Asien-Expertin warnt: Diese Fehler machen viele Anleger!
Worum es geht
RealUnit in KlartextFinanzen: Asien gilt für viele Anleger als die große Wachstumsregion der Zukunft. Doch genau hier passieren laut der langjährigen Asien-Ökonomin Christa Janjic Marti die größten Fehleinschätzungen.Nach fast einem Jahrzehnt vor Ort in Singapur und vielen Jahren Beratung institutioneller Investoren erklärt sie, warum Asien kein homogener Boom-Markt ist, weshalb sich China strukturell verändert, Japan an einem geldpolitischen Experiment arbeitet und andere Länder stark vom globalen Industriezyklus abhängen.👉 Für Anleger in Deutschland und der Schweiz bedeutet das:Wer Asien einfach „kauft“, investiert oft an der Realität vorbei.In diesem Gespräch geht es nicht um Schlagzeilen, sondern um das, was Kapitalmärkte wirklich bewegt – und wie man ein Portfolio strategisch richtig positioniert.💬 Schreiben Sie uns in die Kommentare:Sind Sie bereits in Asien investiert – oder beobachten Sie die Region noch?👍 Wenn Ihnen das Gespräch gefällt: Kanal abonnieren & Video teilen.
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Transkript
Also Japan ist wirklich in 1 äußerst verzwickten Lage. Also die Staatsschulden werden immer teurer für den Staat. Gleichzeitig haben sie ein Inflationsproblem. Für mich ist das also fast schon eine Schwellenlandkrise. Was bricht zuerst?
Ja, schon eine Schwellenlandkrise. Was bricht zuerst? Und das ist jetzt ganz klar, da bricht als Erstes mal die Währung weg. Das reflektiert einfach die Tatsache, dass China ein komplett abgeschoteter Finanzmarkt hat und das hat damit zu tun, dass die Kapitalverkehrskontrollen haben. Mhm.
Also insofern China wirklich ökonomisch und auch in Bezug auf die Finanzmärkte einfach eine Klasse für sich. Stellen Sie sich vor, also das das war einfach massivster Boom, den wir da hatten. Und die Bauwirtschaft, die war zu den besten Zeiten wahrscheinlich 20 Prozent dieser Wirtschaft. Es ist alles da reingegangen. Und das fällt jetzt einfach weg.
Das heißt, man muss sich drauf einstellen, China wird nicht mehr 8 Prozent wachsen, wird auch nicht 5 Prozent wachsen. Das wird sich auch bei 2 Prozent einpendeln. In Nordostasien werden vor allem IT und Halbleiter produziert. Deshalb läuft der Markt auch sehr heiß in Korea und Taiwan. Dieser koreanische Aktienmarkt hat sich verdoppelt in quasi 12 Monaten.
Würden Sie auch Geld investieren in die indische Wirtschaft? Auf alle Fälle. Das ist eine Wirtschaften. Sie ist noch nicht so transparent, das ist typisch. Dann sind die Margen dieser Firmen sind enorm, weil die müssen ja nur den Binnenmarkt verkaufen, das läuft gut.
Die haben genügend Konsumenten. Indien ist auch immer noch 'n protektionistisch unterwegs, also kann nicht jeder kommen und ihnen was verkaufen. Also hat sehr profitable Firmen, die eben zu gutem Margen 1 Unmenge Menschen Produkte und Dienstleistungen verkaufen können. Da gab's jetzt vor Kurzem einen einen Riesenskandal. Davon konnte man hier wenig lesen.
Ja, erzählen Sie. Herzlich willkommen bei Klartext Finanzen. Die asiatischen Märkte sind nicht nur bevölkerungsmäßig eine der größten Regionen der Welt sondern auch wirtschaftlich holen sie stark aus. Mit meinem heutigen Gast, Frau Christa Janitsch Marti, 1 Ökonomin und langjährigen ehemaligen Investmentbanking der größten Schweizer Bank UBS, hab ich heute speziell über die asiatischen Märkte gesprochen. Dabei haben wir einerseits die riesige Immobilienkrise in China thematisiert, andererseits auch die Probleme mit den japanischen Staatsanleihen sowie die Entwicklungen von China, die absolut unter dem Radar der westlichen Medien laufen.
Bleiben Sie unbedingt bis am Ende dran, dann erfahren Sie, was für ein riesiges Skandal der Finanzplatz in Singapur kürzlich erlebt hat. Mein Name ist Daniel Stüßig, ich bin Geschäftsführer der Reali Schweiz AG. Die Reali Schweiz AG führt aktuell eine Kapitalerhöhung bis zum sechsundzwanzigsten Februar durch. Das heißt, wir geben neue Aktien zu einem Vorzugspreis heraus. Wenn auch Sie, ein Teil Ihres Erspartes in Gold, Silber, sicher hier in der Schweiz gelagert, aber auch diverse Aktien investieren möchten, schauen Sie sich unbedingt diese Kapitalerhöhung an.
Informieren Sie sich jetzt unter Punkt d e. Ich wiederhole, Punkt d e. Besten Dank und nun wünsch ich Ihnen viel Spaß mit diesem Podcast. Liebe Frau Jannid Schmarti, herzlich willkommen bei Klartext Finanzen. Ich freue mich heute mit Ihnen über die Weltmärkte, aber speziell mit dem Fokus auf Asien, China zu sprechen und Ihre Einschätzungen einzuholen.
Herzlich willkommen. Danke. Sie sind das 1. Mal bei uns auf dem Kanal. Darf ich Sie bitten, sich kurz vorzustellen?
Wer sind Sie? Was machen Sie? Gerne. Ich bin Ökonomin und Anlageberaterin für institutionelle Kunden. Dazu zählen Pensionskassen, Stiftungen, Family Offices.
Und da mache ich die Begleitung in Anlagefragen und oftmals kommt es eben da auch zu ökonomischen Fragen. Es fasziniert mich und das erfüllt mich auch immer wieder in in diesen Kreisen, in institutionellen Kreisen, wo Leute eine große Verantwortung haben, das Geld anderer Menschen anzulegen, da 'n bisschen Transparenz, aber auch eine Ruhe und eine Struktur hineinzubringen. Ich ich stelle das immer wieder fest, dass wenn wir das mal dann gut aufgegleist haben, wenn die Struktur da ist, die Transparenz, da kehrt oft auch eine Ruhe und das Vertrauen in diese Gremien hinein. Mhm. Ja, das ist sehr wichtig, dass man da mit diesen Milliarden von Geldern, indem sie mit kühlem Kopf und Fakten die Entscheidungen trifft.
Absolut, genau. Jetzt darf ich Sie noch nach Ihrem Hintergrund fragen, Ihrem Werdegang. Sie sind jetzt seit 3 Jahren selbstständig. Was haben Sie davor gemacht? Ja, ursprünglich hab ich mal Ökonomie studiert.
