In der 44. Ausgabe des Podcasts Behind the Story gibt es einmal keinen klassischen Interviewgast. Stattdessen nutzt Gastgeber Wolfgang die Folge, um über drei Themen zu sprechen: die künftige Format-Struktur des Podcasts, die Einführung einer festen Sommerpause und ein Erlebnis, das ihn sichtlich bewegt hat – der aus seiner Sicht beste Vortrag, den er je live gesehen hat.

Drei Formate statt nur eines

Rund 40 Folgen lang bestand Behind the Story ausschließlich aus dem klassischen Langformat: ein bis eineinhalb Stunden lange Gespräche, in denen Gäste ihren Lebensweg beleuchten, Entscheidungen hinterfragen und Höhen wie Tiefen teilen. Dieses Format bleibt laut Wolfgang der Kern des Podcasts. Er betont mehrfach, wie sehr er diese Gespräche liebt und wie sehr es ihn freut, dass Menschen inzwischen von sich aus auf ihn zukommen, um Gast zu werden.

Damit der Podcast künftig flexibler wird, gibt es nun drei Formate:

  • Behind the Story klassisch: das ausführliche Interviewformat als Herzstück des Podcasts.
  • Behind the Story on Tour: kurze Gespräche von etwa 15 bis 20 Minuten, aufgenommen direkt auf Konferenzen. Premiere hatte dieses Format bei den SEO-Campixx in Berlin.
  • Behind the Story Short News: Solo-Folgen wie diese, wenn redaktionell einmal keine Aufnahme möglich war oder Wolfgang ein Storytelling-Thema aus eigener Motivation heraus besprechen möchte.

Dass die geplante zweite On-Tour-Episode diesmal ausfiel, erklärt Wolfgang offen: Rund um die Campixx war er als Speaker und Moderator im Einsatz, hat zwei Podiumsdiskussionen geleitet und bei großer Hitze schlicht keine Kapazität gehabt, spontan Gäste für eine weitere Aufnahme zu gewinnen. Die nächste On-Tour-Folge ist für den Online-Marketing-Tag des OMT in Mainz geplant.

Warum es künftig eine Sommerpause gibt

Zu Beginn seiner Podcast-Zeit galt für Wolfgang die Maxime der Konstanz – ein Erfolgskriterium, das er in einem Podcast-Workshop gelernt hatte. Inzwischen sieht er Erfolg differenzierter. Reine Abrufzahlen seien über die vielen Kanäle kaum sauber messbar. Für ihn zählt vielmehr die Resonanz:

Immer wenn Interaktion rund um den Podcast passiert, dann ist das für mich ein Beleg für Erfolg – und das ist in den letzten Monaten deutlich mehr geworden.

Er räumt ein, dass Behind the Story als sehr spitzes, emotionales und fokussiertes Format nicht jedermanns Sache ist und in den Charts hinter breiter aufgestellten Formaten zurückliegt. Umso mehr freut er sich über jede und jeden, der zuhört, folgt oder kommentiert.

Angesichts einer hohen Speaker-Belastung im ersten Halbjahr und des Aufwands hinter jeder Produktion führt Wolfgang nun eine feste Sommerpause ein. Sie orientiert sich an den hessischen Sommerferien – auch weil seine Tochter Lehrerin ist und in dieser Zeit viel gemeinsame Familienzeit ansteht. In diesem Jahr läuft die Pause bis in die zweite oder dritte Augustwoche. Danach steigt der Podcast wieder in den gewohnten Rhythmus ein. Ziel ist es, künftig stets mindestens ein bis zwei Folgen vorzuproduzieren, um durchgängig senden zu können. Bereits fest eingeplant sind unter anderem Gespräche mit Ines Vasschuhen, Alex De Veto, Patricia Vogtländer und Patrick Wenke.

Eine bemerkenswerte Geste hinter den Kulissen

Den dritten Teil widmet Wolfgang seinem Besuch beim Greator Festival in Köln – bereits sein dritter. Zunächst berichtet er von einer Erfahrung, die ihm besonders im Gedächtnis geblieben ist. Wegen zweier Augenoperationen im vergangenen Jahr konnte er 2024 nicht am Festival teilnehmen, obwohl er Tickets besaß. Auf seine ehrliche Schilderung hin habe das Greator-Team ihm nicht nur die Teilnahme für das Folgejahr gutgeschrieben, sondern ihn zusätzlich auf ein Black-Ticket hochgestuft – mit VIP-Parkplatz, Extraeingang und Zugang zur Speaker-Lounge.

Für Wolfgang ist das keineswegs selbstverständlich. Er nutzt die Gelegenheit, dem oft kritisierten Umfeld solcher Persönlichkeitsentwicklungs-Events etwas entgegenzusetzen. Zwar habe er hinter den Kulissen auch beobachtet, wie ein Protagonist, der auf der Bühne über Glück und Liebe sprach, mit dem eigenen Personal übel umging. Die Geste ihm gegenüber habe ihm aber gezeigt, dass viele Menschen bei Greator das auf den Bühnen propagierte Mindset tatsächlich leben.

„Wir haben keine Zeit“ – der Vortrag, der bewegte

Eigentlich wollte Wolfgang einen bestimmten Vortrag gar nicht besuchen: Es ging um Finanzcoaching, ein Thema, das ihn nach eigener Aussage nicht anspricht. Doch bei 40 Grad in Köln blieb er lieber in der gekühlten Haupthalle sitzen – und erlebte den seiner Meinung nach besten Vortrag seines Lebens. Nach eigenen Angaben hat er über hundert eigene Keynotes gehalten und tausende Vorträge gesehen.

Auf der Bühne stand die Unternehmerin Nasali Jafari mit ihrer Firma „Fibonacci Code“. Der Vortrag trug den Titel „Wir haben keine Zeit“. Jafari erzählte, wie ihre Beziehung zu Geld entstand: Als kleines Mädchen musste sie für ihren Vater, einen Banker, zweimal täglich Börsenwerte telefonisch abfragen und notieren – in einer Zeit ohne Internet. Von dort führte sie zu einer bewegenden Heldengeschichte über ihren Sohn Amir: ein außergewöhnlich kluger, hilfsbereiter junger Mann, der etwa auf einer Reise nach Südafrika seine Designerkleidung und Schuhe verschenkte, weil andere sie nötiger brauchten, und der mit 24 bereits zwei Firmen gegründet hatte.

Die Wendung, die den Saal verstummen ließ: Jafari sprach über ihren Sohn in der Gegenwart, bis sie offenbarte, dass Amir 2023 an Krebs verstorben ist. Seine Worte – „Mama, wir haben keine Zeit“ – wurden zur zentralen Botschaft des Vortrags. Die eigentlichen Finanzinhalte und ihr Produkt traten dabei völlig in den Hintergrund.

Für Wolfgang war es ein Musterbeispiel für emotionales Storytelling: eine klare Heldenreise, getragen von einer kraftvollen Metapher, die alle Zuhörenden mit einer Frage konfrontiert – wer weiß schon, was morgen ist und wie viel Zeit uns bleibt, um Menschen zu treffen und Gutes zu tun. Er empfiehlt ausdrücklich, Nasali Jafari zu hören, falls sich die Gelegenheit ergibt.

Zum Abschluss verabschiedet sich Wolfgang in die Sommerpause, widmet die Folge einem Freund aus der Branche namens Nils und ruft seine Hörerinnen und Hörer auf, ihn weiterhin proaktiv anzusprechen – sei es mit Themenideen oder dem Wunsch, selbst Gast zu werden.