Cover: Justus Kissner - Handwerk: Tischler

Justus Kissner - Handwerk: Tischler

17. Dezember 2025 25:25 Min. Zu Gast: Justus Kissner
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Worum es geht

In dieser Folge von HandwerkSpricht ist Tischler Justus Kissner zu Gast, der seit vier Jahren in Berlin lebt und sich vor zwei Jahren selbstständig gemacht hat. Er berichtet offen vom Aufbau der eigenen Firma, dem Finden von Strukturen und seinem Arbeitsalltag. Eine Folge über Mut und den Weg in die Selbstständigkeit, die alle inspirieren soll, die noch mit dieser Entscheidung hadern.

Das nimmst du mit

  • Ein Ortswechsel kann berufliche Möglichkeiten eröffnen, die in der Heimat nicht gegeben wären.
  • Der Aufbau einer eigenen Firma ist ein fortlaufender Prozess, bei dem Strukturen und Arbeitsalltag erst entstehen müssen.
  • Mut ist ein zentraler Faktor auf dem Weg in die Selbstständigkeit.
  • Persönliche Erfahrungsberichte können bei der eigenen Entscheidungsfindung helfen und inspirieren.
Aus dieser Folge
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Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

Die wichtigsten Antworten

Wer ist der Gast dieser Folge?
Zu Gast ist Justus Kissner, ein Tischler, der seit vier Jahren in Berlin lebt und seit zwei Jahren selbstständig ist.
Worum geht es in dieser Folge?
Es geht um Justus Kissners Weg in die Selbstständigkeit als Tischler, den Aufbau seiner eigenen Firma und das Thema Mut bei dieser Entscheidung.
Für wen ist die Folge besonders interessant?
Vor allem für Menschen, die noch mit der Entscheidung für die Selbstständigkeit hadern und sich Inspiration wünschen.
Welche Rolle spielt Berlin in der Geschichte?
Berlin hat Justus laut eigener Aussage Möglichkeiten eröffnet, die er in seiner Heimat vermutlich nicht gehabt hätte.

Zu Gast

Tischler, selbstständig

Justus Kissner lebt seit vier Jahren in Berlin und ist seit zwei Jahren als Tischler selbstständig. Er befindet sich noch im Aufbau seiner eigenen Firma.

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Transkript

Herzlich willkommen zur Handwerk, sprich der Sendung, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Handwerk verbindet. Und heute bei mir zu Gast hier ist Justus Gizner. Justus, hi. Schön, dass Du bei uns bist. Danke, dass ich da sein kann.

Hi. Gerne, gerne. Wir sprechen heute übers über Holz und über Tischler übers Tischler Dasein. Stell dich doch gerne mal vor und sagen uns doch mal, was Du so aktuell so treibst. Ja, mein Name hast Du schon richtig gesagt.

Ich wohn seit 4 Jahren in Berlin und bin jetzt seit 2 Jahren hier selbstständig. Und ja, hab große Reise, befinden mich immer noch in der großen Reise, was die Werkstattsuche, den ganze Aufbau 1 Werkstatt und und Geschäftsinfrastruktur, sagen wir mal, betrifft, was in Berlin einfacher ist, als ich dachte. Also in dem, ja, in der nordbayerischen Kleinstadt, wo ich wo ich groß geworden bin, wo ich gelernt hab, hätte ich mir das von Anfang an nicht zugetraut. Und ich hab viel, viel Ermutigung und Bestärkung von außen bekommen, das Ganze dann durchzuziehen. Und ja, lern jeden Tag dazu, mich jeden Tag rein und ja, genieß das sehr, so zu arbeiten, auch wenn's auch wenn's manchmal sehr hart ist.

Ja gut, das ist der Alltag, ne. Der gehört, der der ist leider gehört ja leider auch dazu. Mhm. Jetzt sprachst Du grade schon quasi München an, Du sprachst jetzt Berlin an. Das ist ja schon, das ist ja schon 'n Unterschied, ne.

Man ist tatsächlich in Süddeutschland eben halt sich bewegt. Wie ist das so wie ist das so vom Handwerk her selber? Ist das 'n anderer Anspruch und eine andere Herangehensweise, wenn man so den Vergleich mal macht? Also ich glaub, der Anspruch vom Handwerk ist in Deutschland überall gleichgroß. Es gibt nur 'n anderen Bedarf.