Das war in Lausanne an der Hochschule Lausanne. Ich hab dann noch einen Master gemacht in England an der University Davon war ich 8 Jahre in Singapur und hab da vor Ort die asiatischen Märkte betreut, vor allem Südostasien. Aber Südostasien kann man nicht individuell oder isoliert betrachten, da muss man immer auch den nordöstlichen Teil des Kontinents betrachten. Später nach dieser Ökonomikarriere bin ich dann mehr auf die Anlageseite gewechselt und habe als Beraterin gearbeitet, eben auch wieder für institutionelle Anleger hier in der Schweiz, für 10 Jahre bei 1 kleinen Mission Beratungsfirma. Und da war ich dann zuständig eben für das Konstruieren von Anlagestrategien, aber auch die in sehr spannenden Zeiten.
Die USA als bisheriger Hegomon kämpft an verschiedenen Fronten die Vorherrschaft. Jetzt wie würden Sie in ein paar Sätzen den Zustand der Weltwirtschaft beschreiben? Ja, der Weltwirtschaft geht es gar nicht so schlecht, wie gemein ihn angenommen oder wie auch kommentiert wird. Das stell ich immer wieder fest. Gerade die USA, die die ist im letzten Jahr nochmals gut gewachsen, die wahrscheinlich sogar überdurchschnittlich.
Wir haben das 4. Quartal, die gibt Zahlen noch nicht. Aber so wie das aussieht, ist die USA im vergangenen Jahr nochmals wirklich schön gut gewachsen zwischen zweieinhalb, 3 Prozent. Und ich glaub, wo wirklich eine Fehleinschätzung besteht, ist bezüglich Europa. Auch in Europa geht es gar nicht so schlecht, wie man das eben annimmt und wenn man die Presse liest, wird Europa extrem schlecht geschrieben.
Ich sehe vor allem in Europa die Schwäche in Deutschland, das sehe ich tatsächlich, auch in der Schweiz. Das hat sich da auf die Schweiz ausgewirkt, auch in Österreich. Also diese Dachregionen, die sind zwar nicht in 1 Rezession oder ja oder waren, Deutschland war in 1 Rezession, die war auch 'n bisschen tiefer als vorher gedacht. Aber was ich halt sehe, ist, dass es außerhalb der Dachregion eigentlich Europa recht gut geht. Mhm.
Wenn man die Wachstumszahlen anschaut jetzt für 20 25, ja, auch da hat Europa gut ein Prozent, 'n bisschen mehr sogar hingebracht und ja, sieht dann wirklich nicht so schlecht aus. Es sieht natürlich auch nicht wahnsinnig, es ist keine boomende Weltwirtschaft. Wir sind nicht am Überhitzen, aber es ist nicht schlecht. Ich würd's einfach, ich würd's als moderates Wachstum bezeichnen. Mhm.
China, das ist wirklich, da geht's schlecht. Das können wir nachher werden wir sicher noch mehr auf China zu sprechen kommen. Ja, wirklich China hat große Herausforderungen. Genau. China werden wir noch besprechen, möcht ich noch beim großen Ganzen Bild bleiben.
Man spricht heute auch in der Ökonomie von der multipolaren Welt. Präsident Trump mit seiner Administration hat auch kürzlich in Davos kommuniziert. So die Globalisierung ist zu Ende, wacht endlich auf. Jetzt, was bedeutet diese Entwicklung aus Ihrer Sicht konkret für Anlegerinnen und Anleger? Ja, ist eine ist eine wichtige Frage.
Ich mach jetzt eine kleine Klammer auf. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie Anfang, zu Beginn des Jahres kommen ja die meisten Banken und Vermögensverwalter mit diesem Ausblick fürs Jahr. Ich und Vermögensverwalter mit diesem Ausblick fürs Jahr raus. Und in den letzten 2, 3 Jahren höre ich immer wieder die Ärzte, dieses Jahr ist es ganz speziell unsicher und schwierig. Und ich denke einfach so auf meine dreißigjährige Karriere zurück und ich denk, es ist jeden Januar ist es unsicher, wie die Welt sich entwickelt.
Wir wissen's jedes Jahr nicht, was auf uns zukommt. Und ja, natürlich fühlt es sich sehr viel unsicherer an, immer, das bedeutet für Anleger, ja letztendlich einfach nicht nicht glauben zu wollen und auch nicht zu glauben, dass die Welt, dass wir wissen, wie die Welt aussieht. Also sich wirklich darauf einlassen, dass wir es einfach nicht wissen. Mhm. Und dass wir es einfach nicht wissen.
Mhm. Und aber auch das wenige, also wir wissen halt schon, wo wir stehen und da kommen wir später sicher auch noch drauf. Also wie sieht es auch mit den Bewertungen aus an den Finanzmärkten? Das wissen wir. Und sich auch da Gedanken zu machen.
Und letztlich glaube ich, es geht einfach wirklich darum, dass man ein Portfolio hat, das diversifiziert ist. Mhm. Das klingt jetzt sehr abgedroschen, aber es ist einfach so, es hilft zu diversifizieren über Anlageklassen und vor allem auch über Regionen und Sektoren. Und ich glaub, das ist eben schon das Wichtigste, wenn man denkt, dass einfach die Zukunft wissen wir nicht. Ja, absolut bei Ihnen.
Und ich denke auch, man muss unterscheiden zwischen der ganzen Politik und Presse, die das uns vermittelt und dann den einzelnen Unternehmen, Ja. Die oft global unterwegs sind und natürlich unabhängig von der Politik sich aufstellen, nachhaltig ihre Geschäftsmodelle zu verteidigen. Und dort, oder? Und wenn ich da gleich selber so. Zum Teil denke ich, ja, ich kenn, ich weiß doch, wie es kommt.
Ich bin so überzeugt von 1 Meinung, so kommt's jetzt. Mhm. Und schon 2 Tage später kommt's dann einfach anders. Und ich schau dann zurück und muss mich wieder reflektieren und überlegen, wie konnte ich so sicher sein, dass es so kommt? Und das finde schon, das macht auch 'n bisschen demütig, wenn man diese Erfahrung gemacht hat, dass man weiß, wir wissen's einfach nicht und deshalb nicht zu spekulieren auf ein bestimmtes Outcome.
Mhm. Absolut. Jetzt welche Ereignisse und Marktdaten beobachten Sie besonders aufmerksam zurzeit und wieso? Ja, ich würde gerne sagen, ich beobachte diese ganze Trump Berichterstattung nicht, also dass das nicht dazugehört, aber leider kann ich das nicht sagen. Ich würde das gerne ausblenden, aber das kann man nicht.
