Warum Handwerker ihre Gesundheit wie Formel-1-Profis behandeln sollten | mit Robin Müller-Schober
Worum es geht
Handwerker arbeiten täglich körperlich am Limit, vernachlässigen aber ihre Gesundheit – im Gegensatz zu Formel-1-Profis, die auf regelmäßige Pitstops setzen. In dieser Folge von Handwerk spricht Podcast diskutiert Oliver Oettgen mit dem Gesundheitsexperten Robin Müller-Schober, warum gerade körperlich anstrengende Berufe zu wenig für die eigene Gesundheit tun. Es geht um kleine Gewohnheiten, kurze Übungen auf der Baustelle und darum, wie Gesundheit sogar zum Recruiting-Vorteil für Betriebe wird.
Das nimmst du mit
- Kurze 2-Minuten-Übungen direkt auf der Baustelle bringen langfristig mehr als seltene Fitnessstudio-Besuche.
- Handwerker sind körperlich oft fitter als Büroangestellte, entwickeln aber trotzdem gesundheitliche Probleme durch fehlende gezielte Regeneration.
- Gesundheit im Betrieb kann zum echten Wettbewerbs- und Recruiting-Vorteil werden.
- Nicht große Entscheidungen, sondern kleine tägliche Gewohnheiten bestimmen die gesundheitliche Zukunft.
- Bewegungspausen sollten im Arbeitsalltag genauso selbstverständlich akzeptiert werden wie Raucherpausen.
Autor: Handwerk spricht – Der Handwerk Podcast!
Die wichtigsten Antworten
Zu Gast
Robin Müller-Schober arbeitet seit über 25 Jahren im Bereich Fitness, Personal Training und betriebliches Gesundheitsmanagement und beschäftigt sich mit der Gesundheit von Menschen in körperlich anstrengenden Berufen.
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Transkript
Herzlich willkommen zu Handwerk spricht Ihrer Sendung, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit dem Handwerk verbindet. Und heute haben wir den Robin hier. Robin, schön, dass Du hier bist. Ich freu mich sehr. Wir sprechen heute vor allen Dingen über die Themen Gesundheit und auch Sport, glaube ich, ist 'n wichtiger Baustein von dir.
Aber stell dich doch bitte mal vor und erzähl uns, was Du machst. Super, vielen Dank, Oliver. Also mein Name ist Robin und ich komme aus Stuttgart und bin mittlerweile fast 25 Jahre in der Gesundheitsbranche tätig, hauptsächlich als Fitnesstrainer, Personal Trainer. Also ich gehör wirklich zu den Leuten, die morgens bei dir 7 Uhr an der Tür klopfen, aber auch Vortragsredner und Experte eigentlich für betriebliche Gesundheitsförderung, betriebliches Gesundheitsmanagement. Gut, dann bist Du ja Schwerpunkt, möchtest Du dich wahrscheinlich auch viel im Handwerk unterwegs oder ist er bürolastig oder eher baustellenlastig, wie ist es dann so?
Oder Geschäft auch, ne? Na ja, Optiker und so weiter, also auch diese Richtung. Also das ist wahrscheinlich auch der Hauptgrund, warum ich heute hier bin, weil ein riesengroßes Anliegen nach fast 25 Jahren betriebliches Gesundheitsmanagement ist der, dass die Menschen mit körperlich hartarbeiterder, mit mit 'nem Tag, mit 'nem anstrengenden körperlichen Tag zu oft unter den Radarfallen von betrieblicher Gesundheitsförderung. Und das hat viele Faktoren, aber Tatsache ist, die kommen noch viel zu kurz. Deswegen ich bin viel, viel in Büroabteilungen unterwegs oder Firmen mit viel administrativen Tätigkeiten, aber noch viel zu wenig im Handwerk.
Wie ist denn so dein Eindruck vom Handwerk? Liegt's an den also an den an den Inhaberstrukturen, dass da zu wenig läuft oder liegt's bei euch auch mit den Menschen, weil sie sagen, ey, ich bin schon 8 Stunden körperlich unterwegs, wenn ich jetzt noch irgendwie mal eine Gegenbewegung machen soll oder wie auch immer, das wird zu viel. Wie siehst Du das? Hat viele Faktoren. Beides, was Du gesagt hast, ist voll und ganz richtig.
