Farbe verkauft: Wie Handwerksbetriebe höhere Preise durchsetzen
Worum es geht
Warum kann die Farbe eines Logos beeinflussen, welchen Preis Kunden akzeptieren? Und warum verschenken Handwerksbetriebe oft Geld, bevor sie überhaupt ein Angebot erklären? Karsten Hohmann kennt beide Seiten des Handwerks: Er absolvierte eine Ausbildung zum Maler und Lackierer, führte viele Jahre einen eigenen Malerbetrieb mit bis zu 15 Mitarbeitenden und ist heute als Farbpsychologe tätig. Mit dem Institut Honig und Blau beschäftigt er sich damit, wie Farben Räume, Marken, Entscheidungen und die Wahrnehmung von Qualität beeinflussen. Im Gespräch mit Oliver Oettgen geht es um eine zentrale Frage: Wie können Handwerksbetriebe aus dem Preiskampf herauskommen und ihren tatsächlichen Wert sichtbar machen? Dabei wird deutlich, dass Farbe weit mehr sein kann als Dekoration: Warum Weiß im Handwerk häufig zur Standardlösung geworden ist – und was dadurch möglicherweise verloren geht. Wie Farben Stimmung, Motivation, Orientierung und Wohlbefinden beeinflussen können. Warum ein neues Logo dazu führte, dass manche Kunden einen Betrieb plötzlich als teurer wahrnahmen – während andere gerade deshalb auf ihn zukamen. Wie Handwerksbetriebe mit Garantien für Pünktlichkeit, Termine, Erreichbarkeit, Beratung, Preis und Sauberkeit mehr Vertrauen schaffen. Warum Angebote nicht einfach per E-Mail verschickt werden sollten, wenn der Preis erklärungsbedürftig ist. Wie eine frühzeitige Terminzusage im Verkauf zur entscheidenden Verbindlichkeit werden kann. Weshalb ein höherer Stundenverrechnungssatz möglich sein kann, wenn Leistung, Kommunikation und Qualität überzeugend vermittelt werden. Warum Bürokratie aus Sicht von Karsten Hohmann dringend reduziert werden muss, damit Handwerksbetriebe wieder mehr Zeit für Kunden, Verkauf und ihre eigentliche Arbeit haben. Die Folge zeigt: Preisgestaltung im Handwerk beginnt nicht erst bei der Zahl unter dem Angebot. Sie beginnt bei der Frage, welche Qualität ein Betrieb ausstrahlt, welches Vertrauen er schafft und ob der Kunde den Unterschied versteht. Wie viel darf ein Handwerksbetrieb verlangen, wenn er Qualität, Verlässlichkeit und klare Garantien tatsächlich liefert? Schreib deine Meinung oder eigene Erfahrung in die Kommentare. Wenn dich die Zukunft des Handwerks, moderne Betriebsführung und ehrliche Unternehmergespräche interessieren, dann folge der Folge, abonniere „Handwerk spricht“ auf Spotify und teile sie mit anderen Handwerksunternehmern, Meistern und Führungskräften.
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Transkript
Herzlich willkommen zu 1 neuen Folge von Handwerk spricht und heute ist bei mir Karsten Homann. Hallo Karsten, schön, dass Du hier bist. Hallo Oliver, ich freu mich riesig. Und bevor wir jetzt einsteigen in das Thema und bevor ich dich auch vorstelle, möcht ich dir 3 Thesen nennen und Du gibst mir bitte dazu eine Antwort. Da bin ich gespannt, was Du uns Ah ja, ja, ja, jetzt bin ich gespannt.
Handwerk ist unverzichtbar für Wirtschaft und Gesellschaft. Da kann ich gar nicht viel zu sagen. Ja, stimmt zu 100 Prozent. Weil wir kein Handwerk mehr haben, funktioniert aber nix mehr. Ich hatt's die Tage noch an meiner Heizung, Wenn die keiner repariert, kein Handwerker kommt, die zu reparieren, muss ich einfach frieren.
Das ist blöd. Gut, in der Jahreszeit geht's ja noch, ne, aber wenn's jetzt Winter ist, dann haste dann Ried. Genau, dann hab ich 'n Problem. Dann das Thema Bürokratie schadet dem Handwerk. Und zwar deutlich, Handwerker sind Handwerker.