Der Herr Trump ist Präsident der größten Volkswirtschaft der Welt, ist in einem Land, wo halt die Finanzmärkte dominiert werden, also die amerikanischen Aktien dominieren die Weltmarktindizes, amerikanische der der Treasury Market, also die der Anleihemarkt für Staatsanleihen, das ist der größte Markt der Welt. Und auch der Dollar ist einfach die wichtigste Währung der der Welt und auch der Dollar ist einfach die wichtigste Währung der Welt. Also wir haben da eine relativ schwierige Kombination, dass wir da ein so ein wichtiges Land mit so wichtigen Finanzmärkten haben und ein Mensch, der der wirklich alles daran setzt, alles zu ändern und und auf seine Art und Weise nicht immer sehr an, also also ich würd sagen sehr unangenehm, die Welt verändern zu wollen zu seinen Gunsten. Also ich schau da ganz klar hin, weil ich einfach auch weiß, dass diese Veränderungen verunsichern und ich weiß, dass letztendlich ist die Wirtschaft, die Konjunktur ist ein ganz, es für die Konjunktur. Mhm.
Für die Konjunktur. Mhm. Also da schaue ich genau hin. Das ist das eine. Dann fällt mir halt auf in USA, das sieht man das vor allem da mit dem Arbeitsmarkt, der lahmt, der wird müde.
In den USA sind nicht mehr neu viele neue Stellen geschaffen worden. In den jüngsten Monaten. Da schau ich ganz genau hin. Wenn die Leute dann einfach nicht mehr so schnell eine Arbeitsstelle scheint mir scheint mir nicht so im Mainstream zu sein. Aber wenn ich schaue, was in USA 'n Häusermarkt läuft, das verunsichert mich auch, es macht mir 'n bisschen Sorge.
Ich sehe, dass die Häuserpreise stark gestiegen sind. Ich sehe aber auch, dass das der dass dass es keine Transaktionen mehr gibt im Moment, dass der Markt ist wie eingefroren. Und ich sehe auch, dass es viele Häuser zum Verkauf gibt. Das weiß man, das sieht man's so gar nicht oder das hat man nicht das Gefühl, dass das 1 1 1 Thema ist in der Presse, aber es gibt viele unverkaufte Häuser. Es wird nicht mehr viel gebaut.
Also da schau ich auch ganz genau hin, weil das wissen wir genau, wenn die Häuserpreise dann mal fallen sollten, das macht einfach auch wieder wieder. Menschen fühlen sich ärmer, sie sind dann eigentlich auch natürlich, sie verlieren an an Wert, also die die Häuser verlieren an Wert und damit bricht dann auch das ein nicht das Einkommen, sondern das Vermögen reduziert sich und das hat auch wieder Auswirkungen auf die Konjunktur. Mhm. Also zusammengefasst, das sind so die, die die, das ist wirklich alles halt 'n bisschen Amerikalastig, aber ich hab's erklärt, Amerika ist halt sehr wichtig für die globale Konjunktur. Ja, da möchte ich noch nachfragen.
Aus meiner Sicht ist ein Grund, weshalb sich die Häuser oder Immobilien in den USA nicht mehr so leicht verkaufen, die hohen Zinsen. Da sprechen wir von 5, 6, 7 Prozent Hypotheka Zinsen. Ist auch ein Grund, weshalb Trump, also vehement Paul, den Vorsitzenden des Fed, drängt, auch medial sehr aggressiv vor die Zinsen zu senken. Und auf der anderen Seite hat die USA riesige Staatsschulden alleine für die Zinslast, die die USA zahlen müssen, hat ja unterdessen das Militär etwa überschritten. Also wir reden da von über 1000 Milliarden an Zinszahlungen jedes Jahr.
Was denken Sie, in in welche Richtung könnte sich das entwickeln und wie lange hat man noch Vertrauen in dieses heutige System des Schuldenmachens? Ja, wenn ich jetzt die Kristallkugel hätte. Die, also ich würd mal sagen, das dauert länger, als wir denken. Mhm. Und das ist auch wieder so die Erfahrung aus den letzten 25, 30 Jahren.
Missstände, die offensichtlich sind, die können sich einfach für eine längere Zeit halten. Und irgendwann kommt man dann zum Punkt, wo man's gar nicht mehr sehen will und das wird, dann wird's gefährlich. Mhm. Und es braucht halt immer auch 'n Auslöser, der dann das Ganze zum Einbrechen bringt. Und dass ich im Moment außer der Geopolitik oder vor allem auch, also vor allem der Politik der USA, von Trump, ich sehe im Moment kein richtiger, wichtiger Auslöser.
Die Inflationszahlen in USA, die sind jetzt eigentlich recht gut, sind auch 'n bisschen Kann man sich fragen, ob die dann auch wirklich immer noch so stimmen. Reicht wieder eine kleine Klammer auf. Ja. Und das hilft natürlich, Ja, ja. Dass die Jahresteuerung dann runterkommt, also ein bisschen ein statt Man könnte von einem statistischen Effekt in einem Schwellenland würde man sagen, da wird gemogelt.
Bananenrepublik, ja. Genau, aber dass man also einfach, dass man das auch im Auge behält. Aber ich seh jetzt nicht ein einen großen Inflationsanstieg in den USA, der uns dann überraschen sollte. Insofern eben, das ist ja eigentlich traditionell, sind's dann die Zinsen noch sofern eben, das ist ja eigentlich traditionell, sind's dann die Zinsen oder die Zinsen, die steigen, weil die Zentralbanken die die die die die Leitzinsen erhöhen müssen. Das seh ich jetzt nicht so der Fall.
Insofern glaub ich schon, der das kann noch eine Weile so dauern. Kann mir das gut vorstellen, solang sie solange vor allem die amerikanischen Assets, also die Finanzanlagen gefragt sind, Mhm. Sehe ich jetzt noch kein Problem. Mhm. Und die Alternative ist was, das ist ja auch immer die Frage, ja.
Das ist ja immer die das Thema, wenn wir von Dollarschwäche reden, gegenüber welchen Währungen wertet sich denn der Dollar ab? Absolut. Und ich glaube, wenn ich da noch 'n Punkt machen kann, ich glaub, die größte Abwertung, die wir bisher gesehen haben, ist gegenüber dem Gold. Na, das ist ja das Thema und da sehe ich schon, wie wie wenn der Markt sich son bisschen zweiteilt. Zum einen glaubt man an Amerika, man glaubt an die Finanzmärkte, man glaubt an an die Dominanz auch der USA, kauft amerikanische Finanzanlagen, man kauft 'n Dollar und andererseits hedged man sich auch.
Und da kauft man dann eben Gold und Silber. Und das ist schon etwas Neues, das ich beobachten kann. Absolut. Ist ein gutes Stichwort betreffend auch den der Finanzierung der Staatsschulden der USA oder? Wenn man die Notes oder auch langfristigen Anleihen anschaut, dann hat sich in den letzten Jahren schon eine Verschiebung, konnte man beobachten, vor allem auch von asiatischen Ländern.
