Zwischen Pflicht und Freiheit | Martin Brosy | BTS #30
Worum es geht
In dieser Folge von „Behind the Story“ spricht Wolfgang mit Martin Brosy über die prägenden Stationen seines Lebens – von der Kindheit in Berlin bei einer alleinerziehenden Mutter bis zur heutigen Selbstständigkeit im Online-Marketing. Martin erzählt von früher Verantwortung, seinem Weg über eine militärische Laufbahn und die Wehrpflicht sowie von seinem Engagement als Reporter in der Ukraine und in sozialen Projekten. Ein ehrliches Gespräch über Haltung, Gerechtigkeit und die Frage, wie Pflicht und Freiheit zusammenpassen.
Autor: BTS - Behind the Story
Zu Gast
Martin Brosy wuchs in Berlin bei einer alleinerziehenden Mutter auf und übernahm früh Verantwortung. Nach Interesse an einer militärischen Laufbahn und der Wehrpflicht ist er heute im Online-Marketing selbstständig und zudem als Reporter in der Ukraine sowie in sozialen Projekten engagiert.
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Transkript
Halli, hallo und Hallöchen zur mittlerweile dreißigsten Ausgabe von behind the Story. Wenn Du da draußen schon mal zugehört hast, dann weißt Du, das hier ist kein Business Podcast. Das ist auch kein Schnell und hektisch Reich Podcast und das ist auch kein ich geborene dir die besten Tipps, die Du sofort anwenden kannst Podcast, sondern bei behind the Story rede ich mit faszinierenden Menschen über Menschen und über ihre Geschichte, über ihre persönliche Heldenreise, damit Du da draußen vielleicht an der einen oder anderen Weggabelung in deinem Leben ein bisschen mehr Basics hast, zu entscheiden. Ja, wenn dir mein Podcast gefällt, dann gib mir gerne 'n Abo oder 'n Like oder unterstütz mich, indem Du kommentierst oder was auch immer. Wie immer sag ich gern aber auch dazu.
Wenn Du einfach nur zuhörst, ist das auch okay und ich freu mich. Ja, okay, mein heutiger Gast ist Martin Prosi. Er ist deutscher SEO Experte. Er ist Unternehmer, er ist Dozent, er ist Autor, er ist Managing Partner bei verschiedenen Unternehmen. Ich glaube, er ist sogar investiert, das weiß ich gar nicht genau, da werden wir gleich drüber reden.
Er ist 'n digitaler Tausendsassa. Er ist Inhaber oder Gründer von verschiedenen Agenturen. Unter anderem hat er bei der Bundeswehruniversität studiert, das habe ich in der Recherche gelernt, das wusste ich auch nicht über ihn. Also ich glaube, das wird 'n sehr, sehr spannendes Gespräch heute, denn er hat unter anderem auch neben seiner Agentur Impuls Coup die Verantwortung für die AFS Akademie, das sozusagen das Bildungs Netflix in Deutschland, da können wir auch noch mal drüber reden, ja. Er ist bei dem Link Marktplatz Ranksider verantwortlich.
Er kümmert sich SEO Tools. Er, ach, ich weiß gar nicht, was er noch alles macht. Und darüber hinaus ist er auch im Moment noch als Reporter und da werden wir ganz sicher auch drüber reden, direkt in der Ukraine an der Front und gibt uns da Einblicke behind the Headlines. Das find ich ganz, ganz spannend. Für mich persönlich ist Martin außerdem 1 der beeindruckendsten Menschen, weil er unfassbar und scheinbar unendlich viel Energie zu haben scheint.
Also egal, an welcher Ecke ich denke, oh, das interessiert mich aber, ist er irgendwie auch da. Er fährt auf der SEO Cruise mit, ist bei der, ist in der Ukraine, ist auf den großen Konferenzen dieser Branche als Speaker unterwegs, ja. Also ich wüsste gar nicht, was ich noch alles über ihn erzählen soll. Kaum 1 meiner Gäste hat, glaub ich, sone spannende Heldenreise wie Martin Prosi, deswegen hol ich ihn jetzt auch hier rein. Ich sag ganz herzlich willkommen am digitalen Lagerfeuer.
Ganz herzlich willkommen bei Behind the Story. Herzlich willkommen, lieber Martin Brosi. Ja, vielen lieben Dank Wolfgang für die Einladung. Ich meine, das schmeichelt mich jetzt natürlich extrem. Was Du alles über mich erzählt hast und das selbst noch einmal zu hören.
Ja, da wurde ich grade sogar 'n bisschen emotionaler, als Du das erzählt hast. Also vielen Dank, dass wir heute auch mal über mich reden können. Ich bin sehr gespannt und versuche natürlich auch, deinen Zuhörern und Zuhörerinnen möglichst spannende Einblicke zu geben, dass sie auch möglichst viel lernen. Ja, schauen wir mal, aber ich bin sehr optimistisch, dass das klappt, mein Lieber. Ich beginne und ich orientiere mich mit diesem Podcast ja son bisschen an der Heldenreise.
Du weißt ja, ich bin Storytelling, ja. Also ich liebe Storytelling und ich liebe es, alles im im Muster der Heldenreise nach Joseph Campbell aufzubauen. Und dann mach versuch ich's auch immer in diesem Gespräch, wobei wir uns auch sehr gerne immer treiben lassen. Aber ich versuch halt einfach sozusagen zu beginnen, da, wo jede Story beginnt, nämlich in der gewohnten Welt des Mannes. Ich sag immer gern, Frodo Beutlin lebt halt so im Auenland, ist sehr cool, aber irgendwie auch nicht spannend.
Und die Frage ist, wo war denn der kleine Martin? Ich hab gelesen in der Vorbereitung, Du bist neunzehnhundertsechsundachtzig geboren. Und die Frage, die ich so beginne am Anfang oder mit der ich beginnen möchte, ist immer, wie war deine Kindheit? Wie war so deine familiäre Situation? Hast Du Geschwister?
Was haben deine Eltern gemacht? Und wo bist Du zur Grundschule gegangen? Vielleicht starten wir da mal rein. Ja, also ich bin 1 von 4 Kindern, also ich hab noch 3 Geschwister, bin in Berlin aufgewachsen. Ich sag mal, bis ich 16 war, war ich in Berlin.
Erst Berlin Lichtenberg und dann kam son bisschen der soziale Abstieg, möcht ich das jetzt mal bezeichnen. Also wir waren sozialökonomisch schwach, ja. Also ich möcht jetzt nicht sagen arm, aber zumindest waren wir von staatlicher Unterstützung abhängig und das hat mich natürlich extrem geprägt. Meine Mutter war alleinerziehend in der Zeit, wo mein Vater noch da war, war er Fernfahrer. Bedeutet, er war am Wochenende dort, hab ihn sehr geliebt, ja, also er ist mittlerweile verstorben, aber hatte also in der Kindheit nicht wirklich viel von meinem Vater und meine Mutter musste alles son bisschen alleine schaukeln, wenn man so möchte.
Es war keine leichte Zeit, hab ich damals aber tatsächlich nicht ganz so wahrgenommen, ne. Also heute würde ich sagen, es war nicht leicht. Damals hat meine Mutter, wenn ich das so sagen kann, schon versucht, uns von den ganzen schwierigen Themen son bisschen fernzuhalten, hat alles gegeben, damit's uns gut geht, obwohl es uns natürlich, ich meine, jeder kann sich das Bürgergeld ja mal anschauen, so war es damals auch mit der Sozialhilfe, viel bleibt da nicht über, ja. Das war jetzt in groben Zügen. Ja, die Zeit, die hat mich natürlich auch stark geprägt, ne.
Mhm. Also hast, sind deine Geschwister älter oder jünger als Du? Ich hab 2 kleinere Geschwister und einen älteren Bruder, ja. Mhm. Okay.
Gut. Und das war in Berlin und Du bist auch in Berlin zur Grundschule gegangen? Genau, ich bin in Berlin auch zur Grundschule gegangen, denn zur wie Gesamtschule mit Gymnasaler Oberstufe, ja. Es gab's dann, wir sind umgezogen, gab's dann in Sachsen nicht mehr. Aber ja, bis zur achten Klasse, ich müsste jetzt echt lügen, wie lange ich in Berlin auf der Schule war, aber ich glaub, bis zur achten Klasse waren wir in Berlin und da hat meine Mutter einen Freund kennengelernt und dann sind wir umgezogen.
Mhm. Das heißt, da haben sich deine Eltern auch getrennt oder mein Vater ist dann in der Zeit gestorben oder? Ja, die Trennung von meinen Eltern, die war schon tatsächlich vorher irgendwo, ich schätze so neunzehnhundertsechsundneunzig, neunzehnhundertachtundneunzig. Ich hab das jetzt nicht ganz im Kopf. Mhm.
Aber auch das war natürlich eine sehr, sehr schwierige Zeit, weil ich natürlich meinen Vater über alles geliebt habe, ne. Und dann diese Trennung als Kind mitzuerleben, ich man sollte das jetzt nicht sagen, dass dann Elternteil 'n Lieblingskind hat, aber ich war halt schon immer so das Lieblingskind von meinem Vater, ja. Mhm. Damit kommen die anderen auch klar, die wissen das. Aber das war für mich natürlich superschwierig, ja.
Also ich bin da auch, also ich weiß, heute hatte ich da auch 'n gewisses Traumata tatsächlich entwickelt von diesem Tag. Dieser Tag ist mir heute Ich könnte dir den heute ganz genau beschreiben, als meine Eltern uns das mitgeteilt haben, ja, obwohl's obwohl ich da 10 Jahre alt war, ja. Mhm. Also das weiß ich noch ganz genau. Ja, okay.
Was war Martin Borosi in der Grundschule fürn Kind? Extrovertiert, introvertiert, lausbubig oder eher still? Also ich würde sagen, ich war schon immer 'n bisschen introvertierter. Ich meine, heute würden die Leute sagen, ich bin eher extrovertiert, obwohl ich im Inneren eher das Introvertierte fühle. Also ich brauch auch sehr, sehr viel Ruhe.
Mein sozialer Akku auch schon damals geht sehr, sehr schnell leer, wenn man so möchte in der Grundschule. Es ist schwierig. Auf der einen Seite konntest Du dir nie die teuren Klamotten leisten und dieses Ganze, ne, was einen so anfänglich ausmacht, weil Du selbst noch nicht wirklich die Person bist, Du die ja heute bist, ne. Dein Charakter entwickelt sich und so weiter. Das bedeutet, da sind Sachen, Dinge wie Klamotten natürlich extrem wichtig, ja.
Und so was hatten wir eben alles nicht. Ja. Und das bedeutet, ich für gehörte ja so nie zu den Coolen, ja. Ich war jetzt nie der Coole in der Grundschule, aber ich war auch nicht der Klassenclown, sonstiges. Ich, ja, ich würd eher sagen, ich war ruhig, ja.
Ich war wirklich eine ruhige Person. Mir hat aber Schule an sich per se immer Spaß gemacht. Also ich hab auch unfassbar gerne gelernt. Also ich bin auch gerne in die Schule gegangen, hab auch gerne Hausaufgaben gemacht, hab mich gerne auf Klausuren oder Tests vorbereitet. Man könnte jetzt sagen Streber, aber hat mir wirklich immer gefallen.
Ich hab mir auch zu Hause dann nach der Schule weiter informiert über Ägyptologie, Paläontologie, ne. Also alles, was son Junge halt gerne mal macht. Und ich hab gerne gelernt, sagen wir's so, ich war immer sehr wissbegierig. Findest Du diese Eigenschaften, jetzt will ich, ich frag nie nach persönlichen Daten oder so hinsagen, aber ich weiß ja, das bist auch Vater. Siehst Du das in der nächsten Prosigeneration auch so vererbt diese Gene oder ist es anders?