Jetzt in meinem Lehrbetrieb ist, also Eisenhaus AG heißt sie mittlerweile, das ist 'n mittelständischer Familienbetrieb in in Laufach, in 'nem Vorort von Aschaffenburg, eine 70000 Einwohner Kleinstadt zwischen Frankfurt und Würzburg. Und das war eine Supererfahrung, dort die Ausbildung zu machen. Wir haben ihr eigenes Holz erwirtschaftet, haben, ich weiß nicht mehr genau, 20 bis 40 Tonnen Baumstämme jedes Jahr mit 'nem mobilen Sägewerk aufgetrennt und verarbeitet zu massiven Tischen, haben aber auch viel in Modernisierung gemacht, also haben dort mit Beleuchtung, Elektrik, Architektur, also eine riesengroße Bandbreite an Arbeit angeboten, weil eben in der Gegend, wo viele kleine Dörfer und Kleinstadt zusammenhängt, auch mit Kunden in Frankfurt eben viel am Eigentum passiert. Mhm. Und die Leute wollen auf lange Sicht sehr praktische Lösungen einbauten, gute Treppen, eine gute Küche.

Und in Berlin ist das natürlich alles nicht so greifbar, weil der der Mietimmobilienmarkt und auch, ich hab's auch gemerkt, musste jetzt auch notgedrungen, 1 Freundin umziehen nach nach 3 Jahren, dreieinhalb Jahren. Baut man hier nicht so auf lange Sicht die Inneneinrichtung aus. Genau, daher habe ich aber auch als Selbstständige richtig gute Möglichkeiten in der Bautischlerei, was Montage betrifft, hab da sehr gute Erfahrungen mit mit Kunden, mit Bauunternehmen, Architekten. Das funktioniert einfach super, weil Berlin da total gut vernetzt ist. In meiner Heimatstadt hätte ich erst mal wahrscheinlich 50000 mehr investieren müssen, hätten mir 'n großen großen Transporter zulegen müssen.

Das geht mit den Carsharing Apps in Berlin, geht das ganz easy und kostengünstig. Und ja, das ist 'n 'n großer Unterschied, kann man sagen. Das heißt, ist ja auch 'n breites Spektrum, was dann der Tischler dann auch für Aufgabenstellung hat. Ja. Was ist so jetzt deine Hauptaufgabe, die Du jetzt heute machst?

Was ist so so deine oder deine Lieblingsleistung? Meine Lieblingsleistung? Ganz ehrlich, wo ich wo ich einfach und schnell und zuverlässig für bezahlt werde. Also ich würd natürlich gern eine Kunstklächlerei, besondere Möbelstücke mit klassischen Holzverbindungen ja, im ja, im im Wohnungsbau aktiv bin und dort an an Bauelementen, Brandschutzverkleidung, Fenster, Türen, Treppen und so weiter in der Richtung arbeite, hauptsächlich hauptsächlich Einbau oder über Umwege in Zusammenarbeit, dass eben die meisterpflichtigen Tätigkeiten für auch für mich auch als Geselle möglich sind. Und ja, genau.

Also ist ja auch 'n interessantes Umfeld, weil es auch sehr abwechslungsreich ist an der Stelle, ne? Ja, auf jeden Fall. Also ich arbeite hauptsächlich mit Massivholz, was so den modernen Kokosbau, Kokosmöbelbau betrifft. Da bin ich eigentlich raus, das habe ich nie richtig gelernt, bin auch nicht mehr up to date mit der mit der Technik, mit dem Markt, mit den Materialien. Das überlasse ich dann gerne an den Handwerkerinnen, die sich darauf richtig ausgerichtet haben mit Maschinen und ja, eine Bildung und so weiter.

