Katja Lilu Melder - Frauen im Handwerk!
Worum es geht
In dieser Folge ist Katja Lilu Melder zu Gast, Unternehmerin in einer traditionell männlich geprägten Branche und Sprecherin der Unternehmerfrauen im Handwerk. Sie berichtet von ihrem persönlichen Weg, den Herausforderungen im Berufsalltag und davon, warum Frauen im Handwerk unverzichtbar sind. Ein hörenswertes Gespräch über Rollenbilder und die Zukunft der Branche.
Das nimmst du mit
- Handwerk ist längst keine reine Männersache mehr – Frauen prägen die Branche aktiv mit.
- Der persönliche Weg von Katja Lilu Melder zeigt, wie Frauen in männlich dominierten Berufsfeldern Fuß fassen.
- Frauen bringen wichtige Perspektiven ein und sind für das Handwerk unverzichtbar.
- Netzwerke wie die Unternehmerfrauen im Handwerk unterstützen und stärken Frauen in der Branche.
Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!
Die wichtigsten Antworten
Zu Gast
Katja Lilu Melder ist Unternehmerin in einer traditionell männlich geprägten Branche und Sprecherin der Unternehmerfrauen im Handwerk.
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Transkript
Herzlich willkommen zu Handwerk spricht, der Sendung die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Handwerk verbindet. Und heute ist das Thema Frauen im Handwerk und Unternehmerfrauen im Handwerk und da hätten wir uns niemanden besseren einladen können, das Katja Lido Meller. Katja, Du bist selber Unternehmerin im Handwerk, da musst Du uns gleich mal mitnehmen, was Du machst. Ich glaub, das ist auch noch mal 1 1 1 besondere Branche, in der Du tätig bist, wo es noch mal sehr maskulin normalerweise ist. Aber Du bist auch die Sprecherin der Unternehmerfrauen.
Richtig. Nimm uns doch mal mit, erzähl uns mal 'n bisschen über dich, über dein Unternehmen und über das, was Du tust und sag uns vor allen Dingen, wie bist Du denn ins Handwerk gekommen? Okay. Ja, also ich hab 'n Abbruch über Fahrstoffsanierungsunternehmen. Also wir machen so was wie Schimmel, Asbest, solche schönen Sachen.
Und ich bin ins Handwerk gekommen, ganz kurios. Ich wollte immer ans Handwerk und meine Eltern wollten das aber nicht. Und deshalb hab ich meine 1. Ausbildung als Hotelfachfrau gemacht und bin dann in die Zeitarbeit als Disponent und bin dadurch wieder näher ans ans ans Handwerk gekommen und habe dann wirklich entschieden, ich mach meine Ausbildung als Metallbauer und hatte das Glück, dass mein damalige Arbeitgeber mich da unterstützt hat. Das heißt, ich hab Vollzeit gearbeitet und parallel meine Ausbildung gemacht.
Und als ich die fertig hatte, hab ich meine beiden Meistertitel gemacht und hatte dann eigentlich erst eine Zeitarbeitsfirma, wo wir auch wieder für im Handwerk tätig waren. Und dann kam die höchste Überlassungsdauer in der Zeitarbeit. Das bedeutete also maximal 6 Monate, 9 Monate Überlassung beim Kunden und dann haben dir die Kunden, die Leute immer so weggeworfen. Und dann hatt ich irgendwann echt keinen Nerv in der Nation und hab da meine eigene Firma im Baubereich gegründet. Und ja, damals waren's Bauhelfer, die wir überlassen haben und jetzt haben wir uns halt entwickelt für die Sanierung.
Mein Mann kommt aus der Baubranche, also ich glaub, 27 Jahre macht er das. Und den hab ich vom Wettbewerb abgeworben auf Gutdeutsch. Und dann hat er bei uns angefangen und so haben wir die Sante gegründet, genau. Okay. Und Du bist noch die Sprecherin der Unternehmerfrauen im Handwerk.
Genau, der UFA, der Unternehmerfrauen im Handwerk. Genau, das find ich ganz, ganz wichtig wie Frauen im Handwerk. Einfach, weil ich's jeden Tag selber erlebe, wie es ist, als Frau im Handwerk tätig zu sein. Und die UFA ist halt einfach 'n Verband, den gibt's seit über 40 Jahren. Mhm.
Und der setzt sich halt wirklich für die Frauen im Handwerk ein, politisch, aber auch als Netzwerk. Genau. Habt ihr Männer als Mitglied? Wenn sich Männer als Frauen fühlen, ja. Auch das.
