Cover: Tigran Tatintsian - Nachhaltigkeit im Handwerk

Tigran Tatintsian - Nachhaltigkeit im Handwerk

14. Mai 2025 22:21 Min. Zu Gast: Tigran Tatintsian
0:00 22:21

Worum es geht

In dieser Folge erzählt Tigran Tatintsian, wie er sich vor 12 Jahren aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig gemacht hat. Er teilt seine Sicht auf Nachhaltigkeit im Handwerk und warum Upcycling für ihn ein zentrales Thema ist. Eine persönliche Geschichte über Neuanfang und bewussten Umgang mit Ressourcen.

Das nimmst du mit

  • Der Weg aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit ist möglich und kann langfristig tragen.
  • Upcycling lässt sich als fester Bestandteil eines nachhaltigen Handwerksbetriebs verstehen.
  • Persönliche Überzeugungen zur Nachhaltigkeit können ein Geschäftsmodell prägen.
  • Mehr als ein Jahrzehnt Selbstständigkeit zeigt, dass Ausdauer und eine klare Haltung sich auszahlen können.
Aus dieser Folge
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Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!

Die wichtigsten Antworten

Wer ist der Gast dieser Folge?
Der Gast ist Tigran Tatintsian, der sich vor 12 Jahren aus der Arbeitslosigkeit selbstständig gemacht hat.
Worum geht es in der Folge?
Es geht um Nachhaltigkeit im Handwerk, Tigrans Weg in die Selbstständigkeit und seine Sicht auf das Thema Upcycling.
Was bedeutet Upcycling in diesem Zusammenhang?
Tigran teilt in der Folge seine persönliche Ansicht zum Upcycling als Teil eines nachhaltigen Handwerks.
Wo finde ich mehr Inhalte des Podcasts?
Weitere Inhalte gibt es auf Instagram unter @handwerkspricht.

Zu Gast

Tigran hat sich vor 12 Jahren aus der Arbeitslosigkeit selbstständig gemacht und beschäftigt sich mit Nachhaltigkeit und Upcycling im Handwerk.

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Transkript

Herzlich willkommen, meine lieben Zuschauer, zur neuen Folge von Handwerk spricht, der Sendung, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Handwerk verbindet. Und heute habe ich 'n ganz interessantes Thema und 'n ganz interessanten Gast. Tighan, hi, schön, dass Du da bist. Hallo, Hallo. Und heute geht's unter anderem ums Thema Nachhaltigkeit und darum, alte Gegenstände, die zum Beispiel in Gebäuden verbaut sind, wieder in die Nutzung zu bringen und wieder zu gebrauchen und wieder schön zu machen.

Tighan, dich doch bitte mal kurz vor und bring doch mal dein Thema Nachhaltigkeit und Sachen eben halt hübsch zu machen in Verbindung mal mit dem Handwerk. Ja, mein Name ist Tigran Tigran Tigran Tigran Tigran, wie bereits schon erwähnt. Ich hab vor 12 Jahren aus der Arbeitslosigkeit die Schnapsidee gehabt, mich selbstständig zu machen. Das ging natürlich wie auch immer noch, hat mit Punkrock angefangen und es ist immer noch Punkrock, sehr unkonservativ mit 'n paar Fabriklampen los, die wir irgendwo in Brandenburg, ich glaub, mit Fahrland, das war eine alte 'n alter Obsthof. Da haben wir die ersten 100 Lampen abgebaut.

Das war son schwarz weißen, ganz typischen Emalyatenlampen von der Firma Lampow Leipzig, die ich zuvor bei eBay gesehen habe, wo 1 zwischen 30 und 60 Euro an den Tisch geht. Und da dacht ich mir, okay, was ist für meine 100 oder 200 oder 300 rauszerrt? Ja, so sind wir halt jeden zweiten, dritten Tag mit meinen mit meinen Kindheitsfreund Alexander Smilalf rausgefahren und haben uns halt diese alten Objekte, Bunkellampen, Fabriklampen, alte Bänke und son Zeugs rausgezehrt. Es waren keine 2 Monate, bis uns ein bekannter Steuerberater auf die Finger gehauen hat und gesagt, ey Leute, ihr könnt nicht so viel Kohle machen von jetzt auf gleich und lasst nicht anmelden, funktioniert so nicht. Und dann dacht ich, okay gut, reizen sie mal aus, machen wir weiter, bis es dann irgendwann offiziell wurde.