Das steckt schon im Namen, die arbeiten gerne mit den Händen. Und die haben eigentlich gar keinen Bock dadrauf, da großartig Papier krabbeln hin und her zu wälzen. Und mich hat das auch als Geschäftsführer 1 Malerbetriebes für viele Jahre hochgenervt, dass ich nicht das tun konnte, was ich eigentlich wollte, nämlich Menschen glücklich machen mit schönen Räumen, sondern eigentlich, ich musste mir irgendwelche Zettel ausfüllen. Das war sehr anstrengend. Ja, kenn ich auch.
Und die 3. These ist, Handwerk ist kein Karriereweg mehr, es ist nur noch der Plan b für alle, die das Studium nicht schaffen. Ei. Das stimmt überhaupt nicht. Also man hat ja lange gesagt, so, wer nix wird, wird wird und ist dir auch das nicht gelungen, versuch's mal mit Handwerk.
Ich seh das inzwischen völlig anders. Also die die Aussichten in 'nem Handwerk, egal ob es jetzt 'nem Bauhandwerk ist oder Elektrohandwerk oder oder oder tolle Aussichten mit tollen Karrieremöglichkeiten, mit wirklich fantastischen Weiterbildungsmöglichkeiten. Ich selbst bin Handwerker, ich hab Malageselle gelernt, hab 20, 25 Jahre lang meinen eigenen Betrieb gehabt mit in der Spitze 15 Mitarbeitenden. Und ja, mit ohne Abitur, ohne all das hab ich quasi das auf die Reihe gebracht und bin heute als Farbpsychologe unterwegs, hab parallel Farbpsychologie studiert. Jetzt aber die Vorstellung fast fertig.
Da sag noch mal 1, Handwerker wär Plan b. Nein, es war Ball Plan a. Genau. Und Du hast immer weiter drauf aufgebaut. Ja.
Und jetzt nehm ich den Ball auf, nämlich von deiner Vorstellung, die Du schon angefangen hast. Genau, Du hast Fahrpsychologie studiert, hast jetzt das Institut Honig und Blau Ja. Entsprechend ins Leben gerufen und na ja, wir sprechen heute über alles das, was Farben für Einflüsse haben. Und wir haben vielleicht am Ende sogar noch ein weiteres Thema dabei, aber da halten wir mal den Spannungsbogen hoch jetzt und reden noch nicht drüber, so. Wir reden mal in die Themen rein.
Gut, Du warst selbstständig, Du hast ja dann gesagt, okay, irgendwann jetzt, ich will mich immer weiterbilden, weiterbilden, möchte mehr Verständnis noch aufbauen für das, was die Farben halt wirklich für Auswirkungen haben. Wie bist Du denn dazu gekommen? Ich hab meine Ausbildung zum Malanda Kierer in dem Betrieb meiner Eltern gemacht. Und mein Vater hat immer gesagt, Carsten, wir brauchen aufm Auto nur 2 Eimerfarbe. Das eine ist weiß glänzend und das andere ist weiß matt.
Und wenn wir das immer vom selben Hersteller nehmen, dann können wir immer alles ausbessern und und machen, ohne dass wir je nachdenken müssen, aus welchem Eimer Farbe wir das genommen hätten. Weil glänzen oder matt, das können wir ja schnell entscheiden auf der Baustelle. So. Und das hab ich ja viele Jahre gemacht mit meinem Vater zusammen, erst neben der Schule, in den Ferien und ich bin bei meinen Eltern ja auch aufgewachsen. Ich hab das bei jedem Frühstück gehört, diese Geschichte.
Und irgendwann hab ich gedacht, nee, es muss ja im Handwerk, im Malerhandwerk noch mehr geben, als wendeweiß zu streichen. Weil ich wollte nicht, und ich war damals ja jung, ich war 20, als ich das entscheiden musste, ich wollte nicht die nächsten 50 Jahre, die Aussicht haben wir ja leider alle, die nächsten 50 Jahre, Jahre, die Aussicht haben wir ja leider alle, die nächsten 50 Jahre, Wände weiß, streichen. Das war mir zu langweilig. Und zweitens hab ich im Kauf aufn Keller an grünen und roten Türen sehr schnell gemerkt, dass Farbe einen psychologischen Einfluss auf uns hat. Also Türen sind von innen grün lackiert und von außen rot zur Fluchtweg Kennzeichnung.