Genau, da sind wir ziemlich offen. Ja, haben wir auch. Ja. Was sind denn hier die Herausforderungen für Frauen im Handwerk? Wir haben's ja vor allen Dingen jetzt zuletzt auf der Zukunft Handwerker gesehen.
Da warst Du ja mit deinem mit deinem Exoskelett, ne, heißt es ja, Genau. Du durftest ja auch dem Bundeskanzler dann die Gerätschaften vorführen. Richtig. Du hast ihm alles mal erklärt und beschrieben. Was was gibt's denn eigentlich, was gibt's grundsätzlich für Herausforderungen für Frauen im Handwerk?
Grundsätzlich erst mal die Frauen ins Handwerk zu bekommen. Also wir haben ja dieses große Klischee und klar, in vielen Orten ist es noch so, dass wir Frauen viele Berufe im Handwerk nicht machen können. Körperlich, vielleicht auch geistig nicht. Es gibt dieses Klischee, dass wir Frauen nicht wirklich gut stressresistent sind oder körperlich es nicht hinkriegen, genau. Also wenn ich meinen Job mache, ich liebe es, Abbruch zu machen, ja.
Körperlich ist natürlich körperlich 'n starker stark anstrengender Job, definitiv. Aber es gibt mittlerweile wirklich Unterstützungen, ja. Also wie zum Beispiel Exoskelette, es gibt Abbruchroboter et cetera. Ich hab aber auch 'n tolles Team. Also auch 'n Mann, ganz ehrlich, kann nicht 10 Stunden am Tag nur abbrechen und alleine irgendwelche Schuttcontainer von a a nach b tragen.
Also das machen wir im Team und so läuft das halt auch bei uns auch. Also wir haben auch Frauen bei uns im Einsatz und das funktioniert ganz gut. Bloß man muss die Frauen darauf sensibilisieren. Und mittlerweile ist es ja so, dass das Baunebengewerbe sehr stark ist, Schornsteinfeger, Dachdecker et cetera, es werden ja immer mehr Frauen. Im Baubereich, also bei Hauptgewerbe 0.8 Prozent.
Und das ist viel, viel zu wenig. Und da ist es natürlich, und das muss man leider auch sagen, die Männerwelt macht es uns nicht einfacher. Ich hab mal gesagt, ich beweg mich jeden Tag in 'nem Haifischbecken, das ist gefühlt auch so. Die 1. Zeit war wirklich sehr, sehr schwer für mich, bis ich mir son dickes Fell angeeignet habe.
Da hab ich gesagt, ah, wisst ihr was? Nach mir die Sintflut. Du kriegst halt solche Fragen, ich glaub, ich hatte dir das erzählt, Zukunftshandwerk, ob mein Meister Thiele vergleichbar ist wie die 1 Mannes. Also da guckt er mich wirklich an, ja, ist dein Meister Thiele? Glaub so viel wert wie meiner.
Hab ich gesagt, warte mal kurz, Du hast gebüffelt, ich hab gebüffelt, Du hast 'n Meisterstück, mach ich. Warum ist deiner anders oder mehr wert als meiner? Das sind aber so diese Standarddinge. Und ich hatte sonen Fall mit 'nem Architekten und da ging es Abbruch. Und das ging eine Wand und da sagte, ja, die Wand muss da weg und ich hatte dann Subunternehmer und die kriegen wir nicht weg.
Und da hab ich gesagt, doch, die kriegen wir weg. Ja, wollen Sie das wohl machen? Und da hab ich meinen Mann angeguckt und ich so, okay, komm. Ich bin dann hingegangen, hab mir die passende Stelle gesucht, hab gegenhauen, das Ding flog weg. Und dann hab ich dann wirklich stumpf zu ihm gesagt, aber den Schutt kriegen Sie noch alleine weg, oder?
Also das sind halt solche Dinge, Du musst jeden Tag dich immer wieder neu behaupten Und dafür ist die UEFA halt einfach gut. Also wenn ich wirklich sonen Tag habe, wo ich nicht mehr weiter weiß oder wo's mir echt, na ja, auf gut Deutscher, wenn die echt elend geht, weil die ja wieder mal alle aufn Sack gehen, dann rufst da irgend eine UEFA Tante an, liebevoll formuliert. Und die die weiß ja, wie's dir geht, ne. Also die weiß genau, wie's dir geht, weil die selber jeden Tag das Gleiche erlebt. Heißt also, jetzt in deinem Fall ist das so, wenn Du jetzt jemanden nur einstellst Ja.