Also stellen wir uns vor, ich mein, ich muss dir das nicht sagen, aber Du kommst nach 8 oder 10 Stunden wirklich harter Arbeit zurück, setzt dich auf Sofa. Die Realität ist, Du hast keine Lust mehr. Mhm. Deine Energie ist weg und Du bist platt, ja, und willst dann nicht mehr viel für dich tun mit zusätzlicher Anstrengung. Aber das andere ist natürlich auch das Verständnis vor allem von kleineren Handwerkbetrieben, die oft total, die jeden Tag Vollgas fahren müssen und ihre Baustellen bedienen, die die widmen sich sonem Thema ganz, ganz selten oder eigentlich gar nicht.
Ja, obwohl sie schon son bisschen das Feedback der Mitarbeiter bekommen, vor allem auch mal teilweise ältere Mitarbeiter, die dann doch sagen, oh, jetzt tut mein Rücken aber schon wirklich 'n paar Jahre richtig weh. Vielleicht, was könnt ich denn machen? Und deswegen find ich, es sollte noch viel mehr im Handwerk passieren bei Menschen mit körperlich anstrengender Arbeit. Wie kann man denn einem Handwerksbetrieb jetzt das Wissen einfach vermitteln beziehungsweise erst mal das das das Gespür dafür überhaupt vermitteln, dass man da ansetzen sollte? Du hast vollkommen recht, man hat im Handwerk ja viele, ja, Wehwehchen kann man ja nicht sagen, das wär verniedlich, ne, aber man hat Knie, man hat Rücken, man hat unterm Strich andere Gelenke eben halt über Kopfarbeiten und so weiter, die auch wirklich dann nachher zu Problemen führen.
Aber auch noch ganz andere natürlich Symptome und Bilder, wo wir jetzt nicht in die Tiefe reingehen. Aber wie kann man denn einen Betrieb einfach dahin führen, dass er ein Grundverständnis dafür hat, unter der Berücksichtigung natürlich des Tagesgeschäfts, was man ja nun mal auch hat? Und wir haben uns eben eingangs schon mal vor der Sendung darüber unterhalten, dass ja doch viele Aufgaben ja im Moment auf die Betriebe zukommen oder auch einprasseln. Wie kann man das machen? Ja, also Du musst auf alle Fälle irgendwie schaffen, das Gesundheitsbewusstsein des, vor allem des Chefs und des Abteilungsleiters oder wer auch immer zuwecken, ja.
Wenn der sowieso pro Bewegung, froh Sport ist, dann hast Du da schon mal gute Karten. Und auf der anderen Seite die Mitarbeiter zu bekommen, Du musst 'n nahbarer, ich sag jetzt mal, Vortragsredner sein oder 'n nahbarer Referent, wo die Resonanz dann stimmt, ja? Ich brauch jetzt nicht sportmedizinisch oder wissenschaftlich daherkommen, ich muss mit denen so reden, wie sie eigentlich auch so miteinander sich unterhalten. Und was kann man dann einführen oder was kann man machen als einfachen Einstieg? Als einfachen Einstieg ist auf alle Fälle, find ich, kommend erst mal motivierende, inspirierende, vielleicht Impulsvorträge.
Mhm. Die können in Briefings stattfinden, also vielleicht monatlich hat der Tochter oder der Chef mal seine Mitarbeiter alle bei sich und es kann auch nur 5 Minuten gehen in kleinen Impulsen. Bin sowieso 'n riesengroßer Fan von kleinen Dingen. Oft steter Tropfen höhlt den Stein, egal, was es ist. Und da könnten wir ansetzen Ich weiß nicht, ob ich im Handwerk schon so viel digital das macht.
Ich, vor allem in mit Büroabteilungen mach ich sehr, sehr viel auf der digitalen Basis, weil ich hab's dementsprechend einfacher, mal kurz während der Arbeitszeit oder eine Pause zu machen und dann halt aufn Onlinevortrag zu gehen. Wenn wir jetzt uns mal auf die die Baustelle mal dann noch mal fokussieren, Gibt's ein, 2 Übungen, die man so kurz beschreiben könnte, die man einfach machen kann? Auf alle Fälle. Aber Du musst wissen, Du kannst es ja auch andersrum sehen. Die Menschen, die körperlich hart arbeiten, haben einen riesengroßen Vorteil gegenüber denen, die im Büro sitzen.
