Cover: Andreas Krebs - mit Leidenschaft zum Beruf und dem Ziel, Jungen Menschen zu zeigen, wie wichtig Handwerk ist

Andreas Krebs - mit Leidenschaft zum Beruf und dem Ziel, Jungen Menschen zu zeigen, wie wichtig Handwerk ist

4. März 2025 25:18 Min. Zu Gast: Andreas Krebs
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Worum es geht

Andreas Krebs, Geschäftsführer einer Gerüstbaufirma, spricht über die Bedeutung der richtigen Einstellung zum eigenen Beruf und warum Leidenschaft für ihn schwerer wiegt als reine Bezahlung. Zugleich macht er sich stark dafür, jungen Menschen das Handwerk näherzubringen – denn ohne Handwerk gibt es keine Zukunft.

Das nimmst du mit

  • Die persönliche Einstellung zum Beruf ist entscheidend für Erfolg und Zufriedenheit im Handwerk.
  • Geld ist wichtig, aber nicht der essenzielle Antrieb für erfüllende Arbeit.
  • Nachfolgende Generationen müssen aktiv für das Handwerk begeistert werden.
  • Handwerk ist eine tragende Säule für die Zukunft der Gesellschaft.
Aus dieser Folge
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Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

Die wichtigsten Antworten

Wer ist der Gast dieser Folge?
Andreas Krebs, Geschäftsführer einer Gerüstbaufirma, teilt seine Sicht auf Beruf und Handwerk.
Welche Rolle spielt Geld für Andreas Krebs?
Für ihn ist die monetäre Leistung zwar wichtig, aber nicht das Entscheidende – die Einstellung zum Beruf steht im Vordergrund.
Warum ist ihm die Nachwuchsförderung im Handwerk wichtig?
Er ist überzeugt, dass das Handwerk jungen Menschen schmackhaft gemacht werden muss, weil es ohne Handwerk keine Zukunft gibt.
Wo kann man mehr erfahren?
Auf Instagram unter @handwerkspricht gibt es weitere wissenswerte Inhalte.

Zu Gast

Geschäftsführer einer Gerüstbaufirma

Andreas Krebs führt eine Gerüstbaufirma und setzt sich für die Begeisterung junger Menschen für das Handwerk ein.

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Transkript

Herzlich willkommen zu Handwerk, sprich Ihre Sendung, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Handwerk verbindet. Und heute ist bei uns Andreas Krebs. Andreas, Du hast einen Gerüstbaubetrieb. Du bist aktiv im in der Handwerkskammer auch. Wir haben uns grad schon mal 'n bisschen ausgetauscht.

Und wir wollen heute mal darüber sprechen, was dich so motiviert und antreibt, im Handwerk aktiv zu sein und wie Du die Zukunft so siehst. Aber stell dich doch bitte mal kurz vor und sag uns, was Du alles so machst. Ja, mein Name Andreas Krebs, 49 Jahre alt und ich bin Geschäftsführer in 1 Gyurusbaufirma, wie Du das schon gesagt hast. Was treibt mich an? Ich habe sehr viel Spaß an Arbeit, ja.

Und da muss ich sagen, das find ich, das treibt mich persönlich an und ich würde mir das auch für unsere nächste Generation wünschen. Und ich stecke viel Energie da rein, Jugendlichen mitzugeben, dass sie durchaus auch gucken können, woran sie Spaß haben, Mut haben. Und ja, wenn wir dadurch eine nächste Generation entwickeln, dann wär das großartig. Ja, ist ja 'n ganz, ganz komplexes Thema im Moment, wobei ein, wahrscheinlich ist jede Generation für sich gewissermaßen komplex. Aber grade haben wir ja so alle son bisschen das Gefühl, dass wir vielleicht auch gar nicht mehr die richtige Sprache sprechen, ne, so dass dass wir gar nicht nur so immer an die jungen Menschen rankommen.

Beziehungsweise vielleicht auch so durch dieses Thema der Akademisierung auch, dass Handwerk gar nicht so richtig wahrgenommen wird, ne. Also einmal so, wofür ist Handwerk überhaupt da? Aber auch, dass sich die Glaubenssätze ja total oder die Glaubenssätze, dass die gar nicht mehr gerechtfertigt sind, sondern dass es das Handwerk mittlerweile doch sehr viele Schritte sind, sondern dass es dass Handwerk mittlerweile doch sehr viele Schritte nach vorne gemacht hat, ob's die Vergütung ist, ob's ob's die Arbeitsweisen sind an sich. Und das ist son bisschen schade. Wie wie wie wie wie gewinnst Du das wahr?