Also China war jahrelang eine der größten Finanzierungen und und und Japan möchte ich auch noch kurz thematisieren. Was hat das für eine Auswirkung, wenn jetzt diese Länder nicht mehr Staatsanleihen zeichnen, sondern eben in Edelmetalle wie Gold und Silber flüchten? Letztlich wird das einfach im Preis und und dann in der Verfallrendite reflektiert werden. Und ja, es wäre auch richtig, dass die USA mit vor diesem Hintergrund dieser Politik, dieser absolut nicht nachhaltigen Politik, wenn die USA mehr bezahlen müsste, macht sie auch. Also die Zinsen, die Zehnjährigen in den USA sind ja bei 4, über 4 Prozent.
Also sie bezahlt auch, sie sind auch immer noch relativ hoch, wenn man so das betrachtet, wenn man's vergleicht mit Europa. Die USA bezahlt mehr als Griechenland. Kommen wir noch zu Japan. Japan hat ja jahrelang eine Nullzinspolitik gefahren, konnte sich sehr günstig finanzieren, hat eine, wenn nicht sogar die höchste Staatsverschuldung mit über 250 Prozent hab ich jetzt im Kopf. Und jetzt in den letzten Wochen ist der Anstieg der Zinsen für japanische Staatsanleihen sehr stark gestiegen.
Auf was führen Sie das zurück? Ich schau da ganz genau hin. Ich find das einerseits sehr faszinierend, ich find's aber auch beängstigend. Sie haben's erwähnt, diese Staatsschuld, die ist gigantisch, die ist gigantisch. Und die sind jetzt nochmals gestiegen, diese diese gestiegen, diese diese Renditen.
Zurückzuführen ist es auf die Politik, ist immer die Fiskalpolitik, die dahinter steckt. Es ist die Wahl der der der neuen Regierung, respektive, sie sind immer noch dieselbe Partei, aber eine neue Premierministerin, die ganz klar expansive fiskalpolitische Pläne hat. Und das goutiert der Markt jetzt auch nicht mehr so. Ich bin sehr gespannt, wie das weitergeht, weil wie Sie das sagen, irgendwann bei dieser Schuldenlast, ja, da tut das weh. Und doch und doch im Vergleich zu den USA.
In den USA, da brauchen wir internationale Käufer dieser Schulden. Das kann die aber müsste es, also es wäre zu einem ganz anderen Preis. In Japan sind es vor allem die die eigenen Leute und Institutionen, die japanische Schulden kaufen. Mhm. Also sie sind irgendwo weniger fragil, weniger verwundbar als in Amerika.
Und doch, denke ich, ist Japan einfach so das das, also das Versuchskaninchen. Wie weit können wir die Fiskalpolitik treiben? Wie weit geht der Krug, bis er bricht? Und in eben schaue ich das mit Faszination, aber auch mit Sorge an. Aber was was wenn dann die folgen, wenn der Markt jetzt sagt, das Vertrauen ist jetzt weg?
Was würde das für für Japan heißen? Ja, das haben wir ja auch schon gesehen. Dann kommt dann die Zentralbank rein, die hat schon die Zentralbank rein, die hat schon sehr viele Staatsanleihen gekauft, hat das jetzt in den letzten Jahren 'n bisschen auslaufen lassen. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, jetzt bei diesen Renditeanstiegen, dass da die Zentralbank wieder einschreiten würde Mhm. Und halt diesen Bondmarkt so zu stabilisieren versucht.
Und das hat sie schon gemacht, deshalb waren auch diese Zinsen in den letzten 20 Jahren sehr tief, hätten angesichts der Fiskalanlage schon viel höher sein müssen. Und die Frage ist, wie lange kann das die Zentralbank so steuern? Aber ich erwarte, dass die das in den nächsten Monaten, Jahren kommt die Zentralbank wieder und stützt den Markt. Okay. Sind ja nicht nur die Zinsen auf Staatsanleihen, die gestiegen sind, sondern generell auch für für Unternehmen, die Kredite beziehen von Banken.
Was für eine Wirkung, Behaffen Sie mich da nicht auf Zahlen, aber ich hab mal eine Studie gesehen, dass eben höhere Zinsen eigentlich tendenziell für den Konsum, für den Privatkonsum gut sind, weil irgendjemand hält diese Staatsschulden ja. Also irgendjemand kriegt Waagschale. Für Unternehmen Waagschale. Für Unternehmen, da kenn ich die Zahlen zu wenig. Ich weiß nicht, ob die Nettokreditoren oder Nettodebitoren sind.
Ich gehe jetzt davon aus, Nettokreditoren. Also insofern würde das dann schon auch irgendwann wehtun, wenn die Zinskosten so steigen, wie sie's in den letzten 18 Monaten gestiegen sind. Mhm. Okay. Und das ist halt schon irgendwo auch, also Japan ist wirklich in 1 äußerst verzwickten Lage, ne.
Also jetzt ziehen diese am langen Ende eben diese Verfallrenditen, also die Staatsschulden werden immer teurer für den Staat. Gleichzeitig haben sie ein Inflationsproblem, mehr quasi. Also die Inflation ist jetzt nicht mehr runtergekommen wie in der im Rest der Welt. Das scheint die Zentralbank doch langsam auch zu beunruhigen, deshalb haben sie ja die Zinsen in ganz in kleinen Schritten angehoben. Und das ist schon eine schwierige Ausgangssituation.
Vor 10 Jahren, als sie zuerst oder vor 15 Jahren, als sie angefangen haben, diese eigenen Schulden zu kaufen, also die Staatsschulden zu kaufen, da war die Inflation eben bei 0 oder da haben die Deflation. Da konnte man so viel Staatsschulden kaufen, wie man wollte. Das das hat dann nicht eine inflationäre Tendenz ausgelöst. Und heute ist das eine ganz delikate Operation, dass man einerseits natürlich Anleihen kaufen will, damit man diese Zinsen für die Staatsschulden runterbringt. Und gleichzeitig muss man die Geldpolitik auch strafen, damit die Inflation dann nicht aus dem Ruder gerät.
Mhm. Also ganz eine schwierige, verzwickte, aber auch faszinierende Situation. Ich empfehl es wirklich allen, da einen guten, einen Blick auf Japan zu werfen. Es ist, Japan macht's uns vor, wo dann der der Punkt, wo wo der wo's bricht. Mhm.
Und und wenn ich da noch 'n Punkt anfügen darf, man sieht's ja schon im Yen, der hat das vorweggenommen. Der hat eigentlich die Krise vorweggenommen. Also die die Abwertung dieser Währung, die wir in den letzten 3, 4 Jahren gesehen haben, ja, das das hab ich bisher nur in Schwellenländern gesehen. Für mich ist das also fast schon eine Schwellenlandkrise, dass da mit dieser Währung passiert und das schon so für mich auch ein wie so der Versuchsobjekt, was bricht zuerst? Und das ist jetzt ganz klar, da bricht als erstes Mal die Währung weg.
Wie sich das weiterentwickeln wird, ich glaub, im letztendlich die Zentralbank kann ja ihren Markt stabilisieren, so viel sie will. Sie kann auch eine Inflationsperiode weiter überbrücken. Aber das heißt einfach, die Währung wird nochmals, die Währung zeigt wo wo, das ist das Ventil quasi. Da geht einfach dann die Luft raus. Absolut.