Und zwar, die haben schon die wichtige, wichtige, wichtige körperliche Bewegung und Auslastung. Mhm. Natürlich ist jedes Berufsschild Unterschied, Berufsbild unterschiedlich von seiner Belastung, Aber trotzdem, die haben einen Riesenvorteil. Jemand, der den ganzen Tag im Büro sitzt, der muss den Bewegungspart noch noch machen. Und jetzt muss ich überlegen, okay, wenn ich wenn ich jetzt wirklich vom Handwerk sprech, dann gibt's immer ganz einfache Übungen, die man mal kurz so machen kann.
Also wir könnten uns da so unterhalten, aber ich mein, für mich sind die Handwerker oder auch in der Gastro, überall, das sind Profis in ihrem Beruf. Mhm. Profis in ihrem Beruf. Und mein Lieblingsbeispiel ist immer die Formel 1. Der also ich ich katapultier dich jetzt in die in die Position 1 Formel 1 Fahrers.
Ja, sehr gut, es passt sehr gut. So sieht's an. Jetzt musst Du dir mal vorstellen, dieser Formel 1 Fahrer fährt für 60 bis 90 Minuten High Performance über die Rennstrecke, Performance, ja, voll da. Er hätte aber nie im Leben die Chance, das Rennen zu gewinnen, wenn er nicht diese machen würde. Mhm.
Was auch immer in den gemacht wird, tanken oder was auch immer, Reifenwechsel. Er hätte nicht die Chance, das Rennen zu gewinnen, ja, ohne die keinen Gewinn im Rennen, kein erster Platz. Und deswegen ist es für mich so wichtig und Du musst dich als Profi in deinem Job sehen. Wenn Du Fußballprofi wärst, wär's das Normalste der Welt, selbst vor dem Spiel sich aufzuwärmen, die Gelenke vorzubereiten und was ja auch immer alles machen. Aber das kannst Du im Handwerk ja genauso sehen.
Das ist das Normalste der Welt. Wenn jemand als Handwerker ins Fitnessstudio geht, weil er weil er was für sich tun muss oder in Rücken ins Rückentraining, dann wird er dort auf einmal im Training aufm Boden Bewegungen machen und Übung machen, die ihm guttun. Warum soll er das nicht für 2 Minuten auf der Baustelle machen? Warum nicht? Weil wir haben den Zusammenhang dort nicht.
Jetzt pass auf, jetzt läuft's. Wenn ich mal, Entschuldigung, wenn ich mal anfangen zu rede. Aber ich sag dir auch, warum Sie's wahrscheinlich trotzdem nicht machen, obwohl Sie wissen, dass es absolut sinnvoll wär und das ist die gesellschaftliche Akzeptanz. Ja. Ich mach da 'n Beispiel.
Wir 2 kommen ausm Meeting. Und aus dem Meeting bringen wir händevoll Arbeit mit, gehen zurück zu unserem Arbeitsplatz, laden das laden die Arbeit ab. Da liegt schon Arbeit ohne Ende und wir wissen nicht, wo uns der Kopf steht, wo wir anfangen sollen. Und ich sag zu dir, Olli, jetzt hör mal her, ich jetzt erst mal eine rauchen. Und Du sagst, alles klar, komm, geh in eine rauchen.
Gleiche Situation, wir 2 kommen ausm Meeting, bringen Arbeit ohne Ende mit, auf unserem Platz, da liegt schon Arbeit, wir wissen nicht, wo uns im Kopf steht. Und Du sagst zu mir, Robin? Weißt Du was? Ich mach jetzt erst mal für 60 Sekunden eine Atemübung, dann mach ich noch 2, 3 Buswürdigesäulenmobilisation, dann renn ich noch einmal den Stockbackrafen runter und bin in 3 oder 4 Minuten schon wieder zurück. Und dann wirst Du ausgelacht.
Und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Etwas, von dem wir alle wissen, dass es ungesund für dich ist, ja, absolut akzeptiert. Ja, vollkommen richtig. Und etwas, von dem, was wissen, dass es sehr dir sehr gut tun würde, nicht akzeptiert. Und da muss ein Kulturwechsel in jedem Betrieb hin, dass das genauso wichtig ist.
