In der 38. Folge von "Behind the Story" nimmt Gastgeber Wolfgang seinen Gast Alex P. Wick mit auf eine ungewöhnliche Heldenreise. Der bekannte Lead-Experte und Head of Sales und Marketing für Lead Experience erzählt von einer Kindheit zwischen zwei Kontinenten, von Rassismus im mittleren Westen der USA, vom Basketball als prägender Lebensschule und von der Erkenntnis, dass alles Geliebte vergänglich ist. Ein Gespräch, das weit über Marketing hinausgeht.

Das Geheimnis hinter dem Namen

Gleich zu Beginn lüftet Alex ein kleines Rätsel: Das "P" in Alex P. Wick steht weder für Paul noch für Peter. Sein zweiter Vorname ist eigentlich Jerome. Der Buchstabe entstand als reine Wortspielerei im Rahmen eines Personal-Brand-Ansatzes rund um Lead Experience (LXP).

Pi hat überhaupt gar keine Bedeutung. Pi war einfach nur der Beigeschmack.

Mittlerweile hat sich der Zungenbrecher erledigt – heute tritt er schlicht als "Mister Lead" auf, erkennbar an zwei Metern Körpergröße und dem noch längeren roten Bart.

Eine Kindheit zwischen zwei Welten

1977 im bayerischen Oettingen geboren, wuchs Alex bei seiner Großmutter väterlicherseits auf und pendelte früh zwischen Deutschland und den USA. Ein Onkel lebte in der Nähe der Niagarafälle in Buffalo, seine prägenden Jahre verbrachte er jedoch in Wichita, Kansas – tiefster mittlerer Westen, umgeben von Kornfeldern. Seine Großmutter legte großen Wert darauf, dass er auch in Deutschland Abschlüsse machte, unter anderem den Realschulabschluss auf einer bayerischen Klosterrealschule.

Diesen Doppelblick sieht Alex heute als seinen USP: "Wenn Du mich morgen nach Tokio schickst oder nach Orlando, kann ich genauso Alex sein wie hier in Deutschland."

Rassismus und die Grenzen einer patriotischen Jugend

Lange Zeit war Alex überzeugter Patriot – bis die Realität im Süden der USA ihn einholte. Er berichtet von KKK-Aufmärschen und der alltäglichen Trennung zwischen Schwarz und Weiß. Als er ein schwarzes Mädchen fragte, ob sie ihn zum Abschlussball begleite – für ihn als oft einzigen Weißen im Basketballteam selbstverständlich –, weigerten sich seine Pflegeeltern, zur Graduation und zum Ball zu kommen.

Er zog es dennoch durch. Für ihn markierte der Abschlussball weit mehr als ein Fest: den Eintritt ins Erwachsenenalter. Die Erfahrung öffnete ihm die Augen für eine Welt, die er heute deutlich kritischer betrachtet.

Basketball als Lebensschule

Basketball spielte eine zentrale Rolle. Alex spielte in der zweiten deutschen Bundesliga – unter anderem gegen Dirk Nowitzki – und erhielt in den USA ein Vollstipendium, das eine rund 200.000 Euro teure Ausbildung abdeckte. Der Höhepunkt: der Gewinn einer nationalen Meisterschaft mitsamt Championship-Ring.

Der Sport prägte seine Werte nachhaltig. Niederlagen wegstecken, Erfolge genießen, im Team funktionieren – all das trägt er bis heute in sich. "Ich hasse zu verlieren. Und ich werde auch nicht verlieren."

Der berufliche Weg: von der Druckerei zu SAP

Nach dem Abitur, einem Abstecher ins deutsch-amerikanische Militär und einem Studium der Druck- und Medientechnologie führte ihn sein Weg über eine kleine Druckerei und die Linkbuilding-Plattform TELIAD schließlich ins Umfeld von SAP. Fünf Jahre lang baute er für den größten global agierenden SAP-Partner die weltweite Marketingabteilung von Grund auf – aus einem in Word gebauten Logo wurde eine professionelle Struktur.

Zu seinen wichtigsten Prägungen zählt er neben Sport auch Mentoren wie seinen früheren Chef bei SAP, den Speaker-Coach "Barne", die Speakerin Sandra sowie den Gastgeber selbst.

  • Google als erste prägende Berührung mit dem Internet, Anfang der 2000er entdeckt während des Praxissemesters bei Heidelberger Druckmaschinen
  • Homeoffice seit rund 15 Jahren als ideale Arbeitsform für den eigenverantwortlichen Unternehmer im Unternehmen
  • Der Übertritt zum Islam vor vier Jahren – der Koran als Lieblingsbuch, das Orientierung gibt, ohne anderen etwas aufzuzwingen

Familie, Glaube und ein kritischer Blick auf Amerika

Wegen seiner eigenen schwierigen Kindheit wollte Alex lange kein Kind. Doch mit der Geburt seines Sohnes Jaiden wandelte sich alles um 180 Grad. Heute bezeichnet er ihn als seinen "König" – gemeinsam durchlebten sie eine intensive Zeit während Corona, die die Bindung stärkte. Auch seine Frau, mit der er seit 25 Jahren in "wilder Ehe" lebt, nennt er sein größtes Geschenk.

Seinen einstigen Patriotismus hat er abgelegt. Die aktuelle politische Lage in den USA macht ihm Sorgen; von einer unbedachten Reise dorthin würde er heute abraten. Wichtig ist ihm dabei die Trennung: "Diese Regierungen sind nicht die Menschen." Seine Liebe zu beiden Ländern bleibt bestehen.

Die Botschaft: Alles ist vergänglich

Auf die Frage nach der Botschaft, die er der Welt hinterlassen würde, antwortet Alex ohne Zögern:

Vergiss nicht, dass alles vergänglich ist.

Nicht Uhren oder Geld nehme man mit, sondern die Frage, wie man seine Seele auf dem Weg angereichert habe. Er verweist auf eine Geschichte des Autors John Strelecky über das Ende eines abendlichen Rituals mit dessen Tochter – ein Sinnbild dafür, dass gerade das Loslassen des Geliebten zur wahren Weisheit gehört. Für seinen erfolgreichen Weg in fünf Jahren – dann 55 – hat Alex ein klares Ziel: glücklich und erfolgreich zu sein, weil er weiß, an welche Menschen er sich wenden kann.