Und so ging's dann weiter. Also wir sind da irgendwie reingerutscht. Früher oder später hab ich meinen ehemaligen Partner kennengelernt, der hat mittlerweile die Firma. Wir haben beide die Firma Urban Industry vor 8, 9 Jahren aufgebaut, sehr erfolgreich aufgebaut, aber auch wieder Punkrock. Wir hatten eine sehr schöne Zeit gemeinsam.

Und bevor wir wussten, dass Urban Industrial Urban Industrial wird in Berlin und wir von Zwischennutzung, von Holt sich dann auf der anderen Seite 'n S-Bahn-Bogen ziehen vom S-Bahn-Bogen in die Köpenegger Straße mit der Architektenfamilie Bächstein. Gott sei Dank gibt's 'n paar Leute in Berlin, die dann halt Zwischennutzung rausgeben, von Ort zu Ort ziehen. Ja, das war irgendwie sehr spontan. Wir haben uns kennengelernt, am nächste nächste Woche sind wir rausgefahren gemeinsam, haben Einkäufe gemacht, einen Monat später wurde das Gewerbe angemeldet und ins Leben gerufen. Es hat mit Möbel angefangen, dann wurde das auch wieder abrupt größer.

Wir hatten unser unser erstes gemeinsames größeres Werk und zwar Arzberg bei Selb. Das ist eine 'n Porzellan, der 'n paar Jahrhunderte Bestand hat. Und dort konnten wir nicht nur LKW weiße Espressotassen und Untertassen mitnehmen, die kurz vor der vor der Massemühle waren und kurz vorm Verschrotten, sondern auch Möbel der letzten 2 Jahrhunderte. Also aus einem Spritterladung wurden, glaub ich, irgendwie 6 oder 7 Trucks hier in Berlin aufgeschlagen, blutgeleckt, dass da sehr viel zu holen ist, weil dieses Nachhaltigkeitsthema, was heute ja, würd ich sagen, zu 95 Prozent geheuchelt ist und einfach nicht stimmt, war damals so grade im Ankommen. Ich meine Was ist denn für dich Nachhaltigkeit?

Wenn Du's schon so so sagst, 95 Prozent ist nicht ehrlich, was ist das Nachhaltigkeit ist ist nicht ganz sicher nicht die Kaffeepackung, wo Fairtrade draufsteht, wo der wo der Kaffeebauer im Ausland mit 5 Cent mehr die Stunde ausgebeutet wird. Nachhaltigkeit ist für mich auch nicht, wenn man neues Holz besorgt und dann son Vintage Like Möbel zusammenschustert, schwierig. Ich bin da sehr radikal mit meiner Meinung. Und Nachhaltigkeit ist für mich tatsächlich, wenn man auf alte Baustellen eingeladen wird wie wir, weil's, wie gesagt, diese nicht konservativen großen Bauherren gibt und die dann sagen, ey Jungs, über die Summe einigen wir uns noch oder ob ob's eine Spende wird oder ob ihr die Ecke 'n Spielplatz aufbaut, whatever. Hier ist eine Baustelle, das sind 20000 Quadratmeter, die das Behördengebäude aus den Sechzigern.

Hier gibt's Trabentinwände, wie auch bei euch an der Fassade, die könnt ihr abbauen. Es gibt Trennelemente im Flur und auch zu den Büros. Es gibt Beleuchtung, es gibt Sitzmöbel, es ist alles da. Wir sprechen es ab. Ihr überlegt, wie viel ihr haben wollt, wie wir uns einig werden und so weiter und so fort.