Ich glaube, ich seh das schon vererbt. Also Charlotte, meine Tochter, die kommt stark nach mir und sie ist auch schon, also die will alles wissen, die ist sehr wissbegierig, na ja, sehr neugierig, das kommt eher so von meiner Frau. Aber man sieht schon, man erkennt sich schon wieder, ja. Es ist teilweise sehr gruselig, aber auf der anderen Seite auch macht es mich natürlich unfassbar stolz, ne, das zu sehen. Ich meine, Du kennst es ja auch als Vater.
Ja, genau. Hattest Du in der Zeit, jetzt reden wir mal so von den Jahren 6 bis 12 vielleicht so, wenn der Moment, wenn die Eltern plötzlich oder die Erwachsenen anfangen, komisch zu werden und die Mädchen zum ersten Mal attraktiv oder sagen wir mal, irgendwelche anderen Menschen attraktiv wären. Hattest Du in der Zeit irgendwie das Gefühl, richtig zu sein, angekommen zu sein? Ist ist Familie jetzt in der Konstellation, wie Du's beschrieben hast, für dich 'n wichtiges Konstrukt gewesen? Und überträgst Du das heute auch in dein Leben?
Also ich meine, die Familienverhältnisse, ich bin heute der Meinung, dass es kaum Familien gibt, die wirklich perfekt sind, ne. Also diese Einsicht, die kam aber erst sehr, sehr viel später. Ich dachte immer nur, das ist bei uns so. Also auch wir waren keine perfekte Familie, das mal grob zu erklären. Familie war mir aber durchaus immer wichtig und das ist mir auch heute noch wichtig, auch wenn es heute mit Sicherheit nicht mehr so harmonisch ist, wie es damals war und 'n Familienzusammenhalt es nicht wirklich gibt bei uns, so würde ich aber egal was kommt, zum Beispiel nichts auf meine Mutter kommen lassen, ja.
Das ist mir nach wie vor heute auch wichtig. Und ich glaube, grade ich hatte oftmals das Gefühl, dass mir die Familie fehlt, dass ich früh erwachsen sein musste, weil meine Elternteile manchmal in meinen Augen nicht so erwachsen waren, wie ich sie gerne gesehen hätte. Also ich weiß nicht, ob ihr das versteht, manchmal sind Erwachsene auch 'n bisschen wie 'n Kinder, ja, also grob, ja, ganz grob erklärt oder skizziert. Und deshalb versuche ich jetzt natürlich bei Charlotte auch wirklich 'n Vater zu sein, der da ist, ne, wo ich nicht die Unterstützung von dem Kind nehme, sondern ich das Kind unterstütze. Und das ist etwas, was mir auch für die Zukunft vornehme, dass ja, man immer eben da ist für das Kind, ne, weil's selbst daran mit Sicherheit oftmals auch gemangelt hat.
Mhm. Zudem hattest Du ja dann vielleicht gar nicht so bewusst, weil Du's auch nicht jetzt thematisierst, aber als Zweitgeborener bei 4 Kindern natürlich auch schon irgendwo eine Erwachsenenrolle, grade in der Konstellation, wie Du das mit den Eltern beschrieben hast. Ich kenn das ja auch, mein Vater ist ja relativ früh gestorben. Was fast alle wissen, die schon mal bei mir im Vortrag war, wo ich das ja häufig thematisier. Und dann hast Du natürlich plötzlich Verantwortung, in die Du reinwächst als junger, kleiner Mensch, die eigentlich in der zu dem Zeitpunkt noch gar nicht vorgesehen sind für dich.
Ja, ich muss aber auch sagen, das hab ich sehr gerne gemacht, zum Beispiel mit meinem kleineren Bruder. Wir liegen ein Jahr auseinander und waren auch immer zusammen in der Schule gemeinsam und er war noch teilweise sogar ruhiger als ich. Er war immer der coolere von uns beiden, ja, das kann man schon sagen, er war immer der smartere von uns beiden. Aber grad in jüngeren Jahren, da hab ich ihn auch oft beschützt, ne. Weil ich glaube, bei mir zum Beispiel jetzt, jetzt mal das Wort Prägung in den Mund zu nehmen, ich hab halt eine totale Prägung im Sinne von Fairness und Gerechtigkeit und die hab ich dann zum Beispiel bei meinem Bruder total angewendet.
Also wenn irgendjemand was gegen meinen Bruder oder gegen meine Schwester gesagt hat, dann war ich sofort da, ne. Diese Art von Beschützen musst dir vorstellen, wir waren auf 'ner Europaschule, das heißt, da waren viele Aussiedler, also Russlanddeutsche und die waren älter, die waren aber in den gleichen Klassen wie wir, ne. Also die wurden ja immer zurückgestuft. Das heißt, da gab's auch schon mal in Berlin die ein oder andere Schlägerei, ja, in Anführungsstrichen. Und da muss ich, war ich dann schon immer dabei, ne.
Aber auch zum Schutz, ne. Ich hab nie von mir aus das losgetreten, sondern ich bin dann eingestanden, das trifft's vielleicht besser, oftmals einfach eingestanden für Dinge. Mhm. Einzustehen für Dinge, ist das son bisschen deine DNA? Weil ganz ehrlich, wenn ich dich heute charakterisieren müsste und ich 'n Moment Zeit hätte nachzudenken, dann wär das wahrscheinlich 1 der 1 der Charakteristika, die ich dir zuordnen würde, dass Du eigentlich für mich jemand bist, also ich will mal namentlich für die Audience, die dich ja noch nicht so gut kennt oder viele kennen dich vielleicht noch nicht so, sagen, dass Du sehr, sehr intensiv und engagiert und lange für Frauenrechte eintrittst schon und getreten bist und immer noch eintrittst für Gleichberechtigung, für Frauenrechte und so weiter.
Liebe Grüße an die Gisela, die ist ja auch da immer, ihr 2 habt da bei mir einen prägenden Eindruck auch hinterlassen. Oder jetzt trittst Du eben, ne, kommen wir gleich dann später auch noch dazu, für diese Ukraine Kriegsdokumentation Dokumentation ein sozusagen oder übernimmst die Verantwortung, da neutral zu berichten drüber, behind the Headlines, das, was man normalerweise nicht so sieht. Also ist so Verantwortung übernehmen so dein Ding irgendwie gefühlt? Ich sag mal so, es ist zunächst erst mal 'n Fluch und Segen, ne. Ich kann mich erinnern, das war in diesem Jahr, da war, wir wohnen zusammen, also ich und meine Frau logischerweise wohnt zusammen in ein, das sind nicht getrennt.
Wir wohnen zusammen in 'ner Wohnung und gegenüber von uns ist Haus und da wohnen auch Menschen, die auch sozial schwach sind. Und der ist, geht immer sehr komisch mit seinen Kindern und das war Sommer und ja, in diesem Jahr, es war vor 'n paar Monaten, es war Sommer und wir hören da lautes Kindergeschrei, weil überall waren die Fenster offen und so weiter. Und ja, wie's dann eben so ist für andere einstehen, grad für Kinder, also ich glaube, das kann jeder Vater nachvollziehen, dann haben wir halt rübergeschrien, haben gesagt, ey, schlag das Kind nicht, weil das Kind hat halt geschrien, Du aua aua, das war sehr ist sehr klein, 3 oder 4 Jahre alt. Mhm. Aua aua.
Und da haben wir halt drübergeschrien und da kam er halt raus und wollte mich verprügeln, ne, so diese ganzen Sachen. Und das sind so Momente, wo man natürlich für das Richtige einsteht, aber sich selbst, ist mir erst im Nachhinein auch bewusst geworden, sich selbst auch 'n bisschen Gefahr bringt, ne. Was mache ich, wenn ich rausgehe abends oder abends nach Hause komme oder meine Frau alleine rausgeht und er diesen Moment Revue passieren lässt und auf einmal gewalttätig wird, ne, in solche Situationen sich zu bringen. Also ja, ich stehe gerne für andere Menschen ein, grade für Minderheiten, die vielleicht nicht so oft Gehör finden, weil Populismus und Haltung sind ja 2 verschiedene Sachen, ja. Und Haltung bedeutet eben auch für mich dann Standzuhalten und etwas zu tun.
'N guten Mensch tut etwas Gutes, ja. Der redet nicht nur oder regt sich über Dinge auf, er schaffiert sich über Dinge, sondern er tut auch etwas. Und das war mir immer ganz, ganz wichtig, weil ich mir auch immer selbst vertrauen wollte. Ich bin keiner, der nur redet. Ich versuch dann, mir auch selbst zu vertrauen und wenn ich sage, steh da jetzt ein, dann steh ich auch ein.
Wenn ich sage, mir gefällt es in der Ukraine nicht, was da los ist, dann fahr ich da auch hin, ja. Also das das ist so vielleicht, ums abzuschließen, eine Form der Gesellschaft etwas zurückzugeben, weil wir durchaus privilegiert sind in Deutschland, ja. Und grade wir als Geschäftsführer auch privilegiert sind in Zeit und in finanziellen Ressourcen. Ja, das stimmt. Letzte Frage zu diesem zeitlichen Komplex und wir sind jetzt so im Alter 6 bis 12 immer noch unterwegs.
Hattest Du irgendwelche Hobbys, die zeitlich oder so interessemäßig dich sehr in Anspruch genommen haben oder wo wo Du sagst, das war einfach mein Ding? Ja, also Astronomie hab ich sehr, sehr gerne gemacht, schon sehr, sehr früh. Ich hab Gefochten, hab ich auch sehr gerne gemacht. Beim Fechten bin ich dann son bisschen irgendwann an meine an die finanzielle Grenze gekommen von meinen Eltern, weil irgendwann die Ausrüstung kaufen musste. Ich war auch sehr gut im Fechten tatsächlich, hab Gegend gefochten und dann musste man halt ins Internat und so weiter, das ging halt finanziell nicht.
Das hat mich sehr eingenommen, also sportlich, dann Astronomie hat mich immer interessiert, fand ich auch immer, also Wissenschaft an sich. Und ja, Ägyptologie, ich wollte ja eigentlich lange Zeit auch Ägyptologie studieren, hat mich dann ja auch sehr beschäftigt in dem Alter, ja. Mhm. Mhm. Übergeordnete letzte Frage, die aber auch generell für dein ganzes Leben geht und ich weiß, die ist schwer zu beantworten.
Ich weiß, die ist auch 'n bisschen deep, aber ich würd sie trotzdem mal stellen wollen. Situation mit dem Vater, Umzug, familiär, die Mutter hat 'n neuen Freund und so weiter. Wo ich gar nicht so weit Also einfach nur diese diese Wechsel in deinem Leben. Fechten irgendwann mit dem Abschied, den Du vielleicht auch so, wie ich's jetzt eben dich gesehen und gehört hab, das ist ja so Wie wie gehst Du mit Abschieden im Leben? Also ich kann, da kommen wir vielleicht später noch drauf, aber Abschiede begleiten mich eigentlich mein ganzes Leben.
Das klingt jetzt ganz banal, was ich sage, aber beispielsweise eben auch bei der Bundeswehr immer am Sonntag in die Kaserne zu fahren. Das heißt, immer 'n Abschied von meiner Frau. Das war lange Zeit sehr, sehr schwierig für mich, weil ich dann immer rausgerissen bin. Ich bin jemand, ich geh jeden Tag ins selbe Restaurant, ich ess jeden Tag dasselbe. Also ich bin schon jemand, der nicht viel ausprobieren muss und der sich erfreut, wenn er keine Entscheidung treffen muss, ja.
