Cover: Uli Kainzinger - Generationenwechsel

Uli Kainzinger - Generationenwechsel

3. November 2025 36:42 Min. Zu Gast: Uli Kainzinger
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Worum es geht

In dieser Folge spricht Handwerkspricht mit Uli Kainzinger über Familienbetrieb und Verantwortung. Er erzählt vom Weg seines Betriebs – von den Anfängen unter seinem Großonkel über die Übernahme durch den Vater bis hin zu ihm selbst. Dabei gibt er persönliche Einblicke in die Herausforderungen eines Generationenwechsels, auch in Pandemiezeiten, sowie in die Chancen und Erfahrungen, die daraus entstanden sind.

Das nimmst du mit

  • Ein Generationenwechsel im Familienbetrieb ist ein langfristiger Prozess über mehrere Generationen hinweg.
  • Die Übernahme eines Familienbetriebs bringt sowohl Verantwortung als auch persönliche Chancen mit sich.
  • Krisenzeiten wie die Pandemie stellen Familienbetriebe vor besondere Herausforderungen.
  • Persönliche Erfahrungen aus der Betriebsübergabe können anderen Nachfolgern Orientierung geben.
Aus dieser Folge
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Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

Die wichtigsten Antworten

Worum geht es in dieser Folge?
Es geht um die Übernahme eines Familienbetriebs, die damit verbundene Verantwortung und den Generationenwechsel am Beispiel von Uli Kainzinger.
Wie verlief die Betriebsgeschichte?
Der Betrieb begann mit Uli Kainzingers Großonkel, wurde später von seinem Vater und schließlich von ihm selbst übernommen.
Werden auch Herausforderungen in der Pandemie thematisiert?
Ja, Uli Kainzinger berichtet unter anderem von den Herausforderungen, mit denen ein Familienbetrieb in Pandemiezeiten zu rechnen hat.
Für wen ist die Folge interessant?
Vor allem für Menschen, die einen Familienbetrieb übernehmen oder führen und sich für Erfahrungen rund um den Generationenwechsel interessieren.

Zu Gast

Inhaber eines Familienbetriebs

Uli Kainzinger hat einen Familienbetrieb übernommen, der zuvor von seinem Großonkel gegründet und von seinem Vater weitergeführt wurde. Er teilt seine persönlichen Erfahrungen zum Generationenwechsel und zur Verantwortung im Familienbetrieb.

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Transkript

Herzlich willkommen bei Handwerk spricht der Sendung, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Handwerk verbindet. Und heute begrüßt dich hier auf dem heißen Stuhl, im heißen Studio Uli Ganzinger. Uli, schön, dass Du hier bist, dass Du den Weg dann von Düsseldorf nach Berlin auf dich genommen hast und Das warme Schwüle Berlin. Ja, da. Heute hier bei uns im im Grillstudio einmal über das Handwerk zu sprechen, über Themen, die vielleicht ihr auch grade im Unternehmen habt.

Also ich denk mal, wir werden heute son bisschen ins Thema Nachfolge auch mal eintauchen. Einmal natürlich, wie ihr das so bei euch handhabt. Ja. Dabei steht ja auch in den nächsten Jahren einen Generationenwechsel an. Dann aber auch, wie deine Sicht so auf die Betriebe ist.

Was passiert im Handwerksbetrieb, grade im Dachdeckerbetrieb oder in den Betrieben, die EM beliefert? Ihr macht ja viel für die Betriebe, deswegen habt ihr auch 'n ganz guten Einblick in die Situation. Aber starten wir doch einfach mal so, Uli. Erzähl mir doch mal, warum hast Du damals den Betrieb übernommen, der quasi in in der Familie war, ne? Ja, mein Großonkel hat den Betrieb ja gegründet.

Mein Vater hat den übernommen. Ich hab ihn von meinem Vater übernommen. Also ich bin quasi reingewölft worden. Ich sag immer, am neunundzwanzigsten Dritten neunzehnhundertfünfundsechzig am Tag meiner Geburt war im Grunde genommen klar, wenn ich nicht vollkommen verblöde, dass ich das heute machen würde, ne. Mein Vater war also von altem Brot und Korn und für den kam also nur 'n männlicher Nachfolger infrage, ne.

Und ja gut, ich mach das ausgesprochen gern. Ich mach das jetzt seit über 30 Jahren. Und die nächste Generation steht in den Startlöchern, worüber ich sehr froh bin. Denn das ist ja 'n Problem, was wir vielfach eben inhabergeführten Mittelstand heute haben, dass es keine Nachfolger gibt aus der Familie. Ich führ das immer gerne darauf zurück, dass die jungen Kollegen zu früh zu viel Zucker in den Allerwertesten kriegen und dann denken, warum soll ich eigentlich arbeiten?

Ist doch Kapital da, ne. Könnt ich doch auch schön von leben, ne. Aber die sehen häufig nicht die Befriedigung, die es bringt, ein solches Unternehmen zu führen, weiterzubringen und am Ende des Tages zu wissen, was man gemacht hat. Ja. Ja, ja.

Das ist 'n ganz wichtiger Punkt, der der total verloren gegangen ist, ne. Ich tupfe immer zwischendurch, mein, nicht nervös werden Alles gut bei 35 Grad hier im Studio. Ist also auch alles Problem. Alles ne. Solang's kein Angstschweiß ist, passt das.

