#191 - Wie ich für Simply Red einen Synthesizer baute
Worum es geht
In dieser persönlichen Folge erzählt Florian Gypser seinen eigenen Werdegang: vom Zivildienst und dem Wunsch, Gitarrenbauer zu werden, bis zum Einstieg in die Synthesizer-Produktion. Zentral ist die Geschichte, wie er über Nacht ein Gerät für Simply Red zusammenbaute und in einem historischen Gebäude in der Eifel landete, in dem schon Sounds für Weltstars entstanden. Eine Folge ohne Buzzwords, dafür mit echten Branchenanekdoten und der Frage, wie Wege und Freundschaften entstehen.
Autor: VIDEO RELOADED
Zu Gast
Florian Gypser ist ausgebildeter Tonmeister und Geschäftsführer bei Corporate Studio.
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Transkript
Herzlich willkommen bei Video Reloaded, deinem Podcast über Videokommunikation 4 Punkt 0. Hier bekommst Du spannende Insights, Know how und Impulse für Videokommunikation in und von Unternehmen. Ich bin dein Podcast Host Florian Gibser und wünsche dir viel Spaß beim Zuhören. Herzlich willkommen zu 1 neuen Folge und wenn Du diese Folge auch als Video schaust, dann wirst Du feststellen, oh, das das Bild kenn ich ja gar nicht. Ihr seid, Du hast die Folge der letzten Woche schon angeschaut und angehört.
Ich hab heute mal einfach aus Zeitgründen beschlossen, mal nicht in mein Studio zu gehen, sondern bei mir im Büro den Podcast aufzunehmen. Und ich hör's auch schon, oh Gott, oh Gott, Dekadenz, der gibt's ja, wie kann er nur? Völlig zurecht, wie kann ich nur. Allerdings hab ich auch hier bei mir im Büro dekadent, wie ich bin, nicht nur ein gutes Podcastmikrofon von der Firma Rode, paar Studio Monitore stehen, sondern auch Akustikvorhänge und an sich eine ganz gute Raumakustiker drin. Und deshalb habe ich mir gedacht, ja, ich hab halt so viel zu tun gehabt, weil jetzt die ganzen letzten zweieinhalb Wochen fast nonstop of Tour und wollte jetzt einfach mal 2 Fliegen mit 1 Klappe schlagen.
So, jetzt genug gerechtfertigt. Ich wollt's einfach nur erwähnen, falls Du dich wunderst, es sieht komisch aus und ich arbeite heute mit einem verpönten virtuellen Hintergrundfall die die Nutzuren, aber ich muss sagen, ich finde ihn eigentlich ganz schick, also Riverside hat da 'n paar ganz nette Sachen eingebaut. Anyways. Ja, Thema heute. Ich, irgendwie kam mir vor 'ner Weile der Gedanke, dass es eigentlich ja gar kein Zufall ist, dass ich hier bin, wo ich hier bin und wahrscheinlich keiner, der meinen Podcast hört, weiß, was es hier so alles auf sich hat mit mit dieser Location, wo wir hier sitzen.
Wir sind jetzt nicht aus Spaß hier in Walldorf, ne. Das ist also kein Zufall. Walldorf in der schönen Eifel zwischen, ja, dem Ahrtal und Koblenz gelegen oder zwischen Bonn und Koblenz 'n bisschen weiter betrachtet. Das ist 'n kleines idyllisches Dörfchen, wo sich normalerweise kein Mensch hin verirrt, es sei denn, er hatte irgendwann in den Achtziger-, Neunzigerjahre mal mit der deutschen Musikbranche zu tun und nicht nur mit der deutschen, sondern auch weltweit mit, ja, mit bestimmten Musikern, mit Musikstars, insbesondere mit solchen, die Keyboards oder Synthesizer gespielt haben. Und wie es dazu kam, dass ich dann hier in dem Örtchen gelandet bin und auch in dem Firmengebäude, das möchte ich heute mal erzählen, also heute ist Märchenstunde Märchenstunde mit Onkel Florian.
