Cover: Kubilay Dertli - Diplom Jurist und Zuwanderungsexperte

Kubilay Dertli - Diplom Jurist und Zuwanderungsexperte

23. Juli 2025 26:12 Min. Zu Gast: Kubilay Dertli
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Worum es geht

In dieser Folge von Handwerkspricht spricht Oliver mit Kubilay Dertli, Experte für Fachkräfteeinwanderung, über die Integration ausländischer Fachkräfte im Handwerk. Dabei geht es um rechtliche Rahmenbedingungen, sprachliche Hürden und praktische Herausforderungen. Dank seiner Kombination aus Rechtswissen, Sprachkompetenz und Praxiserfahrung ordnet der Gast das komplexe Thema verständlich ein.

Das nimmst du mit

  • Erfolgreiche Fachkräfteeinwanderung im Handwerk gelingt nur im Zusammenspiel von rechtlichem Wissen, Sprache und Praxiserfahrung.
  • Sprachkompetenz ist ein entscheidender Faktor für gelingende Integration am Arbeitsplatz.
  • Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Einwanderung sind komplex und beeinflussen maßgeblich, ob eine Vermittlung funktioniert.
  • Neben Herausforderungen bietet die Fachkräfteeinwanderung dem Handwerk konkrete Chancen, dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Aus dieser Folge
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Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

Die wichtigsten Antworten

Worum geht es in dieser Folge?
Es geht um Fachkräfteeinwanderung und Integration im Handwerk – zwischen rechtlichen Rahmenbedingungen, Sprache und Praxis.
Wer ist der Gast?
Kubilay Dertli, Diplom-Jurist, ausgebildeter Dolmetscher und Übersetzer, Integrationsmanager sowie IHK-zertifiziert in Personalvermittlung.
Warum ist die Kombination der Qualifikationen des Gastes relevant?
Weil erfolgreiche Fachkräfteeinwanderung Rechtswissen, Sprachkompetenz und Praxiserfahrung erfordert – Bereiche, die der Gast in einer Person vereint.
Für wen ist die Folge besonders interessant?
Für Handwerksbetriebe und alle, die sich mit der Gewinnung und Integration von Fachkräften aus dem Ausland beschäftigen.

Zu Gast

Diplom-Jurist und Zuwanderungsexperte

Kubilay Dertli ist Diplom-Jurist, ausgebildeter Dolmetscher und Übersetzer, Integrationsmanager und IHK-zertifiziert in Personalvermittlung. Er verbindet Rechtswissen, Sprachkompetenz und Praxiserfahrung im Bereich der Fachkräfteeinwanderung.

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Transkript

Herzlich willkommen bei Handwerk spricht, Ihrer Sendung, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Handwerk verbindet. Und heute bei uns in der Sendung ist Kupila Derdly. Herzlich willkommen. Kupila, Du hast eine ganze Reihe an Referenzen und Ausbildungen genossen, die musst Du uns gleich mal alle erzählen, aber Du bist heute vor allen Dingen wie in dem Thema hier Zuwanderung und Fachkräfte für den Arbeitsmarkt in Deutschland. Aber stell dich doch bitte mal kurz vor und dann sagst Du uns noch mal son bisschen was zu deinem Thema.

Sag erst Moin Oliver, vielen Dank, dass Du mich zu deiner Sendung Handwerk spricht eingeladen hast und dieses wichtige Thema Fachkräfteeinwanderung ich hier durch meine theoretischen Bildungshintergründe plus der Praxis darstellen kann. Was ich alles Schönes gemacht habe, ich habe Rechtwissenschaften studiert, bin Diplomjurist, dann habe ich das Studium von Dolmetschenübersetzen rangehängt, war jahrelang als freiberuflicher Dolmetscher Übersetzer bei Behörden und Gerichten tätig. Dann habe ich das Studium Integrationsmanagement dran und im Bereich Fachkraft Personalberatung, Personalvermittlung habe ich auch eine Qualifizierung gemacht, IHK Qualifizierung, sodass mir nur noch die Sprachebene gefehlt hat. Da habe ich einen Sprachcoach Zertifizierung dann auch gemacht. Somit kann ich das als Fachkräfteeinmeinderungsberater, so definiere ich mich, ganzheitlich Dienstleistungen diesbezüglich auch anbieten.