Schade, dass es die ganzen Liegenschaften in Deutschland nicht machen, weil die ja sehr alt eingefahren sind und meistens am Bürotisch sitzen mit ihrem festgehalten und die interessiert Nachhaltigkeit 0. Und da sind wir wieder bei diesem Punkt Nachhaltigkeit und inwiefern das halt vor allem städtebaulich auch geräuchert wird. Das heißt also, eben grade im öffentlichen Bereich, da wird das, da werdet, kommt ihr nicht zum Einsatz oder eher weniger zum Einsatz? Ich möchte mich nicht ausm Fenster lehnen und jemand diskreditieren, aber tatsächlich würd ich schon behaupten, dass die Öffentlichen sich schon mehr engagieren könnten, zu sagen, ey, da ist eine Firma. Wir müssen jetzt nicht unbedingt unsere Baustelle mit 100 Mann und Baugeräten und 80000 Euro Kosten pro Tag stoppen, dass die reinkommen.

Aber dass man präventiv mal sich mit den Menschen zusammensetzt und sagen, ey, jede Etage hängen 70 Jahre alte Mülltonnen an der Wand. Die sehen ganz funky aus und Beleuchtung und die Fenster kommen rausgerissen, das Marmor an den Treppen auch und vielleicht sogar das Treppengeländer. Und da sind welche, die damit was anfangen können und die geben den Objekten oder den Möbeln noch weitere hundert-, zweihundert-, Dreihunderter Jahre nach dem Restaurieren die Möglichkeit zu überleben, bevor die Planierraub kommt, einmal übers Gebäude und dann ist es dann nur noch Land und eine von den diversen großen Architekten Malta irgendwas und was Neues entsteht. Und das, was da vorher war Geht verloren, ne. Es gerät in die Vergessenheit.

Ich meine, wer von uns erinnert sich an den Uropa oder an den Uro Oper, was er gemacht hat und so weiter und so fort. Also und das sind nur Objekte, das sind nicht mal Menschen. Von daher, das wird vergessen und ja, und das ist eben nicht nachhaltig. Also kurz und knapp im Grunde ist die Ressourcenschonung für dich eigentlich der die Motivation, wenn man so will, ne? Es ist, primär möcht ich natürlich Geld generieren, aber sekundär schon die Motivation schlechthin.

Ja klar, natürlich. Also Du verbindest quasi beides dann miteinander? Ich bin absoluter Estate. Also es ist nicht so, dass ich alles am liebsten behalten würde. Ich muss damit arbeiten, sonst kann ich meinen Leuten nicht bezahlen, mich nicht bezahlen und meine Entwicklung bezahlen.

Aber es hat, es ist es ist der zweitgrößte Stellenwert, ne. Also ohne verdienen, zu verdienen geht das nicht. Aber es ist ja Gut, klar, gehört dazu. Den Beweggrund schlechthin. Klar.

Ohne will ich das nicht machen. Lass uns mal über einen Begriff sprechen, der son bisschen so in der Grauzone, glaub ich, ist, Upcycling. Wie was verstehst Du unter Upcycling und was wird in der Außendarstellung eher unter Upcycling gesehen? Weil ich glaub, da gibt's schon mal Differenzierung auch, aber bisschen unsere andere Wahrnehmung an der Stelle, ne. Na ja, wenn Du irgendwie sone Untertasse nimmst, deine Kerze reinstellst, die anmachst, dann ist es jeden Fall keine Tasse mehr, wo Du Kaffee draus trinkst, sondern eigentlich eher son Kerzenständer.

Das ist Upcycling. Kann was Altes, kann was Neues sein. Upcycling sowie auch Shabbishick oder irgendwelche anderen komischen, erfundenen Begriffe benutzen wir tatsächlich sehr ungerne, aber es passiert dann auch. Das heißt, wenn man 'n altes Schwerlastenregal hat mit Rundprofil und schönen Beinen aus den Zwanzigerjahren und daraus 'n Untergestell für 'n Tisch baut und dann eine schöne alte Eiche draufkommt, dann ist es eine gewisse gewisses Upcycling, eine Zweckentfremdung. Es ist kein kein negatives Wort, aber das benutzen wir einfach als solches nicht, weil das nicht so oft passiert.