Aber wenn wir noch auf das diversifizierte Portfolio vom Anfang zurückkommen, würden Sie schon auch empfehlen, einen kleinen Teil in japanische Aktien zu investieren? Ja, unbedingt. Ich finde, die japanischen Firmen sind interessant. Ich sehe auch diese Industriefirmen, die die haben so wieder ein Revival, die sind die haben gute Produkte, die haben auch inzwischen 'n bisschen mehr Immigration. Japan hat, ich seh vor allem chinesische Ingenieure, die aus China weggehen nach Japan.
Also da bin ich, da glaub ich wirklich, da da da da sind gute Firmen. Aber wenn ich eben dieses Gemengelage Gefüge anschaue, dann würde ich sagen, ja, hedgen wir mal diese Währung ab. Es kostet nicht so viel, weil die die Zinsen gar nicht sehr stark anheben können. Mhm. Und der Hedge, die Hedgekosten reflektieren ja eigentlich der Zinsunterschied beim kurz am kurzen Ende, also die kurzfristigen Zinsen.
Wenn da der Unterschied groß ist, dann sind die Hedgefosten hoch und umgekehrt wie jetzt in Japan. Der Unterschied zur Schweiz ist minin, das heißt, diese Hedgefosten sind relativ tief. Das lohnt sich dann. Gut. Verlassen Sie mal Japan und sprechen wir generell über Asien.
Aus Europasicht ist so Asien seine also ein 1 homogener Raum, aber Sie waren, Sie haben's erwähnt, viele Jahre in Singapur. Was wie würden Sie unseren Zuschauern sagen, wie wie ist da der Länderunterschied? Welche gibt es Länder, die die boomen? Gibt es Länder, wie wie China haben Sie erwähnt, eher wirtschaftlich schwach ist? Wie kann man so ein Gesamtbild der asiatischen Wirtschaft darstellen?
Ja, Asien ist groß. Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Asien. Und ich würd halt schon, ja, die sieht man sieht man schon, wie diese Wirtschaft strukturiert ist, wie das BIP ist, also was China in den letzten 20 Jahren an Wachstum rausgebracht hat, das wird, wage ich zu behaupten, von niemandem mehr es so wiederholt werden. Das ist wirklich außerordentlich. Also insofern für mich ist China einfach eine eigene Klasse und nicht nur wegen dem Wachstum.
China ist auch ganz anders, insofern dass es komplett geschlossene Finanzmärkte hat. Wie viele chinesische Aktien besitzen Sie? Eine, aber via New York. Und wie viele chinesische Bonds? Keine.
Genau. Es ist der zweitgrößte Obligationenmarkt der Welt. Okay. Und praktisch niemand hat das chinesische Obligationen im Portfolio. Auch der chinesische Aktienmarkt.
Also typischerweise sind in Schwellenländern sehen wir, dass so 25 bis 30 Prozent des lokalen Marktes wird von ausländischen Investoren gehalten. In China ist das im einstelligen Bereich und im tiefen einstelligen Bereich. Das reflektiert einfach die Tatsache, dass China ein komplett abgeschoteter Finanzmarkt hat und das hat damit zu tun, dass die Kapitalverkehrskontrollen haben. Mhm. Also insofern China wirklich ökonomisch und auch in in Bezug auf die Finanzmärkte einfach eine Klasse für sich.
Ja, dann haben wir natürlich, Japan haben wir angesprochen, ich nehm das jetzt aus. Und dann würde ich sagen, haben wir viele exportorientierte Länder und das sind und wenn ich Exporte sage, sage ich vor allem Industrieexporte. Mhm. Das macht für mich, das ist für mich Asien, ne. Das sind eben Länder wie Taiwan, Korea, dann auch Südostasien.
Die leben halt vom globalen Zyklus und die sind im Grunde genommen nicht viel anders als Europa. Okay. Also da würde ich auch sagen, wenn ich auch die Finanzmärkte anschaue, ein taiwanesischer Finanz-, also Aktienmarkt, der reflektiert eigentlich einfach Nasdaq. Also das ist dann noch noch von den Produkten anders. In Nordostasien werden vor allem IT und jetzt diese Halbleiter produziert.
Deshalb läuft der Markt auch sehr heiß in Korea und Taiwan. Diese Aktienmärkte sind ja, also koreanische Aktienmarkt hat sich verdoppelt in quasi 12 Monaten. Das sind einfach Industrieexporte. In haben wir noch 'n bisschen mehr so Zulieferer für diese für diese Halbleiterindustrie. Aber die laufen einfach, wenn's der globalen Konjunktur gut geht, geht's denen auch gut.
Mhm. Das ist so dieser diese Gruppe. Dann haben wir noch ein paar wenige, die auch halt Rohstoffe exportieren. Mhm. Das vergisst man.
Und zum Beispiel in Indonesien zähle ich da dazu, die profitieren vor allem vom Wachstum oder haben vor allem vom profitiert vom Wachstum in China. Denen geht's stabil, aber die boomen jetzt nicht. Also boomen, wenn ich das so anschaue und wenn man und ich schau jetzt nicht auf den auf die Finanzmärkte, sondern wirklich auf auf die Wirtschaft, Wo man tut eigentlich kein Land, vielleicht Indien? Das wär so das Einzige, das gut robust läuft. Mhm.
Ja, sprechen wir ja noch etwas über Indien ist ja bevölkerungsmäßig einst, wenn nicht sogar das größte Land weltweit. Wie geht es der indischen Wirtschaft? Ja, also Indien hat so halt auch konjunkturelle Schwankung im Moment. Letztes 2 Jahre war's 'n bisschen schwierig, jetzt seh ich auch, dass die Banken wieder anfangen, eher Gelder zu Kredite zu vergeben. Das ist immer so als Indikator 1 der Indikatoren, die ich genau hinschaue, weil das sind, das ist auch der Unterschied, sagen wir, zu USA in Asien, die Firmen finanzieren sich noch ganz traditionell über das Bankenwesen.
Gibt auch den Bondmarkt, jetzt auch in in in China, sind wir ein reger Obligationenmarkt, auch wo sich Firmen da so Geld leihen können. Aber die Haupt der Hauptkanal sind einfach immer noch Banken. Und das gibt uns Ökonomen immer ein gutes, ein guter Indikator. Wenn ich sehe, dass diese Bankkredite wieder ansteigen, dann weiß ich, konjunkturell kommt's dann wieder. Und das sehen wir im Moment in in Indien, das steigt jetzt wieder an.
