Kerstin Feix - Vizepräsidentin mit dem Motto 'Starke Frauen, Starkes Handwerk'
Worum es geht
In dieser Folge von HandwerkSpricht ist Kerstin Feix, Vizepräsidentin der Handwerkskammer, zu Gast. Unter dem Motto 'Starke Frauen, starkes Handwerk' spricht sie über den Auslöser und die Ziele ihrer Kampagne, mit der mehr Frauen für handwerkliche Berufe begeistert werden sollen. Es geht um Entwicklungsmöglichkeiten und darum, Frauen zu ermutigen, auch Führungsrollen zu übernehmen.
Das nimmst du mit
- Das Handwerk braucht gezielt starke Frauen, um Fachkräftepotenziale und Vielfalt zu nutzen.
- Handwerkliche Berufe bieten Frauen konkrete Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.
- Frauen sollten ermutigt werden, im Handwerk auch Führungsrollen zu übernehmen.
- Eine gezielte Kampagne kann helfen, mehr Frauen für handwerkliche Berufe zu begeistern.
Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!
Die wichtigsten Antworten
Zu Gast
Kerstin Feix ist Vizepräsidentin der Handwerkskammer und setzt sich unter dem Motto 'Starke Frauen, starkes Handwerk' dafür ein, mehr Frauen für handwerkliche Berufe und Führungsrollen zu gewinnen.
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Transkript
Herzlich willkommen zu Handwerk spricht, Ihrer Sendung, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die man Handwerk verbindet. Und heute haben wir Besuch aus Dortmund hier bei uns. Kerstin Feix, herzlich willkommen, dass Sie hier sind. Frau Feix, Sie haben ein Autohaus, Sie sind Vizepräsidentin der Handwerkskammer Dortmund und sind engagiert im Bereich starke Frauen, starkes Handwerk. Erzählen Sie uns doch mal kurz noch was über sich und sagen Sie mal, wie was ist das für eine Kampagne und wie's dazugekommen ist?
Ja, erst mal herzlichen Dank für die Einladung. Ich freu mich, dass ich heute hier sein darf. Ich bin, also ich leite ein Autohaus, ein Mehrmarkenautohaus mit 3 Standorten in Bochum und in Witten. Und unser Bereich gehört zur Handwerkskammer Dortmund. Da bin ich ehrenamtlich als Vizepräsidentin aktiv und ich unterstütze also die Kampagne starke Frauen, starkes Handwerk.
Die ja, Auslöser für die Kampagne ist, dass die Frauen im Handwerk noch nicht ganz so zahlreich vertreten sind, wie es in der Gesellschaft der Fall ist. Und dass die Anzahl der Frauen, die eine Ausbildung machen, dass dieser Anteil ein bisschen rückläufig ist. Und dafür haben wir eine Kampagne gestartet, einfach mehr Frauen ins Handwerk zu bringen, den Frauen mehr Möglichkeiten aufzuzeigen, wie spannend dort die Berufe sind, aber auch, Frauen zu ermuntern, sich weiterzuentwickeln und auch als Führungskraft sich etablieren zu können. Ja, ist eine ganz wichtige Aufgabe an der Stelle. Es ist ja nicht nur im Sinne des Fachkräftemangel eine wichtige Aufgabe, sondern auch generell einfach eine wichtige Aufgabe, dass dass wir auch da in den Berufen im Handwerk auch wirklich eine ja, eine Ausgewogenheit hinbekommen, ne.
Und und vor allen Dingen auch zeigen, wie gut die Berufe mittlerweile sind und aber auch für alle Geschlechter sozusagen. Wo sind denn die Hürden Ihrer Meinung nach? Also ich seh gar nicht so viele Hürden, ich seh eigentlich mehr Chancen. Und sofern es noch Hürden gibt, manchmal ist es so, dass jungen Frauen auch die Vorbilder fehlen, dass sie vielleicht gar nicht wissen, ach, das sind Berufe, die gibt es. Und auch ich als Frau kann da mitmachen.
