Mitarbeiterbindung & Gesundheit im Handwerk: BGM-Strategien mit Christian Müller und Oliver Oettgen
Worum es geht
Warum Krankmeldungen oft ein Führungsproblem und kein Zufall sind, zeigt diese Folge zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) im Handwerk. Gesundheitsmanager Christian Müller von der IKK Klassik und Gastgeber Oliver Oettgen erklären, wie Gesundheit vom Kostenfaktor zum Profit-Treiber wird und warum professionelles Gesundheitsmanagement auch in kleinen Betrieben funktioniert. Es geht um echte Systeme statt Einmal-Aktionen, um Vorbildfunktion der Führung und um den Zusammenhang von Gesundheit, Mitarbeiterbindung und Produktivität.
Das nimmst du mit
- Jeder in Gesundheit investierte Euro kann sich laut der genannten 2,70-€-Regel fast dreifach auszahlen.
- Einmal-Maßnahmen wie der Obstkorb verpuffen – wirksam ist erst ein dauerhaftes Management-System.
- BGM ist keine Frage der Betriebsgröße: Auch ein 5-Mann-Betrieb kann professionelles Gesundheitsmanagement umsetzen.
- Die eigene Gesundheit der Führungskraft wirkt als Vorbild und begrenzt oder ermöglicht den Erfolg des Betriebs.
- Verhalten der Belegschaft lässt sich über Unternehmenskultur steuern, ohne als Oberlehrer aufzutreten.
Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!
Die wichtigsten Antworten
Zu Gast
Christian Müller berät Handwerksbetriebe direkt vor Ort – von der Analyse auf der Baustelle bis zur langfristigen Verankerung in der Unternehmenskultur. Sein Ziel ist es, das Handwerk durch nachhaltige Gesundheitsstrategien attraktiver und produktiver zu machen.
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Transkript
Herzlich willkommen zu Handwerk spricht und heute ist bei uns zu Gast Christian Müller. Hallo Christian. Hi. Wir haben gleich ganz wichtiges Thema, wo wir drauf einsteigen werden. Aber bevor wir das tun, hab ich erst mal ein paar Thesen für dich, wo ich mal gerne deine Reaktionen dann auch sehen möchte an der Stelle.
Okay. Und zwar ist die 1. These, Handwerk ist kein Karriereweg mehr, es ist nur noch ein Plan b für alle, die kein Studium absolvieren. Das seh ich überhaupt nicht so. Ist vielleicht auch eine relativ altertümliche Aussage.
Ich denke, da hat auch die Politik 'n bisschen was mit zu verantworten. Gut, das ändert sich ja jetzt alles nicht. Ja, ich hoffe es. Die 2. These ist, der Meisterbrief und alte Traditionen bremsen das Handwerk aus, anstatt es voranzubringen.
Da kann ich gar nicht richtig mitreden, weil ich als Gesundheitsmanager bin nicht in der Position zu sagen, ein Handwerksmeister hat dies und das zu tun. Gut, auch eine gute Reaktion, klar, definitiv. Und die 3. These ist, das Handwerk hat kein Nachwuchsproblem, es macht sich selbst einfach zu unattraktiv für junge Leute. Das kommt mit Sicherheit auf den Arbeitgeber an sich an.
Das kann man nicht pauschal aufs Handwerk beziehen. Ja. Ja, Christian, danke für die für die Rückmeldung zu den ersten Thesen an der Stelle. Gerne. Und ich würd sagen, jetzt als Einleitung, stellst dich doch mal kurz vor, was Du tust, was Du machst.
Du hast grad schon son bisschen angeteasert, was Du so tust. Mhm. Dann nimm uns doch mal mit in deinen Alltag auch. Mhm. Ja, ich bin Christian Müller, ich bin Gesundheitsmanager bei der IKK Klassik für betriebliche Gesundheitsförderung.
Ich helfe Betrieben dabei, das betriebliche Gesundheitsmanagement zu implementieren und nachhaltig zu gestalten. Ich besuche die Firmen, ich berate von der Erstanalyse bis zur Evaluation. Was ist denn betriebliches Gesundheitsmanagement? Mhm. Das kann man ganz gut an den 3 Begriffen erläutern.