Also ich bin vor etwas über 30 Jahren selber in der Situation gewesen. Und ich wollte auch nicht hören, also ich bin auch meinen Weg gegangen und nicht den, den man mal von mir erwartet hätte. Ja, und wie Du's sagst, ich glaube, der der Schlüssel liegt da drinnen, wir müssen die Sprache lernen, ne. Wir erziehen unsere Kinder heutzutage demokratisch. Wir wollen über alles reden.

Ja, und das müssen wir dann vielleicht auch beruflich tun, dass wir da drüber reden und abholen, statt immer zu erwarten und immer aufzudrücken. Immer aufzudrücken. Das ist, glaub ich, 'n Effekt des Wohlstands, den wir uns erarbeitet haben, aber die müssen wir jetzt auch leben, ne. Und wie gesagt, wenn wir halt auf Augenhöhe diskutieren wollen, müssen wir auch abholen. Ja, definitiv.

Und jetzt gab's ja, also zumindest mal in meinem Gewerk wieder neue Tarifverhandlungen. Und wenn ich mir jetzt anschaue, wie auch dann jetzt die die Ausbildungsvergütung zum Beispiel angepasst wird, damit auch da schon viel früher eine Attraktivität gestaltet wird. Ist das bei euch eine Branche auch so gewesen, dass ihr da jetzt auch anfangt, anzupassen, eben halt wirklich dann mehr Aufmerksamkeit auch über auch finanzielle Themen dann eben halt einfach zu erzeugen? Ja, also natürlich, das Geld spielt auch mit eine Rolle. Und ich denke, dass wir schon eine großartige Ausbildungsvergütung haben, zumindest wenn man sich an der Tarifflächen orientiert.

Aber unsere Aufgabe ist es auch, Werte zu setzen, dass es halt nicht nur ums Geld geht. Also Geld ist natürlich elementar und wichtig, aber neben dem Geld geht's eben auch eine gewisse Wertschätzung und eine den den eigenen Platz im Leben. Und da hab ich, denk immer, da ist das Handwerk wie gemacht, ne. Also wir sind eine große Familie. Und ich glaube, das kann eine 1 andere Branche, 'n anderer Bereich gar nicht abbilden, was wir so im Handwerk Ja, wir sind nah an den Menschen, ne.

Also ich sag mal, grade die Betriebe, sagen wir mal, bis bis bis 15, 20 Mitarbeitenden ist dann relativ einfach, wirklich nahe an den Menschen zu sein. Danach kommen son bisschen die Strukturen rein, dann gibt's vielleicht noch sone Zwischenebene, dann wird's son, ich will jetzt nicht sagen, 'n bisschen neutraler, aber es wird schon mal so sein, dass man auf jeden Fall als als Geschäftsleitung oder als Inhaber, Inhaberin wirklich dann auch mehr Wege suchen muss, immer wieder mit der Belegschaft auch in Kontakt zu kommen. Weil, sagen wir mal, in unseren beiden Fällen ist ja so die Baustelle, da sind wir vielleicht nicht mehr täglich unterwegs, weil wir halt andere Aufgaben haben. Also es muss eine andere Möglichkeiten suchen, eben halt im Kontakt zu bleiben und im Austausch zu bleiben, ne. Wie handhabst Du das bei dir, Betrieb?

Ja, das ist wichtig, ne. Der direkte Austausch, wie gesagt, es ist familiär muss das hergehen. Und natürlich, ich kenn jeden Mitarbeiter persönlich und freue mich auch, wenn ich die Leute vielleicht außerhalb der Arbeit irgendwo treffe und musst mich da nicht wegducken. Und ja, das ist, wie gesagt, das ist der große Unterschied, ne, wenn ich dann irgendwann 4, 5, 6 Ebenen im Unternehmen habe und die Geschäftsleitung gar nichts mehr mit der mit dem Personal zu tun hat, dann gehen halt Werte verloren, ne. Dann geht halt vielleicht nur noch übers Geld oder über die Freizeit oder Benefits oder was auch immer.

Aber so ist einfach schön, ne, dass auch die Persönlichkeit einfach mit eine Rolle spielt. Mhm. Mir ist wichtig, wie geht's den Familien? Wie geht's den Frauen? Wie geht's den Kindern?