Sprich mal, wenn Du so warst? Genau. Aber lass uns noch einmal kurz bei euch noch mal son bisschen reinzoomen. Was ist so bei euch in den letzten 10 Jahren passiert bei euch im Unternehmen, was auch ja, indirekt von außen auch gekommen ist, wenn man so will, ne? Von verschiedenen Eindrücken, die wir in den letzten Jahren auch erlebt haben, sei es die Pandemie, sei es eben die die Energiekrise, die die wir danach hatten.

Was ist so bei euch in den letzten 10 Jahren passiert? Was hat sich so für euch verändert im normalen Dasein eigentlich aufgrund der Einflüsse? Gut, verändert hat sich, dass wir immer bekannter geworden sind und dass dass unser Geschäft auch trotz Pandemie dankenswerterweise ganz gut gelaufen ist. Natürlich hat die hat die Pandemie etwas geändert. Sie hat uns aber auch gezeigt, dass wir in der Lage sind, zu reagieren und uns zu verändern, wenn wir gezwungen sind dazu, ne.

Weil freiwillig macht man ja manche Dinge nicht. Wir sind zum Beispiel dann mal in Schichtarbeit gegangen, was wir eigentlich nur im Notfall getan haben und haben dann gesehen, dass das produktionstechnisch eigentlich ganz gut funktioniert, dass es aber für die Mitarbeiter unterm Strich schlecht ist, ne. Also das passiert dann relativ schnell, dass man sich entfremdet, ne. Und alle freuen sich dann auf einmal wieder, wenn die Schicht vorbei ist. Und alle können gleichzeitig arbeiten und man kann wieder miteinander reden, ne.

Das hat sich in jedem Fall verändert, gut. Und dann hat sich natürlich die politische Situation verändert. Das Schlimmste, ich will ja gar nicht jetzt auf irgendwelche Details eingehen, aber das Schlimmste ist für mich, dass Du heute nicht weißt, was morgen passiert, ja. Jeder redet über Bürokratieabbau, aber wenn ich sehe, egal ob jetzt bei uns, im Handwerk oder auch im Handel, wie viel bürokratische Leistungen man erbringen muss, ja, was ich als absolut unproduktive Tätigkeit dann sehe, dann weiß man, man man muss irgendwann Leute einstellen dafür, die nichts anderes machen als das, ja. Ich sag mal, son Thema Leiterbeauftragter, Regalbeauftragter, das das kann man noch so nebenbei irgendwo mitmachen.

Mhm. Aber grade die ganze Umweltproblematik dann im Handwerk, WG ist natürlich 'n Riesenthema, egal ob's Absturzsicherung, was auch immer ist. Ich war mal auf auf 'nem Seminar und derjenige, der da vorgetragen hatte, der hat gesagt, pass mal auf Jungs, ihr sitzt alle mit einem Bein, steht hier im Knast, ne. So, weil ihr könnt das nicht dokumentieren, was da zu dokumentieren ist, ne. Und ich ich seh da auch nichts Positives auf uns zukommen.

Also selbst wenn wenn's in Deutschland besser wird, dann haut die EU von oben wieder einen drauf. Und wir Deutsche müssen das ja dann als 1. Umsetzen, ne. Das ist ja ist ja das Wesentliche, was wir machen müssen, ne. So, und insofern bleibt uns, glaub ich, nix anderes übrig, als uns mit der Situation, so wie sie ist, zu arrangieren.

Immer wieder unverdrossen wählen zu gehen, ja. Das halte ich für ganz, ganz wichtig. Vielleicht nicht aus Überzeugung, aber das kleinste Übel vielleicht zu wählen. Ja, und ansonsten ist das das Risiko des des Unternehmers, irgendwie mit den Gegebenheiten klarzukommen. Und das tun wir jetzt in diesem Jahr seit 100 Jahren, ja.

Und ich gedenke, das noch 'n paar Jährchen weiterzumachen, immer meinen Sohn im Auge habend, ja. Und den Moment nicht zu verpassen, wo er reif ist und ich gehen sollte, ja. Ja, gehen muss man ja nicht immer ganz, Ich weiß nicht. Also ich ich glaube, es ist besser, man verabschiedet sich dann, ja. Deswegen kann man ja neugierig mal reingucken und vielleicht gucken, dass man noch 'n Anspruch aufn Firmenwagen hat.

Aber ansonsten ist irgendwann, glaub ich, die Zeit reif, wo man selber auch, wo einem selber vielleicht auch 'n Stück weit das Verständnis für die Jugend fehlt und wo man auch nicht mehr in der Lage ist, und davon lebt Unternehmertum ja nun auch, neue Ideen zu gebären, die zeitgemäß sind, sei es in produkttechnischer Sicht oder aber, was natürlich 'n ganz wesentliches Thema heute ist, Marketing. Mhm. Ja, definitiv. So, und die Generation z ist ja so 1 meiner Steckenpferde und ich hab manchmal einfach Verständigung, Verständnisprobleme. Ich bin jetzt 59 Jahre alt, also ich mutiere zum alten Sack.

Und ich sehe, dass die, die anders arbeiten. Die arbeiten auch, aber die arbeiten anders. Mhm. Und da hab ich manchmal, manchmal hab ich da 'n Problem mit, ne. Ja, aber das ist nicht unbedingt, hat da was mit dem Alter zu tun, denk ich, sondern das ist eine gewisse Einstellung, die man ja für sich selber auch irgendwo auferlegt hat.