Und der denkt dann, Du bist die die Dame vom Büro quasi. Du kommst auf die Baustelle in entsprechender Montur und sagst dann, und jetzt machen wir dies und das und jenes, dann wird dann quasi gegriellöchert, wenn man so will. Und aber dein Team wird ja wahrscheinlich schon drauf reagieren und und sich so, jetzt wollst Du den Lachen nach Ja, die lachen sich auch kaputt. Also ich bin ja dreiviertel des Tages mit auf den Baustellen aus verschiedenen Gründen. Ich hab, wenn ich Bewerber habe, mein Mann sagt immer, okay, das ist der Chef, nicht ich.
Also mein Mann ist bei mir angestellt und die nehmen dich nicht für voll. Und ich bin aber auf den Baustellen, ich weiß die ein, ich zeig denen das und ich arbeite auch mit. Also ich mute meinem Team nur das zu, wo ich selber sage, okay, ich ich mach es selber auch. Und das wissen die auch. Und aber es ist natürlich schon immer eine Herausforderung.
Die gucken die schon an und denken nur, ja, ja, ne, kommt's angetippelt, die Tante. Aber das geht relativ schnell, dann bewegen die sich auch. Aber die ältere Riege ausm Handwerk ist schwierig, ja. Ja. So, und das das ist also leider immer noch flächendeckend so, wie ich's jetzt dann raushöre und vor allen Dingen auch wirklich dieses jeden Tag dann beweisen müssen, ne.
In meiner Branche sowieso. Also der Baubereich ist natürlich schon sehr, sehr männerlassig. Das heißt jetzt nicht grundsätzlich, dass jedermann mit Frauen 'n Problem haben. Die mögen Frauen. Mhm.
Aber halt nicht, wie soll ich das sagen, in ihrem Revier. Und das ist manchmal 'n bisschen Ja, ist manchmal halt schwierig. Frauen im Baubereich werden immer belächelt, ne. Das ist so, oder viel. Gibt's da eine Strategie, wie man damit umgehen kann mit dieser, ja, mit diesem Belächeln und so weiter?
Also fachlich ist das eine und zum anderen nicht zurückgehen. Also was ich wirklich lernen musste, da zu stehen und wirklich auch mal 'n passenden Spruch zu sagen, also sehr deutlich 'n passenden Spruch zu sagen. Wir sind im Baubereich natürlich sowieso schon sehr deutlich, womit viele Frauen im Übrigen auch nicht klarkommen. Aber das muss man sich aneignen. Die meinen das gar nicht böse.
Also wenn ich jetzt son Team mir uns unterhalten, na ja, komm auch flapsige Sprüche. Es hat mit Sexismus auch nichts zu tun. Das sind immer so diese typischen Dinge, Frauen und Sexismus aufm Bau. Nee, Bau ist halt sehr klar in seiner Formulierung, ne. Und das muss ich ganz klar sagen, das hab ich ich selber noch nicht erlebt.
Ich hab noch keinen Mann gehabt, der jetzt irgendwie mich in diese Richtung da irgendwie angegangen hat. Also das das definitiv nicht. Also wenn das passiert, dann ist es wirklich eine fachliche Sache und das ist halt körperlich nicht hinkriegt, ne. Und das werd ich jeden zweiten Tag gefragt, schaffen Sie das körperlich? Ja, schaff ich, ne.
Ja, ansonsten muss ich den Job ja nicht annehmen, ne? Das ist das eine. Ich hab 'n Mitarbeiter, der ist gefühlt 1 40 groß, so schmal, ne, das das funktioniert. Also ich, das ist halt dieses typische Denken halt, ne. Von daher, nee, das ist das ist nicht so.
Wünschst Du dir da manchmal noch Unterstützung von anderen Seiten, also klar die Unternehmerfrauen auf auf der einen Seite, aber meinst, müsste da noch von anderen Seiten Impulse kommen oder ist das so ausreichend? Also grundsätzlich, was was ich halt schade finde, dass das Handwerk an sich nicht mehr diesen Stellenwert hat wie früher. Mhm. Also wir Frauen haben ja 2 Probleme, einmal den Stellenwert sowieso und dann den Stellenwert als Handwerkerin. So und das Handwerk hatte ja früher mal 'n ganz hohen Stellenwert, den haben wir ja nicht mehr.
Und das ist etwas, was ich ganz, ganz schade finde, weil Fakt ist, wir können natürlich auch, wie die GDL und wie sie alle heißen, die Arbeit niederlegen in eine Woche. Das wird es sehr wehtun. Warum machen wir es nicht? Wir Handwerker, wollen wir mal ehrlich sein? Weil wir zu weil wir wissen, was das für eine Verantwortung ist.