Mhm. So. Und Du gehst also immer durch eine grüne Tür und kommst automatisch nach draußen, meidest die roten Türen, weil die würden noch tiefer ins Gewölbe führen. Und das war son Punkt, wo ich festgestellt hab, hey, Farbe hat irgendeine Funktion, scheinbar doch. Das ist nicht nur Dekoration, also will ich mehr darüber wissen.
Ja, und dann hab ich eine Ausbildung gesucht. Und dann hast Du dich zum Farbpsychologen quasi ausbilden lassen und auch weitergebildet, so muss man's ja sagen. Und ja, heute bist Du mit dem Thema auch eigentlich überall präsent und versuchst den Menschen nahezubringen, dass nicht die weißen Wände sein sollen. Alleine auch im Kontext der, ja, Farbpsychologie ist natürlich einmal auch Verkauf irgendwo auf der einen Seite. Du hast gerade schon das Grüne und die roten Düren benannt, heißt also alleine da, gutes Beispiel, ist mir noch nie aufgefallen, aber es ist ein gutes Beispiel, dass das wirklich alleine darüber schon gesteuert werden kann.
Es ist aber auch Thema, ja, Motivation oder oder oder oder Psychologie, Arbeitspsychologisch ja auch 'n relevantes Thema. Heißt also stimmungstechnisch und so weiter, da kann man da auch ganz viel drüber machen. Ich bin jetzt gerade im Büro, aber auch zu Hause natürlich, kann man natürlich ganz viel mit Farben machen. Was ist denn denn da schon übern Weg gelaufen? So die so die eine lustige Geschichte vielleicht aus deinem Leben, wo Du wirklich dann diesen weißen Eimer hättest mitbringen müssen und wo Du dann nachher tatsächlich eine, weiß ich nicht, was ganz Buntes dann gemacht hast, weil der Kunde dann verstanden hat, was er eventuell durch Farbe erreichen kann.
Wir fangen mal vorne an in deinen Ausführungen. Farbe macht ganz viel mit unserer mentalen Gesundheit. 30 Prozent von Krankheitstagen in Büros können wir wegschaffen, indem wir einfach mit Farbe arbeiten. Diese Geschichte hab ich erzählt auf 1 Bühne und dann nach dem Vortrag kam ein Ehepaar auf mich zu und sagte, Herr Roman, das hat uns super gefallen. Wir wollen gern unser Zuhause machen, so.
Und dann sitzen die bei mir am Beratungstisch, wir hatten ja damals im Malerbetrieb- und Förderholzstammtisch, sitzen die da. Und das 1., was sie zu mir sagt, ist, Herr Hohmann, Sie können mir heute erzählen, was Sie wollen und Ihr Vortrag war wirklich großartig. Sie können mir erzählen, was Sie wollen. Mein ganzes Haus wird von innen weiß. Ich hab 'n grauen Fußboden ausgesucht, der Rest wird hell weiß.
Ich will nichts anderes. Ihr Mann saß daneben und grinste sich ein, so. Und dann hab ich die beraten und hab gesagt, Mensch, jetzt hab ich an Farbkunst vorbereitet. Darf ich Sie wenigstens vorstellen? Ja, okay.
So. Und dann hab ich ihr das vorgestellt und wir hatten ganz viel so mit Gold- und Brauntönen, Grüntöne. Also wirklich intensive Farben, schöne Farben, warme Farben, son bisschen Charakterhöhle, aber eben sehr, sehr repräsentativ genau für dieses Paar eben auch gemacht. Ja, ich hab denen das vorgestellt und ich merkte von Satz zu Satz, wie sie mehr mit sich selbst ins hadern kam und eigentlich dieses Schöne wollte und ich bei ihr weiß. Sie konnte aber nicht loslassen von ihrem Ausspruch vorher.