Und deshalb haben wir zum Beispiel auch Gesichter für die Kampagne ausgewählt, nämlich echte Handwerkerinnen, insbesondere auch in technischen Berufen, die noch nicht so stark mit Frauen besetzt sind, es zu zeigen, was gibt es und dass es auch möglich ist. Also im Sinne von Vorbilder für die jungen Leute, dass auch die Mails erkennen, das sind ja ganz tolle Möglichkeiten, wo ich teilhaben kann. Es ist aber auch wichtig natürlich, das Umfeld mit zu informieren, Denn bei der Berufswahl, da spielt ja auch die Familie eine ganz wichtige Rolle, so wie die Schulen mit den Lehrern. Und auch dort möchten wir natürlich Bekanntheit steigern, damit auch diejenigen, die Einfluss nehmen, auch eine Unterstützung geben und sagen, ja, das sind doch ganz tolle Berufe, dann mach das doch. Weil viele Berufe sind gar nicht mehr im Umfeld so bekannt und umso wichtiger, dass sie gezeigt werden, weil auch Bilder sind natürlich ganz wichtig, nicht nur Worte, sondern Bilder.
Und da haben wir eine Kampagne mit Gesichtern, wo also echte Handwerkerinnen dann auch die Bilder, die die Personen in dieser Kampagne darstellen, Sichtbarkeit zu zeigen. Ja, Sichtbarkeit ist ja heute die Währung schlechthin, ne. Deswegen definitiv der Marketingansatz, der auf jeden Fall wichtig und richtig ist. In welchen Berufen stellen Sie da am meisten fest, dass da noch Frauen fehlen? Wo wo wo riechst dann so die Quote?
Wie ist so die Aufteilung? Also in den technischen Berufen ist es leider so, dass da noch nicht so viele Frauen präsent sind. Ich selber bin jetzt ausm Kfz Bereich und dort sind die Frauen noch nicht so stark. Wir haben jetzt zufällig im aktuellen Ausbildungsjahr was neu gestartet ist, 2 Frauen von 3 Auszubildenden. Mhm.
Das ist aber auch mehr Zufall geworden. In den letzten Jahren war das nicht so der Fall. Es sind vorrangig die technischen Berufe, die also traditionell mehr von den Männern besetzt wurden. Und da wollen wir Sichtbarkeit erreichen. Dachdeckerin, Zimmerin, also grade die Berufe, wo man immer nur die Männerrolle bislang auch so wahrgenommen hat.
Und auch in den anderen Berufen ist es natürlich wichtig, aber es geht die technischen Berufe. Und es ist ja so, das ist ja so spannend und interessant, was man lernen kann. Das sind hochtechnische Berufe und das ist eine Chance, wenn man da teilhaben kann. Und auch an dem Fortschritt, wenn man einen Beitrag leisten kann und es wäre schade, wenn den Frauen das entgeht. Und deshalb wollen wir das gerne zeigen, dass für je die Möglichkeiten da sind und die Türen offenstehen.
Und wenn ich noch 1 ergänzen darf, es ist natürlich auch wichtig, dass die Betriebe sensibilisiert werden, denn sie haben nach den möglichen Hürden gefragt. Und auch bei manchen Firmen ist es so, dass sie vielleicht meinen, ach, wir haben so viel Regeln und Vorgaben. Und wenn ich da jetzt auch noch wieder extra was berücksichtigen muss, nach dem Motto, jetzt hab ich da eine Frau an Bord, dann ist das vielleicht schwieriger. Aber da gibt's ja auch die Beratung von der Handwerkskammer Dortmund, die dann die Betriebe unterstützt, sei es bei den Stellenanzeigen. Wie kann ich das bildlich auch besser darstellen, dass ich auch Frauen einlade, auf eine Stellenanzeige zu reagieren?
Wie kann ich eventuell ja, die die Voraussetzungen schaffen? Das gilt auch mit kleinen Mitteln, damit ich auch Frauen an Bord nehmen kann. Und da gibt's also auch eine Beratung, die sehr hilfreich sein kann für die Firmen, die vielleicht jetzt noch die sehr hilfreich sein kann für die Firmen, die vielleicht jetzt noch überlegen, ah, sind da irgendwelche Schwierigkeiten oder zusätzliche Auflagen? Also auch in dem Bereich sind wir aktiv und unterstützen dann gerne die Firmen. Ja, das ist auch sehr wichtig, glaub ich, ne.
Wenn wenn dann wirklich noch in irgendeiner Form Bedenken da sein sollten, dann dass man wirklich eine Ansprechstelle hat, ne. Dass man irgendwo hingehen kann und sagen kann, wie ist das? Was hilf mir mal bitte, ne? Geben mir mal eine 1 Grundeinweisung. Jetzt sprachen Sie ja grade in 'n paar Berufsgruppen an, Dachdeckerin und Zimmerin und so weiter.