Und wenn man dann sieht, wie's an anders gehandhabt wird und wie vor allen Dingen das, was man selber tut, dann auch vielleicht auch manchmal schlecht geredet wird oder sogar kritisiert wird, dann muss man ja schon hinterfragen, auf welchem Weg sind wir denn da überhaupt, ne? Also das das vielleicht jetzt weniger. Ich ich glaube, man muss einfach 'n bisschen Geduld mitbringen, ja. Also man muss den jungen Leuten auch die Chance geben, sich zu beweisen. Und wenn der Weg auch vielleicht etwas länger ist, kann er ja trotzdem zum Ziel führen, ne.

Und die Geduld bringt man manchmal nicht auf. Und das ist, ist mitunter schwierig, geborene ich also gerne zu. Also manchmal muss ich auch zum Hörer greifen und eine Sache regeln. Und ich hab mich dann auch schon mal bei meinem Sohn hinter entschuldigt. Es dauerte mir dann einfach zu lang, ne.

Jetzt hast Du ja grad schon dieses Thema son bisschen eingeleitet, was das dem, was eben halt, ja, Generationenübergabe dann irgendwann ist. Und jetzt jetzt schauen wir einmal, bevor wir vielleicht bei euch nachher noch mal kurz reinschauen, mal ins Handwerk. Jetzt hast Du ja viele Betriebe, mit denen Du auch mehr zu tun hast und auch auch eben halt, ja, wie soll ich sagen, auch 'n guten Einblick hast, weil Du 'n guten Austausch einen verstehst. Wie siehst Du im Moment die Situation im Handwerk? Eine, ist eine Übergabe im Handwerk ohne Weiteres von heute auf morgen zu machen?

Hast Du Fälle erlebt, wo das funktioniert hat? Oder welche Herangehensweise würdest Du sehen, die eben halt sinnvoll erscheint für die Zukunft, für das, was jetzt kommt. Wir haben viele Betriebe, die abgegeben werden müssen jetzt, ne. Ja, nicht nur im Handwerk, auch in der Industrie, im Handel ist überall dasselbe Problem. Und es geht ganz sicher nicht von heute auf morgen.

Und das, was ich immer wieder sehe, ist, dass man viel zu lange wartet, ne. Man muss im Endeffekt ja die Chance haben, einen einmal gegangenen Schritt wieder rückgängig zu machen. Also es muss ja nicht beim ersten Mal passen. So, und wenn ich das jetzt mit 60 anfange, ja, und ich merke dann irgendwann nach 2, 3 Jahren, nee, das funktioniert nicht. So, und ich fang dann wieder bei 0 an, dann bin ich schon 63, dann bin ich schon 64.

Dann muss ich erst mal jemanden finden, so. 'N ruckzuck bin ich 70. Wenn das das ist, was ich will, ist alles gut, aber die meisten wollen's nicht. Und meiner Meinung nach wird zu wenig auf die eigenen Mitarbeiter geguckt. Es wird zu wenig drauf geguckt, wer wäre denn überhaupt geeignet mit 1 entsprechenden Förderung?

Also ich sag mal, dass man Gesellensmeister macht, dass man das vielleicht auch bezahlt, aber in jedem Fall mal finanziell in irgendeiner Richtung unterstützt. Weil die wissen ja, wie die Bude tickt, ja. Die haben auch eine Akzeptanz bei den anderen Mitarbeitern. Und das muss man rechtzeitig anfangen und man muss sich die Leute eben auch rechtzeitig ausgucken, ja. Damit's einem nach hinten raus nicht eng wird, so.

Und in vielen Fällen ist ja der Betrieb ein Teil der der privaten Altersvorsorge. Und man meint immer, dieser Betrieb, diese GMBH, diese Hülle, die die hätte einen Wert, ja. Also aus der Erfahrung, die ich so habe, Ausnahmen bestätigen immer die Regel. Also das, was da drinsteht, hat 'n Wert. Die Kantbank, das Werkzeug, die Fahrzeuge, so sie einem gehören.

Aber die haben ganz sicher nicht den Wert, von dem man meint, dass sie ihn hätten, ja. Also es bleibt am Ende hinten was übrig, von dem die meisten denken, es es sollte deutlich mehr sein. So, und das, was was ja relativ gängig ist, ist ja im Grunde genommen, dass man sich einen jungen Mann ranzieht, den zum Meister macht oder er ist schon Meister, ihm dann unterstützend zur Seite steht. In der Regel ist die Immobilie Eigentum, so, die verpachtet man dann, hat man auch wieder eine schöne Einnahme. Man kann den dann noch begleiten, so er sich begleiten lässt.

Und aber dann kommen wir wieder an den Punkt, wo wir eben schon mal waren, irgendwann ist es Zeit zu gehen. Mhm. Irgendwann ist man gestrig. Man meint zwar immer, man würde noch gebraucht und ohne einen würde der Laden nicht laufen, aber ich war grade 8 Tage im Urlaub und siehe da, ich komme wieder und der Laden läuft immer noch, ja. Und es ist auch nix passiert.

Man meint immer, das wär so. So und man muss eben aufpassen, dass man nicht ein zum Hemmschuh im eigenen Laden wird, ja. Dass man also moderne Dinge, Computertechnik, KI, alles alles, was da jetzt so auf uns zukommt, dass man ihm zumindest eine Chance gibt, ja. Ob ob es sich unter allen Umständen für für uns jetzt als als kleiner Hersteller rechnet, diese Dinge einzusetzen, das da hab ich so meine meine Zweifel dran. Aber ich bin zumindest neugierig drauf und ich möchte, dass wir das zumindest mal ausloten, was da los ist.

