Ständig E-Mails von dubiosen Ticketsystemen, Werbeanrufe aus dem Nichts, Postkarten von angeblichen bekannten Marken: Wer digital sichtbar ist, kennt das Problem. In dieser gesponserten Folge von "Kevin allein im Marketing" spricht Kevin Gründling mit Dominik Rapacki über das Tool CrabClear, das automatisiert Löschanfragen an Datenmakler weltweit versendet. Der folgende Beitrag ist eine redaktionelle Aufbereitung eines Werbeformats – die vorgestellten Aussagen stammen aus dem Gespräch.

Warum plötzlich so viele Spam-Mails ankommen

Ausgangspunkt der Folge war Kevins Frust über eine Flut an E-Mails von angeblichen Ticketsystemen, die teils im Spam, teils direkt im Posteingang landen. Trotz überprüfter E-Mail-Header, KI-Analysen und selbst erstellter Outlook-Regeln kehrte die Mailflut immer wieder zurück – nur mit anderen Absenderdaten.

Dominik Rapacki lieferte eine mögliche Erklärung: Spammer würden diese Ticketsysteme mit der eigenen E-Mail-Adresse als Absender bombardieren, um die Zustellbarkeit und Reputation ihrer Nachrichten zu testen. So sollen die Mails möglichst nicht im Spam landen. Auch wenn diese Masche nicht immer funktioniere, stecke dahinter ein System – oft verknüpft mit Google Groups, in denen die eigene Adresse ohne Wissen des Betroffenen auftaucht.

Wie die eigenen Daten zu Datenmaklern gelangen

Ein Datenmakler handelt laut Gespräch mit persönlichen Daten wie E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder Wohnadressen. Dominik nannte mehrere Wege, wie Daten dorthin gelangen:

  • Newsletter-Anmeldungen mit Klauseln zur Datenweitergabe, die rechtlich oft gar nicht sauber sind
  • Datenlecks durch Hacks bei Anbietern, bei denen man einmal registriert war
  • Browser-Extensions im B2B-Bereich, die angeblich E-Mails mitlesen und Kontaktdaten aus Signaturen abgreifen – bereits verifiziert, weil man tatsächlich mit den Personen kommuniziert hat

Kevin ergänzte das Beispiel einer angeblichen Amazon-Postkarte, die seine Mutter erhielt: hinter dem QR-Code verbarg sich ein kryptischer Link mit einer .ru-Endung. Die Betrüger nähmen sogar Portokosten in Kauf, um Menschen mit vermeintlichen Gewinnspielen und "Produkttester"-Angeboten zu ködern. Spam beschränke sich eben nicht auf E-Mails, sondern reiche über Postsendungen bis zu Anrufen.

Wie CrabClear funktioniert

CrabClear wurde laut Dominik im vergangenen Jahr gegründet. Grundlage ist das Recht auf Löschanfragen nach DSGVO. Da die eigenen Daten jedoch bei zahlreichen Datenmaklern weltweit liegen, wäre eine manuelle Kontaktaufnahme extrem aufwendig – die Plattform bindet nach eigenen Angaben über 1.500 Datenmakler an.

Der Ablauf: Kunden unterschreiben einmalig ein Autorisierungsformular. CrabClear versendet daraufhin im Namen des Kunden automatisiert Löschanfragen, zitiert die relevanten Rechtsnormen und fordert die Makler auf, die Daten zu löschen und auf eine Sperrliste zu setzen. Nach 90 Tagen werden die Makler erneut angeschrieben, um neu indexierte Daten abzudecken. Im Dashboard lassen sich versendete Anfragen, deren Status und ein Aktivitätsprotokoll einsehen.

Weil jeder Datenmakler unterschiedlich arbeitet – manche über API, manche per CSV, manche über Webformulare – musste jeder Anbieter individuell angebunden werden. Eine einheitliche Lösung existiere bislang nicht.

Rechtlicher Druck und die Grenzen der Löschung

Rund 80 Prozent der angebundenen Makler seien in den USA aktiv, der Rest in Europa. In Europa reagierten die Anbieter aufgrund der DSGVO meist zuverlässig. In den USA habe sich die Lage seit Januar deutlich verändert:

Seit Januar haben die das Gesetz geändert. Es ist jetzt so, dass tatsächlich die 200 Dollar pro Tag anfangen, in denen die Anfrage nicht bearbeitet wird. Und das tut sehr, sehr weh. Deshalb werden die Anfragen mittlerweile alle beantwortet.

Dominik betonte jedoch die Grenzen: Daten, die bereits im Darknet kursieren oder in großen Datenlecks stecken, können nicht gelöscht werden. CrabClear wirkt nur bei den angebundenen Datenmaklern. Wer ausschließlich kryptische Krypto- oder Scam-Mails aus Darknet-Quellen bekommt, profitiert entsprechend weniger. Spürbare Verbesserungen gebe es dagegen häufig bei Werbeanrufen und B2B-Akquise-Mails.

Der Live-Scan im Praxistest

Im Gespräch führte Dominik einen Live-Scan mit Kevins Namen und E-Mail-Adressen durch. Das Ergebnis war für Kevin überraschend deutlich: Neben öffentlichen Profilen auf LinkedIn, Instagram, Facebook und Xing fanden sich seine Daten bei B2B-Datenanbietern wie Rocket Reach und Contact Out – teils inklusive privater und geschäftlicher E-Mail-Adressen sowie einer älteren Telefonnummer.

Wichtig: CrabClear schreibt ausschließlich verifizierte Datenmakler an und löscht keine regulären Social-Media-Profile. Kunden erhalten jedoch einen Bericht, mit dem sie weitere Einträge selbst kontaktieren können.

Angebote, Garantie und Ausblick

CrabClear bietet monatlich kündbare Pläne an, darunter einen Einzelplan und einen Family Plan für bis zu fünf Personen – gedacht etwa auch für ältere Angehörige, die häufig Ziel von Betrugsversuchen sind. Es gibt eine Geld-zurück-Garantie über 30 Tage. Startet man mit allen 1.500 Maklern gleichzeitig, verzichtet man auf diese Garantie; im Standardablauf werden zunächst 300 bis 400 Makler pro Monat angeschrieben.

Für 2026 kündigte Dominik vor allem Verbesserungen im Backend an: mehr API-Schnittstellen, schnellere Bearbeitung und eine engere Kooperation mit den Datenmaklern, die aufgrund der neuen US-Strafen ebenfalls Interesse an zügiger Bearbeitung hätten. Auch etablierte B2B-Anbieter wie Dealfront und Lusha würden bereits abgedeckt.

Als Kernbotschaft blieb: Prävention allein reicht nicht, es brauche zusätzlich Kontrolle über die eigenen Daten. Wer wissen will, ob und wo die eigenen Daten kursieren, kann laut Dominik den kostenlosen Scan nutzen und die Ergebnisse selbst prüfen.