Wir versuchen halt minimalinvasiv Sachen zu restaurieren, wennzelmühlbel oder Beleuchtung geht. Und ja. Welche Technik nutzt ihr da? Weiß ich nicht, Werkzeuge, Materialien, die ihr ergänzt? Gibt's da irgendwas, was man so immer einsetzt oder ist das immer sehr individuell?

Immer, immer individuell. Mal wird geölt, mal gibt's eine Dressur bei Holz, mal muss geschweißt werden, mal wird irgendwas zusammengeschraubt, mal wird das sogar vernietet. Also 'n Hocker aus 19 Uhr 20, es gibt sone Marke, die die letzten 6, 7 Jahren sehr populär geworden ist, Robert Wagner Chemnitz, Rohwak. Das kennt leider ja so jeder 2., der auf steht. Da kannst Du keine Schraube reinjagen oder schweißen.

Also 'n besonderer Hocker kann der irgendwo zwischen 500 und und 10000 Euro kosten. Die Leute sind wahnsinnig geworden. Also eigentlich ist es nur Industrieschrott, sehr ästhetischer Industrieschrott. Aber so kann man ja eigentlich über alles reden. Ich meine, keiner würde denken, dass dänische Möbel so populär wären, bis sie's dann wurden oder bis sie 'n bestimmtes Alter erreicht haben.

Von daher, es ist halt 'n Trend und der ist entweder fortlebend, der manifestiert sich dann und gehört dann im Designzustand oder auch nicht. Unsere Felder, das ist ja nicht nur irgendwas zusammenschweißen oder Holz bearbeiten, wir bauen Tiny Houses aktuell bei uns aufm Grundstück in Brandenburg. Wir haben 'n 10000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft, uns dort auch zu entwickeln. Bauen jetzt hier auch den den Showroom auf in Berlin wieder. Das ist der letzte Showroom, ist, glaub ich, 4, 5 Jahre her.

Der Ego Boost fehlt 'n bisschen, dass die Leute auch kommen, sich bisschen Tinniff anschauen und vielleicht was kaufen, mitnehmen, was wir liebevoll restauriert haben. Aber die Entwicklung geht schon dahin, dass wir aus unserer Base in Brandenburg dann halt Projekte machen, Interior Designs nach unserem Gusto. Ist auch wieder son Punkt. Wir sind keine N Architekten, die uns an 3D Programme setzen und die irgendwas ausmalen. Dann heißt es, okay, gut, das ist das Restaurant.

Hier kommen 40 Louis Posenlampen an die Decke und Charles Ihm Stühle hundertmal bestellen und dann schrecklich überarbeitete neu produzierten Holztische dazwischen und fertig, so wie's halt Ja, Berlin hat leider designmäßig kein Gesicht. Das ist nicht zu vergleichen mit London oder Paris oder oder New York oder LA. Und wir sind da kunstvoller. Das heißt, wenn jemand irgendwie 'n Projekt hat für uns, garantiere ich, dass wir das leidenschaftlich und auch sehr ästhetisch machen. Handwerk bedeutet machen.

Deine Zeit ist zu wertvoll für viel Bürokratie. Wir setzen uns dafür ein, dass dein Alltag einfacher wird. Weniger Büro, mehr Fokus auf deine Projekte. Gemeinsam digitalisieren wir das Handwerk und gestalten die Zukunft. Ich find find's total spannend, weil Du ganz viele Facetten da reinbringst.

Da stellt sich für mich die Frage, wie bildest dich Du dich denn weiter? Wie wo holst Du die Informationen her, wie wie Du Sachen verarbeiten sollst? Wie kannst Du oder wo vergleichst Du dich, damit Du die Kreativität auch da reinkriegst? Wie wie bildest Du dich fort? Also wenn Du im Handwerk bist und nach 12 Jahren nicht schweißen, Holz arbeiten kannst, malen kannst, delegieren, dass irgendwelche Trockenwände eingezogen werden in Restaurants, die gebaut werden.