Also zum einen, wenn wir Handwerksbetriebe streiken, tut das dem Sozialsystem ganz schön weh, weil wir mal ehrlich sind, die GDL, das sind alles Angestellte. Wir Handwerker sind diejenigen, die Steuern und Sozialabgaben zahlen. Wir machen's nicht, weil wir in dem Moment natürlich das Sozialsystem schwächen würden. Mhm. Und ich wünsch mir einfach mehr Respekt.
Es gibt wirklich solche Sachen, wenn ich so für die öffentlichen Städte und Kommunen arbeite, ich hab immer Probleme, mein Geld zu bekommen. Ich muss immer warten, ich muss immer hinterherrennen, dass ich manchmal eigentlich denke, ey Leute, macht mal meinen Job, hört auf, die Preise zu drücken ohne Ende und zahlt pünktlich eure Rechnung an, ne. Und das hat etwas wirklich, das hattest Du früher nicht. Die letzten 10 Jahre gefühlt hab ich das Gefühl, der Respekt gegenüber des Handwerks ist echt sehr verloren gegangen, ja. Interessant, dass das in deiner Branche also auch so ist, grade Thema Zahlungsmoral, aber auch untereinander.
Ich hab also festgestellt, dass in der, man in dieser Baukette, in dieser Wertschöpfung der Baukette mit drin ist, dann ist es genauso schwierig, ne. Ja, der eine und dem andere nix. Mhm. Das fuhr, im Übrigen, das war früher im Handwerk auch nicht so. Die letzten Jahre, ich sag mal, die letzten 5 Jahre ganz extrem, so Corona.
Dann kam ja der Ukrainekrieg, Energiekrise. Wir kämpfen ja alle irgendwo ums Überleben. Und klar, den einen geht's gut und den anderen geht's weniger gut, aber schau dir die Insolvenzen an. Mhm. So und natürlich kämpft jeder.
Und ganz ehrlich, wollen wir ehrlich so, wie sind wir Menschen? Am Ende zählt immer man selber und das merkst Du, also diese Ellenbogen sind sind ganz extrem ausgefahren grade, ja. Aber auf der anderen Seite hab ich die auch. Also ich muss es ja auch. Ich hab auch Verantwortung für meine Leute.
Und mein Mann sagt immer, Kathi, Du musst das regeln. Also ich bin diejenige, die das Geld eintreibt. Mhm. Und das auch sehr direkt und wirklich sehr forsch. Aber Du musst es, sonst überlebst Du nicht.
Ja, natürlich. Du hast eine Leistung erbracht. Du hast entsprechende Kosten gehabt. Du hast Personal. Du hast Einsatz für Maschinengeräten, Fuhrpark et cetera.
Ja. Du bist schon schon eine Vorleistung, stellst da in deine Rechnung und wartest ja dann unter Umständen, wenn's gut läuft, 14 Tage, wenn's schlecht läuft, 60 Tage. Nee, ganz falsch. Wir haben die VOB, 21 Tage Abschlagsrechnung, 30 Tage Schlussrechnung und dann rechnest Du noch 20 Tage mindestens obendrauf. Ja.
Das Schöne ist ja, Finanzamt und Sozialsysteme warten nicht. Und wenn man drüber nachdenkt, wir arbeiten für den Staat, ich bin hundertprozentig öffentlich, lass ich. Ich arbeite für den Staat, damit ich für den Staat meine Steuern und Sozialabgaben zahlen kann. So, und der bezahlt ich nicht. Mhm.
Aber der ist auch derjenige, der dich zuerst pfendet und dich plattmacht. Also jetzt einfach mal drüber nachdenken, ne. Und das ist halt echt etwas mit, das hat für mich etwas mit Respekt und Wertschätzung zu tun. Und das ist, also ich kenn ganz viele ältere Handwerker, die mittlerweile wirklich nach 32 Jahren sagen, ich schließ die Hütte ab, weil ich das einfach nicht mehr kann. Die ist 'n Druck, diese ganze Bürokratie, die macht dich kaputt.
Und das ist etwas, wo ich mir echt wünschen würde von der Politik, dass sich das ändert, dass die Wertschätzung des Handwerks wieder reinkommt, ne. Das sind ja so viele Dinge, ne. Handwerkerinnen und Handwerker wie Du halten die Welt zusammen und wir halten dir den Rücken frei. Wir stehen für Innovation im Handwerk, für Lösungen, die vorangehen und für Arbeit, die sicher und smarter wird, weil Handwerk Zukunft ist. Ja gut, das sind ja die Punkte, die auch grade mehr oder weniger angekündigt werden, ja, von der Politik, grade Bürokratieabbau und indirekte Wertschätzung ja auch.