Heute gibt's mal keinen keinen keine Benefits, keine Tipps, keine Tricks, kein Input, keine Insights zum Thema Videokommunikation. Heute erzähl ich mal son bisschen was. Plaudere ich einmal aus dem Nähkästchen, wie ich überhaupt zu dem gekommen bin, was ich heute mache. Ja, ich hab ganz klassisch Zivildienst beziehungsweise klassisch Abitur gemacht, wie man das so macht. Übrigens, das große Latrinum hab ich gemacht, oder Latinum heißt ja eigentlich, sag mal Latrinum.
Ich hab wirklich Latein sehr gerne gemocht, muss ich ganz ehrlich sagen. Gar nicht mehr die Grammatik, sondern mehr Übersetzung und Interpretation. Das lag mir auch. Und seinerzeit, damals kurz nach dem Krieg, musste man ja noch zum Zivildienst oder zur Bundeswehr. Ich hab Zivildienst gemacht, 13 Monate, war in der Fachklinik Bad Tönnnisstein, ist hier die Ecke, 'n ehemaliges Kloster.
Das war ehrlich gesagt sehr prägend für mich. Das war eine Sucht- und ja, Alkohol Alkoholikerklinik für Alkoholkranke und medikamentenabhängige. War irgendwo schon eine schöne Zeit, muss Du sagen. Civinis war ja nicht nur anstrengend, war ja auch echt manchmal recht locker, aber hat mich trotzdem geprägt, muss ich ehrlich sagen. Also mein Traum war ja damals, in der Musikindustrie mein Geld zu verdienen und dann so so so stark im Alltag mit alkoholkranken Menschen zu tun zu haben, das hat mich doch 'n bisschen, muss ich ehrlich sagen, mitgenommen.
Man sagt immer so Sex Trucks und Rock 'n' Roll, ne, in der Musikbranche, das ist ja nicht mehr. Das war früher mal Ja, das kann auch ganz andere Ausweg sagen. Nun gut, also da war ich 13 Monate, hatte eigentlich eine ganz gute Zeit. Und dann weiß ich noch, das war so im im Januar neunzehnhundertsiebenundneunzig, Januar 97, glaube ich, war's, nee, im Januar 98, Gott. Da musste ich mir langsam Gedanken machen, was ich nun ab Sommer, ab August ab 98 machen möchte.
Also meine ursprünglichen Berufswünsche, der 1. War mal Schreiner. Ich war, nee, nein, nach weiter vor, ich wollte Gitarrenbauer werden. Da gibt's nämlich in Koblenz und ich glaub, den gibt's immer noch, gibt's den Fritz Rössl Gitarrenladen, Gitarre und Bässe. Und der Fritz Rössl ist oder war seinerzeit Gitarrenbaumeister, hat aber niemanden ausgebildet und ansonsten, ja, war es schwierig, sag ich mal, irgendwie eine Ausbilder zu finden.
Und ich würde auch mal sagen, das ist auch eine recht recht schwieriges Geschäft. Das habe ich früher erkannt, hab gedacht, okay, dann wirst Du einfach Schreiner. Hatte damals auch, ich mein, ist ja sone Eifel hier, ist ja wie 'n Girl, ne. Man man kennt sich und man hilft sich, weil zu viel hört wie man hilft sich und man kennt sich. Also über Kontakte hier, auch durch meine Eltern, hatte ich zu den Patres in Mariella, das ist das bekannte Kloster hier in der Nähe, hatte ich Kontakt.
Und die suchten damals in der Klostereigenen Schreinerei, also das waren jetzt aber keine Mönche, das waren weltliche Angestellte und und Azubis. Da suchten wir auf jeden Fall einen Azubi. Und das hab ich mir angeguckt und die haben mir angeboten, damals da auch meine Ausbildung zu machen. Aber irgendwie, so richtig gezündet hat's bei mir nicht. Und dann weiß ich noch, im Februar oder so neunzehnhundertachtundneunzig dachte ich mir, also irgendwie irgendwie das Thema Audioproduktion war so wie mein Herzensthema, damals noch besonders auf Musik bezogen.
