Mut, Resilienz & Bucket List | Grit Arndt-Lauterbach | BTS #23
Worum es geht
In dieser Folge von 'Behind the Story' spricht Wolfgang Jung mit der Kommunikationsexpertin und Führungskraft Grit Arndt-Lauterbach. Sie erzählt ihre persönliche Heldenreise, die von Mut, Veränderung und der Suche nach Identität geprägt ist, und verbindet dabei Themen wie Resilienz und die eigene Bucket List.
Autor: BTS - Behind the Story
Zu Gast
Grit Arndt-Lauterbach ist eine erfahrene Kommunikationsexpertin und Führungskraft, die in dieser Folge ihre persönliche Heldenreise teilt.
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Transkript
Halli, hallo und Hallöchen und herzlich willkommen bei Behind the Story, Episode Nummer 23. Wie immer möchte ich in diesem Podcastformat mit dir, lieber Zuhörer, liebe Zuhörerin da draußen, eine persönliche Heldenreise anschauen, einen spannenden Menschen betrachten und mit ihm über seine eigene Reise reden, über die Highlights und die Downlights, damit wir gemeinsam alle 'n bisschen davon lernen und vielleicht die eine oder andere Entscheidung unseres eigenen Lebens in unserer eigenen Heldenreise künftig leichter treffen können. Ja, ich freu mich sehr. Dieser Podcast wird natürlich wieder unterstützt von Campics d e und team digital. Und ich freu mich wahnsinnig, denn heute habe ich eine ganz spezielle ich schon länger kenne, von denen ich weiß, sie haben eine interessante Vita.
Und heute ist es tatsächlich so, dass mein Gast heute eine Empfehlung ist, und zwar Grüße gehen wir raus von der lieben Katharina Stapel, die auf die Frage, wer denn eine spannende Vita hat, mir heute genannt hat, Du musst unbedingt Krit Arndt Lauterbach einladen. Und sie sitzt auch schon im Studio, ich seh sie schon. Ich möcht euch aber, bevor ich sie ins Studio hole, 'n bisschen was über sie erzählen. Krit ist eine erfahrene Kommunikationsexpertin und Führungskraft. Aktuell leitet sie den Bereich Kommunikation und Partnerschaften beim Science Center Pheno in Wolfsburg.
Zuvor war sie unter anderem Managing Director bei Fleischmann Hillary Germany und in vielen anderen internationalen Konzernen. Ihre Wurzeln hat sie im politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Sie hat Politikwissenschaft studiert, war selbstständig in 1 Agentur und hat sich sogar 2021 entschlossen, als Quereinsteigerin für das Bürgermeisteramt in Bad Gandersheim zu kandidieren. Sicherlich auch eine Episode, über die wir heute reden werden. Neben ihrer beruflichen Karriere begleitet sie auch Führungskräfte als Mindset Coach mit der von ihr selbst entwickelten Krit Methode, benannt nach dem englischen Begriff Biss- und Durchhaltevermögen, zumindest hab ich das so entnommen in Ihren Unterlagen, fördert sie Resilienz, mentale Stärke, Klarheit und bei Führungsfragen eben entsprechende Positionierung der Menschen.
Warum ist sie so interessant? Ich glaube, Krit zeigt, dass Kommunikation wirksam kann wirksam sein kann, wenn sie echt ist, wenn sie empathisch ist und wenn sie klar ist. Sie ist nicht nur eine Strategien, vor allen Dingen finde ich auch interessant, sie ist 'n Haltungsmensch. Sie bringt Führung, Coaching und politisches Engagement auf eine Weise zusammen, die inspiriert. Ja, also entsprechend bin ich sehr, sehr gespannt auf diese Vita, die hier heute auf uns wartet.
Und ich glaube, jetzt ist es allerhöchste Zeit, Sie auch im Studio zu begrüßen. Ich sage herzlich willkommen bei Behind the Story. Herzlich willkommen am digitalen Lagerfeuer. Herzlich willkommen, liebe Gritt. Was für eine wunderbare Begrüßung.
Hallo Wolfgang, herzlichen Dank für die Einladung. Und was für eine Einladung. Aber ich muss tatsächlich als Erstes mal mit einem Missverständnis aufräumen. Sehr gerne. Ich habe nicht die Gritt Methode erfunden.
Das stimmt nicht. Okay. Ich heiße zwar tatsächlich Gritt, das ist eine Abkürzung in dem Fall von Ingrid, aber Gritt kommt eigentlich von einem amerikanischen Psychologen. Und zwar heißt dieser Herr Charles Osgott und hat anno neunzehnhundertzweiundsechzig während des Kalten Krieges mal bisschen länger nachgedacht und halt eine Strategie zur Deeskalation erfunden. Und es ist tatsächlich eine Methode zur Deeskalation, die man heute noch in der Diplomatie lernt, die man allen so auch in der Politik lernt und wo man eine ganze Menge ableiten kann für Führungskräfte.
So und da kommt dieser Schluss, dass ich tatsächlich jemand bin, der nach Grittmethode gerne zumindest versucht zu handeln. Ich weiß nicht, ob ich's immer schaffe, aber ich hab's nicht erfunden. Okay, also dann hab ich dir 'n paar Lorbeeren aufgesetzt, aber Du hast es zurecht, zum zum Glück zurechtgerückt. Ja, dann nichts nichts nicht minder, bin ich gespannt nachher, wie diese Deeskalationsstrategie so in deinem Coaching, welche Rolle die spielt. Zunächst, bevor wir son bisschen tiefer reingehen in deine persönliche Vita und das ist ja immer der Hintergrund meines Podcasts.
Ich gehe ja die Lebensgeschichte der Menschen durch, son bisschen zu schauen, wo hast Du welche Abbiegung genommen und warum hast Du das gemacht und welche Entscheidungsgrundlagen hattest Du? Und in deinem Fall, wenn ich das noch sagen darf, Krit, wir hatten ja 'n Vorgespräch, mal uns son bisschen zu betasten sozusagen, mal zu beschnuppern, ob's Spaß machen würde. Dann hast Du gesagt, ja machen wir. Und ich fand sehr, sehr spannend bei dir die Aussage, dass Du gesagt hast, ich hab sone intrinsische Motivation, so alle circa 5 Jahre irgendwie noch mal was ganz anderes zu machen, irgendwie mein Leben 'n bisschen zu verändern. Ich find das megaspannend.
Ja, wobei ich gestehe, dass ich das ja eher rückblickend zu sagen kann und in der Situation selber fällt mir das gar so auf, aber ich hab tatsächlich bis auf meine 1. Agentur Schröder und Sherms in den Neunzigern in Berlin, das waren fast 8 Jahre, danach hab ich alle 3, 4, 5 Jahre tatsächlich gewechselt. Ich geborene gerne zu, ich hab ich hab halt, als ich fertig gelernt hatte in meiner Ausbildung als PR Fachfrau, ich hab halt als Allererstes lernen müssen, Chefin zu sein. Und das ist ja nix, was auf mich nie wie gelegt wird. Und wenn man das quasi autodidaktisch lernt, also Learning by Doing, inklusive all der vielen schönen Fehler, die man dabei machen kann, dann hat man trotzdem von Anfang an eigentlich 'n gewisses Standing.
Das muss man haben. Das heißt, man arbeitet und erarbeitet sich chefig zu sein. So. Das muss man ein Stück als Hintergrund vielleicht wissen, weil das hat mir tatsächlich immer wieder den Mut gegeben, irgendwohin zu springen. Also ne, früher ne, 1 meiner Lieblings Zitate, die mir angelegt hatte, je tiefer das Wasser, je dunkler, desto lieber spring ich rein und das ist tatsächlich so.
Und das eine ist eben der Mut, der dazugehört und das andere ist tatsächlich eine Motivation, wenn ich eine Idee habe für etwas, für jemanden, für ein Unternehmen, für eine Agentur, für einen Pitch, dann will ich diese Idee durchsetzen, dann will ich die realisieren. Und das habe ich auch in meinem Beruf immer so gemacht und wenn dann 1 ankam und gesagt, Du könntest jetzt irgend erst mal Radio machen und ich sag Radio, keine Ahnung von mach ich, ne oder Film, x x Filme eine Zeit lang gearbeitet. Filme, keine Ahnung, mach ich. Also dieses sich einfach den den Kick erlauben, das braucht tatsächlich den Mut, aber sich den Kick zu erlauben, auch zu springen, ohne zu wissen, ob man auch nur 5 Minuten schwimmen kann. Okay.
Also grad, lass uns einfach mal, Du hast mir das fast eben so auf dem Silbertablett präsentiert, das What in die Wiege gelegt, lass uns einfach mal genau da starten, vielleicht nicht direkt bei deiner Wiege, aber ich sag zu meinen Gästen immer gerne, die Heldenreise, die ich ja son bisschen als Drehbuch oder als Leitlinie für diesen Podcast nehme, Die beginnt immer in der Phase des Selbstbewusstseins und ich frage dann immer die Menschen, wann bist Du dir das 1. Mal so selbstbewusst und verbinde das mit der Frage, wo wurdest Du geboren? In welcher Region musst Du mich auf die Stadt genau sagen, aber wo ungefähr verorte ich denn die kleine Krit, als sie, sagen wir mal, eingeschult wurde? In welcher Situation? Im Bayerischen, in der Nähe von München, in einem kleinen Ort namens Scouting und ich hab kein Problem, mein mein Alter zu nennen.
Ich bin Jahrgang 64, das heißt, wir sprechen von den Anfang der Siebzigern, wenn Du mich nach meinem sechsjährigen Dasein fragst. Mhm. Und ich kann mich an eine Situation erinnern in der Grundschule, wo mir das passiert ist, was Du so schön sagst, ein Bewusstwerden stattfand. Und das war, ich hatte mir beim Fahrradfahren beide Knie aufgeschlagen. Das sah ganz furchtbar aus.
Und es war schorf auf der auf der Wunde drauf. Und ich saß und katzte in meinem Schorf rum, wie man das als Kind so macht und die Lehrerin kommt und haut mir auf die Hand und sagt, lass das. Und ich weiß, dass ich in dem Moment sie angeguckt habe, dass ich aufgestanden bin, dann hab ich sie mit meiner Faust in den Bauch geboxt und hab geschrieben, das tust Du nie wieder. Ich glaube, das war der Moment, wo ich das 1. Mal verstanden habe, dass ich auch ich bin.
Mhm. So. Ansonsten bin ich Kind aus 1 ganz wunderbaren Familie. Ich mag und darf da gar nichts Schlechtes, wie wir meine Eltern sagen, bis auf tatsächlich einen Umstand, der mich auch mein Leben begleitet hat. Meine Eltern hatten nämlich 2 Leben.
Also mein Vater war in seinem ersten Leben ein sehr erfolgreicher Unternehmer. Dann hat er eine unglaublich schöne Insolvenz hingelegt mit Bausch und Bogen, das war 73, Ölkrise die Zeit Und dann In welchem Segment, wenn ich kurz einhaken darf? Ja, ja, ja, ja, ja. Der war Heizungsbauingenieur und hatte eine Heizungsbaufirma und hat damals in München mitgebaut an den ganzen Gebäude, die nötig waren, für die Olympiade. Damals war das so, dass die Architekten gesagt haben, pass auf, Du kriegst dein Geld, wenn wir die Wohnungen verkauft haben.
Dann haben sie die Wohnungen aber nicht verkauft, also kam das Geld nicht. Also war er pleite, so einfach geht das damals. So und dann hat er sich die Jahre nach vorne gecampt, ist mit der ganzen Familie nach Hildesheim gezogen und ist Lehrer geworden. Hat also ein komplett neues Leben aufgebaut. Meine Mutter ist wieder als Krankenschwester arbeiten gegangen.
Wir saßen auf einmal in soner kleinen Wohnung und haben ein einfach 'n zweites Leben aufbauen müssen. Und das gehört vielleicht auch mit zu dem, was Du eingangs gefragt hast, warum springt 1 denn eigentlich? Weil ich gesehen hab, dass das geht und weil ich gelernt hab, eigentlich mit meinen Eltern zusammen gelernt hab, dass es auch ganz viel Spaß machen kann, 'n zweites Leben aufzubauen oder überhaupt was Neues anzufangen. Und da drin auch was sehr Gutes liegen kann, wenn irgendwas so richtig schön den Bach runtergeht. Auch das gehört ja dazu.
Mhm. Also war das quasi in der Zeit, in der Du in der Grundschule warst, dieser Wechsel oder war das schon vorher? Nee, das war dann so im, warte mal, ich war, glaub ich, 9 oder 10, da war der Wechsel dann perfekt. Mhm. Also auch Freunde, sozusagen die gesamte Alles das soziale Umfeld, alles Komplett neu, ja.
Alles neu, Neustart. Ja. Und das hast Du im in der Retroperspektive als positiv empfunden? Nee, zweischneidiges Schwert, überhaupt nicht. Also in in meiner in meiner Erinnerung war das am Anfang alles viel zu dunkel und ich kannte niemanden.
Ich weiß, ich bin 'n paarmal weggelaufen, weiß ich noch. Irgendwann haben sie mich mal aufgegabelt in der Nähe von Nürnberg im Zug. Da wollte ich nach München fahren, da war ich, glaub ich, 11. Also ich hab schon versucht, da wieder hinzukommen, wo ich mich hingefühlt habe eigentlich. Mhm.