Also grade beim nach dem Spitzengespräch haben wir ja gehört, Ja. Dass es ja doch in diese Richtung gehen soll. Du spürst es aber gar nicht, ne, oder? Ich versuch mich ja so, ich muss mich ja immer son bisschen neutral bleiben, weil ich natürlich eine gewisse Position habe. Ich ich krieg's immer selten hin.
Nein, also ich müsste auf die Baustelle, ich muss Geld verdienen. Ja. Und kann aber ganz ehrlich 2 oder 3 Leute nur dafür einstellen, irgendwelche Formulare auszufüllen. Und ich hab vorhin meine E-Mails gecheckt, dann hab ich auch nur gedacht, meine Güte, ne. Da ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, glaub ich, einen Tag abgelaufen, ist, halten die das Geld zurück.
Mhm. Wo ich echt nur denke, sag mal, normal ist das nicht, ne, aber das sind halt so diese klassischen Dinge. Und ich selber merke für davon gar nichts. Also vielleicht erinnert sich das noch, aber ich glaub nicht. Ja, und wir werden ja dann noch zusätzlich belastet mit irgendwelchen Siegeln, AMS, ISO und Co, die wir ja dann auch entsprechend noch vorhalten sollen, Ja.
Wo ja teilweise auch noch angelegt werden, die, wenn man eine ganz ehrlich ist, ja gar nix mit der Realität zu tun haben, ne. Also ich ich hatte auch da mal eine Diskussion in einem der beiden Fälle, sag ich jetzt einfach nur, weil's darum ging, dass wirklich diese Ordner mal perfekt vorgelegt werden sollte, Ja. Weil das die entscheidende Instanz quasi sein sollte und das andere, was ihm halt gelebt wird, überhaupt keine Rolle spielt. So, und wenn man jetzt mal grade dieses Arbeitssicherheitsthema dann mal dann in den Fokus nimmt, ist es doch aus meiner Sicht viel wichtiger, dass das auf der Baustelle entsprechend funktioniert und dass da die Arbeitssicherheitsmaßnahmen entsprechend eingehalten werden, als wie das der Ordner eben halt perfekt ist, ne. So und das sind für mich so Sachen, wo ich manchmal schon son bisschen auch dran zweifle, ob das dann langfristig auch gut gehen kann und ob's dann überhaupt der richtige Weg ist, ne.
Wir machen uns mit Bürokratie kaputt. Also ganz ehrlich, wenn ich überlege, wenn ich eine Baustelle einrichte, welche, klar, natürlich, Du hast die Gefährdungsurteil in Du und Du weißt deine Leute, was weiß ich. Ja, brauchst Du. Aber mittlerweile haben die echt sonen Ordner, den die mitnehmen müssen, erst mal, den die ausfüllen müssen, ne, wo mein Polier oder mein Vorarbeiter erst mal nur ein, 2 Tage damit beschäftigt ist. Da denk ich mir auch, okay, wer bezahlt mir die ein, 2 Tage, ne.
Und das sind dann Dinge, die kriegst Du, die kriegst es halt einfach nicht bezahlen. Also ist eine harte Aussage, es ist aber wirklich so, mag daran liegen, dass die Städte und Kommunen kein Geld mehr haben. Aber Fakt ist, die drücken dich in Kundenboten. Und wir haben ja jetzt im Dezember den Fall gehabt, ich glaub, die c-o-zwei-Steuer war das, ne, die am zweiundzwanzigsten Zwölften erhoben haben. Du, ab ersten ersten ist sie gegriffen.
Meinst Du, ich kann nachkalkulieren und was weiß ich, statt soundso anrufen, Du, kann ich bitte nachkalkulieren, weil die Marge wurde, ne? 1. 4. Maut. Ja.
Kriegst Du nicht. Ja. Und die Spitzen, da müsste doch eigentlich der öffentliche Auftraggeber sagen, ja klar, wir haben die Gesetze gemacht, natürlich darfst Du nachkalkulieren. Natürlich darfst Du 'n Nachtrags angeboten machen. Also müsste dafür eine Preisgleichklausung immer vorn drin sein.
Wenn der Staat irgendwelche Vorgaben macht, dann sollten sie zumindest dementsprechend auch im Preis danach Keine Chance. Werden, ne. Ja, es ist es ist schon sehr interessant und wirklich an vielen Stellen sehr, sehr schwierig, ne. Ich bin mal gefragt worden, wie, also ob es so Momente gab, ob ich schon Verzweifelter das ganze Ding am liebsten zumachen würde, ganz ehrlich, jeden Tag. Weil Du immer wieder natürlich als als Chef auch an deine Grenzen kommst, ne.