Und ich weiß gar nicht mehr, woher. Ich glaub, das war noch so richtig Hardware, also richtig Prospekte, die ich geschickt bekommen habe von 1 privaten Hochschule in in Köln, der SAE. Und die hatten im Februar 'n Tag eine offenen Tür und da weiß ich noch, bin ich dann ach, irgendwie am Nachmittag so nach Köln gefahren. Es war dunkel, es war regnerisch, es war fies, als ich ankam. Hab mich auch total verfahren und hätte beinah den Laden gar nicht gefunden, habe in letzter Sekunde noch die richtige Abzweigung erwischt und ja, kam ins Paradies, weil die SAE als Privatschule hatte damals schon den großen Vorteil, dass sie einfach technisch absolut State of the Art und up to date war.
Also die hatten wirklich alles das, was man sich so erträumte, was damals in der Industrie normal war. Nur erst mal als Student darauf arbeiten durfte und es kennenlernen durfte. Und da war's mich geschehen. Mein Vater war weniger begeistert, aber hat gesagt, okay, eine Ausbildung, eine Ausbildung finanzier ich dir, die musste auch durchziehen. 'N paar Monate später haben wir noch mal 'n privaten Einzeltermin gemacht, uns das Ganze angeguckt und er hat zugesagt.
Und dann im, boah, und war das? Im September 98 habe ich dort mein Studium für etwas über 2 Jahre waren das damals noch, als Diplom Audio Engineer begonnen und abgeschlossen. Und ja, dann suchte ich einen Studentenjob, hab damals im Januar 99, Gott, das weiß ich alles noch, beim Mineralbrunnen Apulinaris, auch hier bei uns in der Gegend, die sitzen im Ahrtal, direkt unter der Autobahnbrücke, hab ich einen Nebenjob, so einen sonen Aufsichtsratsjob gemacht und musste da im Schneeregen Wasserkisten, ja, 4, 5 Stunden am Tag stapeln, leere Kisten. Es war, es es es war auf jeden Fall eine Lektion in Demut, muss ich ehrlich sagen. War ganz gut, dass ich es mal eine Zeit lang gemacht hab.
Aber irgendwann war's mir, sage ich mal, 'n bisschen zu blöd vom Anspruch, weil ich hätte gerne schon was gemacht, wo man auch son bisschen mit Köpfchen dabei ist. Und da begab es sich, dass ein Freund meines Vaters sagte, Mensch, da gibt's eine Firma, die ist hier in der Nähe, die suchen dringend eine Aushilfe, da musst Du irgendwie Sachen verpacken. Mein Vater, der sich da mit der ganzen Branche überhaupt nicht auskannte so, der sagte, ja, ich glaub, da musst Du CDs verpacken, die verschicken irgendwie CDs. Na ja, und dann habe ich da angerufen, hatte 'n Termin, bin hingefahren und dann stellte sich raus, das war die Firma Walloff Electronics. Die saßen damals noch hier quasi im Paralleltal zum Pfingstbachtal, wo der Ort Walldorf sitzt.
Also die Firma heißt, die gibt's auch noch, die heißt natürlich nach dem Ort Walldorf benannt. Und die saßen damals im Schloss Arendtal und ich bin da runter an dieses Schloss, schwer beeindruckt. Nach Feierabend. Und das Witzige, deshalb finde ich es immer so spannend, wenn man son bisschen zurückguckt, das Witzige ist, damals lernte ich meinen späteren Chef kennen, der mittlerweile seit, boah, 26 Jahren nicht nur ein guter Freund, sondern auch seit 24 Jahren mein bester Freund ist, nämlich den Frank, der mittlerweile seit zweieinhalb oder 3 Jahren auch freiberuflich bei mir in der Firma mitarbeitet. Also ist witzig, wie wie die die Dinge sich über Laufe der Zeit doch fügen.