Ja. So, das heißt, der Beruf, weil er grade ja so abwechslungsreich dann auch ist und Du hast ja auch eben eingangs auch von deinem deinem Ausbildungsbetrieb ja auch erzählt, da sind ja auch ganz viele verschiedene Facetten ja noch mit ein ja, dazugekommen, ne, zu dem Berufsbild. Ihr müsst ja eigentlich, wenn man jetzt mal Richtung Ausbildung denkt, ja eigentlich 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n 'n ' Also wenn ich da Also ich glaub, die die junge Generation, die jetzt in Buhruf einsteigt, die können viel mehr, als man's ihnen eingesteht. Und es gibt heutzutage Leute, die sind so extrem engagiert, die hat's früher vielleicht nicht so gegeben oder zumindest nicht so in der Öffentlichkeit, eben wegen Social Media und so weiter. Heutzutage ist es so, auch in der Schule, man gibt eine Arbeit ab, man wird direkt benotet, man kriegt 'n Feedback.

Und auf Social Media, wenn man was postet, man erwartet sofort eine Reaktion. Und im Handwerk, wenn man eben mal eine längere Zeit braucht, etwas zu lernen, auch etwas gut zu machen. Und dann hat man eben auch mal monotone Arbeit, wo man sich einfach durchbeißen muss, eben nicht sone direkte Bestätigung zu haben, ist, glaub ich, in der Gesellschaft auch bei dem bei dem Berufseinsteigern schwierig, so damit klarzukommen und sone intrinsische Motivation aufzubringen, das Ganze dann, ja, durchzustehen in der Ausbildung. Wie war denn deine Ausbildung für dich? Also es gab viele, gab viele positive Seiten, auch einige einige negative.

So der Clinsch mitm mitm mitm Altgesellen mitm Meister, wenn's da Verständigungsprobleme gibt. Wenn man dann selber mal resigniert, Fehler macht und so weiter, das das ist, glaub ich, überall so, außer bei den bei den ganz wenigen oberen 0.5 Prozent, die wirklich Toptalent haben und auf Anhieb einfach fast alles richtig machen, die gibt's auch. Aber also mich hat's sehr geprägt, weil 1 meiner meiner Chefs in den Achtzigerjahren nach Japan gereist ist und mich da son bisschen bisschen angefixt hat, was mich heut auch sehr, sehr geprägt hab. Also das gibt mir sehr viel, sehr viel Befriedigung, sehr viel Halt einfach diese, die Handwerkskultur zu erforschen und dieses meditative Arbeiten. Und ja, es war 'n ganz familiärer Betrieb.

Ich hab angefangen in der Zeit, wo grade die Werkstatt gebaut wurden. Da gab's dann Richtfest, da wurd ordentlich gefeiert. Danach kam das Herbstfest, dann kam die Weihnachtsfeier. Also man ist ziemlich schnell ziemlich eng zusammengewachsen dort und das ist einfach eine 1 Kultur, die ich sehr zu schätzen bei diesen handwerklichen Betrieben. Ja, definitiv.

Also die das Zusammenstehen ist tatsächlich noch mal anderes, weil man ja auch, ja, auch auch extrem viel Zeit und nah aufeinander und nah beieinander, ja. Weil Handwerk ist ja immer miteinander etwas zu erschaffen, ne. Da ist ja nicht irgendwie, Du Du machst heute an der Ecke, ich geh in die andere Ecke und der Nächste geht wieder in die anderen 2 Ecken so ungefähr, sondern man man arbeitet ja wirklich in kleineren Teams natürlich, aber häufig dann auch zu zweit oder zu dritt eben halt an gewissen Arbeitsstücken, ne. Wird im Tischlereibereich ja genauso sein, da wird's ja nicht 'n großen Unterschied geben. Handwerk bedeutet machen.

Deine Zeit ist zu wertvoll für viel Bürokratie. Wir setzen uns dafür ein, dass dein Alltag einfacher wird. Weniger Büro, mehr Fokus auf deine Projekte. Gemeinsam digitalisieren wir das Handwerk und gestalten die Zukunft. Jetzt hast Du ja sogar dann entschieden nach der Ausbildung und nach deinen Erfahrungen, die Du so gemacht hast, dich dann selbstständig zu machen, ne.

Wie wenn jetzt grad die, sprechen wir mal die jungen Leute an, die jetzt grade zuschauen. Mhm. Was wie müssen die sich das vorstellen? Warum hast Du's gemacht? Was ist so passiert?