Und das sollen junge Leute tun oder jüngere Leute tun als ich. Weil ich bin da und ich glaube, damit bin ich nie alleine, zu festgefahren vielleicht in manchen Dingen. Weil man sagt zwar immer, ich kann's nicht mehr hören. Es es funktioniert doch alles. Warum sollen wir das ändern?

Es funktioniert doch alles. Ja, aber wir wollen ja gucken, dass es morgen und in 5 Jahren und 10 Jahren auch noch funktioniert so. Und wenn wir sehen, wie langsam Veränderungen vonstattengehen, dann wissen wir, wie frühzeitig wir damit einsetzen müssen, es an die Mitarbeiter weiterzugeben, es ihnen verständlich zu machen, ja, dass sie's mittragen. Weil wenn die Mitarbeiter es nicht mittragen, ist es sinnlos, ja. So, und das ist ein so vielschichtiges Thema.

Ich glaub, das sprengt dann irgendwann die Speicherkarte. Handwerk bedeutet machen. Deine Zeit ist zu wertvoll für viel Bürokratie. Wir setzen uns dafür ein, dass dein Alltag einfacher wird. Weniger Büro, mehr Fokus auf deine Projekte.

Gemeinsam digitalisieren wir das Handwerk und gestalten die Zukunft. Ja, das ist gut möglich. Die, Du Du hast jetzt, Du hast eigentlich schon sehr viel jetzt vorweggenommen von Punkten, die ich eigentlich noch ansprechen wollte. Du sprachst aber jetzt eben auch von dem Thema Scheitern der Übergabe tatsächlich. Das ist ja son Punkt, den hat ja, haben wir ganz wenige Schirm, muss man ja fairerweise mal dazu sagen, ne.

Der der normale Veräußerer 1 Unternehmens geht davon aus, er findet jemanden, der zahlt eine Summe x und in dem Moment ist die Nummer durch. Du sprichst ja sogar von dem Fall oder von dem von dem, Du sprichst ja von dem Familienfall, wenn man so möchte, ne, von dem Die Flur. Aber ja, aber okay, gut, hast Du recht. Aber sagen wir mal, der der Verkäufer, also wir haben's ja auch in in in verschiedenen Szenarien ja schon erlebt, wo ich dann auch mal hier und da die Nase reinhalten durfte, also wo son Unternehmen wirklich nicht vorbereitet war auf eine Übernahme, wo dann mehr oder weniger gesagt worden ist, ein 1 inhaberzentriertes Unternehmen oder absolut auf diesen inhaberkonzentriertes Unternehmen wird übergeben und mit Unterschrift beim Notar. In dem Moment geht er nicht mehr in dieses Büro und setzt sich doch einmal auf die andere Seite und sagt immer, das sind die Adressen, die sind wichtig für dich.

Hier ist der Ordner, viel Spaß damit. Ich bin weg, Ari. Dass solche solche Situationen natürlich auch zum Risiko werden, ist definitiv auch 'n Thema. Also es gibt birgt ja auch eine Gefahr, die muss man ja auch einfach mal ansprechen, wenn man 'n Unternehmen übernimmt. Es hat ja auch nun mal mehrere Hürden, die man auch noch mal da einfach da besprechen muss.

Deswegen ist da eine Übergabe über mehrere Jahre aus meiner Sicht, also eine wirkliche Herleitung 1 Übergabe inklusive dann der Option oder der ja, wenn's schlecht läuft, der Situation, dass dann auch wirklich dann jemand scheitert an der Stelle. Ja, total wichtig. Also eine langfristige Vorbereitung darauf. Das ist die Grundvoraussetzung. Aber selbst dann.

Ich hab's auch schon erlebt, ich glaube, einen Fall kennst Du auch, wo die Übergabe im Prinzip schon fix war und dann wieder gedreht worden ist. So. Und das hab ich nicht nur einmal gehört. Ich glaube, wir kommen immer mehr dahin, dass wir 'n Problem kriegen, dass man die Verantwortung nicht übernehmen will, ja. Das ist das, was man in den Firmen immer wieder sieht.

Man hat fähige Mitarbeiter und man versucht sie in die Verantwortung einzubinden. Und in dem Moment, hört's auf einmal auf, ja? Weil in dem Moment, wo ich Verantwortung habe, kann ich natürlich auch mal festgenagelt werden darauf, ja. Und manchmal hat man den Eindruck, dann dann hört das Unbeschwerte. Mhm.

Das hört dann auf, ja. So, und ich glaube, das ist 'n ganz großes Kunststück, was was wir als Unternehmer für die Nachfolger erbringen müssen, ihnen die Angst vor der Verantwortung zu nehmen und ihnen aber gleichzeitig deutlich zu machen, ohne die Verantwortung geht's nicht. Und ihr müsst aktiv sein, ihr müsst handeln, wenn ihr was erreichen wollt. Also ihr könnt euch nicht da hinsetzen und drauf warten, dass etwas passiert, ja. Wenn ihr etwas wollt, dann holt's euch, ja.

Ja. So. Und ich hab das ja selber, als als ich die Firma von meinem Vater übernommen hab, wir hatten immer so dieses altes Spielchen, guter Polizist, böser Polizist, so. Zu meinem großen Glück war er der böse Polizist. Und als der 2001 gestorben ist, war das für mich in der Tat ein großes Problem, auf einmal der böse Polizist zu sein.