Betrieb, überall, wo man im Betrieb ist. Das kann auf der Baustelle sein im Handwerk. Das kann der Pausenraum sein, der Dienstwagen auf dem Weg zur Arbeit. Dann haben wir Gesundheit. Was ist Gesundheit überhaupt?
Wenn wir jetzt mal nach WHO gehen, ist es ein Zustand vollkommen Wohlbefindens, bezogen auf Körper, Geist und soziales Wohlbefinden. Und Management, das ist für mich der wichtigste Punkt im betrieblichen Gesundheitsmanagement, kann man son bisschen abgrenzen vom Maßnahmenaktionismus. Ich stell nicht einfach mal Rückentraining zur Verfügung, sondern ich analysiere erst mal, wo drückt der Schuh, welche Ressourcen habe ich, welche Probleme habe ich und wo kann ich anpassen? Und dann kann man gezielt Maßnahmen ergreifen. Hört sich sehr ausführlich an beziehungsweise sehr aufwendig an.
Auf jeden Fall. Ist es denn wirklich auch so aufwendig für die Betriebe tatsächlich? Sagen wir mal so, es ist ein langjähriger Prozess. Das geht nicht mal eben von heute auf morgen. Man muss nachhaltig arbeiten, aber wir unterstützen ja dabei, deswegen ist es ja schon relativ zeitintensiv, aber man darf den ja das, was herauskommt, den Return on Invest nicht vernachlässigen.
Ja, das ist ein wichtiger Punkt, ne, dass man nicht sagt, pass auf, jetzt muss von heute auf morgen hier muss alles perfekt sein, sondern man man entwickelt quasi dauerhaft am lebenden System, nennen wir's mal. Genau. Immer dann eben sich immer weiter und nach Möglichkeit dann auch, ja, in die richtige Richtung immer, ne. So mal immer die richtige Richtung wird man wahrscheinlich nicht schaffen. Manchmal macht man ja auch mal 'n Fehler beziehungsweise sieht man irgendwie eine andere Sache als Priorität an und dann kommt, holt einen das wieder ein, das andere.
Aber das ist 'n, glaub ich, 'n ganz wichtiger Aspekt, dass man eben die Hürde an der Stelle nicht haben muss. Ich muss das jetzt von morgen heute auf morgen perfekt alles umsetzen, sondern es ist eine Entwicklung, die stattfindet. Korrekt. Wie lange meinst Du es so für den Durchschnittsbetrieb jetzt natürlich, den Du so ausm Handwerk kennst, wie wie lange dauert sone Entwicklung, dass man Der 1. Punkt ist ja, dass es dass man's im Kopf hat, dass es aber präsent ist, Systeme.
Mhm. Und auf der anderen Seite aber auch ja, dass es wirklich angekommen ist im Unternehmen. Mhm. Ja. Das würd ich an den Zielen festlegen.
Wenn ich jetzt erst mal mal gucken möchte, dass ich 'n bisschen was mache, eine Analyse betreibe und kleine Maßnahmen ergreife, dann hat man vielleicht nach 'nem halben Jahr schon die ersten Ergebnisse. Wenn ich aber wirklich langfristig denke und sage, ich möchte die Gesundheit in die Unternehmenskultur mit implementieren und langfristig auch beispielsweise Krankheiten reduzieren, dann ist man da schon bei 2, 3, 4, 5 Jahren und darüber hinaus, je nachdem, wie tief man dann gehen möchte. Spannend. Und jetzt jetzt sagen wir uns doch mal kurz, was es da alles gibt, weil Du hast jetzt grad schon die Tür geöffnet von der Kleinsten- und Kleinmaßnahme bis zu hin bis zur Unternehmenskultur. Mhm.
Da ist ja ein 1 Riesenpotenzial ja dann gegeben. Richtig. Dann dann lass uns doch da mal reinschauen, bitte. Ich erklär das immer ganz gerne anhand 1 Hauses an 'nem Modell ganz oben, wenn man das Dach sieht, da steht jetzt BGM und dann haben wir beispielsweise die Säule Arbeits- und Gesundheitsschutz. Dann gibt's das betriebliche Eingliederungsmanagement und ganz klassisch die betriebliche Gesundheitsförderung.