Und ich hab deswegen das auch gesagt, ich hab's mit meinen Eltern zusammen gelernt, dass das auch was Gutes sein kann. Also das war zu der Zeit nicht alles, also schon, weil ich ich hab ja Münchner Dialekt gesprochen und das dann im tiefsten Niedersachsen. Alter Schwede haben die mich angeguckt, das fand ich lustig. Wie kam die Entscheidung von von, ich sag mal, wenn man jetzt gesagt hätte, von München nach Baden Württemberg oder so, könnte man ja noch Ja. Irgendwie geografisch zuordnen, aber dann wirklich kompletten Neustart, war das so der Wunsch von deinem Vater zu sagen Gar nicht.
Die ganze Zeit? Nee, nee, nee, es war ganz einfach. Das Land Niedersachsen war damals das einzige Bundesland, was das Ingenieurstudium als Grundstudium für die Lehreranwaltschaft akzeptiert hat. Das heißt, der musste einfach anderthalb Jahre weniger studieren als sonst und das war ausschlaggebend. Deswegen sind wir hierher gezogen.
So der einzige Grund für das schöne Ventil Niedersachsen. Mhm. Und die Berge vermisse ich, wenn ich das sagen darf. Die Berge vermisse ich Ja, gerne, natürlich. Die Berge vermisse ich bis heute, weil eigentlich bin ich 'n Bergkind.
Also da komme ich auch her, wenn man mich fragt, was hab ich in meiner Jugend gemacht? Bergsteigen, Skifahren, Skifahren, Bergsteigen. Also das vermisse ich schon, weil das kann ja in Niedersachsen nicht machen, nicht wirklich. Natur an sich, ist kein Ersatz für Berge so? Ach nee.
Doch, natürlich ist es ja auch schön. Also Südniedersachsener wird sich ja jetzt, ist jetzt ja jetzt so mitten aufm aufm Land, aber nicht aufm flachen Land, Südniedersächs, 'n bisschen verschrieben als die Toskana des Nordens, also bei uns als hügel. Das geht schon mal und Natur ist, egal wo sie ist, sie ist immer schön, auf jeden Fall. Aber wenn mich jemand fragt, wo willst Du mal so richtig alt werden, also so ganz alt, dann sind's die Berge, da will ich hin. Mhm.
Das heißt, irgendwann ziehst Du noch mal gen Süden? Ja, träumen darf man doch, oder? Natürlich, das darf man immer. Ja. Vielleicht abschließend zu dem Komplex.
Jetzt sind wir irgendwie so, Du bist so, sagen wir mal, in der vor pubertären Phase und bist jetzt sozusagen aus deinem Umfeld umgerissen, rausgerissen worden, bist mit deinen Eltern zusammen in eine komplett neue Umgebung, die auch tatsächlich kulturell ja wirklich auch was ganz anderes ist, wenn man sich 'n bisschen auskennt in Deutschland. Die Frage, die ich damit verbinde und ich hab noch eine Frage vorab, ist, hast Du Geschwister? Ja, ich hab eine Schwester, die ist da 2 Jahre älter als ich. Okay. Habt ihr euch da zusammen durchgekämpft?
Du hast gesagt, mit meinen Eltern musst ich's lernen. Ja. Was mit deiner Schwester? Mit meiner Schwester war war ich Spinnefeind und das von Anbeginn bis vor, ich würd mal sagen 10 Jahren. Ungefähr so.
Meine Schwester und ich sind sehr, sehr unterschiedlich groß geworden, auch wenn wir in der gleichen Familie sind. Meine Schwester ist in einen katholischen Kindergarten gegangen. Ich bin im ersten antiautoritären Kindergarten gewesen. Meine Schwester ist zum Tanzunterricht und zum Ballettunterricht gegangen und ich bin bei den Pfadfindern gewesen. Meine Schwester hat Barbiepuppen gespielt, ich hab Autos gespielt.
Also wir waren in allem, was es gab, von Anfang an sehr, sehr unterschiedlich und wir mochten uns auch nicht leiden und das hat sich tatsächlich durchgezogen bis ins Erwachsenenalter hinein. Das ging so weit, dass meine Schwester einmal für 3 Monate ausziehen musste, weil's nicht mehr zu ertragen war. Mhm. Es Okay. Also es war nicht alles einfach.
Aber ihr habt zusammengefunden, wenn ich das richtig verstanden habe, jetzt Ja. In der späteren Lebensphase? Ja, wir haben irgendwann zusammengefunden, irgendwann weiß man auch, worüber man dann einmal lachen darf. Und wir haben dann angefangen, zusammen Bergsteigen zu gehen und haben sehr viel darüber gelacht und jetzt ist alles gut. Mhm.
Okay, gut. Liebe Kriti, wir machen das immer so hier, also wir machen jetzt an der Stelle in deiner Vita mal 'n Cut, wenn's okay ist. Und normalerweise, damit meine Gäste oder meine Zuhörer draußen die Gäste gut kennenlernen, so rum ist es so richtig, habe ich eine Schnellfragerunde. In dem Fall bin ich selber gespannt, ja, weil ich dich ja auch überhaupt nicht kenne, nicht näher außer unserem einen Gespräch. Deswegen würd ich jetzt einfach mal mit der Schnellfragerunde starten.
Schnellfragerunde bedeutet einfach, es sind sehr allgemeine Fragen und Du, es bedeutet nicht, dass Du in einem Satz antworten musst, aber es geht im Prinzip mal drum, son bisschen dich einzusortieren, wenn's okay ist. Mhm. Okay. Gut. Dann fahr starten wir mit der ersten Frage und die lautet, hast Du 'n Lieblingsbuch?
Und wenn ja, welches? Ja, ich hab ein Lieblingsbuch, das ist von Christoph Rantzmeier und heißt Die letzte Welt und handelt von 1 Übertragung 1 1 alten griechischen Sage in die heutige Zeit so die Vierzigerjahre letztes Jahrhundert. Mhm. Also schon was Metaphorisches? Ja.
Ja. Im Grunde genommen geht es das es geht es geht Veränderungsprozesse. Das ist eigentlich die Geschichte und das ist eine alte griechische Sage. Und es geht Veränderungsprozesse, die sich auf unterschiedlichste Weise zeigen können. Es geht Verlust, es geht ganz viel den Tod.
Es geht das Entkommen vom Tod. Es geht die Existenz von Tod als etwas, was zum Leben gehört. Also eigentlich 'n schwere Kost, könnte man sagen, aber ich liebe es. Ich glaube, also ohne dass ich jetzt schon in irgendeiner Form 'n Fazit natürlich ziehen will, aber irgendwie ist das Thema Veränderung schon 1, was dich immer so begleitet, ne? Schon von der Kindheit an.
Man merkt, dass das in die Prägung mit reingegangen ist und dass Du später auch son son son Mensch geworden bist, sagen wir mal. Aber da gehen wir noch auf jeden Fall noch tiefer rein. Also schon mal danke für die Buchempfehlung, kannte ich überhaupt nicht, finde ich immer megaspannend. Okay, es gibt ja so Orte, gerade wenn man sehr bei sich ist und sehr mit veränderten Situationen im Leben umgehen muss, dann gibt's trotzdem gerade so Orte, die einen besonders inspirieren. Gibt es sonen Ort, an dem Du sagst und das muss gar nicht 'n Ort sein, sondern das kann auch eine Situation sein oder irgendwas anderes.
Wo hast Du persönlich deinen Inspirationsort? Jetzt werden mich alle auslachen, in deinem Auto. Ich habe eine ich habe einen alten Datschadasna. Den hat mir mein Sohn umgebaut, sodass ich da drin schlafen und wohnen kann und mit dieser alten Karre fahre ich Lass es 10 Kilometer geradeaus sein, stell mich an irgendeine Waldleuchtung und dann bin ich da und dann bin ich bei mir und da hab ich 'n paar Bücher dabei. Vielleicht 'n bisschen Musik, mit Sicherheit eine Zigarette und dann bin ich da und das ist mein Ort.
Ist es dann dieses alleine sein mit dir selbst? Ja. Was dich dann so inspiriert? Ich bin furchtbar gerne alleine. Ist komisch, ne?
Kommunikationsexpertin immer nur mit Menschen zusammen, aber furchtbar gerne alleine. Ich glaub, viele kennen das, die in meiner Frau Auto sind. Ich bin tatsächlich gern allein. Ist das wirklich komisch? Ich glaube eigentlich gar nicht, weil Menschen, die sehr häufig kommunizieren, beruflich wie auch ansonsten, die brauchen ja irgendwie auch diesen Ausgleich der Stille und der Ja.
Dieses dieses Selbstbewusstsein. Ja. Das sage ich ja so in der Form auch, ne? Also sich selbst mal Zeit zu geben. Also find ich total cool mit dem Daster im Wald oder irgendwo, das hatt ich noch nicht an der Stelle.
Kommt klassisch eigentlich mehr oder Sport oder so was, find ich richtig, richtig tolle Antwort. Ja, jetzt bist Du sozusagen süddeutsch, also unterhalb des Weißwurst Worst Äquators geprägt, so jetzt siehst Du, es hat mich direkt das Karma erwischt, weil ich die Bayern 'n bisschen dissen wollte. Ja. Also Du bist in in Bayern geprägt, bist aber jetzt sozusagen weiter nördlich angesiedelt. Hast Du 'n Lieblingsessen?
Ja, natürlich, aber ich hab nicht 1. Also das kann man nicht Also niemand hat nur ein Lieblingsessen, das ist albern Wolfgang, das musst Du zugeben. Aber tatsächlich der der Mann, der treue, mich über alles liebende Ehemann, den ich natürlich auch über alles liebe, der ist in der Lage, einen Hirschbraten zu machen, der seinesgleichen sucht. Mhm. So, Punkt.
Der So mit mit Klößen und Einmalig. Nee, so eher so mit Orangenjus und irgendwelchen merkwürdigen Reiszeliberationen und links gedrehten Rotkohl und alles 'n bisschen spezieller, aber er er kann das einfach richtig und das ist 'n Liebling gesessen von mir. Mhm. Wenn Du jetzt deinen Mann erwähnst, danke dafür und ihn sozusagen ins Podcastspiel mit einbringst, dann wär die Frage, die ich jetzt zwischen die Schnellfragenrunde schieben würde und ich hatte dir ja, liebe Gritt, ich hatte dich ja vorgewarnt, dass ich mich im Gespräch gerne treiben lasse. Ja, ja.
Also wir müssen ja bald 'n bisschen spontan sein. Aber meine Frage, die ich jetzt anschließen würde, wär, wie kommt ihr mit deinen, Ich bin gern mal im Wald allein Phasen zurecht? Also wie wie wie wie geht er damit so? Der schubst mich raus. Also der sagt das.
Der sagt das zu mir. Und ganz ehrlich, das für 'n paar Stunden alleine in den Wald, das ist es gar nicht, aber ich hab tatsächlich das Glück, ein Mann zu haben, der mir mein unser gesamtes gemeinsames Leben immer hinterhergereist ist. Also ich hab ich hab 20 Jahre in Berlin gelebt, dann hab ich 4 Jahre in hier unten in Göttingen gelebt, dann bin ich für 3 Jahre nach Hamburg gegangen, dann bin ich wieder für 2 Jahre nach Berlin gegangen, dann bin ich für 3 Jahre nach Frankfurt gezogen, dann bin ich wieder Richtung Göttin gezogen und der arme Kerl ist immer hinter mir her und das ist irre Und deswegen ist der Daster und mal 'n paar Stunden Luft überhaupt kein Thema. Okay. Aber ich glaube nicht, dass das irre ist, sondern ich glaube, ja, das ist vielleicht Liebe, ne.
Das darf man ja auch so sagen. Ja, absolut. Scheint die Motivation zu sein. Ja. Okay.
Liebe, es gibt grade, also ich mein, bei Menschen mit deiner Vita, Du bist ja wirklich, und noch mal Props an die Katharina, Du bist ja wirklich 'n superspannender Podcastgast für mein Format, auf jeden Fall, Gibt's ja, wenn man so vielen Menschen begegnet, so vielen Companys begegnet und ich weiß aus unserem Vorgespräch ja auch, dass Du viele internationale Engagements hattest, also mit Konzernen oder größeren, bei größeren internationalen Unternehmen. Dann gibt's sicherlich Menschen, die gerade bei 'ner Frau in 'ner Führungskraft, und ich sag das im besten Sinne, sagen, ach Mensch, jetzt hier, da hab ich aber mal 'n Tipp für dich, son Ratschlag, ja. Und gibt's irgend einen Ratschlag, von dem Du sagst, ja, der ist wirklich so über die Destillation der Jahre, hat sich der doch tatsächlich bei mir manifestiert, den den mag ich. Gibt's da einen, den Du unseren Hören sagen möchtest? Ja, es gibt einen, das ist, das klingt sehr banal, aber es war ein sehr ernsthafter Satz.
