Das Jahr 2025 war für Florian Gibser, Host des Podcasts Video Reloaded und Betreiber von Corporate Studio, ein außergewöhnlich intensives Jahr. In seiner Solofolge zum Jahreswechsel lässt er zwölf Monate voller Events, Begegnungen und Studioprojekte Revue passieren – und gibt einen Ausblick auf seine Pläne für 2026. Der rote Faden: Das Thema Videokommunikation aus eigener Hand kommt endlich im deutschen Mittelstand an.
Ein Herzensthema erreicht den Mittelstand
Über Jahre hinweg verband der Mittelstand mit dem Thema Video vor allem aufwendige Imagefilme oder teure Produktvideos. Live-Videokommunikation wurde – häufig durch Corona erzwungen – zwar ausprobiert, danach aber oft nicht ernst genommen. Das hat sich laut Gibser in den vergangenen 24 Monaten, besonders im letzten Jahr, deutlich verändert.
Vermehrt kam er mit Maschinenbau, Elektroindustrie und herstellenden Betrieben in Kontakt – und stellte einen neuen Anspruch fest: Nicht mehr Hochglanz, sondern Authentizität steht im Vordergrund.
Es funktioniert viel besser, Authentizität wirklich auch zu leben und Vertrauen aufzubauen, wenn man nicht auf Hochglanzformaten unterwegs ist.
Genau darauf zielt das Konzept von Corporate Studio ab: Unternehmen sollen so wirken, wie sie tatsächlich sind. Hinzu kommt ein zweiter Treiber: Immer mehr Unternehmen wünschen sich Unabhängigkeit von Agenturen. Gerade im Speckgürtel rund um Stuttgart, stark abhängig von der Autoindustrie, gerieten viele klassische Marketingagenturen in Schieflage, weil Zulieferer Aufträge zurückzogen. Firmen wollen Marketing künftig intern erledigen – wegen der Geschwindigkeit und vor allem der Kostenhoheit: einmal ins Studio investieren statt laufender Agenturkosten.
Drei herausragende Studioprojekte
Aus zahlreichen realisierten Projekten hebt Gibser drei besonders hervor:
- Volksbank Heinsberg: Die Anfrage kam Ende Januar mittags – das Erstgespräch fand noch am selben Nachmittag statt. Die Empfehlung stammte von der VR Bank Südpfalz in Landau, dem bislang größten Studioprojekt (drei Räume, 2024). Realisiert wurde zunächst ein kleines Selbstfahrerstudio, dessen Technik bereits so ausgelegt ist, dass 2026 ein Umzug in zwei größere Räume mit Regie- und TV-Studio möglich wird.
- DQS in Frankfurt: Ein Selbstfahrersetting mit zwei Kameras, Funkmikrofonen, höhenverstellbarem Schreibtisch und Regieplatz für interne Webinare und Online-Kongresse. Die zwischenmenschliche Ebene machte hier den Unterschied – geplant ist eine Erweiterung.
- EJ (Verbindungstechnik): Das größte Projekt des Jahres, fertiggestellt wenige Tage vor Weihnachten. Sechs ferngesteuerte PTZ-Kameras, darunter eine Deckenkamera, ermöglichen Produktvorführungen und Schulungsvideos aus allen Perspektiven. Herausfordernd war die Raumsuche: Realisiert wurde das Studio schließlich im charakteristischen Dachstuhl eines Bürogebäudes – inklusive kniffliger Montage von Akustikabsorbern in den Schrägen.
Über alle drei Projekte will Gibser 2026 ausführlicher berichten – geplant sind Podcastfolgen mit den jeweiligen Ansprechpartnern für einen Blick hinter die Kulissen aus Kundensicht.
Ein Jahr voller Events und Begegnungen
Noch nie zuvor war Gibser auf so vielen Veranstaltungen. Zu den markantesten zählten die beiden Ausgaben der Community Conference (ehemals Corporate Influencer Forum) bei Leica in Wetzlar und bei PCO in Osnabrück. Hinzu kamen ein Vortrag beim Bitkom-Arbeitskreis Vertrieb in Frankfurt, zwei Veranstaltungen des Mittelstandsnetzwerks von Markus Mills sowie die Campixx als Begleitung seiner Frau Johanna.
Besonders begeistert zeigte er sich vom Tag der Industriekommunikation (TICK) im Kloster Fürstenfeld und von der Ivalanche-Wiesn. Ein Highlight war zudem die erstmalige HeroCon von Hero Software im BVB-Stadion in Dortmund: Dort war Corporate Studio als Dienstleister gebucht und nahm zusammen mit Moderator Robert Bittig an zwei Tagen 23 Podcast- bzw. Videocastfolgen auf – im September folgten weitere 23. Weitere Stationen waren zahlreiche LinkedIn Locals und der Vertriebsmanagementkongress in Berlin.
Sein Fazit: Online findet, offline verbindet. Echte Verbindungen entstehen im persönlichen Kontakt – doch wer sich vorher über qualitativ hochwertige Videoformate oder Podcasts kennengelernt hat, wird oft überraschend herzlich begrüßt. Mehrfach wurde er von Menschen angesprochen, die ihn nur aus dem Podcast kannten.
Learnings: Fokus, Resonanz und klare Grenzen
Der Podcast bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor. 2025 veröffentlichte Gibser 51 Folgen und ist wieder gut zwei Monate im Voraus produziert. Allein 2024 generierte er nach eigener Aussage über 100.000 Euro Umsatz allein durch den Podcast – nicht über Werbung, sondern weil Kunden ihn darüber kennenlernten.
Ein wichtiges Learning betrifft das bewusste Ablehnen von Projekten. 2025 sagte Gibser proaktiv Aufträge im Wert von fast 200.000 Euro ab – nicht, weil Kunden absprangen, sondern weil Werte und Arbeitsvorstellungen nicht zusammenpassten. Nach anstrengenden Jahren in der Musik- und Medienbranche setzt er heute konsequent auf das Prinzip der positiven Resonanz.
Pläne für 2026
Für das neue Jahr hat sich Gibser einiges vorgenommen:
- Beendigung des Podcast-Bootcamps zugunsten einer klareren Positionierung.
- Monatliche LinkedIn Lives mit nachgeschaltetem Webinar als Deep Dive zur Videokommunikation.
- Fortführung des Podcasts sowie das lange geplante Aktivieren des eigenen YouTube-Kanals mit eigenem Content.
- Ein Umbau des eigenen Studios, voraussichtlich ab Anfang Februar, nach vier Jahren im ursprünglichen Aufbau.
- Erneute Präsenz beim Tag der Industriekommunikation und bei der Community Conference sowie erstmals ein Auftritt auf der reinen Fachmesse All About Automation in Friedrichshafen (9. bis 11. März).
Abschließend lädt Gibser Hörerinnen und Hörer ein, ihn auf Veranstaltungen anzusprechen oder sich als Gast für den Podcast zu melden – per E-Mail an podcast@corporate-studio.de. Sein Antrieb bleibt dabei unverändert: Menschen erreichen und ihnen mit seinem Wissen rund um Videokommunikation weiterhelfen.