Und nicht Basiswissen mit irgendwelchen drei-d-Programm hast, dann dann bist Du halt einfach nur 'n Schröder. Bin ich auch irgendwo 'n Stück weit. Wie gesagt, ich will halt niemanden diskreditieren und mich halt über andere stellen. Wir haben alles versucht und alles schon mal gemacht und so möchte man dann halt auch irgendwie irgendwie mehr. Ich hab noch nie Silikoniert und 'n Bekannter von mir hat mich vor Kurzem eingeladen, dass ich mal helfe.

Ich hab an dem Tag nichts zu tun gehabt und da irgendwas in der Küche zu machen beim Kunden. Und der hat auch irgendwie 'n Co Working Space aufgebaut, irgendwie so was. Ich hab's zum ersten Mal gemacht, das haben wir einfach mal komplett verkackt. Also es war schrecklich. Es hat keinen Spaß gemacht.

Also alles learning by by Doing. Also ich mach auch mittlerweile nicht nicht viel, was ich nicht bereit schon kann oder nicht gelernt habe, aber ist mittlerweile alles möglich. Wir haben in Berlin, glaub ich, allein in den letzten 7, 8 Jahren 500, 600, 700 Projekte gehabt. Natürlich gemischt mit einfach nur 'n paar Lampen verkaufen, Tische vorbereiten und so weiter, bis auch komplett. Findet man auch bei unter Urban Industry bei uns alles über die Instagram Seite.

Ist auch die beste Plattform. Also unsere Website sieht son bisschen aus wie Lio Punkt org. Nicht so toll, da ist 'n bisschen nach Rührbedarf. Aber auch da ist es halt so, dass wir nicht mehr hinterherkommen. Also wir haben sehr viele Großabnehmer.

Wir machen halt Projekte, Einzelverkauf und auch Hosail. Und sind medial nicht so fit außer bei Instagram, da passiert wenigstens 'n bisschen was. Das war aber auch vor 3, 4, 5 Jahren etwas einfacher, dort Folgender zu generieren, als es heute ist. Na ja. Na gut, weil aber auch unter Umständen ja die Leute, die es ja so interessiert ja auch schon bei dir sind unter Umständen, ne.

Das muss man auch dazusagen, ne. Wenn die Leute sich interessieren, interessieren die sich. Aber das, was ich jetzt grade meinte, ist halt, ich würd jetzt kein name Droping machen, ich weiß nicht, ob's richtig ist, weil's im Internet erscheint. Da gibt's ja dieses diese AI, die da halt bei Instagram verwendet wird, die ist eine andere als vor 5 Jahren. Da könntest Du halt generieren, generieren, generieren ohne zu kaufen und ohne zu Sponsoring zu machen.

Mittlerweile musst Du da sehr viel Geld hinblättern, als Du 'n paar Follower generierst. Das heißt, es lohnt sich noch nicht mal mehr, meiner Meinung nach irgend 'n handwerkliche Plattform neu aufzuziehen bei Instagram, ohne Geld in die Hand zu nehmen. Wie kommst Du denn dann an Kunden aktuell? Wie machst Du das denn? Wenn Du sagst, also viele oder häufig ist ja so, dass eben halt grade da investiert wird eben halt im Social Media Bereich, dann eben halt auch Kunden zu adressieren.

Wie machst Du das? Hast Du eine schönere Position, weil Du angesprochen wirst, weil Du 'n guten Markt einfach hast oder wie ist das bei dir? Ich kann 3, 4 Monate gar nix machen bei Instagram, dann verliere ich vielleicht 100 Folgende. Das ist gar nichts. Ich hab 13000 Folgende, ist nicht viel, ist nicht wenig.

Und daran merkt man, dass es organisch ist. Das sind alles Leute, die sich interessieren oder mal interessiert haben, whatever. Ich hab jetzt, glaub ich, innerhalb von 2 Jahren, wo ich dieses Projekt in Brandenburg hatte mit der Halle, wo ich selber Hand angelegt habe, vielleicht 200 Folgen verloren von 13000. Und das sind dann Leute, die wahrscheinlich von Anfang an gar nicht interessiert waren. Also da sind auch sehr viele Augen auf irgendwelchen Reels und Beiträgen und Stories, wenn ich mal welche mache.

