren, zu investieren.
Wir haben damals, das war schon 'n großer für 'n Handwerksbetrieb ist das schon 'n großer Batzengeld, aber wir wollten auch was machen, was es so in dieser Stadt eben halt noch nicht gab. Es war ja 'n großer Umbruch, Internet, Computerprogramme, Konstruktionsprogramme fürs für dreidimensionale Konstruktion, ein riesentechnologischer Sprung. Ich selber hab 'n halbes Jahr vorher noch am Reisbrett gestanden letztendlich. Und das war schon 'n großer Sprung. Es war 'n son großer Sprung, dass wir eigentlich damals schon wirklich relativ weit technologisch weit vorne waren.
Wir haben viel in Maschinen, Ausrüstung, Software in investiert in unser in unser Firndomizil, sag ich jetzt mal. Wir wollten's schön haben, wir wollten's modern haben, wir wollten's hell haben, wir wollten's freundlich haben. Und wir dachten, wir fangen nicht irgendwo in sonem Keller an, wir wollen es richtig machen. Wir wollten ja auch mit Partnern zusammenarbeiten, mit großen Partnern, die eben halt auch großes Vorhaben. Und waren damals, auch bis heute teilweise, noch in der Lage, Technologien anzubieten, die selbst große Firmen so einfach oft gar nicht selber haben im Haus.
Was stell dir her? Ja, das ist eine gute Frage. Also, Firma Fast Part, die Idee damals mit Fast Part, damals waren Anglizismen so, waren so en vogue son bisschen, dass man tolle Namen hatte, Fast PAR, schnelles Teil. Irgendwann gab's bei uns in der Firma T-Shirts, da standen nicht Fast PAR drauf, da standen schnelle Teile drauf, hat sich ja auch alles geändert. Die Idee war, mit schnellen Technologien unseren Kunden Prototypen, Vorsehenteile an die Hand zu geben, während ihrer Entwicklung letztendlich diesen Entwicklungsprozess zu beschleunigen, zu vereinfachen, Kosten einzusparen.
Das war das, was wir machen wollten. Also Prototypen von allem, was sie sich auch irgendwie vorstellen. Es gibt von allem einen Prototypen, von einem Stativ, von einem Glas, von 1 Blumenvase, von einem Sofa, von einem Tisch, von einem Telefon, 1 Kaffeemaschine, 1 Brille. Es gibt von allem das 1. Teil, was hergestellt werden muss.
Und das kann man eben halt oftmals nicht in den Technologien herstellen, in denen Spiele die Serenteile gefertigt werden, weil das sind ganz andere Technologien. Und unsere Aufgabe ist es dann letztendlich, so ein Modell mit möglichst seriennah, so nah wie am am späteren Gemeindenprodukt zu sein, son Modell herzustellen, was auch immer. Ja gut, und dem Handwerk wird ja grade, Du hast auch drei-d-Druck ja eben auch genannt, wird ja immer, na ja, wie soll's mal sagen, alltäglicher, würd ich sagen, ne. Also diese diese Lösungen ausm 3 D Drucker werden doch häufiger mittlerweile oder kommen immer mehr in den Fokus. Sagen wir's mal so.
Ja, das hat natürlich was damit zu tun, dass 3 D Druck heutzutage preiswerter geworden ist. Also ich sag jetzt mal, 3 D Druck ist preiswerter geworden. So, jetzt ist das 3 D Druck, das kann alles sein. Das kann eine Schrottmühle sein, wo man noch kein H-Kennzeichen dafür bekommt und es kann 'n Lamborghini sein für 750000 Euro oder 1500000, je nach Ausstattung. Und insofern ist es wirklich sehr schwer.
Wir haben damals, wir sind damals neunzehnhundertsiebenundneunzig mit dem 3 D Druck eingestiegen. Das wollten wir machen. Wir haben eine Maschine gekauft, die lag damals bei 340000 Mark, die die gekostet hat. Da hängt 'n Wartungsvertrag dran, der kostet jedes Jahr 'n Mittelklassewagen. Das wollten wir und wir wollten die oberste, das oberste Ende der Fahnenstange, was damals im drei-d-Druck möglich gewesen ist, wollten wir haben, wollten wir unseren Kunden anbieten als Alleinstellungsmerkmal, als Vorreiter, wenn man so will, als ein 1 Technologie, die man sonst im Umkreis von mehreren 100 Kilometern einfach gar nicht gefunden hat.