In der Gesundheitsförderung laufen dann die klassischen Trainings, Zurückten, Stress, Ernährung und so weiter. Aber erst dann, wenn alle Säulen ineinandergreifen mit dem Keller unten als Fundament Unternehmenskultur, dann sind wir in 'nem richtigen Prozess. Wolltest Du jetzt Maßnahmen zur Gesundheitsförderung hören, hatte ich jetzt genannt mit beispielsweise Stresserernährung. Kommunikation ist auch 'n großes Thema, Führungskräfte, Führungskräfteentwicklung. Stress sagte ich, ja, da kommt schon einiges zusammen.
Ja, sind schon große Felder, die sich dann auftruhen, was ja auch in Richtung Attraktivität des Arbeitsplatzes dann ja auch nachher Auswirkungen haben wird, ne. Auf jeden Fall. Darüber können sich Arbeitgeber natürlich auch abgrenzen. Fachkräftemangel muss ich dir ja nicht sagen, ist überall. Und wenn ich als Arbeitgeber attraktiv mich nach außen hin auch zeige, lockt das eventuell auch neue Fachkräfte an.
Ja. Wer ist denn so der das der Durchschnittsbetrieb, der euch als Partner hat? Ist es eher der kleine Betrieb oder ist es eher der größere Handwerksbetrieb? Wie wie ist da so die Einschätzung? Sowohl als auch.
Ich betreue 5 Mann Betriebe. Ich hab aber auch große Bauunternehmen, wo bis zu 200 Mitarbeiter arbeiten. Und das ist schon 'n anderer Prozess dann. Ist 'n anderer Prozess und und wie aufwendig ist das für den 5 Mann Betrieb tatsächlich auch nachher? Weil, ich sag mal, der der der klassische Handwerker oder die Handwerkerin ist ja ist ja so in Personalunion so, glaub ich, jede Berufsgruppe und Art, die's so gibt, ne.
Also wenn Du wenn Du selbstständig bist, dann musst Du halt immer überall alles tun, von der Akquise bis über Buchhaltung, was weiß ich wohin. Mhm. Plus die Fachthemen natürlich. Wie viel wie viel wie viel Zeit und Aufwand kostet das einen Betrieb? Ungefähr?
Das ist bei jedem wirklich individuell. Ja. Auch ein 5 Mann Betrieb kann täglich daran arbeiten. Wenn ich 'n Training durchführe, bei uns dauert ein Training in der Regel dreimal 2 Stunden. Ob jetzt 5 Personen dreimal 2 Stunden trainieren oder einhundert.
Ja. Die Hürde ist eher, krieg ich Zeit? Kann ich 5 Mitarbeiter freischaufeln oder 100? Und die Vertretungsregelung ist ja bei 100 wesentlich einfacher. Wenn bei 5 Mann 2 krank sind, muss ich's Training ausfallen lassen.
Da ist einfach das Kerngeschäft dann die Priorität. Ja, definitiv. Und dann ist ja auch manchmal son bisschen die Hürde, ob denn die Belegschaft überhaupt offen dafür ist, ne. Wie wie welche Erfahrung hast Du da gemacht? Das steht und fällt mit der Führungskraft oder mit dem Inhaber.
Wenn der Inhaber dahinter steht und das auch vorlebt als Vorbild, dann schafft er's in der Regel auch, die Mannschaft hinter sich zu kriegen. Wenn er jetzt allerdings selbst rauchend dasteht, sag ich mal, beim Rauchertraining oder beim bei der Suchtprävention, dann wird's natürlich schwierig. Ja gut, rauchend ist ja jetzt noch ein, sagen wir jetzt mal, ich bin nicht Raucher, aber ist noch 'n humanes Beispiel, ne. Ich sag mal, wir haben ja auch eine 1 Dunkelziffer mit mit Alkoholshemen und so weiter, die die ja grade in den Risikoberufen, wenn wir Bauhandwerk mal dann jetzt da noch mal uns anschauen, aber auch natürlich in anderen Beruf, ne. Allein der Fahrweg, alleine jetzt mal zum zur Arbeitsstätte und so weiter.