So, wir müssen erst mal 'n neuen guten Polizisten suchen und das ist vollkommen das Umdenken, ne. Und das gefällt einem auch nicht unter Umständen. Also ich hab's ja 10 Jahre hab ich ja mit meinem Vater zusammengearbeitet und das hat ganz prima geklappt, dieses Spielchen, ne. So, und wenn man dann auf einmal sein eigenes Verhalten komplett rumdrehen muss, ist was, was mir am Anfang nicht behagt hat, aber wo ich dann irgendwann eingesehen hab, das gehört einfach zum Unternehmersein dazu. Und ich kann da hier irgendwie Angst nehmen, das kann man lernen.

Man muss es ja nicht machen. Ja? Nee, genau. Aber wenn's an der Zeit ist, dann muss es eben auch machen. Aber es gibt auch nicht nur die guten Zeiten, es gibt aber auch, geht's dann auch halt die negativen Zeiten, beziehungsweise die Phasen, wo man auch wirklich dann der böse Polizist mal sein muss, weil es gibt ja im Unternehmen auch nicht nur die Höhenflüge, sondern gibt's auch auch die schlechten Tage, ne.

Genau. Ohne jetzt wiederum eine Angst zu machen an der Stelle, weil man ja schon viele Dinge auch, heute kann man ja so viel schon konzeptionell ja alleine schon regeln, nicht in die Haftungssituation zu kommen, alleine durch Strukturen, die man schaffen kann, ne. Ja. So, also man man hat ja viele Möglichkeiten. Es ist natürlich so, dass man mit 'nem mit 'nem Handwerksbetrieb 3, 4, 5 Leute wahrscheinlich in solchen Strukturen gar nicht denkt, weil sich auch unter Umständen nachher wirtschaftlich nicht trägt.

Das muss man natürlich im Einzelnen prüfen, aber es gibt ja Möglichkeiten. Mit dem Fall muss man sich halt nur auseinandersetzen an der Stelle, ne. Aber was soll denn der kleine Handwerksbetrieb mit 3, 4, 5 Leuten, was soll er denn noch alles machen? Mhm. Ja, also er wird sicherlich von der Handwerkskammer an der einen oder anderen Stelle mal an die Hand genommen.

Er kann sich in Erinnerung, wenn er Mitglied ist, ja, kann er sich auch Anregungen holen, wertvolle Tipps holen. Aber wenn ich sehe, was heute alles an Lehrgängen besucht werden muss, ne, Mhm. Und wenn ich dann sehe, dass ein Teil der Betriebe die Flachterrichtlinie, ne, nicht mal zu Hause hat, ja, wenn ich sehe, wie viele tatsächlich verkauft werden, wie viel Betriebe wir haben, wo Änderungen in in den allgemeinen Regeln der Technik, die die die gehen die gehen einfach an denen vorbei, weil die haben nicht die Zeit. Die kriegen ja streckenweise noch nicht mal die Rechnungen raus. Ja.

Ja. So. Und ich finde, da müsste Politik, da müsste das Verbandswesen mal eingreifen und und müsste man sagen, pass mal auf, die Jungs zahlen doch alle pünktlich Steuern. Und häufig verdienen auch diese kleinen Betriebe Geld, ja. So, und dann müssen wir denen doch auch mal 'n bisschen helfen.

Wir können ihnen doch nicht immer einen einen Stein nach dem anderen Weg legen, ne. Das ist 'n ist 'n interessanter Punkt an der Stelle, weil wenn wir ja jetzt 'n Konzern wären, also wenn jetzt alle Betriebe sich zusammenschließen würden, ein Konzern wären, dann wär's ja gar kein Problem, weil da hätten wir ganz viele Leute, die sich ja genau diese Punkte kümmern können. Genau. Würden aber dann unter Umständen aufgrund von gewissen Strukturen nur weniger Steuern zahlen, ne. Da ist ja vielleicht die Kokser der Geschichte, ne.

Da wären sofort finige Berater da und die würden dann, weiß ich, dann wär der wär der wahrscheinlich der Zentralverband der Dachdecker auf den Cayman Islands irgendwo oder weiß nicht. Ja, ja, ne. Ganz bestimmt wär das so. Ja. Ja, also nicht in Köln mehr, meinst Du, sondern Nee.

Also die sind ja, sind ja am Wasser, ne. So weit sind sie ja Die sind am Wasser, aber Köln ist, glaub ich, steuerlich da nicht so attraktiv wie die andere Standorte auf dieser schönen Welt. Ja. Was tut ihr denn heute jetzt schon? Wie gesagt, sagt ihr eben, wir sprechen dann auch noch mal bei euch jetzt.

Was tut ihr denn heute jetzt, son den diesen Weg vorzubereiten in in die in die Übergabe? Denkst Du da schon konkret drüber nach? Ja, ganz konkret. Und und wie habt ihr angefangen und wann habt ihr vor allen Dingen damit angefangen? Also ich erzähl immer gerne die Geschichte.

Ich hab 2 Kinder, eine Tochter, einen Sohn. Und ich hab die beide mit 14 gefragt bei einem Spaziergang, unabhängig voneinander logischerweise, im Urlaub, was möcht's denn später mal werden, so? Und meine Tochter, die Journalistin und dran, hinten und her, so. Und mein Sohn sagte, Papa, das ist ganz einfach, ich mach jetzt mein Abi, dann sagst Du mir, weil ich studieren muss, Chef zu werden, so. Das hatten wir an der Stelle schon mal, ne.