Also wir sind alles Menschen, ich bin keine Maschine. Ja. Also das heißt, ich muss die Hütte am Laufen halten, ich muss Aufträge haben, ich muss Angebote schreiben, ich muss Vertrieb machen, ich muss die Gesetze einhalten, was weiß ich noch alles. Und dann musst Du noch aufpassen, dass Du die ganze Schriftform warst, ne. Ja.
Und das sind so Dinge, mein Tag fängt früh 3 an, hört abends, weiß ich nicht, bin ich 20 Uhr zu Hause, wo ich dann echt so denke, ne. Gut, selbst ausgesucht, selbst und ständig. Aber es war, man, wenn Du dich mit anderen Leuten unterhältst, die das jetzt jetzt 50, 60 Jahre machen. Es war nicht immer so. Und ich frag mich, warum muss das so sein?
Was was soll das? Ja. Also die fragen nach Work Life Balance brauch ich dir dann gar nicht zu stellen und nach Viertagewoche und Ähnlichem, ne? Doch, die haben wir. Doch doch, doch.
Die hatten wir schon eher, bevor das überhaupt kam. Mein Team hat das, mein Team hat das, wir haben eine Gleitzeit, wir haben auch eine Viertagewoche. Nee, wahrscheinlich nicht. Also es gibt wirklich so Tage, wenn mein Mann und ich uns unterhalten, gibt viele Momente, wo ich mir mein Angestelltenverhältnis zurückwünsche. So von 8 bis 17 Uhr, dann geht ihr keiner mehr auf die Nerven.
Mein Telefon rattert nur 1 Tour. Aber es ist wirklich so, auf der anderen Seite, ich bin ganz schlecht Angestellter. Führen geht gar nicht, aber ich liebe diesen Laden. Ich glaube, eine Freundin von mir sagte zu mir, Katja, sone Hassliebe bei dir. Ist es.
Auf der einen Seite möcht ich nichts anderes tun, diese Firma lieb ich ab, gött ich mein Team ohne Ende. Aber auf der anderen Seite, wenn Du so schlaflose Nächte hast, wenn Du nicht weißt, okay, wie bezahlst Du deine Sachen, weil der Kunde wieder nicht bezahlt, Da sind so Momente, da magst Du's nicht mehr tun. Mhm. Und für mich ist so was selbstverständlich, geh zum Bäcker, kauf in Brötchen, bezahl meine Rechnungen. Wieso muss ich permanent mit Anwälten Kreditreform, Inkasso hin und meinen Rechnungen hinterherlaufen?
Und am Ende hast Du hinten hinaus noch 'n Problem, weil Du Crevo, keine Ahnung was, nach unten rutscht, ne. Und das ist halt sone Sache, das macht keinen Spaß mehr. Ja, das ist 'n ist 'n Rattenschwanz tatsächlich. Vielleicht, Du hast es eben gesagt, Du wirst auch täglich denkst Du drüber nach, quasi hinzuschmeißen, ne, was das zumindest so angedeutet. Das geht dir aber gar nicht diese Verantwortung.
Es geht ja auch gar nicht die Menschen, die da drin sind, sondern es geht wirklich dieses Drumherum, ne. Ja. Da dieses Bild vom Handwerk auch noch mal, also dieses Direkte und das, was wirklich das Handwerk betrifft, ist ja wirklich das, was auch wirklich herausragend ist und was sehr positiv ist. Und auch mit den Menschen zusammenzuarbeiten ist sehr positiv. Aber zum Beispiel jetzt in dem Fall dieses Thema der der Gleichgültigkeit im Endeffekt, ob da eine Rechnung bezahlt ist oder eben nicht, Ja, dann rufen Sie morgen noch mal an oder rufen Sie nächste Woche noch mal an.
Genau. Das sind schon Punkte, die eben halt massiv sind und das, wie wie nennt sich das? So italienische Verhältnisse quasi an, ne. So in Italien haben wir ja schon 180 Tage Zahlungstil und so Scherz. So und so zum Gefühl her wird ja das auch immer mindestens mal verdoppelt, ne.