Grade da in den Berufen hab ich in den letzten Jahren festgestellt, es sind ja doch sehr viele Frauen aktiv, zumindest mal sehr viele Frauen aktiv, die auch sehr laut sind. Zumindest mal, die wirklich, wo man wirklich merkt, dass die richtig stolz auf ihren Beruf sind und das auch richtig kundtun, ne. Also und die Dachdecker Mädels zum Beispiel, ne. Jetzt mal ein Stichwort, da muss man ja sagen, da ist ja viel mehr Energie, wenn man so schaut, als wie bei den Männern. Ja, das nehm ich auch sehr positiv wahr.
Und das ist ganz wichtig, weil die auch in den sozialen Medien sehr stark vertreten sind und dann eben als Vorbild auch unterwegs sind. Und ich glaub, dadurch können wir auch sehr viele junge Menschen erreichen, die einfach sagen, ja, ist klasse, macht Spaß, hab ich Bock drauf? Möcht ich auch machen. Und das sind eben ganz, ganz wichtige Personen, grade weil's auch die jungen Leute sind, dass wir dadurch auch zeigen, kommt zu uns, komm ins Handwerk. Es gibt tolle Möglichkeiten und es ist ja auch das Miteinander im Handwerk, nicht nur das Fachliche, sondern auch das Miteinander, was im Handwerk besonders wertvoll ist.
Ja, und das wird da anders gelebt aus meiner Kindheit. Also wenn ich das so sehe, es gibt ja bei den Männern oft so dieses, ja, ist ja selbstverständlich, das ist mein Beruf, aber es ist auch nicht mehr als mein Beruf. Und grade bei den Damen stell ich halt immer fest, da ist halt so viel Energie und so viel Enthusiasmus und so viel Wille auch wirklich, in die Kommunikation zu gehen, das nach außen zu tragen, den Berufsstand nach vorne zu bringen. Aber auch natürlich die die Frauen wieder mehr in den Mittelpunkt auch zu leben da an der Stelle, einfach zu sein, wenn ihr das wollt, dann könnt ihr das und der Weg steht euch frei. Und das finde ich sehr bemerkenswert, denn bei den Männern ist das leider son bisschen verloren gegangen, ne?
Ja, da sind die Frauen besser unterwegs. Ja. Das freut mich auch. Und wenn wir dadurch eben viele motivieren können, dann auch noch mit ins Handwerk zu kommen und ich denke mal, es werden ja nicht nur Frauen animiert, wenn jetzt eine Frau sagt, Mensch, super Job, macht Spaß und macht das doch auch. Wir erreichen ja auch die Jungs.
Natürlich. Es ist ja es ist ja eigentlich nur 'n Beispiel dafür, dass man das auch als Frau erreichen kann, aber es ist ja egal, ob Frau, ob Mann, auch die die jungen Männer erreichen man natürlich durch die Kampagnen. Und wenn's die Frauen dann in dem Fall besser machen, ne, umso schöner ist das Ganze. Ja, definitiv. Jetzt sprachen Sie ja schon an.
Sie sind ja auch eigentlich in 1 Männerdomäne, ne. Auto Autos sind ja immer die Spielzeuge der Männersach, heißt's ja immer so schön. Wie sind Sie denn dahin gekommen, dass Sie jetzt heute 3 Autohäuser führen? Und vor allen Dingen, hatten Sie, hatten Sie's immer einfach in Anführungsstrichen? Oder wo waren denn bei Ihnen die Probleme, die Sie hatten, als Sie eingestiegen sind?
Also ich führ jetzt das Autohaus in dritter Generation. Die Firma Autohaus Fikes gibt's hier seit 96 Jahren. Und es ist also ein Familienbetrieb. Ich bin also dadurch reingekommen, dass mein Vater das Unternehmen geführt hat, aufgebaut oder gegründet wurd's durch den Großvater mit einem Kompagnon. Und dadurch bin ich also in die Welt vom Autohaus so ein bisschen mit reingeboren worden.