Ja, dann hab ich da angefangen als studentische Hilfskraft, war witzigerweise in der Synthesizer Produktion, also da wurden die Synthesizer zusammengeschraubt, klar, da saßen auch die Entwickler und Marketing und alles, aber ich war dann als Aushilfe in der Produktion tätig, hab Geräte getestet, gebaut, viele spannende Sachen erlebt, war auch der Einzige, der, sag ich mal, zumindest von der Ausbildung her aus dem Bereich kam, was natürlich auch ganz spannend war, und hab 'n paar schöne Sachen erlebt. Wir haben mal so auf Zuruf so 24 Stunden vorher eine Anfrage bekommen von Simply Red damals, die waren auf Deutschlandtour und deine Keyboarder wollte unbedingt 'n Wall aufs Synthy haben und dann haben wir dann in der Nacht 'n Nebel Aktion, weil sich noch irgendwie bis nachts halb 2 in der Nachtschicht ihm das passende Modell, 'n bisschen customized zusammengebaut, sind am nächsten Tag mit 'ner kleinen Abordnung da nach Frankfurt in die Festhalle zum Konzert gefahren und haben ihn Backstage dann persönlich überreicht. Das war das war ganz spannend. Dann waren, wir haben auch mal von Al Geraus Keyboarder eingeladen worden zum Konzert in Mainz, ja, und und ähnliche Dinge. Musikmessen habe ich viele mitgemacht, die gab's ja damals noch in Frankfurt.
Da kamen auch so einige bekanntere und vielleicht auch weniger bekanntere Stars und Sternchen aus der Musikbranche hier, nämlich noch hat son paar lustige lustige Gespräche mit den Machern von Snap. Ich weiß nicht, der eine ist Luca Ancelotti, glaube ich, also quasi Snap selber. Also es es war insgesamt eine echt spannende Zeit. Und nach dem Studium, also während des Studiums, war ich schon regelmäßig eigentlich jedes Wochenende mit Bands auf Tour, viel Cover und Partybands. Die haben natürlich Geld gebracht, aber auch ein, 2 andere Bands, wo ich bei der Albumproduktion dann auch mitgeholfen habe.
Und ja, nach dem Studium tat sich dann bei Walloff damals witzigerweise 1 1 1 Stelle auf. Die suchten damals 'n Festangestellten für die Qualitätssicherung. Ich hab auch im Service als Servicetechniker 'n bisschen gearbeitet, weil im Studium auch 'n gewisser Part Elektrotechnik war. Damals habe ich dann so unterm Mikroskop mit zitternden Händen gelernt, SMD Platinen, DSPs und so was zu löten. Da habe ich echt eine ganze Menge damals von meinem, wie gesagt, damals noch Chef Frank gelernt bis hin zu, dass man nach Feierabend die ISDN Anlagen von der Firma repariert und neue Kabel verlegt haben oder 'n Netzwerk, so netzwerktechnose Geschichten, hab ich alles damals von ihm gelernt.
Denn seine damalige Freundin, weiß ich, wo die wohnte, irgendwie in Köln und er war halt unter der Woche abends oft alleine und hat dann son paar Sachen der Firma erledigt und ich war Single und haben wir einfach viel zusammen erlebt, im Sommer auch viele Abende im Biergarten verbracht, also war echt eine witzige Zeit. Und dann hab ich bei Walldorf angefangen in 'ner Festanstellung. Das war schon war schon eine spannende Zeit, also wie gesagt, Qualitätsmanagement. 'N Teil der Geräteproduktion wurde damals ausgelagert, dann musste ich dann zu den Produzenten fahren, die Geräte abnehmen und hab natürlich auch rund Musikmessen und ähnliche Veranstaltungen damals viel mit der Firma zu tun gehabt. Und das Spannende ist eigentlich, ja, wo woher die Firma Walldorf kommt, weil das wissen die wenigsten.