Das ist so das Konjunktuelle. Indien profitiert auch sehr davon, dass sie ja relativ günstiges russisches Öl kaufen können. Die die kriegen das russische Öl und das hilft ihnen enorm, ihre ihre Energiekosten zu zu kontrollieren. Ich glaube aber, da bestehen zum Teil zu optimistische oder zu illusorische Hoffnungen in Bezug auf das, was Indien kann oder auf in Bezug auf das indische Das Potenzial ist da, das ist immer da, das ist seit 30 Jahren da, aber dass dieses auch wirklich, dass sich das entfaltet, braucht es schon meines Erachtens letztlich auch in Indien einfach einen Industriesektor. Das ist so mein meine These, dass es, warum gewisse Länder in in Asien, Südost, Asien, nehmen wir Vietnam.
Was was was hat da was hat Vietnam, das Indien nicht hat? Vietnam hat einen Riesenindustrysektor und nicht im High End, ja. Das ist wirklich so, die die machen Zulieferer für die machen Zulieferer für, die machen kleine Teile, die machen auch noch das billige Sachen. Da sind noch Schuhe, werden da produziert und Textilien und Spielzeuge. Und damit, das ist für mich so der Beginn der wirtschaftlichen Entwicklung.
Warum? Weil das sind Länder, die haben sehr viel große Bevölkerungszahlen, ja. Die haben viele Menschen, viele Menschen, die auch nicht unbedingt gebildet sind, jetzt in Indien vor allem. Viele Menschen, die nach wie vor in der Landwirtschaft arbeiten. Und der größte Wachstumsschub sieht man einfach, ist, wenn man die Leute quasi quasi vom Feld in die Fabrik bringen kann.
Aber dafür braucht es Fabriken und es und da werden Jobs kreiert. Mhm. Und das ist sehr wichtig, ja. Dieses diese dieser Übergang quasi diese Millionen Leute quasi aus der Landwirtschaft reinzubringen in die Industrie. Und das sehe ich einfach in Indien nicht oder viel zu wenig.
Indien setzt auf Services, auf Dienstleistungen und das funktioniert nicht. Da braucht es. Und das funktioniert nicht. Da braucht es gut ausgebildete Leute, die hat Indien, aber die Mehrheit ist es nicht. Und da sehe ich schon die Hoffnung, dass Indien dann mal zum zweiten China wird, das da glaube ich nicht dran.
Indien hat wirklich auch Fortschritte gemacht, dass ich seh vor allem große Fortschritte in im im Zurückhalten des Kapitals. Früher hat auch Indien sehr viel Kapital exportiert, weil die Leute dem eigenen Bankensystem nicht trauten. Das Geld bleibt heute im Land, das wird auch im Land investiert. Also da hat Indien Riesenfortschritte gemacht. Aber ich sehe einfach noch keine große Bewegung oder große Welle der Fabrikinvestitionen, wo dann eben diese Hunderte von Millionen von Leuten quasi Arbeitsstellen kriegen.
Mhm. Okay, sehr spannend. Würden Sie auch Geld investieren in die indische Wirtschaft? Auf alle Fälle. Das ist eine Wirtschaften, sie ist noch nicht so transparent.
Das ist typisch, dann sind die Margen dieser Firmen sind enorm, weil die die müssen ja nur den Binnenmarkt verkaufen, das läuft gut. Die haben genügend Konsumenten. Indien ist auch immer noch 'n bisschen protektionistisch unterwegs, also kann nicht jeder kommen und ihnen was verkaufen. Also hat sehr profitable Firmen, die eben zu gutem Margen 1 Unmenge Menschen Produkte und Dienstleistungen verkaufen können. Sehr gut, dann verlassen wir Indien und fokussieren uns auf China.
China hat ja eine schlimme Immobilienkrise hinter sich und ja, damit traditionell auch verbunden sehr viel Wertverlust für Privatpersonen, soweit ich gelesen habe, aber Sie kennen sich da besser aus, bitte korrigieren Sie mich, sehr viel Altersvorsorge mit Wohnungen gekauft und und so weiter. Wie beurteilen Sie jetzt die aktuelle Lage? Hat sich die Immobiliensituation, der Immobilienmarkt in China erholt oder wo stehen wir dort? Nein. Also wir sind noch nach wie vor mitten in der Krise.
Und ich erwähne hier wirklich das Wort Krise. Also ich nehm das Wort Krise im Mund, weil für mich ist das wirklich eine Immobilienkrise und nicht eine Finanzkrise. Mhm. Und ich glaub, auch da wird oft einfach falsch über China geschrieben. China hat keine Finanzkrise.
Eine Finanzkrise wäre, dann sehe ich 'n Aktienmarkt, der an dem den Boden, Aktienmarkt, der an dem den Boden unter den Füßen wegfällt oder eine Währung gerade in Schwellenländern. Ein Schwellenland, das in 1 Krise steckt, hat eine Währung, die einfach mal 50, 60 Prozent einbricht. Der chinesische Renminbi ist eine der stärksten Währungen weltweit. Also keine Finanzkrise, aber Sie sagen's richtig, es ist wirklich eine Immobilienkrise. Und Immobilienkrisen sind immer sehr schmerzhaft.
Die dauern lang, die betreffen alle, die haben oft dann auch ein Problem mit den Banken zur Folge. Das sind das sind die schlimmsten Rezessionen. Mhm. Und das sehen wir schon in China genauso, aber denken Sie sich Immobilienkrise in Spanien nach der nach der Finanzkrise einfach mal sehen. Mhm.
Das ist der Zustand der chinesischen Bauwirtschaft. Und da mach ich jetzt, hol ich 'n bisschen aus. Ich find das einfach äußerst faszinierend, dass, stellen Sie sich vor, China wurde in praktisch 20 Jahren gebaut. Das vergisst man immer wieder. Mhm.
Im letzten Jahrhundert, wir hatten die die die Revolution, da wurde zerstört und sicher nichts gebaut. Nach der Revolution war das Land einfach mal geschockt und ich würd sagen einfach, das das musste sich wieder aus dieser schrecklichen Situation, aus dieser Lage wie wieder erholen. Und erst so gegen Ende der Neunzigerjahre kam da, also es kam schon früher Mitte Siebzigerjahre mit Deng Xiaoping, der hat wirklich versucht, dem Land ein in neue Ausrichtung zu gehen. Aber die großen Reformen kamen dann in den 19 Neunzigerjahre. Und das hat gestartet mit 1 Landreform und wieder ganz klassisch, das sind die erfolgreichsten Länder, die früher kommunistisch waren.
Und im Kommunismus gab's ja keinen Privatbesitz, also der Staat besitzt alles. Und dann in China gab das wirklich eine 1 sehr schnelle, wo man dann gesagt hat, okay, der Boden bleibt beim Staat, aber man verteilt die Häuser. Also was da draufsteht, das geht jetzt im Privatbesitz. Und diese Reform, die würd ich sagen, das war die absolut wichtigste Reform, die wir in China hatten. Dass eben Leute zu erschwinglichen, fairen Preisen ihr Haus kaufen konnten, da hatten sie endlich mal 'n Asset.