Aber da ist ja schon 'n Riesenfeld, ne. Also Alkohol ist ja ist ja schon 'n Problem in unserer Gesellschaft, ne. Auf jeden Fall und da sensibilisieren wir auch in den Trainings, Wie Du sagst, Problem, wir haben eine Alkoholpolitik von 'nem Entwicklungsland und da wollen wir erst mal sensibilisieren und aufklären und dann schauen, was kann der Betrieb vielleicht auf Verhältnisbene schaffen, weil die Verhältnisse schaffen ja am Ende das Verhalten. Wenn ich jetzt die Bierkisten aus dem Sozialraum abschaffe, kann ich das Verhalten somit 'n bisschen steuern. Ja, definitiv.
Dann hast Du's noch mal zu den kleineren Betrieben gehen. Was was sollten die denn für Maßnahmen ergreifen, wenn man wenn man jetzt sich mit dem Thema auseinandersetzt, man möchte son Anfang machen und einfach 'n Gefühl für BGM bekommen und einfach sich mit dem Thema grundsätzlich auseinandersetzen? Das Wichtigste ist erst mal auch unabhängig von der Größe 1 Analyse, weil ich will nicht einfach drauf los und irgendwas machen, sondern gucken, wo drückt der Schuh. Und nach der Analyse sollte sich meiner Meinung nach eine AG Gesundheit bilden. Diese AG Gesundheit, die treibt die Themen, egal welches jetzt auch sind voran, damit es nachhaltig ist und nicht einschläft.
Dann kommen die Ideen von den Mitarbeitern und wenn's die eigenen Ideen sind, dann ist man auch motiviert bei der Sache. Klar, das ist doch noch mal eine ganz andere Nachricht. Richtig, und wenn die dann steht, kann man darüber ganz kleine Maßnahmen entwickeln, beispielsweise den Pausenraum anders gestalten, aufräumen oder wie nutze ich die Hilfsmittel? Kann ich neue Hilfsmittel bestellen, Knieschoner und so weiter? Und wir unterstützen dann natürlich mit allen Trainings.
Ich empfehle da immer mit einfachen Trainings wie körperliche Belastungen am Arbeitsplatz reduzieren als beispielsweise Suchtprävention. Das ist 'n bisschen sensibler. Darüber lässt man sich erfahrungsgemäß erst 'n bisschen später ein, wenn die uns auch als extern besser kennen. Ja, ja, definitiv. Ja, ist ja auch 'n sensibles Thema, muss man auch ganz klar sagen, ne, definitiv.
Und wie ist so die Quote, wenn wenn ihr jetzt so Gesprächen rausfahrt? Mhm. Wie wie viele der Unternehmen beginnen dann tatsächlich damit? Weil ich die Abbruch, da wird's auch 1 1 1 1 Ziffer geben, die dann sagen, ja, also im Moment grade passt's nicht oder im nächsten Jahr vielleicht oder so, ne. Das ist auch von Region zu Region unterschiedlich, würde ich sagen.
Mein Team, das ist aufgeteilt in Deutschland und einsteigen tut bei mir jeder. Dranbleiben ist sone andere Sache, weil oft merken die Inhaber erst nach 'ner Zeit, wie viel Arbeit da tatsächlich hinter steckt. Und dann sind sie auch nicht wirklich davon überzeugt und stehen nicht richtig dahinter. Viele wollen mal eben was anbieten. Hier mal 'n Yogatraining und das war's dann.
Ja. Das sind aber auch die Betriebe, die dann am Ende nicht nicht mehr mitmachen. Ist es vergleichbar mit 'nem Zertifizierungsprozess? Oder ist es, weil ich sag mal, beim Zertifizierungsprozess nehmen wir mal zum Thema Arbeitsschutz und so weiter, den wirst Du ja auch kennen in dem Prozess, ne, so. Da hab ich immer son bisschen dieses Gefühl, wir wir dokumentieren uns zu Tode an an der Stelle und im Grunde ist einen fast noch egal, weil dann wirklich im realen Leben passiert Hauptsache, der auch neu ist.