Also hier im Dorf weiß man das so und hier und da, sag ich mal, über die letzten 25 Jahre, die ich jetzt hier schon in Walldorf ungefähr bin, also meine Firma hab ich jetzt 2000, im Mai 2003 in Walldorf gegründet, beziehungsweise in einem Preis im Nachbarort 2003, 2005 sind wir hier in die Räumlichkeiten eingezogen. Das sind die ehemaligen Firmenräumlichkeiten der Firma Walldorf Electronics. Ist 'n bisschen spezielles Gebäude, sehr alt. Ich glaub, von neunzehnhundertzwölf, hier war früher mal eine Weberei drin. Aber es war für uns perfekt, weil es das einzige gewerbliche Gebäude hier im Ortskern ist.
Und hier gab's damals halt schon ein Tonstudio. Das war ursprünglich 'n kleines Vorführstudio für Synthesizer und E-Drumms, denn bei Walldorf waren, bevor es die Firma Walldorf an sich gab, war hier 'n Musikinstrumentenvertrieb drin ein Europaweite und hier waren unter anderem auch die berühmten Siemens Drums. Die kennst Du vielleicht so die achteckigen E-Schlagzeuge, die hat mal in Achtzigerjahren hat die so jeder gespielt. Also bekannteste User waren der Flappert damals, der Schlagzeuger, da hatte er beim Autounfall einen Arm verloren und durch die E-Drums konnte er dann halt trotzdem noch mal Schlagzeug spielen oder eine, sag ich mal, Kopie davon von der Firma Dünnakord wurde gerne von den Flippers genutzt. Und also wie gesagt, alles, was Rang und Namen hatte, AHA, Nena und, und, und, haben damals Simons Drums gespielt und auch PPG Synthesizer.
Da war auch hier jahrelang der, ich glaub sogar zeitweise der internationale Vertrieb. Und gegen Ende der Achtzigerjahre hat die Firma PPG beschlossen, ihre Tore zu schließen. Der Gründer Wolfgang Palm hatte da irgendwie, man sagte es mir, keinen Bock mehr und hat die Firma zugemacht und hat aber noch ganz am Ende zusammen mit der mit der mit den Geschäftsführung des Vertriebes TSI damals den Gedanken entwickelten, einen eigenen Synthesizer für die Firma TSI zu bauen und daraus ist dann die Firma Walldorf entstanden. Also die Legende sagt, auf 1 Servietäu, ein Bierdeckel wurden so die Keyfacts, was der Synthi können müsste, zusammengetragen. Und dann ist der sogenannte microrav 1 damals in Zusammenarbeit mit Wolfgang Palm, der übrigens den ersten digitalen Synthesizer der Welt, zumindest den ersten kommerziellen digitalen Synthesizer der Welt, Ende der Siebzigerjahre schon entwickelt hat.
Der wurde dann hier in Walldorf, ja, gebaut wirklich. Also da gibt's sogar noch im Internet, wenn Du 'n bisschen recherchierst, bei Youtube vom SWF Fernsehen damals eine Reportage hier aus der Neustraße in Walldorf, das war wirklich noch JWD, also ganz weit weg damals, die Zeiten, wo hier die Synthis gebaut wurden. Ja, und so entwickelte sich das in den Neunzigern, wie gesagt, ich bin Ende Neunziger zugekommen, wurde Walldorf zu 'ner ganz, ganz großen Marke in der in der damals sehr populären Eurodance und Trans Technoszene. Also da gab's eigentlich keinen keinen bekannten Song, keine bekannte Produktion, wo nicht 'n Walldorf Sündy drauf zu hören war. Ich glaub, das 1.
Mal so richtig hat man die Walldorf Synthies bei Afterp the Power von Snap gehört. Die haben sich nämlich damals, ich glaub 2 oder 3 Synthesizer von Walldorf ausgeliehen, ihren großen ersten Hit zu produzieren, weil sie sich damals noch keinen eigenen Synthity leisten konnten, weil die waren ja doch schon 'n bisschen teurer. Ja, dann war hier, wie gesagt, viele Jahre in diesem Gebäude der Vertrieb. Die Firma Steinberg ist ist auch hier teilweise Bestandteil. Also die Firma TESI hatte Anteile an Steinberg.