Ist mir völlig egal, wir machen das weiß, wer. Ich hab ihr dann Sicherheit gegeben, indem ich ihr gesagt habe, wissen Sie, wir machen jetzt dieses Farbkonzept, das setzen wir und Sie bezahlen das bitte auch, das ist ganz wichtig dabei. Wenn Sie aber nach 8 Wochen, dann telefonieren wir noch mal, wenn Sie nach 8 Wochen sagen, ich kann's gar nicht haben, ich will's nicht werden, dann komm ich persönlich zusammen mit meiner Frau, ich war zusammen, meiner Frau, viele Jahre auf der Baustelle, dann kommen wir persönlich und streichen das alles schneeweiß über, versprochen. Ist dauert eine Woche, aber dann ist alles schneeweiß. Ja, Ende vom Lied war nach 6 Wochen rief sie an und sagte, oh Mann, Sie müssen ganz, ganz dringend vorbeikommen.
Wir müssen den Rest des Hauses auch noch machen, weil sie einfach in den weißen Räumen das nicht mehr ertragen hat. Ich fand's so fantastisch, ja. Ja, das ist verrückt, wie dann auf einmal sone Wirkung entsteht. Also ich muss ganz ehrlich sagen, oder wir haben ja auch schon 'n paarmal drüber gesprochen, bei mir ist ja auch sehr viel weiß in den Räumlichkeiten. Mein maieid.
Es ist ja, es ist ja dieses Normale quasi, ne. Alle Räume sind grundsätzlich weiß, jetzt hier nicht, jetzt haben wir hier eine Betonoptik zum Beispiel. Es hat hier auch keine Farbe, aber es ist halt nur anders als sonst, wie es sonst so ist. Weil's halt eben das Standard ist und weil's ja überall immer so ist, hat man irgendwie dieses Gefühl, man muss das auch so machen. Gerade Büros sind ja in der Regel dann immer weiße Wände, abgehangene Standarddecke und so weiter und so fort.
Und na ja, vielleicht der der Teppich ist vielleicht in 'nem Grauton, manchmal sogar in 'nem Blauton, dann dann wird's schon verrückt, aber so mehr traut man sich nicht. Woran liegt das? Ich glaub, es hat mehrere Gründe. Auf der einen Seite, weil wir's können. Wir konnten ja viele, viele Jahre nur Eierschale und Farbtöne, weil die Bindemittel in Farben halt 'n Farbton hatten.
Die waren son bisschen cremig, 'n bisschen gelblich. Und die Bindemittel in den Farben, wir haben immer gesagt, die kippen also irgendwann werden die farbig, die sind nicht ganz lichtecht. Und deswegen haben wir ja bis weit in die Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts immer irgendwelche Creme- und und Beichtöne gestrichen, weil Weiß instabil nur als Kalkfarbe, Kaliwasserglas möglich war. Nur dann hast Du halt den Arm weiß, so. Und irgendwann in den Achtzigerjahren kam dann flächendeckend Dispersionsfarbe die Ecke.
Erst als Bindefarbe, später als Dispersionsfarbe. Und Dispersionsfarbe ist die 1. Farbe, die ganz klare Weißtöne schafft. Also weil wir's können. Weil wir's können, streichen wir weiß.
Und ich glaube auch, weil die Industrie das toll findet, viel Weiß zu produzieren, weil wenn wir viel von 1 von einem Farbton viel produzieren können, ist das natürlich für die Industrie deutlich günstiger, als wenn, ich bin ja 'n schlechter Kunde für die Industrie, weil ich da dauernd immer irgendwie kleine Eimerchen mit viel Farbe haben will. Das ist ja eigentlich wirtschaftlich, also nur sehr schlecht darstellbar. Wir erleben das in den englischen Farbenherstellern, da kosten die Farben deutlich mehr, weil die nicht auf Wirtschaftlichkeit gucken, sondern auf Qualität. Und ich bezahle diesen Mehrpreis gerne, weil ich dann qualitativ hochwertige Farbe bekomme, was den Farbton angeht, was das Pigment angeht. Und hab meinen Kunden aber vorher auch erklärt, dass die farbige Wand halt 'n bisschen mehr kostet.
Und das ist die Herausforderung, dass Handwerk oft von der Kostenseite her denkt und meint, wir müssen dem Kunden was möglichst Günstiges verkaufen. Und deswegen entsteht so wenig Farbe, weil Handwerker so wie mein Vater vorm Kunden sitzen und sagen, na ja, wir können das weiß machen, dann wird's billig. Für Farbe, da muss da aber richtig viel Geld bezahlen. Ja, was willst 'n dann? So, dann wollen wir alle das Günstige.