Und das hat's und Hass natürlich in großen Konzernen gar nicht. Ja, genau. Jetzt haben wir eben über Vorurteile gesprochen. Jetzt gehen wir mal im Gerüstbau mal son bisschen gedanklich grade rein. 'N Vorurteil wär ja jetzt, arbeitssicherheitstechnisch natürlich da, ne.

Das heißt also, wenn man jetzt son Elternteil wäre, würd man sagen, Gottes willen, Du gehst kein Gerüst oder ist nicht sicher. Oder 'n anderes Vorurteil wäre, ich muss die ganzen Rahmen dann quasi die Leiter oder die Treppe hoch schleppen und keine Ahnung was. Das sind ja so die die Glaubenssätze, die ja noch manifestiert sind. Jetzt macht ihr ja auch unter anderem ja auch dann entsprechend Hebetechniken und so weiter bei euch im Betrieb. Das heißt also, wahrscheinlich habt ihr bestens organisiert.

Aber wenn wir mal grade in die 2 Vorurteile nehmen. Das, glaub ich, sind so die, die wirklich, die ja aus meiner Sicht auch noch kursieren. Wie wie reagierst Du darauf, wenn Du so was hörst? Kann ich ganz einfach entkräften, ne. Also der Markt hat sich entwickelt, deutlich entwickelt.

Die die Menschen haben sich verändert. Wenn ich jetzt mal 30 Jahre zurückgucke, das waren dann doch ganz schöne Hautdecken, die da rumgelaufen sind. Und jetzt läuft da wirklich vernünftiges Personal rum. Die Materialien haben sich weiterentwickelt, Querschnitte haben sich reduziert, Gewichte haben sich extremst reduziert. Ja, und denn natürlich haben wir natürlich auch Technologien für uns entdeckt.

Wir haben Bauaufzüge, wir haben Transportbühnen, da muss man nicht mal alles hochstecken. Also ich kann mich dran erinnern, als ich in den Neunzigerjahren anfing, musste ich das Material nur 4 Meter in die Höhe geben, ne. Da muss man lange Arme machen und das den ganzen Tag lang. Heute belegt man sonen Bauaufzug und fährt das mit 'ner Maschine hoch. Will ich gar nicht, dass Sie das machen.

Ja, ich find's cool, dass ich's noch gelernt habe, aber ich würd nie von meinen Mitarbeitern erwarten, dass die jetzt anfangen, da zu stecken. Und ja, ich glaube auch, dass wir auch inzwischen Platz haben für weibliche Handwerker, ja, dadurch, dass sich nun die Arbeitsbedingungen ja deutlich verbessert haben. Und wenn man ehrlich ist, viele Mädels deutlich tougher sind als manche Jungs. Und da denk ich schon, also ich würde gerne eine Mädchenkolonne, sone Frauenkolonne aufmachen und würde das unheimlich gerne fördern. Ja, wir haben ja schon den indirekten Aufruf hier.

Also alle Frauen und Damen, die es gesehen haben und die sich für den Gerüstbauer interessieren Herzlich willkommen. Können sich dann bei dir melden. Super. Das ist sehr gut. Auch zum Praktikum, ne.

Also wieder ausprobieren. Sehr gut, sehr gut. Und wie bist Du denn da hingekommen, wo Du heute bist? Lass uns mal son bisschen, ganz kurz mal in Richtung Fehlerkultur mal son bisschen eintauchen, weil ich bin der Überzeugung bin, man lernt tatsächlich langfristig nur aus Fehlern, die man gemacht haben, indem man sich dann wirklich analysiert, mal hinterfragt, was ist da passiert, warum wir so weshalb? Und dann hingeht und sagt, okay, jetzt können wir die und die Maßnahmen ableiten.

Hast Du da vielleicht 'n Beispiel für uns? Ja. Wie gesagt, ich bin mit 15, 16 bin ich ins Handwerk gestartet. Ich habe eine Maurerausbildung angefangen und ich fand's blöd. Ich fand das total blöd, ja.

Meine Mutter, meine Familie, die haben mir immer erzählt, Maurer ist 'n toller Beruf. Wir hatten noch 2 Maurer in der Familie und ja, gut bezahlt und lukrativ und toller Beruf. Man schafft was. Ich fand's blöd. Mhm.

Das ist am Ende. Aber ist 'n guter Hinweis, ne. Wenn ich da mal eingreifen darf ganz kurz. Das heißt, Du bist dem Handwerk trotzdem treu geblieben, nur Du hast halt gemerkt, dass der eine Branche nicht liegt und nicht dein Thema ist. Genau.