Für jeden, der sich 'n bisschen mit Musik auskennt, das sind die Erfinder der modernen, ja, DAW oder Midi Sequenzer, also im Prinzip Software, womit man Musik komponieren und produzieren kann. Und so gibt's eine ganze Menge bekannter Firmen, MIDI Man M Audio, Excess Music Novation, Electron, Radical Technologies, Salamoni, das war die Firma, die die Tonhirnbearbeitung von Gesang erfunden hat. Melodine, ich gehörte zu einem der allerersten User von Melodine, also der Software, mit der man wirklich, wenn 1 was eingesungen hat, die einzelnen Töne bearbeiten verschieben konnte. Und hab auch jahrelang als Melodine Operator gearbeitet, also für Musikproduzenten, ja, Gesanggerade geschoben als als Dienstleistung. Also hier war schon 'n bisschen bisschen der Punk los.
Hier waren auch, das habe ich später erst erfahren, viele, viele Weltstars, also zu den Usern von Walldorf, ich hab mal hier 'n bisschen was aufgeschrieben, weil es sind so viele immer die wichtigsten rausgeschrieben, ein absoluter Hardcore Power User bis heute noch. Die Firma Walloff gibt's nämlich, die heißt mit Labla Walloff Music und sind in Rehemagen. Hans Zimmer, ganz großer User bis heute, Vangelis, Jean Michel, Ja, dann die Pesh Mode, Nine in Schnelles, Björk, Enja, Aha auch, jahrelang Hardcore User in Achtzigern auch schon PPGs Syntheshäusern und so weiter und so fort. Dann Michael Jackson, war auch 'n Waldorf User, der hatte den großen Wave, das war so 20000 D-Mark, Synthesizer, den hatte er im Studio. Also, er konnte ja wohl selber nicht spielen, aber irgendwie seinen Keyboarder hatte er in dem Studio von Michael Jackson, den könnt ich stehen.
Und ich weiß noch, der damalige Productsupport, der hier den Telefonsupport gemacht hat und später auch 'n E-Mail-Support, der hat sogar für Michael Jackson damals Sounds, spezielle Sounds für einige Produktionen in den Neunzigerjahren produziert. Was mich als alten Guns 'n' Roses Fan, ich mehr seit meiner Kindheit, also heute nicht mehr so glühend, aber in meiner Teenagerzeit war ich ja großer Guns 'n' Roses Fan, insbesondere Slash. Und was mich dann doch beeindruckt hatte, dass Exer Rose mit seinem Pseudoguns und Roses Ende der Neunzigerjahre auch Waldorf Synthies benutzt hat. Da gibt's die Legende, dass in der Milleniums Silvesternacht beim Aufbau abends alle Keyboarder, also alle sündigsten Keyboards von dem Keyboarder damals ausm Lkw gefallen sind. Und von den ganzen großen japanischen Firmen, die Geräte waren alle kaputt, weil die haben meistens sone Plastikhaube als Oberteil und 'n Metallboden und Wallhofsundissizer waren immer schon aus 'nem Vollmetallgehäuse, also aus Blech, und die haben den Sturz überlebt und dann hat der Keyboarder, das ganze Silvesterkonzert der Legende nach, mit Walldorfsündies gespielt.
Ja, also es ist schon spannend, was hier in Walldorf passiert ist. Ich könnt noch ewig weitererzählen. Ich hab mir grade mal aufgeschrieben, hier Simmons Drums wurden von Fuel Collins gespielt, von Deff Labert, Duran Duran, Ultra Vox, Nena und so weiter und so fort. Ich hab erst später von Frank, der sich da immer nicht so viel entlocken lässt, gehört, dass hier in diesen Räumlichkeiten, wo wir heute sind, diverse Weltstars waren, also die ganze Touring Band von Joe Cocker, Tina Turner waren hier. Phil Collins soll hier gewesen sein, weil Walldorf hat damals, wie gesagt, den Dachvertrieb für die Siemens Drums gemacht oder tsi wie der Vertrieb hieß, für diese E-Drums und hat als 1.