Die hatten Vermögen und damit konnten sie zur Bank gehen und das verpfänden quasi und so Kredite gehalten. Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie haben quasi ein Riesenland wie China, das 50 Jahre nicht gebaut hat. Und jetzt mit dieser Landreform haben Leute Zugang zu Krediten. Gleichzeitig ist China 2001 noch in die Welthandelsorganisation eingetreten. Also da kamen dann auch internationale Investoren, die Fabriken gebaut haben.
Sie haben selber angefangen zu bauen. Die Leute wurden quasi, er in zu in in der Fabrik zu arbeiten. Also die hatten dann plötzlich 'n Einkommen, die hatten auch ein Finanzvermögen, weil sie das das Haus erhalten haben. Und es gab Banken, sehr gute, sehr wahnsinnig große Banken, die Kredite gesprochen haben. Und diese Kombination hat's gemacht, dass China quasi in wenigen Jahren das Land gebaut hat.
Mhm. Also von diesen Shophäusern stellen Sie sich vor, also vor 25 Jahren waren große Teile dieser die der Großstädte waren einfach von Shophäusern bebaut. Da hat man unten gearbeitet und oben gewohnt. Die hat man dann halt weggenommen und ein Wurmturm hingestellt. Und diese Entwicklung, das ist so schnell, so rasant passiert, dass es automatisch zu einem Immobilienkrise kommen musste.
Es ist also nicht nur einfach viel zu viel gebaut worden, sondern es konnte gar nicht weitergehen. Man kann, China ist gebaut. Und diese, das sind alles neue Häuser, die muss man jetzt auch nicht immer sanieren wie bei uns. Also irgendwo ist das auch ein natürlicher eine natürliche Entwicklung, das jetzt einfach nicht mehr gebaut wird in China. Und dann natürlich, es ist immer so, wenn man einen Boom hat, es gibt immer Übertreibungen und da gab's natürlich auch in China massive Übertreibungen.
Und so sind wir jetzt an dem Punkt, dass einfach die Häuserpreise fallen und nichts mehr gebaut wird. Und wenn Sie nach China gehen, Sie sehen kaum mehr Kräne. Das gibt noch für Infrastruktur, das sieht man schon, die Infrastruktur wird weiterhin ausgebaut, aber Bauten, Hochhäuser, ja, das ist schon ziemlich tot und wird es auch für eine ziemlich lange Weile bleiben. Hinein sollte ich Sie nach den Zukunftsaussichten fragen einerseits, wie kommt man wieder aus dieser Krise? Andererseits, was heißt das für die chinesische Wirtschaft?
Ja, eben, also stellen Sie sich vor, also das das war einfach ein massiv massivster Boom, den wir da hatten. Und die Bauwirtschaft, die war zu den besten Zeiten wahrscheinlich 20 Prozent dieser Wirtschaft. Es ist alles da reingegangen und das fällt jetzt einfach weg. Das heißt, man muss sich drauf einstellen, China wird nicht mehr 8 8 Prozent wachsen, wird auch nicht 5 Prozent wachsen. Das wird sich auch bei 2 Prozent Wie kommt China wieder da raus mit der Zeit?
Ja, das ist Wie kommt China wieder da raus mit der Zeit? Diese Immobilienkrisen brauchen einfach Zeit. Und was China sicher spannend In der Vergangenheit kam eigentlich immer der Staat. Sobald es die Wirtschaft konjunkturell einen Abschwung gab, kam der Staat rein und hat die Kreditschleusen geöffnet. Das ist sehr spannend.
Das das ist, ich sag immer, das ist die größte, also eine der größten Volkswirtschaften der Welt, aber so einfach zu steuern, weil man hat praktisch 4 Großbanken in China. Die 4 sind 5 große Banken. Da braucht 5 Telefonanrufe an Kreditofficern und quasi Schleusen auf, Schleusen zu. Und so macht man Konjunkturpolitik in China. Mhm.
Und das macht man, hat man so Mhm. Und China hat ja quasi wirklich im 0 9 die Weltwirtschaft 'n bisschen gerettet, würd ich sagen, nach der Krise in USA mit massivsten Kreditvergaben. Das hat man dann wieder gemacht, das sind da kamen sie dem bei 2011 12 wieder 'n Anruf Kreditschleusen zu und dann sieht man wirklich 'n Konjunkturzahlen, das das das geht dann wieder runter. Dann hat man das 'n bisschen eingedämmt und 2015 ist ging es China wieder, ging es eingedämmt und 2015 ist ging es China wieder, ging es ziemlich schlecht. Das das gab da auch mal eine kleine Börsenkorrektur aufgrund Chinas Wechselkursagistrierung, aber das war so ein Nebenschauplatz.
2015 ging es China ziemlich schlecht. Und da auch wieder Anruf, Schleusen auf und da wurden wieder Kredite gesprochen, was das Zeugs hält. Und das ist jetzt anders. Das hat sich wirklich geändert unter Xi Jinping jetzt. Also das war ja noch seine 1.
Periode, da waren noch viel mehr Technokraten auch in diesen wichtigen Stellen, auch in der Zentralbank. Das hat sich geändert. Heute wird es nicht mehr in der Zentralbank entschieden, was Geld oder was die Wirtschaftspolitik, wie die aussieht. Das wird heute eigentlich von Xi Jinping und vom Innencircle entschieden. Das macht es total schwierig.
Das macht's eigentlich auch unvorhersehbar. Wir wissen, wir kennen den Menschen, zu wem, wir wir sehen überhaupt nichts und das ist ziemlich random, was dann da Politik entschieden wird. Es wird nicht vorher 'n bisschen Konsensus gesucht. Und ja, und das, was ich einfach jetzt sehe, ist, dass diese ursprüngliche Politik mit Telefonanruf Kreditschleusen auf, das passiert im Moment nicht. Und wir warten jeden, ich schau mir diese Kreditstatistiken, Superstatistiken übrigens, auch da ein Missverständnis.
China hat teilweise sehr, sehr gute Daten. Diese Kreditstatistiken, ich schau mir die monatlich an und ich seh einfach nichts. Und ich glaub schon, also die könnten da auch die Schleusen wieder aufmachen, halt mehr Kredite zulassen, aber das scheint im Moment einfach nicht gewollt zu sein. Man mutet es den Menschen zu, dass sich diese Blase, dass sich das wieder dass sich das wie über Zeit dann halt korrigiert. Mhm.
Und ja, also wenn ich sagen würde, ich ich warte auf die Fiskalpolitik, dass da was passiert, dass der Staat auch diese unverkauften Häuser vielleicht aufkaufen würde, passiert alles nicht. Also gibt keine groß Es gab ein Programm mal im September 24, genau, kam kam ein größeres Programm. Es war groß in Zahlen, aber effektiv. Der Markt ist riesig. Das hat das war dann wirklich nur 'n Tropfen aufn heißen Stein und dies diese, das ist alles schon wieder verpufft.