Es war aber nicht vorgesehen, sondern es hat sich dann so ergeben. Mhm. Ich bin über die kaufmännische China ins Autohaus gekommen und leite jetzt eben diesen Handel Handwerksbetrieb. Und es war nicht immer einfach. Zu meiner Zeit war's deutlich schwieriger, würd mal sagen.
Da war man absolute Exotin, wenn man also eine Führungsposition innehatte als Frau und dann auch noch ja, in in der Männerwelt. Aber es war unterschiedlich, je nachdem, auf welcher Ebene. Also innerbetrieblich war das überhaupt kein Thema, weil da wurde man ganz schnell akzeptiert, auch durch die fachliche Ebene. In der Zusammenarbeit mit der Autoindustrie, da war es etwas schwieriger, weil die sehr konservativ zu der Zeit unterwegs waren. Und im Händlerumfeld, da waren halt auch vorrangig dann Männer, aber da wurde man akzeptiert.
Und das ist ein gutes, faires Miteinander. Und grade im Handwerk würde ich mal sagen, da ist es ja immer ein 1 sehr direktes, ehrliches Miteinander. Das das mag ich sehr. Mhm. Manchmal 'n bisschen robuster in der Aussprache, aber ein sehr, sehr herzliches Miteinander.
Und da freu ich mich, dass es heute deutlich besser geworden ist, dass also auch mehr Frauen in dieser Branche angekommen sind und auch in Führungspositionen vertreten sind. Noch nicht ganz so viele, wie's vielleicht schön wäre, aber dann sollte man sich nicht stören, sondern eben dran arbeiten, dass es besser wird. Und insofern, ja, es ist ein Lehrgang und wir sind im Heute, da sind die Möglichkeiten deutlich besser. Und ich kann nur einladen, auch als Frau das so zu machen. Das heißt ja eigentlich so, Sie haben schon einen gewissen Wandel ja miterlebt und daraus vielleicht auch son bisschen die Motivation auch für die Kampagne noch mal entsprechend wahrscheinlich dann entwickelt, ne, das mitzunehmen.
Welche welche Erfolge haben Sie denn schon erzielt mit der Kampagne? Das ist schwierig zu messen. Da wurden wir auch schon mal angesprochen, denn wir haben jetzt nicht den Vergleich, was wäre ohne Kampagne? Mhm. Also wir können feststellen dadurch, dass wir auch Kooperationen eingehen, zum Beispiel eine Werbekampagne mit den BVB Damen, das auch zu verstärken und Synergien zu nutzen in der Aufmerksamkeit, dass wir sehr viel positives Feedback bekommen, auch nicht jetzt nur aus dem Kammerbezirk der Handwerkskammer Dortmund, sondern auch aus anderen Teilen von Deutschland.
Aber es ist sehr schwierig zu messen, was wäre jetzt ohne die Kampagne? Und wichtig ist ja, dass man nicht jetzt eine 1 Einmalsache macht, sondern dass die Kampagne weiterlebt. Die Kampagne ist in im Jahr 20 22 gestartet worden und Handwerk ist Zukunft. Es ist smart, vielfältig und verdient Respekt. Wir kämpfen für ein neues Image und für die nächste Generation von Fachkräften.
Zusammen machen wir das Handwerk zu einem der besten Arbeitsplätze der Welt. Wir machen immer wieder neue Aktionen und immer wieder neue Gesichter mit Handwerkerinnen, die Kampagne auch weiter interessant zu halten. Und grad die jungen Frauen sind also im Social Media Bereich sehr aktiv, dann multipliziert sich das auch. Und vielleicht wird dadurch auch die ein oder andere Frau angesprochen, die sonst nicht ins Handwerk gegangen wär. Aber eine 1 Messung, dass man sagen kann, so viel Prozent oder so viel Personen, das ist uns leider nicht möglich.
Wir Ja. Wollen jedenfalls die Kampagne weiterführen. Und jedes Jahr kommen neue Gesichter dazu und dadurch multipliziert sich das Ganze. Ja, die die Kooperation mitm BVB, die mit den Damen der BVB, des BVBs hab ich gar nicht gewusst, ist 'n interessanter Punkt. Ist vor allen Dingen auch 'n cleverer Schachzug, denn die Damen im Fußball haben ja ein ähnliches Thema wie wie eben halt die Damen im Handwerk, ne.