Firma auch die Sounds, ja, getunet. Also man konnte sich ja andere Sounds für die E-Drums einbauen lassen. Das war ja damals noch nix mit Software, das waren ja wirklich Bauteile, so E-PROMs, wo die Sounds drauf waren. Und der Legende nach soll hier Phil Collinsmer gewesen sein, seinen Edom set tunen lassen oder abgeholt haben auf Tour, genauso wie Peter Gabriel auch mal hier in dem Gebäude war. Der hatte 'n PPG Synthesizer irgendwie hier abgeholt.
Ja, also schon sind schon wilde Storys. Ich kenn auch nur kenn auch nur 'n Teil dessen, was hier passiert ist. Umso spannender finde ich's, dass wir jetzt mittlerweile hier gelandet sind. Ich hatte ja jahrelang mein Tonstudio, das gibt's hier auch noch und das Studio meiner Frau ist auch noch hier im, ich bin im ehemaligen Studio, was die Firma Wallowey gebaut hat, damals noch zum Vorführen der Siemens Drums. Und ich hatte jahrelang ja an meine eigene Trainingsfirma hier zum Thema Musik- und Audioproduktion später auch.
Meine Frau, die hat auch Zeit lang als Dozentin im Bereich Musikproduktion, die ist ja Musikproduzentin auch mit gearbeitet und diverse andere Dozenten hatten wir auch. Auch 'n paar bekanntere Leute aus der Musikszene waren hier als Gastdozenten. Und ja, ist halt spannend, dass das in den Räumlichkeiten der Firma Walldorf stattgefunden hat über viele Jahre, was uns natürlich auch 'n bisschen 'n Vorteil gebracht hatte, weil man kannte die Firma Walldorf und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die hierher kamen, waren immer schwer beeindruckt, in den heiligen Hallen von Walldorf sein zu dürfen. Ich hab auch noch 'n Flur von diesem Riesenmanantin auf den Altar, das ist 'n Riesensyntesizer von Walldorf the Wave, hab ich auch noch 'n komplett intaktes Gehäuse. Ist zwar kein Innenleben drin, aber sieht so aus, als wär der wär der noch vollständig, hängt hier an der Wand.
Und ich hab natürlich selber eine ganze Reihe von Walloff Synthesizer, die ich mir so in 'ner Zeit, wo ich bei der Firma gearbeitet habe, dann auch selbst zusammengebaut hab. Ja, spannend. Wir sind immer noch seit über 20 Jahren in gleichen Räumen, heute halt mit 'ner ganz anderen Mission, ne. Heute geht's Studiosbau und vor allen Dingen aber auch die ganzen Erfahrungen, die ich hier in meinen Trainings, Coachings und Seminaren über 20 Jahre halt sammeln durfte, im Bereich Erwachsenenbildung, Richtung Technik, jetzt hauptsächlich Videoproduktion, das alles weitergeben zu dürfen. Also, ist lustig, wenn man schaut, ja, wie sich die Zeit geändert hat am am schönsten, finde ich immer zu sehen.
Dass gewisse Konstanten geblieben sind, nämlich hier unser unsere Firmenräumlichkeiten, wo wir auch nicht rauswollen, weil das son bisschen 2. Heimat ist. Wir haben hier 5 Minuten zu Fuß zu unserem eigentlichen nach Hause. Und na ja, natürlich mein bester Freund Frank, wo ich total happy bin, dass der jetzt Teil meines Teams ist. Und seine seine umfangreiche Expertise, der ist auch noch aktiv als Produktionsleiter bei der Firma Walldorf und ist nebenberuflich bei mir tätig.