Also ich sag mir, jemand eine rauchen darf, dann darf jemand auch 'n Stretch machen und eine Mobilisationsübung. Natürlich. Ja, definitiv. Das heißt im Grunde ja eigentlich, ein Betrieb, der da schon vom Gedankengut weiter ist und der auch in der Belegschaft schon, ja, die ersten Schritte gemacht hat, also wo das schon eine gewisse Routine dann auch ist, sagen wir mal morgens sich dann entsprechend darauf vorzubereiten, dass man drauf vorzubereiten, dass man in die Tätigkeit geht, hätte ja auch 'n gewissen Marketingansatz dahinter, ne? Auf alle Fälle.
Also natürlich heutzutage, jeder sucht Personal. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist auch immer schon als Marketingobjekt oder als Marketingmaßnahme benutzt worden, Fachkräfte nicht nur zu binden, ja, sondern auch zu holen, ja, den Betrieb attraktiv zu machen, das, die die Gemeinschaft 'n bisschen zu stärken. Also das wird natürlich dazu benutzt und soll auch bitte, weil wenn das der Unterschied ist zum zum Mitbewerber, weil Du 'n Rückentraining, ich sag jetzt einfach mal, irgendwas anbietest und der kommt deswegen zu dir, hast Du schon gewonnen. Hast Du denn Betriebe gesehen, wo das schon der Fall ist, die also wirklich aufm guten Weg sind oder vielleicht sogar schon da sind, dass man sagt, sie sind wirklich aufm höchsten Level schon angekommen? Es es gibt alles, aber leider noch zu wenig im Handwerk.
Also vor allem in in Betrieben, wo's eben vorm Laptop sitzen, gibt's schon viele. Es gibt große Firmen haben ganze Sportvereine. Also ich komm ja aus Stuttgart, da gibt's ja große Firmen und die haben ganze Vereine mit 20, 30 Sportsparten. Also es gibt's alles, ja. Also Und im Handwerk aber leider noch nicht so sehr.
Na ja, also jedenfalls nicht, dass ich wüsste, dass es da schon vieles gibt. Also zumindest auch kein durchschlagender Erfolg, der dann auch schon Kreise gezogen wird. Bei mir noch nicht, okay. Okay. Ja.
Ja, dann dann ist ja dringend Nachholbedarf. Und mir ist das so wichtig. Weiß ich, ich fühl mich ja auf 1 Mission, weil für mich sind das wirklich die Leute, wir könnten hier gar nichts machen heute. Wir könnten nicht auf diesem Stuhl sitzen. Wir könnten nicht in dieses Mikrofon sprechen oder in diese Kamera, wenn's die Leute nicht geben würde.
Die sind zuständig für unsere Infrastruktur, damit ich hier mit dir sprechen kann. Ihr haltet die Welt am Laufen und wir sorgen dafür, dass ihr machen könnt, was ihr nun mal macht. Machen mit über 70 Zusatzleistungen für eure Gesundheit. Ja, definitiv. Das heißt also, eine 1 ja Verhaltensänderung müsste eigentlich dann der Erfolg sein.
Es ist ja, dass Gesundheitsmanagement ja eigentlich schon mehr auch im Gesetz verankert worden in den letzten Jahren. Ist ja doch 'n bisschen noch mal nachgebessert worden. Es sind da ganz andere Sachen noch eingebracht worden, die ja mit Sicherheit gut gedacht sind, aber alle aber nicht alle wirklich umsetzbar sind. Muss man natürlich auch immer mal sagen, ne, also realistisch gesehen ist es schon schon schwierig. Grade wenn wir den Betrieb nehmen, den klassischen Handwerksbetrieb, 5 bis 10 Mitarbeitende und dann, weiß ich nicht, 8 Stunden selber unterwegs auf der Baustelle, dann noch 4 Stunden im Büro, weil wenn irgendwie noch Angebote zu schreiben sind oder auch mal Rechnungen natürlich, ne, wenn man da weiterläuft, dann ist natürlich schwierig, sich mit sonem Thema dann noch intensiver auseinanderzusetzen.
Alle Fälle und das verstehe ich, ja. Und da sagst Du, auf jeden Fall müssen wir mehr in die Kommunikation gehen. Wir müssen mehr besprechen darüber. Wir müssen's den Betrieben auch einfacher machen, ne? So, das ist 'n ganz wichtiger Ansatz dabei, ne?