Und da muss ich wieder reinkommen und dafür wird auch der Showroom, der in Berlin aufgebaut wird, dienen und sprungweise das, was jetzt in Brandenburg passiert. Weil wie gesagt, das wird 'n ziemliches Allround. Container, Hotel dort vor Ort, Hole Sale, Privatleute können immer noch kommen. Also ich strebe ein Extremwachstum an für die nächsten 3 Jahre, damit man mit 40 dann sagen kann, okay, gut, ich stell mir jetzt noch mal lieber 2 Leute ein, die 'n bisschen mehr übernehmen. Ja gut, okay, aber ich als hyperaktiver Mensch werd da wahrscheinlich mich trotzdem irgendwie krumm machen.

Da kommt man nicht so leicht raus. Also wie gesagt, wir machen alles, alles, alles, alles. Ja. Hast Du denn auch Anfragen, die Du beantwortest und wo Du dann merkst, dass die Kunden doch eher verhaltener sind und son bisschen zurück sich zurückziehen dann auch, weil sie eben halt vielleicht auch die den Weg, den Du einschlägst, der ja doch sehr, sehr geradlinig ist, dann vielleicht dann im Nachhinein doch nicht so unterstützen und noch nicht so mitgehen wollen? Mein Weg ist eher sehr radikal und sehr direkt.

Also ich bin nicht der Empath. Ich weiß nicht, ob das irgendwie 'n gewisser gewisser Grat von Asperger ist oder nicht. Empathie versteh ich einfach nicht. Humor, unser Kosmos umso mehr. Aber Fakt ist, wenn mir 'n Projekt nicht gefällt oder ich da keinen Bock drauf habe, bin ich raus.

Also ich geh schon ganz klar hin und sag den Leuten, okay, so und so kann's gemacht werden. Und angenommen, es wird jetzt irgendwie in irgendeinem S-Bahn-Bogen 'n kleinerer Barclub aufgemacht, whatever. Ich arbeite da nicht mitm zweiten Innenarchitekten zusammen. Da sag ich, ey, Leute, kauft bei mir ein und dann ist dann ist gut. Oder lasst mich übernehmen.

Stellt mir lieber jemanden beiseite, der dann halt die Sachen umsetzt auf Papier oder auf 'ner drei-d-Zeichnung als Datei. Das codiert viel zu sehr. Der konservative Akademiker, der grade raus ist aus seinem Studio und genau das macht, was ich vorhin erwähnt habe, wird niemals so aussehen wie meiner. Kann besser sein, aber ich denke mal, wenn jemand kunstvoll mag, also das Gefühl muss stimmen. Ich glaub, die Leute gehen seit Jahren, obwohl ich sie da nicht unbedingt so sehr mag oder auch doch, in der Zeit war ich öfter mal da.

Die Leute gehen gerne in die Paris Bar, weil die halt irgendwie, die hat dann 'n gewiss eine gewisse Spirit. Also und wenn Du dir halt Berliner Konzepte anguckst, Fitnessstudios, Bars, Restaurants, Clubs, weißt ganz genau was. Es ist meistens eigentlich alles in 1 Familienhand, was Interviewer angeht. Ziemlich vieles in Berlin tatsächlich. Mhm.

Ja, sehr spannend. Wie siehst Du denn die die Nachhaltigkeit jetzt auch mal aufs Handwerk bezogen? Wie bewertest Du die und wie siehst Du die Zukunft von der vom Handwerk und von der Nachhaltigkeit im Handwerk? Ich glaube, Materialien, die man wiederverwenden kann, werden immer mehr abgebaut. Innovative Materialien gibt das immer mehr.

Ich hab einen, auch 1 meiner Kindheitsfreunde Freunde ist der Götzschan Gühne. Der hat eine Rüttelmaschine entwickelt, da wo er aus mit mit Hanfschäden und Kalk Hanfkalksteine als Isolations-, als als Dämmmaterial herstellt. Der hat sich jetzt seine gemietet gemietet in in Tegel. Da haben die ja dieses grüne Projekt. So was ist sehr interessant tatsächlich auch vielleicht was für eure für eure Plattform.