Von daher, heute fällt mir Abschied mit Sicherheit einfacher, aber damals das schon eine schwierige Zeit, weil Du einfach 'n komplett neues Umfeld hast. Es wird jeder unterschreiben, der einmal die Schule gewechselt hat. Du bist dann eben zum Beispiel an 'ner neuen Schule, wo wir dann nach Zwickau gezogen sind, natürlich erst mal, ja, nichts in Anführungsstrichen, aber Du musst dich da reinfinden, ne, so. Mhm. Und das fiel mir schon schwer, ja.
Aber ich hatte eben auch, wie gesagt, meinen Bruder und meine anderen Geschwister und da musste ich halt auch zum Teil einfach auch stark sein, ne. Und dadurch hab ich mich in dem Moment zumindest selten damit auseinandergesetzt, sondern eher in 'ner Retroperspektive oder in 'ner Reflexion. Ich musste halt einfach auch da sein, ja. Und dadurch fiel es mir vielleicht einfacher als manch anderen. Mhm.
Okay. Gut, mein Lieber, dann kommen wir jetzt mal, machen wir 'n Break in deiner Leader und wir kommen zur legendären Schnellfragerunde. Die hab ich erfunden, einfach den Menschen son bisschen zu charakterisieren. Schnellfrage heißt, ja, dass Du einfach möglichst zügig antwortet, das muss aber nicht in einem Satz oder in einem Wort sein. Ergibt sich, glaub ich, gleich.
Okay. Bist Du ready? Ich bin ready, ja. Okay. 1.
Schnellfrage, welches Buch hast Du zuletzt gelesen? Ja, das ist eine gute Frage. Die Frage ist, wann fang ich wieder an mit lesen? Also ich hab sehr, sehr lange nicht gelesen. Mein letztes Buch wird wahrscheinlich Think Content gewesen sein von Miriam Loeffler und Irene Michel.
Das fand ich Grüße an die Irene. Ja, ja. Ja, genau. Ich die kennt man ja auch. Glaub, ihr seid auch gut miteinander verbandelt.
Befreundet, ja, genau. Gut befreundet. Also das war so für die Fachexise mein letztes Buch und mein letztes Buch war noch zur Persönlichkeitsentwicklung kennt vielleicht der ein oder andere auch, die 7 Wege zur Effektivität von Steven Covey. Ja, also darin geht's vielleicht mal kurz zusammengefasst, man muss proaktiv sein, man muss Wichtiges zuerst tun. Und die Win win Denke, hat mich sehr beeinflusst, auch im Unternehmertum, also dass beide Seiten immer profitieren müssen.
Und wenn ich mir jetzt 'n Buch aussuchen könnte, was ich als Nächstes lesen, dann würde lesen würde, dann wäre das, glaub ich, Start-up von Andi Bruckschlögel. Der hat das nämlich ganz neu rausgebracht. Das so, glaub ich, würde ich lesen. Aber sonst kommen die An die kenn ich tatsächlich auch, ja. Und das Buch kenn ich nicht, wundert mich auch 'n bisschen, weil ehrlich gesagt jetzt, weil Du ja jemand bist, der so viel gegründet, verkauft, gemanagt, gedirected, keine Ahnung, was alles hat, kommen wir gleich noch zu, dass Du immer noch das Thema Start-up auf der auf der Schiene hast sozusagen, ja.
Find ich Ist halt Grunde 'n Herzangelegenheitsthema, ne. Ja, okay, gut. 2. Frage, welche App benutzt Du am meisten? Aktuell wahrscheinlich Instagram, also die ganz normalen Social Media Apps.
Aber aufgrund der Ukraine ist es tatsächlich Live UA Map, wo man halt sieht, was passiert am Tag grade in der Ukraine? Wo fliegen die Drohnen lang? Das, glaub ich, die häufigste App. Das kann man sehen dann quasi so Ja, das kann man alles Leitrader oder so was. Ah, ist ja spannend.
Okay, Meer oder Berge? Ganz klar, Meer. Ah, warum? Ich hab Höhenangst. Ich bin einmal in der sächsischen Schweiz mit meiner Mutter, die war Bergsteigerin, gelaufen, spazieren gegangen und da war ich, keine Ahnung, 12 mit meiner Schwester und meine Schwester ist abgerutscht.
Das weiß ich noch wie heute in der sächsischen Schweiz und sie hat sich wirklich kurz vorher gefangen, sonst wär sie runtergefallen. Und das hat so Spuren hinterlassen, dass ich heute ehrlich gesagt Berge mehr meide. Mhm, okay. Frühersteher oder Nachtmensch? Nachtmensch.
Nachtmensch. Bis, damit bist Du absolut. Ich glaube, alle anderen haben bisher gesagt, Early Bird, ja, teilweise super Early Bird, ja. Ah, okay. Der Bernhard Karla, Hammer Grüße genauso, hat gesagt, halb 5 morgens eine Schicht bei mir, da muss ich aber aus.
Okay, nee, Nachtmensch. Wobei ehrlicherweise hatt ich schon sone Tendenz bei dir, weil ich weiß ja, wir haben ja auch schon die ein oder andere Nacht am Müggelsee gemeinsam verbracht oder so. Da bist Du ja sehr, sehr lange sehr, sehr fit, sagen wir mal so, ja. Das stimmt, ja, das stimmt. Kaffee oder Tee?
Absolut Kaffee, komische Frage, ja. Okay. Bin ich bei dir. Jetzt bist Du Berliner, sozusagen Ur Urberliner, wohnst ja jetzt aber in 'ner anderen Region Richtung, ich sag mal ganz grob, Richtung Reutlingen so die Ecke, ne. Hast Du 'n Lieblingsgericht?
Ja, aktuell, ich glaube, es vergeht kein Tag, wo mir meine Frau keinen Flammkuchen macht. Also in 1 Welt ohne Flammkuchen möcht ich aktuell nicht leben. Das ist geil. Keine Welt ohne Flammkuchen, sehr cool. Ja, lieb ich auch, muss ich sagen.
Ist glaub ich mittlerweile auch von 'ner regionalen Spezialität zu 'ner, mindestens mal bundesweiten geworden, ne. Also Absolut. Fabian und so. Also ich liege das wieder auf. Bei uns ist auch immer, wenn Märkte sind, so immer son son son Ofen, son fahrbarer Ofen son mit sonem Ofen und der macht die dann live und das schmeckt auch unfassbar gut.
Jetzt glaube ich dir, weil ich eine Superkraft habe in diesem Podcast als Host, ich kann nämlich eine Superkraft temporär vergeben. So. Und wenn Du jetzt dir für 24 Stunden eine Superkraft wünschen könntest, welche wär das? Ja, also Superkraft wäre wahrscheinlich Zeitreisen kombiniert mit Teleportation. Das, glaub ich, würd ich ganz nett finden, aber es, die Teleportation muss dabei sein, damit ich dann irgendwie das Unrecht in der Welt tatsächlich auch besiegen kann oder gewisse Sachen vermeiden kann, die in der Zukunft stattfinden werden.
Mhm. Also witzigerweise, da bist Du voll im Mainstream meiner Gäste. Ich glaube, 90 Prozent der Gäste haben gesagt, ich würde gern teleportieren, beamen, so was in der Art, ja. Also Zeitreisen, alles das ist dabei. Nächste Frage auch sehr spannend, aber ich hab auch da eine Tendenz, analog oder digital?
Mhm. Analog im Sinne von offline, also mit Menschen zum Beispiel treffen, das würd ich analog bevorzugen. Das mache ich jetzt zum Beispiel nicht gerne am Telefon, aber ansonsten ganz klar digital. Also einkaufen, informieren, austauschen, so mit Menschen, die ich jetzt nicht so gut kenne, alles digital. Mhm, Okay.
Was war dein erster Job, bei dem Du finanziell Interessen hattest, also Ferienjob oder so was, ja? Erster Job war Zeitung austragen in Berlin und später kamen mal Erdbeerpflücken dazu. Zeitung austragen in Berlin. Ich hab tatsächlich jahrelang Zeitungen hier ausgenommen. Ich wohn ja auch wirklich am Arsch der Welt, sag ich immer, sehr liebevoll gemeint, wirklich aufm platten Land.
Das heißt, die die, weiß weiß gar nicht mehr, 1200 Zeitungen oder so, da hab ich 2 Tage für gebraucht, weil Du halt wahnsinnig lang laufen musst. Also wahrscheinlich war ja auch nicht der Schnellste, aber egal. Du musst halt Riesenstrecken zurücklegen. Ich hab mir immer gewünscht, boah, einmal son Hochhaus, ja. Wo Du so unten irgendwie 300 Zeitungen in den Flur legst und, aber ist ja trotzdem Arbeit, ne.
Also von Aber das war bei uns tatsächlich auch 'n bisschen schwieriger, weil wir nur abonnierte Zeitungen ausgetragen haben. Sprich, Du musstest also wirklich zu jedem Haus, der das auch abonniert hat. Oh, und die war natürlich auch anspruchsvoll. Weder das Abo kommt nicht, ne. Richtig.
Das war schon Das kann ich mir nicht vorstellen. Ja, okay. Jetzt hast Du, hab ich noch eine 2. Superkraft und die find ich persönlich sogar noch spannender. Also zumindest die Frage, ich kann es dir ermöglichen, mit egal welcher Person Du möchtest, ob lebend oder bereits ewig lange tot oder generell tot, 'n Tag oder 'n Abend zu verbringen?
Gibt's irgendjemand, wo Du sagst, Mensch, diese Person, von dieser Person hätt ich gern mal mehr Infos? In Vorbereitung zu deinem Podcast hab ich mir auch einige andere Podcasts von dir angehört, ja. Weil die Frage wurde ja schon mal gestellt dort und mir ist spontan ehrlich, sagt gar keiner so spontan eingefallen, da musste ich echt drüber nachdenken. Aber ich will dir mal ein 2 Leute sagen, die mich einfach so inspiriert haben, ja, so mit denen würde ich gerne essen gehen. Das wäre zum einen vielleicht sehr ungewöhnlich, während Politiker, das wäre Volker Wissing.
Ich find den sehr, sehr sympathisch, also ich kann jeden Mal empfehlen, 'n Interview mit ihm anzuschauen, einfach von der menschlichen Ebene, von der Empathieebene fand ich Volker Wissing sehr, sehr spannend. 'N Comedian, den mag ich halt sehr, sehr, den Humor ist Johann König, mit dem würd ich auch gern mehr essen gehen. Schauspieler wäre Christian Behl, find ich auch super. Unternehmer hab ich mir auch einen rausgesucht und zwar den aktuellen CEO von Rolex, also John Frederic Duffault. Ich hoffe, ich hab's richtig ausgesprochen.
Und zuletzt noch einen Autokraten, ja, auch das würde mich natürlich interessieren, würd ich sehr gerne mit ihm zusammen essen und ihm 'n paar Fragen stellen, wäre tatsächlich Wladimir Putin. Mhm. Das sind so alle Leute, die mir grade so durch 'n Kopf geistern. Aber das ist ja schon eine wilde Mischung, ja, tatsächlich. Ja.
Aber find ich, also ja, find ich richtig cool. Also Johann König und so weiter. Wladimir Putin find ich besonders bemerkenswert natürlich jetzt mit dem Blick auf die Ukraine, aber auch Absolut. Aber das spricht auch für dich, Martin. Und so würd ich dich auch charakterisieren und das ist auch wichtig in meinem Podcast, dass man eben sagt, ich bleibe offen für den Dialog, ich bleibe auch offen für das andere Argument.
Selbst wenn ich sozusagen mich in Lebensgefahr begebe auf der anderen Seite der Linie, möcht ich aber trotzdem wissen, was die Menschen bewegt, ja. Ich hab, vielleicht kritschte einfach mal rein, ist untypisch für diesen Podcast, aber ich mach's jetzt einfach mal. Ich hab die Woche abends Lanz gesehen. Und da waren eine Vertreterin der der AFD und da war eine Vertreterin der Linken. Und da ich von der Linken den Namen jetzt nicht weiß, sag ich beide Namen nicht, ja.