Total, dass Du so ein offenes Thema geht. Also es geht ja deine Gesundheit. Ja. Ja. Und wie gesagt, steter Tropfen höhlt in Stein und ich bin 'n großer, großer Fan von kleinen, kleinen Maßnahmen mit 'ner sehr niedrigen Hemmschwelle.
Mhm. Aber auch dem Wissen, dass das am Ende des Monats oder Jahres zählt. Wie können wir denn die Belegschaft, dass die die Mitarbeitenden auch sensibilisieren, dass sie sich dann mehr trauen, sagen wir mal, ne? Weil es geht ja nachher darum, auch zu sagen, und jetzt zieh's durch, ne? Ich geh jetzt nicht rauchen.
Ich mach jetzt, sag ich jetzt mal eine Übung. Ja. Wie können wir denn da, was können wir denn da machen und wie kommen wir an diese Menschen hören? Ja, also nichts schlägt einen aktiven Lebensstil, aber wie gesagt, wie soll ich das dem Handwerker sagen, der sowieso 'n ganzen Tag aktiv ist? Aber das Wissen Erst mal, ich bin ich glaub, das Bewusstsein, das Gesundheitsbewusstsein fehlt darauf, nicht immer.
Ja, ich sag nicht, jeder Handwerker hat kein Gesundheitsbewusstsein, auf gar keinen Fall, aber trotzdem fehlt es da noch und dafür bin ich da. Weil wenn ich vielleicht das Wissen habe, dass ich durch kleine Tätigkeiten, Angewohnheiten einen riesengroßen Erfolg erzielen kann, Mhm. Dann hilft es unter anderem bestimmt auch, dass das Verhalten sich ändert. Und darf ich dir 'n Beispiel bringen. Gerne.
Warum habe ich mir heute Morgen die Zähne geputzt und werd spätestens heut Abend noch mal machen? Obwohl ich doch weiß, dass es auf das eine Mal Zähneputzen überhaupt gar nicht ankommt. Mhm. Und aus dem Grund haben wir alle schon mal das Zähneputzen bleiben lassen. Abends im Bett, ah, vergessen, die Zähne zu putzen.
Ja komm, macht nix morgen. Was wiederum so viel heißt, ich vertraue meiner meine Zahnhygiene 1 Tätigkeit an, von der ich weiß Gutes Beispiel, ja. Dass der im Einzelnen eigentlich gar nix bringt. Ja. Und trotzdem vertraue ich der Tätigkeit, diesem Prozess, wenn ich's regelmäßig mach, dass ich 'n halbes Jahr, in 'nem halben Jahr beim Zahnarzt 'n wesentlich besseres Erlebnis habe.
Ja. Und abgerechnet wird am Ende des Jahres. Und so gilt's auch für jede Mobilisationsübung, für jeden Stretch, für alles. Das heißt ja, eigentlich wir brauchen den Zahnarzt für den Körper. Volltreffer.
Vielen Dank. So hab ich so nie so hab ich so nie gehört. Aber ja, wir brauchen Ja, wenn wir wenn wir einmal im Halbjahr zur zur Prophylaxe gehen, dadurch jetzt einfach mal, wie wir's beim Zahnarzt ja auch tun in der Regel, dann wäre das ja eigentlich der Weg, den wir dann da auch irgendwie einführen müssten. Warum putzen wir uns eigentlich jeden Tag mehrmals die Zähne? Das haben wir von klein auf, ich sag immer, hey, wenn uns unsere Eltern jedes Mal beim Zähneputzen noch gesagt hätten, hey, das ist ist noch beendet, wenn Du noch 10 Liegestütze Was wär denn das für eine Welt?
Mhm. Ja. Und deswegen, ja. Also wir brauchen das Verständnis des Zähneputzens. Mhm.
Was kommt in den Zukunft auf uns zu, wenn man so dieses betriebliche Gesundheitsmanagement so insgesamt auch sieht? Also einmal dieses Themengebiet natürlich, Nehmen wir das mal als ersten Teil der Frage, was da so kommt. Vielleicht hast Du da mehr Informationen schon für uns und für die Betriebe, die grad zuschauen. Und auf der anderen Seite aber auch so, was sind denn so die körperlichen Punkte, die Du grade siehst, die sich vielleicht deutlicher entwickeln als vielleicht vorher. Wir hatten jetzt eine ganze Zeit lang ja, war ja Rücken, Knie waren ja so die typischen Themen.