Das ist sehr interessant, vor allen Dingen, Du hast ja quasi das eine auf dem anderen dann auch wirklich aufgebaut mit dem Ziel, auch gerade an diesem Thema auch explizit arbeiten zu können, ne, und eben halt nicht nur an der Oberfläche zu kratzen, sondern möglichst auch an die Tiefe reinzugehen. Wie bewertest Du denn aktuell den Fachkräftemangel in Deutschland? Es ist wirklich so, Oliver, dass ich erst mal mit 'nem akademischen Ansatz in das Thema hineingeraten bin, so benenne ich das. Ich hab im Bereich Migration und Integration geforscht und dann kam das Thema Fachkräftemangel sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik als auch gesellschaftlich fühlbar, spürbar an die Tagesordnung. Das bedeutet auch heute, wo ich heute zum Studio kam, ich war da mein Backup, mein Kaffee geholt, da war eine Riesenschlange.

Es gab nur eine Verkäuferin. Also in vielen Betrieben von der Gastronomie, Hotellerie, in den ganzen Handwerksbetrieben fehlen die Fachkräfte und das spürt man. Also man spürt es, wenn man 'n Restaurant besucht, man ins Hotel eincheckt, es fehlen überall die Fachkräfte. So kam das eine nach dem anderen, dass mich dann die Unternehmen aufgesucht haben, ehrlich gesagt und so habe ich auch angefangen, die praktische Umsetzung. Da ich so vieles an den Ausbildungen und Qualifikationen mitbringe, habe ich auch daraus 'n ganzheitlichen Ansatz und ganzheitliche Dienstleistungen gemacht.

Ich bin Geschäftsführer des KD Interaktions- und Personalberatung UG und da vermitteln wir hauptsächlich qualifizierte Fachkräfte aus der Türkei, aber das System, was wir aufgebaut haben, das Konzept, die Strukturen, Organisation, die kann man in allen Drittstaaten anwenden. Wie funktioniert das? Kannst Du uns da einen Einblick geben? Es ist so, dass wir, dass ich auch schon früh angefangen habe als Drittstaat die Türkei mir ins Ziel vorgenommen habe. Da habe ich schon Netzwerke aufgebaut.

Das bedeutet, ich habe vor Ort Sprachschulen angesprochen, ich habe vor Ort Berufsschulen angesprochen oder Universitäten angesprochen und habe mir dort Teams aufgebaut, die genau das so ansetzen, dass wir zunächst einmal herausfinden, wie ist der Bildungsstand in der Türkei, welche qualifizierten Fachkräfte in welchen Branchen existieren und welche möchten nach Deutschland kommen. Das war eine langfristige Vorarbeit, die circa 6 Monate gedauert hat. Danach haben wir dort Strukturen aufgebaut. Das bedeutet, wir setzen schon im Drittstaat an, so weit, dass wir Sprachförderung vornehmen, dass wir die berufliche Abgleich vornehmen. Das bedeutet, was ist ein Berufsschulabsolvent in der Türkei, vergleichbar mit 'nem deutschen Berufsschulabsolventen oder eine universitäre Ausbildung mit dem deutschen universitären Ausbildungssystem, Studiumsystem.

Das hat uns natürlich für die Praxis vieles erleichtert. Das bedeutet, wenn ich jetzt zum deutschen Unternehmen gehe oder ein deutsches mittelständesunternehmen mich aufsucht, dann weiß ich gezielt, wo ich suchen muss und wen ich ansprechen muss. Das bedeutet, wir erledigen von A bis Z, also von der Anwerbung in Drittstadt bis zum Onboarding. Wir holen auch die Fachkräfte am Flughafen ab. Das geht ja hier noch weiter.

Unterkünfte müssen gestellt werden. Das soziale Leben muss organisiert werden. Sprachförderung muss auch hier weitergeführt werden. Also das sind ist 'n mehrstufiges ein Phasenmodell, was 'n Prozess ist und was für alle Unternehmen eine Herausforderung ist, aber unser ganzheitliches Angebot, Dienstleistung zielt genau auf diese Lücke. Ja.