Du musst zeigen, dass Du Mut hast. Ich hab relativ spät gelernt, was Körpersprache bedeutet und wie viel es eigentlich bedeutet. Und in diesem Lernen hab ich verstanden, dass man mit Körpersprache halt unendlich viel ausdrücken kann und muss kein Wort nehmen, das ja immer angreifbar ist als eine nonverbale, also eine positive Geste, ein gerader Rücken, ein deutlicher Blick, eine akzentuierte Stimme, ne, egal, immer so weitermachen. Das bringt etwas zum Ausdruck, was ich sonst immer umschrieben hätte mit Worten, das ist aber Quatsch. Und der, der das zu mir gesagt hat, der hat das so ernst gemeint, weil wir eigentlich in 1 Abschiedssituation waren.
Also ich war im Gen aus diesem Unternehmen raus. Und er hat dir gesagt, weißt Du, wenn ich gewusst hätte, wie viel Mut Du hast und wie viel Kraft dieser Mut diesen Mut auch stecken kann, dann hätten wir vielleicht noch eine neue Idee für dich gehabt. Aber zeig deine Mut. Das war, das hat mich seitdem begleitet tatsächlich, ja. Das ist ja auch 'n superschöner Tipp in der Situation, ja.
Ja. Also und das bringt mich direkt zum nächsten Punkt auch eine Frage, die eigentlich in der in in der Planung viel später kommt, aber die passt jetzt super, ist die Frage, würdest Du diesen Menschen a, wenn Du magst wenn Du magst, darfst Du gerne seinen Namen nennen, wenn nicht, ist auch okay. Aber würdest Du sagen, das war 'n Mentor an der Stelle für dich? Nee, für 'n Mentor war's, für 'n Mentor hat's nicht gereicht. Es war ein ehrliches Abschiedsgespräch.
Den Namen werd ich in dem Fall nicht sagen, der ist zu bekannt. Das möchte ich nicht. Aber das war tatsächlich eine einmalige Situation, die ich aber sehr ernst und sehr, sehr ehrlich wahrgenommen hab. Ich die Frage nach dem Mentor ist für mich aber, ich hab einen Menschen, der leider schon tot ist, den darf ich nennen, weil den vielleicht auch viele Menschen in der Branche noch kennen, das ist Robert Krause. Ein absolutes unglaubliches, 1 1 1 Tier von Mensch, ein 1 unglaublich schöner Geist, ein großartiger ein großartiger Werber, ein großartiger Perman, ein großartiger Denker und Konzeption und 1, der das Netzwerken erfunden hatte.
Also der ist ist unglaublich, wie der seine Fäden mit 1 unglaublichen Leichtigkeit gleichzeitig und dem einen oder anderen Glas Rotwein abends auch echt unter die Leute gebracht hat. Und der ist tatsächlich Mentor gewesen für mich. Der hat mir Das war, weißt Du, das war so Ina, dem da da konntest Du da konntest Du hingehen und dann hast Du zusammen gejammert über die Branche und die schlimmen Mitarbeiter und der Scheißchef und die Etats reichen nicht und der Pitch war scheiße und dann hat er irgendwann auf den Knopf gedrückt und gesagt, so Baby und jetzt kickst Du dich mal Jetzt machen wir mal 130 Grad oder 180 vielleicht sogar und dann guckst Du mal in die andere Richtung und das machst Du jetzt genauso, wie Du das mit dem Jammern machst. Der hat mich immer wieder dazu gezwungen, nach vorne zu schauen, positiv zu gucken, den Spaß nicht zu verlieren und es da hinten einfach mache, auch ein Stück weit sein zu lassen, ne so. Und das ist etwas, was mir ihn sehr, sehr wertvoll über viele Jahre gemacht hat Und das hat er in vielen Situationen nicht überlegen war, spring ich jetzt in meinem nächsten Job, ja oder nein?
Er hat mich ganz oft bestärkt, er hat mir viel dabei geholfen und er hat mir auch einfach viele Tipps geben können. Es war 'n guter, war 'n richtig guter. Leider nicht mehr auf der Welt. Schön, schön. Und das macht ja Mentoring auch aus und Mentor zu sein, auch über 'n langen Zeitraum, manchmal auch nur 'n kurzen, aber meistens über 'n langen Zeitraum Menschen zu begleiten und ihnen dann doch an der einen oder anderen Weggabelung 'n Tipp zu geben, wo man in der Retroperspektive gemerkt hat oder merkt dann als Tippempfänger, boah, das war echt gut dann meint's, ja.
Da wär ich alleine vielleicht nicht hingegangen. Cool. Ja, okay. Welche App benutzt Du am häufigsten? Wir sind noch bei der Schnellfragerunde.
Whatsapp. Tatsächlich Whatsapp. Okay. Damit reichst Du dich ein in eine große Gemeinde von Whatsapp Nutzern, die in 1000 Gruppen sind und mit 1000 Menschen über Whatsapp kommunizieren et cetera. So profan ist es dann doch, ja.
Aber was, ich meine, es ist halt heutzutage einfach so, Whatsapp ist in Europa oder in unserem Kulturkreis halt wirklich sehr, sehr verbreitet. Ja, ja. Also Whatsapp ist schon das das 1. Und das 2. Ist von Telegram.
Und das eigentlich in erster Linie, weil meine ganzen Jungs auf Telegram sind. Und da muss ich natürlich auch immer mal gucken, wie es denen geht und deswegen ist das mehr so der private Kanal dann. Mhm, okay. Ich weiß jetzt gar nicht, wir haben überhaupt noch nicht über sportliche Ambitionen gesprochen, ob Du sie hast und ob's die gibt. Deswegen ist die Frage umso spannender.
Bei Olympia würde ich dich am ehesten sehen, wenn überhaupt, in der Sportart? Hockey. Ich war Feld- und heilenhockespielerin und das mit Leidenschaft. Ich bin deutsche Jugendvizemeisterin mit dem VfL Hildesheim geworden. Yes.
Oh. Lang, lang ist her, lang, lang ist her. Das waren die späten Siebziger. Anfang Achtziger war das Lange her. Ich bin tatsächlich leidenschaftliche Happy Spielerin und das hab ich auch zwar irgendwann aufgegeben, weil die Knie's nicht gemacht haben, aber das guck ich mir immer noch gerne an, mein Ding.
Mhm. Okay. Wäre ja in München oder in Bayern dann auch nicht passiert, ne. Oder wahrscheinlich in der Form nicht. Nee, in der Form wahrscheinlich nicht, ja.
Wie denn eine 'n Ergebnis des Lebens? Ja, genau. Und wie es so abgelaufen ist. Mhm. Wenn Du morgens aufwachst, jetzt bist Du ja und ich hab aus deiner Vita entnommen und ich hab übrigens von dem, was ich mir aufgeschrieben hatte für die Anmoderation, maximal ein Drittel vorgelesen, weil ich immer selber son Gefühl dafür entwickle, wann ich denke, jetzt ist es genug, den Gast endlich reinzuholen.
Okay. Es gibt ja noch 1000 andere Dinge über dich zu erzählen. Und wenn ich das mir so anschaue, dann ist die Frage, die ich mir stelle, kommt so ein Körper und bitte richtig verstehen, richtig einordnen, Körper und so ein Geist eigentlich komplett zur Ruhe? Also Frage 1, schläfst Du gut? Die steht gar nicht in meinem Skript, sondern das würde auch nicht interessieren.
Und das 2., was mich eigentlich viel mehr interessiert, ist, wie sieht bei jemandem wie dir, und das ist immer sehr, sehr positiv gemeint, sonem multitalentierten Tausendsassar, würde ich mal sagen. Wie sieht dein Morgen aus? Bist Du so 6 Uhr aufstehen, 6 Uhr 5, ich bin am Start und hab das 1. Internationale Meeting Typ oder sagst Du, vor 10 Uhr bitte nicht an meinem Laster rütteln? Okay.
Also ich schlafe tief und kurz maximal 6 Stunden, das aber sehr gerne. Im Übrigen, wenn's geht draußen und nicht im Haus. Also ich hab ja hier sonen alten Hof und hinten ist 'n großer Garten und in dem Garten steht ein großes mongolisches Zelt und da schlaf ich den Sommer überall, also zumindest in diesem Jahr. Ansonsten hab ich noch sone Art Außenfawähler nenne ich die immer, weil's son zusammengeschrottdeltes Haufen toll ist. Mit mir bloß eine Matratze in der Mitte.
Halt außen schlafen, draußen schlafen und dann freien Himmel geschlafen, das ist es. Und dann aber 6 Stunden. Ansonsten aufstehen ja zwischen 5 und 6. 2000 Tee, vorher kriegt man mich zu gar nix. Dann Tiere füttern, also Katzen, Hühner, Enten, was da so, Kreuz und Flucht.
Und dann rein an den Computer. Also ab sich hin besitze ich am Rechner und arbeite. Warum außen schlafen? Wegen der Luft und wegen der Tiere und wegen der Sterne und weil's grad schön ist und weil wir Menschen eigentlich nach draußen gehören. Also, wir haben die meiste Zeit unseres historischen Lebens verbringen wir nicht in Häusern.
Keine Ahnung, wer auf die Idee kommt, dass man immer in soner viereckigen Kiste namens Zimmer sitzen muss. Ich Also für mich braucht's das nicht. Sehr sympathisch, ja. Vielleicht auch einfach, weil wir alle zur Natur gehören und die Natur zu uns. Ist 'n ist 'n sehr schöner Ansatz, finde ich.
Jetzt hab ich in diesem Podcast eine virtuelle Superkraft. Ich könnte dich nämlich mit jeder historischen Persönlichkeit für 24 Stunden zusammenbringen, Fiktiv natürlich. Egal, ob schon gestorben oder noch lebend oder ja, genau, existieren noch. Frage, gibt's irgendjemand, wo Du sagst, boah ey, mit diesem Menschen mal 24 Stunden, das wär's? Ja.
Einmal mit Willy Brandt flirten, das wär schon cool. Willy Brandt, ich glaube, ich will wie diesen Mann tatsächlich gerne mal für 24 Stunden begleiten. Mit ihm reden und diskutieren und essen kochen und einfach nur da sein, weil das ist ein für mich in vielerlei Hinsicht extrem inspirierender Mensch gewesen und es ist auch heute noch manchmal, wenn ich mal wieder was lese von ihm. Den Weg getroffen. Der hat der hat etwas, was viele Politiker, also was heute kaum Politiker haben, was er aber hatte, der hatte diese Mischung aus Charisma von Väterlichkeit, Elder Stagesman und war trotzdem ein Stück weit bodenständig.
Der hat irgendwie diese Mischung gehabt. Ich hab den, ich hab den ja nie persönlich kennengelernt, aber mein Vater ist son alter SPDler und natürlich sind wir auf Kundgebungen in München gewesen, wo der gesprochen hat und natürlich hab ich mit 7 angefangen, die Süddeutsche zu lesen und dann immer, also ich hab immer schon Politik war immer schon mein Ding. Also ich bin mit Politik einfach groß geworden und will über Hand, also die Ikone in unserem Haushalt. Und schon deswegen würde ich ihn gerne treffen, das vielleicht auch mal zu erzählen, das wär ja auch nicht so verkehrt. Aber es ist tatsächlich jemand, den man einmal, glaube ich, beibringen müsste, was Frauen eigentlich sind.
Ich glaub, der hatte merkwürdige Verhältnis zu Frauen. Wenn ich das in seinen Biografien richtig lese, da kann man ihm vielleicht das eine oder andere Mama erzählen. Aber ich würd einfach gerne mit ihm diskutieren. Ich würd gern von dem mal wissen, was der über die heutige Lage denkt. Sehr interessant.
Wär wohl interessante Perspektive, genau. Ja. Meine meine vorletzte Schnellfragerundenfrage lautet, was war das letzte Geschenk, das Du dir selbst gemacht hast? Oh, da bin ich ganz schlecht drin. Alter, Schwede, Du kannst Fragen stellen.
Mhm. Ich glaube, es war Doch, ich war neulich aufm Markt und hab mir selber Erdbeeren geschenkt und hab sie ganz alleine aufgegessen. Also son Spontangeb Ach so. Sozusagen. Son Spontangeb, ja.
Also ich mach mich schon auch. Also ich gehöre ja, ich bin ja, also ne, die Vierundsechzigergeneration. Ich gehör ja zu denen, die es konsumieren, mit erfunden haben, spätestens als es Internet gibt. Also ich falle auch auf irgendwelche Onlineportale, Spezialität, alte Klamotten, also Vintage Klamotten. Da kann ich mich schon stundenlang rumtreiben und dann noch selbst belohnen.
Das gehört schon auch dazu. Okay. Das ja. Das machst machst Du auch regelmäßig? Ja, ich ja, das das mach ich tatsächlich.
Ich ich versuch überhaupt nix Neues zu kaufen. Ich bin irgendwie auf Vintage. Also klar, also ne, Unterbruchs kann man schon selber kaufen, aber im Grunde genommen bin ich schon schlau irgendwie. Also ist schon eine wichtige Geschichte. Mhm.
Und die letzte Frage aus der Schnellfragerunde, die würde ich in deinem Fall gerne mal splitten in 2 Teilfragen. Die lautet nämlich normalerweise, jetzt teaser ich die schon 'n bisschen an, auf der Glücksskala von 1 bis 10, wie glücklich bist Du jetzt? Aber ich würd sie bei dir gerne teilen und zwar auf der Glücksskala von 1 bis 10, wie glücklich bist Du jetzt allgemein in deiner Situation und wie glücklich bist Du nachts in deinem Zelt? Also ich würd sagen, ich sitze zwischen der 7 und der 8, was mein, vordergründig ist das das tagesaktuelle Glück angeht tatsächlich. Und im Zelt bin ich schon zwischen der 9 und der 10.