Jetzt haben wir im Moment ja vor allen Dingen psychische Themen, die ja, sagen wir mal, in 'ner ähnlichen Größenordnung mittlerweile vorhanden sind, als wie dann die körperlichen, also die die die Symptome Knie und Rücken und so weiter. Bei den beiden Fragen, wo wie siehst Du da die Zukunft? Was kommt auf uns zu? Das wird beides bleiben. Also die mentale Gesundheit wird immer mehr zunehmen oder die Angebote in der mentalen Gesundheit wird immer mehr zunehmen.
Aber dass die Leute Rücken, Knie, Hüfte, Halswirbel so eine Schulter haben, wird bleiben. Ja. Ja. Und es gibt Angebote und manchmal machen die Konzepte Sinn, machen manchmal machen sie keinen Sinn. Mhm.
Und es liegt dann im Endeffekt wieder in der Eigenverantwortung Verantwortung oder Verantwortung vom Chef, Mhm. Was er macht, weil er kann ja nachher bestimmen, was er macht. Er muss sich nicht er muss nicht warten, ob's da noch 'n Konzept gibt und da noch 'n Konzept geht. Er könnt jemandem Auftrag geben und sagen, pass auf, wenn Du dementsprechend qualifiziert bist, machen wir machen wir was. Mhm.
Und bei der Gesetzgebung, tut sich da irgendwas im Gesundheitsmanagement so allgemein? Hast Du da irgendwas zu Leuten hören? Ich habe im Moment nichts Leuten hören, ja. Ich glaub nicht, dass da sich so viel verändert hat. Aber das weiß ich auch nicht.
Aber ist auch eigentlich ja gut nachgezogen worden. Ist ja jetzt nicht so, dass dass da noch große Lücken sind. Das Einzige, was noch nicht klar ist, ist, dass wirklich dann dieses Thema der Verantwortung auch verteilt worden ist, ne. So ist immer, es ist ja auf dem Betrieb jetzt geschultert oder gelastet worden. Und bei dem bei den Arbeitnehmern oder bei den Arbeitnehmern, da ist dieses Thema noch nicht so ausreichend präsent aus meiner Sicht.
So wenn ich jetzt als Arbeitgeber darüber nachdenke, ist dieses Thema Gesundheit sehr, sehr oberflächlich im Moment noch. Wenn man dann Angebote macht, wird auch vielleicht mal hinterfragt, dieses Medi Maus Thema, ich weiß nicht, ob Du das kennst oder der Rücken dann gescreent wird und so weiter. Ja, eigentlich. Und dann dann wird dann dann wird dann natürlich auch gesagt, ja, warum macht der das jetzt, ne? Warum warum macht mein Arbeitgeber jetzt sonen Schritt?
Warum will der das jetzt machen? Will der da vielleicht irgendwie nachher wissen, ob wir noch langfristig tätig sein können oder so? Ich mein, datenschutztechnisch ist das ja total irrelevant, aber ich sag mal, alleine der Gedanke, dass son Gefühl entstehen könnte, sagt ja schon viel aus, ne, so. Und und das ist ja schon eine der Hürden, die auch da sind. Super, ja.
Der Gedanke, dass dieses Gefühl entstehen könnte, sagt schon viel aus. Ja. Und so ist auch. Und da ist wieder Und das, was Du grad gesagt hast, ist absolut richtig. Der Mitarbeiter könnte denken, oh, macht der jetzt 'n Leistungstest?
Ich mein ich mein Job in Gefahr? Werde ich gekündigt? Werde ich versetzt? Ja? Und ich hab die Beispiele schon viel mitgemacht, ja?
Dass die Leute gedacht haben, was passiert 'n jetzt? Auf der anderen Seite, wenn jemand extern kommt Also mir ist schon viel, viel mehr gesundheitliche Themen an mich herangetragen worden, wie's zum Beispiel der Betriebsart, Betriebsarzt zu hören bekommen hat, Mhm. Weil ich trotzdem von außen komm. Und da muss ich auch sagen, da muss aufklären, weil es wenns Gesundheit geht, klar könnt man als Mitarbeiter sagen, das ist nur im Interesse des Arbeitnehmers, des Arbeitgebers, dass ich lange gesund bleib und viel arbeiten kann. Aber mal ganz ehrlich, ich kann doch froh sein, wenn mein Arbeitgeber sich drum kümmert, dass es mir gut geht.