Welche Engpässe konkret gibt es, wenn man jetzt das Unternehmen hingeht und sagt, okay, wir sind interessiert an 1 an 1 an 1 Dienstleistung wie bei dir zum Beispiel. Wir möchten gerne Fachkräfte eben halt aus dem Ausland holen. Welche Engpässe sind so die gravierendsten, die dir immer wieder aufgefallen sind, wo wo Du immer wieder drüber gestolpert bist und wo es auch für dich jetzt heute als Profi auch manchmal auch noch immer nicht so leicht ist, eben halt jede Hürde zu nehmen. Also es sind natürlich, ich hab so eine Top List, wo ich dann das heruntersage. An erster Stelle kommt immer das der bürokratische Dschungel.

Also die bürokratischen Hindernisse, Hürden sind immer noch vorhanden. Wir haben zwar das Fachkräfteeinwanderungsgesetz seit 2020, jetzt wurde es noch mal novelliert, erneuert sozusagen. Einige Erleichterungen sind jetzt vorhanden, aber nichtsdestotrotz die Migrationsverwaltung, die Visastellen, die Ausländerbehörden, die Arbeitsagentur für Arbeit, all diese Behörden haben mit diesem Verfahren zu tun und das nimmt in bestimmten Branchen, in bestimmten Berufen sehr viel Zeit in Anspruch. Bis jetzt war es ja so, dass man ohne berufliches Einerkennungsverfahren, welches in Deutschland durchgeführt worden ist, überhaupt gar nicht einreisen konnte. Also die Fachkräfte haben manchmal monatelang, insbesondere im Gesundheitswesen ist es so, dass die da 6 bis 8 Monate auf 'n Bescheid gewartet haben von der Berufsanerkennungsstelle, dass sie dem deutschen Pflegefachfrau oder Pflegefachmann gleichwertig sind und der erst dann durften sie einreisen.

Ja, das ist genau das, was wir nicht brauchen können, ne. Genau, also so lange möchten die Unternehmen nicht warten. In anderen Branchen ging es dann auch schneller, aber man braucht dort halt für Einheitlich und Vereinfachung. Es muss effektiver und schneller vorankommen. Jetzt durch das Gesetz ab März 2024, durch die Novellierung wird die formale Berufsanerkennung für nicht reglementierte Berufe, das sind Berufe, die meisten Berufe in Deutschland reglementiert sind halt nur im Gesundheitsbereich oder Lehramt oder öffentlicher Dienst.

Alle anderen Berufe, ich sag mal jetzt 'n Koch oder 'n Mauer, der soll ab März 2024 mit 1 formalen Anerkennung im Herkunftsland, das bedeutet, er braucht 2 Jahre Berufsanerkennung in seinem Herkunftsland, 2 Jahre Berufserfahrung, dann kann er schon einreisen. Also ist schon mal eine Erleichterung. Ja. Sonst müsste er hier durch die verschiedensten Anerkennung stellen. Für die Köche zum Beispiel ist IHK Fosa zuständig.

Da habe ich auch eigenständig viele Verfahren durchgeführt. Das bedeutet, da hat man erst mal die ganzen Dokumente eingereicht, alles natürlich übersetzt, dann hat man Formulare ausgefüllt, das wurde dann monatelang bearbeitet und dann erhielt man erst einen Bescheid und erst dann konnte man weitermachen mit den Ausländerbehörden, mit dem Visa stellen. Das muss viel schneller gehen. Na gut und da ist die Hoffnung, auch auf deiner Seite denke ich mal, dass es dann am Herzen auch wirklich einfacher läuft, ne? Ja, also die Hoffnung ist da.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich denke mal, personell muss da auch vieles aufgestockt werden. Und bei der Digitalisierung, Oliver weißt Du ja, wie wir sind, also Fax haben wir gerade mein Tons gebracht. Das muss auch zentralisiert vereinfacht werden und die verschiedenen Ministerien, die da ja damit zusammenhängen müssen, auch zusammenarbeiten, da müssen Netzwerke, Schnittstellen entstehen, wo man halt genau, wo die Fachkraft im Drittstaat Drittstaat schon weiß, wie bewerbe ich mich, wo bewerbe ich mich, wie komme ich und wie lange dauert das? Also das ist immer so offen und auch eine Überraschung manchmal.

Ja, bei Schnittstellen musste ich jetzt gerade 'n bisschen grinsen, weil das ja irgendwie immer unser Thema, ne, die Schnittstellendhematik. Ne. Kubila, wie sieht denn jetzt jetzt haben wir diese Behördenhürde hinter uns, jetzt sind wir gute Hoffnung, dass ab nachts besser läuft. Was muss denn ein Unternehmen tun, damit eine Integration auch wirklich gut funktioniert? Jetzt jetzt sagst Du ja eben Türkei, jetzt ist zum Beispiel für dich 'n Land, wo Du sagst, da ist in Zukunft viel Potenzial.