Das ist schon, also da kommt nicht mehr viel. Okay, sehr schön. Ja, danke schon mal für diese Einblicke, das war schon mal sehr, sehr spannend. Jetzt machen wir 'n bisschen in deiner Vita weiter, wenn's okay ist. Ja.
Ich überleite oder ich leite dann gerne über in diesen, im im Storytelling nennen wir das der Ruf zum Abenteuer. Also ich vermute mal, Du hast dann eine klassische Schulkarriere hingelegt. Vielleicht magst Du da kurz 2, 3 Sätze zu verlieren? Ja, also ich hab die klassische Schulkarriere hingelegt, die man so hinlegt, wenn man in die Kommunikation geht. Also erst ist man Klassensprecher, dann ist man Schülersprecher, dann macht man die Schülerzeitung, dann macht man die Video AG, dann schreibt man die Abiredet, das Abi verhaut man gründlich, kriegt's grade, ich glaub, ich bin mit 'ner 3 0 oder so was raus ausm Abi kriegt das Abi grade so hin, man eigentlich damit beschäftigt ist, das zu lernen, was ich, glaub ich, extrem wichtig finde, nämlich wie geht eigentlich soziales Leben?
Also wie geht Leben überhaupt? Wie funktioniert das? Und ich hab das eigentlich immer außerhalb der Schule gemacht. Also auf jeden Fall deutlich mehr. Ich hatte ich war die die typische Deutsche 1, Mathe 5, Achtung, mein Vater war Mathilehrer.
Er hat's nicht geschafft, mir irgendetwas beizubringen. Ich glaub, das war mein mein inneres mein meine innere Freiheit gegenüber meinem Vater, dass ich Mathe nie gelehrt hab. Es ist furchtbar, aber so, weißt Du, so Deutscheins und Gesellschafteins und Religioneins, das war immer super, aber alle naturwissenschaftlichen Fächer, was ein Witz, dass ich jetzt in einem naturwissenschaftlichen Museum arbeite, waren immer ein Grauend, konnte mochte ich überhaupt nicht. Aber ich bin raus und dann war's irgendwie klar, mein Vater hat zu mir gesagt, es war eigentlich meine Entscheidung, der Vater sagte, Du schwätzt den ganzen Tag, Du gehst in die Politik, Du stehst jetzt Politologie. Und damit war das klar.
Ja. Ja, es hat mich nicht entschieden, so davon entschieden. Das war aber schon sehr fortschrittlich dann damals, oder? Also ich denke, ich weiß ja nicht, aber in dem Zeitraum seiner Tochter zu sagen, Du studierst jetzt Politik oder Politologie oder? Ja.
Also ist jetzt nicht der klassische Weg. Nee, ist nicht unbedingt der klassische, war aber, glaub ich, für uns alle in der Familie völlig normal, weil wenn man, weißt Du, wenn Du wenn Du als Kind schon anfängst, Zeitung zu lesen, wenn Du ab 12, 13 mit deinem Vater über Spiegelreportagen diskutierst, Wenn Du die Zeit liest, die Süddeutsch Ich musste ja diese ganze Zeit Mein Vater war son absoluter Bildungsfanatiker. Also Bildung war das Allerwichtigste und deswegen mussten wir alle Tageszeitungen lesen und hatten alle den Boddenberg da stehen und alles ging immer über Lernen. Also kein Mittagessen, ohne dass nicht irgendein Lexikon mit aufn Tisch lag, weil man irgendwas nach was schauen musste, auch wirklich die Wahrheit zu finden, auch immer ganz wichtig. Aber über dieses viele Lesen und darüber diskutieren fand ich eigentlich auch völlig normal.
Ich hab zwar keine Ahnung, was Politik ist im Ernst, also nicht wirklich, kann man so nicht sagen. Aber Politologie schmeckte, ging auch mit meinem bescheidenen NC, war also kein Problem. Außerdem war's München. So. Mhm.
Und da schließt es sich nämlich. Ich durfte nach München zum Studieren und da warst Du ja grade Wurst, was ich studiert hab. Wirklich, war völlig Das war ja eine Art Belohnung dann sozusagen, die Location. Ja, hab ich weiblich genutzt, hab dann auch eher schlecht als recht studiert, hab aber mich in einen Obstbauern am Bodensee verliebt und hab also gelernt, wie man Schnaps brennt. Fand ich auch nicht unwichtig.
Also ich hab auch da eher rechts und links zur Seite noch mal geguckt, was man sonst noch machen kann außer Unruhe. Lebt dein Vater noch? Nein, leider nicht. Okay, sorry. Aber die Frage, die ich mir grade gestellt hab beim, also ich fand die Beschreibung von ihm jetzt sehr faszinierend.
Ich mag solche Menschen, die so ständig alle Perspektiven beleuchten wollen und Wissen aufsaugen wollen und so, ja. Also das find ich toll. Und ich ich stell mir die Frage, wie wär, wie würde er jetzt mit ChatGPT und Co umgehen, ja, mit KI, wo sozusagen das Wissen der Welt ja im im Smartphone steckt, ja. Das ist bestimmt für so jemanden, wäre sehr inspirierend gewesen. Schade.
Ja. Gut, okay, dann hast Du angefangen zu studieren. Also Abi hast Du hinter dich gebracht, Ruf zum Abenteuer. Du hast aber diesen Ruf sozusagen nicht gespürt, sondern gerufen, hat mehr oder weniger dein Vater und hat gesagt, ab nach München. Und dann hast Du gedacht, München ist geil, da geh ich wieder hin Ja.
Und studiere Politikwissenschaft. Ja. Also man darf sich die Eigenständigkeit eben dann jetzt in unserer Zeit oder in unseren Jahren hat, nicht so groß vorstellen mit 18, wirklich nicht. Also Na ja. Mein Vater war schon auch 'n sehr dominanter Mensch.
Ich bin 'n typisches Vaterkind. Und mein Vater hat mir auch meine meine guten und meine schlechten inneren Sätze eingetrichtert. Also es hat lang gedauert, bis ich mich von ihm den Schritt weit lösen könnte, den's echt nötig war. Insofern war das tatsächlich keine Diskussion, was ich mache, das entschied mein Vater und nicht ich. Aber ich hab mich nicht unglücklich damit gefühlt, das muss ich auch sagen.
Sagt mir keiner, also hätte ja jetzt gesagt, Du studiert Physik, hätte ich ihm wahrscheinlich 'n Vogel gezeigt, aber Politik war okay. Mhm. Jetzt hab ich noch mal sone sone Frage aus der Vogelperspektive auf das, was Du bisher erzählt hast. Da ist also diese kleine Gritt, die mit ihren Eltern dann umziehen muss mit ihrer Schwester, die aber zu ihrer Schwester keine so enge Beziehung hat, die dann in die Schule geht, die dann Hockey spielt in 'ner, in 'nem Team, die dann aber heute gerne alleine auch mal unterwegs ist im Wald oder sonst wo, einfach bei sich. Die gerne Bücher liest, die viel Zeitung gelesen hat in ihrer Kindheit, die dann alleine, wenn ich das richtig verstanden hab, nach München gegangen ist zum Studieren.
Die Frage, die ich sozusagen aus der Vogelperspektive jetzt habe, ist, wie wie wichtig ist für dich Alleinsein? Bist Du gerne alleine oder welchen Stellenwert hat das in deinem Leben? Es hat 'n sehr hohen Stellenwert. Also ich hab das alleine Ich hab das Alleinsein solange ich kenne, also solange ich mich kenne. Ich hatte, ich ich mach's vielleicht mal 'n bisschen anders.
Also ich hab ich kenne wirklich viele, viele Menschen, aber ich glaube, ich hab gab mal eine Handvoll Freunde. Ich hab viel Zeit alleine zugebracht, mir über mir über den nächsten Pitch klar zu werden. Also ich ich sehe mich selber durch den Wald spazieren im Bodenwald in Berlin und laut darüber nachdenken, was ich jetzt einem Kunden wie verpacke, damit der den das Körnchen frisst. Und das hab ich nie geschafft, wenn ich das mit anderen Leuten zusammen gemacht habe. Also das der der Kern oder das das Innerste von 1 Idee, wenn die entsteht, die entsteht ja, also die entsteht bei mir tatsächlich auch in mir und in allem Disput mit mir und mit mir selber und nur mit mir und nicht in 'ner Auseinandersetzung mit zweiten und dritten.
Das kommt erst, wenn ich davon überzeugt bin, dass es richtig ist. Also wenn ich davon überzeugt bin, diese Idee, die ich jetzt in meinem Kopf so lange hin und her geschuckelt hab, bis sie mir als der nächste heiße Scheiß vorkommt, dann lass ich die raus und dann können alle da dran und dann müssen auch alle dran und dann passiert das, was mit guten Ideen passiert, wenn man sie groß macht. Das passiert ja auch. Aber da dieser Kern immer mit mir selber in der Diskussion entsteht, brauche ich diese Räume, die sie lernen und diese Lernräume entstehen halt, wenn ich alleine bin. Die entstehen ja sonst nicht.
Mir hat mal 'n sehr kluger Unternehmer, als ich, ich hab meine Agentur vor knapp 30 Jahren gegründet, 28 und paar. Und dann war damals 'n sehr kluger Unternehmer und der hat zu mir gesagt, Doktor Ehrenklau hieß der und der hat gesagt, wenn Du selbst mal irgendwann Angestellte haben willst und 'n Team führen willst, dann musst Du zuerst lernen, dich selbst zu führen. Also mach das auch und Du lernst es nur, wenn Du's machst. Also red mit dir selber, stell dir selber deine Idee vor. Wenn Du sie selber toll findest, dann kannst Du auch rausgehen und sie mit Herzblut für andere für andere präsentieren, vor anderen vorstellen und wirklich auch überzeugend präsentieren.
Und das ist im Endeffekt genau das, was Du gerade beschreibst. Ja. Ich glaube, das ist eine wichtige Eigenschaft von Menschen, die Teams führen, dass sie mit sich selber da auch umgehen können. Ja. Und sich selbst nicht ignorieren.
Ich glaube, wir ignorieren uns im Alltag zu oft auch mal selbst. Ja, sehr spannend. So, jetzt sind wir bei deinem Studium. Du hast das Studium dann abgeschlossen, vermute ich mal oder wie ging's dann weiter? Ach, weit gefehlt, meine ich's will.
Dann kommt ja die Sache mit den vielen Männern. Nee, so viel Ach, die kommt auch noch, ne? Die Sache mit den vielen Männern, genau. Ja, ich bin tatsächlich zum dritten Mal verheiratet. Das heißt, 2 zweimal war ich schon verheiratet, in der dritten Ehe bin ich jetzt richtig aufgehoben und das seit 20 Jahren.
Also alles soweit gut, aber ich hab tatsächlich, ich ich bin geflüchtet aus München, ohne dass ich mein Studium abgeschossen hätte, als ich in Berlin war ein Wochenende und das ist der Klassiker passiert. Ich bin in eine Kneipe gegangen, steht 'n Typ am Tresen, es macht Peng. Dreivierteljahr später hab ich ihn geheiratet und dazu musste ich natürlich nach Berlin ziehen und dazu war das Studium auch gar nicht mehr und es war überhaupt eigentlich überhaupt nichts mehr. Das Einzige, was wichtig war, war Berlin, War er. Der Typ und das neue Leben dort.
Was hat dein Vater dazu gesagt? Der hat 2 Jahre nicht mit mir gesprochen. Okay. Das war bitter. Also ich hab nicht abgeschlossen, ich hätte eigentlich nicht mehr viel machen müssen.
Ich hab 7 Semesterartig studiert. Ich hätte gerade noch mal 2 ranhängen müssen. In Berlin hätte ich das Studium nicht wieder aufnehmen kommen, weil da gab's das nur als Diplom Diplomstudiengang und da hätte ich, glaube ich, nachm Grundkurs irgendwann ganz früh wieder anfangen müssen. Da hatte ich auch keinen Bock. Stattdessen hatte ich Lust, irgendwie zu jobben und hab dann in 1 Achtung Werbeagentur als Telefonistin angefahren.
So bin ich in diesen ganzen Marketingkrempe reingerutscht. Als Telefonistin und das war die GKM Werbeagentur, die gibt's, glaub ich, heute noch in Berlin. Und da hab ich als Telefonistin gesessen und da gab's etwas ganz Tolles, nämlich das 1. Fax. Achtung, ihr lieben Kinder, ihr Nichtboomer.
Ich weiß ja nicht, wer welche Altersgruppe so zuhört, aber ist tatsächlich so. 87 88 ist das 1. Fax aufn Markt gekommen und da ist son, oh, ist son Oschi, ein Monster von Teil und da stand aufm Tisch und es stand natürlich dort, wo die Telefonistin saß, weil das war dieser typische Büroraum halt in dem ganzen Krempel und ich war die Einzige, die faxen konnte. Ich konnte dieses Ding beherrschen. Also rannten die Texte abends zu mir, haben mir ihre Texte gegeben und dann haben wir die mir Fax zu den Kunden geschickt und immer nur nachts natürlich, weil's billiger war am nächsten Morgen kam dann irgendwie eine Antwort.