Und der hat eine wahnsinnige Expertise im Bereich Elektrotechnik, Produktentwicklung, also wirklich Hardwareentwicklung, ja, hat auch das Design für unsere Kabelwanne, unsere unser Power Management System gemacht und alles. Also da freu ich mich wirklich riesig drüber. Also spannende Sache. Genauso hat sich auch durch Walldorf damals und das Studium hier ergeben eine Zusammenarbeit mit 'ner Band hier aus der Gegend. Da könnte ich fast schon eine eigene Podcastfolge drüber machen, denn mit der Band Blue, die es leider seit vielen Jahren schon nicht mehr gibt, war ich auch einige Jahre auf Tour und dann haben wir superspannende Events gehabt.
Also wir haben auf Festivals damals gespielt als Vorgruppe von Echt! Mit Doggy Dogg, mit Umf. Dann war bei einem waren wir irgendwie auf der Hauptbühne, wo später dann IG Pop als Top Eck gespielt hat. Wir haben H-Blocks regelmäßig getroffen Backstage, weil diese ganze Festivalszene Ende der Neunziger die Jahrtausendwende in Deutschland, die war ja viel aktiver noch als heute, da gab's ja viel mehr Veranstaltungen. Und irgendwann kannte man sich halt, ne, genauso wie Die Happy oder Guano Apes, Silbermond, Echt, Juli, Gott, wie sie alle heißen, Wir sind Helden, die habe ich damals alle in ihren Anfangszeiten, auch gerade Wir sind Helden, die kannte noch keinen Mensch oder Sportfreunde stiller.
Ich kannte damals Ende der Neunziger, da waren ich noch, tingelt mir noch so von einem kleinen Fessel zum anderen. Die habe ich damals alle kennengelernt und auch spannende spannende, ja, Backstagepartys in Anführungsstrichen miterleben dürfen. Ja, spannende Zeit, deshalb bin ich hier unheimlich verwurzelt in Walldorf. Deshalb möchte ich auch hier eigentlich nicht weg. Ich liebe auch die Eifel und bin ja zum Glück beruflich regelmäßig quer durch Deutschland und Deutschland und Europa unterwegs.
Ja, so, das jetzt für heute mal eine bisschen außergewöhnlichere Folge, weil's mal nicht das Thema Technik ging, aber irgendwie hatte ich so gerade einen sentimentalen Touch, wo ich gerade hier in meinem Büro in meinem stillen Kämmerlein unterm Dach saß und dachte mir, Mensch, jetzt hast Du schon den den schönen Backdrop, den Greenscreen aufgebaut für die vorherige Podcastfolge, die ich hier aufgenommen hab, dann machst Du doch direkt einfach noch die nächste Folge und erzähl's mal 'n bisschen über die Location hier. Vielen Dank fürs Zuhören. Heute gibt's kein Call to Action, kein gar nix. Ich freu mich einfach, wenn Du dabei bist und auch zukünftig meinen Podcastfolgen zuhörst und wünsche dir einfach eine wunderbare Zeit. Lass dich nicht zu sehr ärgern vom Herbst, der ist doof.
Ich weiß, mein bester Freund Frank, der sagt, der ist gerade auf Kreta und lässt sich die Sonne aufn Bauch scheinen, aber hat er sich auch verdient. Und ansonsten bleibt mir nur zu sagen, wenn wir uns in den nächsten Folgen, dann geht's wieder ums Thema Video. Bin immer gespannt, ich weiß gar nicht, was kommt, weil da ich jetzt leider fast 3 Wochen am kränkeln war und bestimmt 7, 8 meiner Podcast Gäste jetzt abgesagt haben, weil sie auch krank sind, fahr ich grad son bisschen auf sich, was den Podcast betrifft. In diesem Sinne, tschüs und bis zum nächsten Mal. Das war Video Reloaded, dein Podcast über Videokommunikation 4 Punkt 0.
Und denke mal daran, wenn nicht mit der Zeit geht, vergeht mit der Zeit.
Veröffentlicht mit CiteCast