Jetzt haben wir natürlich hier auch eine, glaub ich, eine also von der Bevölkerung her viele türkische türkischstämmige Einwanderer, die irgendwann in den Fünfzigern ja wahrscheinlich dann nach hier gekommen sind. Wir haben, glaube ich, auch 'n gutes 'n gutes Umfeld auch, glaube ich, geschaffen in Deutschland mittlerweile. Was sind denn trotzdem noch Hürden aus deiner Sicht? Also für die Unternehmen ist es eher eine Frage zunächst, es stand gar nicht auf der Tagesordnung. Fachkräfte aus dem Ausland, deswegen habe ich einen Leitfaden dazu verfasst, ist wirklich 'n Leitfaden sehr kurz verfasst, damit sich jemand, der sich mit dem Thema noch überhaupt gar nicht auseinandergesetzt hat, zumindest eine Haltung dazu entwickelt und mein Ansatz ist eine positive Haltung zu entwickeln, weil aus der Not, die Not ist halt 'n akuter Fachkräftemangel jetzt eine Tugend zu machen.

Das liegt im Mittelstand in deutschen Unternehmen vor. Und da sind natürlich die Hürden, genau was wir eben gerade besprochen haben, also kein mittelständisches Unternehmer hat jetzt nur mal Interesse oder Lust daran, mit den Behördengängen vorbereitende Formulare ausfüllen, Übersetzer zu finden, Sprachbarrieren, Sprachförderung, das muss natürlich auch staatlich unterstützt werden, gefördert werden. Also da ist auch wiederum die Politik gefragt, die genau diesen Rahmen schaffen muss, dass mittelständische Unternehmen und insbesondere mittelständische Unternehmen können für die Integration von sowohl Erwerbsmigranten, die ich hier einmanne, zu arbeiten, aber auch von Geflüchteten, die, sage ich mal, schon vor Ort sind. Also da kann man auch dieses Potenzial ansprechen als mittelständisches Unternehmen. Aber man braucht halt Unterstützung von staatlichen Stellen.

Also gerade die Sprachbarriere ist natürlich die wichtigste, ne, die Kommunikation herzustellen. Ich glaub so diese dieser kulturelle Rahmen, der ist glaube ich schon gegeben in unserem Land, ne. Also ich glaub, da sind gibt's viele Anlaufstellen und viele Möglichkeiten auch, aber dann eben halt die Kommunikation dann einfach zu verbessern, ne. Das ist ein wichtiger Punkt, denke ich. Ich denke auch, dass die kulturellen Unterschiede nicht so wesentlich sind.

Ich bin ja, ich mache auch interkulturelle Trainings, ich mach auch Integrationsmanagement darauf bezogen, aber also ich nenne immer das Beispiel, wenn Menschen weinen und lachen, da kannst Du den Unterschied nennen, so die hinter der Trennwand stellst, nicht wissen, ob welcher Herkunft, welcher Sprache, welche Religion dieser Mensch zugeht. Also Emotionen, Gefühle, Charakter, Persönliches. Dieses Miteinander klappt bei mittelständischen, kleineren Unternehmen viel besser und deswegen können die viel mehr darauf, auch wenn kulturelle Unterschiede manchmal gibt es natürlich bei der Essenskultur gibt es Unterschiede Musikkultur, wie man sich begrüßt. Das sind aber jetzt keine Hürden in dem Sinne. Damit bereichert man sich auch.

Also diese Vielfalt, diese Einwanderung aus dem Ausland, diese Menschen bringen Qualifikationsfähigkeiten, Fertigkeiten, aber auch persönliche, charakterliche Eigenschaften mit, die wirklich bereichernd sind, sowohl für Unternehmen auch als für uns Gesellschaft, für die Nachbarn. All das muss natürlich ermöglicht werden in einem Rahmen, wo Sprache da zum Thema noch mal Wir bieten ja auch Sprachcoachings an, berufsbezogen. Das bedeutet wir nehmen uns vor, für die Köche haben wir zum Beispiel 'n Programm erarbeitet, wo wir uns 300 Worte aus der Küche genommen haben, was dann als Werkzeug zur Verfügung sein muss, wie man mit den Kolleginnen und Kollegen spricht, wie man mit Gäste anspricht. All das bearbeiten wir individuell. Wie gesagt, da das sind Maßnahmen, die natürlich auch finanziert werden müssen, wo auch Unternehmen sagen, ja, ob ich die Kosten dafür aufbringen kann, ob das Budget dafür da ist.