Und irgendwann hab ich angefangen, ich glaub eher als Langeweile, als irgendwas anderes, dass ich Texte geändert habe. Hab dann mal 'n Sachs rausgestrichen, dann hab ich meine Headline bisschen umformuliert. Es war eigentlich gar nichts Großes, aber das fiel auf. Und dann hat mich der damalige Chef vor die Wahl gestellt, Gerd Krumme, hat gesagt, weißt Du was, Greta, entweder Du machst bei uns jetzt eine Ausbildung oder Du fliegst hier raus. Ja, und so hab ich dann eine Ausbildung als PR Fachfrau in dieser Agentur begonnen.
Also er hat erkannt, dass die Sekretär Rüden oder die die Telefonzentrale oder was wie die Position damals hieß Ja. Überqualifiziert war sozusagen. Ja. Vielleicht besser getextet hat als die Texter. Ja.
Selbstverständlich. Wobei jetzt vorsichtig, das ist im Rückblick, wenn ich die Geschichte erzähle nach zum 1, dann ist es noch viel großartiger. Also es waren vielleicht ein oder ein oder 2 Texte. Also ich will's jetzt auch nicht übertreiben. Es war nicht viel.
Es war, glaube ich, eher zufällig, dass er's sofort gesehen hat. Es war einfach. Aber gibt's Zufälle? Achtung. Jein.
Es gibt es gibt auch Zufälle oder nicht? Wie ist 'n das bei dir? Gibt's Zufälle? Was sagst Du? Ja, gibt's schon Zufälle, aber ich glaube, auf dem auf dem ganzen Weg, auch den Du grade beschreibst, wär das ja, also das ist ja in München groß geworden und dann über diese Schleifen, wieder über München nach Berlin gekommen, in diese Telefonzentrale und dann zur PR Ausbildung gekommen, wäre ja mit 'ner Wahrscheinlichkeit von 0 und 28000000 Stellen und dann irgendwo eine 1 wahrscheinlich wahrscheinlich gewesen.
Und entsprechend, was ich sagen will, ist, ich denke, also ich bin kein gläubiger Mensch. Die Strage hätte ich übrigens jetzt demnächst auch angeschlossen bei dir. Inwieweit glaubst Du eigentlich, dass dein Weg 'n Stück weit vorgezeichnet, vorbestimmt oder wie auch immer ist durch all die Zufälle, die wir beschreiben? Aber ich glaub schon, dass es in irgend 'ner Form immer alles 'n Sinn hat. Das glaub ich.
Also vieles tatsächlich auch eher rückblickend als in der Situation. Das kennen wir auch wahrscheinlich beide in der Situation. Genau. Was für ein Schwachsinn und rückblickend ist es dann. Aber tatsächlich hat mich das in diesen ganzen Bereich reingeschubst, in dem ich dann 35 Jahre jetzt ja unterwegs bin.
Und das war und es hat mich zu jemandem hingeschubst, den ich auch heute noch wirklich, wirklich sehr, sehr schätze und wirklich auch richtig liebhabe und das ist der Gerald Schemms von Schrödern Schemms, mit dem ich die Agentur dann gegründet hab. Der hat nämlich damals eine Ausbildung gemacht und war ein Jahr quasi in der Ausbildung über mir Und ich hab mit ihm zusammen die Ausbildung gemacht und dann war er fertig und ich war auch grad zu fertig und dann ging die Mauer auf. Da war's November 89. Da habe ich mit Gerry in 'ner Kneipe gesessen und wir haben aufm Bierdeckel aufgeschrieben, was für eine Agentur wir gründen wollen und dass wir eine gründen wollen, haben das Logo irgendwie gebastelt. Und dann hab ich gesagt, was haben wir's machen?
Und ich sag, wir brauchen, wir müssen irgendwie Kunden mitziehen, Kunden abziehen, ne, seine Kunden abziehen, das nicht machen wir nicht. Geri wollte das auch nicht so richtig, den Asyl wird zu Gerd gegangen und zu Monika Neumann, unsere Chefin, gesagt, wir wollen uns jetzt selbstständig machen. Die Mauer ist auf, jetzt geht alles, wir wollen selbstständig sein und dann haben wir tatsächlich 2 Kunden mitbekommen. Großartige Tat. Ich weiß nicht, ob Du's heut eine Agentur noch machen würde.
Mhm. Die Leuten, die rausgehen, aber das schätze ich und dafür respektier ich sie unendlich, weil das war überhaupt nicht normal zu der Zeit. Aber wir haben damals Aber wenn ich dir, wenn ich dir kurz wenn ich kurz einhang darf, wenn ich dir da was zurückgeben darf an Geschichten. Ich hab ja jetzt schon 'n paar besprochen auch mit Menschen, mit den versanden Menschen, hab auch eine eigene Geschichte. Und tatsächlich ist es so, dass die Menschen, die diesen Entschluss fassen und auch nicht zweifeln und nach vorne gehen und sagen, wir machen uns jetzt selbstständig und dann sagen, wir ziehen nicht irgendwelche Kunden ab.
Also es war fast identisch hab ich diese Geschichte schon zwei-, dreimal in ähnlicher Form hier im Podcast gehört und meine eigene ist genauso. Ich bin zu meinem Chef gegangen und ich hatte 'n wundervollen Job damals. Aha. Gut bezahlt, toll tolles Umfeld bei 'nem Büromöbelhersteller. Tolles Büro, repräsentativ, viele Menschen, mit denen ich zu tun hatte, nette Kollegen und ich hatte den inneren Drang, ich will das anders machen und ich bin hingegangen, hab's ihm gesagt und er hat gesagt, wissen Sie was?
Wir machen den Laden hier dicht, wir beauftragen Sie direkt fürn Jahr. Also ich, was ich sagen will, in 'ner anderen Konstellationen hat er mir genauso die Brücke gebaut, auch aus meiner Sicht bis heute nicht selbstverständlich. Und was ich aber den Leuten draußen sagen will und auch dir zurückgeben will, ist, ich glaube, dass das schon auch 'n Stück was weit damit mit Haltung zu tun hat und mit Wenn man hingeht und sagt, ich bin ehrlich mit dir und ich möchte, ich hab diesen Drang, ich möcht das machen, aber nicht gegen dich, sondern für mich, ja, dann schickt einem das Universum schon auch 'n paar gute Vibes. Das wollte ich an der Stelle mal gesagt haben. Ja, ja.
Also das war das war wirklich gut und das war auch was, was Gerde und ich gut teilen haben uns gegenseitig, glaub ich, Haltung auch beigebracht, 'n Stück weit. Und das war schon ein, also wir haben echt, das war meine Familie. Also war die ganze 1. Agentur, ich weiß nicht, ob das immer so ist, aber die 1. Agentur, das das 1.
Große freie Stück Leben, was man sich beruflich erarbeitet, ist halt auch immer son, ist schon noch mal was ganz Besonderes, weil man die ganzen Man weiß, man darf noch Fehler machen. Man weiß, man kann eigentlich, es kann einem nix passieren. Man hat diesen Riesenvorteil, dass man eigentlich, was braucht man? Ich glaub, Gary und ich, wir haben uns jeden Monat 1500 Mark ausbezahlt, damit ich halt, das war Also und es stand weder der Sinn nach großen Autos noch nach schicken Büros. Also sexy musste schon sein, aber sexy und Arm reichte auch und das war Aber aber sexy, das kenn ich doch nicht so hin.
Ja, genau. Das war das war ein irgendwie guter Satz. Nee, aber Du brauchst halt nicht viel am Anfang. Du brauchst deine Empathie, Du brauchst den Du hast den den strikten Willen, Du brauchst sicherlich weniger Schlaf als alle anderen. Es ist Grundvoraussetzung, glaube ich.
Und dann und dann ging das los. Und das war gut, dass wir's am Anfang eben so mit der Haltung auch angefangen haben. Das war, glaub ich, immer 2 Fragen 2 Fragen schließen sich an. 1. Frage, die mir brennt, die mir unter den Nägeln brennt, was war zu dem Zeitpunkt mit Mister Right, Mister Boom aus der Kneipe?
Ach, der war schon längst wieder abgemeldet. Das ging schon nach 2 Jahren war das wieder vorbei. Es war rein, raus, das war irgendwie albern. Nee, das war Okay. Das war, glaub ich, ich glaube im nach nach hinten guckend würd ich sagen, das war der Moment, wo ich mich von meinem Vater gelöst hab.
Mhm. Also als hätte ich Du hast aber vielleicht Ja. Aber vielleicht vielleicht war's ja auch sozusagen das Medium, ums mal etwas abstrakt auszudrücken, das dafür gesagt hat, dass Du in diese Branche gerutscht bist in Berlin, ja. Ja. Denn das wär ja dann woanders auch nicht passiert.
Ja, das stimmt. Da hast Du recht. Das ist richtig. Also insofern auch wieder schon auch 'n sinnvoller Move, nach Berlin dann zu gehen. Ja.
In der in den Rückblick. Also Gold wert, großartig. Ja. Okay, jetzt bist Du sozusagen mit Mitagenturgründerin. Die 2.
Frage übrigens, bevor ich sie vergesse, dich die sich noch anschließt, weil Du's grade gesagt hast, man hat wenig Geld, man hat wenig Schlaf, aber man ist sexy. Wo schließt Du da? Auch schon außen, so aufm Dach oder? Dann doch klassisch eher im Bett. Nein, nein.
Ja, die Frage ist eher, also irgendeiner hat mal gesagt, gibt's eigentlich noch 'n Bezirk, in den Du nicht gewohnt hast? Also das, was ich im Beruflichen gemacht hab, hab ich ja im Privaten auch so fortgesetzt. Ich bin dauernd umgezogen. Also mal in 'ner WG. Ich hab mal, oh Gott, großartig, in Kreuzberg hab ich gewohnt zu der Zeit und da hab ich in 'ner WG gewohnt, weil Geld war ja nicht und das eine von denen waren Taucher und zwar diese Taucher, die in den Kanälen in Berlin in den Kanälen immer für Sauberkeit und was weiß ich was, die da umfuddeln und der war irgendwann mal zu lange unten geblieben und war deswegen wahnsinnig langsam im Reden.
Und der entschleunigte mich immer. Ich kam aber völlig hochgedreht, weil ich war so ich war so so so jung und so falsch in mancher Hinsicht auch noch zu dem, wie ich heute bin, also so aufgeregt und so, ach, alles ist wichtig und alles ist großartig und alles ist toll. Und dann saß dann immer dieser Taucher in dieser Schluff und hat ja immer so 3 Kippen im Mund und 2 Tassen Kaffee und 5 Brötchen sich rum und ja, geht's dir gut? Aha. Das war großartig.
Der hat dich entschleunigt? Der hat mich entschleunigt. Also ich hab in vielen Bezirken in Berlin gewohnt und wenn ich 'n Balkon hatte, hab ich auf dem Balkon geschlafen. So, das beantwortet die Frage. Also ich hab wieder eine Frage aus der Metaebene sozusagen und dann würde ich gerne noch 'n Stückchen in deiner Vita weitermarschieren.
Die die Frage, die ich mir ja jetzt so langsam stelle, wenn ich das alles höre, jetzt hast Du gesagt, mehrfach umgezogen. Und diese ganzen Geschichten, die Du jetzt schon erzählt hast bis dato, was bedeutet dir eigentlich Heimat? Und bevor Du's beantwortest, ist das das, was Du jetzt hast? Du hast gesagt, Du hast 'n Bauernhof, Du hast dieses Zelt, Du hast Ist das Heimat für dich? Heimat ist, ich sag dir, was Heimat ist.
Heimat ist ein Geruch. Wenn Du an einem Bachlauf im Wald im Frühherbst, wenn die ersten Blätter runterkommen, entlangläufst und Du hast diesen leicht metallischen Geruch in der Luft mit dieser Frische und Du weißt, es wird noch mal 'n bisschen wärmer draußen und Du riechst. Das ist Heimat. Dafür kann ich dir jetzt 'n paar Beispiele geben. Heimat ist für mich nie ein Ort gewesen.
Das wird auch gar nicht gehen, weil wie viel Orte hatte ich, ohne Miss willen. Ich fühl mich hier daheim, jetzt aufm Hof. Er hat, ne, das wird 'n Hof, Mehrgenerationenhof, also mein Sohn zieht da jetzt demnächst irgendwie bisschen mehr ein und irgendwelche rötlichen Freunde von ihm ziehen dann hier mit ein und dann hab ich wieder meine Lieblings WG, die ich in Hamburg schon hatte, wieder zusammen und das ist dann daheim, weil's die Menschen hat, die ich dich lieb und die ich schätze, aber ansonsten sind's eher Gerüche, Geschmäcker, eine Melodie, das ist Heimat. Mhm. Zittert.
Das ist sehr schön. Mhm. Das ist sehr schön formuliert und da bin ich komplett bei dir, ne. Heimat ist kein Ort. Nee.