So und das ist wirklich sehr unangenehm, weil ja jedes Unternehmen ja auch eine gewisse Planung hat, sone Finanzplanung hat und dementsprechend natürlich auch darauf angewiesen ist, dass das alles so eintrifft. Zumindest mal, sagen wir mal, fuffzig, 60 Prozent sollten so eintreffen, aber oft ist das ja auch noch nicht mal der Fall, ne? Ja, das ist halt, wir haben halt son Standardding. Also Du schreibst eine Rechnung, davon werden 1 mal 10 Prozent gekürzt. Rest wird zusammengehalten, dann ist der eine nicht da, der andere ist im Urlaub und dann liegt es da.
Und die beste Ausrede find ich immer wieder, wir haben die Rechnung nicht bekommen, obwohl Du nachweisen kannst, Du hast sie bekommen. Aber das ist, damit muss man leben. Warum mach ich das? Weil ich mein Beruf, ich liebe das, ich brenne für das Handwerk. Ich liebe es wirklich.
Und ich glaube, das ist auch das, warum ich's noch tue, noch tue. Ich werd das ich werd das so lange tun, bis ich tot umfalle, definitiv. Aber man darf nicht unterschätzen, was das für uns bedeutet. Und es ist massiver Druck und wir alle wollen eigentlich nur unseren Job machen. Und aber das Handwerk steht schon enorm unter Druck, weil wenn Du jetzt einfach mal rechnest, 30 Tage, wir haben ja mindestens zweimal Löhne drin, zweimal Sozialabgaben, zweimal Finanzamt.
Wenn ich jetzt nur mal das rechne und das musst Du alles vorfinanzieren. Mhm. Und wo soll das herkommen? Ja, und dann wird gezogen, gestreckt und so weiter. Dann bist Du ja dann schon mal dreimal und dann hab ich schon sogar viermal und dann wird's richtig spaßig, ne.
Und dann geben halt viele auf, was ich sehr, sehr schade finde. Und das ist halt auch ein Problem, warum wir so Problem haben, Nachfolger, Nachfolger zu finden, Ja. Die übernehmen. Und wir haben sone Riesendiskussion schon in der schon in der UFA gehabt mit dem Union. Du weißt ja, ich mach ja auch die Union, Mhm.
Die sagen, okay, warum warum soll ich mit denen noch selbstständig machen? Und ich kann die ehrlich gesagt verstehen, weil wir müssen auch mal ehrlich sein bei der ganzen Sache. Natürlich ist das gar 'n eigenen Betrieb zu haben, aber was es bedeutet für uns. Und das verstehen die auch, die haben eine ganz andere Lebenseinstellung. Ich hab immer die Diskussion Generation z oder was weiß ich, wo ich war, nein, man muss die auch verstehen.
Die wollen nicht 40 Stunden, so wie wir ackern. Die wollen eine Familie haben, die die Work Life Balance haben, Freizeit und Ähnliches und trotzdem ihren Job machen. So, und so wie ich arbeite, ganz ehrlich, nee, ich ich kann das verstehen, dass das keiner will, definitiv nicht. Und das Handwerk ist natürlich schon eine Malore, ne. Eine Zeit lang ging's ja Sanitär, super.
Jetzt hast Du ja gesehen, es ging Sanitär wieder komplett nach unten. Jetzt geht's der Elektrobranche wieder gut. Das wir wechseln uns ja ab. Baubranche ging's jahrelang gut, seit 2 Jahren auf gut Deutsch. Nix mehr?
Ja, das ist nett formuliert, ich wollt schon anders sagen. Aber ja, das ist, also ich hab manchmal das Gefühl, die Politik, ich will nicht sagen, wissentlich. Ich glaub, wenn da 'n Handwerker sitzen wird mit 'ner also wirklich 'ner Ausbildung, nicht nur studierte Leute, ich bin selber hab selber studiert, bitte richtig verstehen. Die würden auch verstehen, was wir tun. Die wirklich super ist, ist die Mona Neubauer, die brennt für das Handwerk, die kämpft dafür.
Davon brauchen wir mehr, ne. Ich schätze, also ich will den den Job als Politiker nicht machen, aber auf der anderen Seite, ich würde gerne mal mit denen tauschen. Die sollen bei uns 'n Job machen eine Woche und dann die ich oder? Ja, man sollte vielleicht über 'n Praktikum nachdenken, immer. Ach Gott, ich stell mir grade Herrn Scholz von mir oft Abbruchbaustelle vor.
Ich glaub, der kann doch gar nicht Dinge schauen. Wobei er doch sehr interessiert war bei dir am Stand, ne. Also muss ich dir dazu sagen. Definitiv. Also er wurde eher gebremst durch das BKA.