So, keiner sagt ja, Du dann geborene ich dir lieber richtig viel Geld. Und wenn wir aber Farbe anfangen, schmackhaft zu machen und Farbe anfangen, Menschen zu erklären, dass es der Gesundheit hilft, dem Wohlbefinden hilft, der Motivation hilft, dann können wir vielleicht nicht viel mehr Farbe verkaufen. 'N junges Paar aus Hamburg hat bei mir 'n Farbkonzept beauftragt, genau mit dem Ziel. Die haben gesagt, wir wollen in unserer Karriereleiter ein Stückchen höher, also mach uns bitte ein Wohnkonzept, das uns dahin bringt. Also hab ich denen ein Wohnkonzept geschaffen, das so aussieht, wie der CEO eine Riesenfirma schon hat.
Da haben die viel Geld für ausgegeben und das hat gewirkt. Er ist heute, 5 Jahre später CEO 1 sehr, sehr starken Start ups, die haben richtig viel Geld eingesammelt. Es liegt nicht alleine an meinen Farben, völlig klar. Ich bin aber überzeugt, dass das geholfen hat. Das ist ein Beitrag gelassen.
Ja. Definitiv, ja. Ja, also superspannend natürlich, ne. Also also grade dieses Thema Farben, ich hab ja gesagt, wir sind die, wenn die er weiß, dementsprechend bin ich ja immer total interessiert, während grade, wenn die die Geschichten natürlich Dann können wir noch mal diesen nachjustiert. Mal Gelegenheit, wirklich.
Vielleicht brauche ich ja noch mal und dann in dem Fall dann auf jeden Fall, definitiv. Gut, jetzt hast Du ja schon nur auf die persönliche Auswirkung, haben wir ja schon drüber gesprochen. Jetzt jetzt gehen wir mal in diesen kommunikativen Aspekt vielleicht mal rein. Gucken wir uns son Unternehmen an, Handwerksbetrieb und und und reden da mal über Farben. Wie, was was macht das unter Umständen?
Welche welche Botschaften können in den Logos schon überbracht werden, zum Beispiel niedrigpreisig, hochpreisig und so weiter. Gibt's da Farben, die das symbolisieren? Also den Unterschied hab ich deutlich gemerkt, was Einsatz von Farbe macht als sich. Unser eigenes Logo vom Roman ihr Maler betrieb, das war, wie man das damals hatte, irgendwie son schwarzes Logo mit, ich glaub, es war sogar bisschen grau drin auf weißem Grund, Muss ja gut druckbar sein und so, ne. Muss ja günstig herstellbar sein, das muss irgendwie aufs Auto kommen und so weiter, so.
All dieses Argument, ich kenn die alles, ist doch alles, so. Wir leben aber heute in 'ner anderen Welt. Also wie ich irgendwann hergegangen war, war das 2004, 2004 und hab zusammen mit meiner Frau, 2008 warst, Entschuldigung, hab ein neues Logo entwickelt, Honig und Blau. Da steckt das Wort Honig drin, das ist ja im Kopf, macht das schon mal irgendeine Farbe, bei dir vielleicht 'n bisschen anders als bei mir, aber die Richtung ist dieselbe, es wird kein rot. Und eben blau, also Honig für das Warmen, das Angenehme, das Weiche, das Süße, das so.
Mhm. Blau, das Strukturierte, das Technische, das Kompetente, so. Die beiden Dinge haben wir zusammengebracht und das Unzeichnen haben wir damals in Magenta gemacht, besonders sein, Anderssein, der Persönlichkeit entsprechend, so. Und dann kam 'n Kunden auf mich zu und sagte, mehrere Kunden kamen auf mich zu und sagten, Herr Humann, das ist uns jetzt zu teuer. Ich hab an der Stelle noch nichts an den Preisen verändert.
Wir haben nur das Logo verändert. Und die Menschen haben gesagt, nee, wir bestellen bei Ihnen nicht mehr, es wird mir jetzt zu teuer. Andere Kunden hingegen, und das waren mehr, sind dann auf uns zugekommen, weil wir in der Wertigkeit, nur in der Außenwirkung, wir haben ja innendrin noch nichts verändert gehabt. Ja, deshalb, ja. Nur in der Außenwirkung haben wir eben diesen Change geschafft von, na ja, wir sind so wie die anderen und streichen halt irgendwie die Wände hin zu, uns kann man ansprechen für eine hohe Qualität, für besondere Dinge.