Ja. Gut, so, jetzt sind wir sozusagen mal in diese Marketing gerutscht. Du hast dich selbstständig gemacht zusammen mit Gerhard. Jetzt würde ich schon dem Stakato son bisschen mal springen wollen, weil Du hast da sehr viel Erfahrung gesammelt, zumindest kann ich das deiner Vita entnehmen. Was mich natürlich noch mal 'n bisschen interessieren würde, ist diese politische Karriere in Anführungszeichen oder die Ambitionen, die sich dann entwickelt haben.
Vielleicht magst Du das einfach mal son bisschen erklären. Wie kam das? Wie hat sich das mit dem Marketing weiterentwickelt? Und ich würde natürlich auch gerne mal auf das Thema, denn Du bist ja auch Coach und und Führungskräfte Coach, würd ich's jetzt mal nennen, das kannst Du gerne noch mal genauer definieren. Aber wie wie passt das alles so zusammen als Puzzleteil?
Das würd mich noch mal interessieren. Also Politik ist was, was mich tatsächlich mein mein Leben lang begleitet hat und ich verstehe die politische Sache eigentlich auch die als eine gesellschaftliche Sache. Eigentlich geht's die Gesellschaft und das, was wir ausm Marketing heraus machen, ist doch nichts anderes als zu arbeiten für die Gesellschaft. Natürlich arbeiten wir für irgendwelche Firmen in der Agentur sind. Die bringen irgendwelche Produkte oder Dienstleistungen aufn Markt und wir versuchen sie bestmöglich auf dem Markt zu platzieren.
Das ist so mal ganz originell gesprochen, die Arbeit, die man im Marketing halt macht. Wenn man aber Marketing als Teil von Kommunikation versteht, also wenn man das 'n bisschen größer aufmacht, das Feld und sagt, es fängt nicht erst an bei der Mediaplanung oder auch gar nicht erst bei irgend 'nem großartigen Konzept fürn Produkt, sondern eigentlich fängt's beim Unternehmen selber an. Eigentlich geht die sogenannte Customer Journey nicht da los, wo klassische Marketingabteilungen einsetzen, sondern deutlich früher, also die ganzen Entwicklungsprozesse gehören eigentlich in die Kommunikation mit rein. Die ganzen Veränderungsprozesse, die nötig sind in Unternehmen für neue Produkte, gehören mit in die Kommunikation. Also es gehört viel mehr da rein eigentlich und wenn man das aus der Perspektive betrachtet, dann ist es gar nicht mehr so weit weg von politischem Denken und politischem Handeln, in meiner Wahrnehmung zumindest.
Es braucht Taktik, es braucht Strategie, es braucht ein unbedingtes Füreinander und Miteinander. Es braucht das, was Du ganz eingangs mal gesagt hast, dieses Gritt in Abkürzung Genannte, also dieses dieses Vermögen erstens resilient zu sein, zweitens unglaublich viel Deeskalierendes mit sich zu bringen und zu haben. Und das mag zum einen Menschenkenntnis sein, das mag zum anderen das Lernen von Körpersprache sein, das mag zum Dritten aber auch sein Es ist ein Stück weit ein Charakterzug in der Lage zu sein, den Menschen im ersten Schritt etwas zu geben und nicht im ersten Schritt etwas zu erwarten. Und jede Deeskalationsstrategie, jede Strategie in der Kommunikation eine nächste Stufe zu erreichen, eine weitere Stufe, irgendeinen Erfolg zu erzielen, handelt und hat ein Geben und Nehmen, ein ununterbrochenes Geben und Nehmen. Und darin liegt sehr, sehr viel.
Und das ist im politischen Wesen genau das Gleiche. Auch in der Politik ist es so, wenn Du ein guter Politiker bist, dann bist Du ununterbrochen dabei zu geben und zu nehmen. Jeder Diskurs, jede Auseinandersetzung, jedes Ding, was irgendwann mal im Bundestag, im Bundesrat oder Nam it bei mir in 1 kleinen Kommune im Rathaus landet, ist entstanden, weil Menschen zusammengesessen haben und haben in einen Diskurs gegeben und genommen. Das ist immer das Gleiche. Und daher war für mich der Schritt vom damals Marketingeefin der Landesgartenschau Bad Gandersheim zu einem ersten Wahlkampf als Bürgermeisterin gar nicht so weit weg.
Das haben viele anders gesehen. Gebe ich die alle zu. Die meisten haben mir gesagt, jetzt hat sie jetzt hat sie 'n Verstand verloren, jetzt ist vorbei. Jetzt ist durch, jetzt dreht sie, jetzt ist gut, jetzt dreht sie durch. Die war zu lange aufm Land.
Das die muss wieder in die Stadt. Das war irgendwie, es hat schon 'n Weilchen gedauert, bis Menschen das verstanden haben. Die 1., die sie irgendwie sofort verstanden hat, war Katharina, Katharina Stapel, dem ich auch empfohlen hat, die Du dir gesprochen hast. So hab ich Katharina auch kennengelernt während des Wahlkampfs nämlich. Also ich hab mich da hingesetzt und ich saß in dieser kleinen Stadt.
Jetzt muss man vielleicht sagen, Bad Gallasheim 10000 Seelendörfchen, Städtchen muss man sagen, ist ein Städtchen mit aber 15 Dörfern außen rum. Da leben 6000 Menschen, 4000 Menschen leben in der Kernstadt. Uralte wunderschöne kleine Stadt, aber eben eine von den vielen Bart, also Kurstädtchen und als die Kur dem Ende sich neigte, hätte man zwingend eigentlich überlegen müssen, wohin jetzt mit der Stadt? Wohin mit diesen ganzen Kuransagen, mit diesen zum Teil Brutalismusbauten? Man hat ja alles damals in Beton gegossen, egal wie romantisch und alter Städtchen war.
Das hat man aber nicht gemacht, sondern gesagt, ach, wir machen was mit Reha. Hat aber nicht funktioniert, das heißt Bad Gandersheim ist eine stark überschuldete typische ganz kleine süße entzückende Stadt, die ein paar wunderschöne Seiten hat, also die ganz tolle Dumpfespiele haben, die 'n wunderschönes altes Kloster hat, die alte Sträßchen hat, aber die eben auch viel Leerstand hat, die die Innenstadt Leerstand hat, die kein Geld hat, wo die Straßen brüchig sind, wo nicht genug Platz für Kinder ist, weil die Kindergärten zu klein sind, wo die Schulen jede digitale kämpfen müssen und Weißt Du, das ist son es ist son Melting Pot von dem, was es eigentlich im großen Deutschland gibt, findest Du ja in solchen Kommunen. So und wenn Du dann da drin arbeitest und sone Landesgartenschau, ich weiß nicht, weißt Du was eine Landesgartenschau son bisschen ist? Ja, ja, ja, natürlich. Ja, na, ich bin da rein Echt?
Ich wusste das nicht, ich hab nur gedacht, irgendwas mit Blumen mach ich jetzt mal. Also ich keine Ahnung gehabt, was das ist. Hab mir aber viel Spaß gemacht eigentlich, aber Du lernst halt sone kleine Stadt sehr intensiv und sehr schnell kennen, weil sone Landesgartenschau kommt zum riesigen gGMB, da wird sone gemeinnützige gGMB gegründet, die gehört dann zur Stadt und noch 'n paar andere eigene und dann baut die innerhalb von kürzester Zeit auf 20, 30 Leute hoch und schaufelt auf riesengroßen Bau 20, glaube ich, 9 Hektar. Wo weiß ich jetzt, sag mal, ich kann sein, dass ich grad lüge. Also eine große Anzahl von Fläche wird dann verwendet, da irgendwelche großartigen Blumen und Gebilde und auch Kunst und alles Mögliche dort reinzubauen und dann sollen ein Jahr lang eine halbe Million Besucher da durchflanieren und sich grad wohlfühlen.
Das ist eigentlich die Landesgar anschaut. So, das hab ich gedacht, das mach ich jetzt und dann hab ich die Stadt kennengelernt und gedacht, Au backe, Das geht nicht gut. Das haut nicht hin. Das kriegen die nicht hin. Das ist alles viel zu klein hier.
Weißt Du, das ist eine Verwaltung, da sitzen 70, 80 Leute und dann kommt son Riesending und dann müsste man sone son Bauamt einfach mal von 5 auf 15 Leute hochschrauben. Kann man aber nicht, ist ja kein Geld da, also. Mhm. So und diese Schieflagen, diese Problematiken, die dadurch entstanden, haben mir sehr schnell gezeigt, wo liegen eigentlich die Stärken und die Schwächen kommunaler Arbeit und wie funktioniert es eigentlich mit kommunaler Arbeit? Und was ist Bürgermeister?
Was denkst Du eigentlich, was 'n Bürgermeister macht? Weißt Du das? Der moderiert sehr viel, der organisiert sehr viel, vermut ich mal. Der muss sehr viel jonglieren. Und irgendwie hat der immer sone permanente Sandwichposition, find ich, ne.
Also es gibt tatsächlich hauptamtliche Bürgermeister. In dem Fall ist es so, dass Du in erster Linie Verwaltungschefin bist oder Verwaltungschef. Also Du leitest eine Verwaltung, das ist ganz normale Führungskraftarbeit, die man da macht, aber dass eine Verwaltung leiten, schon was Besonderes und dann bist Du eben zusätzlich auch noch, wenns gut ist, die treibende Kraft für die Entwicklung von dem, was Du hast, also für die für die Entwicklung der Kommune. Das heißt, Du musst alles, was mit Stadt zu tun hat vorantreiben. Du musst Stadtkonzepte entwickeln, Du musst Wirtschaftskonzepte entwickeln, Du musst Stadtentwicklung überhaupt mal als Thema strategisch anfassen.
All diese Dinge waren zu der Zeit in Bad Gandersheim, glaub ich, die letzten 30, 40 Jahre nicht mehr passiert. Das lag alles im Argen. Nun und ich hab gedacht, ich hab da eine Idee. Bin wieder lange schon alleine spazieren gegangen, fand die dick und Joost, hab sie dann mit allen diskutiert, war damals schon seit einigen Jahren bei den Grünen. Gar nicht so aktiv, sondern eher begleitend, eher wohlwollend begleitend.
Ich weiß, keine aktive Politikerin oder so, aber war eben politisch eingebunden son bisschen in Einbeck und ringsherum. Einbeck gehört mit, also Gott, ich red lauter Worte, die kennt ihr alle gar nicht, ne. Also Northeim, Einbeck, Göttingen, das ist so der Kiez, den es sich handelt. Mhm. Also irgendwie waren dann alle doch einverstanden und die Grünen haben gesagt, super, wir haben eine Bürgermeisterkandidatin und ich in aller Naivität, super, dann mach ich das mal.
Und bin da genauso rein, wie ich immer reingehe, einfach reingesprungen. Und hab dann in 8 Wochen Bürgermeister Wahlkampf gemacht, Bürgermeisterin in Wahlkampf betrieben. Und hast, glaub ich, 46 Prozent in Summe später geholt gemacht. Das stimmt das? Ja, ich hab tatsächlich ich bin ja zweimal zur Wahl angetreten.
Beim ersten Mal gab's ja einen Wahlbetrug von meiner Gegenkandidatin. Die also die damals amtierende Bürgermeisterin hat sich natürlich auch zur Wahl aufgestellt und die hat aber die hat aber betrogen und das Oberverwaltungsgericht den Zähler hat dann gesagt, die Wahl ist ungültig, Kommando Bimmerle, alles zurück und dann noch mal und dann hab ich mich noch 'n zweites Mal aufgestellt. Dieses Mal hab ich mich aufgestellt, unabhängig und nicht mit den Grünen zusammen. Ist vielleicht auch eine wichtige Erkenntnis, kommunale Arbeit sollte so wenig wie möglich mit Parteiarbeit zu tun haben. Das liegt daran, dass in der dass kommunale Arbeit einfach sehr, man möchte fast sagen Hands on Mentalität braucht.
Also Du entscheidest, kriegt der Kindergarten jetzt noch 'n Spielplatz oder kriegt er keinen? Reißen wir jetzt die Straße a auf oder reißen wir erst die Straße b auf? Kriegen wir's hin, dass unter Prunksaal eine neue neue Vertiefung kriegt oder kriegen wir's in diesem Jahr nicht hin? Sind die Dinge, mit denen sich Verwaltung auseinandersetzen muss und mit denen sich auch Verwaltungschef auseinandersetzt. Da ist nicht viel mit Parteipolitik.
Was hat die Partei da drin verloren? Wenn ich entscheide, ob da oben jetzt die Decke saniert wird, mal gar nix. Das ist in vielen, vielen Bereichen so und deswegen ist es immer son Kuriosum, wenn sich die Parteien dann aufstellen zur Wahl deines Bürgermeisters, aber als Parteiprogramm ist überhaupt keinen Es macht gar keinen Sinn, ein Parteiprogramm 1 Partei zu präsentieren, wenn man Verwaltungschefin in 1 kleinen Kommune werden will, aber alle machen es. So und deswegen hab ich das beim ersten Mal gemacht, beim zweiten Mal hab ich's nicht gemacht. Dann bin ich dann als unabhängiger aufgestellt, hab gesetzlichen Gegenwind bekommen, weil damals, so wie heute, nur die Grünen sind ja in allem Schuld, wissen wir ja.