Genau dort müssen auch Förderungen, ja. Also insgesamt für die gesamtdeutsche Wirtschaft ist der Fachkräftemangel, letztes Jahr hat man das ja berechnet, 90000000000. Wenn man das entgegensetzt, indem man Förderprogramme diesbezüglich dann auch direkt an die Unternehmen Ja. Hinweist, das bringt für die Gesamtwirtschaft auch. Ja, ich bin bin eine ganz deiner Meinung.

Der Schaden war bei 90000000000, wenn man's ausrechnet dementsprechend. Kuwai, hol uns doch mal ab. Wo siehst Du denn den größten Bedarf im Moment? Welche Branchen müssen denn eigentlich jetzt im Moment und ganz schnell handeln, damit man eben halt wieder aufn grünen Zweig kommt? Handwerkerinnen und Handwerker wie Du halten die Welt zusammen und wir halten dir den Rücken frei.

Wir stehen für Innovation im Handwerk, für Lösungen, die vorangehen und für Arbeit, die sicher und smarter wird, weil Handwerk Zukunft ist. Ich lächele son bisschen. Ich hab das Gefühl, dass es überall der Fall ist. Also aufgelistet wird das ja mit den Gesundheitswesen, dann kommen MINT Berufe. Handwerksberufe sind eigentlich mehrheitlich, womit ich jetzt in letzter Zeit zu tun hatte, sowohl von der Baubranche als auch andere Bereiche wie Hotellerie, Gastronomie, womit ich überhaupt am Anfang meiner Tätigkeit gar nicht gerechnet hatte.

Also ich dachte eher Ingenieure, ITler in diesen Bereichen, aber gefühlt, aber akut gefühlt ist natürlich der Gesundheitsbereich für uns alle wichtig und da versucht man auch durch die gesetzlichen Änderungen auch eine Vereinfachung. Wie kann man denn einen Erfolg oder wie könnte man denn den Erfolg messen, ob eine Integration, ob eine ob eine ob die Zuwanderung, ob ob die Implementierungen im Unternehmen überhaupt funktioniert hat. Wie könnte man das am besten messen aus deiner Sicht? Wie man das messen kann? Also ich messe es so, dass ich die vor Ort besuche, direkt beim Betrieb mache.

Sowohl vor bevor wir beginnen natürlich mit dem Verfahren, mit dem Prozess und auch in der Mitte und auch danach. Also ich hab auch sehr viele Fachkräfte, auch Unternehmer, die mich dann nach 6 Monaten, 8 Monaten oder sogar nach 'nem Jahr wieder am Anrufen, Kugel gleich, wie geht es dir? Es hat alles soweit toll geklappt. Wir sind jetzt eingelebt. Ich hab der 1., der herkam, war ein Koch.

Der ist jetzt seit zweieinhalb Jahren da. Er hat schon geheiratet. Also er ist schon und fühlt sich schon. Also Deutschland ist schon eine Heimat für ihn geworden sozusagen. Diese Feedbacks hole ich mir natürlich immer ab.

Und natürlich gibt es Die Mehrheit ist zufrieden, natürlich gibt es auch Menschen, die mit den Schwierigkeiten, mit den Herausforderungen nicht so einfach klarkommen. Da unterstützen wir auch, nachdem sie hier eingereist sind. Also wir sind immer Ansprechpartner für beide Seiten. Gugelai, wie wie ist das Oder lass uns noch einmal ganz kurz für kleine und mittelständische Unternehmen einfach noch mal die Vorteile, die die es bringt, die es mit Benötigt bringt, eben halt jetzt eben über Integration, über Stellen, über Zuwanderung, über Zuwanderung, über Drittstaatenzuwanderung eben halt. Was konkret ist der Vorteil für diese Betriebe, wenn sie sich mit dem Thema jetzt auseinandersetzen und eben halt auch dann auch da ranwagen, ne.