Das haben wir deutlich gespürt, das war innerhalb von 2 Jahren ein Riesen Change. Mein Name ist Oliver Oetgen von der Overdach GmbH, den Spezialisten für Flachdach, Abdichtung und Fassadenbau. Als 150 Jahre altes Familienunternehmen haben wir ein gutes und transparentes Verhältnis zu unseren knapp 50 Mitarbeitern. Wir bei Overdach streben danach zu den Besten zu gehören. Deswegen legen wir sehr viel Wert auf Ausbildung und Fortbildung unserer Mitarbeiter.
So können wir ein langlebiges und zuverlässiges Ergebnis erreichen. Das beschert unseren Kunden einen positiven wirtschaftlichen Effekt. Deshalb wissen alle Kunden, was sie bei uns erhalten, Qualität. Ja, das ist auch 'n 'n 'n sehr spannender Punkt. Jetzt jetzt reden wir ja schon indirekt schon über Preisgestaltung.
Ich hatte ja schon angekündigt, dass wir auch noch mal 'n anderes Thema aufgreifen werden. Das Thema Preisgestaltung im Handwerk. Alleine über Kommunikation kann man schon mal eine andere, ja so wie soll man's wie soll man's nennen, eine andere Stufe erreichen vielleicht in der in der gefühlten Wertigkeit oder Wahrnehmung auf jeden Fall. Und wie siehst Du's dann generell dann in der Preisgestaltung im Handwerk? Kann man, darf man dann auch entsprechende Preise dann weiter gestalten, weiterentwickeln oder muss man sich heute zurückhalten, weil wir ja in Anführungsstrichen nur Handwerk sind?
Also ich glaube nach wie vor, dass es Kunden gibt und davon gibt's viele, die für Qualität bereit sind, Geld abzugeben, so. Ich hab über alle Marktphasen hinweg, wir hatten schwierige Marktphasen und wir hatten auch ganz starke Marktphasen, hab ich immer 25, 20 bis 25 Prozent mehr Stundenverrechnungssatz berechnet als mein als meine Wettbewerber. Und 20 bis 25 Prozent, das ist 'n Handwerk Wort. Das ist nicht einfach nur so so. Also, wir haben das geschafft, indem wir zum Beispiel Dinge abgeholt haben beim Kunden psychologisch, die wir ja schon gemacht haben.
Ich hab Garantien gegeben zum Beispiel. Hab mit Farbe wenig zu tun, die haben wir vielleicht farbig angestrichen, aber es hat mit Farbe wenig zu tun, aber ich hab halt meine Pünktlichkeit, das bei den Jungs morgens pünktlich bei denen erscheinen, das hab ich garantiert. Hey, das will ich doch Also Du kriegst doch garantiert. Dazu hab ich das Angebot geschrieben, ganz oben hin. Pünktlichkeitsgarantie.
Wir kommen pünktlich, garantiert. So. Ja, und wenn mal 10 Minuten jemand später kommt, dann sagt er, Entschuldigung, der reißt dir grad den Kopf ab, aber der Kunde hat die Sicherheit, ah, der kommt. So. Dann hab ich eine Termingarantie gegeben.
Das ist 'n bisschen komplizierter, weil man die Auslastung gescheit Steuer muss. Aber hey Leute, wir rechnen mit Minuten vor Rechnungsätzen. Also Im besten Fall. Im besten Fall. Wir können Lohnminuten ausrechnen.
Dann weiß ich doch auch, wie lang das dauert, so. Und dann mach ich 'n bisschen Puffer obendrauf und dann weiß ich auch, wann ich beim Kunden sein kann, nachdem ich bei dem anderen fertig bin. So. Und wenn ich jetzt in der Auslastungsplanung meines Gesamtteams son bisschen gucke, dass ich da noch mal eine Lücke lasse hin und wieder, also nicht 110 Prozent auslaste, sondern vielleicht nur 95 mit 25 Prozent mehr Studienverrechnen, gelegt dir das. Dann kann ich ja eine einen Termin auch garantieren.
Weil nichts ist schlimmer als, keine Ahnung, Familie Müller hat das Wohnzimmer ausgeräumt, damit ich, dass Leute passieren kann und da kommt keiner montags morgens, ja. Ja. Das wollen sich alle dann definitiv. Die freuen sich alle. So.