Die andere kann man ja nachgucken. Und da ging's zunächst mal darum, dass die Vertreterin der Linken und ich will da gar keine politische Wertung vornehmen. Bist noch da, ja, genau. Dass die Vertreterin der Linken der der AFD Vertreterin den Handschlag bei Beginn des Gesprächs verweigert hat. Und das war sone Sache, wo ich mir so dachte, Leute, ganz ehrlich, mir das hätte auch andersrum sein können, das ist gar keine politische Wertung.
Aber ich denk so, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, uns die Hand zu geben und offen zu sein für das Argument des Gegenübers. Klar, das kann wir, kann ich hier leicht sagen, von mir ist kein Familie umgebracht worden. Ich bin nicht, mein Leben ist nicht bedroht, zumindest nicht jetzt mittelbar durch Wladimir Putin. Aber wenn ich trotzdem nicht dialogbereit bin, wie soll's denn dann weitergehen, ne? Und deswegen für dafür stehst Du, wie kaum andere in meiner digitalen Blase und auch Menschen, die ich so kenne, über die über die berufliche Schiene, stehst Du wie jemand, der offen ist für viele neue Dinge?
Das ist, glaub ich, 'n großes 'n großer Wert. Ja, absolut. Also darauf, da challenger ich mich aber auch tatsächlich immer wieder selber, ne. Also ich hab erwische mich ja auch darin, dass ich in gewissen Schubladen denke beispielsweise, ne. Und dann gehe ich aber auch proaktiv zum Beispiel, wenn das Thema Migranten kommt.
Ich war jetzt letztens in NRW und dann rede ich auch mit den Migranten und ich werde immer wieder wirklich 1 Besseren belehrt. Also wenn man wirklich mit Leuten redet und Politik mal beiseite schiebt und so weiter, dann sind das supermenschen, ja. Ich würde auch nicht behaupten, dass Linke oder auch AFD Politiker menschlich jetzt, also menschlich ist jetzt 'n bisschen schwierig, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass ich mit denen nicht klarkommen würde, ja. Weil ich glaube, ich würd eine Freundschaft niemals kündigen oder den Mensch über die politische Meinung stellen. Also für mich zählt in erster Linie erst mal der Mensch, so.
Was dann politisch ist, ist erst mal eine ganz andere Sache, noch mal kurz auf das Thema NRW zu kommen. Ich habe mir eine Pizza gekauft für 8 Euro 50 und hatte aber nur Kreditkarte dabei, hatte kein Bargeld dabei und der, ich sag jetzt mal, Türk in Anführungsstrichen, jetzt gar nicht wertend gemeint oder böse gemeint, der sagte zu mir, Du, alles gut, kommst nachher noch mal vorbei und gibst mir das Geld. Hab ich ihm bin ich dann nachher 3 Stunden später gekommen, weil ich Geld abgehoben habe und dann habe ich ihm 20 Euro gegeben, alles super. Also ich glaube, wir haben manchmal auch Barrieren einfach im Kopf, ne. Wir sind alles Menschen, eine Menschheitsfamilie und deshalb muss man immer offen bleiben, auch für den Diskurs und immer respektvoll auch bleiben im Diskurs.
Ja. Gut, ich finde, ich hab's ja vorhin in unserem Vorgespräch schon gesagt, das war ja noch nicht sozusagen, aber ich sag das gerne hier auch noch mal. Ich hatte ja 2 Operationen im September, relativ komplex komplex. Ich hab mit sehr vielen Menschen im Gesundheitssystem zu tun haben müssen, ja. Und ich würde sagen, 90 Prozent plus x waren Menschen mit Migrationshintergrund.
Und 90 Prozent plus x waren freundlich, waren selbst im Stress und da war die Hölle los, ja, war die Augen, Uniklinik in Frankfurt, Grüße gehen raus an die, die das vielleicht eventuell hören oder auch nicht. Egal, die waren immer freundlich, die waren immer nett, das waren Afrikaner, das waren Asiaten, das waren Ukrainer, das waren supernette Menschen, die sich Zeit genommen haben. Und ich hab gedacht so, bei mir meine Güte, wenn wir diese Migrationsmenschen nicht hätten, ich hätte keine Operation bekommen, definitiv nicht, ja. Also wär gar nicht möglich gewesen, der Betrieb wär nicht aufrechtzuerhalten. Und gleichzeitig hab ich mich dabei ertappt, so wie Du das auch gesagt hast, dass ich denke, wenn ich den einen oder die andere in der U-Bahn gesehen hätte, hätte ich mit Vorurteilen auf diesen Mensch geguckt.
Dabei war das 'n netter, freundlicher, fachlich kompetenter Mensch, der mir wahnsinnig weitergeholfen hat. Also da bin ich dir sehr dankbar, dass Du auch immer wieder Impulse setzt in unserer zumindest, dass dass da Gedanken angeregt werden. Das ist superwertvoll. Gut. Kommen wir direkt zu dem Thema dankbar und für was sind wir dankbar?
Die nächste Frage ist nämlich, wofür bist Du aktuell besonders dankbar? Also ich bin für vieles dankbar, aber ich glaube, besonders dankbar bin ich natürlich meine Ehefrau. Weil all das, was Du natürlich im Vorfeld beschrieben hast, wäre nicht möglich ohne meine Ehefrau und natürlich auch meinem Team, also dem unternehmerischen Team als solches, bin ich auch sehr dankbar, weil sie mir natürlich den Rücken freihalten, ne. Also ja, meiner meiner Tochter bin ich auch dankbar für die wunderbaren Momente. Mhm, okay.
Jetzt wieder etwas profaner und das ist auch bewusst so gewählt, ja. Nämlich die Frage, was darf in deinem Kühlschrank? Nie fehlen. Ja, ihr kennt jetzt meine Liebe zu den Flammkuchen. Also alle Zutaten für Flammkuchen dürfen nicht fehlen.
Also meine Frau geht doch tat. Das ist aber tatsächlich. Geht auch einkaufen tatsächlich wirklich, ah, wir haben keine Zutaten für Flammkuchen, müssen wir neu kaufen. Okay, alles klar. Also das scheint wirklich eine Diebe Beziehung zu sein, Du und die Flammkuchen.
Okay, letzte Schnellfrage. Glücksskala 1 bis 10, wo befindest Du dich aktuell? Also aktuell, das war nicht immer so, würd ich definitiv behaupten sehen. Es mangelt mir an nichts. Ich kann über alles offen sprechen.
Ich hab keine Geheimnisse oder Sonstiges. Doch, ich bin wirklich sehr glücklich aktuell. Mhm. Okay, cool. Ja, dann dann möcht ich da auch gar nicht rein, sondern dann freu ich mich für dich und geh weiter in deiner Vita.
Jetzt sind wir irgendwie, wir waren bei 12, sind wir ausgestiegen. Jetzt kommt ja diese Phase, wie gesagt, wo die Mädchen interessant werden und wo aber auch irgendwann in der Heldenreise beginnt, das nennen wir der Ruf zum Abenteuer. Also man hat irgendwann, Du hast jetzt Zeitungen ausgetragen, wann hast Du Erdbeeren gepflückt? Ja, sehr spannend. Aber Erdbeeren in Sachsen war das oder?
Ja, in Sachsen, ja. Oder in Berlin. In Sachsen, ja, okay. Sonst hätt ich jetzt gefragt, wie Aber egal. Jetzt kommt irgendwann der Ruf zum Abenteuer.
Und kannst Du dich erinnern, hat wann hattest Du so den ersten Impuls, gar nicht vielleicht letztendlich das, was draus geworden ist, aber wann hattest Du so den ersten Impuls, das könnte 'n Beruf für mich sein? Und was war das? Das könnte was sein für mich? Ein Beruf oder eine 1 Berufung oder das würd ich gern später machen so in diesem Kontext. Okay, also ich sag mal, in der Schulzeit selber, mein Vater war bei der Stasi, also früher, ne, in der Zeit der DDR.
Ich bin in der DDR groß, nicht groß geworden, aber zumindest geboren. Geboren. Und das heißt, die ganze Familie war auch in der Straße seitens meines Vaters, ja. Ist jetzt nicht ganz geil, aber es ist war eben wie's ist. Das heißt, Militär hatte ich son bisschen immer eine Connection Zone.
Mein großer Bruder, der wollte auch immer Luft in der in der Luftfahrtoffizier werden, also in der Luftwaffe, sorry. Und das heißt, er hatte ganz viele Flugzeuge, Modellflugzeuge und so weiter. Also auch dort hatte ich immer Berührungspunkte mit dem Militär. Und dann in Abitur quasi in Sachsen stellt sich jeder die Frage, was er werden möchte und da dachte ich, okay, entweder wirst Du Unternehmer, weil ich das einfach spielerisch immer sehr, sehr gerne gemacht habe oder Du gehst ins Militär, den Leuten oder den Menschen zu helfen, so wie Du's damals eben mit 20 im Kopf hast, ne. Heute sehe ich das alles deutlich kritischer, aber damals geht man ja auch sehr naiv da rein.
Und dann habe ich mich dazu entschieden, einfach mal versuchen, mich zu bewerben als Offizier. Und das war der Startschuss. Da war aber noch nichts mit SEO oder Onlinemarketing, das kam mir nicht im Kopf. Es war wirklich mein Traumberuf zu dem Zeitpunkt dann Offizier. Mhm.
Cool. Jetzt würd ich tatsächlich mal eine aktuelle Frage reinstreuen. Auch nicht üblich in diesem Podcast, aber ich lass mich da ja, wie ich's schon sagte, treiben. Und grade deine Perspektive würd mich da mal besonders interessieren mit diesem Blick auf deine Affinität zur zur Bundeswehr, zur Militärischen, auch jetzt mit Blick auf die Ukraine, mit Blick auf dein Engagement für Frauen. In diesem Gesamtkontext würd mich mal interessieren, aktuell in dieser Woche, wir nehmen heute auf am sechzehnten Oktober, würde mich mal interessieren, wird ja sehr heiß diskutiert Wehrpflicht, ja.
Wie wird die künftig kommen, kommt sie und nicht? Und wie gesagt, ich möcht gar nicht hier in diesem Podcast über politische Themen reden, aber Du bist ja jemand, der dezidiert sozusagen mehrere Perspektiven auf das Thema hat. Und ich möcht mal gezielt auf eine Sache eingehen, die mich persönlich, und das sag ich jetzt ganz offen, ziemlich aufregt. Und das ist, und ich versuche ja auch politisch gar nichts mehr zu posten, wenn's nicht unbedingt sein muss, aber was mich wahnsinnig aufregt, ist, dass wir nur über die Wehrpflicht, Wehrpflicht für Männer reden. Und ich finde, wenn wir über Gleichberechtigung reden, absolut berechtigt, ja.
Und Gleichberechtigung eingefordert wird und Frauenquoten eingefordert werden und das alles gemacht wird, was ich total unterstütze, Punkt- und Ausrufezeichen, dann finde ich aber auch, es kann nicht sein, dass wir bei Wehrpflicht, und ich hab selber 2 Töchter, 26 und 18, mit denen darüber zu diskutieren, ist nicht einfach. Aber die sagen, Papa, sollen wir in den Krieg gehen oder was? Nein, natürlich sonst es nicht. Wer wer wer wer will seine Kinder in Krieg schicken? Aber es geht ja ums Prinzip.
Und die Frage ist, es kann doch nicht in unserem Jahr 2 25 so sein, dass sozusagen nur ein Geschlecht grundsätzlich zur Debatte steht. Wie ist denn deine Perspektive dadrauf? Oh, das ist eine sehr, sehr spannende Frage. Also zum einen bin ich sehr froh, dass wir in 1 Demokratie oder in ein Deutschland leben, wo man eigentlich nicht zur Bundeswehr muss. Also aktuell haben wir ja nicht die Wehrpflicht.