Die Voraussetzungen damals waren immer noch schwierig, weil es gab gar keine drei-d-Modelle, die man hätte drucken können. Viele standen immer noch im Reisbrett. Und mit 'ner Reisbrettzeichnung kann man nix im drei-d ausdrucken, also jedenfalls nicht so einfach. Ja. Unser Ziel war mit fortschrittlicher Technologie dieses Handwerk, was man zu beflügeln und dort in diesem Handwerk, wo wir die speziell tätig sind, das nach vorne zu bringen mit einem großen Spruch nach vorne.
Ich sag jetzt mal, wenn man früher für eine Telefonhörerschale für son Handy, damals waren das ja noch Knochen. Er hat 'n Modellbauer an der, wenn er schon eine kleine Emko Fräsmaschine gehabt hat, war so die Arbeitszeit eine Woche, 2 Wochen saß der, hatte eine große Zeichnung aufgespannt, die war gezeichnet vor dem Konstrukteur. Und dann hat er angefangen, son Telefonhörer zu bauen. Ein Wunder. Es, am Ende baute er einen Revel Bausatz und baute daraus einen Telefonhörer.
Dauert 2 Wochen. Wir waren in der Lage, wenn ein drei-d-Datensatz vorhanden war, von abends 18 Uhr bis morgens 7 Uhr dieses Ding fertigzustellen. Mhm. Und 11 war Farbe drauf, 1 sah es aus, als ob's ausm Werkzeug kommt. Das war schon ein Sprung nach vorne und die Nacht hat ja niemand gearbeitet.
Da hat eine Maschine für uns gearbeitet. Und das war natürlich ein, wirklich ein Sprung nach vorne. Bedeutet natürlich auch für die Mitarbeiter, die das, die diese Arbeit gemacht hatten, für die Handwerker einen völligen Umbruch. Denn diese Arbeit, dieser Mann, der diesen Telefonhörer bauen konnte, der wurde ja gar nicht mehr gebraucht. Mhm.
Es gibt natürlich Modelle, die kann man nicht 3 d drucken. Die will man nicht 3 d drucken aus Kostengründen, was auch immer. Das Geheimnis ist son bisschen, dass man eben halt auch versuchen muss, wirklich Technologien passend zu der entsprechenden Aufgabe einzusetzen und zu verwenden. Das ist auch ein Großteil meiner Arbeit, unsere Kunden an die Hand zu nehmen, weil sie kennen ja diese Arbeit so einfach ja nicht. Und da bist Du 'n bisschen stolz auch drauf, dass wir eben halt wirklich versuchen, unsere Kunden technologisch zu beraten, was ist denn möglich?
Was macht für dich Sinn? Was ist völlig sinnfrei? Wo kannst Du Geld sparen und ich weniger verdienen oder ich mehr verdienen und eher schneller sein, eine bessere Qualität, ein besseres Ergebnis haben? Und das ist 'n Großteil meiner Arbeit, immer noch heute, denn viele kennen drei-d-Druck, aber drei-d-Druck ist nicht das, was man beim Friseur liest. Mein Name ist Oliver Oetgen von der Overdach GmbH, den Spezialisten für Flachdach, Abdichtung und Fassadenbau.
Als 150 Jahre altes Familienunternehmen haben wir ein gutes und transparentes Verhältnis zu unseren knapp 50 Mitarbeitern. Wir bei Overdach streben danach zu den besten zu gehören, deswegen legen wir sehr viel Wert auf Ausbildung und Fortbildung unserer Mitarbeiter. So können wir ein langlebiges und zuverlässiges Ergebnis erreichen. Das beschert unseren Kunden einen positiven wirtschaftlichen Effekt. Deshalb wissen alle Kunden, was sie bei uns erhalten, Qualität.