Ja. So, und dann, wie gesagt, dann war ich natürlich auch kein guter Maurer, muss man dazu sagen. Wenn man etwas nicht gerne macht, dann ist man in der Regel auch nicht besonders gut da drin. Und dann durften wir aber innerhalb der Ausbildung durften wir ab und zu mal 'n bisschen Gerüst bauen. Fand ich total Schaum.

Ja, und dann hab ich mich einfach mal in soner Gerüstbaufirma beworben und die hatte damals gesagt, okay, wenn der 'n Facharbeiter hätte, das war grade so der Anfang der Zeit, wo der Gerüstbau zum Ausbildungsberuf wurde, dann würde ich den nehmen. Dann hab ich eine Umschulung gemacht und dann bin ich Gerüstbauer geworden und nie bereut. Also es war wirklich der der beste und schönste Schritt in meinem Leben. Und dieser Beruf passt halt zu mir. Mhm.

Ja, ist ein hervorragendes Beispiel tatsächlich, wie dann aus soner Situation, wo man wirklich mal, ja, ist ja nicht, ist ja keine schöne Situation, ne. Du hast wahrscheinlich dann auch in dem im Rahmen der Ausbildung natürlich auch eine Phase gehabt, wo Du dachtest, geht nicht mehr, ne. Und Du willst beenden und so weiter, hast und dann gesagt, gut, ich ich zieh's durch mit 'nem klaren Plan dann dahinter, zu sagen, okay, ich hab da vielleicht das gefunden, was mir wirklich sehr gut liegt und und orientier mich dann auch dann entsprechend in die Richtung, ne. Ah ja, geplant war das wohl nicht so, aber ja. Ja, das haben wir im Laufe der Zeit, ne.

Du hast die Ausbildung ja dann gemacht und dann hast Du ja irgendwann gesagt, okay, ich geh jetzt rüber, ne und Wie gesagt, aber das war wirklich schon, ne, nachdem ich dann den, erst mal wusste ich natürlich nicht, also hat mir ja keinen hervorgebetet, sondern das hat sich einfach 'n Zufall. Und aber als ich dann angefangen habe, hab ich immer mehr gespürt. Und heute weiß ich, was ich damals gespürt habe, ne. Also das ist halt für einen jungen Mann mit Anfang 20 alles schwer zu greifen. Ja, kann ich absolut nachvollziehen.

Ja. Und und wie hat sich denn jetzt das Berufsbild verändert? Ist, nehmen wir mal das das Thema Digitalisierung mal mit rein, ne. Ist natürlich in dem in dem in dem Alltag der Baustelle, bei der Ausführung der Arbeit, ja, vielleicht nicht unbedingt Priorität an der Stelle, aber ich glaub, da kann man ja schon einiges machen. Kannst Du uns da mitnehmen?

Ja, also war sogar ganz entscheidend bei mir. Ich hab ja dann 2003 mit meiner Meisterausbildung angefangen und hatte damals schon sone kleine Computeraffinität. Ich hab gerne mit Excel rumgespielt und auch mit 'n paar Zeichenprogrammen. Und dies ist natürlich dann auch in der Meisterausbildung aktiv genutzt und versucht auch, meine Mitschüler, meine Begleiter da zu unterstützen. Und dann weiß ich, dass der Uwe Hirsch ist, 'n ehemaliger Gerüstbauunternehmer hier in Berlin, der wurde darauf aufmerksam.

Den hat gar nicht meine Gerüstbaukompetenz in erster Linie interessiert. Da hat er sich natürlich auch gefreut, dass da 'n junger Meister ist. Aber dieses dieses diese Computeraffinität, das war das, was ihn viel mehr gereizt hat. Und das war anders, dass er mich halt aufs Wismar weggeholt hat und ich 11 Jahre bei ihm Bauleiter sein durfte, ja. In in erster Linie, wie gesagt, die der Umgang mit dem Computer.

Und ich denke, das ist auch wichtig, ne, dass man über den Tellerrand hinausdenkt und nicht nur in seiner gewohnten Suppe sich dreht, weil ja, die Herausforderungen sind groß, die Geschwindigkeit ist enorm und wir müssen halt am Ball bleiben, ne. Wir müssen uns weiterentwickeln und ich sag mal, ich denke, da ist da 'n Haufen Potenzial drin der liegt. Ja, vor allen Dingen Arbeitsvorbereitung und Planung und so weiter. Wie macht ihr das? Wie handhabt ihr das jetzt heute?