Ja, das sind Synergien, dass einfach Frauen stark sind und auch etwas schaffen, was vorher vorrangig die Männer so innehatten in der Wahrnehmung. Und das ist eine gute Kooperation und der BVB ist ja auch eine Marke. Ich selbst komm jetzt aus Bochum, aber der BVB hat halt viele Anhänger. Und da ist das eine 1 sehr gute Sache, denk ich, dass man Synergien nutzen kann. Ja, definitiv, definitiv.
Frau Falks, wir haben ja eben schon drüber gesprochen, dass Sie in der Führung des Autohauses ja dann irgendwann ja, mehr oder weniger die Übernahme gemacht haben, ohne dass es vielleicht auch mal irgendwann angedacht war, ne. Sie sagten, ja, das ist ist vielleicht 'n Umweg gewesen, der da stattgefunden hat. Was ist Ihnen denn heute in puncto Führung besonders wichtig? Was was machen Sie vielleicht auch anders als Kollegen und Kolleginnen, die in anderen Autohäusern unterwegs sind? Also wir sind ein mittelständisches Autohaus mit 3 Standorten und in der heutigen Zeit gibt's sehr viel Autohausketten.
Und bei uns, da menschelt es sehr. Also der Faktor Mensch ist bei uns ganz wichtig und wir haben eine ganz tolle Truppe an Bord und das Miteinander. Das ist mir immer sehr, sehr wichtig, dass wir respektvoll miteinander umgehen. Und ich trau unseren Mitarbeiter halt auch ganz viel zu und Mitarbeiterinnen natürlich auch. Ich trau denen was zu.
Ich sag mal, wir haben Mitarbeiter und die können auch entscheiden. Bei uns ist eine ganz flache Hierarchie. Das ist unüblich, aber das funktioniert. Und ja, wir wir respektieren uns und ich habe sehr, sehr viele langjährige Mitarbeiter an Bord, weil die es auch schätzen, wie man miteinander umgeht. Also jeder macht man Fehler, aber dann spricht man drüber und man geht vernünftig miteinander Wir haben eine sehr ehrliche Art miteinander ja, im im Tagesgeschäft umzugehen und das funktioniert einfach.
Wir sind so ein bisschen atypisch in unserer Größe, mitten im Ruhrgebiet dann noch mit 3 Standorten, aber es funktioniert. Und es sind die Mitarbeiter, die das ja auch zu dem gemacht haben, was wir heute sind. Und wir entscheiden vieles gemeinsam. Geht's zum Beispiel neue Auszubildende, dann mach ich die Vorauswahl. Aber bei uns kommt nur jemand an Bord, der vorher mal 'n paar Tage reingeschnuppert hat.
Und dann entscheidet die Belegschaft bei uns, weil die können's viel besser entscheiden, ob 1 zupacken kann, ob 1 zupacken will, ob er Interesse hat, ob er Fragen stellt, ob er weiterkommen will. Und grade im Handwerk, da kann man zwar nicht plaudern, aber am Ende ist es in der Werkstatt relevant, ob's funktioniert. Und dann entscheidet bei uns die Belegschaft, wenn die sagen, passt, dann gibt's eine Zusage. Und wenn die sagen, ist nicht so gut, dann gibt's die Absage. Also wir machen sehr viel gemeinsam.
Mhm. Ja, das ist auch moderner Führungsansatz, den Sie da gewählt haben. Und er macht ja auch Sinn. So kommt's zumindest mal nicht dazu, dass man sagt, ja nee, mit dem möcht ich nichts oder mit der möcht ich nichts daran arbeiten. Sondern man hat ja vorher dann die Möglichkeit gehabt, sich da entsprechend mit auseinanderzusetzen.
Ist Und ganz sehr positiv. Und es ist ja ganz wichtig, wie geht man miteinander Wie tickt man denn? Ja. Und da wir wirklich eine ganz tolle Truppe haben, die sich auch unterstützt, wenn jemand Hilfe braucht, ja, dann dann ist der eine für den anderen auch da. Da kommt auch nicht jeder bei uns rein.
Das muss dann auch menschlich passen, Mhm. Dass man sagt, ja, das ist 1 aus der Falkstruppe und den wollen wir gerne aufnehmen. Weil das ist ein Zusammengehörigkeitsgefühl und das ist, glaub ich, schon was Besonderes. Ja, definitiv. Wie ist denn sone Aufteilung?