Denn ich glaub, dieses Herangehen ist ja nun mal auch eine 1 gut noch mal eine Hürde, die dann mehr in der Person dann liegt oder in dem Unternehmen dann auch liegt, wo man sagt, okay, Riesenaufwand, wollen wir den betreiben? Wie machen wir das? Aber lass uns noch einmal kurz bitte den den Vorteil aufn Punkt bringen. Also der Vorteil ist, es wird sich wahrscheinlich jetzt hart für einige anhören, sie bleiben wirtschaftlich bestehen. Also ich sag mal, der deutsche innerdeutsche Arbeitsmarkt, der innereuropäische Arbeitsmarkt und auch in Europa haben wir Fachkräftemangel.

Also Spanien, ich sag mal Italien, Frankreich ist davon betroffen und auch die möchten die Fachkräfte anwerben. Das bedeutet jedes deutsche mittelständische Unternehmen, kleines Unternehmen, welches sich mit dem Thema jetzt Fachkräfte aus dem Ausland nicht beschäftigt, der ist im Nachteil insbesondere, weil er oder sie keine Fachkräfte mehr finden wird, Arbeitskräfte mehr finden wird. Das bedeutet, je früher man sich man sich mit dem Thema Fachkräfte Einmahnungen beschäftigt, desto weniger Fachkräftemangel wird ein Thema sein. Vorteile sind, dass kleinere Betriebe eher persönlicher mit den Fachkräften umgehen kann. Also ich hab jetzt 'n Physiotherapiepraxis vor 3, 4 Monaten betreut.

Da kam eine Physiotherapeutin aus der Türkei. Die Unternehmerin und der Unternehmer ist 'n paar, die das die Praxis leiten. Die haben von Anfang bis Ende den ganzen Prozess mitverfolgt. Also wir haben Onlinegesprächen natürlich zuerst erstmal Vorstellungsgespräch geführt. Dann kam es zwischendurch, dass dann Whatsapp Gruppen gebildet worden sind, Videos haben die dann ausgetauscht.

Also sie waren waren ständig in Kontakt und in Kommunikation. Und als wir sie dann gemeinsam am Flughafen, Hamburger Flughafen abgeholt haben, habe ich eher das Gefühl gehabt, das ist 'n Familienmitglied. Also sie haben sich umarmt, die Unternehmer haben sich auch für die Wohnung, die haben die Wohnung eingerichtet, also auch die Physiotherapeutin war sehr gut ausgebildet, B2 Deutschkenntnisse meines Erachtens sogar C1, also sie sprach fließend Deutsch und sie waren auch verwundert, dass das so schnell klappt. Die Nachbarin, wo die dann auch an dem Tag in der Wohnung war, hat sich dann mit ihr unterhalten. Jetzt höre ich, letzte Woche hatten wir 'n Telefonat wieder, dass auch die Patienten sehr, sehr zufrieden sind und sehr glücklich sind, dass jetzt die Physiotherapeutin Aileen dort ist und sie wurde sehr gut aufgenommen.

Das bedeutet, in kleinen Betrieben klappt sowas viel besser. Das ist meine Erfahrung als in größeren Betrieben, wo Hunderte von Menschen anonym aneinander vorbei leben, vorbei arbeiten. Leider haben wir auch solche Unternehmen. Deswegen der Mittelstand sollte sich wirklich Gedanken darum machen und zusätzlich noch mal einmal Fachkräfteeinwanderung plus das potenziell, was auch hier ist. Also geflüchtete Menschen, die hier anerkannt worden sind deren Verfahren, die bringen ja auch Fertigkeiten, Fähigkeiten, Qualifikationen mit und sind auch motiviert zu arbeiten.

Man muss in die Möglichkeit geben. Jetzt gehen wir mal in den Mittelstand rein. Jetzt haben wir 'n Unternehmen mit 50 Mitarbeitern. Du hast jetzt grade genau beschrieben, wie son Unternehmen, 'n kleines Unternehmen super machen kann und und wie dann wie dann auch sone ja ein reibungsloser Ablauf ja im Endeffekt dadurch auch entstanden ist. Aber jetzt gehen wir mal davon aus, wir haben son Unternehmen, 50, 60 Mitarbeiter und das werden jetzt genau aus der Situation heraus, wie Du schon sagst, eben halt massive Probleme.