Wie ist das denn damals bei euch bei der Gründung gewesen? Habt ihr da noch Formen, weil ihr wart ja im Grunde ja der Zeit voraus damals. Ich denke, ich kann mir die Antwort schon ausmalen, aber habt ihr damals die Möglichkeit gehabt, auf irgendwelche Fördermittel zurückzureichen? Ja, sicherlich, es wurde uns damals einfach einfacher gemacht. Es gab Fördertöpfe dort, das haben wir auch beantragt, haben wir auch bekommen.
Bestimmte Sachen mussten wir natürlich zurückzahlen, also dieser gesamte Kredit, aber da war geschenktes Geld dabei. Mhm. Das ist einfach so. Wir wären dumm gewesen, wenn wir diese Möglichkeit letztendlich nicht genutzt hätten und wären sonst auch nicht so schnell auf die Beine gekommen. Denn in Unternehmen gründen und schwarze Zahlen schreiben sind 2 völlig verschiedene Sachen, die haben eng miteinander zu tun.
Und es ist natürlich schön, wenn man, ich sag mal, nach 4 Monaten sagen kann, wir verdienen unser Geld schon selbst. Und wir müssen nicht von dem von dem Vorschuss, den wir den man immer haben muss, wenn man ein Unternehmen gründet, in der Größe muss man dort 'n Vorschuss haben, weil sie das nicht finanzieren können. Weil ja, wie gesagt, auch unser unser Ziel, unsere Intention damals war eben halt, wirklich aus aus dem Stand zu stehen und und und arbeitsfähig zu sein. Ja. Das ist wollten wir, wir wollten's einfach richtig machen und im Nachhinein muss ich jetzt sagen, das war auch eine richtige und gute Entscheidung.
Und auch auf einem weiteren Weg jetzt der Unternehmensentwicklung, habt ihr da auch auf Mittel noch zugreifen können, oder? Es gab noch verschiedene Förderprogramme. Wir haben dann, weil wir ja gemietet hatten, wir hatten ein Mietobjekt. Wir wollten uns dann, wir wurden ja größer, wir waren damals 6 Leute letztendlich, die dort angefangen haben. Wir sind jetzt 30 bei unserem Unternehmen.
Was die Sache nicht einfacher macht, sag ich jetzt mal, das ist natürlich 'n 'n Batzen, den man da mit sich rumträgt. Und das ist auch 'n viel Verantwortung letztendlich, die man als Eigentümer oder Chef von soner Firma Ich trag ja Verantwortung für die Mitarbeiter, die bei mir arbeiten. Die wollen ja am Monatsende schon ihr Geld haben. Und deren Familie. Und deren Familie.
Also da hängt ja da hängt ja was dran. Da hängen Häuser dran, Autos, Fahrräder, Grundstücke, Glück, Unglück hängt damit zusammen. Wo kann man arbeiten? Wo wohnt man? Das Und man versucht ja, das am Laufen zu erhalten, besser zu machen.
Und das ist dann teilweise über 'n langen Zeitraum wirklich dann nicht so einfach, 'n ertragfähiges Unternehmen am Laufen zu halten mit all den Einflüssen, denen man unterliegt, die ja nicht mal von einem selbst kommen, sondern die von außen kommen. Das ist nicht einfach. Ja. Was würdest Du dir da in dem Bereich wünschen, grade Thema Förderung? Das Problem ist, dass wir aktuell eigentlich, auf dem Stand der Technik zu sein, das entwickelt sich ja alles schnell rasant vorwärts.
Und gute Technologien in diesem Bereich, wirklich, wo man, also Spitzentechnologien, wo man wirklich gute, qualitativ gute Ergebnisse erreichen kann, diese Maschinen sind heute immer noch sehr teuer. Auch Software ist immer noch sehr teuer. Mein erster Computer, auf dem ich CAD gemacht hab, der hat, schlappe 75000 Mark gekostet. Da war nicht mehr der Bildschirm mit dabei und auch keine Software. Das ist heute einfacher geworden.
Heute kriegen sie 'n leistungsfähigen PC für 2000 Euro. Das ist kein gar kein Problem. Da haben sie schon eine gute Maschine, mit der sie arbeiten können. Aber Maschinen und Anlagen sind nach wie vorher teuer, eine vernünftige Fünfachsfräsmaschine, wo sie vernünftig arbeiten können, ist unter 300, 350000 Euro nicht zu haben. Da haben Sie aber noch keine Spannzange und auch noch keine Software dafür.