Was ist auf dich eingeprasselt? Und und wie war dann auch die Herausforderung, dass Du Aufträge bekommen hast? Du hast eben schon gesagt, es ging, aber nimm uns doch mal mit auf die Reise. Ja. Mein letzter Job in der Festanstellung, das war wieder son kleinen kleinen Ausreißer, den ich ausm Handwerk gemacht hab.

Es war immer noch handwerkliche Arbeit, aber es war in 'ner Suchtrehaklinik in Berlin. Ich hab neben meinem neben meinem Gesellenbrief 'n staatlich geprüften Restaurator, also was mittlerweile mit dem Bachelor Professional Technik, wie sagt man das, ausgezeichnet ist? Ja, gleichwertig. Gleichwert. Also nicht gleichwertig, sondern es ist, man bekommt den Abschluss Bachelor Professional Technik dadurch, dass ich hier in Berlin auf der auf der Jobsuche, nachdem ich wirklich ganz furchtbare Angebote, was das Gehalt und die und die Arbeitsqualität in kleineren Betrieben betrifft, wo ich zugeben bekommen hab, bin ich eben an diese Such Rehaklinik gekommen, die einen Arbeitstherapeuten gesucht haben.

Also ein Arbeitstherapeut, das ist ähnlich wie die Ergotherapie. Man arbeitet in, ja, einem betreuten Wohnen oder in 'ner Werkstätte für Menschen mit Behinderungen oder oder eben in so 1 Rehaeinrichtung, also in 1 Werkstatt und mach dort, ich sag mal, Beschäftigungstherapie oder Belastungserprobung für für Menschen, die dort eben Maßnahmen ergreifen. Da hab ich meinen Ausbilderschein gemacht und eine rehpädagogische Zusatzausbildung, hab aber gemerkt, ich muss produktiver sein. So, das Menschliche war sehr schön, da hab ich mich weiterentwickelt. Ich hab tolle Erfahrungen mit den mit den Rehabilitanten, mit den Zuchtkranken dort gemacht.

Aber ich hab gemerkt, ich brauch eine richtige Werkstatt. Ich muss was Richtiges erschaffen und das bringt mich dort nicht weiter. Dafür war ich zu wenig Therapeutin und zu sehr Handwerker. Und ich hab Architekten kennengelernt, ich hab auch andere Selbstständige in Berlin kennengelernt. Und ein guter Freund und Architekt hatte eben einen großen Auftrag, was 'n Innenausbau betrifft von 'nem Dachgeschossausbau.

Und er hat mich schon fast überredet, das zu machen. Und ich hatte sehr große Angst vor den ganzen betriebswirtschaftlichen Bürotätigkeiten, Kundenakquise, Organisation, weil ich da einfach persönlich und immer noch auch Defizite hab. Aber ich hab's dann durchgezogen und ja, hab in kurzer Zeit viele Kontakte in Berlin geknüpft, viele, viele Kunden kennengelernt, auch ein großes Bauunternehmen, die heißen Rabe Ero, das ist deutsch kroatische Firma. Und die hab ich beim Spazierengehen mit meinem Hund in der Nachbarschaft kennengelernt, als sie grad eine 1 Baustelle eingeweiht haben sozusagen. Und ich hab gesagt, hey, ich, was geht 'n hier ab?

Ich bin Tischler, ich bin ja seit seit 2 Monaten selbstständig, habt ihr Arbeit. Und da haben sie gesagt, ja, komm mal hier im Kiez, da runter, da muss irgendwie 'n Altbautreppenhaus und 'n Krümmling aufgearbeitet werden. Und dann habe ich nach und nach mich als als Kleinteilnehmer bei denen behauptet und hab auch viel Sachen wieder hingekriegt, die andere Gewerke son bisschen veruns haben, bis ich dann immer mehr Verantwortung für größere größere Einbauten bekommen hab. Und ja, also mit denen pflege ich 'n sehr, sehr gutes, tolles Verhältnis. Und das ist grad 'n großes Glück, dass ich die quasi beim beim Gassigehen kennengelernt hab und ja, dadurch noch also noch keine Werbung schalten musste.

Ich komm immer noch nicht hinterher, eine richtige Webseite hochzuziehen, weil ich eben da einfach zu viel zu tun hab. Ja. Aber das ist eine gute Botschaft, ne, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, dann genau in soner Situation dann auch, ja, aufnahmefähig zu sein, ne. Ja. Ja, Ja, definitiv.