Und das hat sich so was von reingesteigert, selbst in soner kleinen Kommune. Ich hab Anfeindungen während des zweiten Wahlkampfs gehabt, die habe ich während des ersten Wahlkampfs nicht so intensiv gehabt wie beim zweiten Mal. Also 21 war die Stimmung für die Grünen nach oben, da ging's noch, aber jetzt 23 24 war's, weiß ich, 24? 24 war die letzte Wahl, genau, letztes Jahr erst, genau. Letztes letztes Jahr war die Stimmung derart beschissen, dass wie Also es war völlig egal, ob ich mich für unabhängig erklärt hab oder nicht.
Ich hab Anfeindungen, also von ich bin in die AfD Ecke gesteckt worden. Die haben mich als als als Nazi Braut verschimpft. Ich hab da auch im digitalen Raum Sachen lesen müssen, irgendwann hab ich natürlich nicht mehr gelesen. Das war nichts von dieser Welt, wirklich nicht. Also sowohl nach rechts als auch nach links geschoben.
Immer von denen, die Veränderungsprozesse halt nicht schätzen. Also man kann sich ja ungefähr vorstellen, wofür ich angetreten bin. Und natürlich bin ich für Veränderungen angetreten, natürlich bin ich mit Konzepten angetreten, Ideen aufn Tisch gelegt, was diese Stadt werden könnte, wie man aus dieser Stadt was raushört, hat ihnen Strategien versucht nahezubringen. Da hab ich das 1. Mal verstanden, was es heißt, so ehrlich, offen, grad raus zu sprechen, dass dich die Menschen, die gar keine Ahnung von all diesen Themen haben verstehen.
Die überhaupt nicht verstehen können, warum ich jetzt als Bürgermeisterin nicht grad mal schnell die Straße da reparieren kann und warum ich aber als Bürgermeisterin jetzt auf die Idee komme, man könnte doch einen universitären Zweig von Hildesheim nach Bad Gandersheim holen und könnte jetzt die Hotels umwidmen in Studentenwohnungen und könnte und könnte und könnte. Das war so eine der Ideen, die ich hatte. Wie kommt ihr auf son schmales Brett? Also den es hinzukriegen, die zu erreichen Und da ist kein Falsch bei den Bürgern, überhaupt nicht. Das ist ihr verdammtes Recht, so wenig Ahnung davon zu haben.
Das ist einfach nicht ihr Berat, so. Aber ich hab die verflixte Aufgabe, es so dicht an sie ranzubringen, da lass ich's auch wirklich verstehen. Da hab ich bei der letzten Wahl tatsächlich mit 7 zu 40 Prozent verstanden. Das war gut. Und dann Aber wurde nicht gereicht.
Da sind wir aber auch wieder bei der Parallele zum Marketing, finde ich, ne? Ja. Du hast dieses Senderempfänger Ding und ich find zum Beispiel auch die Initiative, die es gerade gibt, einfache Sprache mehr in in unsere Welt zu integrieren, finde ich super, weil Ja. Immer dann, wenn ich zu ChatGPT sage oder oder zu irgend 'nem anderen Tool, erklär's mal am Fünfzehnjährigen oder am Achtjährigen Ja. Da versteh ich's auch besser.
Also warum ist Warum muss Politik so sein, dass Menschen sie nicht verstehen? Sie kann doch so sein, dass Menschen sie einfach verstehen. Deswegen, da finde ich Da gibt's gerade diese Perspektivwechsel, die Du auch eingangs angesprochen hast. Das sind sehr viele Parallelen zwischen Marketing und Politik. Und ich sag dir was.
Ich sag dir, warum es in der Politik nicht funktioniert und jetzt hab ich Empfehlung gelernt in meinem Science Center. Wir haben im Science Center, Kinder naturwissenschaftliche Phänomene zu erklären, Kuratoren. Wir haben Menschen, die sich didaktisch damit auseinandersetzen. Wir haben Menschen, die sich gestalterisch mit auseinandersetzen und die sich unendlich lange, meistens gemeinsam mit Forschern, darüber auseinandersetzen, wie erklär ich einen Siebenjährigen Elektrizität und was davon ist überhaupt nicht relevant und was davon inspiriert einen Siebenjährigen aber dieses Thema für sich irgendwie, damit zu spielen, damit umzugehen, damit irgendwie 'n Aha Erlebnis, einen kleinen Heuriker Moment quasi zu haben, ne? Und diese Arbeit, dieses Runterbrechen von wissenschaftlichen Themen, also Wissenschaftskommunikation in einen Bereich reinzukriegen, wo es dann bei Kindern ankommt oder auch bei Erwachsenen ankommt, die ja, ne, wir haben jetzt eine Sonderausstellung gehabt für für KI.
Also wir haben uns mit KI auseinandergesetzt vorletztes Jahr und haben eine Ausstellung gemacht und haben ganz viel mit Graphic Novels gearbeitet und weil wir festgestellt haben, es gibt Geschichten, die muss man erzählen, die kann man nicht mehr darstellen. In der Kante ist das auch sone Sache mit der Darstellung, ne. So, aber wie funktioniert ein Ionenflug? Faszinierende Sache eigentlich, aber breche so runter, bis Du's hast. Und dann kommt das Zweites, was die Politik nicht hat.
Wir haben normalerweise die Fähigkeit, die nicht hat. Wir haben normalerweise die Fähigkeit, etwas tatsächlich zu begreifen. Hände, alle Sinne, die wir verwenden können, etwas zu verstehen. In der Politik hast Du das, entschuldige, verschissne Wort und dann kommt und das ist noch viel schlimmer, das Bild dazu. Also gerade bei uns jetzt und der heutigen, ne, so, wir sind so bildlastig geworden.
Ich red jetzt gar nicht von Veränderungen in Bildern und Karrieren in den ganzen Kram, das meine ich nicht. Ich meine aber dieses die Konsumierbarkeit von Meinungen qua einem Bild oder qua einem kurzen Reel. Das ist eigentlich eine solche Komprimierung, dass man da überall mehr als einen Kurator davor setzen sollte. Das tut man aber nicht. Und das ist dann der Scheiß, der da rauskommt.
Das stimmt. Und das wird in Summe immer mehr. Jo. Was wir jeden Tag verarbeiten dürfen, deswegen, ja. Ja.
Ich hab noch 2, 3 Anmerkungen dazu. Und dann hab ich noch eine ganz wichtige Frage, meine liebe Witwe. Wir sind schon fast am Ende von der Zeit. Okay. Schade, schade.
Ich glaube, das wär 1 der vielen Podcasts, wo ich gerne 2 oder 3 Teile machen würde. Und noch ein letztes Mal die Dank an die Katharina, dass sie dich empfohlen hat. Das ist 'n unfassbar inspirierendes Gespräch. Ich wollte einen Aspekt noch zu dem, was Du gesagt hast, bei beifügen oder dir da auch beipflichten. Und zwar deswegen glaube ich, weil was Du sagtest zu den Kommunen und zu den Bürgermeistern, ich glaube, sehr, sehr viele Bürgermeister sind genau aus dem Grund, den Du genannt hast, auch parteilos.
Also es sind ja überproportional viele parteilose Bürgermeister, aber ich find's auch gut, weil Du dann auch und das ist auch wieder son Kommunikationsding, nicht von vornherein der CDU, FDP, SPD, whatever bist, sondern 1, der erst mal tendenziell offen ist für alles. Das find ich find ich clever und klug, was Du da gesagt hast. Aber ich hab noch eine Frage, die die die mich sehr immer umtreibt und die ich gerade auch in deinem Fall sehr, sehr wichtig find. Und Du hast gesagt, es kam extrem viel Gegenwind. Du hast in den digitalen Medien und in den Medien sehr viel hässliche Dinge über dich gelesen, falsche Dinge über dich gelesen, Kritik gelesen.
Und ich glaube auch, in deinem Weg als Unternehmerin, den wir jetzt ja so schon so nur im Stakato die Highlights son paar lustige oder wichtige Szenen durchgesprochen haben, wird's auch Downlights gegeben haben, wird's auch Misserfolge gegeben haben, wird's auch schwere Momente gegeben haben. Und meine Frage, gerade von 'nem Menschen, der so wandelbar ist in seinem Leben wie Du, wie gehst Du prinzipiell mit Kritik Hast Du da irgendwie 'n Tipp für uns? Gibt's da irgend 'n, auch in deinem Coaching vielleicht irgend 'n Tipp, den Du weitergibst? Also es ist sone Es klingt jetzt 'n bisschen meditativ, man darf das aber wirklich auch als bare Mensch nehmen. In die Lage zu kommen, etwas zu betrachten, ist unendlich wichtig bei Kritik.
Also wenn ich Kritik an mir, ob die Kritik richtig im Sinne von richtig beim Sender oder richtig beim Empfänger, nicht von das sind manchmal 2 Paar Schuhe, sondern es ist nur wichtig, dass Du das Gefühl, diesen Moment hast von, oh, Statuti ist fast weh, es ist ja Gefühl, ne? Kritik ist ja auch im Netz von Hölle so, Nee, oh und dann wird's vielleicht sogar noch peinlich, das hatte ich ja oft, die hatte ja unendlich peinliche Situationen in meinem Leben. Würde dich im Wirtszimmer eure Frage auf 'n Witz. Und es dann hinzukriegen, diesen Schritt zurückzugehen und nicht sofort zu antworten und dir den Mund zu halten oder sich umdrehen oder bei bei Präsentationen hab ich zum Beispiel gelernt, dass ich dann, ich musste dann aufs Klo. Ich musste mir 'n Schuh binden.
Ich hab mir dann so Tricks einfallen lassen, wenn's hart auf hart kam, aus der Situation rauszugehen, irgendwie aus der Situation rauszugehen, die Luft zu holen und 'n Ansatz zu finden, damit umzugehen. Und dann bin ich wieder reingegangen. Und das geht mir auch, glaube ich, heute so. Also ich hab mein Mann und ich, wir sind sehr unterschiedlich, auch in unserem Leben sehr unterschiedlich. Wir haben viel Anlass auch, zu diskutieren miteinander und wir haben lange lange miteinander gehadert, wie wir's hinkriegen.
Man muss sich ja da viel ausprobieren und da gehen auch viele Sachen erst mal zu Bruch. Aber am Ende haben wir's hab ich es geschafft, den Weg zu machen, dass tatsächlich, ich graus aus der Situation, ich geh in den Garten oder ich renn 1 Katze hinterher oder ich von mir aus koche ich eine Suppe und dann geh ich erst wieder zurück in die Situation. Und ich glaub, wenn man das gelernt hat, dann ist es nicht mehr so schlimm mit der Kritik. Also das ist meine Erfahrung dann gewesen. Aber das ist nix, was einfach so geht und deswegen ist meine Empfehlung, geh raus aus der Situation und verwende 'n Trick.
Also manche nehmen auch nur 'n Stift und lassen ihn bewusst fallen. Auch das ist schon der Moment, wo Du rausgehst aus der Situation. Und das hilft ganz oft. Aber ist nur 'n kleiner Tipp jetzt. Ich weiß nicht.
Na, ist aber 'n super Tipp und gibt's ja auch in verschiedenen Varianten, dass man sagt, überleg dir auch mal, wie wichtig ist das in 20 Minuten, in oder in 2 Minuten, in 2 Monaten, in 2 Jahren und so weiter. Ist das dann echt noch, hat das noch 'n Stellenwert und so weiter. Ja, ja. Aber es war mir schon mal wichtig, auch zu sagen, grade weil Du das erwähnt hast, diesen Gegenwind, diesen Politischen, da noch mal kurz drauf zu reflektieren. Mhm.
Ja, meine Liebe, wir sind schon fast durch, fast nur deswegen, weil ich noch sone Abschlussfragen rumda habe. Schade eigentlich. Ja, genau, die ich sag's ja, wir könnten eigentlich auch noch 'n zweiten Teil machen. Vielleicht machen wir das einfach auch irgendwann mal. Okay.
Oder ich komme nach Bad Gandersheim und ich komm mal zu dir Ja. Und dann gucken wir, guck ich mir die Katzen und den Garten und alles mal an. Das kannst Du dir gerne. Das können wir auch gerne Das kannst Du dir gerne machen. Ja, herzlich willkommen.
Das kann ich gerne mal machen. Genau. Dankeschön. Ja, also meine 1. Abschlussfrage wär, gibt's irgendwas, was ich dir hätte als Frage stellen sollen, was Du gerne beantwortet hättest, was ich nicht gefragt habe?
Das ist jetzt sind schon relativ Sätze so zusammengeschoben von dir, ne? Mhm. Mhm. Anders gesagt, gibt's irgendwas, was Du gerne noch unbedingt mitteilen möchtest? Also ich glaub, ich hab nicht Ich hab, glaub ich, das zu sagen, was viele sagen, die so viel Jahre in sonem Job drin sind und das ist Ich hätte mir gewünscht, ich hätte früher mehr Gelassenheit gehabt.
Ich hätte mir gewünscht, ich hätte früher Menschen getroffen, die sagen, so wie Du bist, bist Du richtig? Ich hätte, wenn ich das gewusst hätte, wie wichtig das ist, dass es das gibt, dann hätte ich mir diese Menschen gesucht. Das hab ich nicht gemacht. Ich hab viele Menschen mich rum gehabt, die gesagt haben, das kannst Du besser. Ich hätte viele Menschen mich rum, die gesagt haben, das schaffst Du auf gar keinen Fall und ich hatte zu wenig am Anfang gerade und das gilt halt fürs Jungsein ganz besonders eigentlich.