Na ja, das, ich hab 3 Bauleiter, die fahren auf der Baustelle, die messen die Baustelle auf und da wird die Baustelle vorbereitet. Als ich in den Neunzigerjahren angefangen habe, hat der Chef gesagt, lade mir von allem etwas auf, fahr da mal hin und komm erst wieder, wenn fertig ist. Also ja, das war, von vornherein war die ganze Baustelle war 'n Kompromiss. Und wenn man jetzt mal bedenkt, wie sicherheitsrelevant das Arbeitsmittelgerüst ist, dann ist das halt blöd, wenn man da Jugend forscht und eigentlich den ganzen Tag nur bastelt. Es ist weder wirtschaftlich, noch am Ende bekommt man dadurch zufriedenstellende Ergebnisse.

Ihr haltet die am Laufen. Und wir sorgen dafür, dass ihr machen könnt, was ihr nun mal macht. Machen. Mit über 70 Zusatzleistungen für eure Gesundheit. Wie ist das denn mit der Fachregel eigentlich?

Wenn ich mir das dir vorstelle grad, Du sagst ja grade sicherheitsrelevant oder absolut sicherheitsrelevant. Kann man heute überhaupt noch so improvisieren auf der Baustelle? Also wenn man jetzt wirklich sagen würde, hier der LKW, fahr einfach raus, wir wissen nicht, was auf dich zukommt, ist das überhaupt umsetzbar? Das machen ja noch viele. Also ja, es kommt am Ende was bei raus, manchmal vielleicht auch brauchbar, aber oft ist es, wie gesagt, nicht mehr wirtschaftlich, ne.

Am Ende, wie gesagt, die Ressource Mensch ist inzwischen die teuerste Ressource. Und wenn der den ganzen Tag irgendwas rumbastelt und vielleicht dadurch 30 Prozent mehr Zeit braucht anstatt meiner vorbereiteten Baustelle, dann kann ich mir das gar nicht mehr leisten. Mhm. Ja, absolut. Aber die nächste Sache sind natürlich dann wie gesagt auch Sicherheitseinrichtungen.

Ich bin auch Sachverständiger und na ja. Ja, dann weißt Du ja, wovon ich spreche. Ja. Also manchmal schon noch abenteuerlich, ne? Genau.

Und das hab ich mir aufgegriffen. Also ich bin ja schon seit vielen Jahren in Erinnerung aktiv und durch Schule auch innerhalb der Branche. Und seit 2 Jahren schule ich auch meinen Kunden, meinen Nutzer. Was mir halt wichtig ist, dass die wissen, was sie von einem Gerüst zu erwarten haben, ne. Also man muss da Maßstäbe setzen und letztendlich erzieh ich dadurch meinen eher mäßigen Wettbewerb.

Ja. Ja, definitiv. Gibt's das denn noch, dass wirklich, ja, wie soll ich's jetzt, wie soll ich's jetzt vernünftig ausdrücken? Dass es wirklich in Anführungsstrichen Totalschäden gibt? Das heißt also, Gerüchte hingestellt werden, die gar nicht zu nutzen sind, wo man sagt, komplett rückbauen und noch mal einmal von 0 auf bis aufs Ganze neu aufbaut?

Ja, also die die Kunden, die ich bis jetzt schon schulen durfte, die spielen immer oft Bilder zu und sagen, guck mal hier, das geht ja gar nicht, ja. Das Blöde ist, dass der der Handwerker sich auf Probleme aufhält, die nicht seine Probleme sind und dass die dann da versuchen, irgendwie noch rumzukriegen, ja, bis zu dem Zeitpunkt, wo was passiert, ne. Mhm. Ja, aber diese Totalausfälle, die gibt es leider immer noch. Lass uns einmal kurz einen Exkurs machen, der mich jetzt persönlich auch interessiert.

Wenn die Gerüste müssen kriegen ja diesen Abnahmbeschein beziehungsweise diesen Schein, dass man's betreten darf. Und jetzt ist man das nachfolgende Gewerk, was auf dem Gerüst arbeitet. Und man ist vielleicht gar nicht so bewandert in dem Thema Gerüst und Sicherheitseinrichtungen, ne, zumindest mal, dass dann wirklich dann dieses Gerüstthema dann an sich betrifft. Und da gibt's ja sone gewisse Verlagerung auch der Haftung nachher, ne, beziehungsweise der Risiken, die Risikoverteilung. Habt ihr's richtig im Kopf, dass das so ist, wenn man dann die Nutzung nimmt, dass dann Also erst mal Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