Und dann wurde das irgendwann mit 19, glaub ich, 19, 20, gut, das ganz konkret. Und dann haben wir gesagt, okay, Du solltest studieren. Ich persönlich glaube immer noch nicht, dass man für einen Betrieb dieser Größenordnung unbedingt ein Studium braucht. Also viel gesunder Menschenverstand ist ist da auch notwendig. Aber es fördert logische Denken, ganz sicher.

Es fördert die Tatsache Zusammenhänge zu erkennen, deswegen fand ich das ganz wichtig. Er hat das aber berufsbegleitend gemacht. Das heißt, er war 3 Tage die Woche in der Firma, 2 Tage die Woche an der Uni. Das ist clever, ja. Ja, Praxis.

Und ich hatte dann immer 3 Tage Zeit, ihm das wieder auszutreiben, was er in den 2 Tagen gelernt hat. Weil es steckt auch 'n großes Risiko in sonem Studium für einen Betrieb unserer Größenordnung, wenn man auf einmal versucht, den nach neuesten ökonomischen Erkenntnissen zu führen, ja. Deswegen kann man moderner werden, deswegen muss man moderner werden, aber man muss nicht unabdingbar ständig das Rad neu erfinden, ja. Also Arbeitsvorgänge, die einwandfrei funktionieren, warum muss ich mit aller Gewalt da dran gehen, so. Und das ist son son Spagat, den die jungen Leute dann lernen müssen, ne.

Und das ist natürlich immer ganz schön, wenn man dann in 'ner Firma auch entsprechende Betriebszugehörigkeiten hat. Kannst Du ja auch 'n Lied von singen. Ich glaube, dass die die Kombination jung und ungestüm und alt und erfahren und vielleicht auch schon 'n kleines bisschen bequemer, Wenn einem das gelingt, das unter einen Hut zu bringen, dann würde ich das als Idealzustand ansehen, ne. So, und ja, mein Sohn hat sein Studium abgeschlossen und ich hab ihn jetzt zum Verkaufsweiter Ausland gemacht, weil ich der Meinung bin, dass man da am meisten lernen kann, weil im Ausland sind die Strukturen anders als in Deutschland, ja. In Deutschland laufen Dinge manchmal gerader, so.

Und im Ausland, da muss man immer mal bisschen nach rechts, bisschen nach links. Man muss erst mal neu entdecken, wie ist son Markt überhaupt strukturiert, ja. Weil die Strukturen anders sind als in Deutschland. Ich glaube, dass man da eine Menge lernen kann. Und nichtsdestotrotz muss er natürlich alles, was wir, was die Firma an sich betrifft, natürlich auch lernen.

Wir sitzen also nur 'n paar Meter auseinander. Manchmal machen wir die Dinge zu wenig zusammen, was an der fehlenden Zeit bei ihm und meiner Ungeduld liegt. Aber wir haben ja Zeit. Also, das ist ja jetzt nicht so, dass ich jetzt sage, so, pass auf, in 2 Jahren mich weg, ne. Sondern ich hab mir vorgenommen, das in aller Ruhe zu beobachten und zu gucken.

Und dann irgendwann, sag ich, der Punkt ist jetzt gekommen. Vielleicht kann man's so machen, dass man sich den Montag, den Freitag mal schenkt und nur noch bis Donnerstag kommt, ne. Oder einfach auch mal gar nicht kommt, mal guckt, welche Probleme entstehen da. Und solang man das miteinander macht, ist es, glaub ich, nicht das Problem. Aber man muss einfach Verständnis haben für die jungen Leute.

Und deswegen ist das ist es interessant, junge Leute im Betrieb zu haben, ne. Eben auch auszubilden. Wir bilden jetzt nicht so viel aus, wir haben immer einen Azubi. Allerdings nur im Bereich der Verwaltung. Aber man man muss halt miteinander arbeiten.

Und ob man das jetzt will oder nicht, die Burschen und die Mädels und Man muss ja heute alles männlich und weiblich sagen, ne. Die sind die Zukunft. Ohne die kommen wir nicht klar, also werden wir uns arrangieren müssen, ob es uns passt oder nicht, ja. Mhm. So, und das ist die große Herausforderung, vor der wir stehen.

Du hast das sehr schön zusammengefasst und die die Punkte auch alle noch mal wirklich so zusammengebracht, dass man einfach sagen kann, man muss den Raum geben, die entsprechenden Erfahrungen zu machen. Man muss auch die Fehler machen dürfen an der Stelle. Das gehört dazu. Und ein Prozess, den wir eben halt haben, ob's eben bei euch ist oder im im Handwerk ist oder sonst wo ist, der Übergabe dauert immer über mehrere Jahre. Das kann man nicht vermeiden.

Es geht nicht von heute auf morgen, sondern wir brauchen mehrere Jahre, bis wir an dem Punkt sind und dass wir sagen können, eine Übergabe an der Stelle hat so funktioniert, dass das Unternehmen auch entsprechend danach, ja, stabil und gesund weiterlaufen kann, wie's auch vorher gelaufen ist. Erfahrungen kann man nicht kompensieren. Die muss man machen. Ja, genau. Ne.

