Wie hängen Teamgeist, professionelles Auftreten und die Zukunft des Handwerks zusammen? Darüber sprach Andreas Grewe, Geschäftsführer von Hans Schäfer Workwear, im Podcast Handwerk spricht. Der Unternehmer erklärt, warum eine gute Arbeitshose mehr ist als Zweckkleidung, wie einheitliche Ausstattung ganze Betriebe nach innen und außen stärkt und weshalb er sich mit einer eigenen Initiative für den Nachwuchs im Handwerk engagiert.

Von der Modebranche zur Arbeitskleidung

Hans Schäfer Workwear ist aus einem alten, mittelständischen Unternehmen hervorgegangen. Vor sechs bis sieben Jahren startete die Firma mit Arbeitsbekleidung und gründete die eigene Marke. Der Hintergrund in der Modebranche prägt bis heute den Anspruch: hohe Qualität, guter Tragekomfort und ein Look, der über den reinen Zweck hinausgeht.

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 35 Menschen, bei denen laut Grewe vieles Hand in Hand läuft. Das eigentliche Workwear-Team ist überschaubar – eine Handvoll Leute, darunter eine gelernte Designerin und Schneiderin, die für die Maße zuständig ist. Der enge Austausch mit den Kunden steht dabei im Mittelpunkt: Anregungen aus der Praxis fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Produkte ein.

Arbeitskleidung als Trikot der Firma

Grewe zieht eine Parallele zum Fußball: Einheitliche Kleidung mit gutem Logo wirkt wie ein Mannschaftstrikot. Sie fördert den Zusammenhalt im Betrieb und sorgt zugleich für Wiedererkennung nach außen. Früher, so Grewe, trugen Handwerker schlicht Jeans oder den klassischen Blaumann. Heute erkennen Firmen, dass ihr Auftreten auf der Straße wahrgenommen wird.

Ein besonderer Effekt entsteht, wenn die Kleidung zusätzlich mit dem persönlichen Namen des Mitarbeiters versehen ist. Damit steige der Wert der Teamkleidung noch einmal deutlich – nicht nur für den Kunden, der sofort weiß, mit welcher Firma er es zu tun hat, sondern vor allem für das Selbstverständnis der Träger. Immer häufiger würden Beschäftigte die Kleidung auch nach Feierabend oder beim Firmenfest tragen und so kostenlose Werbung für ihren Betrieb machen.

Der Anspruch an Qualität und Tragekomfort

Das wichtigste Produkt ist für Grewe die Arbeitshose. Sie muss nicht nur sitzen, sondern über den Arbeitstag hinaus überzeugen. Ein Beispiel für gelungenen Tragekomfort ist die kurze, sehr elastische Arbeitshose, die Markenbotschafter Ralf Moeller nach eigenen Angaben sogar zum Sport im Fitnessstudio trägt.

Um diesen Anspruch zu erfüllen, ist das Unternehmen regelmäßig auf Stoff- und Fachmessen unterwegs und arbeitet eng mit den Handwerkern zusammen. Mit jedem Neukunden kämen neue Ideen: eine zusätzliche Tasche, mehr Elastizität, eine weitere Schnalle. Zwar sei die "beste Hose" inzwischen weit ausgereift, doch Grewe schließt weitere Verbesserungen nicht aus – nicht zuletzt, weil ständig neue, noch elastischere Stoffe auf den Markt kommen.

Neben der Hose bietet das Unternehmen nahezu die gesamte Oberbekleidung an: Jacken, T-Shirts, Poloshirts, Sweatshirts, Pullover und Hemden. Lediglich Schuhe gehören noch nicht zum Sortiment. Der Schwerpunkt liegt auf den Baugewerken, aber auch spezielle Kleidung etwa für Maler ist Teil der breiten Palette. Weil Handwerker Ware oft "gestern" brauchen, hält die Firma die Produkte am Lager vorrätig.

Die Initiative "Motivation Handwerk"

Ein Herzensthema von Grewe ist die Initiative "Motivation Handwerk", die vergangenen Herbst auf der Messe A+A in Düsseldorf gemeinsam mit Ralf Moeller vorgestellt wurde. Der Auslöser war praktisch: Viele Kunden – selbst Handwerksbetriebe – klagten über Personalmangel. Getreu Moellers Motto "erst mal machen" rief das Unternehmen die Initiative kurzerhand ins Leben, um junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern.

Die Resonanz sei durchweg positiv. Moeller besuche immer wieder Betriebe, deren Beschäftigte sich über Bewerbungsvideos auf der Homepage beworben haben. Er gelte als authentisch und nahbar – trotz seiner Bekanntheit. Ergänzend entstand gemeinsam mit der Handwerkszeitung der Podcast "Motivation Handwerk verstehen", der teils prominent besetzt ist. Zudem gab es Treffen bis auf Ebene der Handwerkskammern und des Handwerkspräsidenten.

Ursprünglich als zeitlich begrenztes Projekt gedacht, blieb die Initiative bewusst offen. Der Bedarf sei zu groß, um die Sache nach wenigen Monaten abzuschließen. Interessierte Betriebe können sich weiterhin auf der Website des Unternehmens mit einem kurzen, witzigen Video bewerben, in dem sie sich vorstellen und erklären, warum Ralf Moeller sie besuchen soll.

Wertschätzung ja, Beachtung des Berufs zu gering

Zur Lage des Handwerks in der Gesellschaft äußert sich Grewe differenziert. Die Wertschätzung sei durchaus vorhanden – der Beruf selbst werde jedoch zu wenig beachtet, was den Fachkräftemangel mit erkläre. Umso wichtiger sei es, jungen Menschen die Chancen aufzuzeigen: gute Verdienstmöglichkeiten, die Perspektive auf Selbstständigkeit und eine große Vielfalt an Jobs.

Man muss am Ball bleiben, und wenn es mal schwierig ist, dann am besten lächeln.

Sein Fazit fällt optimistisch aus: Bei jungen Leuten tue sich wieder etwas, weil sie sich heute stärker fragten, wo sie eine sichere Zukunft und gutes Geld finden. Das Handwerk biete dafür eine hervorragende Grundlage.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Einheitliche Arbeitskleidung wirkt wie ein Trikot: Sie stärkt den Teamgeist und die Außenwahrnehmung.
  • Kleidung mit persönlichem Namen erhöht die Identifikation zusätzlich.
  • Qualität und Tragekomfort entstehen im engen Austausch mit den Handwerkern.
  • Die Arbeitshose ist das zentrale Produkt, ergänzt durch nahezu die gesamte Oberbekleidung.
  • Die Initiative "Motivation Handwerk" mit Ralf Moeller wirbt aktiv um Nachwuchs.
  • Wertschätzung fürs Handwerk ist da – der Beruf braucht aber mehr Beachtung.