Das wird, Termingarantie. Dann haben wir eine Erreichbarkeitsgarantie gemacht. Hey Leute, wir haben alle eine Handyletasche, ich bin doch sowieso erreichbar. Dann kann ich's doch auch garantieren. Und wenn ich grad, ich grad nicht erreichbar bin, dann ist in meinem Büro jemand erreichbar, ist meine Frau erreichbar oder hier diese, wie die alle heißen, Bürodienste erreichbar.
Es geht jemand dran, darum geht's. So. Erreichbarkeit zu werden. Beratungsgarantie. Wenn Du eine Frage hast, berat ich dich noch mal kostenfrei, selbstverständlich.
Das machst Du doch Ja. Wenn der Kunde dich anruft, dann garantierst doch. Preisgarantie. Hey, wenn ich 'n Angebot abgebe, da schreib ich unten 'n Preis hin, dann mach ich doch eine Unterschrift runter, der ist doch fest, ja. Und dass ein Preis steigt, wenn noch was dazukommt.
Leute, gut. Das ist keine Pauschale, sondern Genau. Das kann ich ja theoretisch sogar dazuschreiben. So. Aber wenn es in dem Rahmen ist, was wir besprochen haben, kann ich den Preis garantieren.
So. Und damit hab ich die 5 Dinge, die den Kunden, wenn die zu 'nem Handwerker kommen, im Kopf rumschwirren. Kommt der überhaupt? Ah, Sauberkeitsgarantieren haben wir auch noch gemacht. Wir hinterlassen unsere Arbeit so sauber.
Das machen wir auch sowieso. Sollte jedes Gewerk machen übrigens, ja. Also hab ich schnell 6 Garantie in England. Und die hab ich, wenn ich 'n Kunden 'n Angebot vorgestellt habe, das ist, also erstens Garantien, zweitens, bleib beim Kunden. Die meisten machen den Fehler, die schicken ihre Angebote per E-Mail.
Das ist der größte Fehler, den Du machen kannst, weil da ist der Kunde weg. Der liest das Angebot nämlich nicht mehr durch, sondern der guckt nur nach unten rechts auf den Preis und der ist natürlich höher bei mir als bei allen anderen. Das war auch mein Ziel, ich wollte immer höher sein, weil nur da kann ich ja auch Geld verdienen nachhaltig. So. Also bin ich hergegangen und hab immer gesehen, dass ich ein Angebot persönlich überbringe, entweder in meinen eigenen Räumen oder eben beim Kunden direkt.
Und was hab ich in diesem Termin gemacht? Ich hab's Angebot vorgelesen. Damit ich sichergehe, dass ein Kunde alle das, was da drinsteht, auch mitbekommen hat. Ja. Und vor allem hab ich die Garantien vorgelesen.
Einmal am Anfang und am Ende noch mal wiederholt. Und dann heißt, Du hast also das über das Thema Vertrauen, Sicherheit, also hatten wir eben schon mal, genau die Worte waren ja eben schon ganz am Anfang, darüber hast Du quasi dann auch deinen Vertrieb quasi optimiert und andere Preise empfunden. Ich hab noch einen Punkt 3 und den hab ich erst spät rausgefunden, aber es war der Gamechanger schlechthin. Ich habe den Kunden einen Termin gegeben für die Ausführung, lange bevor wir über Tapeten, Teppichböden oder Preise gesprochen haben. Die kamen quasi zu uns in die Ausstellung.
Das 1., was ich gefragt hab, ist, sagen Sie mal, wann muss das eigentlich gemacht werden? Und dann haben die meistens erzählt, ja, die Möbel kommen in 6 Wochen. Damit da jetzt nix dazwischen kommt und wir wegen dem Termin am Ende streiten müssen, ich geh mal eben in den Plan gucken, ob das geht. Ja. Und da bin ich natürlich freudestrahlend zurückgekommen mit 'nem Zettel in der Hand, wo draufstand, Kilowatt, irgendeine, 17, Montag 7 Uhr kann ein Team zu Ihnen kommen und das machen, damit wir freitags fertig sind, damit am nächsten Montag dann der Möbellieferant kommen kann.