Kann ich euch mal leider den Kontakt hinterlassen. Das ist sehr interessant. Und der ist ja Zeit wie 'n Galopp Potter, weltweit unterwegs und fast irgendwie sich zu connecten mit mit Hanfbauern in der Türkei und networked wie 'n wie 'n Verrückter, weil er daran glaubt. Also jeder glaubt daran, der der's hört, aber es ist halt 'n ziemlicher Kampf. Ist 'n ganz anderes Business.

Ja. Und ich denke, es wird viel Nachhaltiges geben, viele Optionen. Ob die genutzt werden, weiß ich nicht. Wir sind in 1 beschissenen wirtschaftlichen Situation, darf ich beschissen sagen? Bestimmt, oder?

Ja, und Oder Handwerker? Wir sind 1 schrecklichen wirtschaftlichen Situation, wo keiner weiß, was das nächste Jahr bringt. Und keiner wollte auch diese Konflikte und Krankheiten und et cetera. Aber es ist halt so gekommen, wie's gekommen ist. Und ich habe leider die Befürchtung, es wird alles nicht einfacher und keiner wird auch unbedingt die nächsten Jahre liquider.

Das könnte sich alles son bisschen ziehen und von daher, wer am Bau bleibt, wie kann man da nachhaltig denken, wenn man dann sparen muss? Ich würd's mir wünschen, aber es ist, glaub ich, eher Es ist nicht rückläufig, ganz im Gegenteil, aber es ist es ist schwer. Nachhaltig heißt, ist halt auch immer teurer. Ja. Das muss dann tatsächlich tatsächlich verstaatlicht werden, dass gewisse Bauprojekte dann halt auch, tja, ob's jetzt Greenwashing ist oder nicht, dass sie dann grün gemacht werden.

Ja. So gibt's nur eine Chance. Also 'n Privatmann, der sowieso aus aus allen Löchern pfeift, der kann jetzt nicht irgendwie das Doppelte für Baumaterialien ausgeben. Ja. Sag mal, hast Du unseren Hack mitgebracht?

Den Hack? Einen Hack, ja. Für unsere Zuschauer 'n Tipp, was Du unseren Zuschauern mitgeben möchtest. Hm. Also ich verwende seit Jahren für Metalloberflächen und für Holz.

Jetzt kommt irgendwie Werbung, obwohl ich mir die nichts zu tun habe. Vielleicht geben die mir 'n paar Liter Öl umsonst. Es ist 'n Fußball- und Hartöl von der Firma Kydezeit. Es ist tatsächlich maximal, so gut ich's machen konnten. Es ist 'n schönes Öl, das kann man für Metall und Holz verwenden.

Mhm. Wenn man irgendwelche alten Spende oder Oberflächen damit einmal einreibt, kommt der Rost nicht so schnell, obwohl's Fußbodenhartöl ist. Ja, super Tipp. Und eine abschließende Frage an dich. Wie siehst Du die den den Status des Handwerks in der Gesellschaft?

Ist das Handwerk vom Status her da, wo's hingehört oder sollte sich das verändern in Zukunft? Ich denke, der Status vom Handwerker generell. Ich meine, das kann ich jetzt nicht auf mich beziehen, weil wie gesagt, zu Punkrock und zu chaotisch. Wenn man sich Handwerker anschaut, die sich spezialisiert haben, ist da sehr vieles zu arrogant geworden. Es gibt mittlerweile so viele Aufträge oder gab vor allem während Corona so viele Aufträge, dass da wirklich 10 Kunden angenommen wurden.

Davon wurde die Hälfte hingel gelassen, dann wurde irgendwie 'n Dach fertig gebaut. Das Dach ist statisch zum Beispiel nicht abnehmbar und dann musste der Kunde entweder klagen oder warten und sehr unzuverlässig, sehr arrogant geworden. Und für das, was es ist, eigentlich nicht cool. Mhm. Das ist 'n guter Hinweis.

Mit 'nem Handwerk sollte man helfen, Ja. Denk ich oder verschönern. Das ist 'n guter Hinweis, Digger. Das war Tigran. Schön, dass Du bei uns gewesen bist.

Ja, danke. Und wir sehen uns beim nächsten Mal.

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