Und dazu gehört auch mal, je jemand zu laufen. Richtig, mit einem Laufen. Uli, hast Du unseren Zuhörern und Zuschauern einen Hack mitgebracht, einen Tipp, den Du einfach geben möchtest? Muss gar nicht zum Thema jetzt sein, sonen Generäle, den Du vielleicht rausgeben möchtest an alle, die grade zuschauen. Also bei den Betriebsgrößen, für die das hier vielleicht interessant sein könnte, mein Sohn hat mich mal gefragt, wann ich zufrieden wäre, wenn er was gelernt hätte, so.

Und dann hab ich zu ihm gesagt, ich wäre dann zufrieden, wenn er begriffen hätte, dass Emotionen nicht in Excel Tabellen passen. Mhm. Ich persönlich finde das ganz, ganz wichtig, ja. Eine Firma wird auch zu einem guten Teil ausm Bauch raus geführt, ja. Und Intuition ist ist für mich ein 1 ganz zentrales Thema und die wird sehr häufig vernachlässigt, ne.

Man muss einfach 'n gutes Gefühl haben bei dem, was man tut, ne. So und immer nur rechnen. Das ist eine vermeintliche Sicherheit, die da ist, ja. So, das wär so das, was ich noch mit aufn Weg gehen könnte. Ja.

Sehr guter Tipp, das Zwischenmenschliche, den den Menschen verstehen, den Menschen im Mittelpunkt und dann die Emotionen dann auch daraus ziehen. Das ist das, was in der Handwerk tagtäglich passiert, Ist Kommunikation zwischen Menschen, und zwar nicht auf Konzernebene, in Vorstandsebene, sondern so untereinander. Und das ist auch der Grund, warum ich glaube, dass Handwerk definitiv überleben wird, weil das können Maschinen nicht übernehmen. Ja. Ja, bin ich voll bei dir.

Ja. Und ich hab noch eine abschließende Frage an mich. Ja. Und zwar, wie Du das Handwerk in der Gesellschaft im Moment widergespiegelt siehst. Ist es vom Image her gut widergespiegelt oder sollte sich das verändern, verbessern oder wie auch immer?

Wie siehst Du das? Also in meinen Augen ist es Handwerk zu schlecht akzeptiert, ja. Handwerk ist ist ganz, ganz wichtig, ja. Ohne Handwerk geht da draußen, ja. Es gab mal sone schöne Werbekampagne, wo so die Häuser alle so nach und nach zusammengestürzt sind, ja.

Handwerk ist krisensicher, das haben wir haben wir unter Corona gesehen. Grade im Bereich der Dachdecker und und Spengler, Klempner, wie man sich auch immer bezeichnen, mal sagen wir einfach der Dachhandwerker. Es läuft die die Werbeaktion, die Klimaretter, ja. Wir haben Photovoltaik, wir haben Dachbegrünung. Also das hat Zukunft.

Was ich 'n bisschen vermisse und das hab ich auch gegenüber einigen Herren schon mal deutlich gemacht, ich war letzte Woche bei Herbert Grönemeyer in in Bochum im Stadion. Jetzt kann man ja sagen, der kann nicht singen oder weiter. Immer ist aber nicht das, worüber ich sprechen will. Aufm Weg dahin, auf einmal ein Lärm und kam sone ganze Truppe dachte gar an, ne, in Kluft. Wunderbar anzusehen, ne.

Die hat noch lang genommen, ne. Waren lustig, ne. Ich hab mal kurz mit denen gesprochen, saßen dann auch hinter uns, haben ordentlich Krawall gemacht. So, und dann guck ich genau auf die andere Seite vom Stadion. Da sitzt die, genau sone Truppe noch mal in Kluft.

Konnt ich auf, wie wie viel Meter sind das über das ganze Spielfeld? Richtig, das ist richtig. Weiß ich nicht. Konntest Du deutlich sehen, ne. Und das ist das, was ich son bisschen vermisse.

Natürlich ist Kluft zum Beispiel. Aber wir haben mal 'n Landesverbandstag in Düsseldorf gemacht und dann sind wir alle abends noch ins Übrige gegangen, in Rittersaal im Übrigen, ne. So, und dann sind wir da mit 200 Dachdeckern und was so an Industrie noch dazugehört, sind wir da durch die Altstadt gelaufen. Da hab ich hinterher gesagt, hätten die alle eine Kluft angehabt, da wär mein Fernsehen gewesen, da wär mein Zeitung gewesen. Nee, jetzt stehen hier 1000 andere Dinge drauf, die wichtig und die ich da drüben auf der anderen Straßenseite kriege, ne.

Ich vermisse son bisschen die Traditionen, die da drin steckt, weil ich glaube, dass die im Handwerk ganz, ganz wichtig ist, ne. Und dass das nicht mehr gefördert wird, wenn Freisprechungen sind, dass die jungen Leute nicht in Kluft da stehen. Das das tut Ich bin selber kein Handwerker, aber das das tut mir körperlich fast weh, ja. Mhm. Weil es gehört für mich zu diesem Handwerk dazu, sondern ich muss ja nicht die alte Es gibt moderne Sachen, ja, die man anziehen kann, die immer denselben Zweck haben.

So, diese Zugehörigkeit zum Handwerk nach außen hin darzustellen, das ist das, was ich was ich son bisschen vermisse. Manchmal hab ich den Eindruck, wenn die Jungs so in 'ner Kneipe stehen, ist jetzt wahrscheinlich überzeichnet. Aber dass dass es ihnen fast schon bisschen peinlich ist, dass man dass man nur Handwerker ist. So, und das ist doch vollkommener Quatsch. Ich glaube nach wie vor, dass Handwerk goldenen Boden hat.