'N vernünftiger drei-d-Drucker, mit dem Sie arbeiten, mit dem wir arbeiten können im professionellen Bereich, ist unter 'ner Viertelmillion. Sage ich heute aufgrund meiner Erfahrung, sag ich jetzt einfach mal so, ist nicht zu haben. Interessanter Vergleich an der Stelle zum Discounter drei-d-Drucker, der dann da für Da sind wir im Vordergrund Angebot ist. Da sind wir bei dem bei einem der großen Probleme, die Grenzen nur so Unwissenheit. Ja, ja, genau.
Sie, komm, natürlich, ich habe Kunden, die rufen mich an und sagen, Herr Punsch, können Sie mir 'n Prototyp bauen? Na ja, natürlich kann ich 'n Prototyp bauen. Wann brauchen Sie den? Ist ja alles für den Preis. Ob ich jetzt, ob ich mit dem Taxi direkt nach München fahren will oder ich will fahr in 1 Fahrgemeinschaft und muss mir die Tebostuhlen Geruch rein mit 13 oder ich war allein in einem Taxi, Ist ja was völlig anderes und und so.
Der Preis ist auch ein völlig anderes. Und so ist auch die die Maschine, auf der ich so was baue, ob die jetzt eine Viertelmillion gekostet hat. Oder ich hab 'n 'n Drucker vom Aldi mir gekauft, den ich selber zusammengeschraubt hab, der nur 290 Mark oder die Euro gekostet hat. Das ist natürlich nicht vergleichbar. Ja.
Und das Ergebnis ist auch nicht vergleichbar, ansonsten würd ich mir natürlich die Dinger beim ALDI kaufen. Ist Logisch. Wäre günstiger, ne? Ich wär ja blöd, ne. Aber so ist es eben halt nicht.
Und deswegen und das ist eben das son bisschen das Problem, wenn die Unternehmen, so wie wir jetzt mittlerweile seit 28 Jahren am Markt sind, ist es schwierig, heute noch Fördergelder zu bekommen. Also ich würde gerne in eine neue Maschine investieren. Ich kann sie natürlich nur aus dem investieren, was ich verdient habe Ja. Und dass mir die Bank bohrt. Ich glaube, unser finanzieller Status ist im Moment so, wär auch 'n bisschen stolz drauf, dass mir eine Bank natürlich jedes Geld braucht, was ich haben will letztendlich, weil sie davon ausgehen, dass ich sie auch zurückzahle irgendwann.
Es ist kein Risikokapital, was sie dort haben. Die würden mir gerne was borgen, aber trotzdem trage ich ja auch das unternehmerische Risiko, wenn ich wenn ich mir 300000 Euro borge, die muss ich ja zurückzahlen. Ja. So. Und das ist für eine kleine Firma, so wie wir es sind, ist es einfach mal 'n Batzen Geld.
Ich brauch eigentlich 'n neuen, vernünftigen drei-d-Drucker. Ich brauch eine neue 5 Achs Fräsmaschine. Würde ich mir gerne wünschen, aber ich bin nicht in der Lage, aus dem, was ich erziele an Geld oder was ich verdiene, kann ich das nicht wieder so einfach refinanzieren. Das ist schwierig. Ich bin eigentlich kein Verfechter davon von Fördergeschichten und und so weiter, weil ich auch der Meinung bin, das führt zu Ungerechtigkeiten, wenn wir über den Markt sprechen.
Denn ich kann ja nichts mit einem Unternehmen konkurrieren letztendlich, die dieses Geld letztendlich geschenkt bekommen. Ich kann's ja, ich muss es ja umlegen. Ich muss ja irgendwie dieses Geld wieder verdienen. Wir haben gefragt, wir haben angefragt, es gibt keine Förderung für 'n Unternehmen, was eben halt längere Zeit am Markt Und wir müssen ja investieren. Wir müssen ja Also es ist ja nicht so, wir haben damals mit den 1500000 Mark angefangen und wir haben in der Zwischenzeit, glaub, ich schätze mal, ich weiß es gar nicht genau, aber round about weit über 1000000 noch mal investiert in in Maschinenanlagen und Ausrüstung, die wir gekauft haben, die wir dann ihr letztes Jahr refinanziert haben.