Ja. Ja, also nur weil ich mich da vielleicht nicht so auskenne, heißt das nicht, dass ich da keine Verpflichtung habe und die Strukturen sind inzwischen megaeindeutig, ja. Also der Gerüstbauer, der das Gerüst erstellt, ist dazu verpflichtet, die die Abnahme zu durchzuführen, die Überprüfung durch eine befähigte Person. Und jeder Nutzer, nicht nur der 1., der kommt, sondern jeder Nutzer muss für sich noch mal eine sogenannte Augenscheinnahme durchführen, sicherzustellen, dass das Gerüst nicht nur vernünftig aufgebaut ist, sondern dass es auch zu den eigenen Arbeiten passt. Mhm.

Ja, also das perfekte Gerüst für den Dachdecker, das ist vielleicht das komplett falsche Gerüst für den Maler. Und wer das kann am wenigsten entscheiden kann, ist der Bauherr. Ja, ganz oft das Thema. Ja. Das ist auch 'n wichtiger Punkt, ne.

Also dass die verschiedenen Gewerke auch verschiedene Ansprüche definitiv auch haben an an son Gerüstbau. Nehmen wir mal 'n Fassadenbau auch noch mit dazu, ne. Der hat ja, wenn er großformatige entsprechende Fassadenelemente hat, dann hat er ja noch mal eine ganz andere Herausforderung als wie alle anderen, die dann da rumlaufen. Und das ist schon ist schon spannend. Und wie kann man sich denn da, wenn man jetzt 1 der der Gewerke ist, die dann das Gerüst in die Nutzung nehmen?

Was kann man was sollte man denn auf jeden Fall tun beziehungsweise welche Befähigung sollte man auf jeden Fall haben dann dafür? Also wie gesagt, man sollte seine Mitarbeiter, die man aufs Gerücht, ausbilden, dass sie eine qualifizierte Person darstellen und das Gerüst auch in Augenschein nehmen können. Aber im Vorfeld ist viel wichtiger zu wissen, was hab ich denn von dem Gerüst zu erwarten? Ja, wie breit muss es sein? Wie viel Lasten muss ich einleiten?

Das kann ja in der Regel nur das Gewerk selber erst mal wissen. Und die Sachen sind aufn Tisch zu legen. In 1 heilen Welt, wenn man jetzt sich mal unsere Vorschriften anguckt, sieht das so aus, dass der Bauherr, der eine Baumaßnahme plant, sich einen geeigneten Sigikon nimmt, die Baustelle komplett durchplant mitm Siegelplan Und dann wird geguckt, was brauch ich fürn Gerüst? Die Realität sieht genau andersrum aus, wir bestellen erst mal das Gerüst, dann kommt der SigIKO, dann kommt der Siegeplan. Und ganz oft stellen wir fest, das war am Ende das falsche Gerüst.

Nicht, weil das falsch aufgebaut wurde oder weil da irgendwas nicht vertragsgemäß war, sondern es war definitiv falsch bestellt. Mhm. Ja, das sind so die Themen, die dann tatsächlich auch, glaube ich, häufig vorkommen, ne. Das ist, also ich hab's Wahnsinn. Tanzbetrieb auch schon 'n paarmal erlebt, also wirklich das umgebaut werden musste dann auch, weil eben halt dann Themen nicht abgedeckt werden konnten oder eben halt die Arbeiten einfach nicht praktisch durchführbar waren, ne.

Also Aber inzwischen ist unser, unsere Berliner Gewerbeaufsicht da deutlich mehr hinterher. Mhm. Ja, also ich sag mal so, diese diese dieses Vorgehen ist ja vorgeschrieben mit 'ner Baustellenverordnung adressiert sich ganz eindeutig an den Bauherren. Und die sind im letzten Jahr stark umhergefahren und haben abgemahnt. Und die haben aktuell auch die 5 Prozent Regel, dass sie 5 Prozent alle kontrollieren müssen.

Okay. Und die Bauherren, die sich dem nicht stellen ordentlich, na ja, die müssen halt mit Sanktionen rechnen, ja. Ja. Baustopp. Von von 5 Prozent ist ja nicht wenig.

Das ist ja schon Und und wenn man jetzt mal guckt, ne, wenn da jetzt 'n Handwerker von der Baustelle weggeht, dann kommt der wieder. Ja. Sehr gute Überleitung. Kommen wir direkt zum Thema Fachkräftemangel. Wie sieht's bei euch aus im Gerüstbaubereich?