Wir alle im Handwerk brauchen Personal. Jetzt werden auf einmal 6, 7 Leute bedeutet. Wie hast hast Du da einen Tipp vielleicht, wie man da am besten vorgeht, damit man auf der einen Seite natürlich a die die Person bekommt mit den entsprechenden Qualifikationen, auf der anderen Seite aber auch dann dieses Menschliche eben halt hinbekommt, ne? Denn aus meiner Sicht ist das das Wichtigste, ne, dass man dass man dass man wirklich dann miteinander dann auch nachher arbeiten kann und und dass es ein 1 positives Miteinander ist, ne. Also was wir ja machen auch für größere Unternehmen, dass wir genau sagen, das ist 'n Projekt.

Also von der Projektplanung bis zur Umsetzung, Durchführung, all das. Die Geschäftsführung ist mit eingeplant, die Personalabteilung sind halt die Vor Ort Mitarbeitern, da führen wir Gespräche. Also alle müssen auf die neuen ankommenden Fachkräfte vorbereitet werden. Da müssen Strukturen aufgebaut werden. Da müssen auch Ebenen geschaffen werden, wo eine Unternehmenskultur, wenn sie bis jetzt noch keine internationale Talente Fachkräfte hatte, dass man einmal psychisch auf sich wirken lässt, wie das Zusammenarbeiten klappen wird, welche Sprachbarrieren vorhanden sind, wenn sie wie man da Lösungen auf diese Herausforderung eingehen kann.

Also man braucht wirklich organisiertes, strukturiertes Denken, 'n ganzheitlichen Ansatz. Mhm. Wenn Sie da überfordert sind, können Sie uns gerne ansprechen. Wir bieten diese Dienstleistungen an. Ja, ist ja ein guter Hinweis.

Also es gibt auf jeden Fall Dienstleister im Markt, die genau diese Sachen dann eben halt auch mit mit entsprechend unterstützen, denn da sehe ich halt auch eine Riesenaufgabe eben halt auf den Unternehmer eben halt in solchen Unternehmen und eben halt in der Organisation das Ganze irgendwie auch handeln zu können. Also es ist auch sehr wichtig, dass man's eben halt dann rausgeben kann und den professionell einen da einfach abgeben kann, ne. Das ist insbesondere sehr wichtig Oliver, weil viele haben sich in diesem Bereich überhaupt gar nicht gesehen. Also es ich wünsche mir Wettbewerb. Es ist ja auch so, wenn man sich die Zahlen anschaut, 400000 Menschen müssen jährlich einreisen, das sagt die Wirtschaftsweisen Frau Schnitzer.

Das sind Hochrechnungen, Statistiken, die bis 2030 von 3 bis 4000000 Menschen sprechen. Das werden wir nicht meist sein können. Also wir brauchen Wettbewerb, aber auch seriösen fachlich, sachlich und auch die Dienstleistungen, die das ganzheitlich sehen, weil sobald man dieses voneinander trennt, klappt das am Ende nicht. Und da scheitern auch viele dran, im Gesundheitswesen habe ich das miterleben können von anderen, wo man dann auch bestimmte Länder sich vorgenommen hat, aber wo wir die Vorbereitung gar nicht waren, wo die Strukturen noch gar nicht vorhanden waren und am Ende hat man die nicht so guten Ergebnisse. Jetzt haben wir ja sehr viel über die Unternehmen auch gesprochen, über die Potenziale und Chancen, die ja da sind.

Es gibt's ja leider in Deutschland im Moment Strömungen auch, die der ganzen Thematik sehr pessimistisch entgegenstehen, vielleicht sogar auch mehr, worauf wir es nicht eingehen möchten, aber was ist denn der der positive Effekt für die Gesellschaft? Du hast eben schon ein paar Punkte angesprochen oder gehören ja auch wirtschaftliche Themen dazu. Also es ist ja sehr facettenreich, was jetzt eben mal gerade auch auf das Land, auf die Gesellschaft, auf die Wirtschaft insgesamt zukommt. Also ich gehe mal 60, 70 Jahre zurück. Die Migration in Deutschland hat mit den Gastarbeitern angefangen.