Das bedeutet, ich ja, ich finde, das ist 'n hohes Gut. Also ich finde immer, dass das Leute eigentlich selbst entscheiden müssen, aber die Realität zwingt uns wahrscheinlich zu diesem Schritt der Wehrpflicht, ja. Auch wenn ich das nicht toll finde, also ich verstehe jeder jeden, deren Kriegsdienstverweigerer ist, verstehe ich zu einhundert Prozent. Jetzt kurz zu der Frau als solches. Ich meine auch bei der Zeit der Bundeswehr.
Wenn Du jetzt Frauen hast, die nicht freiwillig da sind, dann sind die körperlich natürlich unterlegen. Die Frage ist, ob Du körperlich darauf Rücksicht nehmen kannst, wenn es zum Ernstfall kommt. Kannst Du dich auf deinen Nachbarn oder deiner Nachbarin im Schützengraben verlassen, mental, technisch und so weiter. Physisch. Physisch, wenn's eine Frau ist, die das eigentlich gar nicht möchte.
Deshalb wäre ich persönlich schon für Freiwilligkeit, obwohl das Argument der Gleichberechtigung natürlich schon 'n starkes ist, aber im Krieg oder im, dafür ist die Wehrpflicht ja im Endeffekt da, in der Verteidigung sehe ich das durchaus 'n bisschen differenzierter. Wir hatten in der Bundeswehr, in der Ausbildung zum Offizier auch Frauen und die waren super. Die waren wirklich tougher als ganz anderer Offizieranwärter, aber sie waren halt freiwillig da, ja. Es gibt supertoffe Frauen, aber es gibt eben auch Frauen, die können das einfach nicht, So Punkt. Es gibt auch Männer, die das nicht können, ne.
Also Genau. Also das wär auch genau, wenn ich da kurz reinkriege, ohne, weil ich will's gar nicht zu weit ausbauen, aber das wär genau auch mein Lösungsansatz zu sagen, macht eine Freiwilligkeit, ja. Weil umgekehrt nimmst Du ja auch den Frauen, die es gerne machen möchten, wieder die Gleichberechtigung, ja. Also das ist ja auch eine Perspektive, deswegen find ich das generell auf ein Geschlecht zu begrenzen. Und da reden wir noch nicht über diverse Menschen, ja.
Absolut. Auch die haben eine Berechtigung gegebenenfalls Man muss jetzt da da präsent zu sein, wenn sie's möchten. Man muss dazu natürlich auch einfach sagen, dass Ja. Selbst wenn es eine Wehrpflicht für beide Geschlechter geben würde, Das heißt ja nicht, dass die Frauen unbedingt an den Front eingesetzt werden müssten. Es gibt ja noch andere Aufgaben, ne.
Also von daher versteh ich, würd ich dein Argument jetzt so, als soll ich's auch nachvollziehen können, ja. Ja. Gut, egal. Wir wir kippen das mal zur Seite. Ich geh auch davon aus, das wird in nächster Zeit noch nicht final entschieden.
Die die Regierung hat's ja jetzt so gemacht, dass sie quasi eine alte Gesetzesvorlage nehmen und gucken dann nächstes Jahr mal, wie sie weiterkommen. Ist ja auch okay. Gut, mein Lieber, jetzt sind wir sozusagen Also für mich bist Du jetzt beruflich, wenn ich auf deine berufliche Vita schaue, bist Du der prädestinierte, gut ausgebildete. Übrigens eine Frage hab ich noch, sorry, das passiert mir öfter mal, die hätte ich fast vergessen. Du hast so ganz nonchalant eben erwähnt, dass Du Abitur gemacht hast.
Und Du hast am Anfang erwähnt, dass Du sehr gerne zur Schule gegangen bist, lernen dir nie schwergefallen ist, Du eigentlich richtig Bock dazu hattest. Ging das über die gesamte Strecke so und war das bis zum Abi so? Nee, also ich sag mal, in der elften und zwölften Klasse irgendwann rebelliert man natürlich schon und will mal zu den Cooleren gehören. Da hab ich schon die ein oder andere Abzweigung während des Abiturs genommen, wo ich dann eben nicht gelernt habe, weil wir Freundschaften wichtiger waren, Hobbys wichtiger waren, aber auch da muss ich sagen, immer wenn ich nach Hause gekommen bin, habe ich mich trotzdem hingesetzt und gelernt. Das ist aber auch heute noch so im Übrigen, ich bin durchaus perfektionistisch veranlagt.
Ich muss mich immer vorbereiten. Ich kann nicht ausm Effeff Dinge von mir geben oder mal eben 'n Briefing schreiben, eine Planung machen. Ich muss immer vorbereitet sein. Und das war im Abitur auch schon so. Aber ich sag mal so, am Ende hab ich mein Abitur mit 2.5, glaub ich, abgeschlossen, ja.
Da kam meine Frau im Abitur natürlich schon dazu, die hat mit mir Abitur gemacht, dann sind die Gedanken auch noch mal 'n paar andere. Aber ich hab's geschafft, sagen wir's so, heute guckt Gott sei Dank keiner mehr drauf. Ja, genau. Richtig. Und das kann ich bestätigen, ich hab dich ja anmoderieren dürfen beim OMT jetzt vor Kurzem und ich kenn dich ja auch schon lange als Speaker.
Du bist immer drauf vorbereitet, das merkt man auch. Und das geht mir genau wie dir. Ich hab ja auch 'n Post gemacht, warum sind Moderatoren manchmal gut und manchmal schlecht? Oder Speaker, wenn ich gut vorbereitet bin, dann bin ich Ach so. Ja, wenn ich wenn ich, dann hab ich eine gewisse Souveränität, dann hab ich eine gewisse Sicherheit.
Deswegen ist auch immer mein Tipp an die Leute, die neu auf die Bühne kommen, ich sag denen immer, üb den Anfang. Wenn Du schon mal gut drin bist, dann dann hast Du echt schon mal 'n guten Start. Ist absolut so und vor allen Dingen Okay. So, jetzt bist Du für mich eigentlich der Mhm. Vielleicht nur noch eine Anmerkung.
Es ist ja auch so, dass, ob Du moderierst oder nicht moderierst, dass Du die Zeit der anderen ja auch beanspruchst, ne. Und deshalb find ich's auch wichtig, vorbereitet zu sein, weil sie hören dir ja zu, ne. Und deshalb ist es auch eine Frage des Respekts. Genau. Das ist ja die Lebenszeit der Menschen, die da sitzen.
Und das seh ich genau wie Du. Jetzt sind wir, wärst Du für mich so der geborene Zeitsoldat eigentlich. Jetzt weiß ich aber, so ging's nicht weiter. Warum kam's sozusagen zum Bruch mit der Bundeswehr oder was war die Entscheidung? Und dann vielleicht son bisschen ja, der weitere Werdegang.
Weil der fängt ja eigentlich jetzt erst an, richtig spannend zu werden. Ja, also die Bundeswehr an an sich hab ich sehr geliebt. Ich hab die Zeit sehr genossen in der Bundeswehr. Ich muss aber sagen, dass meine Erwartungen nicht ganz erfüllt werden, also oder wurden. Der militärische Drill hat irgendwann nachgelassen während des Studiums, die Offiziere, ich sag das immer so salopp, wurden alle fett und konnten nicht mehr schießen.
Jetzt kein Bodyshaming mehr, aber als Offizier solltest Du zumindest schon mal etwas fit sein. Wir waren alle nicht fit, sagen wir es so. Und dann habe ich auch gemerkt, dass die Art und Weise der Wissensvermittlung teilweise, also dieser dieser Drill teilweise nicht so mit meinen menschlichen mit meinen menschlichen Gedanken übereinstimmten oder Vorstellungen trifft das besser. Es soll ja so heißen, als ich ausgebildet habe, als Offizier andere, habe ich die nie angeschrien, weil ich mir immer sag, ey, wir müssen ja zusammen, wir sind ja zusammen ein Team. Ich hab's immer versucht, didaktisch und pädagogisch so zu machen, dass die mich danach noch mögen und dass wir alle möglichst weit kommen, ja.
So, das war so ein Grund und dann sind auch viele gute Offiziere auch einfach weggegangen. Aufgrund technischer Probleme fehlen hier 8 Sekunden des Podcasts. Wir bitten Entschuldigung. Viele rechtsradikale Menschen hatten, ja. Das ist doch auf der Bundeswehr total untergegangen.
Das war eher eine Normalität, also Du konntest da durchaus Sachen sagen, die Du heute absolut nicht mehr sagen darfst, ja. Da war alles möglich, das habe ich auch nicht ganz unterschrieben. Und dann irgendwann vielleicht der letzte Punkt, ich hatte auch etwas Angst, bin ich ehrlich, wenn ich dann in den Einsatz muss, wie ich zurückkomme. Da hatte ich wirklich 'n bisschen Angst, weil ich wollte danach immer noch derselbe sein. Ich hatte nicht Angst davor, zu sterben, aber ich hatte Angst davor, mich eine posttraumatische Belastungsstörung zu kriegen oder mich einfach zurückzuverändern, dass ich eine Belastung für meine Frau bin.
Und dann hab ich mich entschieden, okay, Du hast noch 'n anderes Hobby, zum Beispiel Börse, das hat sich während des Studiums aufgebaut, also gehst Du raus aus der Bundeswehr. So. Das waren so paar Gründe. Und dann hab ich nach der Bundeswehr also mein Börsenspiel gegründet, meine eine Web, ja, eine Website, 'n Plattform, eine Plattform für Börsianer, hab also mein Hobby zum Beruf gemacht und hab versucht, das zu führen, ja. So, das ging mehr schlecht als recht.
Also erst lief's relativ gut, dann lief es irgendwann richtig schlecht, weil wir abgestraft wurden von Google. Das heißt, ich bin von knapp 10000 Besucher im Monat auf 500 oder 1000 runtergefallen. Ich war TKP vermarktet, das heißt, meine Einnahmen sind von fünf-, 6000 Euro im Monat auf 300 Euro im Monat. Also son bisschen die Parallelität zur AI Mode Geschichte jetzt, die für viele Publisher Ja, absolut, ne. Genau, das ist, genau dasselbe wie eigentlich beim AI Mode und ich hatte keine Produkte, konnte das also nicht auffangen und so weiter.
Ja, und dann hab ich mich natürlich verschuldet, das ganze Projekt irgendwie auch voranzutreiben, weil erst lief es ja. Also ich hatte 30000 Euro Schulden, dann kam das Finanzamt, wollte auch noch mal die 10000 Euro haben, aber dann wurde es mir zu viel. Da habe ich gesagt, okay Martin, wenn Du jetzt nichts veränderst, dann sitzt Du entweder mit dem Schuldenberg da und Du kannst deine Familie in der Zeit noch meine Frau nicht mehr ernähren. Und dann hab ich eben eine Agentur gegründet, eine die 1. Agentur.
Und das war so mein Berührungspunkt dann mit SEO. Mhm. Und das ist dann die Agentur, die ich in deiner Vita entnommen habe, die Du 2018 verkauft hast. Wie hieß die? Genau, das war die Agentur.
Sie hieß zunächst SEO plus Expert. Ja. Das war mein kreativer Output dazu. SEO plus Expert, muss dir vorstellen, also das Finanzamtschreiben kam, wie gesagt, diese 10000 Euro sollen wir jetzt irgendwie zahlen, relativ zügig. Finanzamt kennt da ja auch kein Pardon.