Na ja, ich sag mal so, das ist 'n bisschen. Wir wir arbeiten das, was wir an Leuten haben. Wir arbeiten unsere Baustellen ab. Ja. Wenn ich zu tun habe, dann sag ich meinen Stammkunden auch, momentan geht's nicht.

Oft ist es sogar so, dass die dann ihre Zeitpläne umgestalten, dass es dann doch wieder geht. Und ja, also wenn wenn die Baustellen wenigstens so losgehen, wie sie geplant sind, was ja mitunter mit Verschiebung und so weiter dann schon eine große Herausforderung ist, bin ich der Meinung, dann backen wir eben ein Brötchen weniger. Wir wollen ja nächstes Jahr auch noch Arbeit haben, ne. Also man kann das ja auch 'n bisschen vor sich herschieben, wir müssen ja nicht alles in einem Jahr abarbeiten. Und und somit denk ich mal, wir unsere Aufgabe ist es, Jugendliche abzuholen, Jugendliche zu begeistern.

Ansonsten stehen wir morgen wirklich da und dann haben wir wirklich 'n Fachkraftmangel, weil gar keine mehr da ist. Ja, ja, definitiv. Jetzt sparst Du grad die Jugendlichen an. Ich hab hier nur 'n Stichwort mir aufgeschrieben, Berliner Schulpate. Kannst Du uns da noch was zu sagen, was das war und was Du da machst?

Ganz tolles Projekt, bin ich seit 2018 unterwegs. Das ist eine Tochtergesellschaft der Handwerksfirma Berlin. Mhm. Unterstützt durch den Senat und beinhaltet, dass ausgebildete, sozialaffine Personen Wirtschaft mit Schule verbinden. Das ist auf der einen Seite sind das Schulbesuche.

Mhm. Das ist wie Speed Dating. Dann sitzt man in sonem Klassenzimmer und dann hat man so 4, 5 Jugendliche, die dann in in eine Runde gehen. Und dann hat man so immer so 15 Minuten Zeit, denen zu erzählen, was ihr eigen der eigene Beruf ausmacht. Und dann kommt im Nachhinein noch mal 'n Betriebsbesuch, wo die Klasse dann zu mir in eine Firma kommt und so's alles sieht.

Die dürfen dann auch 'n kleines Gerüst aufbauen, 50 Zentimeter hoch und die sind megabeeistert. Ja, und ich hab ja noch 'n Patenstoffsprojekt. Das hab ich vor 2 Jahren gestartet. Mhm. Und das heißt, Unternehmen mit Klasse.

Dafür hab ich letzte Woche auch den das Ausbildungsast 20 24 bekommen, bin ganz stolz drauf. Ja, herzlichen Glückwunsch dafür. Vielen Dank. Und das ist halt angeknüpft dadran, ich übernehm eine Patenschaft 1 siebten Klasse und begleite die bis zu zehnten durch. Ich bin praktisch eine weitere Säule in der Berufsorientierung, in der schulischen Ausbildung und hab da die Möglichkeit, die Kinder abzuholen.

Ich kann diese Brücke bauen von Schule zu beruflichem Alltag. Ja. Weil ich hab festgestellt, dass ganz viele Schüler, die in der zehnten Klasse sagen, ich mach jetzt doch 'n Abitur, die machen das gar nicht, weil die Eltern das wollen. Die die Schüler heutzutage sind gar nicht so viel anders als sie vor 30 Jahren. Das, was die Eltern sich wünschen, ist das eine, was wir machen, ist das andere.

Aber sie machen das Abitur, weil sie noch nicht bereit sind, also richtig für die Arbeit, weil sie noch eine gewisse Angst verspüren vor dem, was sie da erwarten könnten. Und der Hafen Schule ist für sie greifbar, ja. Schule ist zwar blöd, aber das ist kontrolliert blöd. Und wenn man jetzt noch 3 Leute findet aus seinem Freundeskreis, die auch mit diesem Weg gehen, dann machen die lieber 13 Jahre Schule. Mhm.

Als dass sie jetzt sagen, ich geh raus und mach eine Ausbildung. Und da liegt halt die Aufgabe, ne, wir müssen die Brücke bauen, wir müssen die Hemmung abbauen, wir müssen aufklären, wir müssen auf Visionen und Träume pflanzen. Mhm. Und dann werden wir sie bekommen dann, ja. Das hat vor 30 Jahren geklappt, das hat vor 50 Jahren geklappt und das klappt auch heute, Mhm.