Er durfte ja gar nichts. Ja. Also ne, die haben ja alles verboten. Ich weiß nicht, ob das gesehen ist, als ich die Maschine guck, er wollte ja eigentlich, aber Aber uns übernehmen kaum schon zwischen. Ja.
Und da hab ich gedacht, oh Gott, den Shop möcht ich auch nicht machen. Ja. Ja. Ja. Ja.
Ja, Katja, hast Du uns einen Hack mitgebracht Für die Zuschauer einen Tipp, was Du in Zukunft eben halt den Leuten mitgeben möchtest? Geht ins Handwerk. Wir haben zwar wirklich unsere Probleme definitiv, aber wir sind eine große Familie. Das ist auch etwas, was ich im Handwerk liebe. Wir sind eine große Familie, wir brennen alle für das Handwerk.
Das Handwerk ist wichtig, also was passiert, wenn wir keine keine Handwerker mehr bekommen? Ihr könnt gerne studieren, macht euer Abi, aber geht mit ins Handwerk. Und wir müssen unsere Kräfte bündeln und wirklich auch zeigen, dass das Handwerk wirklich auch den Respekt verdient hat, was fordern, ne, definitiv. Ja, und da sind ja auch im Moment viele Menschen ja auch unterwegs neben den Strukturen, die ja schon da sind und so weiter. Also da ist ja viel in der Mache grade auch so.
Klar, ich beschäftige mich natürlich auch intensiver damit, grade wegen der Sendung auch, aber da da sieht man ja schon, dass also viele Leute sich da wirklich auf den Weg gemacht haben, grade daran zu arbeiten, dass es eben mal in die richtige Richtung geht. Wir haben ja 2 verschiedene, wir haben ja einmal die Kammern und ZDH öffentlicher Bereich, ne. Die arbeiten natürlich anders als wir. Also ich darf mich natürlich anders äußern und bewegen als Unternehmerin, was wir auch tun. Also ich glaube, man sieht jetzt ganz extrem, dass das junge Handwerk und wir Frauen uns bündeln.
Und wir gehen auf die Straße und suchen das Gespräch und sagen, wir müssen etwas ändern Und wir müssen Leute ins Handwerk kriegen. Und wir hoffen, dass wir das auch hinkriegen, weil wie gesagt, alle haben sie ihre Probleme. Aber das Handwerk ist halt einmalig. Ja, also jeder jeder Berufszeug hat seinen Rucksack und ich glaube, bin da bei dir, dass das Handwerk schon sehr positiv ist. Katja, noch eine abschließende Frage an dich.
Wie siehst Du denn im Moment die Wertigkeit? Du hast es eben schon 'n paarmal angedeutet, aber wie siehst Du im Moment die Wertigkeit des Handwerks in der Gesellschaft und was muss sich da verändern? Schlecht leider. Also wir haben bei Weitem nicht mehr den Respekt und die Anerkennung wie früher. Ich wünsche mir, dass die die berufliche Ausbildung gleichgestellt wird wie die wie ein Studium auf gut Deutsch Und dass das von der Politik auch wieder nach vorne gebracht wird und dass sich Eltern und Schulen wirklich auch mal 'n Kopf machen und drüber nachdenken, was passiert, wenn Leute, wenn es das Handwerk nicht mehr gibt.
Und das würd ich mir wünschen und dass wirklich mehr Leute auf die Straße gehen. Ich halt nichts von Demos, aber wirklich die Möglichkeit nehmen und sagen, okay komm, ich ich trete für das Handwerk ein. Wir brauchen mehr Leute im Ehrenamt, ganz, ganz wichtig. Junge Leute im Ehrenamt, Frauen im Ehrenamt, die wirklich auch sagen, okay, das Handwerk hat die und die Vorteile, ja, auch die und die Nachteile, das gehört dazu. Aber wir müssen Werbung machen, müssen raus auf die Fläche, ja.
Katja, herzlichen Dank, dass Du beiden gewesen bist. Danke, ja. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Du hast uns sehr viele Einblicke jetzt heute gegeben. Einmal zu den Frauen im Handwerk natürlich, aber auch ins Unternehmertum an sich und auch, warum man sich im Moment beim Handwerk genau anschaut, was man da tut und wie man es tut.
Und vor allen Dingen auch, na ja, Punkte angesprochen, die sich in Zukunft allen Dingen verbessern sollten, damit eben dann wieder die jungen Leute auch ihr Interesse haben, auch wieder mehr Verantwortung zu übernehmen, auch für die Gesellschaft. Ich danke dir herzlich. Ich danke dir, danke schön. Das war Katja Lilo Meldder. Ich bedanke mich fürs zusehen und bis demnächst.