Ich hatte auch damals keine Steuerberater, also jetzt ich hatte meinen Lohnbuchhalter, aber Lohnsteuerberater, aber keinen richtigen Steuerberater, die ja dann also irgendwelche Fristen irgendwie verschieben können und so weiter. Also wir mussten das relativ zügig zahlen. Das heißt, ich hab mich die ersten Monate in meinem Homeoffice wirklich eingeschlossen, das werde ich nie vergessen die Zeit. Es war 'n kleines Büro, also 'n Wintergarten, ehrlich zu sein. Und dann hab ich da wochenlang versucht, Prozesse aufzubauen, SEO zu lernen und eine Website zu kreieren.
Meine Frau ist einkaufen gegangen, ich bin auch nicht rausgegangen, nichts. Und dann lief das irgendwie. Frag mich nicht wie, aber irgendwie lief es. Und dann kam das 1. Geld und dann kam relativ zügig, ich sag mal nach 4, 5 Monaten, das 1.
Kleine Büro im Nachbargebäude. Die ersten 18 Quadratmeter, was fürn magischer Moment damals. Also kriege ich heute noch Gänsehaut, Du gehst rein, schaust das die an und Du merkst, ich hab sofort gemerkt, das ist es. Es war eine Bürogemeinschaft. Das ist mein Büro, sehr, sehr klein, aber es hat gepasst.
Und dann hab ich die aus der Agentur, sagen wir mal so, aus der vermeintlich, also aus der vermeintlichen Selbstständigkeit eigentlich das 1. Mal wirklich gespürt, dass ich jetzt eine Agentur baue. So, dass ich jetzt irgendwie 'n bisschen größer werden möchte und das alles irgendwie klappt. Ja, das war die 1. Agentur.
Cool. Wenn Du heute an diesen Moment zurückdenkst, grad an das Büro, was Du grade so leidenschaftlich beschrieben hast, hast Du da 'n Geruch in in der Nase? Wie hat dieses Büro gerochen? Wahrscheinlich nach neuem Teppich, ja. Ich weiß das ehrlich gesagt gar nicht mehr ganz genau.
Ich kann dir aber die Scheiben erklären, ich kann dir den den Raum perfekt visualisieren. Aber der Geruch, das wird wahrscheinlich Teppich gewesen sein, Teppichgeruch. Ich frag deswegen immer solche Fragen zwischendurch mal und das, Du hast es sehr gut beantwortet, das ging nicht eigentlich den Geruch, sondern es geht darum, wir sind ja 'n Storytelling Podcast, dass Menschen emotional wichtige Momente im Leben immer ganzheitlich erfassen. Deswegen weißt Du auch mit hoher Wahrscheinlichkeit, genau wo Du warst, als Du das gehört hast, dass war oder so, ne. Also solche wichtigen Dinge, die uns triggern, die speichert unser Gehirn langfristig ab.
Und deswegen, wenn Du die Augen schließt und dich 'n Moment konzentrierst, kannst Du noch sagen, da stand der Gummibaum und das Fenster hatte 'n silbernen Griff und solche Sachen. Du speicherst das komplett ab und das ist eben die Magie von Geschichten. Und Du speicherst dir sozusagen eine Geschichte, die Information besser zu transportieren. Und das ist total cool, dass Du so geantwortet hast. Ich hätte noch eine Frage an der Stelle, die auch wichtig ist im im Kontext von Storytelling.
Du hast eben so in 'nem Nebensatz erwähnt, ich hatte zwar 'n 'n Lohnbuchhalter oder so was oder 'n Steuerberater, aber keinen Steueroptimierer und keinen, der mich wirklich Frage ist, Du bist ja jetzt schon, wie alt bist Du jetzt in dieser Geschichte? Ich glaub, ich bin Also hier Da, an dem Punkt? Da bin ich jetzt ungefähr 25. 25. Das ist ja schon eine Wegstrecke.
Also ich rekapituliere noch mal Schule, auch Verteidigung der Geschwister, Trennung der Eltern, familiäre Situation, Umzug, die ganzen Geschichten, Schule, Abitur, Bundeswehr. Wie wichtig waren dir in dieser Zeit Mentoren und gibt es Menschen, auch mit Blick auf die gesamte Lebensgeschichte von dir, also bis heute, wo Du sagst, das waren wichtige Mentoren in meinem Leben? Mhm. Also vielleicht vorweg, ich halte oder ich hab nie davon viel gehalten, mir Biografien durchzulesen durchzulesen von Steve Jobs und so weiter und daraus so Learnings zu ziehen, weil ich immer wusste, dass diese Menschen sehr, sehr weit weg von mir sind, ne. Die sind aufm ganz anderem Stand.
Jeden Tipp, der mir son Buch geben könnte, den könnte ich nicht ab anwenden, weil ich noch viel zu viele Dinge zu tun habe, die in 'ner Basis liegen, ja. Deshalb habe ich darauf immer verzichtet. Ich hatte auch ehrlicherweise nie 'n Mindsetproblem. Also ich brauchte jetzt nie einen Türkräuter oder wie sie alle heißen, die mich irgendwie pushen und sagen, so, so, so, Du musst jetzt aufstehen, Du musst jetzt machen, das brauchte ich nie. Also Mindset Probleme hatte ich tatsächlich nie.
Mentoren hatte ich im Sinne von, dass ich sehr gerne immer zugehört habe. Also ich hatte schon Menschen mich rum, die weiter waren als ich, aber jetzt auch nicht viel weiter. Und da hab ich sehr viel gelernt durch Zuhören. Das ist ja auch etwas eine Eigenschaft, die viele mittlerweile viel in abhanden gekommen ist. Übrigens, kleine kleine kleine Wandnotiz, das ist der Grund für diesen Podcast, ja.
Und das ist auch das wunderschöne Feedback, dass ich immer wieder und danke an euch da draußen bekomme, dass die Menschen mir sagen, ist mir scheißegal, ob Du vergessen hast zu erklären, was fürn Podcast ist. Und mir ist auch völlig egal, wie lang der war. Ich hör den auf zweimal oder auf dreimal, aber die Menschen, die lernen vom Zuhören und das ist genau der Zweck von meinem Podcast, ja. Das ist auch etwas, eine sehr ungewohnte Situation für mich, ne, weil normalerweise die Menschen ja durchaus, während man selbst schon redet, ihren eigenen Satz vorbereiten. Und jetzt hier im Podcast merke ich, dass wirklich jemand zuhört, interessiert zuhört und nicht nur seinen nächsten Satz vorbereitet.
Das bedeutet, ich hab also mit vielen Leuten geredet, mit vielen inspirierenden Menschen aus der Region und die haben mir durchs Zuhören einfach immer Tipps gegeben, weil sie gemerkt haben, ich mein das ehrlich, ich mein das aufrichtig, ich will nicht nur was rausziehen, sondern ich adaptiere das wirklich, ich ich respektiere diese Menschen dafür. Und von daher, ja, ich hatte Mentoren, aber es waren Lokale und ich würd es auch heute wirklich jedem empfehlen, nicht jede nicht jeder Weg lässt sich dadurch verkürzen. Manche Fehler muss man einfach machen, da kannst Du auch noch so viele Mentoren haben. Aber Menschen, die dich inspirieren, die denen sollte man zumindest mal zuhören, ja. Ich find im Übrigen vielleicht eine Sache noch nichts schlimmer, als immer wieder Leute zu erleben, wenn man weiß, derjenige ist weiter als man selber, dass sie selbst dann ihre Perspektive demjenigen permanent darlegen, ja.
Also ich geborene dir mal kurz Beispiel, beispielsweise in der Ukraine. Ich war jetzt so in der Ukraine, morgen geht es für mich wieder in die Ukraine. Und wenn ich also in Deutschland bin und ich über die Ukraine rede, über diese Reise, dann rede ich da meistens vielleicht 5 Minuten drüber und die restlichen 20 Minuten versucht mir der Gegenüber seine Perspektive darzulegen. Und das finde ich immer 'n sehr komisches Verhältnis. So versuche ich nicht, mit Menschen zu reden.
Ich versuche schon, wenn ich weiß, derjenige hat einfach jetzt mehr Erfahrung, ist vielleicht einfach älter, hat 'n größeres Unternehmen, dann versuche ich nicht, mich in den Vordergrund zu stellen, sondern ich höre zu und lerne. Das ist vielleicht eine Eigenschaft, die mir auch sehr viel geholfen hat. Passt auch sehr gut zum Storytelling und zur Methode, weil Storytelling, gutes Storytelling kommt von gutem Story Listening. Ja. Und das bezieht sich auch im Marketing auf Zielgruppen.
Wenn Du nicht weißt, wenn Du Und die allermeisten Unternehmen, Tatsache, wissen nicht, was der echte ihrer Kunden ist. Die sehen ihr Produkt, die sehen ihre Lösung und reden aus ihrer Perspektive sozusagen hinter der Haustür, aber sie schauen nicht vor die Haustür, sag ich immer, ne. Und das ist tatsächlich Perfektes Beispiel. Ja. Und das ist tatsächlich was, was dich aber auch ausmacht.
Das ist so so, genauso hab ich dich auch immer wahrgenommen, dass Du jemand bist, der durchaus für die andere Perspektive offen ist und der auch den Raum dafür gibt. Das wirkt manchmal 'n bisschen weird, bin ich ganz ehrlich, weil man manchmal denkt, was macht er jetzt oder wieso wieso ist das oder war's 'n Streamingdienst und dies und das? Da muss man erst mit klarkommen, aber wenn man sozusagen in den eigenen Synapsen den Raum für dich da aufmacht, dann ist das schon irgendwo nachvollziehbar. Also das passt schon ganz gut, find ich. Jetzt sind wir bei der ersten Agentur, die verkauft wurde.
Jetzt würd ich dich bitten, weil ich weiß, wie viele Sachen jetzt kommen, ja, son bisschen im Stakato durch diese nächsten Unternehmensgründung auch mal vielleicht so mit Begründungen so zu gehen. Und ich sag dir schon mal gleich, wo wir die Perspektive drauflegen wollen jetzt in diesem Teil, nämlich dieser, also ich hab hier in meinem Skript stehen dieser permanente Switch. Und damit mein ich jetzt nicht Switch von a abschalten zu b, sondern Du hast ja 'n Streamingdienst, Du hast Impuls q, Du bist 'n Linkbuildingxperte, bist 'n Onlinemarketingxperte, Du kümmerst dich jetzt die Ukraine. Das sind ja wahnsinnig viele Sachen. Also ich würde jetzt sagen, wenn ich in deinem Leben wär, dann hätt ich wahrscheinlich nur Impulskuh ja, als Agentur oder so.
Und meine Frage, also a möcht ich gerne, dass Du's son bisschen dokumentarisch aufbereitest diese Zeit. Wie kam's dahin? Und b, wie gehst Du eigentlich mit diesen ganzen vielen Informationen? Und ich bin in dem Moment Geschäftsführer von Impuls q und jetzt muss ich mich AFS plus kümmern und jetzt fahr ich in die Ukraine und jetzt hab ich eine Familie und jetzt hab ich 'n Nachbar, der stänkert und hab ich dies Wie gehst Du damit Das würd mich interessieren. Ja, interessante Frage.
Die einfachste Antwort wahrscheinlich wäre darauf, dass man das Wort Work Work Life Balance mal beiseiteschiebt und 100 Stunden akzeptiert pro Woche. Also diese Vielzahl an Unternehmen sind oder an Tätigkeiten ist nur möglich, weil ich unfassbar gerne und viel arbeite. Für mich, jetzt mag der eine oder andere sagen, ja, Workaholic und so weiter, ich nehm das natürlich selbst nicht als Arbeit wahr. Also wenn wir jetzt hier sitzen, macht mir das auch durchaus Spaß, ist aber auch 'n Teil meiner Arbeit, so. Dann funktioniert das auch nur, wenn Du eine Vision hast, eine ganzheitliche Vision.