Aber wie ist das beim BGM? Das Ziel ist natürlich die Gesundheit der Mitarbeitenden, die Zufriedenheit und die Produktivität. Da geht's nicht ums Maßnahmen abhaken. Beispielsweise ein Training für Stress, Atemtrainings. Die Mitarbeiter, die können theoretisch atmen bis zu blau anlaufen, wenn die Ursache aber vom Chef kommt, der dich den ganzen Tag anbrüllt.
Also bringt mir der Haken Atemtraining gar nichts. Wir wollen die Ursachen bekämpfen und nicht die Symptome, deswegen kann man das hier so gesehen nicht wie son Zertifizierungsprozess sehen, sondern wir wollen individuell arbeiten, sodass wir auch was davon haben. Also hier geht an die Ursache und jetzt jetzt weiß man ja, dass viele Ursachen, na gut, der Chef ist natürlich auch immer 'n 'n 'n Punkt, klar. Mhm. Aber oft ist es ja so, dass die Menschen eher aus dem Privatleben ja sogar viele Sachen mitbringen ins Unternehmen.
Mhm. Und deswegen nicht so zurechtkommen, wie sie zurechtkommen könnten. Mhm. Kennst Du das? Sagt dir das was?
Weißt Du, was ich meine damit? Ja, wahrscheinlich meinst Du sowas wie Work Life Balance, dass man vielleicht den Stress von zu Hause mit in die Arbeit nimmt oder von der Arbeit mit nach Hause nimmt. Aus den Trainings und aus dem BGM nimmt man natürlich immer individuell auch Sachen für sich mit. Es geht nicht nur die Lebensweltbetrieb. Wenn ich dort beispielsweise lerne, wie ich rückengerecht hebe oder mich vernünftig ernähre, habe ich dann natürlich im Privatleben auch etwas von.
Handwerk bedeutet machen. Deine Zeit ist zu wertvoll für viel Bürokratie. Wir setzen uns dafür ein, dass dein Alltag einfacher wird. Weniger Büro, mehr Fokus auf deine Projekte. Gemeinsam digitalisieren wir das Handwerk und gestalten die Zukunft.
Gibt es Förderungen, die ihr auch, die man beantragen kann, 'n BGM einzuführen im Unternehmen? Also wir machen das kostenlos für die Betriebe. Das heißt, wir von der Erstanalyse bis hin zur Evaluation hat das für die Betriebe erst mal keine monetären Kosten, aber natürlich müssen sie Manpower reinstecken, Zeit und Geld. Allerdings in dem Zusammenhang muss ich immer sagen, für jeden Euro, den der Betrieb reinsteckt, bekommt ihr im Schnitt 2 Euro 70 zurück. Interessant, 2 Euro 70.
Wie kommt sich, wie stellt sich das zusammen? Der Return on Invest, der ist evaluiert. Das kann man im IGA Report nachschauen. Und wer da Interesse hat, ich kann's genau dann halt belegen. Nur jetzt nicht mal eben so.
Ja, ja klar. Aber 72 hört sich's interessant an dieser Seite, ne, deswegen, ja, spannend. Ja. Wie siehst Du denn die Zukunft beim BGM? Bleibt das oder sind da irgendwelche Entwicklungen zu erwarten, die noch mal, na ja, auch eine vielleicht eine Erleichterung bringen auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber auch vielleicht die Transparenz noch mal klarer macht und auch die Zugänglichkeit vielleicht noch mal verändert?
Arbeitet ihr mit Apps oder wie wie wie? Ja, es ist natürlich so, dass digitale Angebote aktuell den Markt durchströmen, die werden natürlich auch angenommen und auch immer mehr genutzt. Hier muss man aber aufpassen, dass man auch jeden Mitarbeiter erreicht, gerade im Handwerk. Wenn ich mir jemanden vorstelle, der noch nicht mal 'n Handy habt und dann eine App bedienen soll, dann steht da das Risiko, diese Person einfach überhaupt nicht abholen zu können. Diese Apps begleiten, aber Stand jetzt ist es noch nicht so weit, dass man wirklich sagt, darüber kann man komplett das BGM Prozess steuern.