So. Das, und damit, und diesen Zettel hab ich dem Kunde in die Hand gedrückt und hat gesagt, das kann schon Ihr Termin sein. Ja. Damit hab ich eine Verbindlichkeit geschaffen, die die konnten gar nicht mehr, wollten das hingehen. Und das ist ja heute umso wichtiger, ne.
Ja klar. Fachkräftemangel, also Du hast das vor vor 20 Jahren jetzt ungefähr schon gemacht und heute ist es umso wichtiger, denn es geht fast immer nur noch den Termin. Ja. Und das ist Faktor 1 natürlich, dann geht's Qualität und dann geht's natürlich auch den Preis am Ende, aber tatsächlich der Termin ist wahrscheinlich auch der entscheidende. Carsten, wir sind schon auf der Zielgeraden, deswegen bitte ich dich noch eine kurze Information, und zwar, wie so der Preis der Stunden und Stundenverrechnungssatz aktuell im aller Handwerk ist.
Niedrig und hoch und welchen würdest Du aktuell mal für aus deinem Gefühl heraus, natürlich ohne die Rahmenbedingungen zu kennen, empfehlen? Okay. Das ist gerade ganz schwierig für mich, weil ich seit 3 Jahren raus bin. Ich hab meinen Betrieb verkauft an meine beiden Nachfolgerinnen, die das fast besser machen als ich. Nein, die machen's wirklich besser.
Und wir haben damals hatte, als ich aufgehört habe, hatte bei uns in Hamm der Wettbewerb einen Stundenvereignis dazwischen 40 und 50 Euro. Ich lag zu der Zeit bei 63 Euro. Mhm. So. Das das war der Unterschied damals.
Ja. Ich würde mir heute zutrauen in dem Marktsegment, in dem ich damals unterwegs war, würde ich mir heute zutrauen, eine 7 nach vorne zu stellen. Ja, ich glaube, das ist aber Die brauchen wir mal eine Handwerk, damit es vernünftig funktionieren kann. Nein, brauchen würden wir eine 8 oder 1 0 9 vorne. Im derzeitigen Marktumfeld glaube ich, dass wir mit der mit 75, 78, dass man da gut zurechtkommt.
Gleichzeitig ist es die Aufgabe des Unternehmers, Materialien mitzuverkaufen, an dem wir auch Geld verdienen. Das ist wichtig. Wenn ich einen schönen Teppichboden mit verkaufe, hängt da dran Rendite. Und da geht's Vertrieb und Verkauf und dafür brauche ich Vertrauen und dafür muss ich all das tun. Mit Farbpsychologie 'n schönes Logo machen, am besten Ausstellungsräume machen, die fahrpsychologisch super gestaltet sind, damit die verkaufen können.
Das ist wichtig. Nur dann kann ich am Ende auch Rendite machen. Sehr gut. Und dann hab ich eine abschließende Frage an dich, Carsten. Und zwar, wenn Du heute die Macht hättest, das Handwerk mit nur einen vielleicht radikalen Entscheidung zu verändern, was würdest Du da tun?
Ich würde ganz massiv an die Bürokratie gehen und da alles Mögliche rausstreichen, was keinen Sinn ergibt. Ja, das ist definitiv 'n guter Ansatz. Da gibt's genug, was wir auf jeden Fall wegnehmen dürfen. Wenn wir endlich wieder Zeit haben zum Verkaufen, zum Machen. Für unser Handwerk.
Für unser Handwerk, eben. Für unser Handwerk. Carsten, schön, dass Du hier bei uns warst. Hat mir ja sehr viel Freude gemacht. Wir haben 2 wichtige Themen grade beleuchtet, die aus meiner Sicht sehr eng miteinander verbunden sind.
Und ich hoffe, dir hat's auch gefallen und wir sehen uns bestimmt bald und kurzfristig auch wieder. Ja, hat viel Spaß gemacht hier im schönen Koblenz und vielen Dank für die Einladung. Gerne. Ja, das war Karsten Humann hier bei uns im Studio. Ihr wisst ja wie immer, teilen, liken und abonnieren und wie gesagt, immer mit den Kolleginnen, Kollegen da draußen sprechen, damit unser Format entsprechend auch nicht nur ihr seht, sondern auch alle da draußen, die es sehen müssen.
Und ich fand's zwar wieder eine hervorragende Sendung und freue mich bis auf bis zum nächsten Mal.