Die Gastarbeiter sind nur zum Arbeiten hergekommen. Also das waren keine soziale Empfänger, kein Bürgergeldempfänger. Auch die hat man jahrelang nicht wahrgenommen, nicht wertgeschätzt. Sie haben wirklich sowohl für die Wirtschaft auch als für die Gesellschaft, auch deren Kinder, deren Enkelkinder sind jetzt in der Politik, in der Kunst, in der Kultur, überall in der in den Medien auch zu sehen. Wir haben Minister mit Migrationshintergrund.

All das muss endlich anerkannt werden durch uns alle. Also ich definiere mich an erster Stelle als Hamburger, als Deutscher und meine Herkunft kommt dann als dritter Stelle. Also daher müssen wir eine Gesellschaft schaffen. Ich weiß, dass diese leider diese Bestrebungen vorhanden sind. Abschottungspolitik, Menschen, Angstpolitik, all das.

Natürlich gibt es, ich sag mal, Herausforderungen mit Immigration, mit Integration. Man darf das auch nicht verschweigen. Man muss dort auch wirklich ansetzen, aber die Gesellschaft kann durch die Vielfalt nur bereichert werden. Also es ist kein Nachteil. Ich sag mal, ich nenn jetzt die Marke nicht, eine Supermarktkette hat jetzt eine Werbung rausgebracht, wo sie alle Waren aus dem Sortiment genommen hat und da bleibt nicht viel übrig.

Also werden alle Menschen mit Migrationshintergrund, Ausländer, die irgendwo tätig sind in Deutschland, dann steht das Leben in Deutschland still, sage ich. Und da werden auch diese Kreise, die das Leben in Deutschland still, sage ich. Und da werden auch diese Kreise nicht ihre Brötchen bekommen, nicht die Bahn fahren können, auch nicht ihre Häuser repariert bekommen. Da wird es viel. Ja, ist vollkommen richtig, bin ich bin ich ganz deiner Meinung.

Kupilay. Kupilay, hast Du uns einen Hack mitgebracht, ein Tipp für unsere Zuschauer? Also mein Hack ist wirklich, ich hab das ja auch bei meinen Leitfaden, bei meinen Büchlein als erstes hervorgehoben, eine positive Haltung zu Migration, zu Fachkräfteeinwanderung und zweitens wirklich sich Gedanken darüber machen, sich damit befassen, wie eine Struktur, Unternehmenskultur, dass es eine Transformation stattfinden kann diesbezüglich. Wer sich jetzt damit beschäftigt, ist wirklich 'n Vorteil. Definitiv.

Also gebe ich dir vollkommen recht. Dann kommen wir zum Abschluss jetzt noch auf eine gezielte Frage fürs Handwerk. Wie ist so deine Einschätzung, wie das Handwerk in der Gesellschaft wahrgenommen wird? Ist es eine gute Einschätzung, ist es eine mittlere Einschätzung eher eine schlechte Einschätzung und warum? Also Handwerk hat nicht den Stellenwert, den es verdient.

Ich finde, wir brauchen mehr Meister als Schmaster. Das ist wirklich so, weil ohne Handwerk auch ich bin auch sehr, ich sag mal, technologie interessiert. Also ich studiere jetzt auch Master Digitalisierung und aber nichtsdestotrotz ohne menschliche Händearbeit wird vieles, auch wenn die Technologien sich erweitern, neue dazukommen. Der Mensch ist immer ein Teil 1 Maschine, mit der Maschine bedient es. Ist auch der Handwerk insgesamt, ich mein, wenn wir uns anschauen, wenn irgendwas in der Wohnung mal kaputtes, repariert saniert werden muss, ne, ohne Handwerker.

Einige warten jetzt seit Wochen auf die Handwerker, weiß ich. Wie gesagt, das zeigt, wie wichtig das ist. Das muss aber auch schon in der nicht nur in der Grundschule, sondern schon in den Kitas in klein nahegebracht werden und auch in den späteren Jahren. Also mittlerweile ist es auch so, dass man im Handwerk auch sehr gut verdient. Eine Zeit lang war das ja auch, dass er, wo man wirklich gesagt hat, ich akademisiere mich, damit ich halt meine Lebensstandardverhältnisse verbessere.

Man, also die Politik ist gefragt, die Medien sind gefragt, Du machst eine tolle Arbeit, den Handwerk den Menschen nahebringen und damit, denke ich mal, wird der Stellenwert auch steigen. Kubilà, vielen Dank. Das war Kubilà Derdli. Schön, dass Sie zugeschaut haben und bis zum nächsten Mal.

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