Wie kann man sich das vorstellen im Autohaus zur Verwaltung, zur Werkstatt zum Beispiel? Wie wie viel Personal hat man im in 'nem Autohaus? Also wir sind insgesamt 56 Personen. Die Verwaltung ist recht klein. Die starke Truppe, das sind die Mitarbeiter im Werkstattbereich, ich sag immer, im Herzstück.
Mhm. Ja. Und dann haben wir natürlich, ich geh mal die Abteilungen durch, wir haben den Vertrieb, wir haben die Fahrzeugdisposition und dann haben wir den Service. Dazu gehört dann die Serviceannahme, die Werkstatt und dann gibt's noch den Teilzubehörbereich. Und die meisten Mitarbeiter sind im großen Bereich Service, also Serviceannahme, Werkstatt, Teilezubehör im technischen Bereich, wo wir dann eben die Autos warten und reparieren.
Und da ist dann der größte Anteil. Ja. Jetzt hat sich ja auch dieses Berufsbild in den letzten Jahren wahrscheinlich sehr massiv geändert. Es war ja mehr maschinen ja mechanisch vor einigen Jahrzehnten noch. Heute sind wir ja im Auto ja auch sehr elektronisch unterwegs.
Wie war die Umstellung für Sie? Wie was haben Sie mitbekommen, so auch aus der Werkstatt heraus? Also es ist ein 1 permanenter Entwicklungsprozess bei uns und das ist das Spannende im Kfz Bereich, dass ja jeden Tag fast was Neues kommt. Ja, die Autos, die entwickeln sich weiter, das ist immer Hightech. Und wo man früher mehr mechanische Arbeiten durchgeführt hat, ist heute sehr, sehr viel Elektronik, sehr viel Kopffarbeit.
Mit Testern wird gearbeitet. Und es reicht ja auch nicht, da einfach nur den Stecker reinzupacken, sondern man muss ja verstehen, wie sind die Schaltpläne? Was sind das für Ursachen, warum vielleicht der Defekt ist? Und die Anforderungen an den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin im technischen Bereich, die sind deutlich gestiegen, ja. Wir qualifizieren ja permanent auch weiter.
Es ist also so, mit der Ausbildung startet man, aber dann geht's eigentlich erst richtig los. Und das ist das Interessante. Und dann hat der eine mehr Interesse an der Elektronik, ja, eine vielleicht mehr an noch mechanischen Sachen. Mhm. Aber es geht in Richtung Elektronik.
Und aktuell haben wir die Herausforderung, dass wir die Mitarbeiter sowohl qualifizieren noch für die Verbrennertechnologie wie auch für die Elektrotechnologie. Und für uns als Autohaus heißt es auch eine Doppelbelastung dahingehend, dass wir sowohl investieren in die Ausstattung für die Verbrenner sowie in die Ausstattung auch für die Elektrofahrzeuge. Und da ist sehr, sehr viel digital und es sind enorme Investitionen sowohl in Personal wie auch in Ausstattung durch diese aktuell parallele Technologie, die wir haben. Ja, und da weiß man ja auch gar nicht, wo's tatsächlich hingeht, ne. Wenn man hört, wie viel jetzt wieder in die Verbrennertechnologie investiert wird, dann muss man ja tatsächlich auch in beide Richtungen auch als Autohaus dann investieren.
Ansonsten verliert man ja an 1, in einem Teil zumindest mal irgendwann den Anschluss, ne. Ja, der Fahrzeugbestand von Verbrennern ist ja noch sehr, sehr groß. Und wir merken auch in den letzten Jahren durch verschiedene andere Krisen, dass die Kunden ihre Fahrzeuge länger halten und wir sie länger reparieren können. Ich sag nur, Nachhaltigkeit, alle reden drüber, wir machen es. Wir reparieren und wo früher ein Auto ja, nicht mehr unbedingt gefahren wurde, wird es heute deutlich länger gefahren.
Die Fahrleistung hat abgenommen, aber die die Haltedauer hat zugenommen und da reparieren wir halt auch den Bestand. Und der ist noch größtenteils als Verbrenner unterwegs. Und Elektro ist ein ganz kleiner Teil und da geht's jetzt drum, eben die Balance zu finden. Wie kann man sich aufstellen, dass man als Unternehmen auch morgen noch eine Chance hat, sowohl personell wie aber auch von der Ausstattung, den Markt da zu bedienen? Ja, definitiv eine große Aufgabe und 'n großer Spagat.