Okay. Gut, spannend. Jetzt möcht ich noch über Singapur und den Finanzplatz Singapur zum Ende des Podcasts mit Ihnen sprechen. Sie haben erwähnt, Sie haben viele Jahre dort gelebt. Hier in der Schweiz haben wir auch traditionell einen sehr großen Finanzplatz.
Man hat schon vor Jahren gesagt, Singapur wird das neue Schweiz, als da das Bankgeheimnis aufgehoben wurde vor etwa 10 Jahren. Ja, wie beurteilen Sie den Finanzplatz Singapur? Ja, spannend. Ich durfte eben 8 Jahre in Singapur für eine große schweizere Großbank da arbeiten, habe also wirklich auch die Entwicklung über die letzten Jahre nah und hautnah erleben dürfen. Ja, Singapur hat sehr viel richtig gemacht, sagen wir mal so.
Ich glaub, das Land profitiert auch davon, dass es halt mitten in 1 Region ist, die eben von den guten Jahren der Globalisierung profitiert hat. Da sind viele Länder, die aber ihren eigenen Banken nicht immer trauen. Die trauen auch ihren Regierungen nicht. Die wollen das Geld lieber anderswo anlegen. Und ich denk da vor allem an Indonesien.
Ich, Singapur profitiert schon sehr stark davon, dass es einfach 280000000 Indonesier gibt, die ihren Bankensystem und ihrer Regierung nicht so trauen und und auch ihrer Währung nicht. Also die die brauchen auch eine stabile Währung. Und doch glaube ich, ja, kochen die nicht anders als wir in der Schweiz. Und letztendlich sehe ich auch in Singapur die Herausforderungen, die wir hier in der Schweiz haben, also in Europa, dass das Finanzen und dass dass das System auch missbraucht wird. Und da gab's jetzt vor Kurzem ein einen Riesenskandal.
Davon konnte man hier wenig lesen. Erzählen Sie. Das war 'n Riesenskandal, dass Gelder, die aus wirklich organisierten Verbrechen, vor allem aus diese diese Erpresserfirmen, die sitzen oftmals in Kambodscha. Und das das ist eigentlich, das sind das das sind auch, das sind vor allem chinesische Staatsbürger, die das betreiben in Kambodscha. Die haben auch inzwischen die kambodschanische Staatsbürgerschaft.
Die sind aber auch in China gesucht. Mhm. Und die haben das Geld jetzt über den singapurianischen Immobilienmarkt ins Finanzsystem eingeschleust und das ging Milliarden. Und das ist jetzt, das flog dann auf und hat enorme Wellen geworfen. Und das ist schon, das zeigt auch Singapur muss seine Prozeduren überarbeiten.
Auch die müssen schauen, dass sie eben nicht aus missbraucht werden, dass das System sauber ist. Ja, und ich merk schon, da ist jetzt, glaub ich, auch einiges im Tun, dass sich ja, dass das dass das da genauer hingeschaut wird. Also sie sind selber erschrocken, das fand ich ja noch spannend. Man wollte das zuerst gar nicht wahrhaben. Also die sind recht erschrocken, wie eben das das System bei ihnen so durchlässig war.
Und ja, also ich glaub, es ist super Lage eben nicht an an an richtigen Ort. Es ist sehr professionell, auch natürlich mit den internationalen Banken, die da sind, aber die Herausforderungen sind halt ähnlich wie bei uns. Mhm. Gut, Sie kommen langsam zum Ende des Podcasts. Darf ich Sie bitten, vielleicht noch ein Fazit zu den asiatischen Ländern zu ziehen?
Also wir haben jetzt über Japan gesprochen, über China, auch über Indien im Detail und jetzt zuletzt noch Finanzplatz Singapur. Ich nehme jetzt mit aus dem Gespräch, man kann nicht Asien als einen homogenen Raum betrachten und sagen, das läuft läuft nicht. Es es hängt wirklich sehr stark von der Kultur und den einzelnen Ländern ab. Die haben auch ihre Probleme, aber auch Chancen sind von der Demografie her sehr viele Menschen, die im asiatischen Raum leben und dementsprechend für Anleger wie Sie und mich ein interessanter Markt. Kann man das so ungefähr, ja, zusammenfassen oder haben Sie Ergänzungen?
Ja, unbedingt. Also es ist sehr sehr spannend, sehr interessant. Und doch eben, man darf auch Asien nicht so aufn Sockel stellen und nicht überschätzen. Letztendlich, die große Mehrheit der asiatischen Länder sind auf Export und Globalisierung ausgelegt und da kommt's einfach drauf an, wie die Weltwirtschaft läuft und wie die Globalisierung sich entwickelt. Und da vielleicht noch ein letzter Punkt, also im Moment, ich schau mir das auch regelmäßig an, ich seh noch keinen Trend zur Deglobalisierung.
Die Exporte vor allem auch ins aus Nordostasien, Taiwan, Korea, die laufen Suppe. Also da würde ich auch noch nicht also Asien nicht aufn Sockel stellen, aber auch jetzt nicht abschreiben wegen Trump. Sehr gut, Frau Jalnitsch Marty, herzlichen Dank für das Teilen Ihres Wissens. Es war sehr spannend. Ich habe viele Sachen das 1.
Mal gehört. Zum Schluss ist es bei uns Tradition, dass wir unseren Gast fragen, welche Person Sie uns vorschlägt, auch zu einem Interview einzuladen. Wer fällt Ihnen da ein? Ja, danke für die Frage. Es ist ein Vergnügen, jemanden vorschlagen zu dürfen.
Mir fällt Joachim Clement ein. Joachim ist seit 30 Jahren auch in den Finanzmarkt den Finanzmärkten tätig. Ich hab ihn kennengelernt, ursprünglich auch bei dieser Schweizer Großbank. Wir haben zusammengearbeitet und er hat einfach ein Riesenwissen und er kommt aus der Physik, aus der Wissenschaft und schafft es immer wieder wunderbar, diese Parallelen und und den Bogen zu zu machen. Er lebt in London, kann auch dieses angelsächsische da reinbringen und das find ich auch 'n wichtiger Punkt.
Wir müssen nicht vergessen, die Weltfinanzmärkte werden von angelsächischen Tradern und angelsächsischen Ökonomen und Analysten dominiert. Also das ist immer spannend eben diese Outside View, das das fehlt uns zum Teil in der Schweiz. Sehr gut, fragen wir ihn sehr gerne an. Liebe Zuschauerinnen und Zuschauern, ich hoffe, Ihnen hat das Gespräch ebenfalls gefallen. Sie haben neue Erkenntnisse gefasst.
Bitte hinterlassen Sie unbedingt einen Kommentar. Mich interessiert, was Sie halten von den Entwicklungen im asiatischen Bereich, ob Sie selber investiert sind. Wir beantworten jede Frage. Hinterlassen Sie ein Like, abonnieren Sie den Kanal und ich freu mich auf das nächste Mal. Auf Wiedersehen.
Veröffentlicht mit CiteCast