Du sprachst eben Thema Wunsch an, was Du wünschen würdest. Vielleicht mit der abschließenden Frage, vielleicht kannst Du's noch mal integrieren. Und zwar ist die Frage, wenn Du heute die Macht hättest, das Handwerk vielleicht auch mit 'ner radikalen Entscheidung zu verändern, welche Entscheidung wäre das? Also ich sag mal, wenn ich heute 'n Start up Unternehmen wäre und ich würde jetzt in diese Branche einsteigen, würde ich wahrscheinlich gute Chancen haben, dort Fördermittel in Größenordnungen letztendlich zu bekommen. Ich habe wirklich ernsthaft auch schon mal drüber nachgedacht, ob ich einfach eine neue Firma gründe bin, letztendlich diese Möglichkeit wieder zu haben.
Ich sag es ich sag es ja nicht nicht, Geld geschenkt zu bekommen, sondern konkurrenzfähig zu sein. Also wenn heute, das müsste ja vielleicht dann doch rausschneiden, wenn heute jemand sagt, ich gründe sone Firma wie die Firma Fastpart und ich steige dort ein und ich kriege 60 Prozent Förderung, dann das wär nicht gut für mich. Ja. Weil, ja, letztendlich die Jungs dann oder die Mädchen, Frauen, ja ganz andere Preise am Markt letztendlich machen können. Ja.
Und ich kann sie ja auch so nicht machen. Also ich ich mach ja meine Preise, meine Preise, die die es gibt, die gibt es ja nicht deswegen, wenn ich reich werden will. 1 muss man mal klarstellen, mit Handwerk, mit der Hände Arbeit wird man nicht reich. Ich will nicht sagen, es ist mir schlecht, geht mir geht's gut. Ich wohne schön, ich hab 'n Motorrad und ich hab keinen Urlaub fahren, aber ich wär ja nicht reich.
Die Frage ist, was ist reich? Wenn man's monetär sieht, also wenn man Geld so sieht, also ich fahr keinen Porsche, weiß ich nicht, ich ich mach keine Weltreisen, ich hab kein Segelgebot, ich hab viel Arbeit und was Gutes. Und ich arbeite auch gerne. Also es macht mir wirklich Spaß, können viele nicht verstehen, dass jemand sagt, ich gehe gerne arbeiten und ich arbeite auch gerne lange und viel. Bis spät in die Nacht stelle ich mich Problemen, die die da sind.
Das mach ich wirklich gern und und das ist auch eine Grundvoraussetzung meiner Meinung nach, wenn man 'n Handwerker sein will, dass man Das ist wirklich ganz wichtig, dass man gerne arbeitet. Ja. Dass, wenn man wenn man sagt, ich möchte gerne Work Life Balance haben, dann sollte man nicht Handwerker werden. Ja, aber die anderen Berufe sterben ja auch aus, ne. Die, war's ja schön mit dem 3 D Druck ist ja 'n ähnliches Thema wie mit der KI, die ja jetzt gerade kommt, also die Berufung, ne.
Aber damit würden wir eine 2. Folge irgendwann mal drehen, wenn wir mit in Berlin sind. Da kommen wir noch mal zu dir und dann sprechen wir da noch mal drüber über die ganzen Themen, die dann passiert sind. Ich fand, war 'n wichtiger Einblick jetzt auch noch mal zum Thema Fördersituation und Wettbewerbs, ja, Erhaltung an der Stelle. Ja, ja.
Und deswegen, Michael, schön, dass Du hier gewesen bist, Ja. Dass unser Gast warst. Viele interessante Informationen, die wir Ja. Gehört haben. Danke dir.
Wir hätten gerne mehr Zeit verbringen können. Beim nächsten Mal. Beim nächsten Mal. Beim nächsten Mal. Gut.
Ja, das war mit Michael Polisch hier bei uns bei Handwerk spricht. Ihr wisst wie immer, ihr sollt unsere Beiträge liken teilen und natürlich auch abonnieren, damit wir mit unseren Informationen und mit der Botschaft, die wir haben, in die Reichweite kommen. Und es war mit sich eine spannende Folge für euch und, ja, ich wünsche euch einen schönen Tag und bis bald.