Aber sie sollen dabei helfen, das ist so der Zukunftsgedanke, Stichwort, Mitarbeiter befähigen, eine Gesundheitskompetenz selbst zu entwickeln, selbst zu sagen, hey, ich muss hier und hier 'n bisschen mehr drauf achten auf die Ernährung und so weiter und so fort. Und das läuft son bisschen spielerisch über Gamification und so weiter. Und das ist, ich sag mal, Zukunftsgedanke. Na ja klar, Gamification absolut, definitiv. Sagen wir noch mal was zur Altersstruktur.
Ist eher der der oder die jüngere Handwerkerinnen interessiert am BGM oder eher so Mittelalter oder älter? Wie wie ist so die Erfahrung da an der Stelle? Das kann man auch nicht aufs Alter beziehen. Ich hab durchaus, wenn wenn wenn ich jetzt mal son son Durchschnittsbetrieb nehme, ältere Mitarbeiter, die sehr interessiert sind, insbesondere in Bezug auf die Zukunft, was ist, wenn ich mal 'n Bandscheibenvorfall hab? Wer zahlt dann meine Lohnfortzahlung?
Und die sind da wirklich sehr interessiert. Wohingegen Jüngere dann sagen, nee, was interessiert mich die Gesundheit jetzt? Ich bin was interessiert mich die Gesundheits jetzt? Ich bin ja auch fit, muss ich jetzt nicht drüber nachdenken. Aber andererseits hab ich auch junge Leute, die sehr interessiert an Ernährung sind, die viel Sport treiben und sehr viele Fragen stellen.
Also das würd ich würd ich mich jetzt nicht festlegen wollen. Quer durch die Bank? Ja. Okay. Ja, Christian, wir sind auch schon am Ende angekommen.
Hast Du oder ich möchte dir noch eine abschließende Frage gerne stellen. Und zwar, wenn Du die Macht hättest, eine Sache im Handwerk zu verändern durch eine drastische Vorgehensweise oder durch eine krasse Herangehensweise, was würdest Du für das Handwerk verändern wollen? Ich würde die Zugangsvoraussetzungen erleichtern, eine Ausbildung im Handwerk, ja, zu beginnen, dass diese alten Gedanken nicht mehr in den Köpfen der jungen Leute sind, dass man mit dem Handwerk kein Geld verdienen kann, dass das Handwerk keine Zukunft hat, weil das seh ich überhaupt nicht so. Ja, das ist wirklich 'n 'n sehr hartnäckiges Thema, was wirklich sehr tief sitzt und wo wirklich ganz, ganz viel noch am Image und deiner Transparenz gemacht werden müssen. Da bin ich komplett bei dir.
Erich, das ist ja ein schönes Du hier gewesen bist, dass Du uns da mal mitgenommen hast auf deine auf deine Reise beziehungsweise auf diese in dieses Thema auch mit rein, denn Danke auch. Ich find's einfach so wichtig, dass man Transparenz da auch reinkriegt beziehungsweise einfach nur versteht, welche Möglichkeiten und Chancen wirklich alle da sind. Und grade betriebliches Gesundheitsmanagement ist doch oft 'n Thema, was immer so angerissen wird, aber am Ende nie in die Tiefe diskutiert oder besprochen wird. Nie stimmt nicht, aber häufig halt einfach. Viel nicht da.
So und da ist viel Potenzial gegeben und deswegen schön, dass Du dir gewesen bist. Hat mich sehr gefreut. Sehr gerne, danke auch. Und an unsere Zuschauerinnen und Zuschauer draußen, das war Christian Müller. Wir haben uns über BGM unterhalten, interessantes Thema.
Und denk dran bitte wie immer liken, abonnieren und teilen, damit viele Menschen dieses Video jetzt sehen können. Und wir sehen uns auch bald wieder, circa in 1 Woche.