Weil wenn man sie dann erst mal begeistert Und ich hatte in meiner Patenklasse hab ich Leute bei, die sagen, oh ja, Gerüstbau kann ich mir vorstellen. War zwar nicht das Ziel, das ich gestartet habe, sondern meine Aufgabe sehe ich da drinne, den Schülern zu erzählen, macht das, was euch Spaß macht. Und wenn ihr mir sagt, wo ihr reinschnuppern wollt, wenn ihr eure Wünsche definieren könnt, dann mach ich mein Telefonbuch auf, 1600 Kontakte und ich ruf jeden an. Ich ruf auch dich an und frag, ob Du ihren Praktikantnamen möchtest. Sag mir noch mal eben, wie die Initiative heißt.

Unternehmen mit Klasse. Hört sich gut an. Das ist auf jeden Fall ein Projekt, was man auf jeden Fall nachahmen sollte. Also es ist auf jeden Fall Und es macht mega Spaß und kostet mich insgesamt, sag ich mal, ungefähr 30 Stunden im Jahr. Ja gut, das ist überschaubar.

Ja, definitiv. Ja, schon. Ja, also ganz tolle Geschichte. Andreas, hast Du für unsere Zuschauerinnen und Zuschauer einen Tipp mitgebracht, einen Hack, den den Du gerne weitergeben möchtest? Also positiv, ja.

Das Schlimmste, was man nicht was man tun kann, ist, nichts zu tun. Ja, man muss Wege gehen, man muss losgehen, ja. Man kann auch falsche Wege gehen, dann biegt man halt wieder ab oder man geht auch vielleicht 'n Schritt zurück, das ist kein Problem. Aber doch, man muss sich ausprobieren. Man muss immer wieder gucken, wo die Grenzen sind und auch die Grenzen infrage stellen, ne, weil man entwickelt sich.

Ich hab 'n schönes Beispiel. 'N Jugendlicher zum Beispiel, ich merk das halt so durch diesen Kontakt sehr doll, erzählt mir, ah nee, das kann ich nicht. Dann guck ich den an und sag, woher willst Du heute mit 16 Jahren wissen, was Du alles kannst? Ja, da wirst Du in den nächsten Jahren, wirst Du so viel in dir entdecken, was was Du alles wirklich kannst oder was Du erlernen kannst. Und von daher, nee, setz deine Latte niemals so tief, ja?

Immer immer zu sehen, dass man sich auch selber fordert. Mhm. Ich glaube, das ist auch der Schlüssel, wo man dann halt aktiv und jung bleibt. Wenn man irgendwann dahin stagniert und sagt, ich hab alles erreicht und ich brauch nicht mehr, das wär ja dann der Moment, wo's bergab geht. Ja, den zähl ich auch noch nicht.

Ja. Und wenn wenn man das macht, denke ich, dann ist erfolg zwangsläufig, ne? Ja, ja. Man wird auch Enttäuschung einfahren, aber das gehört genauso dazu und die braucht man ja auch, damit man den Erfolg schätzen kann, ne. Ja, definitiv, definitiv.

Wie siehst Du denn die Positionierung des Handwerks in der Gesellschaft? Ist das Handwerk richtig positioniert oder könnte sich das noch verändern, optimieren, wie auch immer? Na ja. Ich sag mal, ich als Handwerker sage, wir als Handwerker haben das Ganze sehr stiefmütterlich behandelt. Und wir haben irgendwo den Anschluss verloren, die Akquise zu betreiben.

Sag ich mal, in den letzten 5 Jahren sind viele wach geworden, da gibt's tolle Initiativen. Und ja, also wir müssen uns selber positionieren, ja. Die Handwerkskammer kann so was begleiten. Eine Erinnerung kann so was begleiten, aber ich denk mal, die Branche an sich muss sich darstellen und positionieren. Und wenn man das als Handwerker macht, dann wird man auch wahrgenommen, also ja.

Wir werden die Handwerker immer brauchen und ich freu mich auf den Tag, sag ich jetzt mal so, wo ich als Handwerker mit Blaulicht durch die Stadt fande. Da bin ich dabei. Ich komm dann, unterrufst Du mich bitte vorher an, da komm ich dazu und das das möcht ich miterleben. Ja. Andreas, herzlichen Dank, dass Du bei uns gewesen bist für diese kurzweilige Sendung, die wir jetzt hier zusammen gemacht haben und die ganzen Einblick, die Du uns gegeben hast.

Vielen Dank. Ihr liebe Zuschauer, das war Andreas Krebs. Herzlichen Dank fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.

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