Man muss sich 'n bisschen 'n bisschen was trauen, man muss auf die Leute zugehen und muss auch realistisch die eigenen Stärken und Fähigkeiten kennen, damit man eben keine unrealistischen Aufträge annimmt, die einem dann irgendwie die Selbstständigkeit oder Existenzkosten und in Riesenproblem reinreitet. Und dafür ist, also Berlin als Stadt bestimmt auch andere große deutsche Städte einfach toll. Würdest Du den anderen jungen Menschen empfehlen, sich selbstständig zu machen, wenn sie das Gefühl haben, dass sie das tun sollten? Also wir brauchen unbedingt Bautischler und Bautischlerinnen in Deutschland. Und das, also ich würd's wirklich empfehlen, auch wenn der Möbelbau, auch der High End Möbelbau 'n 'n superschönes Geschäft ist.

Man braucht 'n Riesenkapital, da geschäftsfähig einzusteigen und oder konkurrenzfähig einzusteigen. Und in der Bautischlerei werden die Leute gesucht, man macht sich mehr die Hände schmutzig, man ist mehr auf der Straße unterwegs und ja, muss die Ellenbogen mit 'n bisschen mehr ausfahren vielleicht. Aber es also es lohnt sich und es ist wichtig für die Gesellschaft vor allem, dass eben dort was passiert. Und deswegen hab ich auch das jetzt, ich sag mal, auf mich genommen und bin von meine von meiner romantischen Ansicht vom vom Tischlerhandwerk und auch als Restaurator jetzt eher so in die, ja, in die einfache, gefragte Arbeit, die trotzdem anstrengend ist. Kalkulieren ist trotzdem schwierig, wenn's große Mengen geht, viel laufende Meter.

Und man muss alleine auch die ganzen schweren Sachen durch die Werkstätten auf die Baustelle bringen, aber man hat einfach tolle Möglichkeiten. Ja, definitiv. Und Du Du kannst ja auch selber entscheiden, ob Du Personal dazu nimmst oder eben nicht, ne. Das liegt ja son bisschen auch daran, wie Du akquirierst und wie viel Du da eben halt hast. Wie machst Du das dann, wenn Du mehr Hände brauchst?

Wie gehst Du da vor? Ich probier's zu vermeiden, probier's zu organisieren, Ja, gut. Dass ich selbst hinkrieg, weil ich hab auch nicht immer so, also ich kann mich nie zu 100 Prozent auf auf Leute von von außerhalb verlassen, dass die dann auch wirklich Zeit haben, dass sie nicht krank werden, dass irgendwas ist. Ich hab in meinem Bekanntenkreis 'n paar richtig gute Tischler, Tischlerinnen, Handwerker Und und auch jetzt durch die offene Werkstatt, in der ich vorher eingemietet war, aus der bin ich jetzt ausgezogen aus Kosten- und Fahrtwegsgründen. Da denk ich, hab ich genug Kontakte, es oft zu stemmen.

Aber ich ich versuch so selbst klarzukommen und einfach die kleinen Schritte jetzt zu gehen. Hat aber auch was mit meinem, also mit meinem persönlichen Lebensstadium so zu tun. Ja. Ich hab überlegt, 'n großes Geschäft aufzuziehen, von der Idee bin ich jetzt abgekommen und ja, probier mich eher auf die Familienplanung zu konzentrieren. Ja gut, Wachstum und großes Geschäft bedeutet ja aber ein, gerade in dieser Wachstumsphase auch 'n höheres Risiko.

Ja. Ja, und ich sag mal, Du hast das, was Du jetzt tust, ja völlig in deiner Hand. Ich glaub aber so vom vom Prinzip her kann man ja den dann diese Basis ja immer kontinuierlich weiterentwickeln. Das heißt also, man hat jederzeit ja die Möglichkeit zu sagen, ich möchte ein bisschen Wachstum, ich möchte ein, 2 Leute dabei haben, ja vielleicht auch andere Sachen dann in Zukunft auch machen zu können oder in 'nem anderen Umfang einfach machen zu können. Oder eben halt, man sagt, ich will, wie Du grad schon sagtest, 'n großes Geschäft aufziehen.