Ich seh's ja auch, wenn man's richtig macht, wenn man sich fortbildet. Und diese Dinge, die gehören noch mal unabdingbar dazu. Aber ich glaube, dass diese Mischung aus Tradition und Moderne, wer das son bisschen pflegt, ja, dann merken auch junge Leute, das ist 'n Team, was dahintersteht. So, und dieser Begriff ist ja heute ganz, ne. Es gibt ja auch nix Deutsches, was was Ähnliches ausdrückt, dass man dass man nicht alleine ist.

Und ich hab manchmal bei den jungen Leuten heute auch das Gefühl, dass die Angst vor der Zukunft haben. Also wenn ich mal gucke, ich weiß nicht, ob's das früher nicht gegeben hat, wie viel junge Leute heute mit Angstzuständen irgendwo behandelt werden müssen, ne. Weil sie, glaube ich, mit dem, was auf sie einprasselt über das die sozialen Netzwerke, über das Internet, weil sie damit nicht klarkommen, weil sie weil sie einfach Angst vor der Zukunft haben. Und ich stell mir dann so vor, wenn Du irgendwo reinkommst in sone starke Gemeinschaft und Du bist nicht alleine gelassen und Du kannst dich trotzdem entwickeln und Du kannst trotzdem ein Teil 1 modernen Technik sein, ne, wie sie ja heute im im Dachbereich durchaus zum Tragen kommt, dass das für die jungen Leute gut wäre, ne. Und deswegen, man, ich finde, man soll diesen diesen Traditionsaspekt nicht immer so oder gänzlich wegtun.

Der der ist nicht nur, sondern der gehört zum Handwerk zwingend dazu. Und wenn man wenn man das vernünftig miteinander kombiniert, dann kann man, glaub ich, auch jungen Leuten einen eine einen ganz attraktiven Beruf präsentieren, der es erstrebenswert macht, erlernt zu werden. So, und das ist das, was wir brauchen. Wir, das sind die Gedanken, die wir uns immer wieder machen, auch mit unserem Impulscamp, dass wir den Auszubildenden sagen, ihr seid wertvoll. Ne, also die Zeiten sind vorbei, wo der Auszubildende aufm Dach hängt, ja, und nur als Widerstand für die Kiste schrauben dient, die der Altgeselle nach ihm wirft.

Wir müssen heute umdenken. Wir müssen generell in der Mitarbeiterbehandlung umdenken. Meine Mitarbeiter hören jetzt mal weg, ne. Wenn wir es schon nicht schaffen, Jobs zu verändern, dann müssen wir aber das Arbeitsumfeld attraktiver gestalten. Weil wir werden alle in diese Situation kommen, das Fachkräftemangel, das ist schon mittendrin.

Ja. So. Also geht's ja nicht nur darum, Neue zu finden, sondern Alte zu binden, ne. So, und dafür muss ich ein entsprechendes Drumherum kreieren, was es angenehm macht, in diesem Unternehmen zu arbeiten. So, und da muss ich Das geht auch nicht von heute auf morgen, genauso genauso wie eine Betriebsübernahme, die geht auch nicht von heute auf morgen, ja?

Ich muss mich mal mit anderen austauschen. Was machst Du denn? Was machst Du? Was hast Du gemacht? Können wir vielleicht mal was zusammen machen, ne?

Können wir was über die Innung machen? Was auch immer, ne? Aber Tatsache ist, ich muss irgendwann damit anfangen. Und je schneller ich das tue, desto besser ist das heute, ne. Und das ist dasselbe mit flexiblen Arbeitszeiten, ja.

Wenn ich, hör ich auch häufiger, ich mach nur noch 5 Jahre, ich brauch das nicht mehr, ne. Was ist denn, ne? Wenn morgen 1 die Ecke kommt und der hat die Viertagewoche und der hat das eigene Bodybuilding Studio und der macht noch eine Reise jedes Jahr mit seinen Leuten. Und der sagt, das war auch und Du kriegst von mir auch 9 Euro und mehr. Und Du stehst morgen da und kannst keine Leute mehr.

Du musst es nicht umsetzen. Aber Du musst den Plan in der Schublade haben. Wenn die Leute bei dir vorm Schreibtisch stehen, dann musst Du die Schublade aufziehen und sagen, ich hab mir schon mal Gedanken darüber gemacht. Jetzt lass uns mal gucken, wie wir uns da annähern können. Und das ist 'n super Schlusswort.

Die Unternehmenskultur entsprechend darauf hin zu leiten, dass man zukunftsfähig ist. Ja. Das hat alles so gestaltet, dass man, wie Du auch grade sagst, noch mit dem Notfallplan dann eventuell dann zumindest mal in der Situation nur noch eingreifen kann. Vordenken. Uli, wir sind zum Ende gekommen oder wir sind Schade ja, klar akklimatisieren, ja, geradeaus zu schwitzen.

Ja, der heiße Schul ist, bisschen, hast Du über Schammeln an der Stelle. Uli, ich danke dir, dass Du hier gewesen bist und dass Du uns die ganzen Einblicke mal gegeben hast, sowohl ins Handwerk, in Industrie, bei euch auch mal son bisschen rein, dass wir son bei euch auch mal son bisschen rein, dass wir son son allgemeines Bild auch dadurch erlangen konnten. Noch mal vielen Dank, dass Du hier warst. Sehr gerne. Das war Uli Kainzinger hier bei uns im Studio.

Ich danke fürs zusehen und bis bald.

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