Also wenn Du wirklich weißt, wo Du hin möchtest und dich nicht mit dem zufrieden bist, wo Du grade bist. Ich könnte natürlich sofort auf die Bremse drücken und ich würde wahrscheinlich nichts verlieren dabei. Aber ich hab ja auch 'n eigenen Anspruch an mich selbst, also ich geborene dir auch hier gern 'n Beispiel als Kind oder generell in meinem Erwachsenwerden, ich wollte immer zu dem Besten gehören. Ich weiß, dass mir das nicht immer gelingt, ja, also das steht außer Frage, aber beim Fechten wollt ich an Wettbewerben teilnehmen, ich wollt nicht nur trainieren. In der SEO Branche will ich nicht nur Zuhörer sein, ich will Speaker sein.
Bei der Offizierslaufbahn, ich wollte nicht Feldwebel werden oder Feldwebel Laufbahn einschlagen, sondern Offizier werden. Also ich, vielleicht verstehst Du, worauf ich hinauswill, ich möchte wirklich das Bestmögliche aus mich herausholen. Woher kommt das? Natürlich, ich hatte in meiner Kindheit natürlich total viele Mangelerscheinungen, ja, also finanzielle Mangelerscheinungen und ich weiß, dass man, da kommt auch 'n bisschen der Liberale in mir durch, dass ich selbst verantwortlich bin für mich selber. Ich weiß, dass ich keinem anderen Menschen interessiere.
Wenn ich nichts mache, dann wird mich niemand da rausholen. Und das hat sich sehr stark geprägt, das habe ich bei meinen Eltern gesehen. Also wenn ich heute jemanden höre, der mir sagt, ach, die Arbeitsagentur vermittelt mir keinen Job, dann kriege ich ja innerlich schon son bisschen Bauchweh, weil ich sage, na ja, Du müsstest dich hier selbst bewerben. Also ich wollt mich nie auf jemand anderes Fall anderen verlassen, ich wollt mich immer auf mich selbst verlassen, weil wir eben in dieser Abhängigkeit vom Staat immer waren, ja. Ich fand das super toll vom Staat.
Es hat uns unfassbar viel geholfen, ohne das hätte ich vielleicht mein Abitur nicht geschafft. Also es ist sehr notwendig, diese soziale Hilfe, aber ja, daraus resultiert das 'n bisschen. Das heißt, ich mach das Ganze, weil ich wirklich das Bestmögliche rausholen möchten möchte, so Punkt. An sich, wie ist das sonst möglich? Ich hab 'n gutes Team mittlerweile, das auch das war nicht immer so, auch ich hatte da Rückschläge und dann musst Du Prioritäten setzen, ja.
Also dann sortiere ich knallhart mittlerweile nach Dringlichkeit, also und nach strategischen nach strategischer Einzahlung auf die Unternehmensziele. Also nicht taktische Ebene oder operative Ebene, sondern immer strategisch. Es kann also sein, dass Du mir 10 E-Mails schreibst, also jetzt nicht Du, aber jemand und ich nicht eine einzige beantworte. Ja, so funktioniert das. Mhm.
Jetzt würde ich noch mal an 2 Stellen ansetzen wollen. Tatsächlich eine, die ist nicht die Frage, aber ich weiß, Du, wie gesagt, wir können ja offen miteinander reden. Ich hatte vorhin schon so den Impuls zu fragen, aber jetzt passt's ganz gut. Du hast vorhin gesagt, nachdem Du deine Kindheit geschildert hast, Du möchtest immer für deine Familie respektive deiner Tochter auch da sein. Wie bringst Du das jetzt argumentativ unter einen Hut mit, ich begebe mich freiwillig und so ist es ja in Lebensgefahr.
Also im allerschlimmsten Fall, jetzt machen wir immer und mein Lieber, Du weißt, Du glaubst mir ganz sicher, dass ich dir das Allerbeste wünsche und hoffe, dass und bin auch total sicher, dass da nichts passiert. Aber in Worst of the Worst und jetzt Klammer auf, könnte man natürlich sagen, kann mir morgen hier genauso passieren, ja. Also mir fährt morgen jemand rein oder ich frag ihn 'n Baum, bummt, ja. Dann war's das. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich an die Front 1 aktiven Krieges, 1 militärischen Auseinandersetzung fahre und vielleicht dort mein Leben verliere, ist ja signifikant höher, als hier gegen Baum zu fahren.
Wie kommt, wie wie bringst Du das unter einen Hut? Das eine wirklich sehr, sehr interessante Frage. Also die beschäftigt mich natürlich selber. Ich seh das auch bei Facebook, dass Leute genau das schreiben. Hey, wie bringst Du das unter einem Hut?
Also auf der einen Seite willst Du irgendwie helfen, willst Du bei deiner Familie sein, aber auf der anderen Seite fährst Du in die Ukraine. Ich möchte nicht nur, dass meine Tochter natürlich möglichst viel Zeit mit mir verbringt, aber ich möchte auch, dass sie stolz ist auf mich. Ich ich ich möchte, dass sie auch meine Nichte, meine meine Nichte Alexandra, ich möchte auch, dass sie stolz ist. Ich möchte, dass, wenn sie 18 ist oder ich irgendwann mal nicht mehr da bin oder sonstiges, normal aus dem Leben scheidet, dass sie sagt, hey, mein Vater hat wirklich alles riskiert für eine bessere Welt im Rahmen seiner Möglichkeiten. Und da ich nun Offizier war, mich mit Videos relativ gut auskenne und auch Redakteur lange Zeit war, kann ich das nun bündeln, meine Fähigkeiten und das ist jetzt so meine Art einfach, wie anfangs erwähnt, der Welt was zurückzugeben.
Ich wünsche mir und ich hoffe natürlich, dass absolut nichts passiert. Wir fahren jetzt dann nach Cherson. Cherson ist zweigeteilt in Ukrainisch, also die Stadt, eine ukrainische Seite und eine russische Seite. Das heißt, die Artillerie steht genau 5 Kilometer von uns entfernt. Jetzt sind wir am Überlegen, ob wir, wir übergeben da einen Krankentransporter, also eine umgebaute Praxis, damit die ländliche Bevölkerung dort medizinisch versorgt werden kann.
Jetzt sind wir am Überlegen, ob wir von Mykolajiw die nächsten 60 Kilometer reinfahren in die Stadt nach Cherson oder ob wir Mykolajiw das der ukrainischen Armee übergeben, dass sie den Rest der Strecke durchziehen. Das heißt, ich wäge dann schon ab. Also ich stürze mich nicht ohne Grund in unnötige Gefahr, damit ich bei Facebook posten kann, oh, schaut mal hier, wie gefährlich das ist. Das mache ich nicht. Ich kann das schon ganz gut einschätzen, sagen wir's so.
Ich bin mir zu 99 Prozent sicher, dass alles gut gehen wird. Übrigens manchmal die Intuition bei meiner ersten Reise in die Ukraine, da wusste ich ganz genau, dass nichts passiert. Das wusste ich, das spürt man. Man spürt es einfach. Ich, wie gesagt, ich stand unter Artilleriebeschuss, ich bin in 'nem Minenfeld reingelaufen, wir hatten Drohnen und so weiter, aber ich war immer sicher, dass nichts passiert, weil ich auch zurückkommen muss und möchte.
Und ich glaube vielleicht auch an Karma, solche Leute trifft es, aber vielleicht nicht, vielleicht haben wir 'n Quäntchen mehr Glück, weil wir was Gutes tun und der liebe Herr im Himmel das vielleicht sieht. Übrigens, bist Du bist Du gläubig, wo Du das gerne sagst? Nee, ich bin nicht gläubig, aber ich find es unfassbar gut, wenn Menschen wirklich an Gott glauben, weil ich glaube auch, Gotteshäuser oder Religion kann unfassbar viel Trost spenden. An der Stelle auch die Grüße an den Gast vor dir, die Ausgabe 29 war Christian Holzknecht. Und ihr kennt euch wahrscheinlich nicht, vermut ich mal.
Aber Christian war ja auf der einen Seite Playboy Fotograf, hatte 'n Studio in Los Angeles und so weiter diese Glamourwelt Und war auf der anderen Seite auch Kriegsberichterstatter und Fotograf an der Front. Also sehr, sehr viele Parallelen dazu, zu dem zu deinem Leben und er hat ähnliche Werte und ähnliche Begründungen für das gegeben. Allerdings, vielleicht hörst Du dir tatsächlich im Zug oder so die Folge mal an, weil er hat auch sehr viele sozusagen Learnings aus dieser Zeit gezogen, die auch nicht alle nur gut waren. Also hörst Du dir einfach mal an, ist bestimmt interessant und für euch natürlich auch. Und dir wollt ich noch sagen, die Frage war ja so, hatte ja son bisschen son kritischen Kontext, wie bringst Du's unter einen Hut?
Hat hat sie aber eigentlich gar nicht, weil ich glaube und da bin ich komplett bei dir. Okay, in 'n Kriegsgebiet zu fahren, ist sehr, sehr extrem, sagen wir mal so, ja. Aber Kinder, Menschen und jetzt in Bezug auf deine Tochter, Kinder und generell Helden sind deswegen Helden, weil sie ihre Werte voll leben. Deswegen sind die wertvoll, ja. Auch als Held, als Vorbild.
Nicht nur, weil sie sozusagen immer die maximale Sicherheit fahren, sondern weil sie sagen, okay, ich möchte da helfen und guck mal, was ist wichtig, im Leben zu helfen? Also das ist auch sehr wertvoll. Nichtsdestotrotz darf natürlich und soll dir Gottes Willen nichts passieren. Jetzt sind wir bei dem Thema noch 'n bisschen länger geblieben und trotzdem würd ich gerne, es ist ja kein Pitch hier und es ist auch kein Business Talk, trotzdem würd ich gerne, jetzt sind wir ja sozusagen irgendwie hängen wir in den letzten 15 Jahren deines Lebens noch fest. Erklär doch zumindest mal kurz, was jetzt aktuell so dein Business Approach ist.
Also welche Firmen leitest Du? Wen hast Du, wo bist Du alles aktiv und was machst Du grade? Ja, also meine große Aufgabe besteht aktuell natürlich dadrin, die Wertschöpfungskette des Onlinemarketings bei uns in der Holding der Impulsqoo GmbH zu integrieren. Sprich, wir sind immer interessiert an Unternehmen, uns da Beteiligungen zu erwerben oder zu so zu kooperieren, dass wir eine Beteiligung erhalten, dass wir die volle Wertschöpfungskette für unsere Kunden abbilden können. Das heißt, wir haben einen OnPage Unternehmen mit der Tiesmo GmbH, wir haben eine Wortschmiede- und Redaktionsbüro mit der Wortrakete GmbH, wir haben eine Weiterbildung, ja, mit der AFS Akademie, was Du schon gesagt hast und die Impuls Coup eben als Content Distributionsagentur, als Digital PR Agentur.
Und da versuche ich jetzt aktuell eigentlich, die Synergien zu schaffen, die Prozesse über übereinanderzulegen, dass das alles effizienter, auch für den Kunden natürlich auch günstiger wird und so weiter. Das ist eine Aufgabe, die mir grade aktuell sehr, sehr viel Spaß macht, plus natürlich die riesige Herausforderung, auch wenn das der ein oder andere SEO nicht mehr hören kann, AI und Automation ins Unternehmen selbst zu bringen, aber eben auch auf so ein Level zu bringen, dass wir das den Kunden wirklich vernünftig anbieten können, ja. Und ich glaube, das ist auch 'n wichtiger Punkt, weil ich war letztens aufm SEO Stammtisch, da reden alle über, ach, nennen wir es nun Geo? Wie nennen wir es denn nun? Und ich hab die Schnauze voll von KI, überall liest man nur KI.