Wenn man aus der großen Automobilindustrie ja hört, wie so die Neuigkeiten so sind, sind die ja nicht so schön, zumindest mal die aktuellen Nachrichten, die man so hört. Von daher kann ich mir gut vorstellen, in welcher Situation sie manchmal sind und welche Gedanken sie sich manchmal machen müssen, ne. Es ist eine sehr spannende Branche und eine große Herausforderung, in diesem Markt klarzukommen. Wir haben uns in den letzten Jahren immer verändert. Wir werden uns auch weiterhin verändern, weil wir wollen auch morgen und übermorgen noch dabei sein.
Und die Herausforderungen sind da und wir nehmen sie an. Das ist gut. Frau Fax, haben Sie einen Hack für unsere Zuschauerinnen und Zuschauer, einen Tipp, den Sie gerne den Menschen da draußen geben möchten? Machen. Nicht nicht jammern, sondern es machen, zupacken und die Chancen ergreifen.
Das ist ganz wichtig, passt auch zum Slogan, glaub ich, der der Kammern im Moment, ne. Also machen ist ja das Thema. Ist mit Sicherheit auch der Punkt, der absolut wichtig ist. Das ist definitiv das, was wir im Moment brauchen im Handwerk. Ja, ganz wichtig ist ja auch, dass grad die jungen Leute sich nicht zu sehr von von ihrem Umfeld lenken lassen und einen Beruf ergreifen, weil die anderen das so wollen, sondern dass sie dass sie jungen Menschen das machen, wo sie Spaß drauf haben und und Spaß dran haben.
Und das stellen wir immer wieder fest. Wir haben auch einige Quereinsteiger bei uns und auch im Handwerk sowieso. Ja, das sind die Studienwechsler zum Beispiel oder aber dass jemand erst einen Beruf erlernt hat, weil weil die Eltern das so wollten. Dann ist der Mensch aber unzufrieden, die junge Frau, der junge Mann. Und es geht ja die jungen Leute selber.
Und da sollte jeder das machen, was ihm Freude bereitet, weil man verbringt sehr viel Zeit bei der Arbeit. Ja. Und wenn man das mit Spaß macht, dann dann ist man auch viel besser drauf. Ja, definitiv. Da hab ich schon abschließende Frage an Sie.
Und zwar, wie Sie die Rolle des Handwerks in der Gesellschaft im Moment wahrnehmen. Ist das Handwerk in der Gesellschaft von der Wertschätzung her gut positioniert oder könnte es besser sein oder muss es anders sein? Wie sehen Sie das? Also die Wahrnehmung des Handwerks in der Gesellschaft, mein ich, kann noch deutlich verbessert werden. Wir arbeiten da jeden Tag dran.
Wir haben aber momentan schon, glaub ich, eine Veränderung erreichen können. Dadurch, dass diese Klimathematik ist und der der technologische Wandel auch in der Heiztechnik, dass bestimmte Berufssparten jetzt in den Vordergrund geraten. Und grade diese Klimaaktivisten, die sich vielleicht früher noch festgeklebt haben, die können ja auch aktiv einen Beitrag leisten. Und dadurch ist also grade diese Branche der Heizungstechnik Mhm. Deutlich in den Vordergrund geraten.
Aber auch im Bereich Kfz ist natürlich eine andere Wahrnehmung, weil das Thema Elektromobilität, das betrifft fast jeden, der ein Auto hat. Ob er jetzt sagt, es ist gut oder schlecht, aber es wird sehr viel darüber gesprochen, sodass die Wahrnehmung dort auch stärker ist als vor einiger Zeit. Insgesamt denke ich, sind wir aufm guten Weg, das Handwerk mit mehr Wertschätzung in der Wahrnehmung zu versehen, Aber da ist noch eine ganze Menge Luft nach oben. Wir arbeiten jeden Tag dran. Und ich bin da sehr zuversichtlich, dass uns das auch weiter gut gelingen wird.
Das ist ein hervorragendes Schlusswort gewesen. Vielen Dank für Ihren Besuch, dass Sie aus Dortmund da hergekommen sind. Hat mich sehr gefreut, Frau Falks. Das war Frau Fax. Herzlichen Dank fürs Zuschauen.
Bis bald.