Weil die Gesundheit trag ich ja 24 Stunden, 7 Tage die Woche mein ganzes Leben durch Ja. Mit mir herum. Genau. Und dann am Ende, wenn's dann über einen hereinbricht, das ist bei mir in der Belegschaft leider auch passiert. Der war aber auch schon sehr krank, als er halt was angefangen hat.
Da muss man einfach sagen, da hätte man an irgendeiner Stelle hätte irgendetwas anders laufen müssen. Ja. So und das ist die Frage, ob das Da hat das System, glaube ich, auch nicht funktioniert. Wobei grade bei ihm ist der Fall so, dass er wirklich auch arbeiten wollte, ne. So, das ist son schmaler Grat dann, arbeiten wollen, aber eben halt dann auch vielleicht zu viel gewollt zu haben dann in seinem Leben, ne.
Und ist natürlich auch 'n Problem, ne. Ist 'n Riesenproblem und ich hab in meinem Buch, das das Du auch teilweise vielleicht gelesen hast, da bring ich die Geschichte von meinem Nachbarn, eine wahre Geschichte, ich nenn ihn Herr Neumann, der sein Leben lang 'n hart arbeitender Mensch war und es ist sehr traurig. Gestorben ist er 2 Stockwerke unter mir in der Wohnung, weil er aufm Boden lag und unfähig aus eigener Kraft ohne fremde Hilfe aufstehen zu können ans Telefon oder irgendwie. Und das ist sehr traurig, aber noch trauriger ist Kein Einzelfall wolltest, ne. So sieht's aus, wollt ich grad sagen.
Das ist überhaupt kein Einzelfall. Wenn Du Einsatzkräfte fregst, die sagen, das passiert täglich und ständig, jetzt heute in Berlin, was glaubst Du, wie oft das passiert? Ja. Und das ist so traurig, weil der hätte Ich bin fest überzeugt, er hätte die Kraft gehabt, aber er war zum Beispiel nicht mobil genug. Ja, er war nicht beweglich genug, dass er das geschafft hat.
Und es ist einfach traurig und da hat man sich vernachlässigt. Und das sind so einfache Sachen, die man machen könnte. Ja, ja. Es ist manchmal, auch da an der Stelle wieder hätte es einfach sein können, aber ich seh's ja bei mir selber in meinem Leben, ich bin da jetzt Formel 1 Fahrer, ich weiß, aber trotzdem, ich seh's ja nun mein realen Leben, Ja. Dass dass man häufig wirklich an dem Punkt ist, betriebliche Themen hatte, stundenlang den Tag und man dann aber auch tatsächlich eine Familie hat, ne.
Und dann auch dann das noch mal in Einklang bringen muss, dass das wirklich alles miteinander funktioniert. Das ist natürlich eine Ausrede, brauchen wir nicht drüber zu reden, weil die Zeit kann man sich ja nehmen. Aber man findet ja immer genug Ausreden. Du sprichst wieder was an, das ist so interessant. Und da sprechen wir Guck mal, wenn wir jetzt sagen können, komm, wir gehen ins Fitnessstudio, ja, wir treffen uns da, dann müssten wir uns gedanklich schon mal mindestens 2 Stunden Zeit nehmen.
Mit Hinfahren und Trainieren und Duschen und zurück. Und das ist eigentlich die Zeit, die wir heutzutage gar nicht mehr haben. Beziehungsweise ich behaupte, Du hast diese 2 Stunden am Tag, aber nicht mehr am Stück. Ja. Die sind einfach Und dann komm ich wieder mit meinem Zähneputzen daher.
Weil was ist die Konsequenz, wenn Du sagst, ah, das reicht mir heut nicht ins Training? Meistens die Konsequenz, ich mach halt nix. Ja, ja. Ist die Konntest. Genau.
Mach halt nix. Und dann komm wieder ich mit meinem Zähneputzen und sag, nein, dann müssen wir vielleicht mal das Format überdenken, wie Du über Sport und Bewegung nachdenkst. Vielleicht müssen sind's auch die 2 Minuten oder die 5 Minuten, die dann wirklich was bringen. Abgerechnet wird am Ende des Monats oder des Jahres. Ich persönlich bin 'n größter Fan von, meine eigenen Trainings laufen meistens zu Hause ab.