Ja, aber während wir so darüber reden, stehen die anderen Agenturen nämlich schon längst in den Startlöchern und wir müssen uns nicht wundern, wenn in 'n paar Monaten oder vielleicht in 'nem Jahr wir nicht mehr da sind und weiter entlassen müssen und so weiter, weil wir das einfach verpennen und wir uns immer noch darüber uneinig sind, wie wir es nun nennen, ja, Geo oder weiß ich was. Das heißt, also das ist auch eine große Aufgabe aktuell von mir, tatsächlich KI zu integrieren, die Prozesse zu schaffen. Mhm, okay. Ja cool. Also es ist wahnsinnig komplex und deswegen geborene ich euch einfach den Tipp draußen, folgt dem Martin.
Idealerweise bei LinkedIn, aber auch bei Facebook, da bist Du noch aktiv, krieg ich immer mit, aber auch auf Insta. Also Du bist ja, Martin Drozy findet ihr überall sozusagen, ja genau wie mich. Und deswegen folgt ihm einfach mal und schaut euch 'n bisschen an, was er macht. Ist auf jeden Fall sehr, sehr wertvoll. So, mein Lieber, dann wiegen wir ab auf die Zielgerade.
Ich hab mich heute sehr, sehr konditioniert, nicht zu ausschweifen zu werden. Und zwar deswegen, weil, und ich sag noch mal ganz lieben Dank dafür, ich ja weiß, unter welchen Zeitdruck Du auch bist und was da bei dir vor der Haustür steht sozusagen an Terminen. Deswegen fangen wir jetzt an mit den Abschlussfragen. Okay. Wir haben sehr viel geredet über deinen Weg, über deine Entscheidungen, die teilweise, sag ich mal, von vielen Leuten vermutlich gar nicht so nachvollzogen werden können, wie jetzt zum Beispiel in die Ukraine zu fahren oder auch noch eine GmbH zu gründen oder noch eine Übernahme zu machen und solche Dinge.
Ich würde gerne mal so in der Metaglammer fragen, Wahrheit und Haltung im Business, wie siehst Du das? Was bedeutet dir das? Also Wahrheit ist ein sehr schwieriges Wort, wenn ich ehrlich bin. Weil es eine Wahrheit hat, findet stark auf 'ner Metaebene statt und wie Du selbst konditioniert bist. Also für mich kann das eine 1 Wahrheit sein, was für den anderen komplett eine andere Wahrheit ist.
Wir reden jetzt nicht von Fakten, ne, aber so von Ansichten, von Perspektiven. Ich versuche zumindest, sagen wir's so, Sachen nicht bewusst wegzulassen. Also wenn ich zum Beispiel jetzt über die Ukraine berichte, wenn ich mit Mitarbeitern rede, dann versuche ich auch Dinge, die selbstkritisch mir gegenüberstehen, mitzuerwähnen und mich auch da selbst zu reflektieren, möglichst auch die Wahrheit des anderen mit in mein Statement zu verpacken, ja. Also das ist mir eigentlich ganz wichtig, dass ich Dinge nicht weglasse und immer selbstkritisch auf mich selber schaue. Haltung ist enorm wichtig.
Haltung, wir haben bei uns im Büro an den Toiletten auch die LGBTQ Flagge mit dran, also divers. Und da bin ich auch hier im Unternehmen auf Gegenwind gestoßen, mach ich kein Geheimnis draus, hängt aber immer noch. Die Mitarbeiter gibt's nicht mehr bei uns, ja. Auch das ist Haltung. Also finde ich absolut wichtig, vor allen Dingen als Unternehmer, wir sind Multiplikatoren, wir auf uns schauen auch die Menschen und wir hatten teilweise einen Team von 50 Leuten.
Wenn Du dann eben sone LGBTQ Flagge hinhängst, ja, dann hat das auch 'n Einfluss auf den. Was aber nicht bedeutet, dass ich mir diese Argumente nicht anhöre von ihnen oder nicht darüber reden kann, ne? Das ist alles in Ordnung. Also Haltung finde ich extrem wichtig. Wie gesagt, Haltung bedeutet aber eben auch nicht nur reden, sondern wirklich machen, ja.
Ich find's zum Beispiel auch nicht schlimm, wenn ich mein Logo in die Regenbogenflagge verwandle, ja. Weil Populismus ist supereinfach. Ich würd das nicht machen, dann kriege ich keinen Gegenwind. Sobald ich mein Logo in die Regenbogenflagge farblich anpasse, dann kriege ich Gegenwind. Und das muss man halt auch aushalten.
Auch bei meinen Ukraine Posts, also zum Beispiel auf Instagram kriege unfassbar schlimme Nachrichten, ja. Mhm. Also Uhrensohn, löch deinen löch deinen Instagram Account, aber das mach ich nicht. Nein. Also das bleibt alles online so, wie es ist.
Ich versuch mein Bestes. Ich sag die Wahrheit aus meiner Perspektive. Die ist natürlich oftmals nicht objektiv, ja, weil ich ja subjektiv mit Leuten rede, dass andere andere Erfahrungen gemacht haben, absolut okay. Ich hab auch nichts damit, kein Problem damit zum Beispiel russische Narrative, die als russische Narrative gelten, zu bestätigen, ja. Es gibt auch Dinge in der Ukraine, die sind nicht in Ordnung, ja.
Auch das kann man ansprechen und das trifft son bisschen auch wieder mit Wahrheit, dass ich das dann eben nicht weglasse. Aber generell, die Frage ganz kurz zu beantworten, es ist enorm wichtig, zu den Werten zu stehen, die man hat, aber man muss sich auch, darf sich nicht zu schade sein, eigene Meinungen und Perspektiven anzupassen oder auch zu ändern. Ich glaube, das ist eine ureigene Erkenntnis, die sowohl fürs Leben, also Du hast sie sehr schön aus dem Leben hergeleitet und wir haben's ja im Gespräch auch 'n paarmal gehabt so, dass Du in der Lage bist, Du als Mensch diese andere Perspektive zu, mindestens mal zu antizipieren, zuzulassen, zuzuhören und so weiter. Ich glaube, im Marketing ist das eine superwichtige Basic Fähigkeit, dass Du einfach verstehst, dass Du kannst senden, was Du willst als Marketer, als Sender. Da sind Filter dazwischen.
Die Leute sind schlecht gelaunt, die haben andere politische Meinungen, die haben sind gerade entlassen worden oder whatever. Und dann kommt durch diese Filter deine Meldung hinten an. Und wenn Du das nicht merkst und nicht denkst und nicht verstehst, dass die Menschen, die deine Nachricht bekommen, eben eine andere Perspektive haben als Du, es gibt nicht deine Wahrheit. Es gibt immer verschiedene Wahrheiten. Es sind andere.
Und das ist eine superwichtige Erkenntnis, deswegen find ich's total gut, dass Du das auch zum Ende noch mal so herausgearbeitet hast. Wenn Du das so siehst, wie Du das siehst, also auch mit mit sehr viel Distanz, ne, dann nimmt dich das natürlich auch nicht mit. Also auch zum Beispiel ja auf Facebook, wenn ich da Kommentare kriege, die absolut gegen dem sprechen, was ich eigentlich grade vermitteln wollte, dann bin ich dafür auch dankbar, weil ich ganz genau weiß, hey, derjenige meint das vielleicht einfach so, weil er grade in seinem Leben an dieser Stelle ist, ne. Ich nehm das also nie persönlich, ehrlich zu sein. Ich hab damit wirklich überhaupt kein Problem.
Also ich find das auch genau die richtige Einstellung und ich bin dabei der Erkenntnis zu sagen, ich bin froh, dass wir in unserem Land das alles dürfen, ja, dass Menschen sich hier hinstellen dürfen und für die Hamas demonstrieren, würd ich nie machen, nie. Aber ich würde alles dafür tun, dass jeder hier in diesem Land das sagen darf, was er will, also in gewissen Grenzen. Immer dann, wenn der anderen natürlich wehtut körperlich oder so, dann geht's nicht mehr. Aber da haben wir schon eine hohes 'n hohes Maß an Freiheit und genau in diesem in dieser Gemengelage ist Haltung somit das Allerwichtigste, also finde ich sehr, sehr wichtig. So, mein Lieber, vorletzte Frage.
Du darfst an 1 der meistbefahrensten Kreuzungen in deinem in deiner Hut, in deinem Lebensraum, darfst Du für 4 Wochen eine Leuchttafel aufstellen. Was steht da drauf? Oh, wahrscheinlich 2 Sachen. Einmal, ich liebe dich, das würd ich an meiner Frau richten. Und das 2.
Wäre wäre vielleicht, redet miteinander. Glaub, reden schafft viel Abhilfe. Mhm. Okay, dann lass ich das einfach mal so stehen. Dann hab ich nur noch 'n letzten Wunsch.
Und zwar, vielleicht hast Du's mitbekommen, wenn Du meine Podcasts gehört hast. Ich frage am Ende immer nach Tipps, wen ich einladen soll. Gibt's Menschen, gibt's, ja, gibt's Wieiten, gibt's Heldenreisen, von denen Du weißt, wo Du sagst, das ist unbedingt spannend für deine Sendung? Ja, also es gibt tatsächlich 3 Personen. Zum einen den Julian Strote von Rank Effekt Digital, glaube ich, heißen sie jetzt mittlerweile.
Julian Strote, find, ich finde seine Vita extrem spannend und die Reise, die er als Unternehmer gegangen ist, auch sehr, sehr interessant. Ich durfte ihn jetzt schon öfters mal kennenlernen mit ihm sprechen, aber Julian Strotte wäre mit Sicherheit 'n guter Podcastgast. Dann, weil ich jetzt auf der SEO Cruise war, Maximilian Euler, jemand, der vielleicht nicht ganz in der Bubble ist oder vielleicht 'n bisschen untergeht, aber dennoch son Event auf die Beine gestellt hat wie die SEO Cruise. Ich konnte mich auch mit ihm unterhalten, das ist 'n sehr offener Mensch und er hat einiges erlebt, auch in seiner Kindheit. Also auch das mit Sicherheit spannend und natürlich zuletzt einfach, weil es eine Frau ist, die mich jeden Tag auf neu überrascht, ist Jacina Kunkel.
Sie ist so, also die Geschäftsführung von der Impulsqqqq Kunkel, sie ist so inspirierend und so ehrgeizig. Ich glaube, dass sie als Frau durchaus mal mehr eine größere Plattform haben sollte. Das sind 3 Personen. Ja. Und ich kenn die Gesina ja auch schon 'n paar Jährchen und Ja.
Das ist absolut definitiv aktuell mein Favorit von deinen Tipps, weil ich glaube auch, dass die Gesine echt viel Gutes Gutes und Lehrreiches zu erzählen hat. Mein lieber Martin, ich dank dir herzlich für deine Zeit. Danke für deine Reise, die Du mit uns geteilt hast. Und alles Gute für die Reisen, die da noch kommen mögen in deinem Leben. Ich bin ziemlich sicher, dass Du sie mit Haltung und Wahrheit dokumentieren und erleben wirst.
Ja, und insofern wünsch ich dir jetzt erst mal für die Ukrainereieise alles Gute, dass das alles so wird, wie Du dir das wünscht. Euch da draußen folgt dem Martin, wie gesagt, bei LinkedIn und sonst irgendwo, Instagram. Er ist eigentlich überall zu erreichen. Und wenn euch der Podcast gefallen hat oder ihr eine Idee habt, wen ich mal einladen sollte, dann meldet euch gerne bei mir, da freu ich mich wahnsinnig. In diesem Sinne wünsch ich uns allen mehr Wahrheit, mehr Klarheit und dir dank ich, Martin, für die Zeit.
Vielen lieben Dank, Wolfgang. Mach's gut, tschau.
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