Und das ist vielleicht das, was ich anderen mitgeben kann, sucht euch Leute und geht in Menschen auf und ein, die zu euch sagen, so wie Du bist, bist Du richtig. Weil das stimmt immer. Also das ist schon das ist schon was, was was in unserem Job wie Marketing Ich meine, wir wir arbeiten in so 1 gigantischen Blase und wir arbeiten immer noch in diesem in diesem in diesem Ideal von wahrscheinlich hilft's, wenn wir jetzt diese Kampagne auf den Markt bringt. Wahrscheinlich schon, ne, aber in bringt. Wahrscheinlich schon, ne, aber ist es so?
Da kann man ja ganz unterschiedlicher Meinung sein, ne. Auf die Relevanz von Marketing kann man unterschiedlicher Meinung sein. Aber deswegen, weil es eben kein kein Beruf ist wie damals oder so, ist es so wichtig, Menschen zu haben, die einem den Rücken stärken und die nicht nur eben Anforderungen und Aufforderungscharakter mit einem sprechen, ne, sondern eben, schön, dass Du da bist. Hey, komm mal ein, alles gut. Mhm.
Ja. Hast Du gut gemacht. Ja. Sei mal stolz auf dich. Ja, sei mal stolz auf dich, genau.
Hab ich heute übrigens zu jedem, ich hab dir im Vorgespräch erzählt, heute war ich IHK als IHK Prüfer unterwegs und ich find's immer ganz wichtig, den jungen Leuten, wenn sie dann präsentiert haben, die sind natürlich durch, die haben schlecht geschlafen vorher und so weiter. Und wenn die dann präsentiert haben, sag ich grundsätzlich jedem, auch wenn ich denke, es war vielleicht fachlich nicht so toll, sag ich immer, Du kannst sehr stolz jetzt auf dich sein, Mhm. Dass Du das gemacht hast. Ich find das total wichtig. Also deswegen, ja, kann ich kann ich gut nachvollziehen.
Und tatsächlich und das schieb ich jetzt einfach noch rein, obwohl's nicht in mein Redaktionskonzept passt zum Motto, ich lass mich treiben, hab ich hier eine Frage stehen, die ich dir nicht gestellt hab? Ich hab 1000 Sachen hier stehen, die ich dir nicht gestellt hab, weil wir einfach viel zu wenig Zeit hatten. Aber tatsächlich hätte ich nach der ganzen Geschichte deiner Jugend, vor allem mit Fokus auf deinen Vater, aber auch deine Eltern insgesamt, deine Mutter kam 'n bisschen zu kurz an der Stelle, aber hätte ich die Frage hier stehen gehabt, haben deine Eltern dir eigentlich vermittelt, dass Du richtig, dass Du gut, dass das alles okay ist, so wie's ist? Also Du bist hier richtig oder Du bist richtig. War das 'n Gefühl deiner Jugend oder ist das 'n Gefühl, dass Du selbst erarbeitet hast dir?
Das ist 'n Gefühl, dass ich mir selbst erarbeiten musste. Also bei meinen Eltern steht schon der Satz, der innere Satz für meine Eltern ist, das kannst Du besser. Also mein Ehrgeiz, mein nicht ruhen können, mein mein triebig bleiben, das hab ich aus diesem Satz rausgeholt, leider, muss ich sagen. In mancher Hinsicht leider, weil ich hab diesen Satz lange falsch verstanden. Ich hab ihn abfällig verstanden, das kannst Du besser, ne und nicht, hey cool, aber das kannst Du besser.
Es war nicht der, es war dieser Satz, dieses war dieser Vaterton. Na ja, das War der Vorwurf als Motivation an der Stelle, ja. Ja, es ist ich hab den ja in meine Motivation dann umgemünzt. Das tut man ja als Kind. Also man schiebt das als Kind ja in die Ecke, in 1 Ecke, mit der man dann leben kann.
Und ich konnte damit leben. Ich hatte damit die Idee, okay, Hauptsache, ich mach's meinem Vater richtig und wenn der mich mal lobt, dann ist die Welt in Ordnung. Was er fast nie getan hat, deswegen war die Welt ja tatsächlich erst lange nicht in Ordnung. Und ich bin auch heute noch, ganz ehrlich, ich bin heute noch drauf hingewiesen, dass andere Leute sagen, das machst Du richtig, das machst Du gut. Ich ich zehre danach, ich umgebe mich auch viel mit Menschen, weil ich davon auch lebe, dass die Leute mich angucken und sagen, ach, das war jetzt 'n gutes Gespräch, dank dir dafür.
Das brauch ich. Ist so. Das ist meine Ego für mich. Übrigens, wenn wenn ihr da noch nicht drüber gesprochen habt, Du Katharina und Du, ihr seid ja nach wie vor in engen Kontakt, wenn ihr das richtig verstanden habt, dann könnt ihr dadrüber auch mal reden, denn das ist absolut paraterie bei euch, interessant, ne. Oder Du hörst mal den Podcast mit ihr, dann hörst Du das, ihr Vater Na ja, egal.
Da reden wir in andermal drüber. Gut. Ja. Meine Liebe, die letzte Frage, die ich habe Nein, gar nicht, stimmt überhaupt. Ich hab noch vorher noch eine Superkraft, ja, und die ist ganz wichtig.
Mhm. Ich hab nämlich noch eine Superkraft und die lautet, wenn Du heute Abend in deinem Zelt oder wo auch immer die Euglein schließt und dich für 6 Stunden in den verdienten Schlaf begibst, dann kannst Du dir was wünschen. Und egal, was es ist, Bürgermeisteramt in Bad Gandersheim, nie mehr Regen, keine Ahnung, für die Menschen, für die Welt, für dich persönlich, egal, was das ist, es passiert. Was wäre morgen anders? Das ist jetzt vielleicht 'n bisschen komisch zum Abschied, aber egal.
Ich also wenn ich mir was wünschen kann, dann würde ich mir wünschen, dass ich wüsste, dass ich auf jeden Fall noch mindestens 5 Jahre lebe. Mhm. Weil? Weil ich das nicht weiß, weil ich weil ich auf der privaten Ebene mit 'ner mit 'ner sehr beschissenen Krankheit zu kämpfen habe, mit Krebs. Das sieht alles nicht so lustig aus bei mir.
Das heißt, ich weiß nicht, wie lang ich Also ich hab wirklich keine Ahnung. Also ich bin das, was man austherapiert nennt, ne. Das heißt, es gibt jetzt keine Therapien mehr oder so was für Ich bin jetzt sozusagen in der Warteposition. Wie lange geht es noch, ne? Wie lange geht das noch gut und wie lange kann ich noch arbeiten?
Wann wird's zu schwierig? Wann fangen die Schmerzen an? Also da tut sich ja eine ganz gruselige Welt im ersten Schritt gruselige Welt auf. Ich beschäftige mich damit aber schon 'n paar Jahre, insofern ist die für mich nicht gruselig. Was ich aber wirklich furchtbar fände, ich hab dann irgendwann das gemacht, dass man eine Bucketlist lernt, also ne so einmal am Atlantik Austern essen, und lauter so Zeugs steht da drauf und arbeitet diese Bucketlist auch fleißig ab und ich brauch noch so viel Zeit.
Ich hab doch nicht, ich krieg das alles nicht in ein, 2 Jahre reingeprügelt, das weiß ich schon, weil ich auch arbeiten will. Insofern wär das mein Wunsch. Also weißt Du, was meine Meinung dazu ist? Mhm. Und die, ich habe leider kein Copyright auf die Wahrheit, auf den Wahrheitsgehalt, aber ich wünsche mir, dass mein Eindruck stimmt, ist, dass das Universum dir genau das gibt, was Du brauchst, glaub ich.
Das war in deinem Leben sehr oft so, hab ich den Eindruck und Ja, ja. Hat dich dahin gebracht, wo Du jetzt bist und Du bist bei 'ner soliden Sieben- bis 8 auf der Glücklichkeitsskala. Das in Anbetracht dessen, was Du gerade gesagt hast, ist umso wertvoller und ja, sehr schön. Deswegen, ich glaube, Du bekommst dir 5 Jahre. Okay.
Ich würd es dir auf jeden Fall wünschen und Das ist gut. Wünschen dir das. Das ist gut. Wünsch mir das auf jeden Fall, ja. Ja.
Und übrigens, wir sind alle in der Warteposition, immer jeden Tag. Ja, das stimmt. Ja, das ist richtig. Das ist auch gar nicht so schwierig. Aber es ist dann eine andere Situation, wenn man sich dessen bewusst ist.
Das versteh ich total. Das ist tatsächlich noch mal eine 1 andere und mir geht's gar nicht so sehr darum. Also ich hab so viel Leben gehabt, alter Spiele. Ich hab ja wirklich viel in meinem Leben gemacht. Ich will und kann mich auf keinen Fall beschweren, dass ich jetzt noch ganz viel machen muss, weil sonst mein Leben nicht komplett ist.
Mein Leben ist komplett und vollständig in allem, in wirklich allem. Kann dir überhaupt mir anders sagen. Aber ich hab diese verdammte Bucket List. Entweder ich streich da was oder ich beschließe, dass das Schicksal mir auch das noch zugutekommen lässt. Aber ich finde, grade bei der Affinität, die Du zu Worten und zu zu Wortmelodien und zu Ja.
Beräuschen und zu Momenten hast, finde ich, hast Du fast die Verpflichtung, daraus 'n Buch zu machen. Diese verdammte Bucket List wär der Titel. Und da könntest Du das alles und dein Leben mal aufschreiben, son bisschen autobiografisch in 'nem Roman verarbeiten. Ja. Das würde ich cool finden.
Ja, aber nichtsdestotrotz sind wir jetzt am Ende und ich hab die letzte Krit, hast Du eine Empfehlung? Du weißt ja, Du bist sozusagen über diese Frage hier reingerutscht und ich danke der Katharina zum vierten Mal und macht das auch sehr, sehr gerne. Das war 'n unheimlich inspirierendes Gespräch, auch grade mit mit den ganzen Aspekten, die Du reingebracht hast, ganz toll. Ja. Nicht?
Ich weiß, dass die Zuhörer, die wir haben, wir haben keine Millionen, aber die, die treue Zuhörer von Behind the Story sind, das sind Menschen, die genau solche Vieten lieben, die genau die Learnings da rausziehen und die die passen sehr gut zu dem. Ja. Und die Frage, hast Du 'n Mensch, eine Empfehlung für 'n Gast, wo Du sagst, Ja. Du, spannende Vita musst Du unbedingt mal einladen. Ja, Du lädst den Gerald Schamps ein.
Geri. Ja, den hab ich schon hier stehen. Gerald Schamps, den lädst Du ein, weil der hat wirklich ein 1 wirklich auch spannendes Leben. Der ist ja viele, viele Jahre Schröder und Schamps, der hat keine andere Agentur gehabt außer Schröder und Schamps. Mhm.
Er hat dann irgendwann bei anderen Agenturen noch Anteile gekauft, aber das ist eine andere Geschichte. Aber der hat irgendwann den Switch gemacht und hat angefangen, in ein in ein zweites Leben einzutauchen und das soll er dir gerne selber erzählen. Mhm. Ist auch ein, er hat auch wirklich eine spannendes spannendes Leben, spannende Vita hinter sich gebracht. Auch ein Mensch mit Brüchen, was vielleicht zu solchen Vita ja auch immer dazugehört.
Dass es Brüche gibt, die gibt's auch bei ihm und er hat einfach, er hat auch dieses Kommunikationsgen. Herrlich. Ja, genau. Also das kann Den kannst Du sich Ja. Den kannst Du auf jeden Fall nehmen.
Der ist gut. Ja, ich lade solche Menschen unheimlich gerne ein, weil dann auch das Gespräch so leicht ist und auch zwischen uns. Also ich hatte jetzt eher das Gefühl, wir kennen uns schon 20 Jahre, anstatt wir haben einmal miteinander telefoniert. Das war ein ganz unfassbar schönes Gespräch mit vielen Learnings und was ich sehr mag, ist immer, weil ich sage in meinen Vorträgen immer am Ende Gänsehaut lügt nie, weil ich sage, im Marketing sollten wir ein bisschen drüber nachdenken, was Menschen fühlen, wenn sie unsere Slogans hören, unsere Produkte nutzen und so weiter. Also fühlen ist 'n wichtiges Ding und ich hab mich sehr wohl gefühlt mit dir in dem Studio und ich hab mich auch Ich hatte auch den einen oder anderen Gänsehautmoment und dafür danke ich dir herzlich.
Oh, ich danke dir für dieses Feedback. Großartig, sehr schön. Ich hab mich auch wohl gefühlt. Sehr. Deswegen ich könnt jetzt auch einfach so dir weiter schnacken.
Das machen wir einfach tatsächlich mal auf der auf der echten und nicht nur auf der Tonspur. Ganz genau. Das machen wir auf jeden Fall. Ich dank dir dafür, dank dir für die Zeit, dank dir für die Einblicke in dein Leben und freu mich, wenn wir uns persönlich sehen. Danke, bis bald.
Bis ganz bald. Mach's gut. Bis bald. Tschüs. Tschüs.
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