Zum Auftakt des Podcastjahres 2025 begrüßt Wolfgang Jung bei „Behind the Story“ einen Gast mit einer außergewöhnlichen Vita: Klaus Schenkmann, Geschäftsführer der Pars Media GmbH, langjähriger Sportjournalist, ehemaliger Stadionsprecher von Bayer 04 Leverkusen und Co-Host des Podcasts „Punktuell“. Im Gespräch entfaltet sich das Leben eines Mannes, der viele Rufe zum Abenteuer gehört und ihnen gefolgt ist – vom Handballfeld über das Fernsehen bis in die Welt des Zahnarztmarketings. Und der dabei immer eines behalten hat: Neugier und Bodenständigkeit.

Ein Elternhaus, das Sicherheit gab

1963 in Köln geboren, wuchs Schenkmann ab Mitte der Sechziger in Leverkusen auf. Sein Vater war Ingenieur im Maschinenbau, machte sich selbstständig und baute mit einem kleinen Konstruktionsbüro einen Weltmarktführer für Anlagen von Spanplattenwerken auf – mit Lieferungen in 68 Länder. Der Preis dafür: Der Vater war selten zu Hause.

Prägend war für Schenkmann daher weniger die Anwesenheit als die Verlässlichkeit. „Ich hatte immer ein Zuhause“, betont er. Diese Gewissheit habe ihm erlaubt, sich auszuprobieren und auch einmal „auf die Nuss zu fallen“, ohne hart aufzuschlagen. Von seiner Mutter, die den Rücken freihielt, übernahm er ein offenes Haus – Freunde durften übernachten, Weihnachten kamen Kumpels mit, die zu Hause kein gutes Umfeld hatten. Empathie, Offenheit und die Haltung „wer billig kauft, kauft zweimal“ zieht er als Erbe aus dieser Zeit.

Keine Vorbilder, aber prägende Begegnungen

Nach großen Vorbildern sucht man bei Schenkmann vergebens. Ihn prägten Menschen nicht durch Ratschläge, sondern durch ihr Verhalten. Ob Jupp Heynckes, Uli Potschke oder Dieter Kürten – immer wieder erlebte er, dass Erfolg und Prominenz nicht automatisch Arroganz bedeuten müssen.

Nur weil der Typ die Uhr hat und mit dem Auto fährt, heißt das nicht, dass das auch ein netter Mensch ist – und der weiß auch nicht, wo das herkommt.

Sein Fazit: Man kann trotz Erfolg menschlich, bodenständig und auf Augenhöhe bleiben. Genau diese Haltung wünscht er sich von manchen, die er kennt – und gibt sie an seine drei Kinder weiter. Sein Ziel als Vater: immer da zu sein, damit die Kinder ein gutes Leben haben.

Handball, Kampfsport und der Weg vor die Kamera

Sportlich fing es mit Tischtennis an – „für alle anderen Sportarten war ich zu fett“ –, führte über einen Torwart-Job bis zum Handball, den er in Leverkusen als Kreisläufer spielte. Zwei schwere Verletzungen zwangen ihn während des Sportstudiums zum Aufhören; acht Jahre Ju-Jitsu folgten verletzungsfrei. Handball verfolgt er bis heute mit Begeisterung.

Nach dem Diplom in Sportwissenschaft und dem Schwerpunkt Sportjournalismus rutschte Schenkmann über die Kooperation von Sporthochschule und WDR in den Journalismus. Der Ruf, es einmal vor der Kamera zu versuchen, kam eher zufällig – und das Ergebnis war, wie er selbst sagt, „grottenschlecht“. Doch das war ihm egal: „Ich will mir hinterher nicht sagen lassen, du hast gekniffen.“ Diese Haltung – Dinge nicht zu tun, weil man weiß, dass sie gelingen, sondern weil man auf den Erfolg hofft – zieht sich durch sein Leben.

Vom Fitnessstudio zum Storytelling

Nach einer gescheiterten Agentur und einer kurzen, ernüchternden Station als Pressesprecher der Kölnarena landete er als Sales Manager in Fitnessstudios. Die entscheidende Abbiegung kam über einen alten WDR-Kollegen: Bei dessen Agentur machte Schenkmann früh das, was heute Content-Marketing und Storytelling heißt – TV-PR auf Basis von Geschichten. Ein Kunde, die DKV, führte ihn schließlich in die Zahnarztbranche, in der er seit über zwei Jahrzehnten aktiv ist. 2015 wechselte er zu Pars Media, wo er in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiert.

  • Frühe Prägung durch Zusammenhalt in einer Clique rund um den Fußball
  • Mut, aus sicheren Positionen zu wechseln und Neues auszuprobieren
  • Empathie und Bodenständigkeit als roter Faden – privat wie beruflich
  • Kreativität überall, festgehalten mit Diktiergerät im Auto
  • Ein Job, der Freude macht, gehört für ihn zum Glück

15 Jahre Stadionsprecher: zwischen Fan und Journalist

Über 15 Jahre war Schenkmann die Stimme im Leverkusener Stadion. Den Job könne man nur machen, wenn man Fan und Journalist zugleich sei, sagt er. Rational vermitteln, Ansagen professionell platzieren, im Sinne aller agieren – vom Schiedsrichter über die Gästefans bis zu den Ultras. Erst nach dem Aufhören habe er gemerkt, welchen Eindruck er hinterlassen hatte: Junge Fans zeigten auf ihn und sagten „die Legende“. Das Meisterjahr erlebte er in der Kurve mit den Fanklubs, die er seit Jahrzehnten kennt – wehmütig, aber ohne Bedauern über seinen bewussten Ausstieg.

Neugier, Musik und ein Blick auf die Welt

Geprägt von Punk und Indie seit Anfang der Achtziger, hört Schenkmann bis heute Deutschpunk, Irish Folk und alles, was „cool ist und nichts mit Schlager zu tun hat“. Seine kreativsten Stunden liegen früh am Morgen; als selbstbestimmter Frühstarter organisiert er seine Arbeit nach Projekten statt nach Uhrzeiten.

Auf der Glücksskala verortet er sich bei 10 – gesunde Kinder, verlässliche Menschen, ein Beruf, den er liebt. Getrübt wird das Bild nur durch politische Entwicklungen, über die er bewusst weniger nachdenkt. Sein Wunsch für die Welt: ein Stück Rückkehr zu einer geordneten, vorhersehbaren Zeit. Und der wohl schönste Satz zum Abschied: „Bad News kommen von alleine.“ Was zählt, sei ohnehin das, was im Kopf steckt – nicht das, was oben drauf ist.