20 Minuten, 30 Minuten maximal vormduschen, wenn's geht. Du machst dann diese Eigengewichtsübung Hauptsächlich. Bei Stultraining und solche Sachen dann wahrscheinlich, ne? Ganz viel mit dem eigenen Körpergewicht. Ich hab natürlich Equipment zu Hause, aber trotzdem, Du kannst mit dem eigenen Körpergewicht sehr, sehr weit kommen.
Ja, reicht ja auch. Also sag mal, das ist ja die Grundlage dafür, eben halt diese Mobilität und diese diese Themen dann aufzubauen, die man dann eben nachher überlegen kann, noch weiterzuwägen. Genau. Vielleicht ist das das mit dem Krafttraining und so weiter hat es vielleicht auch nur son bisschen im Schwäbischen, so Geschmäckle, dass man gleich aussieht wie Arnold Schwarzenegger, Blödsinn. Gut, erreicht man damit natürlich nicht, aber muss ja auch nicht.
Man geht ja allgemeine Fitten zu machen. So sieht's aus. Genau. Es geht nicht drum, dass Du so aussiehst. Natürlich ist 'n ästhetische Faktor schön, wenn man sich im Spiegel anschaut und da sieht man auch, dass es gut aussieht.
Aber das ist das ist nicht. Ja. Ja. Genau. Herr Robin, hast Du uns 'n Hack mitgebracht, einen Tipp für die Zuschauenden da draußen, was sie vielleicht in ihrem Leben tun könnten oder verbessern könnten?
Ich hab drüber nachgedacht, weil ich weiß, Du stellst die Frage jedes Mal am am Ende deines Podcasts. Und da will ich mit dem Zitat anfangen, mit dem ich im Prinzip auch in mein Buch eingestiegen bin. Und zwar heißt es vom Frederik Alexander und es geht ungefähr wie folgt, niemand entscheidet über seine Zukunft. Wir entscheiden über unsere Angewohnheiten. Und diese entscheiden über unsere Zukunft.
Ja, und dann bin ich wieder beim Zähneputzen. Genau. Ja. Der Anker sitzt, glaub ich. Wenn das jetzt einzig ist, was hängen geblieben ist.
Ja, gut, aber das ist, dann hast Du schon viel erreicht. So sieht's aus. Ja, und am am Schluss kommt ja immer auch dann die 2. Übliche Frage, wie Du so das Handwerk in deiner Wahrnehmung in der Gesellschaft positioniert siehst. Findest Du, das Handwerk hat den richtigen Stellenwert im Moment oder müsste sich der Stellenwert dann noch verändern an der Stelle?
Also in meinem Kopf hat das Handwerk einen Riesenstellenwert. Ja, weil ich respektiere die Leute ohne Ende. Ich komm aus Stuttgart, wohn in 1 Großbaustelle. Ja. Was auch der Grund war für das Buch, weil ich, wenn ich vom Balkon unterschaust, seit 8 Jahren schaue ich auf Großbaustellen und bewundere die Arbeiter, die bei Regen und Sonne und den ganzen Tag, da bin ich schon fertig vom Zuschauen.
Ja. Deswegen in meinem Kopf hat es 'n Riesenstellenwert, ja. Vor allem, ich hab mal Bürokaufmann gelernt, ich hab handwerklich 2 linke Hände und ich find's einfach super, wenn jemand was reparieren kann. Wenn jemand sich, mein Neffe lernt jetzt, ja grad Kfz Mechatroniker bin ich froh, da bin ich froh und der ist so glücklich, dass ich da mein Auto auch hinbringen kann. Ich kann das alles nicht, Aber natürlich krieg ich mit, dass in der Gesellschaft das noch 'n bisschen jedenfalls nicht so ist wie mit meinem Kopf.
Und aber da soll's ja hingehen. Und da bin ich absolut dafür. Und ich will, ich hab damit gesagt, ich will nächstes Jahr auf die Zukunft Handwerk gehen, ja, obwohl ich überhaupt nix mit Handwerk zu tun hab. Aber trotzdem, ich bin da sehr, sehr dafür. Robin, schön, dass Du hier bei uns gewesen bist.
Das war Robin Müller Schobauer hier bei uns im Studio. Ich danke fürs zusehen und bis bald.