Ist nicht immer das Heilmittel, weil ich sag mal, die die Lauferei ist noch eine andere, aber die bleibt auch immer noch vorhanden. Also ist dann vielleicht das Problem, ist dann nicht der Kunde zahlt die, weiß ich nicht, die 1000 Euro nicht, sondern dann ist das Problem dann mit 'ner 0 oder 2 mehr versehen. Am Ende tut ist das Verhältnis leicht, weil es tut dir genauso weh wie dann, wenn's dann 10000 oder 100000 sind im großen Betrieb, ne. Aber es ist es ist, im Grunde verändert sich das im Grunde nicht wirklich, nur Du hast halt viel mehr Verantwortung. Da muss man immer genau abschätzen.

Oder Du entscheidest dich eben halt, ich bleib da, wo ich bin und geh das Leben oder geh den Weg, so wie ich ihn jetzt gegangen bin, einfach weiter und kann dann eben auch noch frei entscheiden, wenn ich dann irgendwann mal der Meinung bin, was verändern zu wollen, dann veränder ich's dann halt. Find ich das nur, ist eine gute Herangehensweise. Also ich zieh's eher in Betracht vielleicht, mich mit 'nem Geschäftspartner zusammenzutun, als dass ich jetzt Leute einstelle. Also es geht von meiner meiner Qualifikation. Als Nicht Meister ist es erstens schwierig.

Ich hab, könnte zwar nach Paragraf 8 der Handwerksordnung eine Ausnahmegenehmigung mit 'nem Sachkundetest, weil ich eben Restaurator bin, beantragen, aber dafür hatte ich bis jetzt auch noch keinen Kopf. Aber er steht ganz oben auf meiner Liste. Ja, ist doch auch gut. Ist da hast Du auch auf jeden Fall 'n Plan, der ja auch für die Zukunft dann wichtig ist. Aber ich hab irgendwo auf der Webseite bei dir oder irgendwo in den in den Kanälen irgendwo was gesehen von wegen, Du gibst auch Kurse oder oder bietest auch Lehrgänge an oder Ähnliches?

Ist das so? Möchte ich jetzt durchstarten. Dafür bin ich eben in eine Werkstatt eingezogen, die, also wo es nicht so viel Betrieb gibt. Ich war in 'ner großen Gemeinschaftswerkstatt, wo wirklich auch manchmal Samstag, Sonntag die CNC Maschine durchgequietscht ist. Und das ist einfach kein schöner Flair für für händische, handwerkliche Kurse, wenn eben Ja.

Wenn eben so viel Betrieb dort ist. Aber auch für dich ja selber nicht. Du hast, wenn Du nicht so wirklich dein Rohr hast, dann, ne. Eben, eben. Also es gibt zwar einen schönen großen Maschinenraum, wir hatten ja eine Ameisenelektrischen Gabelstapler und immer irgendwie eine helfende Hand in der Nähe, was schon viele Vorteile hat, aber in die Richtung, die ich nicht entwickeln will, hat's eben einfach nicht gepasst.

Und ja, damit will ich bald durchstarten. Was ist denn denn? Also, gibt verschiedene Dinge. Ich will natürlich gern so die die Nischen 'n bisschen abtasten, also das, was ich was ich leidenschaftlich mach mit Handwerkzeugen und so weiter, Schafkurse Holzverbindungen, kleine Möbel, aber ich würde auch eher so in die in die Anfänge amateur oder vielleicht so Erfahrung für für Familien, für Unternehmen, also für Büroteams und so weiter, wo ich eben auch nicht nur auf das rein trockene, technische, Handwerkliche, sondern auch 'n bisschen auf das Erlebnis, das das Erfolgserlebnis durch 'n handwerkliches Erzeugnis eingehe. Also was die Produkte betrifft, ich hab da ja in der in der Suchtreherklinik auch viele verschiedene kleine Projekte gemacht, hab die die Leute, die bei mir waren, sich auch kreativ von Schalen und Löffel schnitzen bis zu 'nem kleinen Schrank oder Hocker oder eine kleinen Box bauen, alles Mögliche gemacht.

Da steht sehr viel offen. Da muss ich aber auch noch mal 'n bisschen gucken, was wird in Berlin angeboten? Wo kriege ich vielleicht noch eine 1 Nische? Wo kann ich mich abheben? Da bin ich noch im im Prozess drin.

Machen kann man ja immer viel. Aber spannendes Thema. Ja. Justus, hast Du den Zuschauerinnen und Zuschauern einen Hack mitgebracht. Einen Tipp, den Du grade rausgeben möchtest, der kann auf auf dein Gewerk bezogen sein, kann aber auch generell aufs Handwerk bezogen sein, wie Du möchtest.

Puh, ein Hack. Nicht auf nicht auf lange Sicht planen, einfach was geht mitnehmen, sich nicht versteifen und, ja, und ab und zu muss man muss man mal 'n Umweg gehen, auf die richtige Bahn zu kommen. Und da sind 2 Jahre, die man was anderes gemacht hat, auch keine verlorenen Jahre, sondern sondern einfach 'n Lernprozess. Und ja. Gut zusammengefasst, weil das seh ich auch so, da das ist nicht immer der gerade Weg, der zum Ziel führt, sondern man muss auch mal die Kurve hier und da mal in so langsam muss man mir schon grade werden.

Ja, 10 Jahre bin ich jetzt auch durch den Sonntag getingelt. Aber ja, also Ja, Du warst aber die gewisse Leidenschaft, die die auch ja wichtig ist, die sich entwickeln muss. Und das ist vielleicht auch etwas, was dem einen oder anderen heute fehlt, ne, diese diese Strahlkraft, ne. Und das ist das schon wichtig. Deswegen glaub ich schon, kann sein, dass Du jetzt da hinkommen musst, dass Du zum Das ist ja deine, Du hast mehr Erfahrung mit dir selber, dass Du hier son Punkt kommen musst.

Aber sone Entwicklungsphase ist, glaub ich, auch wichtig. Ist das, wie siehst Du denn das Handwerk so in der Gesellschaft widergespiegelt? Ist das, hat das Handwerk nach außen hin das richtige Niveau oder wird's richtig leider oft vorurteilsbehaftet. Und es gibt allerdings auch, was den was den Anspruch, auch den Verdienst, die Aufstiegsmöglichkeiten, Qualifikationen, was das betrifft, gibt es einfach viel weitreichende Welt im Handwerk, die man entdecken kann, die man auch, wo man auch einsteigen kann, wenn man 'n gutes Abitur hat, wo man am Ende wirklich in in 'ner sehr guten sozialen Position landet. Ich würd mir wünschen, dass darauf einfach mehr eingegangen wird und nicht einfach nur, okay, Du hast jetzt das Zeug zum zum Hauptschulabschluss, Du hast das Zeug zur mittleren Reife, Du hast das Zeug zum Abitur.

Wer Abitur macht, geht studieren, wer mittlere Reife hat, kannst vielleicht noch mal 'n Abitur probieren oder macht eine andere schulische Ausbildung oder 'n hoch angesehenen Beruf im Sozialindustrie, Handwerk und wer 'n Hauptschulabschluss hat, geben's Handwerk oder Dienstleistung oder oder irgendwas anderes. Also man muss wirklich auch die qualifizierten Leute, die großes Aufstiegspotenzial haben, die sehr viel, sehr viel Talenten, Intelligenz mitbringen, die muss man einfach abholen, bevor sie 'n BWL Studio macht und und einfach ins Handwerk bringen. Und den Leuten zeigen, dass es dort unheimlich Spaß macht, dass man viel fürs fürs Leben lernt, sich selbst weiterentwickelt und dass da halt auch nicht Endstation ist. Ja, 'n sehr gutes Schlusswort. Dann danke ich dir, dass Du hier gewesen bist.

Gerne, ja. Das war eine schöne schöne Runde jetzt hier und wir haben vor allen Dingen 'n guten Einblick bekommen ins Tischlerhandwerk und das ist immer das Wichtigste, dass wir viel für Transparenz sorgen und den Zuschauerinnen und Zuschauern immer viel mitgeben. Danke dir. Danke auch. Das war Justus Gisner hier bei uns im Studio.

Ich danke fürs zusehen und bis bald.

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